❝ You think that I can't handle low sanity?! ❞
Wie heißt das in diesen verkackten amerikanischen Filmen noch gleich – High School Sweetheart? Bei uns fing’s ein bisschen früher an und hielt nicht so lange, aber der Reihe nach. Keine Ahnung, warum du es irgendwie sexy fandest, mit nem Typen rumzumachen, dem man gerne den Kopf in die Kloschüssel steckte, weil der ansonsten einfach nicht die Fresse halten wollte. Und die haben’s echt versucht, also das mit dem Waterboarding, bis es ihnen zu gruselig war, weil ich nicht aufgehört hab, die auszulachen (mach ich übrigens bis heute: dumm lachen, während mir die Nase schief gerückt wird, nur dass ich sie danach vor Gericht schleife, andere Geschichte). Mitleid war’s wahrscheinlich nicht, aber dich zum Lachen zu bringen, das habe ich schon immer gekonnt. Alter, war ich verliebt in dich. Wenn’s nach mir gegangen wäre, dann wären wir wahrscheinlich immer noch zusammen, aber mit Anfang, Mitte zwanzig oder was das war, in dieser kleinen Scheißwohnung, wo uns mal der Strom ausgestellt wurde, und ich mich mit so miesen Jobs über Wasser gehalten hab, da hattest du keinen Bock mehr auf mich. Hast es ja eh überraschend lange mit mir ausgehalten, das schafft nicht mal meine eigene Familie, geschweige denn irgendeine Frau nach dir. Und dann warst du weg und ich hier so mit broken heart syndrome hab nen Krimi geschrieben, in dem ich dich ganz offensichtlich auf grausamste Art hingerichtet hab – der wurd dann echt ein richtiger Erfolg. Tja, wärste mal geblieben, aber dann gäb’s vielleicht auch den Krimi nicht, und am Geld hat’s eh nie gelegen, sondern daran, dass ich so’n unausstehliches Arschloch bin. Jetzt biste wieder da und redest komischerweise wieder mit mir, als wär nie was gewesen. Und ich find dich immer noch unfassbar geil.

Alice XXX
35 jahre
frei wählbar
Regina Spektor
frei
Wer jetzt glaubt, dass ich das einzige Arschloch in unserer langjährigen Beziehung gewesen wäre, der irrt: You made me like this. Gott, du kannst so nervig sein: Deine Gedankensprünge sind kaum nachvollziehbar; du laberst viel zu viel, als dass es irgendwie attraktiv sein könnte; dafür biste halt auch noch echt zu klug, welcher Mann findet das schon gut; und boah, wie schnell jemand beleidigt sein kann, ich hab’s nie verstanden. Versteh mich nicht falsch, ich fand dich schon immer gut und hatte nie was an dir auszusetzen, weswegen sich deine Beleidigungstendenzen in meiner Gegenwart auch stark zurückhielten. Du bist mir intellektuell haushoch überlegen, dafür schreibe ich viel besser als du, was du mit deinen Emogeschichten und weirden Gedichten nicht sonderlich gut ertragen hast. Um dich zu beeindrucken und dich ins Bett zu kriegen, hab ich dir damals sogar nen ganzen Erotikroman geschrieben, den du dann aus lauter Gehässigkeit an nen Verlag weitergeschickt hast, nur um komplett auszuflippen, als der von denen tatsächlich gekauft wurde. Wir waren ein fantastisches Team, fand ich, in unserer kleinen siffigen und ollen Wohnung in London. In deiner Gegenwart war meine asoziale Ader nicht ganz so stark ausgeprägt und wir haben zusammen wirklich die geilsten Partys gefeiert. Sicherlich, unsere Ausdrucksweise war nicht zu romantisch, aber du hast eben so’n ähnliches Schandmaul wie ich. Ach, du hattest mich echt gut im Griff, bis du mich vor die Tür gesetzt hast, to-tal überraschend.

Riley Sullivan
36 jahre
Schriftsteller
Tom Meighan
vergeben
Tja, ich hab dir echt ne ganze Menge zu verdanken. Jedes Mal, wenn ich mir auf meinen Kontostand einen runterhole, denke ich an dich, weil ich ohne dich wahrscheinlich nie so weit gekommen wär. Mittlerweile bin ich wieder in deiner Heimatstadt Manchester (und da, wo ich teilweise aufgewachsen bin, auch wenn ich zu diesen furchtbar anstrengenden Belfast-Patrioten gehöre) und alles nur wegen meiner Literaturagentin, die ich im Suff geschwängert hab, und mit der ich gemeinsam ein Kind aufziehe, so nebenher, neben dem Job. Mittlerweile kann ich ausgezeichnet von meinem Schreiben leben, aber das hast du ja leider nie mitbekommen – und es wagt auch keiner mehr, meinen Kopf ins Klo zu stopfen, auch wenn ich fest davon überzeugt bin, dass meine Agentin davon nachts träumt. Asozial bin ich immer noch, loveable asshole nennt man das wohl, und die Tendenz, jeden noch so unverschämten oder dummen Gedanken rauszuhauen, ohne Rücksicht auf Verluste, hat mir schon die eine oder andere Freundschaft / Beziehung / Vögelei versaut, aber was willste machen. Wenigstens das Koks gibt’s nur noch am Wochenende.

Aus einer aktuellen Sektlaune heraus und weil ich von unlauteren Postingpartnerinnen dazu angestiftet wurde, hab ich beschlossen, Rileys Ex-Freundin zu suchen, die wohl (zweit) wichtigste Person in seinem Leben. Kennengelernt haben sie sich, als Riley von Belfast nach Manchester gezogen und dort zur Schule gegangen ist, danach waren sie viele Jahre ein Herz und eine Seele. Rileys ganze Beziehungserfahrung stützt sich auf Alice, muss man so sagen, und da dachte ich: wie gut ich das fänd, wenn sie wieder in seinem Leben auftauchen würde. Ob sie wieder zusammenkommen oder es bei ner Freundschaft bleibt, will ich hier gar nicht vorschreiben, aber auf jeden Fall fänd ichs sehr nice, wenn sie sich weiter gegenseitig schönschlimme Dinge an den Kopf werfen, ganz wie früher. Was sie in der Zwischenzeit gemacht hat, bleibt dir vollkommen überlassen, nur trinkfest sollte sie sein. Als Avaperson hab ich mal Regina Spektor rausgesucht, die meiner Meinung nach einfach fantastisch passen würde, aber ich bin offen für jemand anderes (nur nix Blondes, also mit kleinem Vetorecht). Anschluss gibt’s hier wirklich genug, da wird einmal Rileys Literaturagentin Harriot / Esther gespielt, aber er hat auch diverse echt dumme Freunde, allen voran Jay, ohne den’s auch nicht geht – aber auch sonst haben wir alle immer Bock auf neue Leute und Kontakte. Ansonsten: Ich gehöre hier zum Inventar und geh nicht weg, poste meistens mindestens einmal alle zwei bis drei Wochen, quatsche gerne über PN oder Discord und liebe Probeposts, weil ich schon ein paar Ansprüche an die Gute habe. Wenn du Lust drauf hast, meld dich – ich würd mich mega freuen!