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		<title><![CDATA[Lost the plot - Alle Foren]]></title>
		<link>https://www.losttheplot.de/</link>
		<description><![CDATA[Lost the plot - https://www.losttheplot.de]]></description>
		<pubDate>Sat, 19 Sep 2026 05:17:16 +0000</pubDate>
		<generator>MyBB</generator>
		<item>
			<title><![CDATA[die drei Vollidioten (???) und die göttliche Intervention]]></title>
			<link>https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2707</link>
			<pubDate>Thu, 03 Sep 2026 22:21:46 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.losttheplot.de/member.php?action=profile&uid=463">Zahi Bowles</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2707</guid>
			<description><![CDATA[Den Introsong von Knight Rider im Ohr, vermisste er die blinkenden Lichter in Arifs Auto. Zahi als schwarzer David Hasselhoff, kein Problem – nur dass er auf der Beifahrerseite saß und die Haare zu kurz hatte. Die Sonnenbrille saß immerhin und wären‘s nicht 24 °C draußen, hätt er sich auch die Lederjacke angezogen. Mehr für die Show als wegen der Geschwindigkeit hielt er sich am Haltegriff über dem Fenster fest und wippte mit dem Kopf zu der Melodie in seinem Kopf. Woher er wusste, wo sie hin mussten? Tja, mit roten Fäden hatte er auf der Pinnwand trianguliert—und wie verdächtig war es, dass die Kirche, die sie ansteuerten, einen fast perfekten rechten Winkel zwischen Theos Arbeitsstätte und Zuhause bildete??? <br />
<br />
Er war einfach neugierig. Und Arif willig. Sie waren das perfekte Team, sowieso, und beide wollten bloß mal <i>gucken</i>, wie dieser ominöse Priester aussah, von dem Zahi gerade mal den Namen wusste, den groben Beziehungsstatus und die Dauer seiner romantischen („<i>romantischen</i>“) Verbindung mit Theo. <b>“Hältst du noch an dem Starbucks da vorne?“</b>, war das Maximum an Vorbereitung, das Zahi spontan noch einfiel. Wie so verdeckte Ermittler brauchten sie eigentlich noch ne Zeitung, Donuts vielleicht, aber definitiv viel Kaffee (dass er spätestens in ner halben Stunde pissen musste davon, geschenkt). Währenddessen tippte er auf seinem Handy rum nach der richtigen Playlist und skippte von einem Song zum nächsten, weil er vergessen hatte eine Playlist zu erstellen?! <b>“Was tippst du von 1 bis 3000 wie langweilig der aussieht?“</b>, fragte er <i>noch</i> gut gelaunt, weil er zwar Theo gut genug kannte (gleichzeitig mochte der aber auch Za-hi HAH), aber auch schon mal so Kirchenleute gesehen hatte und die waren immer alt und weiß und--??]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Den Introsong von Knight Rider im Ohr, vermisste er die blinkenden Lichter in Arifs Auto. Zahi als schwarzer David Hasselhoff, kein Problem – nur dass er auf der Beifahrerseite saß und die Haare zu kurz hatte. Die Sonnenbrille saß immerhin und wären‘s nicht 24 °C draußen, hätt er sich auch die Lederjacke angezogen. Mehr für die Show als wegen der Geschwindigkeit hielt er sich am Haltegriff über dem Fenster fest und wippte mit dem Kopf zu der Melodie in seinem Kopf. Woher er wusste, wo sie hin mussten? Tja, mit roten Fäden hatte er auf der Pinnwand trianguliert—und wie verdächtig war es, dass die Kirche, die sie ansteuerten, einen fast perfekten rechten Winkel zwischen Theos Arbeitsstätte und Zuhause bildete??? <br />
<br />
Er war einfach neugierig. Und Arif willig. Sie waren das perfekte Team, sowieso, und beide wollten bloß mal <i>gucken</i>, wie dieser ominöse Priester aussah, von dem Zahi gerade mal den Namen wusste, den groben Beziehungsstatus und die Dauer seiner romantischen („<i>romantischen</i>“) Verbindung mit Theo. <b>“Hältst du noch an dem Starbucks da vorne?“</b>, war das Maximum an Vorbereitung, das Zahi spontan noch einfiel. Wie so verdeckte Ermittler brauchten sie eigentlich noch ne Zeitung, Donuts vielleicht, aber definitiv viel Kaffee (dass er spätestens in ner halben Stunde pissen musste davon, geschenkt). Währenddessen tippte er auf seinem Handy rum nach der richtigen Playlist und skippte von einem Song zum nächsten, weil er vergessen hatte eine Playlist zu erstellen?! <b>“Was tippst du von 1 bis 3000 wie langweilig der aussieht?“</b>, fragte er <i>noch</i> gut gelaunt, weil er zwar Theo gut genug kannte (gleichzeitig mochte der aber auch Za-hi HAH), aber auch schon mal so Kirchenleute gesehen hatte und die waren immer alt und weiß und--??]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Destroy everything]]></title>
			<link>https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2706</link>
			<pubDate>Sat, 29 Aug 2026 22:58:16 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.losttheplot.de/member.php?action=profile&uid=576">Pippa Ramsay</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2706</guid>
			<description><![CDATA[<b>"Siehst du, Hector"</b>, plapperte Pippa, während sie die letzte Ecke des großen, senfgelben Überwurfs in die Kanten der langweilig grauen Couch stopfte und damit die Tristesse unter gelber Freude begrub. <b>"Siehst du, wie ein bisschen Farbe einen Raum direkt verändert?"</b> Dieser Hund hatte verdammtes Durchhaltevermögen, denn obwohl Pippa nun schon seit einer halben Stunden beinahe ununterbrochen auf ihn einredete, legte er noch immer den Kopf schief, sobald mal wieder sein Name fiel. <b>"Jetzt nur noch–"</b>, stolpernd kletterte sie vom Sofa, griff nach den bereits vorbereiteten Sofakissen und stopfte eines nach dem anderen ordentlich in die Ecken der Couch. Ein lila-blaues Muster landete neben einem mintgrünen Kissen, auf dem die Worte <i>Live Laugh Fuck Off</i> standen, daneben eines mit ein paar süßen Kühen und schließlich noch eines mit breiten Streifen. Was für ein Upgrade zu den lächerlich schwarzen Bezügen, die zuvor Lukis Couchkissen geziert hatten, aber wer kombinierte auch Grau mit Schwarz und nannte das dann <i>Dekoration</i>? <br />
<b>"Voilá."</b> Die Hände in die Hüften gestemmt, betrachtete sie ihr vollendetes Werk. Sehr cool, sehr hübsch, sehr <i>Pippa</i>, aber vielleicht brauchte ihr Bruder ein bisschen mehr <i>Pippa</i> in seinem Leben. <u>Hoffentlich</u> brauchte ihr Bruder ein bisschen mehr Pippa in seinem Leben, ansonsten würde nicht nur der Überwurf floppen, sondern auch die süßen Sofakissen, die dekorativen Bilder, die sie im Wohnzimmer aufgehängt hatte, die bunten Geschirrtücher in der Küche und die mintgrüne Vinylfolie, die dort noch auf dem Tisch lag und darauf wartete, auf die Küchenfronten geklebt zu werden. War Luki wohl damit einverstanden, dass sie außerdem alle Möbel durcheinander gewürfelt und einmal neu angeordnet hatte? Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Aber eines musste er ihr lassen, entschied sie einstimmig: Wie lange hatte sie die Füße still gehalten, obwohl es ihr schon seit Jahren in den Fingerspitzen kribbelte? Und dass sie (noch) keine bunten Tapeten an die Wände geklebt hatte, um ein bisschen mehr Freundlichkeit in diese Räume zu bringen, konnte man ihr auch zugute halten, oder? War ja nicht so, als hätte sie irgendetwas <i>unwiderruflich</i> verändert. <b>"Dir gefällt es, oder?"</b> Sie sah so hoffnungsvoll in Hectors dunkles Gesicht, dass der prompt aufsprang und aufgeregt mit dem Schwanz wedelte. <b>"Ich wusste es."</b> Ihr Ausdruck verwandelte sich in ein strahlendes Lächeln. <b>"Ich wusste, dass du es liebst, Hectolito."</b> Für einen Moment stürzte Pippa sich auf den Boden, empfing den Malinois mit offenen Armen, streichel-raufte ihm durchs Fell und quietschte auf, als eine schlabberige Zunge mitten über ihr Gesicht leckte. Sie hatte sich gerade auf den Rücken fallen lassen, bereit, sich Hectors Autorität zu ergeben, als sie die Haustür hörte und binnen Sekunden wieder aufrecht saß. <i>Fuck.</i> Wie spät war es? Zu spät, anscheinend, um die Küchenfronten noch mintgrün zu bekleben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<b>"Siehst du, Hector"</b>, plapperte Pippa, während sie die letzte Ecke des großen, senfgelben Überwurfs in die Kanten der langweilig grauen Couch stopfte und damit die Tristesse unter gelber Freude begrub. <b>"Siehst du, wie ein bisschen Farbe einen Raum direkt verändert?"</b> Dieser Hund hatte verdammtes Durchhaltevermögen, denn obwohl Pippa nun schon seit einer halben Stunden beinahe ununterbrochen auf ihn einredete, legte er noch immer den Kopf schief, sobald mal wieder sein Name fiel. <b>"Jetzt nur noch–"</b>, stolpernd kletterte sie vom Sofa, griff nach den bereits vorbereiteten Sofakissen und stopfte eines nach dem anderen ordentlich in die Ecken der Couch. Ein lila-blaues Muster landete neben einem mintgrünen Kissen, auf dem die Worte <i>Live Laugh Fuck Off</i> standen, daneben eines mit ein paar süßen Kühen und schließlich noch eines mit breiten Streifen. Was für ein Upgrade zu den lächerlich schwarzen Bezügen, die zuvor Lukis Couchkissen geziert hatten, aber wer kombinierte auch Grau mit Schwarz und nannte das dann <i>Dekoration</i>? <br />
<b>"Voilá."</b> Die Hände in die Hüften gestemmt, betrachtete sie ihr vollendetes Werk. Sehr cool, sehr hübsch, sehr <i>Pippa</i>, aber vielleicht brauchte ihr Bruder ein bisschen mehr <i>Pippa</i> in seinem Leben. <u>Hoffentlich</u> brauchte ihr Bruder ein bisschen mehr Pippa in seinem Leben, ansonsten würde nicht nur der Überwurf floppen, sondern auch die süßen Sofakissen, die dekorativen Bilder, die sie im Wohnzimmer aufgehängt hatte, die bunten Geschirrtücher in der Küche und die mintgrüne Vinylfolie, die dort noch auf dem Tisch lag und darauf wartete, auf die Küchenfronten geklebt zu werden. War Luki wohl damit einverstanden, dass sie außerdem alle Möbel durcheinander gewürfelt und einmal neu angeordnet hatte? Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Aber eines musste er ihr lassen, entschied sie einstimmig: Wie lange hatte sie die Füße still gehalten, obwohl es ihr schon seit Jahren in den Fingerspitzen kribbelte? Und dass sie (noch) keine bunten Tapeten an die Wände geklebt hatte, um ein bisschen mehr Freundlichkeit in diese Räume zu bringen, konnte man ihr auch zugute halten, oder? War ja nicht so, als hätte sie irgendetwas <i>unwiderruflich</i> verändert. <b>"Dir gefällt es, oder?"</b> Sie sah so hoffnungsvoll in Hectors dunkles Gesicht, dass der prompt aufsprang und aufgeregt mit dem Schwanz wedelte. <b>"Ich wusste es."</b> Ihr Ausdruck verwandelte sich in ein strahlendes Lächeln. <b>"Ich wusste, dass du es liebst, Hectolito."</b> Für einen Moment stürzte Pippa sich auf den Boden, empfing den Malinois mit offenen Armen, streichel-raufte ihm durchs Fell und quietschte auf, als eine schlabberige Zunge mitten über ihr Gesicht leckte. Sie hatte sich gerade auf den Rücken fallen lassen, bereit, sich Hectors Autorität zu ergeben, als sie die Haustür hörte und binnen Sekunden wieder aufrecht saß. <i>Fuck.</i> Wie spät war es? Zu spät, anscheinend, um die Küchenfronten noch mintgrün zu bekleben.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Me Porto Bonito]]></title>
			<link>https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2705</link>
			<pubDate>Mon, 17 Aug 2026 16:00:20 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.losttheplot.de/member.php?action=profile&uid=550">Fernanda Gálvez</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2705</guid>
			<description><![CDATA[<div style="text-align: justify;" class="mycode_align">Wahrscheinlich wurden es diese Nacht keine Acht Stunden Schlaf, aber wie genau sollte man das schon nehmen, wenn man mit sich anbahnendem Muskelkater in die nächste Bar spazierte und einen die Nüsschen in Schalen die einzige Nahrungsquelle war. Sie sollten danach dringend was essen gehen, dachte Fernanda während sie an ihrem Gin Tonic nippte. Gin Tonic war sowas wie der weisse meinungslose Hintern jedes noch weisseren Briten. Den hatte sie nicht selbst bestellt, aber bezahlt bekommen, also nippte sie daran. Schon am Zweiten ehrlicherweise. Aber von Gin Tonic bekam man auch gar keinen Kater, weil der so blass war wie Weissbrot. Der ging im Magen einfach unter und man kippte den Nächsten. MC D. sättigte auch nicht. <b> «Callaita!»</b>, rief sie aus, als sie Miss People Pleaser Santos endlich auftauchte. Standort war ihr natürlich eh freigegeben, aber sie hatte vorher auch angerufen und gefragt, ob sie schon auf dem Weg in die Bar war. <br />
Fraglich war jetzt nur: War Taleía hier um sie abzuholen oder um mit Bad Bunny zu viben? Die Bar war nicht riesig aber die Stehtische luden dazu ein sich ein bisschen zu bewegen und das winzige Quadrat da hinter der einen Säule war wohl sowas wie eine Tanzfläche, die erst später eingeweiht wurde, wenn der Manchester<i>er</i> genug getrunken hatte. <b> «Hast du mir Deo mitgebracht?»</b>, das war die zweite Frage gewesen nach dem, bist du schon unterwegs. Denn sie war zwar geduscht, aber sie hatte sowohl ihren signature Duft, wie auch das Deo zuhause liegen lassen. <br />
Sie sah in Richtung Elena, nur kurz, dann wieder zu <b> «Talisita, du hast wirklich gar nichts verpasst»</b>, weil Fomo? Ausser vielleicht den kurzen Disput, den sie vor zwanzig Minuten mit Elena gehabt hatte, weil die schon die ganze Zeit an den Lippen von Mr. Ar-sch-jan hing, der sie vorher echt stark gemansplaint hatte. <b> «Ausser vielleicht! Kannst du dich an den Möbeltypen erinnern, den mit der Mutter»</b>, ja alle hatten Mütter, aber sie wusste schon. <b> «Der war da Trainer in dem Kurs und hui»</b>, sie fächerte sich kurz etwas Luft zu, <b> «die Arme, der Nacken… die Waden»</b>, besonders viel redete er noch immer nicht. Aber naja. <b> «Er meinte bis später, also siehst du ihn vielleicht noch»</b>, dann konnte sie abchecken, was es abzuchecken gab. <b> «Chisme, sag mir was sonst so los ist»</b>, sie schob ihr den Gin Tonic zu mit gehobenen Brauen und nun gänzlich abgedreht von ihrem vorherigen Gönner. Den Deo hatte sie schon wieder kurz vergessen. <br />
</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align: justify;" class="mycode_align">Wahrscheinlich wurden es diese Nacht keine Acht Stunden Schlaf, aber wie genau sollte man das schon nehmen, wenn man mit sich anbahnendem Muskelkater in die nächste Bar spazierte und einen die Nüsschen in Schalen die einzige Nahrungsquelle war. Sie sollten danach dringend was essen gehen, dachte Fernanda während sie an ihrem Gin Tonic nippte. Gin Tonic war sowas wie der weisse meinungslose Hintern jedes noch weisseren Briten. Den hatte sie nicht selbst bestellt, aber bezahlt bekommen, also nippte sie daran. Schon am Zweiten ehrlicherweise. Aber von Gin Tonic bekam man auch gar keinen Kater, weil der so blass war wie Weissbrot. Der ging im Magen einfach unter und man kippte den Nächsten. MC D. sättigte auch nicht. <b> «Callaita!»</b>, rief sie aus, als sie Miss People Pleaser Santos endlich auftauchte. Standort war ihr natürlich eh freigegeben, aber sie hatte vorher auch angerufen und gefragt, ob sie schon auf dem Weg in die Bar war. <br />
Fraglich war jetzt nur: War Taleía hier um sie abzuholen oder um mit Bad Bunny zu viben? Die Bar war nicht riesig aber die Stehtische luden dazu ein sich ein bisschen zu bewegen und das winzige Quadrat da hinter der einen Säule war wohl sowas wie eine Tanzfläche, die erst später eingeweiht wurde, wenn der Manchester<i>er</i> genug getrunken hatte. <b> «Hast du mir Deo mitgebracht?»</b>, das war die zweite Frage gewesen nach dem, bist du schon unterwegs. Denn sie war zwar geduscht, aber sie hatte sowohl ihren signature Duft, wie auch das Deo zuhause liegen lassen. <br />
Sie sah in Richtung Elena, nur kurz, dann wieder zu <b> «Talisita, du hast wirklich gar nichts verpasst»</b>, weil Fomo? Ausser vielleicht den kurzen Disput, den sie vor zwanzig Minuten mit Elena gehabt hatte, weil die schon die ganze Zeit an den Lippen von Mr. Ar-sch-jan hing, der sie vorher echt stark gemansplaint hatte. <b> «Ausser vielleicht! Kannst du dich an den Möbeltypen erinnern, den mit der Mutter»</b>, ja alle hatten Mütter, aber sie wusste schon. <b> «Der war da Trainer in dem Kurs und hui»</b>, sie fächerte sich kurz etwas Luft zu, <b> «die Arme, der Nacken… die Waden»</b>, besonders viel redete er noch immer nicht. Aber naja. <b> «Er meinte bis später, also siehst du ihn vielleicht noch»</b>, dann konnte sie abchecken, was es abzuchecken gab. <b> «Chisme, sag mir was sonst so los ist»</b>, sie schob ihr den Gin Tonic zu mit gehobenen Brauen und nun gänzlich abgedreht von ihrem vorherigen Gönner. Den Deo hatte sie schon wieder kurz vergessen. <br />
</div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Pippa Ramsay]]></title>
			<link>https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2704</link>
			<pubDate>Sat, 15 Aug 2026 21:00:34 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.losttheplot.de/member.php?action=profile&uid=576">Pippa Ramsay</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2704</guid>
			<description><![CDATA[<div class="p1 stecki">
<div class="p2">Pippa Ramsay</div><div class="p3">Ur a disaster, wanna date?</div>
<div class="ph1">
<div class="ph2">
<div class="p9">„</div>
<div class="p10">His kicked puppy demeanor and easily manipulatable ways have enchanted me.</div>
</div>
<img src="https://i.ibb.co/bMr6zdKc/Pippa-500x200px.jpg"><br />
</div>
<div class="p4">
<div class="lfacts">
<div>Effi</div>
<div>Alter // 27 Jahre</div>
<div>Job // Musikjournalistin</div>
<div>Pizza // Diavola</div>
<div>Ava // Suki Waterhouse</div>
</div>
<div class="p7">
<div class="p5-2">
<img src="https://i.ibb.co/LXDMsn3N/Gif-90x70px.gif"><br />
</div>
Dein Lebensmotto? <i>It’s not that deep.</i> Passt ja auch in jede Situation: Dein Freund hat sich von dir getrennt, weil du dich plötzlich nicht mehr so richtig gemeldet und ihm zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt hast? <i>Not that deep.</i> Du hast gerade deinen Nebenjob verloren, weil du deinem Chef in einer betrunkenen Sprachnachricht erklärt hast, dass er ein corporate dickhead ist? <i>Not that deep.</i> Dein Vater ist nach schwerer Krankheit gestorben und deine ganze Familie erwartet jetzt, dass dein Bruder oder du den Betrieb übernehmt? <i>Not that fucking deep.</i> Die einen nennen es Egozentrik, die anderen finden es bewundernswert wie du alles, was dir entgegen geschmettert wird, mit Leichtigkeit nimmst und deine Entscheidungen auf der Bühne beim Poetry Slam mit klischeehaften spirituellen Zitaten verklärst (<i>"Das einzige, was wirklich uns gehört, ist die Gegenwart"</i>), ohne jemals ein Buch von Eckhart Tolle gelesen zu haben. Du liebst einfach das Leben, so sehr, dass es dich selber nervt, wenn du über die Vergangenheit grübelst oder die Zukunft fürchtest. Also lässt du es einfach. Das Leben ist zu kurz, um sich an Dingen festzubeißen, die ohnehin nicht mehr zu ändern sind, und zu lang, um jeden beschissenen Rückschlag gleich als Charakterentwicklung zu verbuchen. Also lachst du, machst weiter und redest dir einfach ein, dass morgen schon wieder irgendwas Schönes passiert. Und wenn nicht? <i>It’s not that deep.</i><br />
</div>
<div class="p8">Wusstest du, dass Pippa…?</div>
<br />
» …den niederländischen Akzent ihrer Mutter erstaunlich gut imitieren kann?<br />
» …jedem erzählt, Gordon Ramsay wäre ihr Onkel, und sich deshalb zu oft das Recht rausnimmt anderen Menschen zwei Toastscheiben an den Kopf zu halten und sie ein <i>idiot sandwich</i> zu nennen?<br />
» …ihren Bruder regelmäßig daran erinnert, dass er ohne sie emotional komplett verwahrlosen würde?<br />
» ...bei Konflikten erstaunlich gut darin ist, sich mit einem <i>"Oh, for fuck's sake"</i> aus der Affäre zu ziehen und den Raum einfach zu verlassen?<br />
» ...absolut keinen Filter besitzt und jeden von ihrem Gehirn produzierten Gedanken aussprechen muss? Das <i>Würdest du mich noch lieben, wenn ich ein Wurm wäre?</i> Meme könnte genauso gut von ihr kommen.<br />
» …<i>"I’m fine"</i> tatsächlich meistens ernst meint? Nicht unbedingt, weil sie <i>fine</i> ist, sondern weil sie beschlossen hat, dass sie es jetzt eben sein wird.<br />
» ...Spitznamen für Menschen liebt und aus Murphy inzwischen mindestens sieben verschiedene Versionen gemacht hat? <i>Murph</i>, <i>Murphster</i> und <i>Murphmurph</i> sind dabei noch die harmlosen.<br />
» ...eine absolute SpraNa-Person ist? Wenn eine Nachricht länger als drei Sätze wird, schickt sie lieber eine sieben Minuten lange Sprachnachricht.<br />
» ...bastelt, näht, malt, klebt und generell alles ausprobiert, was man mit ausreichend Bastelmaterial und mangelnder Selbstbeherrschung anfangen kann?<br />
» ...mindestens drei DIY-Projekte in ihrer Wohnung besitzt, die sie vor Monaten angefangen, aber nie beendet hat?<br />
» ...einen absurd gut kuratierten Instagram-Feed eines <i>edgy concert girls</i> mit 2.604 Followern hat und ihre Freunde manchmal zwingt gestellt-ungestellte Fotos von ihr zu machen?<br />
» ...Poetry Slams liebt und selbst gelegentlich auf der Bühne steht?<br />
» …auf schlechte Tattoos bei anderen Menschen steht? Je fragwürdiger die Entscheidung, desto faszinierter ist sie. Wenn jemand ihr erklärt, dass das chinesische Schriftzeichen auf seinem Oberarm vielleicht gar nicht <i>strength</i> sondern <i>fried chicken</i> bedeutet, ist sie der glücklichste Mensch im Raum.<br />
» ...bei Musikgeschmack erschreckend snobistisch sein kann, obwohl sie ansonsten wirklich jedem seinen Spaß lässt?<br />
» ...nach jedem Konzert behauptet, ihre Ohren seien jetzt <i>definitely permanently damaged</i> und beim nächsten Konzert trotzdem wieder auf Gehörschutz verzichtet?<br />
» ...jedes zweite Rezept nachkocht, das gerade auf BuzzFeed Tasty viral geht?<br />
» …regelmäßig ungefähr drei Tage lang überzeugt ist, jetzt ein <i>clean girl</i> zu werden, und dann am Mittwochabend um 23:40 Uhr eine Packung Mozzarella Sticks in den Ofen schiebt?<br />
» …generell nichts mehr liebt als Mozzarella Sticks?<br />
» ...Hector behandelt, als wäre er ihr persönlicher, viel zu großer Schoßhund? Inklusive Blümchen am Halsband, Pup Cups bei Starbucks und einer rosa Leine mit Strass-Steinen? Leider hat Luki die Leine kommentarlos entsorgt.<br />
» ...nicht besonders gut darin ist, Geschenke geheim zu halten? Entweder sie erzählt einem vorher, was sie gekauft hat, oder man findest drei Wochen vor seinem Geburtstag zufällig eine Pinterest-Sammlung mit dem Titel <i>XYZ Geburtstagsgeschenk</i>.<br />
<br />
<div class="p8">Charaktereigenschaften</div>
<br />
aufgedreht # anhänglich # chaotisch # charismatisch # enthusiastisch # experimentierfreudig # extrovertiert # frech # gedankenlos # gesellig # handwerklich geschickt # impulsiv # kreativ # kommunikativ # leidenschaftlich # leicht zu begeistern # leichtfertig # lebensbejahend # meinungsfreudig # nervig # neugierig # resilient # spontan # sprunghaft # unbeschwert # unangenehm optimistisch # unterbricht andere ständig # unternehmungslustig # unernst # unzuverlässig # überschätzt ihre emotionale Stabilität # verspielt # wenig nachtragend # weird # zugänglich # überfordernd<br />
<br />
<div class="p8">1990 – 2002</div>
<br />
Wenn du anderen erzählst, dass du auf einer Farm in Schottland aufgewachsen bist, sehen sie ein hübsches Stein-Cottage in den Highlands vor sich, mit einer Wiese voller Schafe, einem roten Traktor und romantischen Sonnenuntergängen über den umliegenden Hügeln, die sie gedanklich mit einem melodischen Indie-Song untermalen. Die Wahrheit könnte nicht ferner sein, denn statt des Cottages gab es grau verputzte Gebäude, statt der Schafe einen Stall voller Kühe, und den roten Traktor? Den hattet ihr zwar, aber er wurde so häufig dafür genutzt, verstorbene Kälbchen vom Stall zum extra dafür eingerichteten Kadavercontainer zu transportieren, dass der Anblick wenig Idylle für dich auslöste. Viehzucht, das war die Basis eures Hofes. Milchkühe, um genau zu sein, und davon so viele, dass du schon im Kindesalter gelernt hast, wie man die Tiere künstlich besamt. Weird skill, aber okay.<br />
<br />
Wie schwierig anfangs alles war, weißt du nur aus zweiter Hand, denn du warst noch ein Gedanke der fernen Zukunft, als dein Vater den wirtschaftlich ruinierten Hof deines Großvaters übernommen und die Viehzucht etabliert hat. Muss ganz schön anstrengend gewesen sein in den ersten Jahren, denn Stress und Frustration hatten zu deiner Geburt schon tiefe Kerben in den Gesichtern deiner Eltern hinterlassen. Obwohl Geldsorgen in deiner Kindheit keine Rolle mehr spielten, hast du trotzdem früh gelernt, dass Erwachsene manchmal schlechte Tage haben und dass es hilfreich ist, ihnen dann aus dem Weg zu gehen. Wenn im Haus geschrien wurde, hast du dir hinter der Scheune Fantasiewelten aus herumliegendem Geröll gebaut, und wenn dein Vater mal wieder stampfend über den Hof trampelte, bist du auf den Heuboden geklettert und hast getan als würde er Verstecken mit dir spielen. Jedes Mal hast du gewonnen. Du warst klein genug, um viel von dem, was passiert ist, nicht richtig verstehen zu können, aber gleichzeitig alt genug, um mitzubekommen, dass dein Zuhause nicht immer so sicher war, wie es sein sollte. Vielleicht hast du deshalb irgendwann beschlossen, dass es besser ist, den Fokus auf das Schöne im Leben zu legen. Alles andere? <i>Not that deep.</i><br />
<br />
Dass du deinen Bruder hattest, war dein größtes Glück. Nicht nur, weil die Wut deines Vaters meistens an ihm abgeprellt und nur sporadisch zu dir durchgedrungen ist, oder weil es bei euch auf dem Land in naher Entfernung nicht viele andere Kinder gab, sondern auch, weil er der coolste Mensch war, den du kanntest. Als du endlich Laufen konntest, bist du ihm auf Schritt und Tritt hinterher gerannt, hast nachmittags schon an der Bushaltestelle auf ihn gewartet, und jedes Versteck auf dem Hof, das er dir zeigte, zu deinem neuen Lieblingsort auserkoren. Er hat den Grundstein gelegt für deine spätere Obsession für Musik (auch wenn du seinen Musikgeschmack heute, gelinde gesagt, <i>fragwürdig</i> nennst) und dir früh einen Ausweg aus dieser Familiensituation aufgezeigt. Es hat dein Herz gebrochen, als er ausgezogen ist, du hast tagelang bitterlich geweint, aber rückblickend war es nicht nur das Beste, was ihm, sondern auch das Beste, was dir passieren konnte.<br />
<br />
<div class="p8">2002 – 2008</div>
<br />
Deine Jugend war von deinem ganz persönlichen Mantra <i>Du musst es nur bis zum Abschluss schaffen, Pippa</i> gespickt. <i>Dann steht dir die Welt offen.</i> Also hast du dein Schicksal angenommen und versucht, das Beste aus deinem Leben auf dem Land zu machen. Dass das nur so mittelmäßig funktioniert hat, zeigte sich vor allem an deinen ebenfalls mittelmäßigen Schulnoten. Du warst nicht dumm, im Gegenteil, aber für ernsthafte akademische Ambitionen fehlte dir ungefähr alles, was man dafür gebraucht hätte: Disziplin, Geduld und die Fähigkeit, dich länger als fünf Minuten mit etwas zu beschäftigen, das dich nicht interessiert hat. Hinzu kam, dass nichts so langweilig war wie <i>die Schulbank drücken</i>. Viel zu oft hast du es deshalb einfach gelassen, hast lieber mit Freundinnen hinter dem Schulgebäude deine ersten Zigaretten geraucht oder bist auf dem Spielplatz in der Nähe so hoch geschaukelt, dass dir schwindelig wurde und durch deinen Körper das Adrenalin pumpte. Als deine Eltern irgendwann zum Schulleiter bestellt wurden, um über deine Fehlzeiten zu sprechen, hat das ein Donnerwetter bei dir Zuhause ausgelöst, das du niemals vergessen wirst.<br />
<br />
Du wurdest vorsichtiger mit dem Schule schwänzen, aber definitiv nicht vernünftiger. Zu deiner persönlichen Rebellion gegen die Farm-Idylle gehörten vor allem die örtlichen Landjugend-Partys auf den nah und fern gelegenen Höfen junger Nachwuchs-Landwirte. Manchmal bist du mit deinen Freundinnen bei Einbruch der Dunkelheit zehn Kilometer über kurvigen Landstraßen gelaufen, nur um im Umkreis derer zu saufen, die du nach deinem Abschluss nie wiedersehen wolltest. Immer noch besser als alleine Zuhause zu sein. Dein Vater hat lauter gewettert denn je, wenn du mal wieder erwischt wurdest, und wie oft deine Mutter dich intensiv angesehen und dir mit bitterer Stimme gesagt hat, wie enttäuscht sie von dir ist, konntest du irgendwann nicht mehr zählen. Und irgendwie war es dir auch egal, denn der oft auferlegte Hausarrest? Den hast du einfach ignoriert.<br />
<br />
Verändert hat sich alles, als du sechzehn Jahre alt wurdest, und zum ersten Mal alleine nach Edinburgh gefahren bist, um deinen Bruder auf ein Konzert zu schleppen. Das war der Moment, in dem dein bisheriges Leben plötzlich unfassbar klein wirkte, in dem du echte Großstadtluft geschnuppert hast und süchtig nach dem Duft wurdest. Statt diese lächerlichen Landjugend-Partys aufzusuchen, bist du fortan mit deinen beiden besten Freundinnen regelmäßig mit dem Zug in die Stadt gefahren, hast dich dort auf Konzerte geschnorrt und in Clubs geschmuggelt. Hauptsache dröhnende Musik aus riesigen Boxen, das Vibrieren in deinem Trommelfell und das Gefühl, sich in dem Bass aufzulösen. Das Wohnzimmer deines Bruders hat viel öfter als nächtliche Anlaufstelle herhalten müssen als ihm lieb gewesen wäre.<br />
<br />
<div class="p8">2008 – 2012</div>
<br />
Vier Wochen vor deinem Abschluss hattest du deine Kisten schon gepackt, am Tag danach bist du direkt ausgezogen. Mit Sack und Pack erstmal auf die Couch bei Lucas. Einen Job als Kellnerin hattest du schnell gefunden, in einer kleinen Konzert-Venue, und von da an folgte ein Zufall dem nächsten: Zu Weihnachten hat dir dein Bruder eine Kamera geschenkt, die du dir sehnlichst gewünscht hast, und zwei Wochen später hast du die ersten verschwommenen Konzertfotos geschossen. Du hast einen Blog erstellt, wie man das damals halt so machte, und über die kleinen Indie Bands in eurem Club geschrieben. Irgendwann hast du dich bei einem Studierenden-Kultur-Magazin der University of Edinburgh beworben und durftest mit echten Presse-Akkreditierungen über größere Gigs schreiben. Du hast ein Journalismus-Studium begonnen, weil du plötzlich wusstest, was dein größter Traum war, und ein Leben wie auf der Überholspur gelebt: Nebenjobs, Konzerte, pretentious in hippen Cafés sitzen und Artikel schreiben, drei Mal umziehen, von einer WG in die nächst coolere WG, feiern, daten, Freundschaften schließen, nie innehalten, sondern immer, immer, immer den Puls der Stadt spüren. Du hast dich verliebt, getrennt, verliebt getrennt, verliebt und wieder getrennt, hast deine Sommer im Partyurlaub auf Ibiza oder Lloret de Mar verbracht, bist für Konzerte deiner Lieblingsbands durch ganz Europa gereist. <i>Geht nicht</i> gab es in deinem Wortschatz nicht.<br />
<br />
<div class="p8">2012 – 2017</div>
<br />
Für dein Pflichtstudium im fünften Semester hat es dich dann nach Manchester verschlagen, in die Redaktion eines lokalen Kulturmagazins, in dem du überraschenderweise nicht nur Kaffee kochen, sondern auch echte Worte schreiben durftest. Und auch dort hast du dich verliebt – in die Arbeit, in die Stadt, in die Möglichkeiten dort, und natürlich in einen Dude. Also musstest du nach sechs Monaten die einzig logische Entscheidung treffen: Dort bleiben. Dein Studium hast du bis heute nicht beendet, aber wer braucht schon einen Bachelor, wenn man längst das tut, was man immer tun wollte? Du schreibst als Freelancerin über Musik und Konzerte, hast sogar schon Artikel für das <i>Q Magazine</i> und <i>NME</i> verfasst, machst auch noch manchmal Fotos, vor allem bei kleinen Konzerten, und bist vor knapp zwei Jahren durch Kontakte an einen deiner bis dato allerliebsten Jobs gekommen: Die Moderation von <i>Crosswired</i>, einer Radioshow, die du zweimal wöchentlich mit dem wohl coolsten Menschen auf der Welt aufnehmen darfst, Hamza. Einfach nerden, in diverse Musikgenres deepdiven und für den Spaß sogar noch Geld bekommen. Nichts liebst du mehr.<br />
<br />
Alles cool also, alles super. Besser denn je eigentlich, seitdem sogar Lucas in Manchester wohnt und ihr euch gemeinsam um seinen hyperaktiven Malinois Hector kümmert, aber leider schlägt das Leben immer dann ein, wenn gerade alles perfekt ist. Vor zwei Jahren hatte dein Vater einen Schlaganfall, ist nach mehreren Monaten Vegetation in seinem Krankenhausbett verstorben. Hat dich schon mitgenommen, der Mann war schließlich dein Vater, aber auch nicht genug, um nun die familiären Pflichtgefühle zu entwickeln, die deine Mutter von Lucas und dir erwartet: Dass einer von euch die Farm übernimmt. Niemals. Nichts in der Welt bringt dich dauerhaft zurück an diesen Ort, auf diese trostlose Farm, inmitten all der Kühe und Landjugend-Partys. Du bleibst, wo du hingehörst, feierst vor den Bühnen dieser pulsierenden Stadt, verliebst dich, trennst dich, und empfängst jeden neuen Tag mit offenen Armen.<br />
</div>
</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="p1 stecki">
<div class="p2">Pippa Ramsay</div><div class="p3">Ur a disaster, wanna date?</div>
<div class="ph1">
<div class="ph2">
<div class="p9">„</div>
<div class="p10">His kicked puppy demeanor and easily manipulatable ways have enchanted me.</div>
</div>
<img src="https://i.ibb.co/bMr6zdKc/Pippa-500x200px.jpg"><br />
</div>
<div class="p4">
<div class="lfacts">
<div>Effi</div>
<div>Alter // 27 Jahre</div>
<div>Job // Musikjournalistin</div>
<div>Pizza // Diavola</div>
<div>Ava // Suki Waterhouse</div>
</div>
<div class="p7">
<div class="p5-2">
<img src="https://i.ibb.co/LXDMsn3N/Gif-90x70px.gif"><br />
</div>
Dein Lebensmotto? <i>It’s not that deep.</i> Passt ja auch in jede Situation: Dein Freund hat sich von dir getrennt, weil du dich plötzlich nicht mehr so richtig gemeldet und ihm zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt hast? <i>Not that deep.</i> Du hast gerade deinen Nebenjob verloren, weil du deinem Chef in einer betrunkenen Sprachnachricht erklärt hast, dass er ein corporate dickhead ist? <i>Not that deep.</i> Dein Vater ist nach schwerer Krankheit gestorben und deine ganze Familie erwartet jetzt, dass dein Bruder oder du den Betrieb übernehmt? <i>Not that fucking deep.</i> Die einen nennen es Egozentrik, die anderen finden es bewundernswert wie du alles, was dir entgegen geschmettert wird, mit Leichtigkeit nimmst und deine Entscheidungen auf der Bühne beim Poetry Slam mit klischeehaften spirituellen Zitaten verklärst (<i>"Das einzige, was wirklich uns gehört, ist die Gegenwart"</i>), ohne jemals ein Buch von Eckhart Tolle gelesen zu haben. Du liebst einfach das Leben, so sehr, dass es dich selber nervt, wenn du über die Vergangenheit grübelst oder die Zukunft fürchtest. Also lässt du es einfach. Das Leben ist zu kurz, um sich an Dingen festzubeißen, die ohnehin nicht mehr zu ändern sind, und zu lang, um jeden beschissenen Rückschlag gleich als Charakterentwicklung zu verbuchen. Also lachst du, machst weiter und redest dir einfach ein, dass morgen schon wieder irgendwas Schönes passiert. Und wenn nicht? <i>It’s not that deep.</i><br />
</div>
<div class="p8">Wusstest du, dass Pippa…?</div>
<br />
» …den niederländischen Akzent ihrer Mutter erstaunlich gut imitieren kann?<br />
» …jedem erzählt, Gordon Ramsay wäre ihr Onkel, und sich deshalb zu oft das Recht rausnimmt anderen Menschen zwei Toastscheiben an den Kopf zu halten und sie ein <i>idiot sandwich</i> zu nennen?<br />
» …ihren Bruder regelmäßig daran erinnert, dass er ohne sie emotional komplett verwahrlosen würde?<br />
» ...bei Konflikten erstaunlich gut darin ist, sich mit einem <i>"Oh, for fuck's sake"</i> aus der Affäre zu ziehen und den Raum einfach zu verlassen?<br />
» ...absolut keinen Filter besitzt und jeden von ihrem Gehirn produzierten Gedanken aussprechen muss? Das <i>Würdest du mich noch lieben, wenn ich ein Wurm wäre?</i> Meme könnte genauso gut von ihr kommen.<br />
» …<i>"I’m fine"</i> tatsächlich meistens ernst meint? Nicht unbedingt, weil sie <i>fine</i> ist, sondern weil sie beschlossen hat, dass sie es jetzt eben sein wird.<br />
» ...Spitznamen für Menschen liebt und aus Murphy inzwischen mindestens sieben verschiedene Versionen gemacht hat? <i>Murph</i>, <i>Murphster</i> und <i>Murphmurph</i> sind dabei noch die harmlosen.<br />
» ...eine absolute SpraNa-Person ist? Wenn eine Nachricht länger als drei Sätze wird, schickt sie lieber eine sieben Minuten lange Sprachnachricht.<br />
» ...bastelt, näht, malt, klebt und generell alles ausprobiert, was man mit ausreichend Bastelmaterial und mangelnder Selbstbeherrschung anfangen kann?<br />
» ...mindestens drei DIY-Projekte in ihrer Wohnung besitzt, die sie vor Monaten angefangen, aber nie beendet hat?<br />
» ...einen absurd gut kuratierten Instagram-Feed eines <i>edgy concert girls</i> mit 2.604 Followern hat und ihre Freunde manchmal zwingt gestellt-ungestellte Fotos von ihr zu machen?<br />
» ...Poetry Slams liebt und selbst gelegentlich auf der Bühne steht?<br />
» …auf schlechte Tattoos bei anderen Menschen steht? Je fragwürdiger die Entscheidung, desto faszinierter ist sie. Wenn jemand ihr erklärt, dass das chinesische Schriftzeichen auf seinem Oberarm vielleicht gar nicht <i>strength</i> sondern <i>fried chicken</i> bedeutet, ist sie der glücklichste Mensch im Raum.<br />
» ...bei Musikgeschmack erschreckend snobistisch sein kann, obwohl sie ansonsten wirklich jedem seinen Spaß lässt?<br />
» ...nach jedem Konzert behauptet, ihre Ohren seien jetzt <i>definitely permanently damaged</i> und beim nächsten Konzert trotzdem wieder auf Gehörschutz verzichtet?<br />
» ...jedes zweite Rezept nachkocht, das gerade auf BuzzFeed Tasty viral geht?<br />
» …regelmäßig ungefähr drei Tage lang überzeugt ist, jetzt ein <i>clean girl</i> zu werden, und dann am Mittwochabend um 23:40 Uhr eine Packung Mozzarella Sticks in den Ofen schiebt?<br />
» …generell nichts mehr liebt als Mozzarella Sticks?<br />
» ...Hector behandelt, als wäre er ihr persönlicher, viel zu großer Schoßhund? Inklusive Blümchen am Halsband, Pup Cups bei Starbucks und einer rosa Leine mit Strass-Steinen? Leider hat Luki die Leine kommentarlos entsorgt.<br />
» ...nicht besonders gut darin ist, Geschenke geheim zu halten? Entweder sie erzählt einem vorher, was sie gekauft hat, oder man findest drei Wochen vor seinem Geburtstag zufällig eine Pinterest-Sammlung mit dem Titel <i>XYZ Geburtstagsgeschenk</i>.<br />
<br />
<div class="p8">Charaktereigenschaften</div>
<br />
aufgedreht # anhänglich # chaotisch # charismatisch # enthusiastisch # experimentierfreudig # extrovertiert # frech # gedankenlos # gesellig # handwerklich geschickt # impulsiv # kreativ # kommunikativ # leidenschaftlich # leicht zu begeistern # leichtfertig # lebensbejahend # meinungsfreudig # nervig # neugierig # resilient # spontan # sprunghaft # unbeschwert # unangenehm optimistisch # unterbricht andere ständig # unternehmungslustig # unernst # unzuverlässig # überschätzt ihre emotionale Stabilität # verspielt # wenig nachtragend # weird # zugänglich # überfordernd<br />
<br />
<div class="p8">1990 – 2002</div>
<br />
Wenn du anderen erzählst, dass du auf einer Farm in Schottland aufgewachsen bist, sehen sie ein hübsches Stein-Cottage in den Highlands vor sich, mit einer Wiese voller Schafe, einem roten Traktor und romantischen Sonnenuntergängen über den umliegenden Hügeln, die sie gedanklich mit einem melodischen Indie-Song untermalen. Die Wahrheit könnte nicht ferner sein, denn statt des Cottages gab es grau verputzte Gebäude, statt der Schafe einen Stall voller Kühe, und den roten Traktor? Den hattet ihr zwar, aber er wurde so häufig dafür genutzt, verstorbene Kälbchen vom Stall zum extra dafür eingerichteten Kadavercontainer zu transportieren, dass der Anblick wenig Idylle für dich auslöste. Viehzucht, das war die Basis eures Hofes. Milchkühe, um genau zu sein, und davon so viele, dass du schon im Kindesalter gelernt hast, wie man die Tiere künstlich besamt. Weird skill, aber okay.<br />
<br />
Wie schwierig anfangs alles war, weißt du nur aus zweiter Hand, denn du warst noch ein Gedanke der fernen Zukunft, als dein Vater den wirtschaftlich ruinierten Hof deines Großvaters übernommen und die Viehzucht etabliert hat. Muss ganz schön anstrengend gewesen sein in den ersten Jahren, denn Stress und Frustration hatten zu deiner Geburt schon tiefe Kerben in den Gesichtern deiner Eltern hinterlassen. Obwohl Geldsorgen in deiner Kindheit keine Rolle mehr spielten, hast du trotzdem früh gelernt, dass Erwachsene manchmal schlechte Tage haben und dass es hilfreich ist, ihnen dann aus dem Weg zu gehen. Wenn im Haus geschrien wurde, hast du dir hinter der Scheune Fantasiewelten aus herumliegendem Geröll gebaut, und wenn dein Vater mal wieder stampfend über den Hof trampelte, bist du auf den Heuboden geklettert und hast getan als würde er Verstecken mit dir spielen. Jedes Mal hast du gewonnen. Du warst klein genug, um viel von dem, was passiert ist, nicht richtig verstehen zu können, aber gleichzeitig alt genug, um mitzubekommen, dass dein Zuhause nicht immer so sicher war, wie es sein sollte. Vielleicht hast du deshalb irgendwann beschlossen, dass es besser ist, den Fokus auf das Schöne im Leben zu legen. Alles andere? <i>Not that deep.</i><br />
<br />
Dass du deinen Bruder hattest, war dein größtes Glück. Nicht nur, weil die Wut deines Vaters meistens an ihm abgeprellt und nur sporadisch zu dir durchgedrungen ist, oder weil es bei euch auf dem Land in naher Entfernung nicht viele andere Kinder gab, sondern auch, weil er der coolste Mensch war, den du kanntest. Als du endlich Laufen konntest, bist du ihm auf Schritt und Tritt hinterher gerannt, hast nachmittags schon an der Bushaltestelle auf ihn gewartet, und jedes Versteck auf dem Hof, das er dir zeigte, zu deinem neuen Lieblingsort auserkoren. Er hat den Grundstein gelegt für deine spätere Obsession für Musik (auch wenn du seinen Musikgeschmack heute, gelinde gesagt, <i>fragwürdig</i> nennst) und dir früh einen Ausweg aus dieser Familiensituation aufgezeigt. Es hat dein Herz gebrochen, als er ausgezogen ist, du hast tagelang bitterlich geweint, aber rückblickend war es nicht nur das Beste, was ihm, sondern auch das Beste, was dir passieren konnte.<br />
<br />
<div class="p8">2002 – 2008</div>
<br />
Deine Jugend war von deinem ganz persönlichen Mantra <i>Du musst es nur bis zum Abschluss schaffen, Pippa</i> gespickt. <i>Dann steht dir die Welt offen.</i> Also hast du dein Schicksal angenommen und versucht, das Beste aus deinem Leben auf dem Land zu machen. Dass das nur so mittelmäßig funktioniert hat, zeigte sich vor allem an deinen ebenfalls mittelmäßigen Schulnoten. Du warst nicht dumm, im Gegenteil, aber für ernsthafte akademische Ambitionen fehlte dir ungefähr alles, was man dafür gebraucht hätte: Disziplin, Geduld und die Fähigkeit, dich länger als fünf Minuten mit etwas zu beschäftigen, das dich nicht interessiert hat. Hinzu kam, dass nichts so langweilig war wie <i>die Schulbank drücken</i>. Viel zu oft hast du es deshalb einfach gelassen, hast lieber mit Freundinnen hinter dem Schulgebäude deine ersten Zigaretten geraucht oder bist auf dem Spielplatz in der Nähe so hoch geschaukelt, dass dir schwindelig wurde und durch deinen Körper das Adrenalin pumpte. Als deine Eltern irgendwann zum Schulleiter bestellt wurden, um über deine Fehlzeiten zu sprechen, hat das ein Donnerwetter bei dir Zuhause ausgelöst, das du niemals vergessen wirst.<br />
<br />
Du wurdest vorsichtiger mit dem Schule schwänzen, aber definitiv nicht vernünftiger. Zu deiner persönlichen Rebellion gegen die Farm-Idylle gehörten vor allem die örtlichen Landjugend-Partys auf den nah und fern gelegenen Höfen junger Nachwuchs-Landwirte. Manchmal bist du mit deinen Freundinnen bei Einbruch der Dunkelheit zehn Kilometer über kurvigen Landstraßen gelaufen, nur um im Umkreis derer zu saufen, die du nach deinem Abschluss nie wiedersehen wolltest. Immer noch besser als alleine Zuhause zu sein. Dein Vater hat lauter gewettert denn je, wenn du mal wieder erwischt wurdest, und wie oft deine Mutter dich intensiv angesehen und dir mit bitterer Stimme gesagt hat, wie enttäuscht sie von dir ist, konntest du irgendwann nicht mehr zählen. Und irgendwie war es dir auch egal, denn der oft auferlegte Hausarrest? Den hast du einfach ignoriert.<br />
<br />
Verändert hat sich alles, als du sechzehn Jahre alt wurdest, und zum ersten Mal alleine nach Edinburgh gefahren bist, um deinen Bruder auf ein Konzert zu schleppen. Das war der Moment, in dem dein bisheriges Leben plötzlich unfassbar klein wirkte, in dem du echte Großstadtluft geschnuppert hast und süchtig nach dem Duft wurdest. Statt diese lächerlichen Landjugend-Partys aufzusuchen, bist du fortan mit deinen beiden besten Freundinnen regelmäßig mit dem Zug in die Stadt gefahren, hast dich dort auf Konzerte geschnorrt und in Clubs geschmuggelt. Hauptsache dröhnende Musik aus riesigen Boxen, das Vibrieren in deinem Trommelfell und das Gefühl, sich in dem Bass aufzulösen. Das Wohnzimmer deines Bruders hat viel öfter als nächtliche Anlaufstelle herhalten müssen als ihm lieb gewesen wäre.<br />
<br />
<div class="p8">2008 – 2012</div>
<br />
Vier Wochen vor deinem Abschluss hattest du deine Kisten schon gepackt, am Tag danach bist du direkt ausgezogen. Mit Sack und Pack erstmal auf die Couch bei Lucas. Einen Job als Kellnerin hattest du schnell gefunden, in einer kleinen Konzert-Venue, und von da an folgte ein Zufall dem nächsten: Zu Weihnachten hat dir dein Bruder eine Kamera geschenkt, die du dir sehnlichst gewünscht hast, und zwei Wochen später hast du die ersten verschwommenen Konzertfotos geschossen. Du hast einen Blog erstellt, wie man das damals halt so machte, und über die kleinen Indie Bands in eurem Club geschrieben. Irgendwann hast du dich bei einem Studierenden-Kultur-Magazin der University of Edinburgh beworben und durftest mit echten Presse-Akkreditierungen über größere Gigs schreiben. Du hast ein Journalismus-Studium begonnen, weil du plötzlich wusstest, was dein größter Traum war, und ein Leben wie auf der Überholspur gelebt: Nebenjobs, Konzerte, pretentious in hippen Cafés sitzen und Artikel schreiben, drei Mal umziehen, von einer WG in die nächst coolere WG, feiern, daten, Freundschaften schließen, nie innehalten, sondern immer, immer, immer den Puls der Stadt spüren. Du hast dich verliebt, getrennt, verliebt getrennt, verliebt und wieder getrennt, hast deine Sommer im Partyurlaub auf Ibiza oder Lloret de Mar verbracht, bist für Konzerte deiner Lieblingsbands durch ganz Europa gereist. <i>Geht nicht</i> gab es in deinem Wortschatz nicht.<br />
<br />
<div class="p8">2012 – 2017</div>
<br />
Für dein Pflichtstudium im fünften Semester hat es dich dann nach Manchester verschlagen, in die Redaktion eines lokalen Kulturmagazins, in dem du überraschenderweise nicht nur Kaffee kochen, sondern auch echte Worte schreiben durftest. Und auch dort hast du dich verliebt – in die Arbeit, in die Stadt, in die Möglichkeiten dort, und natürlich in einen Dude. Also musstest du nach sechs Monaten die einzig logische Entscheidung treffen: Dort bleiben. Dein Studium hast du bis heute nicht beendet, aber wer braucht schon einen Bachelor, wenn man längst das tut, was man immer tun wollte? Du schreibst als Freelancerin über Musik und Konzerte, hast sogar schon Artikel für das <i>Q Magazine</i> und <i>NME</i> verfasst, machst auch noch manchmal Fotos, vor allem bei kleinen Konzerten, und bist vor knapp zwei Jahren durch Kontakte an einen deiner bis dato allerliebsten Jobs gekommen: Die Moderation von <i>Crosswired</i>, einer Radioshow, die du zweimal wöchentlich mit dem wohl coolsten Menschen auf der Welt aufnehmen darfst, Hamza. Einfach nerden, in diverse Musikgenres deepdiven und für den Spaß sogar noch Geld bekommen. Nichts liebst du mehr.<br />
<br />
Alles cool also, alles super. Besser denn je eigentlich, seitdem sogar Lucas in Manchester wohnt und ihr euch gemeinsam um seinen hyperaktiven Malinois Hector kümmert, aber leider schlägt das Leben immer dann ein, wenn gerade alles perfekt ist. Vor zwei Jahren hatte dein Vater einen Schlaganfall, ist nach mehreren Monaten Vegetation in seinem Krankenhausbett verstorben. Hat dich schon mitgenommen, der Mann war schließlich dein Vater, aber auch nicht genug, um nun die familiären Pflichtgefühle zu entwickeln, die deine Mutter von Lucas und dir erwartet: Dass einer von euch die Farm übernimmt. Niemals. Nichts in der Welt bringt dich dauerhaft zurück an diesen Ort, auf diese trostlose Farm, inmitten all der Kühe und Landjugend-Partys. Du bleibst, wo du hingehörst, feierst vor den Bühnen dieser pulsierenden Stadt, verliebst dich, trennst dich, und empfängst jeden neuen Tag mit offenen Armen.<br />
</div>
</div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Thought You Should Know]]></title>
			<link>https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2702</link>
			<pubDate>Wed, 12 Aug 2026 17:16:27 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.losttheplot.de/member.php?action=profile&uid=574">Jewgeni Alvarez</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2702</guid>
			<description><![CDATA[<div style="text-align: justify;" class="mycode_align">Er brauchte Kaffee. Kaffee und eine Zigarette. Vielleicht etwas Mary J. Jewgeni atmete aus, während er einige der Jugendlichen in Interaktion mit anderen beobachtete und wurde doch von einer kleinen Schnitzerei abgelenkt, die jemand sehr Lustiges in einen Balken gekratzt hatte. Ob die Nummer noch gültig war, die da stand. Wer wohl am anderen Ende der Leitung annahm. Falls überhaupt. Asim machte auf sich aufmerksam, weil ihn ein anderer Schüler nervte und er ihm sonst die Mutter fickte – buchstäblich, nein nicht wirklich. Asim war 1.55m und sein kleiner Schwanz steckte noch die nächsten 20cm Wachstum in gar niemandem ausser einem Kleenex. Jeff nahm ihn zur Seite, redete mit ihm und fand mit einem kurzen Seitenblick noch im Gespräch jemanden, den er kannte.<br />
<br />
Sookie – sie wuchs keine 22 Zentimeter mehr. Aber sie war auch eine Frau und musste nicht auf Tinder über ihre Grösse lügen – die meisten Männer mochten kleine Frauen. Er sah noch einmal von ihr weg, aber Jesús war nicht hier, also blieb ihm Sookie, die eine Lehrerin, die ihm in der Pause immer das Ohr abkaute oder der andere Lehrer, der seine Bande klar ersichtlich nicht im Griff hatte und nur hier war, um der eigenen Inkompetent zu unterrichten entflüchtete. Hier machte es schliesslich jemand anderes für ihn. <br />
<br />
<b> «Traust du dich nicht den ersten Schritt zu machen oder hältst du Sicherheitsabstand zu Teenagern bei denen du dir noch nicht sicher bist, ob sie Deo benutzen?»</b> - Fun fact – sie nutzten zu viel Deo. <b> «Hey Sookie»</b>, er hätte beinahe <i>Suzie</i> gesagt, aber das war weder funny noch besonders nonchalant, also blieb er bei ihrem richtigen Namen. <b> «Welchen Work-shop leitest du?»</b>, der bei dem sie Tiere imitierten? Er hatte vorher kurz mitgemacht, er hatte ein prächtiges Rind abgegeben und darum taten ihm jetzt auch die Knie weh. <br />
</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align: justify;" class="mycode_align">Er brauchte Kaffee. Kaffee und eine Zigarette. Vielleicht etwas Mary J. Jewgeni atmete aus, während er einige der Jugendlichen in Interaktion mit anderen beobachtete und wurde doch von einer kleinen Schnitzerei abgelenkt, die jemand sehr Lustiges in einen Balken gekratzt hatte. Ob die Nummer noch gültig war, die da stand. Wer wohl am anderen Ende der Leitung annahm. Falls überhaupt. Asim machte auf sich aufmerksam, weil ihn ein anderer Schüler nervte und er ihm sonst die Mutter fickte – buchstäblich, nein nicht wirklich. Asim war 1.55m und sein kleiner Schwanz steckte noch die nächsten 20cm Wachstum in gar niemandem ausser einem Kleenex. Jeff nahm ihn zur Seite, redete mit ihm und fand mit einem kurzen Seitenblick noch im Gespräch jemanden, den er kannte.<br />
<br />
Sookie – sie wuchs keine 22 Zentimeter mehr. Aber sie war auch eine Frau und musste nicht auf Tinder über ihre Grösse lügen – die meisten Männer mochten kleine Frauen. Er sah noch einmal von ihr weg, aber Jesús war nicht hier, also blieb ihm Sookie, die eine Lehrerin, die ihm in der Pause immer das Ohr abkaute oder der andere Lehrer, der seine Bande klar ersichtlich nicht im Griff hatte und nur hier war, um der eigenen Inkompetent zu unterrichten entflüchtete. Hier machte es schliesslich jemand anderes für ihn. <br />
<br />
<b> «Traust du dich nicht den ersten Schritt zu machen oder hältst du Sicherheitsabstand zu Teenagern bei denen du dir noch nicht sicher bist, ob sie Deo benutzen?»</b> - Fun fact – sie nutzten zu viel Deo. <b> «Hey Sookie»</b>, er hätte beinahe <i>Suzie</i> gesagt, aber das war weder funny noch besonders nonchalant, also blieb er bei ihrem richtigen Namen. <b> «Welchen Work-shop leitest du?»</b>, der bei dem sie Tiere imitierten? Er hatte vorher kurz mitgemacht, er hatte ein prächtiges Rind abgegeben und darum taten ihm jetzt auch die Knie weh. <br />
</div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[I know when that hotline bling]]></title>
			<link>https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2701</link>
			<pubDate>Tue, 11 Aug 2026 19:21:09 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.losttheplot.de/member.php?action=profile&uid=550">Fernanda Gálvez</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2701</guid>
			<description><![CDATA[<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><b> «Stooooop it!»</b>, Nanda lehnte den Kopf nach hinten und grinste über ihre Schulter in Richtung ihrer Kollegin: <b> «ich schreib ihm jetzt. Er kommt schon, glaub mir… ich muss nur…»</b> sie rückte ihr Top so zurecht, dass es genug Bauch und Ausschnitt zeigte. Die tiefe Jeans lenkte gerade gut genug auf das Hervorblitzen ihrer Unterwäsche an der Seite. Sie war eine needy hoe. Und sie musste beweisen, dass Mortimer fucking Haycock (mit medium cock) antanzte, wenn sie einen heissen Snapchat startete und ihm sagte, wo sie war. <br />
Sie suchte den perfekten Winkel, entschied sich für dieses Kurzvideo und tat genau was sie sagte: Sie warf die Angel nach Mortimer aus. Danach gab es noch einen Tequilla und den Wodka-Mate nahm sie mit auf die Tanzfläche, weil sie nicht so lange stillsitzen konnte, bis sie bekam, was sie wollte. Oder eher bewies, was sie sich vorgestellt hatte. Nämlich, dass Mortimer nach der Duschnummer wieder stark in sie verliebt war. <br />
Und es dauerte nicht einmal 30 Minuten um genau das zu beweisen. <br />
30 Minuten in denen Nanda schon getwerkt und die ersten Drake-moves gebracht hatte – richtige Handbewegung und Mimik ein bisschen, als würde man sexy beim Toilettegehen aussehen wollen.  Sie hob die Hand als <i>you-used-to-call-me-on-my---</i> ansetzte und sie zur <i>I-know-when-that-hotline-bling</i> Gestik ansetze und auf ihn zutänzelte. <b> «Papí!»</b>, sie drehte eine Extra-Runde um ihn bevor sie ihre Hüfte gegen seine drückte und ihn kurz umarmte, <b> «me extrañaste»</b> Aber sowas von, sie winkte ihrer Kollegin zu und deutete auf Morts. Ihre Kollegin war jetzt ein freier Vogel. Sie konnte mit Mr.Pale-English-Boy nach Hause. Sie zog seine Finger in ihre, sich noch immer bewegend: <b> «Wo warst du?»</b> Bei einer zuhause, die er für sie stehen hat lassen? Sie hob beide Brauen – sie hatte was dagegen, aber dann auch nicht. Weil er fand sie geiler. Und das war es, was sie wissen musste. <br />
</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><b> «Stooooop it!»</b>, Nanda lehnte den Kopf nach hinten und grinste über ihre Schulter in Richtung ihrer Kollegin: <b> «ich schreib ihm jetzt. Er kommt schon, glaub mir… ich muss nur…»</b> sie rückte ihr Top so zurecht, dass es genug Bauch und Ausschnitt zeigte. Die tiefe Jeans lenkte gerade gut genug auf das Hervorblitzen ihrer Unterwäsche an der Seite. Sie war eine needy hoe. Und sie musste beweisen, dass Mortimer fucking Haycock (mit medium cock) antanzte, wenn sie einen heissen Snapchat startete und ihm sagte, wo sie war. <br />
Sie suchte den perfekten Winkel, entschied sich für dieses Kurzvideo und tat genau was sie sagte: Sie warf die Angel nach Mortimer aus. Danach gab es noch einen Tequilla und den Wodka-Mate nahm sie mit auf die Tanzfläche, weil sie nicht so lange stillsitzen konnte, bis sie bekam, was sie wollte. Oder eher bewies, was sie sich vorgestellt hatte. Nämlich, dass Mortimer nach der Duschnummer wieder stark in sie verliebt war. <br />
Und es dauerte nicht einmal 30 Minuten um genau das zu beweisen. <br />
30 Minuten in denen Nanda schon getwerkt und die ersten Drake-moves gebracht hatte – richtige Handbewegung und Mimik ein bisschen, als würde man sexy beim Toilettegehen aussehen wollen.  Sie hob die Hand als <i>you-used-to-call-me-on-my---</i> ansetzte und sie zur <i>I-know-when-that-hotline-bling</i> Gestik ansetze und auf ihn zutänzelte. <b> «Papí!»</b>, sie drehte eine Extra-Runde um ihn bevor sie ihre Hüfte gegen seine drückte und ihn kurz umarmte, <b> «me extrañaste»</b> Aber sowas von, sie winkte ihrer Kollegin zu und deutete auf Morts. Ihre Kollegin war jetzt ein freier Vogel. Sie konnte mit Mr.Pale-English-Boy nach Hause. Sie zog seine Finger in ihre, sich noch immer bewegend: <b> «Wo warst du?»</b> Bei einer zuhause, die er für sie stehen hat lassen? Sie hob beide Brauen – sie hatte was dagegen, aber dann auch nicht. Weil er fand sie geiler. Und das war es, was sie wissen musste. <br />
</div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[It's better to burn out than to fade away]]></title>
			<link>https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2700</link>
			<pubDate>Sat, 08 Aug 2026 13:43:24 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.losttheplot.de/member.php?action=profile&uid=474">Theodore Jagan</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2700</guid>
			<description><![CDATA[Es hatte schon einen Grund, wieso Theo mit Ronan erst nach seinem Auftritt etwas essen gehen wollt - vorher würde er vor lauter Aufregung keinen Bissen herunterwürgen können. Er war nervös, wie vor jedem Stück, in dem er mitspielte - so lange, bis er auf der Bühne stand und die erste Bewegung tat, den ersten Satz sagte, sich in der Rolle auflöste, bis er sich abklopfen musste, um wieder er selbst zu werden (etwas, das er noch nicht ganz gelernt hatte, sodass immer etwas hängen blieb in ihm). Er hatte morgens eine Kleinigkeit gegessen, damit er nicht plötzlich umfallen würde, und kaute jetzt ausführlich Kaugummi (der Trick jeder Person mit Essstörung), um die Anspannung in seinem Kiefer los zu werden. Hinter den Kulissen war es chaotisch, alle waren mindestens genauso aufgeregt wie er, und weil so wenig Platz war hier, stolperten sie sich gegenseitig über die Füße. Es war kein richtiges Theater, stattdessen befand sich die Bühne im zweiten Stock eines Pubs, auf der am Wochenende Live Musik spielte - aber sie durften es drei Tage die Woche für ihr Stück benutzen, zumindest drei Wochen lang, was für die zusammengewürfelte Truppe von fünf Personen definitiv ausreichte. <br />
<br />
Theo warf einen Blick auf sein Handy, und erwartete, dass Ronan pünktlich draußen stehen würde, weil er einfach der Typ dafür war. Schnell lief er die Treppe hinunter, hätte ja gerne noch ein bisschen Bubbly im Glas gehabt, aber vielleicht besser nicht auf leeren Magen, der unruhig flatterte. Ihm war ein wenig schwindelig, als er aus dem Pub trat, und tatsächlich Ronan erblickte. Sein Gesicht hellte sich auf, die dunklen Augen strahlten. "<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Da bist du ja!</span>", sagte er und freute sich sichtlich, als er Ronan in eine (platonische) Umarmung zog und ihn eine Sekunde länger festhielt, "<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">schön, dass du es geschafft hast.</span>" Er fuhr sich mit der Hand durch die kurzen Haare, und ja, okay, Ronan sah genauso schön aus, wie Theo es in Erinnerung hatte. Priesteranwärter, was für eine Verschwendung. Er hätte ihn so gerne angefasst, mit den Fingern über die hohen Wangenknochen gestrichen, aber stattdessen klopfte er ihm kurz und sehr heterosexuell männlich auf die Schulter (ganz ohne ging doch auch nicht).]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Es hatte schon einen Grund, wieso Theo mit Ronan erst nach seinem Auftritt etwas essen gehen wollt - vorher würde er vor lauter Aufregung keinen Bissen herunterwürgen können. Er war nervös, wie vor jedem Stück, in dem er mitspielte - so lange, bis er auf der Bühne stand und die erste Bewegung tat, den ersten Satz sagte, sich in der Rolle auflöste, bis er sich abklopfen musste, um wieder er selbst zu werden (etwas, das er noch nicht ganz gelernt hatte, sodass immer etwas hängen blieb in ihm). Er hatte morgens eine Kleinigkeit gegessen, damit er nicht plötzlich umfallen würde, und kaute jetzt ausführlich Kaugummi (der Trick jeder Person mit Essstörung), um die Anspannung in seinem Kiefer los zu werden. Hinter den Kulissen war es chaotisch, alle waren mindestens genauso aufgeregt wie er, und weil so wenig Platz war hier, stolperten sie sich gegenseitig über die Füße. Es war kein richtiges Theater, stattdessen befand sich die Bühne im zweiten Stock eines Pubs, auf der am Wochenende Live Musik spielte - aber sie durften es drei Tage die Woche für ihr Stück benutzen, zumindest drei Wochen lang, was für die zusammengewürfelte Truppe von fünf Personen definitiv ausreichte. <br />
<br />
Theo warf einen Blick auf sein Handy, und erwartete, dass Ronan pünktlich draußen stehen würde, weil er einfach der Typ dafür war. Schnell lief er die Treppe hinunter, hätte ja gerne noch ein bisschen Bubbly im Glas gehabt, aber vielleicht besser nicht auf leeren Magen, der unruhig flatterte. Ihm war ein wenig schwindelig, als er aus dem Pub trat, und tatsächlich Ronan erblickte. Sein Gesicht hellte sich auf, die dunklen Augen strahlten. "<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Da bist du ja!</span>", sagte er und freute sich sichtlich, als er Ronan in eine (platonische) Umarmung zog und ihn eine Sekunde länger festhielt, "<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">schön, dass du es geschafft hast.</span>" Er fuhr sich mit der Hand durch die kurzen Haare, und ja, okay, Ronan sah genauso schön aus, wie Theo es in Erinnerung hatte. Priesteranwärter, was für eine Verschwendung. Er hätte ihn so gerne angefasst, mit den Fingern über die hohen Wangenknochen gestrichen, aber stattdessen klopfte er ihm kurz und sehr heterosexuell männlich auf die Schulter (ganz ohne ging doch auch nicht).]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Day's dawning, skin's crawling, pure morning]]></title>
			<link>https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2699</link>
			<pubDate>Sat, 08 Aug 2026 09:58:41 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.losttheplot.de/member.php?action=profile&uid=545">Josphat Kamau</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2699</guid>
			<description><![CDATA[Gab nichts Besseres als mit dem süßlichen Duft einer Frau in der Nase aufzuwachen, dachte Jos, als er an diesem Morgen ins Tageslicht hinein blinzelte und schemenhaft die Silhouette von Ruby neben sich erahnen konnte. Seine Hand langte herüber, ertastete ihre samtige Haut und blieb für einen Moment schwer auf ihrer Hüfte liegen, bevor er den Arm weiter um sie reckte. In der Mitte zwischen <i>sie näher ziehen</i> und <i>ihr entgegen rücken</i> trafen ihre Körper aufeinander, schmiegte sich seine harte Brust gegen ihren weichen Rücken. <br />
Ein tiefer Atemzug, ein raues Rasseln seiner in Mitleidenschaft gezogenen Raucherlunge, ehe er seinen Kopf nochmal tiefer ins Kissen sinken ließ, den mittlerweile vertrauten Geruch von Ruby inhalierte und die imaginäre <i>Snooze</i> Taste drückte. Nochmal, und nochmal, und nochmal, bis sich ihr Körper unter seinem Arm bewegte und er erneut ins Licht blinzelte. <b>"Guten Morgen"</b>, kam ihm kratzig und rau aus dem Hals, und dann die bahnbrechende Erkenntnis: <b>"Das wird langsam zur Gewohnheit."</b> Insbesondere in den vergangenen zwei Wochen, seitdem sie von der Tour zurück war. War das schon Sehnsucht? Oder einfach nur Bequemlichkeit? Jos entschied sich für Bequemlichkeit, denn bequem war harmlos, bequem bedeutete nichts. Man konnte sich an jemanden gewöhnen, ohne gleich Gefühle zu entwickeln. Kein Grund, daraus ne große Sache zu machen. Völlig egal, dass er mittlerweile wusste, wie sie ihren Kaffee trank, oder dass er beim Einkaufen automatisch die Kekse in den Korb warf, über die sie vor 9 Wochen in seiner Küche mal hergefallen war, oder dass Cherry sie bereits als Inventar akzeptierte und jedes Mal begeistert mit dem Stummelschwanz wedelte, sobald sie vor der Tür stand. Alles normal, absolut nichts zu sehen hier. Sein Interesse endete wirklich nur an den Grenzen ihrer Kurven, redete er sich selber ein.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Gab nichts Besseres als mit dem süßlichen Duft einer Frau in der Nase aufzuwachen, dachte Jos, als er an diesem Morgen ins Tageslicht hinein blinzelte und schemenhaft die Silhouette von Ruby neben sich erahnen konnte. Seine Hand langte herüber, ertastete ihre samtige Haut und blieb für einen Moment schwer auf ihrer Hüfte liegen, bevor er den Arm weiter um sie reckte. In der Mitte zwischen <i>sie näher ziehen</i> und <i>ihr entgegen rücken</i> trafen ihre Körper aufeinander, schmiegte sich seine harte Brust gegen ihren weichen Rücken. <br />
Ein tiefer Atemzug, ein raues Rasseln seiner in Mitleidenschaft gezogenen Raucherlunge, ehe er seinen Kopf nochmal tiefer ins Kissen sinken ließ, den mittlerweile vertrauten Geruch von Ruby inhalierte und die imaginäre <i>Snooze</i> Taste drückte. Nochmal, und nochmal, und nochmal, bis sich ihr Körper unter seinem Arm bewegte und er erneut ins Licht blinzelte. <b>"Guten Morgen"</b>, kam ihm kratzig und rau aus dem Hals, und dann die bahnbrechende Erkenntnis: <b>"Das wird langsam zur Gewohnheit."</b> Insbesondere in den vergangenen zwei Wochen, seitdem sie von der Tour zurück war. War das schon Sehnsucht? Oder einfach nur Bequemlichkeit? Jos entschied sich für Bequemlichkeit, denn bequem war harmlos, bequem bedeutete nichts. Man konnte sich an jemanden gewöhnen, ohne gleich Gefühle zu entwickeln. Kein Grund, daraus ne große Sache zu machen. Völlig egal, dass er mittlerweile wusste, wie sie ihren Kaffee trank, oder dass er beim Einkaufen automatisch die Kekse in den Korb warf, über die sie vor 9 Wochen in seiner Küche mal hergefallen war, oder dass Cherry sie bereits als Inventar akzeptierte und jedes Mal begeistert mit dem Stummelschwanz wedelte, sobald sie vor der Tür stand. Alles normal, absolut nichts zu sehen hier. Sein Interesse endete wirklich nur an den Grenzen ihrer Kurven, redete er sich selber ein.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Taléia Santos]]></title>
			<link>https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2698</link>
			<pubDate>Fri, 07 Aug 2026 08:27:08 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.losttheplot.de/member.php?action=profile&uid=575">Taléia Santos</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2698</guid>
			<description><![CDATA[<div class="p1 stecki">
  <div class="p2">Taléia Santos</div>
  <div class="p3">I'll wait on mountain tops in Paris, cold<br />
J'veux pas mourir toute seule</div>
  <div class="ph1">
    <div class="ph2">
      <div class="p9">„</div>
      <div class="p10">Quem me ama, me aguenta.</div>
    </div>
    <img src="https://s1.directupload.eu/images/260730/pe2rx6nn.png"><br />
  </div>
  <div class="p4">
    <div class="lfacts">
      <div>rea</div>
      <div>Alter // 28 Jahre</div>
      <div>
        Job // Tänzerin & Barista</div>
      <div>
        Pizza // Pepperoni & Jalapeño</div>
      <div>
        Ava // Camila Cabello</div>
    </div>
    <div class="p7">
      <div class="p5-2">
        <img src="https://s1.directupload.eu/images/260730/b3a2at5e.gif"><br />
      </div>
      Die hat einen an der Waffel, lautet das Urteil vieler. Und das nur, weil sie damals den Schlüsseldienst kommen liess, weil ihre Freundin nicht Zuhause war und Taléia keinen Schlüssel hatte. Weil es auch nicht ihre Wohnung war. Kleinlich, wenn man sie fragt. Meins und deins, das funktioniert in ihrer Welt nicht so. Teilen ist eine Lebenseinstellung, kein Schwarz und Weiss Prinzip. Ist man mit ihr befreundet, hat man automatisch Anrecht auf fast alles, was ihr gehört. Schminkzeug, Klamotten, Kühlschrankinhalt. Umgekehrt erwartet sie dasselbe. Ihr Verständnis von Grenzen ist... anders. Dass sie deswegen schon mal als übergriffig bezeichnet wurde - kam vor, löste Drama aus. Das kann sie gut. Drama. Laut und leidenschaftlich. Wenn sie sich unbeachtet, übergangen oder zurückgesetzt fühlt. Dabei meint sie es nur gut, meistens jedenfalls, mit fast allen, glaubt zu wissen, was gut für ihre Freunde ist und organisiert ungefragt deren Leben. Sie mischt sich wirklich in alles ein. Macht Zahnarzttermine aus (Bleaching, was kostet das bei Ihnen?), cancelt Tinderdates (Baby, sein Sternzeichen ist Steinbock, das passt GAR NICHT zu dir! Der betrügt dich bei der ersten Gelegenheit mit einer Jungfrau), bestellt Pakete (dein Shampoo war leer, ich hab' dir Extra-Repair bestellt, es ist SO nötig). Hat man es sich mit ihr verscherzt, dann ist sie wahlweise ignorant oder toxic af. Besonders oft kommt das aber nicht vor, im Grunde ihres Herzens ist Taléia ein People Pleaser, sie erträgt es nicht, wenn jemand sie nicht mag. Das nährt ihre Unsicherheit, das Gefühl, nicht gut genug zu sein, weil vielleicht sind ihre Main Character Vibes ein bisschen eingebildet?! Sie bemüht sich, ist für ihre Freunde da (ein bisschen zu sehr, vielleicht), macht sie zum Mittelpunkt ihres Lebens, weil alleine sein, das kann sie nicht. Sie hat zwar ihre eigene Bleibe, aber die Stille der Räume macht sie nervös. Also quartiert sie sich überall ein, greift in Tagesabläufe, Strukturen und Wohnungseinrichtungen ein. Oft planlos, aber immer mit vollem Einsatz.<br />
    </div>
    <div class="p8">Eu avisei.</div>
    Temperamentvoll, leidenschaftlich & begeisterungsfähig: Taléia ist alles und gibt alles, immer, hundert Prozent, bei Freude, Liebe, Enttäuschungen, Wut. Vor allem bei der Wut. Halbe Sachen sind nicht ihr Ding (ausser bei Oberteilen, Crop Tops und so!), ebenso wenig wie vernünftige Entscheidungen, weil sie ist halt auch impulsiv und launisch. <i>Intensiv</i>, könnte man es fast zusammenfassen. Heute schwört sie Stein und Bein auf Plan A, morgen erzählt sie mit derselben Überzeugung, dass Plan B schon immer IHR PLAN gewesen ist. Meinungen ändert sie wie ihre Unterwäsche, mindestens einmal täglich, reflektiert wird später. Wenn überhaupt.<br />
Sie ist  auch loyal und fürsorglich, aber auch das ETWAS zu sehr. Wenn du krank bist, steht sie ungefragt mit Suppe, Tee, einer Wärmeflasche und drei Packungen Medikamenten (mindestens eins davon verschreibungspflichtig, wie auch immer sie das anstellt) vor deiner Haustür, auch wenn du deine Ruhe wolltest. Drei Tage umsorgt sie dich, danach verpasst sie dir einen Tritt in den Arsch, wenn du genug gelitten hast und gefälligst wieder am Leben teilnehmen sollst. Ja, sie trägt ihr Herz auf der Zunge, ist resolut, direkt und schonungslos ehrlich, spricht aus, was andere höchstens denken (denkt dafür öfters einfach gar nicht) und ist gleichzeitig eine Dramaqueen vor dem Herrn. Sprichst du so mit ihr oder fühlt sie sich übergangen, unbeachtet oder ungerecht behandelt, reagiert sie mit tränenfeuchten Augen, einem dramatischen Abgang inklusive Blick über die Schulter und gerne einem verletzenden Satz. Fünf Minuten später steht sie dann wieder vor der Tür, weil sie noch ihr Handy-Ladekabel holen wollte. Sie ist ein bisschen Main Character, wobei keine Arroganz dahintersteckt, sondern die in der frühen Kindheit verankerte Ansicht, dass das Leben eine grosse Telenovela ist und jeder Tag mindestens eine dramatischen Szene und einen emotionalen Monolog verdient.<br />
Grenzen sind ein Konzept, das sie hauptsächlich von Weltkarten kennt. Sie ruft dich 10x an, wenn du nicht rangehst, bombardiert sie dich mit der doppelten Anzahl an WhatsApp Nachrichten und organisiert nebenbei dein Leben ungefragt mit. Da werden auch mal Tinder-Dates abgesagt, weil der Typ irgendwie Shady wirkt oder sein Sternzeichen nicht passt. Dabei hasst sie selbst wenig mehr, als bevormundet zu werden. Stolz und rechthaberisch ist sie nämlich auch (wann kommen wir eigentlich zu den positiven Eigenschaften?). Hilfe kann sie nur dann annehmen, wenn sie selbst drum gebeten hat und zu ihren Lieblingssätzen gehört <i>Ich habs dir ja gesagt</i>. Ob sie es tatsächlich gesagt hat oder nicht, ist ein unwichtiges Detail. Erstaunlicherweise kommt es im Umgang mit ihr immer wieder zu Streit. Damit geht sie kreativ und spontan um, manchmal trägt sie dir tagelang etwas nach, ignoriert dich oder ist einfach toxic af. Manchmal auch nicht. Aber: brauchst du sie danach trotzdem und wirklich (wofür??), dann ist sie da und bringt gleich Essen für fünf mit. Fürsorge, wie gesagt. Und sie hat einen ausgeprägten Beschützerinstinkt, den man eigentlich nur als übergriffig bezeichnen kann. Sie ist fest davon überzeugt, dass ihren Freunden grundsätzlich immer etwas Schlimmes passieren kann und die Welt zwar ein buntes, aber eben auch ein gefährliches Pflaster ist. First Dates ihrer Freundinnen müssen (ihrer Meinung nach) deswegen immer während ihren Schichten in ihrer Starbucks Filiale stattfinden. Damit sie ein Auge drauf haben und eingreifen kann, falls der Typ komisch guckt, falsch kaut oder - Gott bewahre - Sandalen trägt. Natürlich ist Taléia dabei VÖLLIG unauffällig, läuft nur alle fünf Minuten mit einem Lappen am Tisch vorbei und guckt dabei so zuckersüss-aggressiv, dass jedem klar sein sollte, dass sie sich bereits das Kennzeichen gemerkt hat. Dass sie nach der Verabschiedung eine Standortfreigabe verlangt, versteht sich von selbst.<br />
<br />
Taléia ist kein zurückhaltendes Mauerblümchen, im Gegenteil. Das ist aber manchmal mehr Schein als Sein, weil sie eigentlich fast immer zweifelt, ob sie gut genug ist. Leistung und Emotion sind bei ihr eine Einheit; läuft privat etwas schief oder fühlt sie sich ungeliebt, wirkt sich das meist unmittelbar auf ihre Performance aus. Sie beneidet andere manchmal um deren Stabilität, um ein geregeltes Leben, funktionierende Beziehungen, pünktlich bezahlte Stromrechnungen. Gleichzeitig ist sie ausgesprochen grosszügig, bis hin zur Selbstaufgabe. Sie teilt alles mit dir. Klamotten, Essen, Make Up, das letzte Stück Pizza, ihre Wohnung, deine Wohnung. Freundschaften mit ihr würden einen Ehevertrag benötigen. <br />
Dass sie nicht mit Geld umgehen kann, macht die Sache nicht einfacher. Sie verdient okay-ish, aber eben nicht viel, gibt aber gerne viel aus. Teure Sneaker, ein Outfit, das sie eigentlich gar nicht braucht. Trotzdem reicht es zum Leben, aber nicht, um Rücklagen zu bilden. Sie leiht sich ohne Scheu kleine Beträge von ihren Freunden (an dem Punkt fragt man sich vielleicht, wer sich das freiwillig antut?!), zwanzig Pfund hier, dreissig Pfund da, und vergisst danach völlig, dass sie jemandem etwas schuldet. Dahinter steckt keine Berechnung, sondern Chaos, Optimismus, Nachlässigkeit. Wer sein Geld wieder sehen möchte, muss es ausdrücklich zurückfordern. Mit der Gefahr, dass sie dramatisch reagiert, weil sie sich ungeliebt fühlt.<br />
Sie glaubt an Zeichen, Tarotkarten und Geister und kann nicht nachvollziehen, wie jemand so fahrlässig sein kann, dies nicht zu tun. Taléia wurde katholisch erzogen, Religion spielt für sie aber eine untergeordnete Rolle und sie flucht erstaunlich viel. Fairerweise entschuldigt sie sich direkt danach bei Gott, Jesus oder ihrem Gesprächspartner, manchmal auf portugiesisch, manchmal Englisch. Das spricht sie inzwischen fliessend, aber nicht akzentfrei und vor allem am Telefon mit ihrer Familie sehr laut, weil sie denkt, dass der andere sie sonst nicht hören kann.<br />
Sie mag chaotisch wirken, aber Unordnung macht sie wahnsinnig. Ist sie bei dir zu Besuch (oder temporär eingezogen), räumt sie deine Wohnung auf, sortiert das Bücherregal nach Farbe, wäscht deine Klamotten und sortiert dabei grosszügig (weil sie das ist!) aus, was dir nicht mehr steht weil du zugenommen hast oder die Farbe aus der Mode gekommen ist oder aus tausend anderen Gründen. Kommt direkt in den Spendensack. Danach wird geputzt, inklusive Türrahmen und Fenster. Sie ist die Mutter, die bei dir zu Besuch kommt und absurde Stellen nach Staub absucht. Als Gegenzug für ihre Dienste kannst du sie gerne zu Terminen oder der Arbeit fahren. Sie hasst öffentliche Verkehrsmittel, besitzt aber selbst keinen Fahrschein und ihr technisches Verständnis von Autos reicht ungefähr so weit, dass sie weiss, dass es keine Flugzeuge sind, weil sie keine Flügel haben.<br />
<br />
LIKES # Barfuss tanzen auf warmem Asphalt # Regennächte # die Stimme ihrer Mutter am Telefon, auch wenn sie sich oft anschreien # Telenovelas, die sie mitlebt, kommentiert und eine Meinung zu jeder Figur hat # Schutzamulette # Haaröl mit Kokosduft # leuchtende Nagellackfarben # spontane Komplimente, die machen sie sehr glücklich # Freundschaftsbänder # Tanzvideos auf TikTok # süss riechende Kerzen # Gummibärchen<br />
DISLIKES # Wasser mit Kohlensäure # langweilige Kleidung in gedeckten Farben # langsame Entscheidungen, das macht sie verrückt # Stille in einem Raum # Ämter, Vermieter und Behörden und die dazugehörigen Gänge # lange, ernsthafte Gespräche # catcalls, da wird sie ausfällig <br />
<br />
    <div class="p8">Você vai me agradecer depois.</div>
    - 8. August 1989: Taléia kommt in São Paulo als zweites Kind zur Welt, zwei jüngere Geschwister folgen in den nächsten Jahren. Sie wächst zwischen hupenden Autos, Strassenhändlern und frittierten Teigbällchen auf. Ihr Vater fährt Bus, ihre Mutter ist Schneiderin. Das Geld ist knapp, die Familie muss mit wenig auskommen und alles wird geteilt. Spielsachen, Klamotten, Zimmer, Bett. <br />
- 1995: Früh entdeckt sie ihre Liebe zur Musik und zum Tanz. Sie liebt Bewegung, tanzt überall, wo Musik ist; auf Strassenfesten, in der Schule, in der Kirche, in der heimischen Küche. Wenn sei glücklich ist, wirbelt sie herum, wenn sie traurig ist, tanzt sie, während dicke Krokodilstränen über ihre Wangen rinnen. Und auch wenn das Geld dafür <i>eigentlich</i> nicht vorhanden ist, bettelt sie so lange, bis ihre Eltern ihr den Besuch einer Tanzschule ermöglichen. Zunächst macht sie Capoeira, wenig später kommen Hip-Hop und Latin Fusion dazu. Die Schule läuft nebenbei, sie ist nicht dumm, aber sie findet es nicht so wichtig, mit Zahlen und Buchstaben umzugehen und Dinge zu lernen, die vor tausend Jahren geschehen sind. <br />
- 2003: Mit 14 kennt sie jede Gasse und jede Churrascaria der Stadt (von aussen, das Geld reicht nicht für einen Besuch), hat jene aber noch nie verlassen. Ihre Eltern wünschen sich einen bodenständigen Beruf für sie, Lehrerin vielleicht, einen Bürojob. Apothekerin. Alles davon findet sie langweilig, sie möchte eine Bühne, Licht, Applaus und ein bisschen Glitzer, ein bisschen Bewunderung. Familiärer Streit ist damit vorprogrammiert, aber am Ende des Tages muss sie sich geschlagen geben. Nach einem mässigen Schulabschluss beginnt sie 2006 die Ausbildung zur Frisörin. Nicht, weil sie will, sondern weil sie muss, ihre Eltern sind nicht länger bereit, ihr das Tanzen zu finanzieren.<br />
- 2009: Ein lokaler Tanzwettbewerb verändert alles. Taléia gewinnt und strahlt mit den Scheinwerfern um die Wette, während einer der Juroren, der aus Chicago kommt, nach der Siegerehrung von Chancen und Talenten und Kontakten in die Staaten schwafelt. Sie versteht mit ihrem Schulenglisch nicht einmal die Hälfte, aber das ist egal. Ihre Eltern sind entsetzt, sie ist begeistert, als der Typ ihr einen Platz ihr einen Platz an einer Tanzschule in Chicago vermittelt. Dank eines Teilstipendiums werden ein Teil der Ausbildungsgebühren übernommen; Miete und Lebensunterhalt muss sie selbst finanzieren. Taléia kündigt ihren Job und nur ein paar Wochen später erreicht sie mit einer kleinen Reisetasche und ganz vielen Träumen die Metropole am Lake Michigan.<br />
- 2009-2011: Mit drei andern Tänzern teilt sie sich eine Wohnung (normal), die so klein ist, dass man den Kühlschrank als Couchtisch nutzt. Für Taléia, die in beengten Verhältnissen gross geworden ist, stellt das kein Problem dar, im Gegensatz zu ihren Mitbewohnern, die es nicht okay finden, dass die Brasilianerin ihr Tupperware Essen wegfuttert und dafür grosszügig klarstellt, dass ihr Kleiderschrank für alle zur Verfügung steht. Naja. Sie ist eh nicht viel Zuhause; Unter der Woche verbringt sie die meiste Zeit an der Tanzschule. Techniktraining, Choreografien, Krafttraining, Workshops und erste Castings bestimmen ihren Alltag. Daneben jobbt sie abends als Kellnerin und gibt am Wochenende Hip-Hip-Unterricht für Kinder. Sie ist überarbeitet, müde, pleite und trotzdem glücklich. Das Geld, das sie verdient, gibt sie aus, ohne gross darüber nachzudenken (Zukunft, hallo??). Meistens für Sneaker. Oder Snacks. <br />
- 2011: Es geht aufwärts. Immer häufiger wird sie für kleinere Jobs gebucht. Erst Workshops und lokale Shows, später Musikvideos, Bühnenauftritte und Werbespots. Und sie verliebt sich, natürlich in einen Tänzer, natürlich in einen Latino. Die Beziehung endet nur wenige Monate später, mit viel Lärm und Drama, zerbrochenen Lampen und Herzen. <br />
- 2013: Der grosse Durchbruch, oder zumindest sieht es danach aus. Taléia wird als Background-Tänzerin für die Welttournee von Usher engagiert. Zum ersten Mal in ihrem Leben reist sie richtig herum, sieht Orte, von denen sie noch nie gehört hat. Sie lebt aus dem Koffer und tanzt in ausverkauften Hallen. Es ist alles, wovon sie je geträumt hat, aber es ist auch anstrengender, unbeständiger und weit weniger glamourös, als sie es sich vorgestellt hat.<br />
- 2014: Bürokratie, Formulare, Fristen, das sind allesamt böhmische Dörfer für Taléia. Als sie merkt, dass ihr Visum ausläuft, ist es zu spät, ihre Versuche, eine Verlängerung zu beantragen, scheitern. Die Krokodilstränen sind so echt wie das Rückflugticket nach São Paulo. Sie kommt bei ihren Eltern unter, teilt sich ein Zimmer mit ihrer kleinen Schwester, diskutiert jeden Tag mit ihrer Mutter und fragt sich, was sie aus ihrem Leben machen soll. Zeitweise arbeitet sie wieder als Frisörin, aber sie sehnt sich nach diesem andere Leben, das sie kennengelernt hat. <br />
- 2015: Im dramatischen Glauben, die Welt habe sie vergessen, ruft ein alter Bekannter aus Chicago an: In Manchester suche ein Freund von ihm eine Lehrerin für Latin-Workshops. Taléia zögert keine Sekunde, auch wenn Manchester nicht so shiny und glittery ist wie Chicago. <br />
- 2016: Entsprechend fühlt sich die Stadt in England vorerst wie eine Zwischenstation an. Sie gibt Workshops, springt als Tänzerin bei kleineren Produktionen ein und arbeitet meistens sechs Tage pro Woche. Sie lernt jemanden kennen, verliebt sich Hals über Kopf und zieht viel zu schnell mit ihm zusammen. Die Beziehung hält keine fünf Monate und erneut steht sie vor Scherben, zumal der Kerl ihr ihre wenigen Ersparnisse abgeknöpft hat.<br />
- 2017: Inzwischen wohnt sie in einem One Bedroom Apartment in Oldham. Sie hat keine Festanstellung, wird immer mal wieder für Shows, Werbeproduktionen oder Musikvideos gebucht, sie gibt Kurse und Unterricht, aber alles als Freelancerin. Entsprechend gibt es Monate, in denen sie genug verdient, aber in den meisten reicht es nicht. Deswegen hat sie eine 40%-Teilzeitstelle bei Starbucks, um über die Runden zu kommen.<br />
  </div>
</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="p1 stecki">
  <div class="p2">Taléia Santos</div>
  <div class="p3">I'll wait on mountain tops in Paris, cold<br />
J'veux pas mourir toute seule</div>
  <div class="ph1">
    <div class="ph2">
      <div class="p9">„</div>
      <div class="p10">Quem me ama, me aguenta.</div>
    </div>
    <img src="https://s1.directupload.eu/images/260730/pe2rx6nn.png"><br />
  </div>
  <div class="p4">
    <div class="lfacts">
      <div>rea</div>
      <div>Alter // 28 Jahre</div>
      <div>
        Job // Tänzerin & Barista</div>
      <div>
        Pizza // Pepperoni & Jalapeño</div>
      <div>
        Ava // Camila Cabello</div>
    </div>
    <div class="p7">
      <div class="p5-2">
        <img src="https://s1.directupload.eu/images/260730/b3a2at5e.gif"><br />
      </div>
      Die hat einen an der Waffel, lautet das Urteil vieler. Und das nur, weil sie damals den Schlüsseldienst kommen liess, weil ihre Freundin nicht Zuhause war und Taléia keinen Schlüssel hatte. Weil es auch nicht ihre Wohnung war. Kleinlich, wenn man sie fragt. Meins und deins, das funktioniert in ihrer Welt nicht so. Teilen ist eine Lebenseinstellung, kein Schwarz und Weiss Prinzip. Ist man mit ihr befreundet, hat man automatisch Anrecht auf fast alles, was ihr gehört. Schminkzeug, Klamotten, Kühlschrankinhalt. Umgekehrt erwartet sie dasselbe. Ihr Verständnis von Grenzen ist... anders. Dass sie deswegen schon mal als übergriffig bezeichnet wurde - kam vor, löste Drama aus. Das kann sie gut. Drama. Laut und leidenschaftlich. Wenn sie sich unbeachtet, übergangen oder zurückgesetzt fühlt. Dabei meint sie es nur gut, meistens jedenfalls, mit fast allen, glaubt zu wissen, was gut für ihre Freunde ist und organisiert ungefragt deren Leben. Sie mischt sich wirklich in alles ein. Macht Zahnarzttermine aus (Bleaching, was kostet das bei Ihnen?), cancelt Tinderdates (Baby, sein Sternzeichen ist Steinbock, das passt GAR NICHT zu dir! Der betrügt dich bei der ersten Gelegenheit mit einer Jungfrau), bestellt Pakete (dein Shampoo war leer, ich hab' dir Extra-Repair bestellt, es ist SO nötig). Hat man es sich mit ihr verscherzt, dann ist sie wahlweise ignorant oder toxic af. Besonders oft kommt das aber nicht vor, im Grunde ihres Herzens ist Taléia ein People Pleaser, sie erträgt es nicht, wenn jemand sie nicht mag. Das nährt ihre Unsicherheit, das Gefühl, nicht gut genug zu sein, weil vielleicht sind ihre Main Character Vibes ein bisschen eingebildet?! Sie bemüht sich, ist für ihre Freunde da (ein bisschen zu sehr, vielleicht), macht sie zum Mittelpunkt ihres Lebens, weil alleine sein, das kann sie nicht. Sie hat zwar ihre eigene Bleibe, aber die Stille der Räume macht sie nervös. Also quartiert sie sich überall ein, greift in Tagesabläufe, Strukturen und Wohnungseinrichtungen ein. Oft planlos, aber immer mit vollem Einsatz.<br />
    </div>
    <div class="p8">Eu avisei.</div>
    Temperamentvoll, leidenschaftlich & begeisterungsfähig: Taléia ist alles und gibt alles, immer, hundert Prozent, bei Freude, Liebe, Enttäuschungen, Wut. Vor allem bei der Wut. Halbe Sachen sind nicht ihr Ding (ausser bei Oberteilen, Crop Tops und so!), ebenso wenig wie vernünftige Entscheidungen, weil sie ist halt auch impulsiv und launisch. <i>Intensiv</i>, könnte man es fast zusammenfassen. Heute schwört sie Stein und Bein auf Plan A, morgen erzählt sie mit derselben Überzeugung, dass Plan B schon immer IHR PLAN gewesen ist. Meinungen ändert sie wie ihre Unterwäsche, mindestens einmal täglich, reflektiert wird später. Wenn überhaupt.<br />
Sie ist  auch loyal und fürsorglich, aber auch das ETWAS zu sehr. Wenn du krank bist, steht sie ungefragt mit Suppe, Tee, einer Wärmeflasche und drei Packungen Medikamenten (mindestens eins davon verschreibungspflichtig, wie auch immer sie das anstellt) vor deiner Haustür, auch wenn du deine Ruhe wolltest. Drei Tage umsorgt sie dich, danach verpasst sie dir einen Tritt in den Arsch, wenn du genug gelitten hast und gefälligst wieder am Leben teilnehmen sollst. Ja, sie trägt ihr Herz auf der Zunge, ist resolut, direkt und schonungslos ehrlich, spricht aus, was andere höchstens denken (denkt dafür öfters einfach gar nicht) und ist gleichzeitig eine Dramaqueen vor dem Herrn. Sprichst du so mit ihr oder fühlt sie sich übergangen, unbeachtet oder ungerecht behandelt, reagiert sie mit tränenfeuchten Augen, einem dramatischen Abgang inklusive Blick über die Schulter und gerne einem verletzenden Satz. Fünf Minuten später steht sie dann wieder vor der Tür, weil sie noch ihr Handy-Ladekabel holen wollte. Sie ist ein bisschen Main Character, wobei keine Arroganz dahintersteckt, sondern die in der frühen Kindheit verankerte Ansicht, dass das Leben eine grosse Telenovela ist und jeder Tag mindestens eine dramatischen Szene und einen emotionalen Monolog verdient.<br />
Grenzen sind ein Konzept, das sie hauptsächlich von Weltkarten kennt. Sie ruft dich 10x an, wenn du nicht rangehst, bombardiert sie dich mit der doppelten Anzahl an WhatsApp Nachrichten und organisiert nebenbei dein Leben ungefragt mit. Da werden auch mal Tinder-Dates abgesagt, weil der Typ irgendwie Shady wirkt oder sein Sternzeichen nicht passt. Dabei hasst sie selbst wenig mehr, als bevormundet zu werden. Stolz und rechthaberisch ist sie nämlich auch (wann kommen wir eigentlich zu den positiven Eigenschaften?). Hilfe kann sie nur dann annehmen, wenn sie selbst drum gebeten hat und zu ihren Lieblingssätzen gehört <i>Ich habs dir ja gesagt</i>. Ob sie es tatsächlich gesagt hat oder nicht, ist ein unwichtiges Detail. Erstaunlicherweise kommt es im Umgang mit ihr immer wieder zu Streit. Damit geht sie kreativ und spontan um, manchmal trägt sie dir tagelang etwas nach, ignoriert dich oder ist einfach toxic af. Manchmal auch nicht. Aber: brauchst du sie danach trotzdem und wirklich (wofür??), dann ist sie da und bringt gleich Essen für fünf mit. Fürsorge, wie gesagt. Und sie hat einen ausgeprägten Beschützerinstinkt, den man eigentlich nur als übergriffig bezeichnen kann. Sie ist fest davon überzeugt, dass ihren Freunden grundsätzlich immer etwas Schlimmes passieren kann und die Welt zwar ein buntes, aber eben auch ein gefährliches Pflaster ist. First Dates ihrer Freundinnen müssen (ihrer Meinung nach) deswegen immer während ihren Schichten in ihrer Starbucks Filiale stattfinden. Damit sie ein Auge drauf haben und eingreifen kann, falls der Typ komisch guckt, falsch kaut oder - Gott bewahre - Sandalen trägt. Natürlich ist Taléia dabei VÖLLIG unauffällig, läuft nur alle fünf Minuten mit einem Lappen am Tisch vorbei und guckt dabei so zuckersüss-aggressiv, dass jedem klar sein sollte, dass sie sich bereits das Kennzeichen gemerkt hat. Dass sie nach der Verabschiedung eine Standortfreigabe verlangt, versteht sich von selbst.<br />
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Taléia ist kein zurückhaltendes Mauerblümchen, im Gegenteil. Das ist aber manchmal mehr Schein als Sein, weil sie eigentlich fast immer zweifelt, ob sie gut genug ist. Leistung und Emotion sind bei ihr eine Einheit; läuft privat etwas schief oder fühlt sie sich ungeliebt, wirkt sich das meist unmittelbar auf ihre Performance aus. Sie beneidet andere manchmal um deren Stabilität, um ein geregeltes Leben, funktionierende Beziehungen, pünktlich bezahlte Stromrechnungen. Gleichzeitig ist sie ausgesprochen grosszügig, bis hin zur Selbstaufgabe. Sie teilt alles mit dir. Klamotten, Essen, Make Up, das letzte Stück Pizza, ihre Wohnung, deine Wohnung. Freundschaften mit ihr würden einen Ehevertrag benötigen. <br />
Dass sie nicht mit Geld umgehen kann, macht die Sache nicht einfacher. Sie verdient okay-ish, aber eben nicht viel, gibt aber gerne viel aus. Teure Sneaker, ein Outfit, das sie eigentlich gar nicht braucht. Trotzdem reicht es zum Leben, aber nicht, um Rücklagen zu bilden. Sie leiht sich ohne Scheu kleine Beträge von ihren Freunden (an dem Punkt fragt man sich vielleicht, wer sich das freiwillig antut?!), zwanzig Pfund hier, dreissig Pfund da, und vergisst danach völlig, dass sie jemandem etwas schuldet. Dahinter steckt keine Berechnung, sondern Chaos, Optimismus, Nachlässigkeit. Wer sein Geld wieder sehen möchte, muss es ausdrücklich zurückfordern. Mit der Gefahr, dass sie dramatisch reagiert, weil sie sich ungeliebt fühlt.<br />
Sie glaubt an Zeichen, Tarotkarten und Geister und kann nicht nachvollziehen, wie jemand so fahrlässig sein kann, dies nicht zu tun. Taléia wurde katholisch erzogen, Religion spielt für sie aber eine untergeordnete Rolle und sie flucht erstaunlich viel. Fairerweise entschuldigt sie sich direkt danach bei Gott, Jesus oder ihrem Gesprächspartner, manchmal auf portugiesisch, manchmal Englisch. Das spricht sie inzwischen fliessend, aber nicht akzentfrei und vor allem am Telefon mit ihrer Familie sehr laut, weil sie denkt, dass der andere sie sonst nicht hören kann.<br />
Sie mag chaotisch wirken, aber Unordnung macht sie wahnsinnig. Ist sie bei dir zu Besuch (oder temporär eingezogen), räumt sie deine Wohnung auf, sortiert das Bücherregal nach Farbe, wäscht deine Klamotten und sortiert dabei grosszügig (weil sie das ist!) aus, was dir nicht mehr steht weil du zugenommen hast oder die Farbe aus der Mode gekommen ist oder aus tausend anderen Gründen. Kommt direkt in den Spendensack. Danach wird geputzt, inklusive Türrahmen und Fenster. Sie ist die Mutter, die bei dir zu Besuch kommt und absurde Stellen nach Staub absucht. Als Gegenzug für ihre Dienste kannst du sie gerne zu Terminen oder der Arbeit fahren. Sie hasst öffentliche Verkehrsmittel, besitzt aber selbst keinen Fahrschein und ihr technisches Verständnis von Autos reicht ungefähr so weit, dass sie weiss, dass es keine Flugzeuge sind, weil sie keine Flügel haben.<br />
<br />
LIKES # Barfuss tanzen auf warmem Asphalt # Regennächte # die Stimme ihrer Mutter am Telefon, auch wenn sie sich oft anschreien # Telenovelas, die sie mitlebt, kommentiert und eine Meinung zu jeder Figur hat # Schutzamulette # Haaröl mit Kokosduft # leuchtende Nagellackfarben # spontane Komplimente, die machen sie sehr glücklich # Freundschaftsbänder # Tanzvideos auf TikTok # süss riechende Kerzen # Gummibärchen<br />
DISLIKES # Wasser mit Kohlensäure # langweilige Kleidung in gedeckten Farben # langsame Entscheidungen, das macht sie verrückt # Stille in einem Raum # Ämter, Vermieter und Behörden und die dazugehörigen Gänge # lange, ernsthafte Gespräche # catcalls, da wird sie ausfällig <br />
<br />
    <div class="p8">Você vai me agradecer depois.</div>
    - 8. August 1989: Taléia kommt in São Paulo als zweites Kind zur Welt, zwei jüngere Geschwister folgen in den nächsten Jahren. Sie wächst zwischen hupenden Autos, Strassenhändlern und frittierten Teigbällchen auf. Ihr Vater fährt Bus, ihre Mutter ist Schneiderin. Das Geld ist knapp, die Familie muss mit wenig auskommen und alles wird geteilt. Spielsachen, Klamotten, Zimmer, Bett. <br />
- 1995: Früh entdeckt sie ihre Liebe zur Musik und zum Tanz. Sie liebt Bewegung, tanzt überall, wo Musik ist; auf Strassenfesten, in der Schule, in der Kirche, in der heimischen Küche. Wenn sei glücklich ist, wirbelt sie herum, wenn sie traurig ist, tanzt sie, während dicke Krokodilstränen über ihre Wangen rinnen. Und auch wenn das Geld dafür <i>eigentlich</i> nicht vorhanden ist, bettelt sie so lange, bis ihre Eltern ihr den Besuch einer Tanzschule ermöglichen. Zunächst macht sie Capoeira, wenig später kommen Hip-Hop und Latin Fusion dazu. Die Schule läuft nebenbei, sie ist nicht dumm, aber sie findet es nicht so wichtig, mit Zahlen und Buchstaben umzugehen und Dinge zu lernen, die vor tausend Jahren geschehen sind. <br />
- 2003: Mit 14 kennt sie jede Gasse und jede Churrascaria der Stadt (von aussen, das Geld reicht nicht für einen Besuch), hat jene aber noch nie verlassen. Ihre Eltern wünschen sich einen bodenständigen Beruf für sie, Lehrerin vielleicht, einen Bürojob. Apothekerin. Alles davon findet sie langweilig, sie möchte eine Bühne, Licht, Applaus und ein bisschen Glitzer, ein bisschen Bewunderung. Familiärer Streit ist damit vorprogrammiert, aber am Ende des Tages muss sie sich geschlagen geben. Nach einem mässigen Schulabschluss beginnt sie 2006 die Ausbildung zur Frisörin. Nicht, weil sie will, sondern weil sie muss, ihre Eltern sind nicht länger bereit, ihr das Tanzen zu finanzieren.<br />
- 2009: Ein lokaler Tanzwettbewerb verändert alles. Taléia gewinnt und strahlt mit den Scheinwerfern um die Wette, während einer der Juroren, der aus Chicago kommt, nach der Siegerehrung von Chancen und Talenten und Kontakten in die Staaten schwafelt. Sie versteht mit ihrem Schulenglisch nicht einmal die Hälfte, aber das ist egal. Ihre Eltern sind entsetzt, sie ist begeistert, als der Typ ihr einen Platz ihr einen Platz an einer Tanzschule in Chicago vermittelt. Dank eines Teilstipendiums werden ein Teil der Ausbildungsgebühren übernommen; Miete und Lebensunterhalt muss sie selbst finanzieren. Taléia kündigt ihren Job und nur ein paar Wochen später erreicht sie mit einer kleinen Reisetasche und ganz vielen Träumen die Metropole am Lake Michigan.<br />
- 2009-2011: Mit drei andern Tänzern teilt sie sich eine Wohnung (normal), die so klein ist, dass man den Kühlschrank als Couchtisch nutzt. Für Taléia, die in beengten Verhältnissen gross geworden ist, stellt das kein Problem dar, im Gegensatz zu ihren Mitbewohnern, die es nicht okay finden, dass die Brasilianerin ihr Tupperware Essen wegfuttert und dafür grosszügig klarstellt, dass ihr Kleiderschrank für alle zur Verfügung steht. Naja. Sie ist eh nicht viel Zuhause; Unter der Woche verbringt sie die meiste Zeit an der Tanzschule. Techniktraining, Choreografien, Krafttraining, Workshops und erste Castings bestimmen ihren Alltag. Daneben jobbt sie abends als Kellnerin und gibt am Wochenende Hip-Hip-Unterricht für Kinder. Sie ist überarbeitet, müde, pleite und trotzdem glücklich. Das Geld, das sie verdient, gibt sie aus, ohne gross darüber nachzudenken (Zukunft, hallo??). Meistens für Sneaker. Oder Snacks. <br />
- 2011: Es geht aufwärts. Immer häufiger wird sie für kleinere Jobs gebucht. Erst Workshops und lokale Shows, später Musikvideos, Bühnenauftritte und Werbespots. Und sie verliebt sich, natürlich in einen Tänzer, natürlich in einen Latino. Die Beziehung endet nur wenige Monate später, mit viel Lärm und Drama, zerbrochenen Lampen und Herzen. <br />
- 2013: Der grosse Durchbruch, oder zumindest sieht es danach aus. Taléia wird als Background-Tänzerin für die Welttournee von Usher engagiert. Zum ersten Mal in ihrem Leben reist sie richtig herum, sieht Orte, von denen sie noch nie gehört hat. Sie lebt aus dem Koffer und tanzt in ausverkauften Hallen. Es ist alles, wovon sie je geträumt hat, aber es ist auch anstrengender, unbeständiger und weit weniger glamourös, als sie es sich vorgestellt hat.<br />
- 2014: Bürokratie, Formulare, Fristen, das sind allesamt böhmische Dörfer für Taléia. Als sie merkt, dass ihr Visum ausläuft, ist es zu spät, ihre Versuche, eine Verlängerung zu beantragen, scheitern. Die Krokodilstränen sind so echt wie das Rückflugticket nach São Paulo. Sie kommt bei ihren Eltern unter, teilt sich ein Zimmer mit ihrer kleinen Schwester, diskutiert jeden Tag mit ihrer Mutter und fragt sich, was sie aus ihrem Leben machen soll. Zeitweise arbeitet sie wieder als Frisörin, aber sie sehnt sich nach diesem andere Leben, das sie kennengelernt hat. <br />
- 2015: Im dramatischen Glauben, die Welt habe sie vergessen, ruft ein alter Bekannter aus Chicago an: In Manchester suche ein Freund von ihm eine Lehrerin für Latin-Workshops. Taléia zögert keine Sekunde, auch wenn Manchester nicht so shiny und glittery ist wie Chicago. <br />
- 2016: Entsprechend fühlt sich die Stadt in England vorerst wie eine Zwischenstation an. Sie gibt Workshops, springt als Tänzerin bei kleineren Produktionen ein und arbeitet meistens sechs Tage pro Woche. Sie lernt jemanden kennen, verliebt sich Hals über Kopf und zieht viel zu schnell mit ihm zusammen. Die Beziehung hält keine fünf Monate und erneut steht sie vor Scherben, zumal der Kerl ihr ihre wenigen Ersparnisse abgeknöpft hat.<br />
- 2017: Inzwischen wohnt sie in einem One Bedroom Apartment in Oldham. Sie hat keine Festanstellung, wird immer mal wieder für Shows, Werbeproduktionen oder Musikvideos gebucht, sie gibt Kurse und Unterricht, aber alles als Freelancerin. Entsprechend gibt es Monate, in denen sie genug verdient, aber in den meisten reicht es nicht. Deswegen hat sie eine 40%-Teilzeitstelle bei Starbucks, um über die Runden zu kommen.<br />
  </div>
</div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Jewgeni Alvarez]]></title>
			<link>https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2695</link>
			<pubDate>Sat, 25 Jul 2026 18:19:36 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.losttheplot.de/member.php?action=profile&uid=574">Jewgeni Alvarez</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2695</guid>
			<description><![CDATA[<div class="p1 stecki">
  <div class="p2">Jewgeni Alvarez</div>
  <div class="p3">ain′t nothin' but a heartache</div>
  <div class="ph1">
    <div class="ph2">
      <div class="p9">„</div>
      <div class="p10">Am I your fire?<br />
Your one desire?</div>
    </div>
    <img src="https://i.pinimg.com/control1/1200x/06/52/82/065282f8e79b7ccda386db0fd404d829.jpg"><br />
  </div>
  <div class="p4">
    <div class="lfacts">
      <div>telfi</div>
      <div>Alter // 45 Jahre</div>
      <div>
        Job // Schulsozialarbeiter</div>
      <div>
        Pizza // Marinara</div>
      <div>
        Ava // Oscar Isaac</div>
    </div>
    <div class="p7">
      <div class="p5-2">
        <img src="https://64.media.tumblr.com/3af662b110cd405061ed56c88c2e69b4/659816de8bbba746-0a/s500x750/f6fab28f2775f42742595fdd6dfc5a7c5c293bd1.gif"><br />
      </div>
      Männlich, 45y, 3 Katzen, spricht fliessend Englisch, Russisch, Spanisch und Bullshit. Ich bin Schulsozialarbeiter, habe mir dieses Leben ausgesucht, meine Berufung wird mich irgendwann umbringen. Entweder, weil ich an einem frühen Herzinfarkt sterbe oder den falschen Jugendlichen aufs Korn genommen habe. Ich hatte schonmal einen Zirkel in der Schulter stecken – da war ich noch Lehrer. Schiebe es darauf. Als Schulsozialarbeiter woll-müssen viele Jugendliche zu mir. Als Lehrperson – vor allem wenn du Französisch unterrichtest – bist du nur gearscht. Ich hab’ versucht Kunst nicht wie eine It-Mom mit Pastamodellen an Kinder zu bringen. Mässig geklappt, sagen die einen. Ich finde, ich habe immer noch Erfolg damit auch jetzt in meinem kleinen Büro. Da stehen Pflanzen – kein Marihuana – und an der Wand hängen Fotos von meinen Katzen, als wäre ich ein stolzer Vater. Mein letztes Date meinte: <i>Bist schon Daddy-Material</i>. Wenn sie mit Daddy die sexy Art meint, stimme ich ihr voll und ganz zu. Aber ich setze definitiv keine Kinder in diese Welt – der Trick ist es Frauen zu daten, die gerade abgelehnt haben ihre Eier einzufrieren, weil sie keine Mom-Pooch wollen. Oder ich date ganz einfach richtige Daddys. Du siehst: Ich bin angenehme Gesellschaft, lern' mich kennen, ich mal dir eine kleine Blume auf eine Serviette und wir sehen wohin das führt.  <br />
    </div>
    <div class="p8">Das Leben eines Sowjets.</div>
Starre ich? Mit einem Blinzeln versuche ich weniger intensiv zu wirken, während Ayaz seine rote Vier auf den Kartenstapel zwischen uns gleiten lässt – nonchalant. Ayaz ist cool, er ist ein Anführer und er wurde schon von zwei Schulen geschmissen. Jetzt sitzt er hier und spielt mit mir Karten, während wir sprechen. <b> «Ich habe gehört gestern ist was passiert»</b>, ich versuche auch nonchalant zu sein – das liegt mir in den russischen Genen. <i><b> «War n’ Hurensohn»</b></i> Für Ayaz sind alle Hurensöhne, die erfolgreicher im Leben sind als er. Ich verstehe das, war mit 15 auch so. Meine Mutter war mit 15 schwanger. Ayaz glaubt auch nicht wirklich an Verhütung, aber er hat auch gerade nichts am Laufen. Oder? <b> «Wie geht es Valdina?»</b> - <i><b> «Was soll mit der sein?»</b></i> - also nichts mehr am Laufen. Ich lege eine Karte ab. Ich sehe viel von Ayaz in meinem jüngeren Ich. Er ist frustriert, er weiss nicht wo er hingehört und man unterschätzt ihn. Er könnte mir hier ein Auto zerlegen, da bin ich mir sicher. Nur braucht es das in Mathematik nicht – da will man von ihm wissen für was die Variable x steht. Und wenn er es endlich herausgefunden hat, fragt der Lehrer nach der zweiten Lösung. <br />
Ich spreche Russisch, Englisch, Spanisch und Jugendlich. Oder sollte ich einfach sagen menschlich? Ich liebe meinen Job als Schulsozialarbeiter, aber er laugt mich auch aus. Ich brauche am Abend Abstand davon, dann drehe ich mir selbst einen Joint und denke darüber nach, wie ich mit Vanessa erst gerade darüber gesprochen habe, dass ihre Ängste auch vom Gras noch verstärkt werden können. Selbstmedikation – nichts Gutes. Ach, ich sehne mich nach dem Gefühl, wie meine Finger das Papier rollen. <i> «Wieso sind Sie eigentlich nicht mehr Lehrer»</i> - <b> «Ich wollte was verändern»</b>, checkte Ayaz nicht, checke ich grad auch nicht nur. Spreche ich damit einem Lehrer ab, dass er das kann? Ich spreche vor allem mir ab, dass ich das als Kunstlehrer konnte. Malen ist für mich aber immer noch ein guter Rückzugsort. Erinnert mich daran, wie ich mit Steinen einfach als Kind auf Strassen draussen gekritzelt habe, erinnert mich an die sowjetsche Schule in Perm, erinnert mich daran, wie oft ich alleine zuhause gewesen bin, weil meine Mutter gearbeitet hat. Erinnere mich daran, wie meine Grossmutter mich an den Ohren zu meinem Grossvater gezogen hat, weil sie es für eine unnütze Beschäftigung hielt. Dann hat er mit mir das 1x1 geübt. <br />
Dabei war ich allen immer zu wild, wenn ich nicht gerade gekritzelt habe. Ich schiebe das heute auf meine spanischen Gene – haben sich echt nicht mit den Russischen vertragen. Als hätte man Paella und Stroganoff zusammengerührt. Aber: Ich war sogar Mitglied der Young Pioneer. Mein rotes Halstuch bedeutet heute für niemanden mehr etwas. Ich male wirklich viel mit roter Farbe: Sollte ich das mit meinem Therapeuten besprechen? <br />
<br />
<br />
Es ist Nachmittag.<br />
Ayaz ist nach Hause und ich bin auf dem Weg zu meiner Mutter. Als ich mit 17 zu meinem Vater nach London gezogen bin, blieb sie in Russland. Mein Weg war lange bis zur pädagogischen Ausbildung. War noch nicht Sozialarbeiter, als meine Mutter auch nach England kam. Unsere Beziehung ist liebevoll. Aber emotional wie diese Halsketten, die man nie mehr anziehen kann, weil sie sich verknotet haben. Sie wohnt in Manchester, neue Familie, neue Kinder. Neuer Mann. Reicher Mann. Die Nachbarn kennen ihren Namen nicht einmal; ist halt die Russin, die sich den Reichen geangelt hat. Dabei ist er sogar noch jünger. Und sie färbt sich die Haare rot -  da haben wir’s wieder: Rot. <br />
Ich bin ein Beobachter, nicht immer gewesen. Meine Kindheit und Jugend hat mich zu einem gemacht. Ich breche unter Freunden aus, trinke zu viel, bin ein anderer Mensch: Laut, ausgelassen. Wobei mit meinen Katzen bin ich das auch: Sasha, Blini und Kira. Kann nicht Nein sagen zu Streunern – Menschen und Tiere. Naja vor allem Katzen. Hatte mal eine Taube – Sasha hat sie gefressen. Hat nicht funktioniert. Genauso wie die Beziehung zwischen mir und: <b> «Aaaaaaalbert</b> - <b><i> «Jeeeewgeni</i></b> er trägt Polo mit Krokodil. Ich trage T-Shirt vom Designer Secondhand. Er ist 55. Meine Mutter 60. Sieht besser aus, als er. Englische Männer sehen ab 50 manchmal aus, als hätte man sie wie ein Gummiband zu oft gestretcht. Er ist bei der freiwilligen Feuerwehr – vielleicht macht das auch die Hitze mit seinem Gesicht. Weiss selbst nicht genau, wieso ich mich gedanklich jetzt wieder wie ein eifersüchtiger 15-jähriger benehme. Kann das nicht auf meine Hormone schieben. Oder? Ich klopfe Misha meinem Halbbruder auf die Schulter, Vera rennt an mir vorbei. Richtig kurzer Rock. Würde ihr gerne was Längeres zum Anziehen empfehlen – grossbrüderliche Gefühle. Dabei mag ich kurze Röcke bei Frauen doch sehr. Aber das ist was anderes. <b> «Privet, mam»</b>, ich umarme meine Mutter und drücke ihr nonchalant den Blumenstrauss in die Hände. Ich rieche was: <b> «Pachnet borschtschom»</b>  - <i><b> «Setz dich.»</b></i> Sie sieht streng aus, aber schnüffelt dann doch an den Blumen und stellt sie verliebt in eine Vase. Es ist wie immer anders hier, als wenn ich meinen Vater besuche. Hier wird es erst laut nach dem dritten Shot. Die Flasche Wodka steht auf dem Tisch, als wären wir in einer sehr inszenierten Theaterszene einer russischen Familie. <b> «Tolko odin»</b>, ich weise auf die Flasche, habe nachher noch ein Date. Sie ist Ende Zwanzig. Irgendwie stehe ich auf jüngere Frauen. Bei Männern ist mir das egal – das sollte ich nicht laut aussprechen. Passiert aber schon auch. <br />
Wieso ich bevorzugt mit Jugendlichen aus schwierigen Familien oder mit Migrationshintergrund arbeite? Ich muss nicht lange überlegen. Ich sehe einige der Gründe vor mir, andere wohnen in London. Ich war nie vollständig russisch. Zu wenig für meine Grosseltern, zu viel für die Engländer. Ich spreche spanisch, aber ich lebe nicht spanisch. Mein Alltag ist Englisch. Aber ich verstehe Albert nicht wirklich. Ich grinse ihn trotzdem an. Er ist eigentlich ein guter Mann, akzeptiert meine Mutter so, wie sie ist, steht hinter ihr und zeigt der Nachbarschaft den Mittelfinger, wenn sie dumm schwatzen. Aber dieses Heile-Familie-Ding macht mich wahnsinnig. Nicht nur mich. Auch Vera und Misha. Darum hat’s bei mir ein Bett mehr. Vera hat vor ein paar Monaten mal ein paar Wochen bei mir gelebt. Misha kommt, wenn er einen Tapetenwechsel braucht. Ich fühle mich uralt, wenn sie bei mir sind – weil ich ihr Vater sein könnte und nicht ihr Bruder.<br />
<br />
Ich kritzle vor mich hin. Bin nach einem langen Tage endlich nach Hause gekommen. Ich mag meinen kleinen Hinterhof, habe ihn mit einem Katzennetz einzäunen lassen. Blini hat es trotzdem schon ein paar Mal geschafft auszubrechen. Er geht aber nur zwei, drei Meter weiter bis er wieder zurückkommt und so tut, als ob ich ihn jetzt nicht mehr reinlassen würde. Bin gesellschaftlich eigentlich ein ganz Süsser. Mag es unter Leuten zu sein, aber manchmal da geniesse ich es alleine. Eine Tasse Tee, ein Glas eingelegte Gurken, Cracker – nicht Crack. Nicht, dass ich nicht schon ausprobiert habe – immer noch <u>kein Crack</u> - aber nach dem Tripp in der U-Bahn vor drei Monaten brauchte ich mal wieder jemanden der mir sagt, dass ich Ü40 bin. Und darum sind jetzt Tee und Eingelegtes wieder in. Mein Date war ganz okay – bisschen zu viel Make-Up, zu wenig Wangenknochen. Habe sie um knapp nach Halbzehn nach Hause gebracht, kurz gewartet, aber sie wollte mich nicht reinbitten. War eigentlich ganz froh, Sex mit unsicheren Frauen ist anstrengend.  Sitze ja jetzt hier wie die Nachbarschaftshexe von den Simpsons mit meinen Katzen. Texte trotzdem einem <i>Freund</i>: Bock? <br />
Ist erst Halbelf und Morgen ist Samstag.<br />
 </div>
</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="p1 stecki">
  <div class="p2">Jewgeni Alvarez</div>
  <div class="p3">ain′t nothin' but a heartache</div>
  <div class="ph1">
    <div class="ph2">
      <div class="p9">„</div>
      <div class="p10">Am I your fire?<br />
Your one desire?</div>
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    <div class="lfacts">
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      <div>Alter // 45 Jahre</div>
      <div>
        Job // Schulsozialarbeiter</div>
      <div>
        Pizza // Marinara</div>
      <div>
        Ava // Oscar Isaac</div>
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      </div>
      Männlich, 45y, 3 Katzen, spricht fliessend Englisch, Russisch, Spanisch und Bullshit. Ich bin Schulsozialarbeiter, habe mir dieses Leben ausgesucht, meine Berufung wird mich irgendwann umbringen. Entweder, weil ich an einem frühen Herzinfarkt sterbe oder den falschen Jugendlichen aufs Korn genommen habe. Ich hatte schonmal einen Zirkel in der Schulter stecken – da war ich noch Lehrer. Schiebe es darauf. Als Schulsozialarbeiter woll-müssen viele Jugendliche zu mir. Als Lehrperson – vor allem wenn du Französisch unterrichtest – bist du nur gearscht. Ich hab’ versucht Kunst nicht wie eine It-Mom mit Pastamodellen an Kinder zu bringen. Mässig geklappt, sagen die einen. Ich finde, ich habe immer noch Erfolg damit auch jetzt in meinem kleinen Büro. Da stehen Pflanzen – kein Marihuana – und an der Wand hängen Fotos von meinen Katzen, als wäre ich ein stolzer Vater. Mein letztes Date meinte: <i>Bist schon Daddy-Material</i>. Wenn sie mit Daddy die sexy Art meint, stimme ich ihr voll und ganz zu. Aber ich setze definitiv keine Kinder in diese Welt – der Trick ist es Frauen zu daten, die gerade abgelehnt haben ihre Eier einzufrieren, weil sie keine Mom-Pooch wollen. Oder ich date ganz einfach richtige Daddys. Du siehst: Ich bin angenehme Gesellschaft, lern' mich kennen, ich mal dir eine kleine Blume auf eine Serviette und wir sehen wohin das führt.  <br />
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    <div class="p8">Das Leben eines Sowjets.</div>
Starre ich? Mit einem Blinzeln versuche ich weniger intensiv zu wirken, während Ayaz seine rote Vier auf den Kartenstapel zwischen uns gleiten lässt – nonchalant. Ayaz ist cool, er ist ein Anführer und er wurde schon von zwei Schulen geschmissen. Jetzt sitzt er hier und spielt mit mir Karten, während wir sprechen. <b> «Ich habe gehört gestern ist was passiert»</b>, ich versuche auch nonchalant zu sein – das liegt mir in den russischen Genen. <i><b> «War n’ Hurensohn»</b></i> Für Ayaz sind alle Hurensöhne, die erfolgreicher im Leben sind als er. Ich verstehe das, war mit 15 auch so. Meine Mutter war mit 15 schwanger. Ayaz glaubt auch nicht wirklich an Verhütung, aber er hat auch gerade nichts am Laufen. Oder? <b> «Wie geht es Valdina?»</b> - <i><b> «Was soll mit der sein?»</b></i> - also nichts mehr am Laufen. Ich lege eine Karte ab. Ich sehe viel von Ayaz in meinem jüngeren Ich. Er ist frustriert, er weiss nicht wo er hingehört und man unterschätzt ihn. Er könnte mir hier ein Auto zerlegen, da bin ich mir sicher. Nur braucht es das in Mathematik nicht – da will man von ihm wissen für was die Variable x steht. Und wenn er es endlich herausgefunden hat, fragt der Lehrer nach der zweiten Lösung. <br />
Ich spreche Russisch, Englisch, Spanisch und Jugendlich. Oder sollte ich einfach sagen menschlich? Ich liebe meinen Job als Schulsozialarbeiter, aber er laugt mich auch aus. Ich brauche am Abend Abstand davon, dann drehe ich mir selbst einen Joint und denke darüber nach, wie ich mit Vanessa erst gerade darüber gesprochen habe, dass ihre Ängste auch vom Gras noch verstärkt werden können. Selbstmedikation – nichts Gutes. Ach, ich sehne mich nach dem Gefühl, wie meine Finger das Papier rollen. <i> «Wieso sind Sie eigentlich nicht mehr Lehrer»</i> - <b> «Ich wollte was verändern»</b>, checkte Ayaz nicht, checke ich grad auch nicht nur. Spreche ich damit einem Lehrer ab, dass er das kann? Ich spreche vor allem mir ab, dass ich das als Kunstlehrer konnte. Malen ist für mich aber immer noch ein guter Rückzugsort. Erinnert mich daran, wie ich mit Steinen einfach als Kind auf Strassen draussen gekritzelt habe, erinnert mich an die sowjetsche Schule in Perm, erinnert mich daran, wie oft ich alleine zuhause gewesen bin, weil meine Mutter gearbeitet hat. Erinnere mich daran, wie meine Grossmutter mich an den Ohren zu meinem Grossvater gezogen hat, weil sie es für eine unnütze Beschäftigung hielt. Dann hat er mit mir das 1x1 geübt. <br />
Dabei war ich allen immer zu wild, wenn ich nicht gerade gekritzelt habe. Ich schiebe das heute auf meine spanischen Gene – haben sich echt nicht mit den Russischen vertragen. Als hätte man Paella und Stroganoff zusammengerührt. Aber: Ich war sogar Mitglied der Young Pioneer. Mein rotes Halstuch bedeutet heute für niemanden mehr etwas. Ich male wirklich viel mit roter Farbe: Sollte ich das mit meinem Therapeuten besprechen? <br />
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Es ist Nachmittag.<br />
Ayaz ist nach Hause und ich bin auf dem Weg zu meiner Mutter. Als ich mit 17 zu meinem Vater nach London gezogen bin, blieb sie in Russland. Mein Weg war lange bis zur pädagogischen Ausbildung. War noch nicht Sozialarbeiter, als meine Mutter auch nach England kam. Unsere Beziehung ist liebevoll. Aber emotional wie diese Halsketten, die man nie mehr anziehen kann, weil sie sich verknotet haben. Sie wohnt in Manchester, neue Familie, neue Kinder. Neuer Mann. Reicher Mann. Die Nachbarn kennen ihren Namen nicht einmal; ist halt die Russin, die sich den Reichen geangelt hat. Dabei ist er sogar noch jünger. Und sie färbt sich die Haare rot -  da haben wir’s wieder: Rot. <br />
Ich bin ein Beobachter, nicht immer gewesen. Meine Kindheit und Jugend hat mich zu einem gemacht. Ich breche unter Freunden aus, trinke zu viel, bin ein anderer Mensch: Laut, ausgelassen. Wobei mit meinen Katzen bin ich das auch: Sasha, Blini und Kira. Kann nicht Nein sagen zu Streunern – Menschen und Tiere. Naja vor allem Katzen. Hatte mal eine Taube – Sasha hat sie gefressen. Hat nicht funktioniert. Genauso wie die Beziehung zwischen mir und: <b> «Aaaaaaalbert</b> - <b><i> «Jeeeewgeni</i></b> er trägt Polo mit Krokodil. Ich trage T-Shirt vom Designer Secondhand. Er ist 55. Meine Mutter 60. Sieht besser aus, als er. Englische Männer sehen ab 50 manchmal aus, als hätte man sie wie ein Gummiband zu oft gestretcht. Er ist bei der freiwilligen Feuerwehr – vielleicht macht das auch die Hitze mit seinem Gesicht. Weiss selbst nicht genau, wieso ich mich gedanklich jetzt wieder wie ein eifersüchtiger 15-jähriger benehme. Kann das nicht auf meine Hormone schieben. Oder? Ich klopfe Misha meinem Halbbruder auf die Schulter, Vera rennt an mir vorbei. Richtig kurzer Rock. Würde ihr gerne was Längeres zum Anziehen empfehlen – grossbrüderliche Gefühle. Dabei mag ich kurze Röcke bei Frauen doch sehr. Aber das ist was anderes. <b> «Privet, mam»</b>, ich umarme meine Mutter und drücke ihr nonchalant den Blumenstrauss in die Hände. Ich rieche was: <b> «Pachnet borschtschom»</b>  - <i><b> «Setz dich.»</b></i> Sie sieht streng aus, aber schnüffelt dann doch an den Blumen und stellt sie verliebt in eine Vase. Es ist wie immer anders hier, als wenn ich meinen Vater besuche. Hier wird es erst laut nach dem dritten Shot. Die Flasche Wodka steht auf dem Tisch, als wären wir in einer sehr inszenierten Theaterszene einer russischen Familie. <b> «Tolko odin»</b>, ich weise auf die Flasche, habe nachher noch ein Date. Sie ist Ende Zwanzig. Irgendwie stehe ich auf jüngere Frauen. Bei Männern ist mir das egal – das sollte ich nicht laut aussprechen. Passiert aber schon auch. <br />
Wieso ich bevorzugt mit Jugendlichen aus schwierigen Familien oder mit Migrationshintergrund arbeite? Ich muss nicht lange überlegen. Ich sehe einige der Gründe vor mir, andere wohnen in London. Ich war nie vollständig russisch. Zu wenig für meine Grosseltern, zu viel für die Engländer. Ich spreche spanisch, aber ich lebe nicht spanisch. Mein Alltag ist Englisch. Aber ich verstehe Albert nicht wirklich. Ich grinse ihn trotzdem an. Er ist eigentlich ein guter Mann, akzeptiert meine Mutter so, wie sie ist, steht hinter ihr und zeigt der Nachbarschaft den Mittelfinger, wenn sie dumm schwatzen. Aber dieses Heile-Familie-Ding macht mich wahnsinnig. Nicht nur mich. Auch Vera und Misha. Darum hat’s bei mir ein Bett mehr. Vera hat vor ein paar Monaten mal ein paar Wochen bei mir gelebt. Misha kommt, wenn er einen Tapetenwechsel braucht. Ich fühle mich uralt, wenn sie bei mir sind – weil ich ihr Vater sein könnte und nicht ihr Bruder.<br />
<br />
Ich kritzle vor mich hin. Bin nach einem langen Tage endlich nach Hause gekommen. Ich mag meinen kleinen Hinterhof, habe ihn mit einem Katzennetz einzäunen lassen. Blini hat es trotzdem schon ein paar Mal geschafft auszubrechen. Er geht aber nur zwei, drei Meter weiter bis er wieder zurückkommt und so tut, als ob ich ihn jetzt nicht mehr reinlassen würde. Bin gesellschaftlich eigentlich ein ganz Süsser. Mag es unter Leuten zu sein, aber manchmal da geniesse ich es alleine. Eine Tasse Tee, ein Glas eingelegte Gurken, Cracker – nicht Crack. Nicht, dass ich nicht schon ausprobiert habe – immer noch <u>kein Crack</u> - aber nach dem Tripp in der U-Bahn vor drei Monaten brauchte ich mal wieder jemanden der mir sagt, dass ich Ü40 bin. Und darum sind jetzt Tee und Eingelegtes wieder in. Mein Date war ganz okay – bisschen zu viel Make-Up, zu wenig Wangenknochen. Habe sie um knapp nach Halbzehn nach Hause gebracht, kurz gewartet, aber sie wollte mich nicht reinbitten. War eigentlich ganz froh, Sex mit unsicheren Frauen ist anstrengend.  Sitze ja jetzt hier wie die Nachbarschaftshexe von den Simpsons mit meinen Katzen. Texte trotzdem einem <i>Freund</i>: Bock? <br />
Ist erst Halbelf und Morgen ist Samstag.<br />
 </div>
</div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[thirty pairs of underwear]]></title>
			<link>https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2692</link>
			<pubDate>Sat, 18 Jul 2026 20:44:38 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.losttheplot.de/member.php?action=profile&uid=559">Charlotte Bernstein</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2692</guid>
			<description><![CDATA[<div style="text-align: justify;" class="mycode_align">Lotta hatte ein Ding fürs Kofferpacken. Sie packte nach Outfit, hängte sie sich erst alle an eine Kleiderstange und ordnete sie dann wirklich logisch und platzsparend in ihrem Koffer an. Und zwischen jedem Outfithalt packte sie noch einmal ein Höschen mehr in ihren Koffer – weil schadete ja nicht. 10 Tage Mexiko plus die zwei Tage Hin-Rückflug – 30 Paar Unterhosen. Ihr Koffer war bestimmt überpackt mit Outfits und den 5 verschiedenen Arten von Badehosen – je nachdem fühlte sie sich nämlich nicht nach dem einen, aber nach dem anderen. Ihre Geheimwaffe hatte sie drin. <br />
 Die brachte ihr noch nichts auf dem viel zu langen Flug Richtung Mexico. Sie verschlief den grössten Teil vom zweiten 11-stündigen Flug. Die Beine angezogen hatte sie sich an Jesús gekuschelt und die gefühlten 5 Stunden Herr der Ringe verschlafen, die auf dem kleinen Bildschirm vor ihr liefen. Für einen Moment hatte sie nach dem Flug Angst, dass ihr Koffer verloren gegangen war, aber er war angekommen – also geriet sie nicht in eine Slip-Armut. Und während sie auf den Koffer wartete, stellten sich immer mehr Feriengefühle ein. Jesús und sie waren übers Händchenhalten hinaus – naja eigentlich schon seit ihrem ersten Aufeinandertreffen, als sie angetrunken in diesem kleinen geheimen Raum übereinander hergefallen waren. Für sie hatte es beinahe sofort geklickt. Er war ein Mann und musste auf streunender Kater machen. Obwohl – er mochte sie. Er wollte sie besser kennenlernen, austesten. Aber das alles fühlte sich auch immer noch an, als würde er sich ein Sicherheitsnetz bereithalten, falls er sich doch noch anders entschied. <br />
Nur, hier in Mexico gab es kein Sicherheitsnetz mehr.<br />
Sie hatten ein Traumzimmer, wunderschöne Pools, weisse Sandstrände und ein Nachtleben, das sie unsicher zu machen hatten. Es war romantisch – es war wenn sie jetzt nicht hier mit ihrer Kollegin war sozusagen DER Pärchenurlaub. <br />
Also: Sie waren irgendwie ein Pärchen oder? Sie spürte seine Finger in ihrer Hand, als sie an der Rezeption standen und Charlotte mit einem Grinsen kurz überwältigt von der ganzen Einrichtung war. <b> «Wow! Oder?»</b>, sie sah ihn mit grossen Augen an, steckte sich die Karten für die Hotelzimmertür ein. Und er hatte Campen gehen wollen. <br />
<br />
Sie liess Jesús die Tür hinter ihnen schliessen und atmete erst einmal durch, bevor sie sich auch nur aufs Bett fallen liess, weil eine Tagesdecke darauf lag. Sie strampelte sich die Turnschuhe von den Füssen und schielte in seine Richtung. <b> «Hast du den Pool gesehen?»</b>, dahin wollte sie nachher. Also eigentlich in einer knappen halben Stunde, wenn sie sich in ihren Bikini geworfen hatte. Sie stand wieder auf, drehte eine Tour im Zimmer, begutachtete das Bad, die abschliessbare Toilette und trat schliesslich auf den Balkon. Poolsicht – ein bisschen Meer. Sie drehte sich zu ihm, die Finger rücklings am Geländer den Blick auf ihn gerichtet. <b> «Ich hoffe du hast deinen Bikini nicht zu unterst im Koffer»</b>, sie sah ihn abwartend an. <b> «Wir sind nämlich nur so weit geflogen, damit ich dich in Badehosen sehen kann»</b>, und er sich vielleicht beflügelt von anderen Pärchen am Sandstrand einfallen liess, wie er ihr sagte, dass er mit ihr Zukunft sah. <br />
</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align: justify;" class="mycode_align">Lotta hatte ein Ding fürs Kofferpacken. Sie packte nach Outfit, hängte sie sich erst alle an eine Kleiderstange und ordnete sie dann wirklich logisch und platzsparend in ihrem Koffer an. Und zwischen jedem Outfithalt packte sie noch einmal ein Höschen mehr in ihren Koffer – weil schadete ja nicht. 10 Tage Mexiko plus die zwei Tage Hin-Rückflug – 30 Paar Unterhosen. Ihr Koffer war bestimmt überpackt mit Outfits und den 5 verschiedenen Arten von Badehosen – je nachdem fühlte sie sich nämlich nicht nach dem einen, aber nach dem anderen. Ihre Geheimwaffe hatte sie drin. <br />
 Die brachte ihr noch nichts auf dem viel zu langen Flug Richtung Mexico. Sie verschlief den grössten Teil vom zweiten 11-stündigen Flug. Die Beine angezogen hatte sie sich an Jesús gekuschelt und die gefühlten 5 Stunden Herr der Ringe verschlafen, die auf dem kleinen Bildschirm vor ihr liefen. Für einen Moment hatte sie nach dem Flug Angst, dass ihr Koffer verloren gegangen war, aber er war angekommen – also geriet sie nicht in eine Slip-Armut. Und während sie auf den Koffer wartete, stellten sich immer mehr Feriengefühle ein. Jesús und sie waren übers Händchenhalten hinaus – naja eigentlich schon seit ihrem ersten Aufeinandertreffen, als sie angetrunken in diesem kleinen geheimen Raum übereinander hergefallen waren. Für sie hatte es beinahe sofort geklickt. Er war ein Mann und musste auf streunender Kater machen. Obwohl – er mochte sie. Er wollte sie besser kennenlernen, austesten. Aber das alles fühlte sich auch immer noch an, als würde er sich ein Sicherheitsnetz bereithalten, falls er sich doch noch anders entschied. <br />
Nur, hier in Mexico gab es kein Sicherheitsnetz mehr.<br />
Sie hatten ein Traumzimmer, wunderschöne Pools, weisse Sandstrände und ein Nachtleben, das sie unsicher zu machen hatten. Es war romantisch – es war wenn sie jetzt nicht hier mit ihrer Kollegin war sozusagen DER Pärchenurlaub. <br />
Also: Sie waren irgendwie ein Pärchen oder? Sie spürte seine Finger in ihrer Hand, als sie an der Rezeption standen und Charlotte mit einem Grinsen kurz überwältigt von der ganzen Einrichtung war. <b> «Wow! Oder?»</b>, sie sah ihn mit grossen Augen an, steckte sich die Karten für die Hotelzimmertür ein. Und er hatte Campen gehen wollen. <br />
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Sie liess Jesús die Tür hinter ihnen schliessen und atmete erst einmal durch, bevor sie sich auch nur aufs Bett fallen liess, weil eine Tagesdecke darauf lag. Sie strampelte sich die Turnschuhe von den Füssen und schielte in seine Richtung. <b> «Hast du den Pool gesehen?»</b>, dahin wollte sie nachher. Also eigentlich in einer knappen halben Stunde, wenn sie sich in ihren Bikini geworfen hatte. Sie stand wieder auf, drehte eine Tour im Zimmer, begutachtete das Bad, die abschliessbare Toilette und trat schliesslich auf den Balkon. Poolsicht – ein bisschen Meer. Sie drehte sich zu ihm, die Finger rücklings am Geländer den Blick auf ihn gerichtet. <b> «Ich hoffe du hast deinen Bikini nicht zu unterst im Koffer»</b>, sie sah ihn abwartend an. <b> «Wir sind nämlich nur so weit geflogen, damit ich dich in Badehosen sehen kann»</b>, und er sich vielleicht beflügelt von anderen Pärchen am Sandstrand einfallen liess, wie er ihr sagte, dass er mit ihr Zukunft sah. <br />
</div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[caught up in the riptide]]></title>
			<link>https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2691</link>
			<pubDate>Sat, 04 Jul 2026 23:44:00 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.losttheplot.de/member.php?action=profile&uid=544">Ronan Lynch</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2691</guid>
			<description><![CDATA[Es hätte alles anders laufen sollen, in den letzten Wochen. Das war eine Erkenntnis, die nur zu spät kommen konnte, das setzte sie voraus und trotzdem verzichtete sie in den seltensten Fällen auf den begleitenden Vorwurf, man hätte es anders machen müssen, man hätte es besser gewusst. Doch Ronan war zu sehr in sein eigenes Leben verstrickt gewesen, hatte sich mit Theo rumgeschlagen, seinem (nicht mehr ganz so) neuen Kollegen, den Ostervorbereitungen; hatte viele Gründe gefunden, sich nicht mit Josh herumschlagen zu müssen, der ihm immerhin beim gemeinsamen Osterfrühstück bei ihren Eltern gleichermaßen wenig zu sagen hatte als noch vor zehn Jahren. Möglicherweise hätte er sich mehr bemühen müssen, als der Bruder, der sein Leben geregelt hatte, und doch wusste Ronan ebenso, dass es vermutlich nichts geändert hatte. Der bloße Wille würde sie in diesem Leben nicht mehr zueinander führen — und selbst an dem scheiterte es von Seiten seines Halbbruders. Ein Wunder wäre nötig und dass die geschahen, wusste er als Mann des Glaubens zwar, doch war Ronan zu demütig, um Gottes Hand ausgerechnet in seiner Beziehung zu Josh zu erwarten. Er hatte ihn in seine Gebete aufgenommen, hatte ihm die Hand entgegengestreckt und die Tür offengehalten, selbst wenn er es in dem Wissen getan hatte, dass Josh seine Schwelle nicht passieren würde. Die Konfrontation mit Pat vor einigen Wochen hatte die Gewissheit vertieft, dass es auch bei ihm nicht anders sein würde. <br />
<br />
Und nun war es dafür auf gewisse Weise zu spät. Die Nachricht ereilte Ronan auf die gleiche Art wie vor sieben Jahren; zwischen Tür und Angel hatte er die aufgelöste Stimme seiner Mutter am Telefon und musste diesmal nicht lange rätseln, um zu wissen, worauf alles hinauslief, bevor sie es aussprach. Das Gefühl in seiner Brust war dennoch dasselbe wie damals in Oscott. Das jähe Ziehen, kaum gedämpft von dem zynischen <i>'Ich habe es doch gewusst'</i>, das niemandem zum Sieger kürte. Josh war zurück im Gefängnis und eigentlich hatte sich nichts verändert, für ihn immerhin nicht, der sich in den wenigen Wochen seiner Rückkehr keine Hoffnungen gemacht hatte, weil es dafür keinen Boden gab. Er hatte sich für ihn gefreut, für die Familie, hatte darüber hinaus aber nicht die Augen davor verschließen können, wie fatal Joshuas Lebensstil für eben diese Menschen und sich selbst sein würde, insbesondere auch für Pat, so viel hatte ihre Meinungsverschiedenheit im März verdeutlicht (Ronan vermied das Wort <i>Streit</i> so vehement, dass er darüber schon die eine oder andere Diskussion hatte führen müssen). Natürlich hatten sie sich darüber nicht ausgesprochen, so wie sie sich auch in der Vergangenheit nie ausgesprochen hatten und diese brillante Familientechnik hatte sich zwar bewährt, sie aber auch beide an genau diesen Ort gebracht, an dem sich zumindest Ronan nicht wohl fühlte. Warum diese Erkenntnis ausgerechnet jetzt kam, konnte er sich auch nicht ganz erklären, vielleicht hatte Joshs beidseitige Rückkehr an der Stelle doch mehr ausgelöst als er sich ins Bewusstsein rufen konnte. Was auch immer es war, Ronan stand jetzt hier, vor diesem Pub, und begegnete seinem Bruder an dem Ort, der ihm wohl am Heiligsten war.<br />
<br />
Es war nicht seine gewohnte Umgebung, trotzdem bildete sich Ronan ein, in diesem Laden nicht hervorzustechen wie ein Pinguin in der Wüste, bei dem sich niemand ganz sicher war, wie er dort hingekommen war und wie man ihn möglich unauffällig wieder loswurde — aber immerhin war Ronan auch Ire gewesen, bevor er Pastor geworden war.<br />
Suchen musste er seinen Bruder immerhin nicht und so blieb ihm nichts anderes, als die letzten Meter zur Theke zu überbrücken und sich mit einem gedeckten Lächeln über einen Barhocker zu schieben, der ruckelte, sobald er das Gewicht verlagerte. <b>"Scheuchst du mich fluchend aus dem Laden, wenn ich dich nach einem Glas Spätburgunder frage?"</b>, fragte er, die Mundwinkel schief gekräuselt. <B>"Ein Guinness, bitte."</b> Ronan legte seine Hände auf der Bar ab, streifte sogleich einen klebrigen Fleck und zog sie unzufrieden zurück zu sich, hängend an seinem Körper als hätte man ihm nicht ganz beigebracht, wie man sich hier zu verhalten hatte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Es hätte alles anders laufen sollen, in den letzten Wochen. Das war eine Erkenntnis, die nur zu spät kommen konnte, das setzte sie voraus und trotzdem verzichtete sie in den seltensten Fällen auf den begleitenden Vorwurf, man hätte es anders machen müssen, man hätte es besser gewusst. Doch Ronan war zu sehr in sein eigenes Leben verstrickt gewesen, hatte sich mit Theo rumgeschlagen, seinem (nicht mehr ganz so) neuen Kollegen, den Ostervorbereitungen; hatte viele Gründe gefunden, sich nicht mit Josh herumschlagen zu müssen, der ihm immerhin beim gemeinsamen Osterfrühstück bei ihren Eltern gleichermaßen wenig zu sagen hatte als noch vor zehn Jahren. Möglicherweise hätte er sich mehr bemühen müssen, als der Bruder, der sein Leben geregelt hatte, und doch wusste Ronan ebenso, dass es vermutlich nichts geändert hatte. Der bloße Wille würde sie in diesem Leben nicht mehr zueinander führen — und selbst an dem scheiterte es von Seiten seines Halbbruders. Ein Wunder wäre nötig und dass die geschahen, wusste er als Mann des Glaubens zwar, doch war Ronan zu demütig, um Gottes Hand ausgerechnet in seiner Beziehung zu Josh zu erwarten. Er hatte ihn in seine Gebete aufgenommen, hatte ihm die Hand entgegengestreckt und die Tür offengehalten, selbst wenn er es in dem Wissen getan hatte, dass Josh seine Schwelle nicht passieren würde. Die Konfrontation mit Pat vor einigen Wochen hatte die Gewissheit vertieft, dass es auch bei ihm nicht anders sein würde. <br />
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Und nun war es dafür auf gewisse Weise zu spät. Die Nachricht ereilte Ronan auf die gleiche Art wie vor sieben Jahren; zwischen Tür und Angel hatte er die aufgelöste Stimme seiner Mutter am Telefon und musste diesmal nicht lange rätseln, um zu wissen, worauf alles hinauslief, bevor sie es aussprach. Das Gefühl in seiner Brust war dennoch dasselbe wie damals in Oscott. Das jähe Ziehen, kaum gedämpft von dem zynischen <i>'Ich habe es doch gewusst'</i>, das niemandem zum Sieger kürte. Josh war zurück im Gefängnis und eigentlich hatte sich nichts verändert, für ihn immerhin nicht, der sich in den wenigen Wochen seiner Rückkehr keine Hoffnungen gemacht hatte, weil es dafür keinen Boden gab. Er hatte sich für ihn gefreut, für die Familie, hatte darüber hinaus aber nicht die Augen davor verschließen können, wie fatal Joshuas Lebensstil für eben diese Menschen und sich selbst sein würde, insbesondere auch für Pat, so viel hatte ihre Meinungsverschiedenheit im März verdeutlicht (Ronan vermied das Wort <i>Streit</i> so vehement, dass er darüber schon die eine oder andere Diskussion hatte führen müssen). Natürlich hatten sie sich darüber nicht ausgesprochen, so wie sie sich auch in der Vergangenheit nie ausgesprochen hatten und diese brillante Familientechnik hatte sich zwar bewährt, sie aber auch beide an genau diesen Ort gebracht, an dem sich zumindest Ronan nicht wohl fühlte. Warum diese Erkenntnis ausgerechnet jetzt kam, konnte er sich auch nicht ganz erklären, vielleicht hatte Joshs beidseitige Rückkehr an der Stelle doch mehr ausgelöst als er sich ins Bewusstsein rufen konnte. Was auch immer es war, Ronan stand jetzt hier, vor diesem Pub, und begegnete seinem Bruder an dem Ort, der ihm wohl am Heiligsten war.<br />
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Es war nicht seine gewohnte Umgebung, trotzdem bildete sich Ronan ein, in diesem Laden nicht hervorzustechen wie ein Pinguin in der Wüste, bei dem sich niemand ganz sicher war, wie er dort hingekommen war und wie man ihn möglich unauffällig wieder loswurde — aber immerhin war Ronan auch Ire gewesen, bevor er Pastor geworden war.<br />
Suchen musste er seinen Bruder immerhin nicht und so blieb ihm nichts anderes, als die letzten Meter zur Theke zu überbrücken und sich mit einem gedeckten Lächeln über einen Barhocker zu schieben, der ruckelte, sobald er das Gewicht verlagerte. <b>"Scheuchst du mich fluchend aus dem Laden, wenn ich dich nach einem Glas Spätburgunder frage?"</b>, fragte er, die Mundwinkel schief gekräuselt. <B>"Ein Guinness, bitte."</b> Ronan legte seine Hände auf der Bar ab, streifte sogleich einen klebrigen Fleck und zog sie unzufrieden zurück zu sich, hängend an seinem Körper als hätte man ihm nicht ganz beigebracht, wie man sich hier zu verhalten hatte.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[DON'T GO CHASING WATERFALLS]]></title>
			<link>https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2690</link>
			<pubDate>Fri, 03 Jul 2026 23:16:49 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.losttheplot.de/member.php?action=profile&uid=572">Destiny Okonkwo</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2690</guid>
			<description><![CDATA[<i>Süß</i>, befand Dee, während sie sich vor ihrem Spiegel von rechts nach links und wieder zurück drehte. <i>Süß und Fromm.</i> Genau das, was sie heute beabsichtigt hatte. <i>Wenn</i> sich ein sexy Priester irgendwann trotz Zölibats-Gebot in jemanden verliebte, dann ja wohl in eine süße, fromme Frau seiner eigenen Gemeinde, richtig? Sie zupfte ihre weiße Bluse nochmal zurecht, strich den langen Rock glatt und warf einen letzten Blick auf ihre Lederschuhe, bevor sie ihre frommste Tasche und ihre frommste Jacke griff und aus der Wohnung hinaus lief.<br />
Ihre Sonntage verliefen mittlerweile wie rituell: Um 8.45 Uhr ging sie aus dem Haus, damit sie Ruby zehn Minuten später an den Bahngleisen treffen konnte, von wo aus sie 45 Minuten lang in die Innenstadt fuhren. Ein kurzer Weg bis zur Kirche, in der sie mittlerweile die besten Plätze auserkoren hatten (nah genug am Altar, um Father Ronan gut sehen zu können, weit genug entfernt, um nicht aufzufallen, wenn sie sich mal wieder vielsagende Blicke zuwarfen oder den Text der Lobgesänge verhaspelten). Danach gingen sie zum Brunch und redeten sehr unkirchlich über ihre jeweilige Frustration mit Teenagern oder Bandmitgliedern, und über das gerade erlebte Wochenende, das manchmal mehr (Ruby), manchmal weniger (Destiny) wild ausfiel. Und wenn Dee dann alle paar Wochen ihre Familie besuchte, schwärmte ihre Mutter ganz entzückt über ihre liebreizend-religiöse Tochter, die regelmäßig in die Kirche ging und nach vermeintlich religiösen Werten lebte. Eine Win-Win-Win-Situation – diese Sonntage hatten in jeglichen Dimensionen ihr Leben verbessert.<br />
Mit einem Strahlen im Gesicht riss Dee deshalb schon von Weitem die Hand hoch und wedelte ihrer Freundin euphorisch zu. <b>"Father Ronan und ich"</b>, kündigte sie an, während sie zeitgleich die Arme um Ruby legte und sie fest an sich drückte. <b>"Wir hatten gestern schon ein Dreier-Date mit meinem Satisfyer."</b> Während sie darüber kicherte, löste sie sich wieder aus der Umarmung und betrachtete das weniger fromme Outfit ihrer Freundin. <b>"Was ging bei dir gestern?"</b>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<i>Süß</i>, befand Dee, während sie sich vor ihrem Spiegel von rechts nach links und wieder zurück drehte. <i>Süß und Fromm.</i> Genau das, was sie heute beabsichtigt hatte. <i>Wenn</i> sich ein sexy Priester irgendwann trotz Zölibats-Gebot in jemanden verliebte, dann ja wohl in eine süße, fromme Frau seiner eigenen Gemeinde, richtig? Sie zupfte ihre weiße Bluse nochmal zurecht, strich den langen Rock glatt und warf einen letzten Blick auf ihre Lederschuhe, bevor sie ihre frommste Tasche und ihre frommste Jacke griff und aus der Wohnung hinaus lief.<br />
Ihre Sonntage verliefen mittlerweile wie rituell: Um 8.45 Uhr ging sie aus dem Haus, damit sie Ruby zehn Minuten später an den Bahngleisen treffen konnte, von wo aus sie 45 Minuten lang in die Innenstadt fuhren. Ein kurzer Weg bis zur Kirche, in der sie mittlerweile die besten Plätze auserkoren hatten (nah genug am Altar, um Father Ronan gut sehen zu können, weit genug entfernt, um nicht aufzufallen, wenn sie sich mal wieder vielsagende Blicke zuwarfen oder den Text der Lobgesänge verhaspelten). Danach gingen sie zum Brunch und redeten sehr unkirchlich über ihre jeweilige Frustration mit Teenagern oder Bandmitgliedern, und über das gerade erlebte Wochenende, das manchmal mehr (Ruby), manchmal weniger (Destiny) wild ausfiel. Und wenn Dee dann alle paar Wochen ihre Familie besuchte, schwärmte ihre Mutter ganz entzückt über ihre liebreizend-religiöse Tochter, die regelmäßig in die Kirche ging und nach vermeintlich religiösen Werten lebte. Eine Win-Win-Win-Situation – diese Sonntage hatten in jeglichen Dimensionen ihr Leben verbessert.<br />
Mit einem Strahlen im Gesicht riss Dee deshalb schon von Weitem die Hand hoch und wedelte ihrer Freundin euphorisch zu. <b>"Father Ronan und ich"</b>, kündigte sie an, während sie zeitgleich die Arme um Ruby legte und sie fest an sich drückte. <b>"Wir hatten gestern schon ein Dreier-Date mit meinem Satisfyer."</b> Während sie darüber kicherte, löste sie sich wieder aus der Umarmung und betrachtete das weniger fromme Outfit ihrer Freundin. <b>"Was ging bei dir gestern?"</b>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[always the same sh*t]]></title>
			<link>https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2687</link>
			<pubDate>Thu, 02 Jul 2026 11:16:50 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.losttheplot.de/member.php?action=profile&uid=570">Sydney Stewart</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2687</guid>
			<description><![CDATA[Es gab viele Gründe, die Sydney in halbwegs regelmäßigen Abständen zurück nach Oldham trieben, zum Beispiel fünfundzwanzig verpasste oder ganz bestimmt nur <i>versehentlich</i> weggedrückte Anrufe seiner Eltern, denen früher oder später unweigerlich das schlechte Gewissen folgte, in welchem ihm nur die Wahl blieb, den neu gewonnenen Ruf als grauenhaftester Sohn zu akzeptieren oder mit einem halbherzig zwischen zwei grauenhafte Nachtschichten gequetschten Anstandsbesuch zu beweisen, dass er anders als befürchtet nicht spontan den Löffel abgegeben hatte, weil ihm irgendein Heroinabhängiger bei einem Rettungsversuch eine dreckige Nadel in die Schlagader gerammt hatte - das Denken seiner Eltern, nicht Sydneys. <br />
Die meisten Drogenabhängigen, denen Sydney im Zuge seines Jobs begegnete, waren doch ausgesprochen friedlich, wenn nicht sogar schon über eine Flasche Wasser und einen kurzen Ort zum Verweilen und ein Ohr zum Zuhören glücklich. Komplizierter waren jene, die sich am Rande ihres Bewusstseins befanden oder schlichtweg nicht mit der Sprache rausrücken wollten, was denn an diesem freudigen Freitag konsumiert worden war (entweder aufgrund des fehlenden Bewusstseinszustand oder weil sie noch nie davon gehört hatten, dass man seinen Rettungssanitäter ebenso wenig anlügen sollte, wie seinen Anwalt), aber auch die setzten nicht willkürlich zu einem Angriff an. Auch nicht in Oldham. <br />
<br />
Wie seine Eltern diesen Ort so sehr verachten konnten, aber es sie trotzdem nie woanders hinzog, war Sydney auch nach siebenundzwanzig Jahren noch ein Rätsel. Vielleicht hassten sie jeden anderen Ort nur noch mehr, Gott bewahre sie davor, in das Zentrum von Manchester zu wandern und dort persönlich von zu lauten Autos oder Veganern belästigt zu werden; vielleicht liebten sie es aber auch einfach nur, auf andere Menschen hinab zu spucken. Damit waren sie so manchen Gästen in Sydneys Rettungswagen gar nicht mal so unähnlich, aber das laut auszusprechen, würde ja auch wieder nur die Stimmung am Esstisch ruinieren. Heutzutage durfte man wirklich gar nichts mehr sagen.<br />
<br />
Naja, jedenfalls war es ein solcher Anstandsbesuche gewesen, der Sydney an diesem schönen Donnerstag (es regnete in Strömen) nach Oldham geführt hatte. Kein Einsatz, weil sich irgendein Jugendlicher hinter der Turnhalle mit einem selbstgebastelten Böller die Finger weggesprengt hatte oder jemand 'durch einen plötzlichen Schwindelanfall' in die Glastür des örtlichen Kiosks gestürzt war, mit dem Ellbogen voran, fast schon so, als hätte er mit Absicht versucht, das Glas zu zerschlagen und sich so Zugang zu dem kleinen Laden zu verschaffen (ein Schelm, wer Böses dabei denkt). <br />
Um Acht Uhr morgens hatte Sydney brav auf der Matte seiner Eltern gestanden, um gemeinsam zu frühstücken und dabei von all den schönen Dingen zu erzählen, die ihm die letzten Wochen so passiert waren, es aber auch unmöglich gemacht hatten, anzurufen, weil er natürlich heldenhaft in jeden Nachtdienst seiner kranken Kollegen eingesprungen war. Statt zu sagen, wie sehr er Charlie dafür verflucht hatte, dass er sich bei seinem Sexurlaub auf Malle mit Drüsenfieber angesteckt hatte und nun mit einem ordentlichen Fieber Zuhause flachlag (so gesehen war er im zweifachen Sinne <i>flachgelegt</i> worden) oder dass ein Großteil seiner Arbeit wenn nicht grauenhaft anstrengend, dann doch an einen Lähmungstod grenzend öde war, berichtete Sydney davon, wie er Taxi für einen Spieler von Manchester Storm gespielt und dabei Freikarten für die Playoffs geschenkt bekommen hatte - das Spiel hatte er verpasst, weil er für Charlie hatte einspringen müssen, aber sie hatten ohnehin verloren -; er erzählte von ein paar gebrochenen Knöcheln und Beinen, die aber ganz sicher wieder werden würden, von einfachen Dingen, die einen nicht das Rührei auf dem Brötchen betrachten und eine abrupte Sehnsucht nach Amnesie verspüren ließen, und dann machte er den Fehler, von der Frau zu erzählen, die letzten Dienstag noch in ihrem Rettungswagen ein Kind zur Welt gebracht hatte -- was unweigerlich zu der Frage führte, wann er denn heiraten und sie mit ein paar weiteren Enkelkindern beglücken würde. Ironisch, wenn man bedachte, dass sie ihm jahrelang eingebläut hatten, bloß nicht auch nur auf die Idee zu kommen, irgendein Mädchen zu schwängern und jetzt war er Siebenundzwanzig und es konnte ihnen plötzlich kaum schnell genug gehen. Was dachten sie denn, wie oft er sie anrufen würde, wenn er neben der Arbeit auch noch ein Kleinkind zum Umkümmern bei sich Zuhause hätte?<br />
<br />
Keine fünfzehn Minuten später hatte Sydney die Flucht ergriffen - <i>"... ein Notfall, ich muss für wen einspringen ..."</i> - aber statt zur Arbeit zu fahren, ließ ihn ein spontaner Impuls in Stefanias Straße parken. Die würde ihn ganz bestimmt nicht danach fragen, wann <i>er</i> denn mit dem Kinderkriegen anfing, was ihn gleich etwas entschlossener die Klingel mit dem Daumen malträtieren ließ. <b>"Lässt du mich rein? Ich hab auch geklaute Brötchen dabei"</b>, rief er es in die Sprechanlage, kaum dass diese mit einem Knistern verraten hatte, dass jemand den Hörer abgenommen hatte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Es gab viele Gründe, die Sydney in halbwegs regelmäßigen Abständen zurück nach Oldham trieben, zum Beispiel fünfundzwanzig verpasste oder ganz bestimmt nur <i>versehentlich</i> weggedrückte Anrufe seiner Eltern, denen früher oder später unweigerlich das schlechte Gewissen folgte, in welchem ihm nur die Wahl blieb, den neu gewonnenen Ruf als grauenhaftester Sohn zu akzeptieren oder mit einem halbherzig zwischen zwei grauenhafte Nachtschichten gequetschten Anstandsbesuch zu beweisen, dass er anders als befürchtet nicht spontan den Löffel abgegeben hatte, weil ihm irgendein Heroinabhängiger bei einem Rettungsversuch eine dreckige Nadel in die Schlagader gerammt hatte - das Denken seiner Eltern, nicht Sydneys. <br />
Die meisten Drogenabhängigen, denen Sydney im Zuge seines Jobs begegnete, waren doch ausgesprochen friedlich, wenn nicht sogar schon über eine Flasche Wasser und einen kurzen Ort zum Verweilen und ein Ohr zum Zuhören glücklich. Komplizierter waren jene, die sich am Rande ihres Bewusstseins befanden oder schlichtweg nicht mit der Sprache rausrücken wollten, was denn an diesem freudigen Freitag konsumiert worden war (entweder aufgrund des fehlenden Bewusstseinszustand oder weil sie noch nie davon gehört hatten, dass man seinen Rettungssanitäter ebenso wenig anlügen sollte, wie seinen Anwalt), aber auch die setzten nicht willkürlich zu einem Angriff an. Auch nicht in Oldham. <br />
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Wie seine Eltern diesen Ort so sehr verachten konnten, aber es sie trotzdem nie woanders hinzog, war Sydney auch nach siebenundzwanzig Jahren noch ein Rätsel. Vielleicht hassten sie jeden anderen Ort nur noch mehr, Gott bewahre sie davor, in das Zentrum von Manchester zu wandern und dort persönlich von zu lauten Autos oder Veganern belästigt zu werden; vielleicht liebten sie es aber auch einfach nur, auf andere Menschen hinab zu spucken. Damit waren sie so manchen Gästen in Sydneys Rettungswagen gar nicht mal so unähnlich, aber das laut auszusprechen, würde ja auch wieder nur die Stimmung am Esstisch ruinieren. Heutzutage durfte man wirklich gar nichts mehr sagen.<br />
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Naja, jedenfalls war es ein solcher Anstandsbesuche gewesen, der Sydney an diesem schönen Donnerstag (es regnete in Strömen) nach Oldham geführt hatte. Kein Einsatz, weil sich irgendein Jugendlicher hinter der Turnhalle mit einem selbstgebastelten Böller die Finger weggesprengt hatte oder jemand 'durch einen plötzlichen Schwindelanfall' in die Glastür des örtlichen Kiosks gestürzt war, mit dem Ellbogen voran, fast schon so, als hätte er mit Absicht versucht, das Glas zu zerschlagen und sich so Zugang zu dem kleinen Laden zu verschaffen (ein Schelm, wer Böses dabei denkt). <br />
Um Acht Uhr morgens hatte Sydney brav auf der Matte seiner Eltern gestanden, um gemeinsam zu frühstücken und dabei von all den schönen Dingen zu erzählen, die ihm die letzten Wochen so passiert waren, es aber auch unmöglich gemacht hatten, anzurufen, weil er natürlich heldenhaft in jeden Nachtdienst seiner kranken Kollegen eingesprungen war. Statt zu sagen, wie sehr er Charlie dafür verflucht hatte, dass er sich bei seinem Sexurlaub auf Malle mit Drüsenfieber angesteckt hatte und nun mit einem ordentlichen Fieber Zuhause flachlag (so gesehen war er im zweifachen Sinne <i>flachgelegt</i> worden) oder dass ein Großteil seiner Arbeit wenn nicht grauenhaft anstrengend, dann doch an einen Lähmungstod grenzend öde war, berichtete Sydney davon, wie er Taxi für einen Spieler von Manchester Storm gespielt und dabei Freikarten für die Playoffs geschenkt bekommen hatte - das Spiel hatte er verpasst, weil er für Charlie hatte einspringen müssen, aber sie hatten ohnehin verloren -; er erzählte von ein paar gebrochenen Knöcheln und Beinen, die aber ganz sicher wieder werden würden, von einfachen Dingen, die einen nicht das Rührei auf dem Brötchen betrachten und eine abrupte Sehnsucht nach Amnesie verspüren ließen, und dann machte er den Fehler, von der Frau zu erzählen, die letzten Dienstag noch in ihrem Rettungswagen ein Kind zur Welt gebracht hatte -- was unweigerlich zu der Frage führte, wann er denn heiraten und sie mit ein paar weiteren Enkelkindern beglücken würde. Ironisch, wenn man bedachte, dass sie ihm jahrelang eingebläut hatten, bloß nicht auch nur auf die Idee zu kommen, irgendein Mädchen zu schwängern und jetzt war er Siebenundzwanzig und es konnte ihnen plötzlich kaum schnell genug gehen. Was dachten sie denn, wie oft er sie anrufen würde, wenn er neben der Arbeit auch noch ein Kleinkind zum Umkümmern bei sich Zuhause hätte?<br />
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Keine fünfzehn Minuten später hatte Sydney die Flucht ergriffen - <i>"... ein Notfall, ich muss für wen einspringen ..."</i> - aber statt zur Arbeit zu fahren, ließ ihn ein spontaner Impuls in Stefanias Straße parken. Die würde ihn ganz bestimmt nicht danach fragen, wann <i>er</i> denn mit dem Kinderkriegen anfing, was ihn gleich etwas entschlossener die Klingel mit dem Daumen malträtieren ließ. <b>"Lässt du mich rein? Ich hab auch geklaute Brötchen dabei"</b>, rief er es in die Sprechanlage, kaum dass diese mit einem Knistern verraten hatte, dass jemand den Hörer abgenommen hatte.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Every child learns the earth once it splits their chin]]></title>
			<link>https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2689</link>
			<pubDate>Wed, 01 Jul 2026 23:37:52 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.losttheplot.de/member.php?action=profile&uid=189">Jesse Ruffino</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2689</guid>
			<description><![CDATA[Es gab echt keine Regeln, die er in den Jahren hatte erkennen können, wie die Jahreszeit den Hunger von den Menschen beeinflusste. War’s ein verregneter und kalter Februar und die Leute hatten Bock auf herzhaft und sich was Gutes tun ODER sie verließen ihre Häuser nicht, weil’s draußen nass und eklig war. Scheiß Lotterie, zumindest war der holprige Januar geschafft. Heute trotz Samstag also nicht ausgebucht, keine der beiden Runden am Abend, was schade war, weil Jay am Montag einen Handwerker bezahlen musste, der ihnen die Spülmaschine reparieren sollte, die <i>gestern</i> Nacht abgeraucht war und die Küche geflutet hatte. Alles normal, heute also eine Person mehr zum Spülen abgestellt – na wen hatte es wohl zur Mittagsschicht getroffen?!<br />
<br />
Wenn man erst nen knappen Monat bei ihnen arbeitete, musste man natürlich alle Stationen mal durchlaufen, also hatte Murphy mittags rum schön spülen helfen dürfen. Gehörte zur Erfahrung dazu. Jetzt ging’s in die Abendvorbereitung und Jay machte seine Runde, weil die meisten hatten eh ihren Job und ihre Station und er selbst wollte die Lammkarrees vorbereiten – er fand’s meditativ. <br />
Er blieb stehen. Ging zwei Schritte zurück. Und registrierte: Murphys Platz leer. Sein Messer lag da, ein großer Topf voll Zwiebeln daneben, aber keine Person anwesend, die sich dafür zuständig fühlte. Hatte der nicht Prep verordnet bekommen?! Jay ging’s ja gut, er hatte einen tollen Start ins Jahr, alles tiefenentspannt, weil zum Glück musste er nicht selbst Teller spülen. Neuer Apprenti war allerdings immer so ein Thema. Na-tür-lich konnten die noch nicht alles immer sofort – aber er sah gar nicht ein, warum das zu seinem Problem werden sollte?! <b>“Wo is Bambi?“</b>, fragte er ungeduldig in die Runde, weil die waren ihm alle verdächtig ruhig und mit ihren Köpfen bei ihren Aufgaben, das machte jeden einzelnen verdächtig. War’s schon Zeit für die Äquatortaufe und die hatten ihn in die Kühlkammer gesperrt?? Die und ihre fucking Hackordnung. War ihm ja an sich egal, blabla, mussten sie alle einmal durch, aber wenn’s ihn und die Küche in der Arbeit behinderte, dann hatte Jay da richtig dolle wenig Bock drauf.<br />
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Er folgte dem Nicken in Richtung Trockenlager, trommelte sich mit den Fingern einmal auf den Oberschenkel, atmete tief durch und erinnerte sich dran, dass er ein guter Chef war und Menschen nicht perfekt waren und---<b>“Ich hoffe schwer für dich, du hast die lang verschollene Asche deiner toten Großmutter hier wiedergefunden, oder isolierst dich wegen einer spontanen Diagnose von Cholera—"</b>, bot er großzügig an als Ausreden, als er die Tür zum Lager aufstieß, wo er tatsächlich Murphy sah, der in aller Seelenruhe—was?? Container neu labelte? Linsen nach Größe sortierte? Seine Mittagspause verlängerte?? <b>“Ansonsten, was zur Hölle machst du hier?!“</b> Und warum kommst du hier nicht sofort raus, achso weil Jay mit verschränkten Armen die Tür versperrte und absolut super entspannt war, keine Sorge—]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Es gab echt keine Regeln, die er in den Jahren hatte erkennen können, wie die Jahreszeit den Hunger von den Menschen beeinflusste. War’s ein verregneter und kalter Februar und die Leute hatten Bock auf herzhaft und sich was Gutes tun ODER sie verließen ihre Häuser nicht, weil’s draußen nass und eklig war. Scheiß Lotterie, zumindest war der holprige Januar geschafft. Heute trotz Samstag also nicht ausgebucht, keine der beiden Runden am Abend, was schade war, weil Jay am Montag einen Handwerker bezahlen musste, der ihnen die Spülmaschine reparieren sollte, die <i>gestern</i> Nacht abgeraucht war und die Küche geflutet hatte. Alles normal, heute also eine Person mehr zum Spülen abgestellt – na wen hatte es wohl zur Mittagsschicht getroffen?!<br />
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Wenn man erst nen knappen Monat bei ihnen arbeitete, musste man natürlich alle Stationen mal durchlaufen, also hatte Murphy mittags rum schön spülen helfen dürfen. Gehörte zur Erfahrung dazu. Jetzt ging’s in die Abendvorbereitung und Jay machte seine Runde, weil die meisten hatten eh ihren Job und ihre Station und er selbst wollte die Lammkarrees vorbereiten – er fand’s meditativ. <br />
Er blieb stehen. Ging zwei Schritte zurück. Und registrierte: Murphys Platz leer. Sein Messer lag da, ein großer Topf voll Zwiebeln daneben, aber keine Person anwesend, die sich dafür zuständig fühlte. Hatte der nicht Prep verordnet bekommen?! Jay ging’s ja gut, er hatte einen tollen Start ins Jahr, alles tiefenentspannt, weil zum Glück musste er nicht selbst Teller spülen. Neuer Apprenti war allerdings immer so ein Thema. Na-tür-lich konnten die noch nicht alles immer sofort – aber er sah gar nicht ein, warum das zu seinem Problem werden sollte?! <b>“Wo is Bambi?“</b>, fragte er ungeduldig in die Runde, weil die waren ihm alle verdächtig ruhig und mit ihren Köpfen bei ihren Aufgaben, das machte jeden einzelnen verdächtig. War’s schon Zeit für die Äquatortaufe und die hatten ihn in die Kühlkammer gesperrt?? Die und ihre fucking Hackordnung. War ihm ja an sich egal, blabla, mussten sie alle einmal durch, aber wenn’s ihn und die Küche in der Arbeit behinderte, dann hatte Jay da richtig dolle wenig Bock drauf.<br />
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Er folgte dem Nicken in Richtung Trockenlager, trommelte sich mit den Fingern einmal auf den Oberschenkel, atmete tief durch und erinnerte sich dran, dass er ein guter Chef war und Menschen nicht perfekt waren und---<b>“Ich hoffe schwer für dich, du hast die lang verschollene Asche deiner toten Großmutter hier wiedergefunden, oder isolierst dich wegen einer spontanen Diagnose von Cholera—"</b>, bot er großzügig an als Ausreden, als er die Tür zum Lager aufstieß, wo er tatsächlich Murphy sah, der in aller Seelenruhe—was?? Container neu labelte? Linsen nach Größe sortierte? Seine Mittagspause verlängerte?? <b>“Ansonsten, was zur Hölle machst du hier?!“</b> Und warum kommst du hier nicht sofort raus, achso weil Jay mit verschränkten Armen die Tür versperrte und absolut super entspannt war, keine Sorge—]]></content:encoded>
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