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		<title><![CDATA[Lost the plot - Alle Foren]]></title>
		<link>https://www.losttheplot.de/</link>
		<description><![CDATA[Lost the plot - https://www.losttheplot.de]]></description>
		<pubDate>Tue, 05 May 2026 09:27:27 +0000</pubDate>
		<generator>MyBB</generator>
		<item>
			<title><![CDATA[It′s getting hard to be someone, but it all works out]]></title>
			<link>https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2668</link>
			<pubDate>Sat, 02 May 2026 20:24:01 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.losttheplot.de/member.php?action=profile&uid=103">Ennis Lloyd</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2668</guid>
			<description><![CDATA[Er konnte jederzeit wieder gehen, sagte Ennis sich jeden Morgen, wenn er die Augen öffnete. Niemand würde ihn festhalten, niemand würde die Tür hinter ihm abschließen – es gab maximal ein eindringliches Gespräch, mehr nicht. Ennis war freiwillig an diesem deprimierenden Ort, und der einzige Grund, wieso er nicht wieder nach Hause ging, war der Umstand, dass er die Kraft nicht hatte, in seine schweigende Wohnung zurückzukehren, und der Einsamkeit zu begegnen. Dass er Hilfe brauchte, war ihm bewusst. Der Gedanke mit der Knarre war nur vorübergehend gewesen, aber als er dann seine Türklinken zum ersten Mal mit neuem Interesse angesehen hatte, war ihm bewusst gewesen, dass es so nicht mehr weitergehen konnte, und direkt in die Klinik gefahren. Jetzt nahm er Citalopram, hatte jeden Tag Therapie und beobachtete die anderen Patienten und fragte sich zwischendurch, ob es ihm wirklich so schlecht ging. Ob es das wert gewesen war, sich krankschreiben zu müssen. <br />
<br />
Nachts lag er wach und hatte Panik, dass er nie wieder als Bulle würde arbeiten können – und ob er das überhaupt sollte, aber er konnte doch sonst nichts. Er schlief mehr, vor lauter Erschöpfung, und weil er hier nichts anderes tun konnte. Er mochte die Leute hier, und hoffte, dass er danach nie wieder mit ihnen zu tun haben würde. Sein Sportpensum war weggebrochen, und das Medikament machte ihn fett, hatte er das Gefühl, aber eigentlich konnte das gar nicht sein, weil er erst eine Woche hier war. Er wollte heim. Was war heim? Die Pflegerin Sophie klopfte an den Türrahmen – sie sah mindestens genauso krank aus wie er, dachte er erneut, dabei lächelte sie schöner. Er hatte Besuch; ob er rauskommen wollte. Immerhin, da tauchte beinahe Neugierde durch das Grau seiner Emotionen, aber letztlich war es ihm egal – er ging trotzdem gucken. Und hätte sich beinahe wieder versteckt, auf dem Klo oder so, als er Rohan Pandey im Eingangsbereich vorfand. „<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Woher weißt du, dass ich hier bin?</span>“, fragte er tonlos, und erinnerte sich gar nicht, dass er ihm selbst geschrieben hatte, bevor er sich eingeliefert hatte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Er konnte jederzeit wieder gehen, sagte Ennis sich jeden Morgen, wenn er die Augen öffnete. Niemand würde ihn festhalten, niemand würde die Tür hinter ihm abschließen – es gab maximal ein eindringliches Gespräch, mehr nicht. Ennis war freiwillig an diesem deprimierenden Ort, und der einzige Grund, wieso er nicht wieder nach Hause ging, war der Umstand, dass er die Kraft nicht hatte, in seine schweigende Wohnung zurückzukehren, und der Einsamkeit zu begegnen. Dass er Hilfe brauchte, war ihm bewusst. Der Gedanke mit der Knarre war nur vorübergehend gewesen, aber als er dann seine Türklinken zum ersten Mal mit neuem Interesse angesehen hatte, war ihm bewusst gewesen, dass es so nicht mehr weitergehen konnte, und direkt in die Klinik gefahren. Jetzt nahm er Citalopram, hatte jeden Tag Therapie und beobachtete die anderen Patienten und fragte sich zwischendurch, ob es ihm wirklich so schlecht ging. Ob es das wert gewesen war, sich krankschreiben zu müssen. <br />
<br />
Nachts lag er wach und hatte Panik, dass er nie wieder als Bulle würde arbeiten können – und ob er das überhaupt sollte, aber er konnte doch sonst nichts. Er schlief mehr, vor lauter Erschöpfung, und weil er hier nichts anderes tun konnte. Er mochte die Leute hier, und hoffte, dass er danach nie wieder mit ihnen zu tun haben würde. Sein Sportpensum war weggebrochen, und das Medikament machte ihn fett, hatte er das Gefühl, aber eigentlich konnte das gar nicht sein, weil er erst eine Woche hier war. Er wollte heim. Was war heim? Die Pflegerin Sophie klopfte an den Türrahmen – sie sah mindestens genauso krank aus wie er, dachte er erneut, dabei lächelte sie schöner. Er hatte Besuch; ob er rauskommen wollte. Immerhin, da tauchte beinahe Neugierde durch das Grau seiner Emotionen, aber letztlich war es ihm egal – er ging trotzdem gucken. Und hätte sich beinahe wieder versteckt, auf dem Klo oder so, als er Rohan Pandey im Eingangsbereich vorfand. „<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Woher weißt du, dass ich hier bin?</span>“, fragte er tonlos, und erinnerte sich gar nicht, dass er ihm selbst geschrieben hatte, bevor er sich eingeliefert hatte.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[We've been leavin' little marks, we've been building fires]]></title>
			<link>https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2667</link>
			<pubDate>Fri, 01 May 2026 19:42:16 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.losttheplot.de/member.php?action=profile&uid=474">Theodore Jagan</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2667</guid>
			<description><![CDATA[Nach wie vielen Tagen Schlaflosigkeit kamen eigentlich die Hallus, fragte Theo sich mit einem Blick auf die Uhrzeit seines Handys, und hatte ja gerade einmal drei Stunden Zeit, in die siffige WG zurückzugehen, zu duschen, besser nicht oder doch die Augen zu schließen, und dann wieder zum ersten Seminar heute auf der Matte zu stehen. Das Bittere war: Er hatte nicht einmal Party gemacht, sondern an seiner Hausarbeit geschrieben und war dann eben beim Einsortieren im Supermarkt vor den Öffnungszeiten mit dem Kopf fast in den Kichererbsendosen gelandet. Vielleicht sollte er sich doch prostituieren, dachte er mit kleinen Augen, während er an der Tür zu seinem Lieblingscafé kratzen wollte, damit man ihn früher einließ, aber nein, das war schon geöffnet. Die Türglocke bimmelte, als er eintrat. „<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Wie immer</span>“, sagte er (was doppelten Espresso in einer gigantischen Tasse mit viel zu viel Milch und ungefähr noch einmal genauso viel Karamellsirup bedeutete - Hauptsache viel Koffein und viel Zucker, um den Geschmack von ersterem zu übertünchen; außerdem war das quasi Frühstück) nach der lieben Begrüßung, drehte sich dann so halb zum Fenster hin und wäre beinahe umgekippt. Eigentlich war er zu müde zum Geifern, aber da am Tisch am Fenster saß der circa schönste Mann – oder die Sonne stand noch sehr tief, konnte beides sein. Theo strahlte auf jeden Fall mit dieser um die Wette, als er sich einfach mit einem „<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">ist hier noch frei?</span>“, auf den Stuhl vor ihn fallen ließ und ihn durch die Sonnenbrille anguckte. Jesus Christus. Weiße Männer sollten so nicht aussehen, Theo wäre für dieses Gesicht bereit, einen auf 12 years a slave zu machen. „<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Hi!</span>“ Die Erschöpfung machte ihn mutig.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Nach wie vielen Tagen Schlaflosigkeit kamen eigentlich die Hallus, fragte Theo sich mit einem Blick auf die Uhrzeit seines Handys, und hatte ja gerade einmal drei Stunden Zeit, in die siffige WG zurückzugehen, zu duschen, besser nicht oder doch die Augen zu schließen, und dann wieder zum ersten Seminar heute auf der Matte zu stehen. Das Bittere war: Er hatte nicht einmal Party gemacht, sondern an seiner Hausarbeit geschrieben und war dann eben beim Einsortieren im Supermarkt vor den Öffnungszeiten mit dem Kopf fast in den Kichererbsendosen gelandet. Vielleicht sollte er sich doch prostituieren, dachte er mit kleinen Augen, während er an der Tür zu seinem Lieblingscafé kratzen wollte, damit man ihn früher einließ, aber nein, das war schon geöffnet. Die Türglocke bimmelte, als er eintrat. „<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Wie immer</span>“, sagte er (was doppelten Espresso in einer gigantischen Tasse mit viel zu viel Milch und ungefähr noch einmal genauso viel Karamellsirup bedeutete - Hauptsache viel Koffein und viel Zucker, um den Geschmack von ersterem zu übertünchen; außerdem war das quasi Frühstück) nach der lieben Begrüßung, drehte sich dann so halb zum Fenster hin und wäre beinahe umgekippt. Eigentlich war er zu müde zum Geifern, aber da am Tisch am Fenster saß der circa schönste Mann – oder die Sonne stand noch sehr tief, konnte beides sein. Theo strahlte auf jeden Fall mit dieser um die Wette, als er sich einfach mit einem „<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">ist hier noch frei?</span>“, auf den Stuhl vor ihn fallen ließ und ihn durch die Sonnenbrille anguckte. Jesus Christus. Weiße Männer sollten so nicht aussehen, Theo wäre für dieses Gesicht bereit, einen auf 12 years a slave zu machen. „<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Hi!</span>“ Die Erschöpfung machte ihn mutig.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[long afloat on shipless oceans]]></title>
			<link>https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2666</link>
			<pubDate>Fri, 03 Apr 2026 22:50:37 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.losttheplot.de/member.php?action=profile&uid=474">Theodore Jagan</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2666</guid>
			<description><![CDATA[Theo öffnete die Augen. Für einen Moment fühlte es sich so an, als hätte er seine Erinnerung verloren, als wüsste er nicht mehr, wo er war, und wer er war. Die dumpfe Musik drang durch die Tür, drückte fast schmerzhaft gegen sein Trommelfell. Ihm war kalt. Ihm war schlecht. Der Raucherraum kam ihm schließlich doch bekannt vor, und seine eigenen Knie auch. Die nackten Betonwände, auf die jeder Mensch und seine Oma irgendwas geklebt oder gescribbelt oder geschrieben hatte – der dichte Rauch, der unter der Decke hing. Er fuhr sich mit der Hand über die nassgeschwitzte Stirn, und konnte sich selbst riechen, was weird war, weil das E normalerweise dafür sorgte, dass sich der Geruch erst mit der Nüchternheit wieder meldete. Sein Herz hämmerte im Hals, direkt gegen seinen Adamsapfel, und seine Hand landete in einem feuchten Fleck auf der Bank neben ihm – das bisschen Sperma. Sein Hosenstall war geöffnet, und er schloss ihn mit zittrigen Fingern wieder. Eigentlich gab es keinen Grund für den erhöhten Puls, wollte er denken, weil so weit, so normal, aber ihm war übel und schwindelig, und er fühlte sich seltsam fremd im eigenen Körper. <br />
<br />
Zu viel genommen, eventuell. Komisch gemischt, oder einen falschen Moment erwischt. Die zweite Runde Pulver hätte nicht sein müssen, oder alles, was danach gekommen war – wenn was danach gekommen war. Ihm knickten kurz die Knie weg, als er stand, und schaffte es vor die Kloschüssel, ehe er einen Schwall Magensäure erbrach. Dass er sich nicht dran erinnern konnte, wann er das letzte Mal gegessen hatte, schob Theo auf seine aktuellen Erinnerungslücken, während er sich halb an die Keramikschüssel klammerte, als würde die dafür sorgen, dass der Boden ihn nicht schluckte. Durch’s Kotzen wurde ihm noch schlechter, er hatte das als Kind schon gehasst (deswegen auch keine Bulimie entwickelt, wollte er manchmal traurig denken, weil die bestimmt Sachen vereinfachen würde) – also blieb er einfach da. Weil er die Kabinentür nicht geschlossen hatte, wollte ein Typ rein – als wär’s ne Aufforderung, dass Theo eh schon kniete. „Junge, verpiss dich!“, sagte er aus der Kloschüssel heraus und erkannte seine Stimme so wenig, dass er zuerst dachte, jemand anderes würde sprechen. <br />
<br />
Okay, langsam bekam er doch Stress. So’n richtiger Schauder im Nacken, als würd sich ne Faust da festklammern, und er packte sich mit der Spermahand dahin, aber nein, niemand hatte nach ihm gegriffen. Der Blick in den Spiegel über dem Wasserhahn machte ihn nur noch paranoider. Hatte sich sein Kopf grad gedreht, wer war dieser Mensch im Spiegel, wieso veränderte sich sein Gesicht bis ins Unkenntliche. Alles waberte. Als würde der ganze Raum pulsieren, aber nicht auf die nice Art. Eher wie so’n Lebewesen, und die Wände waren--- „Ah“, sagte er erstaunlich ruhig und war schließlich kein Anfänger, was schlechte Trips anging, aber bevor er das Risiko einging, von seinem bösen Zwilling in den Spiegel gezogen zu werden, verließ er doch hastig die Toiletten. Er dachte nicht dran, Ronan anzurufen. Ronan war sowieso am Schlafen, und Ronan war kein warmer Mensch. Er brauchte einen warmen Menschen: Ihm fiel nur ein Einziger ein. Zahi hob fast sofort ab und Theo hätte beinahe das Handy fallen gelassen. „Wenn wir jetzt losfahren, um wie viel Uhr wären wir in Paris?“, fragte er fahrig und kapierte selbst nicht, was er damit wollte. Er sah sich grad nirgends, aber vielleicht wollte er Zahi nur gegen die Panik reden hören.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Theo öffnete die Augen. Für einen Moment fühlte es sich so an, als hätte er seine Erinnerung verloren, als wüsste er nicht mehr, wo er war, und wer er war. Die dumpfe Musik drang durch die Tür, drückte fast schmerzhaft gegen sein Trommelfell. Ihm war kalt. Ihm war schlecht. Der Raucherraum kam ihm schließlich doch bekannt vor, und seine eigenen Knie auch. Die nackten Betonwände, auf die jeder Mensch und seine Oma irgendwas geklebt oder gescribbelt oder geschrieben hatte – der dichte Rauch, der unter der Decke hing. Er fuhr sich mit der Hand über die nassgeschwitzte Stirn, und konnte sich selbst riechen, was weird war, weil das E normalerweise dafür sorgte, dass sich der Geruch erst mit der Nüchternheit wieder meldete. Sein Herz hämmerte im Hals, direkt gegen seinen Adamsapfel, und seine Hand landete in einem feuchten Fleck auf der Bank neben ihm – das bisschen Sperma. Sein Hosenstall war geöffnet, und er schloss ihn mit zittrigen Fingern wieder. Eigentlich gab es keinen Grund für den erhöhten Puls, wollte er denken, weil so weit, so normal, aber ihm war übel und schwindelig, und er fühlte sich seltsam fremd im eigenen Körper. <br />
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Zu viel genommen, eventuell. Komisch gemischt, oder einen falschen Moment erwischt. Die zweite Runde Pulver hätte nicht sein müssen, oder alles, was danach gekommen war – wenn was danach gekommen war. Ihm knickten kurz die Knie weg, als er stand, und schaffte es vor die Kloschüssel, ehe er einen Schwall Magensäure erbrach. Dass er sich nicht dran erinnern konnte, wann er das letzte Mal gegessen hatte, schob Theo auf seine aktuellen Erinnerungslücken, während er sich halb an die Keramikschüssel klammerte, als würde die dafür sorgen, dass der Boden ihn nicht schluckte. Durch’s Kotzen wurde ihm noch schlechter, er hatte das als Kind schon gehasst (deswegen auch keine Bulimie entwickelt, wollte er manchmal traurig denken, weil die bestimmt Sachen vereinfachen würde) – also blieb er einfach da. Weil er die Kabinentür nicht geschlossen hatte, wollte ein Typ rein – als wär’s ne Aufforderung, dass Theo eh schon kniete. „Junge, verpiss dich!“, sagte er aus der Kloschüssel heraus und erkannte seine Stimme so wenig, dass er zuerst dachte, jemand anderes würde sprechen. <br />
<br />
Okay, langsam bekam er doch Stress. So’n richtiger Schauder im Nacken, als würd sich ne Faust da festklammern, und er packte sich mit der Spermahand dahin, aber nein, niemand hatte nach ihm gegriffen. Der Blick in den Spiegel über dem Wasserhahn machte ihn nur noch paranoider. Hatte sich sein Kopf grad gedreht, wer war dieser Mensch im Spiegel, wieso veränderte sich sein Gesicht bis ins Unkenntliche. Alles waberte. Als würde der ganze Raum pulsieren, aber nicht auf die nice Art. Eher wie so’n Lebewesen, und die Wände waren--- „Ah“, sagte er erstaunlich ruhig und war schließlich kein Anfänger, was schlechte Trips anging, aber bevor er das Risiko einging, von seinem bösen Zwilling in den Spiegel gezogen zu werden, verließ er doch hastig die Toiletten. Er dachte nicht dran, Ronan anzurufen. Ronan war sowieso am Schlafen, und Ronan war kein warmer Mensch. Er brauchte einen warmen Menschen: Ihm fiel nur ein Einziger ein. Zahi hob fast sofort ab und Theo hätte beinahe das Handy fallen gelassen. „Wenn wir jetzt losfahren, um wie viel Uhr wären wir in Paris?“, fragte er fahrig und kapierte selbst nicht, was er damit wollte. Er sah sich grad nirgends, aber vielleicht wollte er Zahi nur gegen die Panik reden hören.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Willst du mit mir Haie raten? Ja. Nein. Tigerhai?]]></title>
			<link>https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2665</link>
			<pubDate>Tue, 17 Mar 2026 19:43:05 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.losttheplot.de/member.php?action=profile&uid=539">Maksym Lazarenko</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2665</guid>
			<description><![CDATA[<img src="https://64.media.tumblr.com/7230ac74e12f94f17720e8f87e7464a6/f2360e677483b954-ba/s400x600/bef083b3d6c8090f1199421cbb5a11b2664e644c.gifv" style="width: 200px; border: solid 1px #111; padding: 5px; float:left; margin: 10px 20px 10px 0;" /> <a href="https://va.media.tumblr.com/tumblr_td9rwyBwI81qg0upk.mp4" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">[Outfit]</a> Nach einem warmen, sonnigen Osterwochenende gab das wechselhafte Aprilwetter an diesem Dienstagnachmittag eine Sondervorstellung. Der Himmel war in trendiges Millennial Grey gekleidet und alle paar Minuten wehte eine eisige Böe am Eingang des <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">SEA LIFE Manchester</span> vorbei, die Maksyms Locken über seine Stirn tanzen ließ und ihn dazu zwang, die Sonnenblumen enger an seinen Körper zu pressen, damit ihre Stiele nicht knickten. Mit Schweiß auf der Stirn hatte er zwei gekauft, weil die Verkäuferin gesagt hatte, dass er zwei kaufen sollte. Er hatte sich kurz gefragt wieso, sich dann aber an das Meerschweinchen erinnert, das seine Schwester als Kind gehabt hatte und von dem er mittlerweile wusste, dass man es nicht allein hätte halten dürfen. Maksym musste auch heute noch oft an den armen Печиво denken, der vermutlich vor Einsamkeit verstorben war und hatte deshalb auf die Fachmeinung der Blumenverkäuferin vertraut. Immerhin verstand er nichts von Sonnenblumen, so wenig sogar, dass er nicht gewusst hatte, dass April in England keine Sonnenblumensaison war, sodass der hohe Preis ihn ziemlich kalt erwischt hatte. <br />
<br />
Wieder ging er langsam zwischen den beiden Löwenstatuen vor dem Eingang, die aus einem unerfindlichen Grund keine Seelöwen waren, hin und her. Stillstehen war keine Option, besonders nicht, da sein Kopf sich weigerte, die vergangene Woche einfach abzulegen wie ein Kostüm nach einer Vorstellung. Stattdessen blieb sie so hartnäckig in seinem Kopf wie Body Glitter. Nachdem Britney mit seiner gänzlich selbstverschuldeten Grippe im Varieté ausgefallen war, hatte Maksym seinen Einstand mit Soloauftritten gegeben und an drei Abenden und einem Nachmittag das Publikum mit seiner Zirkus-Nummer am Aerial Hoop begeistert. Er hatte jeden Auftritt genossen, weil sein Kopf in acht Metern Höhe kurz still wurde und es eine willkommene Flucht vor dem ersten Osterfest seit Jahren mit seiner Familie in der ukrainischen Gemeinde gewesen war. Es war zwar auch schön, wieder Zeit mit seinen Eltern und seiner Schwester zu verbringen, aber irgendwann war ihm das einfach zu viel zu anders von seinem Alltag geworden. <br />
<br />
Was er heute, an seinem freien Tag, vorhatte, war auch alles andere als alltäglich und sein Körper entsprechend unter Strom. Sein Blick suchte den Parkplatz kurz nach einem bekannten Gesicht ab, kehrte dann aber pflichtbewusst zu den Sonnenblumen zurück. Darüber, dass Nani sie die ganze Zeit mit sich rumtragen würde, hatte er nicht nachgedacht, nur darüber, dass man zu einem Date auch Blumen mitbringen musste. Die Blondine war es gewesen, die seiner Idee, wie er sie wiedersehen könnte, den Stempel ‘Date’ verpasst hatte und Maksym fragte sich seit dem, was das und die Nachrichten, die sie sich in den letzten Tagen geschrieben hatten, bedeuteten. Nani hatte ihn geküsst, zweimal. Einmal hätte ein Versehen sein können, ein unbedachter Impuls oder vielleicht sogar ein Fehler. Zweimal küsste man niemanden, den man nicht küssen wollte. Das war eine Wiederholung und mit Wiederholungen sollte er sich eigentlich auskennen, schließlich bestand der Großteil seines Lebens daraus, etwas zu wiederholen, bis es perfekt war. Ob sie ihn noch mal küssen würde? Er schmunzelte ein bisschen, weil die Erinnerung daran, wie süß aufgeregt sie war, als er vom Aquarium gesprochen hatte, zurückkehrte und wie sie dann das Wort ‘Date’ gesagt hatte, einfach so, als wäre es das Normalste auf der Welt. Vielleicht war es das auch. Für sie.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<img src="https://64.media.tumblr.com/7230ac74e12f94f17720e8f87e7464a6/f2360e677483b954-ba/s400x600/bef083b3d6c8090f1199421cbb5a11b2664e644c.gifv" style="width: 200px; border: solid 1px #111; padding: 5px; float:left; margin: 10px 20px 10px 0;" /> <a href="https://va.media.tumblr.com/tumblr_td9rwyBwI81qg0upk.mp4" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">[Outfit]</a> Nach einem warmen, sonnigen Osterwochenende gab das wechselhafte Aprilwetter an diesem Dienstagnachmittag eine Sondervorstellung. Der Himmel war in trendiges Millennial Grey gekleidet und alle paar Minuten wehte eine eisige Böe am Eingang des <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">SEA LIFE Manchester</span> vorbei, die Maksyms Locken über seine Stirn tanzen ließ und ihn dazu zwang, die Sonnenblumen enger an seinen Körper zu pressen, damit ihre Stiele nicht knickten. Mit Schweiß auf der Stirn hatte er zwei gekauft, weil die Verkäuferin gesagt hatte, dass er zwei kaufen sollte. Er hatte sich kurz gefragt wieso, sich dann aber an das Meerschweinchen erinnert, das seine Schwester als Kind gehabt hatte und von dem er mittlerweile wusste, dass man es nicht allein hätte halten dürfen. Maksym musste auch heute noch oft an den armen Печиво denken, der vermutlich vor Einsamkeit verstorben war und hatte deshalb auf die Fachmeinung der Blumenverkäuferin vertraut. Immerhin verstand er nichts von Sonnenblumen, so wenig sogar, dass er nicht gewusst hatte, dass April in England keine Sonnenblumensaison war, sodass der hohe Preis ihn ziemlich kalt erwischt hatte. <br />
<br />
Wieder ging er langsam zwischen den beiden Löwenstatuen vor dem Eingang, die aus einem unerfindlichen Grund keine Seelöwen waren, hin und her. Stillstehen war keine Option, besonders nicht, da sein Kopf sich weigerte, die vergangene Woche einfach abzulegen wie ein Kostüm nach einer Vorstellung. Stattdessen blieb sie so hartnäckig in seinem Kopf wie Body Glitter. Nachdem Britney mit seiner gänzlich selbstverschuldeten Grippe im Varieté ausgefallen war, hatte Maksym seinen Einstand mit Soloauftritten gegeben und an drei Abenden und einem Nachmittag das Publikum mit seiner Zirkus-Nummer am Aerial Hoop begeistert. Er hatte jeden Auftritt genossen, weil sein Kopf in acht Metern Höhe kurz still wurde und es eine willkommene Flucht vor dem ersten Osterfest seit Jahren mit seiner Familie in der ukrainischen Gemeinde gewesen war. Es war zwar auch schön, wieder Zeit mit seinen Eltern und seiner Schwester zu verbringen, aber irgendwann war ihm das einfach zu viel zu anders von seinem Alltag geworden. <br />
<br />
Was er heute, an seinem freien Tag, vorhatte, war auch alles andere als alltäglich und sein Körper entsprechend unter Strom. Sein Blick suchte den Parkplatz kurz nach einem bekannten Gesicht ab, kehrte dann aber pflichtbewusst zu den Sonnenblumen zurück. Darüber, dass Nani sie die ganze Zeit mit sich rumtragen würde, hatte er nicht nachgedacht, nur darüber, dass man zu einem Date auch Blumen mitbringen musste. Die Blondine war es gewesen, die seiner Idee, wie er sie wiedersehen könnte, den Stempel ‘Date’ verpasst hatte und Maksym fragte sich seit dem, was das und die Nachrichten, die sie sich in den letzten Tagen geschrieben hatten, bedeuteten. Nani hatte ihn geküsst, zweimal. Einmal hätte ein Versehen sein können, ein unbedachter Impuls oder vielleicht sogar ein Fehler. Zweimal küsste man niemanden, den man nicht küssen wollte. Das war eine Wiederholung und mit Wiederholungen sollte er sich eigentlich auskennen, schließlich bestand der Großteil seines Lebens daraus, etwas zu wiederholen, bis es perfekt war. Ob sie ihn noch mal küssen würde? Er schmunzelte ein bisschen, weil die Erinnerung daran, wie süß aufgeregt sie war, als er vom Aquarium gesprochen hatte, zurückkehrte und wie sie dann das Wort ‘Date’ gesagt hatte, einfach so, als wäre es das Normalste auf der Welt. Vielleicht war es das auch. Für sie.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Falling to the pit of the bottomless]]></title>
			<link>https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2663</link>
			<pubDate>Fri, 06 Mar 2026 23:43:28 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.losttheplot.de/member.php?action=profile&uid=561">Jesús Bernstein</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2663</guid>
			<description><![CDATA[<b>"Okay, chill."</b> Jesús drückte seine Hand bestimmt gegen die Brust seines Freundes und stoppte damit dessen leidenschaftlichen Monolog über Kriminalität und Schuldgefühle. Drei Pints und der Dude sprach plötzlich schneller als ein Gabber-Hacker auf Pep. <b>"Du kannst mir nicht erzählen, dass es <i>nichts</i> Illegales gibt, was du tun würdest"</b>, wenn die Sicherheit bestände, dass er unentdeckt davonkommen würde. Ein Thema, über das die beiden Männer nun schon seit fünfzehn Minuten diskutierten und dabei anscheinend in zwei völlig unterschiedliche Richtungen drifteten. Amir war der Meinung, dass Moral ihn davon abhalten würde gegen das Gesetz zu verstoßen, während Jesús das gesamte große System infrage stellte. Wo fing Kriminalität überhaupt an? Und gab es nicht genügend Handlungen, die ungerechtfertigt kriminalisiert wurden? Vielleicht hatten sie schon einen Pint zu viel getrunken für dieses Gespräch, oder noch längst nicht genug, aber auf dieser Drei-Pint-Basis, auf der sie gerade schwebten, drehten sie sich in einem unangenehmen Kreis, der kein Ende finden wollte. <br />
Doch wie durch einen Geistesblitz kam Jesús eine Lösung in den Sinn: Kurzerhand drehte er sich zur Seite, schlug seine Hand auf die Schulter eines ihm nahe stehenden Mannes und brüllte ihm <b>"Ey, mate"</b> über die dröhnende Pub-Lautstärke hinweg entgegen. Seine Finger pressten sich durch den Stoff der Kleidung in seine Muskeln hinein und zogen ihn etwas näher, in die Mitte dieses Gespräches. <b>"Kurze Frage, wir diskutieren hier gerade: Wenn jemand etwas Illegales tun könnte und sicher wäre, dass er niemals erwischt wird – wäre es moralisch falsch das zu tun? Oder nicht?"</b> Sowohl Amirs als auch Jesús’ Augen flackerten hoffnungsvoll, während sie dem Fremden ins Gesicht starrten und danach lechzten, dass er ihre jeweilige Position in dieser Diskussion unterstützte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<b>"Okay, chill."</b> Jesús drückte seine Hand bestimmt gegen die Brust seines Freundes und stoppte damit dessen leidenschaftlichen Monolog über Kriminalität und Schuldgefühle. Drei Pints und der Dude sprach plötzlich schneller als ein Gabber-Hacker auf Pep. <b>"Du kannst mir nicht erzählen, dass es <i>nichts</i> Illegales gibt, was du tun würdest"</b>, wenn die Sicherheit bestände, dass er unentdeckt davonkommen würde. Ein Thema, über das die beiden Männer nun schon seit fünfzehn Minuten diskutierten und dabei anscheinend in zwei völlig unterschiedliche Richtungen drifteten. Amir war der Meinung, dass Moral ihn davon abhalten würde gegen das Gesetz zu verstoßen, während Jesús das gesamte große System infrage stellte. Wo fing Kriminalität überhaupt an? Und gab es nicht genügend Handlungen, die ungerechtfertigt kriminalisiert wurden? Vielleicht hatten sie schon einen Pint zu viel getrunken für dieses Gespräch, oder noch längst nicht genug, aber auf dieser Drei-Pint-Basis, auf der sie gerade schwebten, drehten sie sich in einem unangenehmen Kreis, der kein Ende finden wollte. <br />
Doch wie durch einen Geistesblitz kam Jesús eine Lösung in den Sinn: Kurzerhand drehte er sich zur Seite, schlug seine Hand auf die Schulter eines ihm nahe stehenden Mannes und brüllte ihm <b>"Ey, mate"</b> über die dröhnende Pub-Lautstärke hinweg entgegen. Seine Finger pressten sich durch den Stoff der Kleidung in seine Muskeln hinein und zogen ihn etwas näher, in die Mitte dieses Gespräches. <b>"Kurze Frage, wir diskutieren hier gerade: Wenn jemand etwas Illegales tun könnte und sicher wäre, dass er niemals erwischt wird – wäre es moralisch falsch das zu tun? Oder nicht?"</b> Sowohl Amirs als auch Jesús’ Augen flackerten hoffnungsvoll, während sie dem Fremden ins Gesicht starrten und danach lechzten, dass er ihre jeweilige Position in dieser Diskussion unterstützte.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA["not dishwasher safe" - it's ok, just do your best in there]]></title>
			<link>https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2662</link>
			<pubDate>Wed, 04 Mar 2026 22:11:15 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.losttheplot.de/member.php?action=profile&uid=566">Ewan Calhoun</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2662</guid>
			<description><![CDATA[<a href="https://i.imgur.com/4jS4Lzk.jpeg">#looks</a><br />
Ob er nicht endlich mal zum Friseur gehen wollte, er sah inzwischen ja schon so aus wie einer dieser Leute die vor dem Supermarkt lungerten und um Kleingeld bettelten, sie machte sich ja nur Sorgen, es war ja nur wirklich wichtig dass er den richtigen Eindruck machte wenn er vielleicht seiner zukünftigen Ehefrau über den Weg lief, man wusste ja nie und ach, hatte er eigentlich schon gehört, dieses und jenes, Nachbarin xy, achso, ja, Elliot, der war nicht da.<br />
<br />
Ewan drückte Daumen und Zeigefinger in die Augen, Mums Stimme noch im Ohr, die wie jede Mum der Welt die bahnbrechende Fähigkeit besaß einem besser als jedes Käseblatt den Klatsch ganz Manchesters in nur fünfzehn Minuten zu präsentieren - und gleichzeitig zu sagen dass man aussah wie ein Obdachloser, danke auch, aber hey, wenigstens hatte Mum mit ihm gesprochen und ihm nicht nur einen vorwurfsvollen Blick durch den Flur hinweg zugeworfen. <i>Great</i>, es war so schön wieder Zuhause zu sein wenn man sich vorkam als hätte es Dad nicht lieber gehabt, sie hätten einen Kriegshelden (eine Leiche) zurück nach England geflogen - aber zugegeben war das nicht gerade neu. Ging seit Monaten so, würde auch noch Monate so gehen, er war nicht hier um mit irgendwem zu streiten.<br />
<br />
Im Gegenteil. <b>"Wo steckst du?"</b>, fragte er in sein Handy, kaum dass sich Elliot am anderen Ende der Leitung meldete, der Gehweg gerade sein einziger Zufluchtsort auf dem er zugegeben ein bisschen verloren stand, den Rücken Richtung Haus obwohl er schwören hätte können, er hätte Mums Blick im Nacken brennen spüren. <b>"Da will ich <i>ein Mal</i> angeben mit meinen neuen Fängen"</b>, Lüge, sobald es um ihren erbitterten Kampf ging, wer zuerst alle 151 Pokémon fangen konnte, kannte er keine Zurückhaltung mehr, das musste Elliot aushalten - auch wenn er selbst kapierte dass sich das so laut gesagt anders anhörte, nachdem ihm die junge Frau die an ihm vorbeiging, einen vorwurfsvollen Blick zuwarf. <b>"Sorry"</b>, galt sowohl der Frau als auch seinem Bruder, wenigstens dieser erste Teil, <b>"ich hätte vorher anrufen sollen. Hast du Zeit?"</b> War ja nicht so, als hätten sie sich nicht beide für Berufsfelder entschieden in denen freie Wochenenden auch mehr als Vorschlag betrachtet wurden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<a href="https://i.imgur.com/4jS4Lzk.jpeg">#looks</a><br />
Ob er nicht endlich mal zum Friseur gehen wollte, er sah inzwischen ja schon so aus wie einer dieser Leute die vor dem Supermarkt lungerten und um Kleingeld bettelten, sie machte sich ja nur Sorgen, es war ja nur wirklich wichtig dass er den richtigen Eindruck machte wenn er vielleicht seiner zukünftigen Ehefrau über den Weg lief, man wusste ja nie und ach, hatte er eigentlich schon gehört, dieses und jenes, Nachbarin xy, achso, ja, Elliot, der war nicht da.<br />
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Ewan drückte Daumen und Zeigefinger in die Augen, Mums Stimme noch im Ohr, die wie jede Mum der Welt die bahnbrechende Fähigkeit besaß einem besser als jedes Käseblatt den Klatsch ganz Manchesters in nur fünfzehn Minuten zu präsentieren - und gleichzeitig zu sagen dass man aussah wie ein Obdachloser, danke auch, aber hey, wenigstens hatte Mum mit ihm gesprochen und ihm nicht nur einen vorwurfsvollen Blick durch den Flur hinweg zugeworfen. <i>Great</i>, es war so schön wieder Zuhause zu sein wenn man sich vorkam als hätte es Dad nicht lieber gehabt, sie hätten einen Kriegshelden (eine Leiche) zurück nach England geflogen - aber zugegeben war das nicht gerade neu. Ging seit Monaten so, würde auch noch Monate so gehen, er war nicht hier um mit irgendwem zu streiten.<br />
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Im Gegenteil. <b>"Wo steckst du?"</b>, fragte er in sein Handy, kaum dass sich Elliot am anderen Ende der Leitung meldete, der Gehweg gerade sein einziger Zufluchtsort auf dem er zugegeben ein bisschen verloren stand, den Rücken Richtung Haus obwohl er schwören hätte können, er hätte Mums Blick im Nacken brennen spüren. <b>"Da will ich <i>ein Mal</i> angeben mit meinen neuen Fängen"</b>, Lüge, sobald es um ihren erbitterten Kampf ging, wer zuerst alle 151 Pokémon fangen konnte, kannte er keine Zurückhaltung mehr, das musste Elliot aushalten - auch wenn er selbst kapierte dass sich das so laut gesagt anders anhörte, nachdem ihm die junge Frau die an ihm vorbeiging, einen vorwurfsvollen Blick zuwarf. <b>"Sorry"</b>, galt sowohl der Frau als auch seinem Bruder, wenigstens dieser erste Teil, <b>"ich hätte vorher anrufen sollen. Hast du Zeit?"</b> War ja nicht so, als hätten sie sich nicht beide für Berufsfelder entschieden in denen freie Wochenenden auch mehr als Vorschlag betrachtet wurden.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[You’re not immune to me, I’m not immune to you]]></title>
			<link>https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2661</link>
			<pubDate>Wed, 04 Mar 2026 14:54:10 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.losttheplot.de/member.php?action=profile&uid=539">Maksym Lazarenko</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2661</guid>
			<description><![CDATA[<img src="https://64.media.tumblr.com/e58f26f37e1b4fd41f9f115b0ebc80b1/578436077289df99-b6/s400x600/74fd09858edb3bd509db2b618644898e63514b56.gifv" style="width: 200px; border: solid 1px #111; padding: 5px; float:left; margin: 10px 20px 10px 0;" />  [<a href="https://i.pinimg.com/1200x/d8/cc/f6/d8ccf6c247969bfde1d5e23c19a3c618.jpg" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">The Look</span></a>] Während der leichte Nieselregen in der untergehenden Abendsonne über Manchester mal wieder so tat, als wäre er gar nicht da, versuchte auch Maksym möglichst unsichtbar zu sein, als er sich durch das offene Fenster schob und lautlos in dem fremden Raum landete. Das Erste, was er sah, sobald er sich aus der leicht vorgebeugten Haltung erhob, war Britney, mit glänzendem, nackten Oberkörper und Zahnpastawerbungslächeln - die Sorte Zahnpasta, die noch ewig nachbrennt, nachdem man sich den Mund ausgespült hat - auf einem riesigen, gerahmten Poster an der Wand. Da war er wohl im richtigen Zimmer gelandet. Es sei denn, Britney hatte einen Superfan als Nachbarn oder Mitbewohner. In dem Fall sollte Maksym ihn vielleicht warnen. Er würde sich sicher freuen, das von der Person zu hören, die aktuell bei ihm einbrach. Aber war es denn wirklich Einbruch, wenn da in der dritten Etage ein Fenster offen stand?<br />
<br />
Als Maksym vorhin bei der Adresse, die Nani ihm genannt hatte, angekommen war, hatte er die Lederjacke, die er Britney zurückbringen wollte, noch unter den Arm geklemmt gehabt, wie ein offizielles Anliegen. Weil sich das beim Klettern aber als ausgesprochen unpraktisch erwiesen hatte - und nur deshalb und nicht etwa, weil das Kleidungsstück schon ganz gut roch - hatte er sie übergezogen, bevor er sich auf den Weg nach oben gemacht hatte. Von Nani wusste er auch, dass Britney hier nicht allein lebte, sondern in einer WG mit anderen Leuten, <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">fremden Menschen</span>. Denen wollte Maksym, der die Sozialkompetenz eines Erdnussflips besaß, natürlich auf keinen Fall begegnen, wenn es sich irgendwie vermeiden ließ. Deshalb hatte er wie jeder vollkommen normal denkende Mensch ein Foto von der Hausfassade gemacht und es Nani geschickt, mit der Frage, welches Britneys Fenster war. Sofort hatte er das Bild mit einem großen gelben Kreis um eines der Fenster und ohne Nachfrage zurückbekommen. Als die Nachricht, dass sie sich da aber nicht so sicher war, ankam, hatte Maksym bereits an der Wand gehangen und sie nicht mehr gelesen.<br />
<br />
Was nicht hätte funktionieren dürfen, hatte doch funktioniert, wie er feststellte, sobald er sich zum Bett umwandte und zusammenzuckte, weil er Britney sah. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Bist du wach?”</span>, fragte Maksym leise, sobald sein rasender Puls es ihm wieder erlaubte und wartete auf ein <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">‘Nein, ich schlafe.’</span>, das nicht kam. Die vorsichtigen Schritte, mit denen er sich dem Bett näherte, waren präzise, um die Gegenstände, die auf dem Fußboden lagen nicht zu berühren, beinahe so als könnten die zerknüllten Taschentücher, Socken und der halb aufgegessene Burger auf dem Teller nach ihm beißen, wenn er ihnen zu nahe kam. Als er schließlich neben Britney stand, war sein Körper angespannt, wie vor einem Sprung. Maksym sah den blonden Mann an, dessen Stirn unter den zerzausten Haaren leicht glänzte und schluckte. Er sollte sich ausziehen. Also … die Jacke ausziehen und gehen! Vielleicht noch einen Zettel schreiben. Ob es hier einen Zettel gab? Gerade als er sich zum Nachttisch vorbeugte, griff plötzlich eine Hand nach ihm und er wich zurück. Doch selbst seine Flucht war nicht unkoordiniert. Er verlagerte das Gewicht nach hinten, drehte sich halb um die eigene Achse in einen fließenden Rückzug, der ihn einen Schritt vom Bett entfernte. Im Gegensatz zu seinem Kopf kannte sein Körper keinen Kontrollverlust, sodass er schließlich in einer Haltung endete, die mit einem Fuß zurückgesetzt an eine Aufforderung zum Tanz erinnerte. Darf ich bitten … dass du mich gefälligst nicht einfach anfasst?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<img src="https://64.media.tumblr.com/e58f26f37e1b4fd41f9f115b0ebc80b1/578436077289df99-b6/s400x600/74fd09858edb3bd509db2b618644898e63514b56.gifv" style="width: 200px; border: solid 1px #111; padding: 5px; float:left; margin: 10px 20px 10px 0;" />  [<a href="https://i.pinimg.com/1200x/d8/cc/f6/d8ccf6c247969bfde1d5e23c19a3c618.jpg" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">The Look</span></a>] Während der leichte Nieselregen in der untergehenden Abendsonne über Manchester mal wieder so tat, als wäre er gar nicht da, versuchte auch Maksym möglichst unsichtbar zu sein, als er sich durch das offene Fenster schob und lautlos in dem fremden Raum landete. Das Erste, was er sah, sobald er sich aus der leicht vorgebeugten Haltung erhob, war Britney, mit glänzendem, nackten Oberkörper und Zahnpastawerbungslächeln - die Sorte Zahnpasta, die noch ewig nachbrennt, nachdem man sich den Mund ausgespült hat - auf einem riesigen, gerahmten Poster an der Wand. Da war er wohl im richtigen Zimmer gelandet. Es sei denn, Britney hatte einen Superfan als Nachbarn oder Mitbewohner. In dem Fall sollte Maksym ihn vielleicht warnen. Er würde sich sicher freuen, das von der Person zu hören, die aktuell bei ihm einbrach. Aber war es denn wirklich Einbruch, wenn da in der dritten Etage ein Fenster offen stand?<br />
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Als Maksym vorhin bei der Adresse, die Nani ihm genannt hatte, angekommen war, hatte er die Lederjacke, die er Britney zurückbringen wollte, noch unter den Arm geklemmt gehabt, wie ein offizielles Anliegen. Weil sich das beim Klettern aber als ausgesprochen unpraktisch erwiesen hatte - und nur deshalb und nicht etwa, weil das Kleidungsstück schon ganz gut roch - hatte er sie übergezogen, bevor er sich auf den Weg nach oben gemacht hatte. Von Nani wusste er auch, dass Britney hier nicht allein lebte, sondern in einer WG mit anderen Leuten, <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">fremden Menschen</span>. Denen wollte Maksym, der die Sozialkompetenz eines Erdnussflips besaß, natürlich auf keinen Fall begegnen, wenn es sich irgendwie vermeiden ließ. Deshalb hatte er wie jeder vollkommen normal denkende Mensch ein Foto von der Hausfassade gemacht und es Nani geschickt, mit der Frage, welches Britneys Fenster war. Sofort hatte er das Bild mit einem großen gelben Kreis um eines der Fenster und ohne Nachfrage zurückbekommen. Als die Nachricht, dass sie sich da aber nicht so sicher war, ankam, hatte Maksym bereits an der Wand gehangen und sie nicht mehr gelesen.<br />
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Was nicht hätte funktionieren dürfen, hatte doch funktioniert, wie er feststellte, sobald er sich zum Bett umwandte und zusammenzuckte, weil er Britney sah. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Bist du wach?”</span>, fragte Maksym leise, sobald sein rasender Puls es ihm wieder erlaubte und wartete auf ein <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">‘Nein, ich schlafe.’</span>, das nicht kam. Die vorsichtigen Schritte, mit denen er sich dem Bett näherte, waren präzise, um die Gegenstände, die auf dem Fußboden lagen nicht zu berühren, beinahe so als könnten die zerknüllten Taschentücher, Socken und der halb aufgegessene Burger auf dem Teller nach ihm beißen, wenn er ihnen zu nahe kam. Als er schließlich neben Britney stand, war sein Körper angespannt, wie vor einem Sprung. Maksym sah den blonden Mann an, dessen Stirn unter den zerzausten Haaren leicht glänzte und schluckte. Er sollte sich ausziehen. Also … die Jacke ausziehen und gehen! Vielleicht noch einen Zettel schreiben. Ob es hier einen Zettel gab? Gerade als er sich zum Nachttisch vorbeugte, griff plötzlich eine Hand nach ihm und er wich zurück. Doch selbst seine Flucht war nicht unkoordiniert. Er verlagerte das Gewicht nach hinten, drehte sich halb um die eigene Achse in einen fließenden Rückzug, der ihn einen Schritt vom Bett entfernte. Im Gegensatz zu seinem Kopf kannte sein Körper keinen Kontrollverlust, sodass er schließlich in einer Haltung endete, die mit einem Fuß zurückgesetzt an eine Aufforderung zum Tanz erinnerte. Darf ich bitten … dass du mich gefälligst nicht einfach anfasst?]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Ewan Calhoun]]></title>
			<link>https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2660</link>
			<pubDate>Tue, 03 Mar 2026 16:21:10 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.losttheplot.de/member.php?action=profile&uid=566">Ewan Calhoun</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2660</guid>
			<description><![CDATA[<link href="https://api.fontshare.com/v2/css?f[]=satoshi@300,301,400,401,500,501,700,701,900,901&display=swap" rel="stylesheet">
<div class="z_abstand"><div class="z_around"><div class="z_top"><i>(you crave the applause, yet hate the attention.)</i></div><div class="z_title">this world's<br><i>- a little blurry.</i></div><div class="z_imgframe"><div class="z_img"></div></div><div class="z_info">ewan calhoun.</div><div class="z_info2">40 years.</div><div class="z_text"><b>Nein,</b> wir machen hier keinen auf Dr. House und kleben <i>coole</i> Flammen auf unseren Gehstock, das Ding bleibt gefälligst im Schrank, da wo er das vor ein paar Monaten endgültig hin verbannt hat - auch wenn Ewan wirklich nicht abstreiten kann wie gut das Ding dazu taugt, es irgendwem über den Schädel zu ziehen. So rein theoretisch. Gedanklich. Praktisch ist der nämlich eigentlich ganz friedvoll, so friedvoll wie man eben sein kann wenn man über zwanzig Jahre in der Army verbracht hat und da eigentlich auch wirklich zufrieden war - und warum genau steht der da jetzt in seiner (nichso) sexy gelben Warnweste mit dem Police-Sticker drauf und hört sich an, warum die dir schon wieder die Kippen aus deiner Schrottkarre geklaut haben, genau, die mit dem kaputten Fenster in das man einfach reinpacken kann? Spoiler, die Gehhilfe hat der keinem Opa geklaut, aber mit dem Tablettenfrühstück braucht er den eh nicht mehr, nachdem die Hummeln im Hintern die er schon sein ganzes Leben lang mitschleppt, langsam echt nervös laut geworden sind. Verwaltungsjob bei der Army getauscht gegen den Papierkram bei der Polizei, und wenn er jetzt richtig ranklotzt, so lahmarschige fünf bis zehn Jahre, dann sieht die Welt schon wieder ganz anders aus. Positiv denken, lächeln und zynische Witzchen machen, dann kann man auch locker drei Stunden länger durchziehen obwohl man sich das vernarbte Bein am liebsten schon vor fünf abgeschraubt hätte.<br />
<br />
<center><i>***</i></center><br />
<br />
<b>Ziemlich</b> einfaches Leben, wenn einem schon vor der Geburt ein ganz bestimmter Stempel aufgedrückt wird, der Lebensweg schon fast bis zum Tod vorausgeplant, ohne dass man sich jemals selbst wirklich damit hätte beschäftigen können - solange man mit der Erwartungshaltung jedenfalls klarkommt, am Anfang die der Eltern (oder eher des Vaters) und dann irgendwann auch die, die man selbst an einen stellt. Ewan wird 1977 geboren, der <i>Erstgeborene</i>, Papas ganzer Stolz wenn der Berufssoldat mal Zuhause ist, und gäbe es Medaillen auch so in Kleinkindgröße, er hätte damals schon die erste an die Brust gepinnt gekriegt. Eigentlich läuft das alles wie geplant, der Junge erfüllt die an ihn gestellten Aufgaben, ob die ihm gegenüber jemals kommuniziert wurden oder nicht, ein Meilenstein nach dem anderen, krabbeln, laufen, sprechen, ein braves Kind über das Dad selbst abwesend noch die Hand hält wenn der mal Mist baut, so sind Jungs eben, <i>boys will be boys</i>.<br />
<br />
Ein großer Bruder wird er mit fünf, Ewan ist jetzt der Mann im Haus wenn Dad nicht da ist, aber das klassische 'Du hättest vernünftig sein müssen als der Ältere' kriegt er nie zu hören, dafür ist Elliot fast schon zurückgezogen still, der macht keinen Ärger, und wenn dem kleinen Bruder wer anders Ärger macht, stellt Ewan sich dazwischen, was sollen ihm so ein paar Drittklässler auch anhaben wenn er schon in der fünften ist, richtige Babies.<br />
<br />
Das ständige Umziehen macht Ewan nicht so viel aus, er kommt klar, er findet überall Freunde und das meistens ziemlich schnell, er spielt Fußball, er ist nicht zu auffällig, aber laut genug wenn's drauf ankommt, leise dann, wenn es gebraucht wird. Keine besonderen Noten, irgendwo im Mittelfeld, aber das stört ihn nicht, wenn er sowieso spätestens seit er zwölf ist nur noch davon redet dass er auch zur Army geht wie sein Dad, jede kritische Stimme prallt da nur an ihm ab, selbst wenn es die seines kleinen Bruders ist. Der ist durch den großen Altersunterschied irgendwann eben auch eine Zeit lang nur noch der kleine Bruder und kein richtiger Kumpel mehr, Ewan schon mit den kläglichen ersten drei Barthaaren auf die er irre stolz ist, da ist Elliot von der Präpubertät noch meilenweit entfernt. Sie kicken ab und zu Fußbälle miteinander, aber aus den Spielen mit den großen anderen Jungs hält er seinen kleinen Bruder lieber raus, bevor ihn einer von denen ummäht und Elliot nicht wieder aufsteht.<br />
<br />
1995, direkt aus der Schule raus und ab zur Army, hat er ja so gesagt, und Ewan steht zu seinem Wort. Er zieht das durch, nicht nur <i>trotz</I> der angespannten Situation für die British Army, sondern gerade deshalb. Nach der Grundausbildung wird er dem 1st Battalion Royal Anglian zugewiesen, die ersten seiner Einsätze finden in Nordirland statt, ein fast dankbarer Anfang für einen der das richtige Soldatenleben hauptsächlich aus den ausgeschmückten Erzählungen des Vaters kennt, aber das macht die Lage nicht weniger angespannt. Die nächsten Jahre ist Ewan immer irgendwo, aber selten Zuhause, er durchläuft Stationen im Kosovo, in Deutschland, verbringt später Monate in Afghanistan und ist zurück in Großbritannien doch meistens unterwegs, aber selten bei seiner Familie, wenn er seinen Hintern nie richtig stillhalten kann und ständig irgendwas macht. Urlaub macht er selten, und wenn dann füllt er ihn mit ehrenamtlichen Angelegenheiten, Arbeit mit Jugendlichen, selten mal für die Kirche weil Mum ihn wochenlang darum gebeten hat, ein Jagdausflug mit Dad auch nur eine absurde Variante von allem, was er sonst innerhalb der Army so treibt.<br />
<br />
Wundert einen nicht wirklich dass eine feste Beziehung da nicht wirklich Platz findet, dabei ist es gar nicht so, als wäre Ewan zwanghaft mit seinem Job verheiratet. Mal zwei Minuten länger drüber nachgedacht hätte er vielleicht feststellen können dass er nur nicht gern allein ist, mit sich und der Langeweile und dem ständigen Gefühl, er müsste irgendwem den er nicht kennt irgendwas zurückgeben für seine Existenz. Nicht Gott, so viel ist ihm klar. Ungefähr 2005 ist Ewan verlobt, ein paar Monate lang, bevor die Beziehung beendet wird, ganz ohne Drama, vielleicht war es nur der Druck der Familien auf beiden Seiten, da müssten doch bald mal ein paar Enkelkinder drin sein. Es ist ein Schema das sich durch alle seine Beziehungen zieht, die Erwartungshaltung von außen eine andere als seine eigene, ohne dass er sich je wirklich sicher fühlt, wie die eigentlich aussehen soll. Er ist sicher, dass er Kinder will, kommt irgendwann mit fünfunddreißig an den Punkt wo er sagt, er hätte gern mal welche gehabt, aber vielleicht lässt er das lieber einfach, aus Gründen.<br />
<br />
2013 hat er die Chance, mehr Zeit mit seinem Bruder zu verbringen, erwachsen ist der geworden, und jetzt kommt es Ewan vor als hätte er ihn nie wirklich gekannt, aber das ändert nichts dran dass er verflucht stolz ist auf das, was Elliot aus sich gemacht hat. Der Stolz schlägt um in schlechtes Gewissen als sein Bruder 2015 aus Afghanistan zurückkommt, als Held gefeiert wird, sie reden nicht darüber, aber er kann die Veränderung sehen, die Angst, die Schuld, er hat das schon viel zu oft gesehen wenn er mit jungen Soldaten gearbeitet hat die gerade ihren ersten Einsatz hinter sich haben. Der Job ist nichts für jeden, das hat er schon immer begriffen, aber es trifft anders wenn es um den eigenen Bruder geht - und dann wird ihm im selben Jahr noch selbst der Boden unter den Füßen weggerissen.<br />
<br />
Wortwörtlich. Er ist inzwischen Staff Sergeant in Kabul, trainiert und betreut afghanische Soldaten, eigentlich Routine nach ganz anderen Monaten und Jahren die er in der Wüste erlebt hat. Er erinnert sich nicht an den Vorfall an sich, kriegt später alles nur erzählt, ohne dass er jemals wirklich Bezug dazu aufbauen kann, dass der Jeep in dem er mit drei anderen sitzt von einem LKW gerammt wird. Kein Anschlag, kein politischer Angriff, einfach nur ein Unfall der in jedem anderen Teil der Welt auch hätte passieren können, und Ewan hat einfach Pech. Sein rechtes Bein wird ihm als Beifahrer eingeklemmt, Trümmerfraktur des Oberschenkelknochens der größte Schaden neben Prellungen, einem Schleudertrauma und einer ausgerenkten Kniescheibe, er selbst plappert nur nach was die Ärzte sagen, er hatte Glück.<br />
<br />
Die Operation läuft nach Plan, Platten und Schrauben hat er jetzt im Bein die seine Knochen zusammenhalten, zwei Jahre bleiben die ihm vorerst, was genau die postoperative Infektion ausgelöst hat, kann man nicht so genau eingrenzen. Es bringt ihn nicht um, es muss ihm auch keiner das Bein abnehmen, aber es verzögert die Heilung um ein paar Wochen mehr, vielleicht Monate, zwei Mal muss er noch unters Messer weil sich Abszesse da gebildet haben wo irgendwelche Reste von Knochen- und Metallsplittern geblieben sind, es macht letztendlich keinen Unterschied. Ewan ist selbst klar dass man mit knapp vierzig die paar Monate ausgefallenes Training nicht einfach wieder nachholt, und auch wenn ihm die Army einen Posten als Ausbilder oder irgendwo in der Verwaltung in Aussicht stellt, entscheidet er sich anders und damit im Grunde genommen zum ersten Mal nur für sich allein.<br />
<br />
2016 ist das Jahr, in dem er seinen Dienst bei der Greater Manchester Police antritt. Deutlich älter als die meisten Constables, dafür erfahrener, entspannter, es gibt nicht viel das er nicht schon gesehen hat in anderen Teilen der Welt, die ihm jetzt unerreichbar vorkommen. Vielleicht ist es einfach die Herausforderung die er braucht, nochmal was neues anzupacken nachdem er sich fast ein Jahr lang genau dieser Langeweile ausgesetzt gefühlt hat, vor der er immer abgehauen ist, und wenn er jetzt in Manchester bleibt, muss er mit seinem vernarbten Bein ja wenigstens nicht so weit laufen bis er Zuhause ankommt, ha-ha. Technisch gesehen und von den Ärzten bestätigt ist er gesund, einsatzfähig, <i>alles altersgerecht</i>, er hat seinen Körper schon anderen Dingen ausgesetzt, niemanden interessieren irgendwelche Taubheitsgefühle oder neuropathische Schmerzen, wenn er sich auch nach zehn oder zwölf Stunden Schichten nicht ein einziges Mal beschwert - schon gar nicht bei Elliot, der Ende des Jahres auch seinen Weg nach Manchester findet. Weihnachten Zuhause war noch nie so still wie in diesem Jahr, Dads Enttäuschung tonnenschwer über allem, aber hey, von hier ab kann es nur wieder besser werden, und wenigstens vor sich selbst kann Ewan auch laut zugeben, dass er sich so motiviert fühlt wie schon lange nicht mehr.<br />
<br />
<center><i>***</i></center><br />
<br />
<i>» </i>wenn man monatelang quasi nichts zu tun hat, entwickelt man eine ganze Menge neuer Hobbies, zum Beispiel kochen oder endlich in Pokémon Rot alle 151 Pokémon zu fangen, damit man vor Elliot damit angeben kann<br />
<i>» </i>gute 15.000 Pfund im Jahr verdient er jetzt weniger, das tut im ersten Moment ganz schön weh - aber so als ewiger Junggeselle tut's eine 1,5-Zimmer-Wohnung auch, ein Bad, ein Bett, eine halbwegs funktionale Küche<br />
<i>» </i>echte Eitelkeit gewöhnt man sich gar nicht erst an wenn man als Soldat eh immer in den selben Klamotten steckt, aber dieses Narbenchaos da an seinem Bein würde er jetzt auch nicht jedem unter die Nase halten, wenn es nicht unbedingt sein muss<br />
<i>» </i>kein Gewohnheitsraucher, aber wenn du ihm eine anbietest, sagt er vermutlich nicht Nein - der hat in den Wüsten dieser Welt genug staubigen Sand eingeatmet, da macht eine Kippe mehr oder weniger wirklich keinen Unterschied mehr<br />
<i>» </i>natürlich braucht er im Alltag keine Gehhilfe mehr (aber apropos eitel, das hat ihm überhaupt nicht gefallen), aber trotzdem hat er das Ding erstmal noch nicht entsorgt; nur zur Sicherheit, vielleicht braucht ja <i>irgendjemand</i> mal eine<br />
<i>» </i>hat eine Weile gedauert bis Ewan mal den Mund aufgemacht hat, einem Arzt gegenüber, dass er die Schmerzen immer nur aushält; heißt nicht, dass er die Medikamente so regelmäßig nimmt wie er sollte, aber zum guten Funktionieren reichts allemal<br />
<i>» </i>so ganz entschieden wo es im Polizeidienst hingehen soll hat Ewan sich noch nicht, aber er hat ja noch ein paar Jahre Zeit bis er sich auf eine Spezialisierung bewerben soll; Mordkommission und Terrorbekämpfung gerade seine Favoriten<br />
<i>» </i>der kommt gut klar mit Kindern und mit Tieren und eigentlich mit jedem, was stimmt mit dem nicht?</div></div></div>
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<b>Ziemlich</b> einfaches Leben, wenn einem schon vor der Geburt ein ganz bestimmter Stempel aufgedrückt wird, der Lebensweg schon fast bis zum Tod vorausgeplant, ohne dass man sich jemals selbst wirklich damit hätte beschäftigen können - solange man mit der Erwartungshaltung jedenfalls klarkommt, am Anfang die der Eltern (oder eher des Vaters) und dann irgendwann auch die, die man selbst an einen stellt. Ewan wird 1977 geboren, der <i>Erstgeborene</i>, Papas ganzer Stolz wenn der Berufssoldat mal Zuhause ist, und gäbe es Medaillen auch so in Kleinkindgröße, er hätte damals schon die erste an die Brust gepinnt gekriegt. Eigentlich läuft das alles wie geplant, der Junge erfüllt die an ihn gestellten Aufgaben, ob die ihm gegenüber jemals kommuniziert wurden oder nicht, ein Meilenstein nach dem anderen, krabbeln, laufen, sprechen, ein braves Kind über das Dad selbst abwesend noch die Hand hält wenn der mal Mist baut, so sind Jungs eben, <i>boys will be boys</i>.<br />
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Ein großer Bruder wird er mit fünf, Ewan ist jetzt der Mann im Haus wenn Dad nicht da ist, aber das klassische 'Du hättest vernünftig sein müssen als der Ältere' kriegt er nie zu hören, dafür ist Elliot fast schon zurückgezogen still, der macht keinen Ärger, und wenn dem kleinen Bruder wer anders Ärger macht, stellt Ewan sich dazwischen, was sollen ihm so ein paar Drittklässler auch anhaben wenn er schon in der fünften ist, richtige Babies.<br />
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Das ständige Umziehen macht Ewan nicht so viel aus, er kommt klar, er findet überall Freunde und das meistens ziemlich schnell, er spielt Fußball, er ist nicht zu auffällig, aber laut genug wenn's drauf ankommt, leise dann, wenn es gebraucht wird. Keine besonderen Noten, irgendwo im Mittelfeld, aber das stört ihn nicht, wenn er sowieso spätestens seit er zwölf ist nur noch davon redet dass er auch zur Army geht wie sein Dad, jede kritische Stimme prallt da nur an ihm ab, selbst wenn es die seines kleinen Bruders ist. Der ist durch den großen Altersunterschied irgendwann eben auch eine Zeit lang nur noch der kleine Bruder und kein richtiger Kumpel mehr, Ewan schon mit den kläglichen ersten drei Barthaaren auf die er irre stolz ist, da ist Elliot von der Präpubertät noch meilenweit entfernt. Sie kicken ab und zu Fußbälle miteinander, aber aus den Spielen mit den großen anderen Jungs hält er seinen kleinen Bruder lieber raus, bevor ihn einer von denen ummäht und Elliot nicht wieder aufsteht.<br />
<br />
1995, direkt aus der Schule raus und ab zur Army, hat er ja so gesagt, und Ewan steht zu seinem Wort. Er zieht das durch, nicht nur <i>trotz</I> der angespannten Situation für die British Army, sondern gerade deshalb. Nach der Grundausbildung wird er dem 1st Battalion Royal Anglian zugewiesen, die ersten seiner Einsätze finden in Nordirland statt, ein fast dankbarer Anfang für einen der das richtige Soldatenleben hauptsächlich aus den ausgeschmückten Erzählungen des Vaters kennt, aber das macht die Lage nicht weniger angespannt. Die nächsten Jahre ist Ewan immer irgendwo, aber selten Zuhause, er durchläuft Stationen im Kosovo, in Deutschland, verbringt später Monate in Afghanistan und ist zurück in Großbritannien doch meistens unterwegs, aber selten bei seiner Familie, wenn er seinen Hintern nie richtig stillhalten kann und ständig irgendwas macht. Urlaub macht er selten, und wenn dann füllt er ihn mit ehrenamtlichen Angelegenheiten, Arbeit mit Jugendlichen, selten mal für die Kirche weil Mum ihn wochenlang darum gebeten hat, ein Jagdausflug mit Dad auch nur eine absurde Variante von allem, was er sonst innerhalb der Army so treibt.<br />
<br />
Wundert einen nicht wirklich dass eine feste Beziehung da nicht wirklich Platz findet, dabei ist es gar nicht so, als wäre Ewan zwanghaft mit seinem Job verheiratet. Mal zwei Minuten länger drüber nachgedacht hätte er vielleicht feststellen können dass er nur nicht gern allein ist, mit sich und der Langeweile und dem ständigen Gefühl, er müsste irgendwem den er nicht kennt irgendwas zurückgeben für seine Existenz. Nicht Gott, so viel ist ihm klar. Ungefähr 2005 ist Ewan verlobt, ein paar Monate lang, bevor die Beziehung beendet wird, ganz ohne Drama, vielleicht war es nur der Druck der Familien auf beiden Seiten, da müssten doch bald mal ein paar Enkelkinder drin sein. Es ist ein Schema das sich durch alle seine Beziehungen zieht, die Erwartungshaltung von außen eine andere als seine eigene, ohne dass er sich je wirklich sicher fühlt, wie die eigentlich aussehen soll. Er ist sicher, dass er Kinder will, kommt irgendwann mit fünfunddreißig an den Punkt wo er sagt, er hätte gern mal welche gehabt, aber vielleicht lässt er das lieber einfach, aus Gründen.<br />
<br />
2013 hat er die Chance, mehr Zeit mit seinem Bruder zu verbringen, erwachsen ist der geworden, und jetzt kommt es Ewan vor als hätte er ihn nie wirklich gekannt, aber das ändert nichts dran dass er verflucht stolz ist auf das, was Elliot aus sich gemacht hat. Der Stolz schlägt um in schlechtes Gewissen als sein Bruder 2015 aus Afghanistan zurückkommt, als Held gefeiert wird, sie reden nicht darüber, aber er kann die Veränderung sehen, die Angst, die Schuld, er hat das schon viel zu oft gesehen wenn er mit jungen Soldaten gearbeitet hat die gerade ihren ersten Einsatz hinter sich haben. Der Job ist nichts für jeden, das hat er schon immer begriffen, aber es trifft anders wenn es um den eigenen Bruder geht - und dann wird ihm im selben Jahr noch selbst der Boden unter den Füßen weggerissen.<br />
<br />
Wortwörtlich. Er ist inzwischen Staff Sergeant in Kabul, trainiert und betreut afghanische Soldaten, eigentlich Routine nach ganz anderen Monaten und Jahren die er in der Wüste erlebt hat. Er erinnert sich nicht an den Vorfall an sich, kriegt später alles nur erzählt, ohne dass er jemals wirklich Bezug dazu aufbauen kann, dass der Jeep in dem er mit drei anderen sitzt von einem LKW gerammt wird. Kein Anschlag, kein politischer Angriff, einfach nur ein Unfall der in jedem anderen Teil der Welt auch hätte passieren können, und Ewan hat einfach Pech. Sein rechtes Bein wird ihm als Beifahrer eingeklemmt, Trümmerfraktur des Oberschenkelknochens der größte Schaden neben Prellungen, einem Schleudertrauma und einer ausgerenkten Kniescheibe, er selbst plappert nur nach was die Ärzte sagen, er hatte Glück.<br />
<br />
Die Operation läuft nach Plan, Platten und Schrauben hat er jetzt im Bein die seine Knochen zusammenhalten, zwei Jahre bleiben die ihm vorerst, was genau die postoperative Infektion ausgelöst hat, kann man nicht so genau eingrenzen. Es bringt ihn nicht um, es muss ihm auch keiner das Bein abnehmen, aber es verzögert die Heilung um ein paar Wochen mehr, vielleicht Monate, zwei Mal muss er noch unters Messer weil sich Abszesse da gebildet haben wo irgendwelche Reste von Knochen- und Metallsplittern geblieben sind, es macht letztendlich keinen Unterschied. Ewan ist selbst klar dass man mit knapp vierzig die paar Monate ausgefallenes Training nicht einfach wieder nachholt, und auch wenn ihm die Army einen Posten als Ausbilder oder irgendwo in der Verwaltung in Aussicht stellt, entscheidet er sich anders und damit im Grunde genommen zum ersten Mal nur für sich allein.<br />
<br />
2016 ist das Jahr, in dem er seinen Dienst bei der Greater Manchester Police antritt. Deutlich älter als die meisten Constables, dafür erfahrener, entspannter, es gibt nicht viel das er nicht schon gesehen hat in anderen Teilen der Welt, die ihm jetzt unerreichbar vorkommen. Vielleicht ist es einfach die Herausforderung die er braucht, nochmal was neues anzupacken nachdem er sich fast ein Jahr lang genau dieser Langeweile ausgesetzt gefühlt hat, vor der er immer abgehauen ist, und wenn er jetzt in Manchester bleibt, muss er mit seinem vernarbten Bein ja wenigstens nicht so weit laufen bis er Zuhause ankommt, ha-ha. Technisch gesehen und von den Ärzten bestätigt ist er gesund, einsatzfähig, <i>alles altersgerecht</i>, er hat seinen Körper schon anderen Dingen ausgesetzt, niemanden interessieren irgendwelche Taubheitsgefühle oder neuropathische Schmerzen, wenn er sich auch nach zehn oder zwölf Stunden Schichten nicht ein einziges Mal beschwert - schon gar nicht bei Elliot, der Ende des Jahres auch seinen Weg nach Manchester findet. Weihnachten Zuhause war noch nie so still wie in diesem Jahr, Dads Enttäuschung tonnenschwer über allem, aber hey, von hier ab kann es nur wieder besser werden, und wenigstens vor sich selbst kann Ewan auch laut zugeben, dass er sich so motiviert fühlt wie schon lange nicht mehr.<br />
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<center><i>***</i></center><br />
<br />
<i>» </i>wenn man monatelang quasi nichts zu tun hat, entwickelt man eine ganze Menge neuer Hobbies, zum Beispiel kochen oder endlich in Pokémon Rot alle 151 Pokémon zu fangen, damit man vor Elliot damit angeben kann<br />
<i>» </i>gute 15.000 Pfund im Jahr verdient er jetzt weniger, das tut im ersten Moment ganz schön weh - aber so als ewiger Junggeselle tut's eine 1,5-Zimmer-Wohnung auch, ein Bad, ein Bett, eine halbwegs funktionale Küche<br />
<i>» </i>echte Eitelkeit gewöhnt man sich gar nicht erst an wenn man als Soldat eh immer in den selben Klamotten steckt, aber dieses Narbenchaos da an seinem Bein würde er jetzt auch nicht jedem unter die Nase halten, wenn es nicht unbedingt sein muss<br />
<i>» </i>kein Gewohnheitsraucher, aber wenn du ihm eine anbietest, sagt er vermutlich nicht Nein - der hat in den Wüsten dieser Welt genug staubigen Sand eingeatmet, da macht eine Kippe mehr oder weniger wirklich keinen Unterschied mehr<br />
<i>» </i>natürlich braucht er im Alltag keine Gehhilfe mehr (aber apropos eitel, das hat ihm überhaupt nicht gefallen), aber trotzdem hat er das Ding erstmal noch nicht entsorgt; nur zur Sicherheit, vielleicht braucht ja <i>irgendjemand</i> mal eine<br />
<i>» </i>hat eine Weile gedauert bis Ewan mal den Mund aufgemacht hat, einem Arzt gegenüber, dass er die Schmerzen immer nur aushält; heißt nicht, dass er die Medikamente so regelmäßig nimmt wie er sollte, aber zum guten Funktionieren reichts allemal<br />
<i>» </i>so ganz entschieden wo es im Polizeidienst hingehen soll hat Ewan sich noch nicht, aber er hat ja noch ein paar Jahre Zeit bis er sich auf eine Spezialisierung bewerben soll; Mordkommission und Terrorbekämpfung gerade seine Favoriten<br />
<i>» </i>der kommt gut klar mit Kindern und mit Tieren und eigentlich mit jedem, was stimmt mit dem nicht?</div></div></div>
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		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Knee-deep in the passenger seat and you're eating me out]]></title>
			<link>https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2658</link>
			<pubDate>Thu, 26 Feb 2026 17:27:39 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.losttheplot.de/member.php?action=profile&uid=559">Charlotte Bernstein</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2658</guid>
			<description><![CDATA[<div style="text-align: justify;" class="mycode_align">
[...]<br />
Kleidung hier für Jesús zu finden, war die eine Sache. Kleidung für ihr Baby zu finden eine andere. Und Kleidung für sich selbst zu finden, war sowas wie ein einmaliger Glücksgriff. Vielleicht zweimalige – Bibs hatte ein Auge für Kleidung – auch wenn sie bereits von anderen Menschen getragen worden war. Hier gab es sogar Negliges. Aber, wenn sie daran dachte, dass darauf vielleicht ein fremder Typ ejakuliert hatte, zog sich ihr Uterus zu einer kleinen schrumpeligen Rosine zusammen. <b> «Fünf?»</b>, sie schaffte keine fünf Strampler. Sie schaffte ja schon kaum einen Halben, wenn sie hier war. <b> «Und die Farbe geht wirklich gar nicht»</b>, sie pickte ihm das eine Teil vom Arm, <b> «darauf zu erbrechen, wäre vielleicht sogar ein Upgrade.»</b> Charlotte seufzte, weil Jesús wollte den günstigen Strampler, also bekam er ihn wieder, ehe er sich in die Garderobe verzog mit seiner Hot Daddy Jacke, dem Ed Hardy Stück, dem Kranichhemd, dem Cap und dem süssen Flanellhemd. Das hier war Jesús Stil. Wahrscheinlich fand sie es befremdlich, wenn er was von der Stange trug und nichts von hier. Ihre Finger folgten der Babykleidung. Ein Strampler nach dem anderen sortierte sie in die <i>never</i>-Kategorie und gerade als sie dachte, dass hier gar nichts war – kam die Ed Hardy Sektion. Eins, Zwei, Drei… Vier, da war sogar ein Fünfter. Einer schrecklicher, als der andere. Aber Lil Bernstein wäre stilsicher auf jeder Modenschau – alles an dem Affen-Ed und dem Leo-Ed schrie: Ich bin ein Styler. <b> «Ich habe fünf»</b>, sie trat in Richtung der Umkleidekabine, linste durch den kleinen Spalt von Vorhang, den jede Frau akribisch zuzog und Jesús nicht interessierte. <b> «Mhm»</b>, sie linste hinein, <b> «dreh dich»</b> - das Flanell sah aus wie jedes andere, aber sie standen ihm einfach und sie konnte sie Morgens irgendwann wieder anziehen, wenn die Nähte vor ihrer Mitte nicht mehr platzten oder die Knöpfe aufsprangen. <b> «Hattest du das süsse Hemd schon an?»</b>, sie schob den Vorhang etwas zur Seite, wollte sich gegen die eine Rückwand lehnen. Aber ganz so robust war sie nicht, sie wackelte und Lotta löste sich schnell wieder. Also hielten sie schon die Wände nicht mehr. Letztes Mal hatte das Bett gequietscht, als sie sich hingelegt hatte – das war ein Zeichen. Ein Zeichen, dass Baby Bernstein hoffentlich am Schluss nicht doch noch ein 5kg-loaf wurde. Vielleicht sollte sie über einen Kaiserschnitt nachdenken… <b> «Das Nächste kannst du mir leider erst Zuhause machen, die Wände hier sind nicht so robust»</b>sie sah ihn abwartend an, weil das Kranichhemd oder die Hot-Daddy-Jacke war das Nächste. Mit Ed Hardy gab es kein Baby Numero Duo. </div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align: justify;" class="mycode_align">
[...]<br />
Kleidung hier für Jesús zu finden, war die eine Sache. Kleidung für ihr Baby zu finden eine andere. Und Kleidung für sich selbst zu finden, war sowas wie ein einmaliger Glücksgriff. Vielleicht zweimalige – Bibs hatte ein Auge für Kleidung – auch wenn sie bereits von anderen Menschen getragen worden war. Hier gab es sogar Negliges. Aber, wenn sie daran dachte, dass darauf vielleicht ein fremder Typ ejakuliert hatte, zog sich ihr Uterus zu einer kleinen schrumpeligen Rosine zusammen. <b> «Fünf?»</b>, sie schaffte keine fünf Strampler. Sie schaffte ja schon kaum einen Halben, wenn sie hier war. <b> «Und die Farbe geht wirklich gar nicht»</b>, sie pickte ihm das eine Teil vom Arm, <b> «darauf zu erbrechen, wäre vielleicht sogar ein Upgrade.»</b> Charlotte seufzte, weil Jesús wollte den günstigen Strampler, also bekam er ihn wieder, ehe er sich in die Garderobe verzog mit seiner Hot Daddy Jacke, dem Ed Hardy Stück, dem Kranichhemd, dem Cap und dem süssen Flanellhemd. Das hier war Jesús Stil. Wahrscheinlich fand sie es befremdlich, wenn er was von der Stange trug und nichts von hier. Ihre Finger folgten der Babykleidung. Ein Strampler nach dem anderen sortierte sie in die <i>never</i>-Kategorie und gerade als sie dachte, dass hier gar nichts war – kam die Ed Hardy Sektion. Eins, Zwei, Drei… Vier, da war sogar ein Fünfter. Einer schrecklicher, als der andere. Aber Lil Bernstein wäre stilsicher auf jeder Modenschau – alles an dem Affen-Ed und dem Leo-Ed schrie: Ich bin ein Styler. <b> «Ich habe fünf»</b>, sie trat in Richtung der Umkleidekabine, linste durch den kleinen Spalt von Vorhang, den jede Frau akribisch zuzog und Jesús nicht interessierte. <b> «Mhm»</b>, sie linste hinein, <b> «dreh dich»</b> - das Flanell sah aus wie jedes andere, aber sie standen ihm einfach und sie konnte sie Morgens irgendwann wieder anziehen, wenn die Nähte vor ihrer Mitte nicht mehr platzten oder die Knöpfe aufsprangen. <b> «Hattest du das süsse Hemd schon an?»</b>, sie schob den Vorhang etwas zur Seite, wollte sich gegen die eine Rückwand lehnen. Aber ganz so robust war sie nicht, sie wackelte und Lotta löste sich schnell wieder. Also hielten sie schon die Wände nicht mehr. Letztes Mal hatte das Bett gequietscht, als sie sich hingelegt hatte – das war ein Zeichen. Ein Zeichen, dass Baby Bernstein hoffentlich am Schluss nicht doch noch ein 5kg-loaf wurde. Vielleicht sollte sie über einen Kaiserschnitt nachdenken… <b> «Das Nächste kannst du mir leider erst Zuhause machen, die Wände hier sind nicht so robust»</b>sie sah ihn abwartend an, weil das Kranichhemd oder die Hot-Daddy-Jacke war das Nächste. Mit Ed Hardy gab es kein Baby Numero Duo. </div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Let Christ forgive these bones I'm hiding]]></title>
			<link>https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2657</link>
			<pubDate>Thu, 26 Feb 2026 01:18:54 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.losttheplot.de/member.php?action=profile&uid=544">Ronan Lynch</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2657</guid>
			<description><![CDATA[Er war jämmerlich.<br />
<br />
Kämpfte sich kaum erfolgreich durch seinen Alltag, wollte sich zu jeder Zeit verkriechen in die hinterste letzte Ecke, dort, wo ihm die Scham und die Sehnsucht und die Übelkeit schwarz aus den Poren rinnen konnte, ohne dass ihn jemand dabei sah. Wollte ausschwitzen die Reue und die Trauer und alles, was irgendwo dazwischen stattfand und Ronan nicht benennen konnte. Würde ächzend im Sud zusammensinken und die Augen schließen, zusammengekauert in der Lache seiner eigenen Unzulänglichkeit. Schlafen, er wollte einfach nur noch schlafen.<br />
Wollte nicht mehr schreiben, wollte nicht mehr versuchen zu schreiben. Wollte sich im Wein ertränken und seine Worte gleich mit dazu, die da aufs Papier glitten und vor denen er sich so stark schämte, dass er sie kein zweites Mal lesen konnte. Er war jämmerlich, ja, das hatte er schon festgehalten. So gottverdammt jämmerlich.<br />
<br />
<div class="lee-letter-wrapper">
  <div class="llw-letter">
      <div class="llw-text">Lieber Theo,<br />
unsere letzte Begegnung liegt mir noch immer schwer im Magen. Meine Gedanken kreisen zurück, verfangen sich in Kleinigkeiten, und ich frage mich immer wieder, wann wir an diesem Punkt geraten sind. Ob, wie wir uns von ihm lösen; ich frage mich, an welchem Moment wir hätten anders abbiegen können, schraube an den Nebensächlichkeiten, als könnten sie ein anderes Ende beschwören, und doch sitze ich hier und denke an dich und weiß nicht weiter.<br />
<br />
Ich habe lange überlegt, ob ich dir schreiben soll. Ehrlich gesagt, weiß ich die Antwort noch immer nicht, geschweige denn, ob du überhaupt von mir hören möchtest. Nun sitze ich hier, streiche Sätze wieder durch, beginne von vorn und merke doch, dass keiner dem gerecht wird, was ich eigentlich sagen möchte. Ich kann dir nur versichern, könntest du einen Blick in meine Gedanken werfen, würdest du dir selbst entgegenblicken.<br />
<br />
Ich hoffe, du kannst mir vergeben.<br />
<br />
Ich werde einige Tage in einem Cottage in der Nähe von Dunham Massey, vor Lymm verbringen, Dienstag bis Freitag. Ich erwarte nicht, dass du kommst, eigentlich weiß ich nicht, was ich erwarte. Aber ich würde mich freuen. Du musst auch nicht über Nacht bleiben, wenn dir das zu viel ist. Wenn du mich nicht sehen willst, ist das eine Entscheidung, die ich akzeptieren werde. Wenn du nicht von mir hören möchtest, entschuldige ich mich für diesen Brief.<br />
<br />
Ronan</div>
  </div>
</div>
<style>@import url('https://fonts.googleapis.com/css2?family=Oooh+Baby&family=Qwitcher+Grypen:wght@400;700&display=swap'); .lee-letter-wrapper { --llw-col-letter-bg: #eee3d5;/* Farbe: Briefpapier */--llw-col-letter-deco: #b3a088;/* Farbe: Rahmen */--llw-col-text: #423a2e;/* Farbe: Schrift */--llw-col-envelope-one: #859f75;/* Farbe: Umschlag */--llw-col-envelope-two: #9fb694;/* Farbe: Umschlag, hell */--llw-col-envelope-three: #6f8560;/* Farbe: Umschlag, dunkel */--llw-font-main: "Oooh Baby", cursive;/* Schriftart: Haupt */--llw-font-sig: "Herr Von Muellerhoff", cursive;/* Schriftart: Unterschrift */}/* -------------- #1 - ALLGEMEINES */.lee-letter-wrapper { width: 500px; margin: auto; box-sizing: border-box; text-align: left; font-family: var(--llw-font-main); font-size: 17px; font-weight: 300; line-height: normal; color: var(--llw-col-text); } .lee-letter-wrapper * { box-sizing: border-box; } .lee-letter-wrapper *::selection { background: rgba(66, 58, 46, 0.1); }/* -------------- #2 - UMSCHLAG */.llw-envelope { width: 540px; height: 370px; margin: 100px 0 0 20px; background: var(--llw-col-envelope-one); position: relative; z-index: 5; transform: rotate(20deg); overflow: hidden; transition: 1s; } .llw-envelope::before, .llw-envelope::after { content: ""; width: 540px; height: 540px; border-radius: 0 0 20px 0; position: absolute; transform: rotate(45deg); } .llw-envelope::before { margin-top: 210px; background: var(--llw-col-envelope-three); } .llw-envelope::after { margin-top: -350px; background: var(--llw-col-envelope-two); } .llw-envelope:hover { transition: 1s; transform: rotate(5deg); }/* -------------- #3 - BRIEF */.llw-letter { width: 500px; padding: 20px;background: var(--llw-col-letter-bg); box-shadow: 2px 3px 5px rgba(0,0,0,0.1);  } .llw-l-top, .llw-l-bot { width: 100%; position: relative; } .llw-l-top::before, .llw-l-top::after, .llw-l-bot::before, .llw-l-bot::after { content: ""; width: 200px; height: 200px; position: absolute; background: url("https://i.ibb.co/fFDdFv8/border-brown.png"); background-size: cover; opacity: 0.4; } .llw-l-top::after { right: 0; -moz-transform: scaleX(-1); -o-transform: scaleX(-1); -webkit-transform: scaleX(-1); transform: scaleX(-1); filter: FlipH; -ms-filter: "FlipH"; } .llw-l-bot::before { bottom: 0; -moz-transform: scaleY(-1); -o-transform: scaleY(-1); -webkit-transform: scaleY(-1); transform: scaleY(-1); filter: FlipV; -ms-filter: "FlipV"; } .llw-l-bot::after { right: 0; bottom: 0; -moz-transform: scaleX(-1) scaleY(-1); -o-transform: scaleX(-1) scaleY(-1); -webkit-transform: scaleX(-1) scaleY(-1); transform: scaleX(-1) scaleY(-1); filter: FlipH FlipV; -ms-filter: "FlipH" "FlipV"; }/* ----------------- #3.1 - TEXT */.llw-l-text { padding: 70px; } .llw-text { padding-top: 8px; line-height: 31px; position: relative; background-color: var(--llw-col-letter-bg); background-size: 31px 31px; background-image: repeating-linear-gradient( 0deg, var(--llw-col-letter-deco), var(--llw-col-letter-deco) 1.2px, var(--llw-col-letter-bg) 1.2px, var(--llw-col-letter-bg) ); } .llw-text name { font-family: var(--llw-font-sig); font-size: 40px; }</style><br />
<br />
Eine halbe Woche später, es hatte geregnet, den ganzen Tag. Ronan gezwungen, seine Zeit innerhalb des Cottage auszuharren, in dem er sich von Anfang an rastlos gefühlt hatte. Wie eingesperrt, nur nochmal mehr an seine eigene Misere erinnert. Drehte Kreise und starrte immer wieder aus dem Fenster wie ein Zootier, das auf zu wenig Platz gehalten wurde. Schließlich war er auch nur halb-freiwillig hier. Konnte sich nicht auf die Auszeit freuen, die ihm so dringlich ans Herz gelegt wurde, weil er zu beschäftigt mit sich selbst war, um seine Arbeit richtig zu tun.<br />
Theo war nicht gekommen, hatte noch Zeit, um es zu tun und vielleicht war der Gedanke daran schlimmer als zu akzeptieren, dass es nicht geschehen würde. Dabei war es nicht einmal der Gedanke an die Sünde, der er sich schon wieder öffnete, der ihn plagte. Nicht nur. Mit jeder Stunde wuchs die Scham für die vom Alkohol getriebenen Worte, an die er sich nicht mehr ganz erinnern konnte und er sah ihn vor sich, sah das hämische Grinsen auf dem von Sommersprossen gesprenkeltem Gesicht. Sah, wie er über ihn lachte, verdammt, wie sollte er auch nicht. Ronan würde seine Sätze zurückrufen, in sich stopfen, bis ihm die Übelkeit in der Kehle kratzte, aber er konnte sie nicht abstreiten. Ach wie erbärmlich er war. Wie bitterlich erbärmlich, rief es ihm deutlicher in den Kopf mit dem nächsten Glas Wein, mit dem danach, bis er sich nicht sicher war, ob er trank, um mit dem schlechten Gefühl umgehen zu können, oder trank, um sich noch schlechter zu fühlen.<br />
<br />
Ob's einen Unterschied machte, fragte er sich, während der Rotwein aus der Flasche ins Glas schwappte, und ob sich sein Vater diese Fragen auch gestellt hatte. Pat, Josh. Witzig, gerade war er ihnen näher als wenn sie sich gegenüber standen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Er war jämmerlich.<br />
<br />
Kämpfte sich kaum erfolgreich durch seinen Alltag, wollte sich zu jeder Zeit verkriechen in die hinterste letzte Ecke, dort, wo ihm die Scham und die Sehnsucht und die Übelkeit schwarz aus den Poren rinnen konnte, ohne dass ihn jemand dabei sah. Wollte ausschwitzen die Reue und die Trauer und alles, was irgendwo dazwischen stattfand und Ronan nicht benennen konnte. Würde ächzend im Sud zusammensinken und die Augen schließen, zusammengekauert in der Lache seiner eigenen Unzulänglichkeit. Schlafen, er wollte einfach nur noch schlafen.<br />
Wollte nicht mehr schreiben, wollte nicht mehr versuchen zu schreiben. Wollte sich im Wein ertränken und seine Worte gleich mit dazu, die da aufs Papier glitten und vor denen er sich so stark schämte, dass er sie kein zweites Mal lesen konnte. Er war jämmerlich, ja, das hatte er schon festgehalten. So gottverdammt jämmerlich.<br />
<br />
<div class="lee-letter-wrapper">
  <div class="llw-letter">
      <div class="llw-text">Lieber Theo,<br />
unsere letzte Begegnung liegt mir noch immer schwer im Magen. Meine Gedanken kreisen zurück, verfangen sich in Kleinigkeiten, und ich frage mich immer wieder, wann wir an diesem Punkt geraten sind. Ob, wie wir uns von ihm lösen; ich frage mich, an welchem Moment wir hätten anders abbiegen können, schraube an den Nebensächlichkeiten, als könnten sie ein anderes Ende beschwören, und doch sitze ich hier und denke an dich und weiß nicht weiter.<br />
<br />
Ich habe lange überlegt, ob ich dir schreiben soll. Ehrlich gesagt, weiß ich die Antwort noch immer nicht, geschweige denn, ob du überhaupt von mir hören möchtest. Nun sitze ich hier, streiche Sätze wieder durch, beginne von vorn und merke doch, dass keiner dem gerecht wird, was ich eigentlich sagen möchte. Ich kann dir nur versichern, könntest du einen Blick in meine Gedanken werfen, würdest du dir selbst entgegenblicken.<br />
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Ich hoffe, du kannst mir vergeben.<br />
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Ich werde einige Tage in einem Cottage in der Nähe von Dunham Massey, vor Lymm verbringen, Dienstag bis Freitag. Ich erwarte nicht, dass du kommst, eigentlich weiß ich nicht, was ich erwarte. Aber ich würde mich freuen. Du musst auch nicht über Nacht bleiben, wenn dir das zu viel ist. Wenn du mich nicht sehen willst, ist das eine Entscheidung, die ich akzeptieren werde. Wenn du nicht von mir hören möchtest, entschuldige ich mich für diesen Brief.<br />
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Ronan</div>
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<br />
Eine halbe Woche später, es hatte geregnet, den ganzen Tag. Ronan gezwungen, seine Zeit innerhalb des Cottage auszuharren, in dem er sich von Anfang an rastlos gefühlt hatte. Wie eingesperrt, nur nochmal mehr an seine eigene Misere erinnert. Drehte Kreise und starrte immer wieder aus dem Fenster wie ein Zootier, das auf zu wenig Platz gehalten wurde. Schließlich war er auch nur halb-freiwillig hier. Konnte sich nicht auf die Auszeit freuen, die ihm so dringlich ans Herz gelegt wurde, weil er zu beschäftigt mit sich selbst war, um seine Arbeit richtig zu tun.<br />
Theo war nicht gekommen, hatte noch Zeit, um es zu tun und vielleicht war der Gedanke daran schlimmer als zu akzeptieren, dass es nicht geschehen würde. Dabei war es nicht einmal der Gedanke an die Sünde, der er sich schon wieder öffnete, der ihn plagte. Nicht nur. Mit jeder Stunde wuchs die Scham für die vom Alkohol getriebenen Worte, an die er sich nicht mehr ganz erinnern konnte und er sah ihn vor sich, sah das hämische Grinsen auf dem von Sommersprossen gesprenkeltem Gesicht. Sah, wie er über ihn lachte, verdammt, wie sollte er auch nicht. Ronan würde seine Sätze zurückrufen, in sich stopfen, bis ihm die Übelkeit in der Kehle kratzte, aber er konnte sie nicht abstreiten. Ach wie erbärmlich er war. Wie bitterlich erbärmlich, rief es ihm deutlicher in den Kopf mit dem nächsten Glas Wein, mit dem danach, bis er sich nicht sicher war, ob er trank, um mit dem schlechten Gefühl umgehen zu können, oder trank, um sich noch schlechter zu fühlen.<br />
<br />
Ob's einen Unterschied machte, fragte er sich, während der Rotwein aus der Flasche ins Glas schwappte, und ob sich sein Vater diese Fragen auch gestellt hatte. Pat, Josh. Witzig, gerade war er ihnen näher als wenn sie sich gegenüber standen.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Ich will mich verschwenden an den Tag]]></title>
			<link>https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2656</link>
			<pubDate>Fri, 20 Feb 2026 14:05:53 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.losttheplot.de/member.php?action=profile&uid=42">Chuck Boyd</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2656</guid>
			<description><![CDATA[Eigentlich ein Wunder, dass sie ne Woche später wieder bei dieser Gruppe aufgeschlagen war. Und das Wunder hieß Arif, der einfach nich‘ lockergelassen hatte, und ihr angedroht hatte, sie sonst in Einzeltherapie zu stecken. Naja, Good Luck to him, ne Einzeltherapie für Chuck zu finden, hätte sie antworten können (und hatte sie auch getan), nur um trotzdem bei ihm dann wieder im Auto zu sitzen. Vielleicht lag’s an seinem verzweifelten Blick, und dass er’s nich‘ verdient hatte, schon wieder so schwierige Freunde zu haben, nachdem Zahi einigermaßen über’n Berg war. <br />
<br />
Chuck wusste auch immer noch nich‘, ob’s ihr wirklich half, da hinzugehen, weil’s ihr danach meistens mieser ging als vorher, aber das hieß ja potentiell, dass sich was löste, oder nich‘?! Sie fand’s auf jeden Fall mindestens genauso beschissen und stressig, nach der Runde noch länger als notwendig in dem Raum zu bleiben, und konnte die meisten Gesichter eh nich‘ ertragen – daran hatte sich also nix geändert. Deswegen war sie dazu übergegangen, beinahe sofort aus dem Gebäude zu verschwinden, bloß kein Smalltalk, bloß keine Beileidsbekundungen, bloß keine neugierigen Fragen, und saß lieber frierend an der Straße, um dort auf Arif zu warten, als in der Wärme des Raumes. Es gab genau einen einzigen Menschen, den sie dann noch ertrug (neben Arif und der war auch schwierig), und das war ausgerechnet dieser Therapeut mit seinem schwuchteligen Ohrring und seinen, für englische Verhältnisse, erstaunlich graden Zähnen, die sie bei seinem Grinsen anleuchteten. <br />
<br />
Ugh. <br />
<br />
Sie musste zugeben, dass sie das schön fand, wenn er neben ihr auftauchte, und sie gemeinsam noch eine Kippe rauchten, bevor sie nach Hause fuhr – auch wenn sie weiterhin vermutete, er machte das nur, um ein Auge auf sie zu werfen, dass sie sich nich' nach der Gruppe vor die nächste Straßenbahn warf. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Close Call</span> jedes Mal, aber musste er ja nicht wissen. Außerdem mochte sie’s, dass er jedes Mal mit einem fragenden Blick und ner kippenrauchenden Pantomime abcheckte, ob sie wirklich Bock drauf hatte. <br />
<br />
Jedenfalls, dachte sie, war sie jetzt schon zum vierten Mal hier, und kam irgendwie nich‘ weiter mit ihren Gefühlen. Sie war weiterhin wütend und traurig und überfordert und furchtbar frustriert und wollte’s an jemandem auslassen, aber Arif stand noch nich‘ mit dem Auto vor der Tür, und Harry war zu <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">nett</span> – auch wenn er’s bestimmt abkonnte, so als Beruf. Sie schloss kurz die Augen, als sie draußen gegen die Wand an Kälte fuhr, aber da sie dick eingepackt war, passte das schon irgendwie. Trotzdem vielleicht nich' die beste Idee, so verschwitzt wie sie im Laufe dieser Stunde immer war. <br />
<br />
„<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ich weiß nich‘, ob’s so clever war, mit dem Sche- <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Gedöns</span> im Winter anzufangen – man verlässt die einen grauen Gesichter, um sich dann der restlichen grauen Stadt zu stellen. An Trostlosigkeit nich‘ zu überbieten</span>“, grummelte sie in Richtung Harry, der neben ihr aufgetaucht war, und hoffte ja jedes Mal in den ersten zwei Minuten auf ne Provokation, damit sie sich fetzen konnte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Eigentlich ein Wunder, dass sie ne Woche später wieder bei dieser Gruppe aufgeschlagen war. Und das Wunder hieß Arif, der einfach nich‘ lockergelassen hatte, und ihr angedroht hatte, sie sonst in Einzeltherapie zu stecken. Naja, Good Luck to him, ne Einzeltherapie für Chuck zu finden, hätte sie antworten können (und hatte sie auch getan), nur um trotzdem bei ihm dann wieder im Auto zu sitzen. Vielleicht lag’s an seinem verzweifelten Blick, und dass er’s nich‘ verdient hatte, schon wieder so schwierige Freunde zu haben, nachdem Zahi einigermaßen über’n Berg war. <br />
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Chuck wusste auch immer noch nich‘, ob’s ihr wirklich half, da hinzugehen, weil’s ihr danach meistens mieser ging als vorher, aber das hieß ja potentiell, dass sich was löste, oder nich‘?! Sie fand’s auf jeden Fall mindestens genauso beschissen und stressig, nach der Runde noch länger als notwendig in dem Raum zu bleiben, und konnte die meisten Gesichter eh nich‘ ertragen – daran hatte sich also nix geändert. Deswegen war sie dazu übergegangen, beinahe sofort aus dem Gebäude zu verschwinden, bloß kein Smalltalk, bloß keine Beileidsbekundungen, bloß keine neugierigen Fragen, und saß lieber frierend an der Straße, um dort auf Arif zu warten, als in der Wärme des Raumes. Es gab genau einen einzigen Menschen, den sie dann noch ertrug (neben Arif und der war auch schwierig), und das war ausgerechnet dieser Therapeut mit seinem schwuchteligen Ohrring und seinen, für englische Verhältnisse, erstaunlich graden Zähnen, die sie bei seinem Grinsen anleuchteten. <br />
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Ugh. <br />
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Sie musste zugeben, dass sie das schön fand, wenn er neben ihr auftauchte, und sie gemeinsam noch eine Kippe rauchten, bevor sie nach Hause fuhr – auch wenn sie weiterhin vermutete, er machte das nur, um ein Auge auf sie zu werfen, dass sie sich nich' nach der Gruppe vor die nächste Straßenbahn warf. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Close Call</span> jedes Mal, aber musste er ja nicht wissen. Außerdem mochte sie’s, dass er jedes Mal mit einem fragenden Blick und ner kippenrauchenden Pantomime abcheckte, ob sie wirklich Bock drauf hatte. <br />
<br />
Jedenfalls, dachte sie, war sie jetzt schon zum vierten Mal hier, und kam irgendwie nich‘ weiter mit ihren Gefühlen. Sie war weiterhin wütend und traurig und überfordert und furchtbar frustriert und wollte’s an jemandem auslassen, aber Arif stand noch nich‘ mit dem Auto vor der Tür, und Harry war zu <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">nett</span> – auch wenn er’s bestimmt abkonnte, so als Beruf. Sie schloss kurz die Augen, als sie draußen gegen die Wand an Kälte fuhr, aber da sie dick eingepackt war, passte das schon irgendwie. Trotzdem vielleicht nich' die beste Idee, so verschwitzt wie sie im Laufe dieser Stunde immer war. <br />
<br />
„<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ich weiß nich‘, ob’s so clever war, mit dem Sche- <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Gedöns</span> im Winter anzufangen – man verlässt die einen grauen Gesichter, um sich dann der restlichen grauen Stadt zu stellen. An Trostlosigkeit nich‘ zu überbieten</span>“, grummelte sie in Richtung Harry, der neben ihr aufgetaucht war, und hoffte ja jedes Mal in den ersten zwei Minuten auf ne Provokation, damit sie sich fetzen konnte.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[the whole 'throw the first stone' thing wasn't an actual suggestion, btw]]></title>
			<link>https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2655</link>
			<pubDate>Fri, 20 Feb 2026 08:21:00 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.losttheplot.de/member.php?action=profile&uid=565">Elliot Calhoun</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2655</guid>
			<description><![CDATA[Der Brief lag noch immer auf seinem Tisch - an einer Seite etwas zerknittert; dort, wo er sich im Schubfach verfangen hatte. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">“Ich habe ihn beim Aufräumen gefunden”</span> hatte seine Mutter gesagt, in einem Nebensatz, als Elliot sich endlich nach einigen Tagen dazu durch gerungen hatte, seine Mutter zurück zu rufen statt ihr nur knappe SMS zu schicken. Lebenszeichen mehr als vernünftige Kommunikation, die einzige Option einem halbstündigen Gespräch zu entgegen, in dem seine Mutter wohl jede Minute neu überlegte, ob Mitleid oder Stolz die Emotion war, die sie zum Ausdruck bringen wollte. Unter'm Strich egal, Elliot hasste beides. Trotz all dem hatte sie gleich am nächsten Tag den Brief zu ihm geschickt. Sein Name und die Adresse seines Elternhauses auf der Vorderseite, in einer halb-bekannten Schrift, wie ein Echo aus Tagen, an die er sich erinnerte wie an einen Film, als würde ein Schleier darauf liegen. Auf der Rückseite der Absender einer Klinik, ein Zentrum für Therapie. Er hatte es gegoogelt, was er tatsächlich konnte - egal was sein uralt-Knochen von Handy über ihn wohl aussagen mochte - eine Entzugsklinik, auch wenn sie sich nicht so nannte. Und dann hatte er den Brief ungeöffnet zur Seite gelegt, weil… Ja, warum eigentlich? Seine eigenen Emotionen zu benennen gehörte nicht zu seinen Stärken. War es Hilflosigkeit, weil der Brief vor fast drei Jahren bei seinen Eltern ins Haus geflattert war und er ihn erst jetzt in der Hand hatte; Jahre später und viel zu spät, um wirklich damit was zu machen? Weil es sein konnte, dass eine Antwort längst zu spät kommen würde? Ärger über seine Eltern, die den Brief einfach in das Schubfach der Anrichte im Flur gestopft und prompt vergessen hatten, als sei es gar nicht wichtig, dass ihm jemand einen Brief geschickt hatte? Ärger über sich selbst, dass er nichts davon bemerkt hatte? Sich für so aufmerksam, für einen guten Freund, für einen geschulten Seelsorger hielt und nicht mal gesehen hatte, dass Pollock Drogen nahm? Denn der war sicher nicht von heute auf morgen in so einer Klinik gelandet - nein, so wie er seinen Freund kannte (und <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">verdammt</span>, Pollock <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">war</span> sein Freund, auch wenn er hier gerade nicht mit guter Freundschaft glänzte!) hatte er das Problem schon länger vor sich her geschoben. Vielleicht auch Ärger auf Pollock selbst? Sorge? Ohnmacht? Nach den letzten Jahren hätte es ihn vielleicht nicht so aus den Latschen kippen sollen, - Drogenmissbrauch, Abhängigkeit, so ein weltliches Problem; geradezu einfach im Vergleich zu den existenziellen Fragen, der Angst um Leben und Tod, dem Zweifel an Gerechtigkeit und der Aussichtslosigkeit, die ihm tagtäglich in Afghanistan begegnet waren. Und doch war es anders. War nicht ein Soldat von 1000, nicht ein Mann in Uniform dessen Namen er nur kannte, weil er auf derselben aufgestickt war. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Christopher Pollock</span>, sein guter Freund. <br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Verdammt</span>. Wäre Elliot jemand, der oft und gerne fluchte, würde er es jetzt tun. Stattdessen kam außer diesem einen Wort nichts in den Sinn. – Er hatte den Brief natürlich doch gelesen, gleich mehrmals. Hatte sich die Frage gestellt, ob er etwas hätte tun können, wäre er nicht zeitgleich in Helmand gewesen, in beigefarbener Uniform und mit schwerem Herzen. Auch das hatte er gleich mehrmals getan. Rational wusste er, dass ihn keine Schuld traf; das er wohl auch nicht helfen hätte können, wenn er da gewesen wäre aber rational und er, tja, waren derzeit keine guten Freunde. Oder nur noch an falscher Stelle. Waren  <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">‘may God give you pardon and peace, and I absolve you from your sins’</span> doch nur noch Worte; leere Worte ohne Wirkung, zumindest nun, für ihn, für das, was wirklich zählte. Was hätte er also schon tun können? Beten? Brachte das überhaupt noch was? Hörte Gott ihnen überhaupt noch zu? Kümmerte es ihn? Elliot wusste es nicht, nicht mehr. Von seinem standhaften Glauben, der Zuversicht, der Hoffnung war kaum was geblieben, hatten sie alle dem Zweifel Platz gemacht, der nun in ihm wohnte. – Vielleicht hatte er deshalb zwei Tage gewartet, bevor er schließlich Christophers Namen gegoogelt hatte, abends an seinem Schreibtisch; ein Tab offen mit Predigtstudien, einer mit seinem Mail-Postfach und der dritte … Ein Teil von ihm hatte damit gerechnet, vielleicht nur eine Traueranzeige zu finden. Auch der Pessimismus neu und scheinbar ungeübt genug, denn das war zum Glück nicht, was er tatsächlich fand: Zeitungsartikel über ein Restaurant, Chefkoch Christopher Pollock. Eine Website, etwas kryptisch aber Elliot musste zugeben, er war grenzwertig internet-illiterate, besonders was so trendige Sachen anging. Hatte von fancy-Restaurants gefühlt so viel Ahnung, wie von Herzchirurgie - obwohl halt, nein, stimmt nicht ganz. Hat mit Pollock die ganzen Restaurants Roms abgeklappert, als wären sie auf heiliger Mission. Aber Tisch nur mit Anmeldung, naja, das hatten sie dabei nicht erlebt. Der Griff zum Telefon war darauf hin nicht schwer, die Frage nach einer Reservierung mit der Begründung <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">“Ich kenne den Chef und würde gern…”</span> direkt mit einem Lachen und <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">“als ob, der Chef hat keine Freunde”</span> abgebügelt und schon saß Elliot da, perplex, wie ‘nen dummes Kind, dem der Lehrer nicht glaubt, der Hund habe die Hausaufgaben gefressen, weil’s seit Anbeginn der Zeit als Ausrede genutzt wird. <br />
<br />
Umso irritierender, dass er keine drei Tage später nun inmitten Tesco stand, die XXL-Packung TG Tips in der Hand und die Vision, dass ausgerechnet Christopher Pollock keine fünf Meter weiter am Ende des Ganges auftauchte. Mh. Halluzinierte er jetzt? Die Albträume, aus denen er schweißgebadet und mit einem Schrei auf den Lippen hochschreckte, hatten ihm eigentlich gereicht - brauchte nicht noch mehr Gründe, seine Existenz wie sie aktuell war zu hassen. Einen langen, langen Moment stand er einfach so da - Hand halb in der Luft, Blick zur Seite, als würde sich der Anblick wie eine Fata Morgana in Luft auflösen, wenn er sich bewegte. Während der Teil von ihm, der jahrelang nichts anderes gelernt hatte, wie man mit Menschen umging - sensibel, taktvoll, bedacht - scheinbar so tat, als hätte er das alles vergessen und nun peinlich berührt schwieg, gewann irgendein tief verbuddelter Urinstinkt, der sagte <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">wirf einfach</span>. Bevor er sich versah, segelte die Packung Tee durch die Luft und - naja, Elliot noch nie die große Sportskanone - traf Pollock am Knie statt am Kopf oder Schulter, so die vage Richtung, die die Elliot gezielt hatte. Einen Augenblick betrachtete er die Packung auf dem Boden, dann registrierte auch der vernünftige (ergo: nicht vollkommen durchgedrehte?!) Teil seines Hirns, was hier gerade passiert war und es war jahrelange Übung und wahrlich heldenhafte Selbstbeherrschung die dafür sorgten, dass ihm sein Gesichtsausdruck nicht völlig entglitt. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Kannst du’s zurück werfen oder geht das nur drei Tage die Woche und nur mit vorheriger Anmeldung, per Telefon, bei einem Typen der mehr lacht über den Gedanken das du Freunde hast wie ich, als du damals in den Trevi-Brunnen gefallen bist, weil du statt der Münze deine Schlüssel rein geworfen hast?”</span> Krass, Elliot hatte fast vergessen das man auch außerhalb von Predigten mehr als drei Worte hintereinander sagen konnte. Richtige Satzformationen mit persönlichen Informationen, verrückt. A pro pros. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Hab dein Brief bekommen.”</span> Die wichtige Information dazu - dass er ihn eben erst jetzt bekommen hatte, weil er die letzten drei Jahre glorifizierten, desillusionierten GI Joes hinterher gerannt war, erwähnte er irgendwie nicht. Wusste auch nicht, was er sonst noch sagen sollte. Und war das nicht ironisch? Elliot, der sonst gefühlt stundenlang vor sich hin geplappert hatte, Pollock etwas über das eine Kunstwerk, über die Kirche da, über das Museum um die Ecke, über Geschichte, über seien Tag, über Fußball erzählt hatte, über eigentlich alles außer Gott, weil Pollock ihn gelassen hatte. Und nun redete er nur Stuss und kriegte dann den Mund nicht mehr auf.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Der Brief lag noch immer auf seinem Tisch - an einer Seite etwas zerknittert; dort, wo er sich im Schubfach verfangen hatte. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">“Ich habe ihn beim Aufräumen gefunden”</span> hatte seine Mutter gesagt, in einem Nebensatz, als Elliot sich endlich nach einigen Tagen dazu durch gerungen hatte, seine Mutter zurück zu rufen statt ihr nur knappe SMS zu schicken. Lebenszeichen mehr als vernünftige Kommunikation, die einzige Option einem halbstündigen Gespräch zu entgegen, in dem seine Mutter wohl jede Minute neu überlegte, ob Mitleid oder Stolz die Emotion war, die sie zum Ausdruck bringen wollte. Unter'm Strich egal, Elliot hasste beides. Trotz all dem hatte sie gleich am nächsten Tag den Brief zu ihm geschickt. Sein Name und die Adresse seines Elternhauses auf der Vorderseite, in einer halb-bekannten Schrift, wie ein Echo aus Tagen, an die er sich erinnerte wie an einen Film, als würde ein Schleier darauf liegen. Auf der Rückseite der Absender einer Klinik, ein Zentrum für Therapie. Er hatte es gegoogelt, was er tatsächlich konnte - egal was sein uralt-Knochen von Handy über ihn wohl aussagen mochte - eine Entzugsklinik, auch wenn sie sich nicht so nannte. Und dann hatte er den Brief ungeöffnet zur Seite gelegt, weil… Ja, warum eigentlich? Seine eigenen Emotionen zu benennen gehörte nicht zu seinen Stärken. War es Hilflosigkeit, weil der Brief vor fast drei Jahren bei seinen Eltern ins Haus geflattert war und er ihn erst jetzt in der Hand hatte; Jahre später und viel zu spät, um wirklich damit was zu machen? Weil es sein konnte, dass eine Antwort längst zu spät kommen würde? Ärger über seine Eltern, die den Brief einfach in das Schubfach der Anrichte im Flur gestopft und prompt vergessen hatten, als sei es gar nicht wichtig, dass ihm jemand einen Brief geschickt hatte? Ärger über sich selbst, dass er nichts davon bemerkt hatte? Sich für so aufmerksam, für einen guten Freund, für einen geschulten Seelsorger hielt und nicht mal gesehen hatte, dass Pollock Drogen nahm? Denn der war sicher nicht von heute auf morgen in so einer Klinik gelandet - nein, so wie er seinen Freund kannte (und <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">verdammt</span>, Pollock <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">war</span> sein Freund, auch wenn er hier gerade nicht mit guter Freundschaft glänzte!) hatte er das Problem schon länger vor sich her geschoben. Vielleicht auch Ärger auf Pollock selbst? Sorge? Ohnmacht? Nach den letzten Jahren hätte es ihn vielleicht nicht so aus den Latschen kippen sollen, - Drogenmissbrauch, Abhängigkeit, so ein weltliches Problem; geradezu einfach im Vergleich zu den existenziellen Fragen, der Angst um Leben und Tod, dem Zweifel an Gerechtigkeit und der Aussichtslosigkeit, die ihm tagtäglich in Afghanistan begegnet waren. Und doch war es anders. War nicht ein Soldat von 1000, nicht ein Mann in Uniform dessen Namen er nur kannte, weil er auf derselben aufgestickt war. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Christopher Pollock</span>, sein guter Freund. <br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Verdammt</span>. Wäre Elliot jemand, der oft und gerne fluchte, würde er es jetzt tun. Stattdessen kam außer diesem einen Wort nichts in den Sinn. – Er hatte den Brief natürlich doch gelesen, gleich mehrmals. Hatte sich die Frage gestellt, ob er etwas hätte tun können, wäre er nicht zeitgleich in Helmand gewesen, in beigefarbener Uniform und mit schwerem Herzen. Auch das hatte er gleich mehrmals getan. Rational wusste er, dass ihn keine Schuld traf; das er wohl auch nicht helfen hätte können, wenn er da gewesen wäre aber rational und er, tja, waren derzeit keine guten Freunde. Oder nur noch an falscher Stelle. Waren  <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">‘may God give you pardon and peace, and I absolve you from your sins’</span> doch nur noch Worte; leere Worte ohne Wirkung, zumindest nun, für ihn, für das, was wirklich zählte. Was hätte er also schon tun können? Beten? Brachte das überhaupt noch was? Hörte Gott ihnen überhaupt noch zu? Kümmerte es ihn? Elliot wusste es nicht, nicht mehr. Von seinem standhaften Glauben, der Zuversicht, der Hoffnung war kaum was geblieben, hatten sie alle dem Zweifel Platz gemacht, der nun in ihm wohnte. – Vielleicht hatte er deshalb zwei Tage gewartet, bevor er schließlich Christophers Namen gegoogelt hatte, abends an seinem Schreibtisch; ein Tab offen mit Predigtstudien, einer mit seinem Mail-Postfach und der dritte … Ein Teil von ihm hatte damit gerechnet, vielleicht nur eine Traueranzeige zu finden. Auch der Pessimismus neu und scheinbar ungeübt genug, denn das war zum Glück nicht, was er tatsächlich fand: Zeitungsartikel über ein Restaurant, Chefkoch Christopher Pollock. Eine Website, etwas kryptisch aber Elliot musste zugeben, er war grenzwertig internet-illiterate, besonders was so trendige Sachen anging. Hatte von fancy-Restaurants gefühlt so viel Ahnung, wie von Herzchirurgie - obwohl halt, nein, stimmt nicht ganz. Hat mit Pollock die ganzen Restaurants Roms abgeklappert, als wären sie auf heiliger Mission. Aber Tisch nur mit Anmeldung, naja, das hatten sie dabei nicht erlebt. Der Griff zum Telefon war darauf hin nicht schwer, die Frage nach einer Reservierung mit der Begründung <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">“Ich kenne den Chef und würde gern…”</span> direkt mit einem Lachen und <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">“als ob, der Chef hat keine Freunde”</span> abgebügelt und schon saß Elliot da, perplex, wie ‘nen dummes Kind, dem der Lehrer nicht glaubt, der Hund habe die Hausaufgaben gefressen, weil’s seit Anbeginn der Zeit als Ausrede genutzt wird. <br />
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Umso irritierender, dass er keine drei Tage später nun inmitten Tesco stand, die XXL-Packung TG Tips in der Hand und die Vision, dass ausgerechnet Christopher Pollock keine fünf Meter weiter am Ende des Ganges auftauchte. Mh. Halluzinierte er jetzt? Die Albträume, aus denen er schweißgebadet und mit einem Schrei auf den Lippen hochschreckte, hatten ihm eigentlich gereicht - brauchte nicht noch mehr Gründe, seine Existenz wie sie aktuell war zu hassen. Einen langen, langen Moment stand er einfach so da - Hand halb in der Luft, Blick zur Seite, als würde sich der Anblick wie eine Fata Morgana in Luft auflösen, wenn er sich bewegte. Während der Teil von ihm, der jahrelang nichts anderes gelernt hatte, wie man mit Menschen umging - sensibel, taktvoll, bedacht - scheinbar so tat, als hätte er das alles vergessen und nun peinlich berührt schwieg, gewann irgendein tief verbuddelter Urinstinkt, der sagte <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">wirf einfach</span>. Bevor er sich versah, segelte die Packung Tee durch die Luft und - naja, Elliot noch nie die große Sportskanone - traf Pollock am Knie statt am Kopf oder Schulter, so die vage Richtung, die die Elliot gezielt hatte. Einen Augenblick betrachtete er die Packung auf dem Boden, dann registrierte auch der vernünftige (ergo: nicht vollkommen durchgedrehte?!) Teil seines Hirns, was hier gerade passiert war und es war jahrelange Übung und wahrlich heldenhafte Selbstbeherrschung die dafür sorgten, dass ihm sein Gesichtsausdruck nicht völlig entglitt. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Kannst du’s zurück werfen oder geht das nur drei Tage die Woche und nur mit vorheriger Anmeldung, per Telefon, bei einem Typen der mehr lacht über den Gedanken das du Freunde hast wie ich, als du damals in den Trevi-Brunnen gefallen bist, weil du statt der Münze deine Schlüssel rein geworfen hast?”</span> Krass, Elliot hatte fast vergessen das man auch außerhalb von Predigten mehr als drei Worte hintereinander sagen konnte. Richtige Satzformationen mit persönlichen Informationen, verrückt. A pro pros. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Hab dein Brief bekommen.”</span> Die wichtige Information dazu - dass er ihn eben erst jetzt bekommen hatte, weil er die letzten drei Jahre glorifizierten, desillusionierten GI Joes hinterher gerannt war, erwähnte er irgendwie nicht. Wusste auch nicht, was er sonst noch sagen sollte. Und war das nicht ironisch? Elliot, der sonst gefühlt stundenlang vor sich hin geplappert hatte, Pollock etwas über das eine Kunstwerk, über die Kirche da, über das Museum um die Ecke, über Geschichte, über seien Tag, über Fußball erzählt hatte, über eigentlich alles außer Gott, weil Pollock ihn gelassen hatte. Und nun redete er nur Stuss und kriegte dann den Mund nicht mehr auf.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[baby, I just buckle, my resolution in tatters]]></title>
			<link>https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2654</link>
			<pubDate>Mon, 09 Feb 2026 19:08:10 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.losttheplot.de/member.php?action=profile&uid=565">Elliot Calhoun</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2654</guid>
			<description><![CDATA[</font></style><link href="https://api.fontshare.com/css?f[]=satoshi@400,401,500,501,700,701&display=swap" rel="stylesheet"><style type="text/css"> /*<br />
<br />
DER CODE STAMMT VON fare thee well AUS DEM storming-gates.de<br />
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<br />
            Jetzt seid ihr <b>erwachsen</b> und tragt beide ordentlich Ballast mit euch rum. Habt eure Probleme und Fehler, seid beide unglücklich, aber irgendwie raus aus dem Trott, naja, wo soll man da nur anfangen? Etwa noch mal so ganz neu?<br />
<br />
Ist natürlich Schwachsinn und auch nicht möglich; kann halt keiner von euch einfach so die Zeit zurück drehen. Könnt auch nicht tun, als würde da nicht ein riesiges Loch zwischen euch stehen, was alles verschluckt. Oder als wär die Vergangenheit - das Jahr in Stirling, die zwanzig Jahre danach - nie passiert. Was das damals überhaupt war, naja, das könnt ihr beide nicht so recht beschreiben. Wart irgendwie beste Freunde, ziemlich überstürzt. Hast Elliot gerettet und er dich, vor Einsamkeit - du hast ihm gezeigt, wie man zurück schlägt, wenn einem einer dumm kommt und er hat dir gezeigt, wie es ist, wenn sich mal wirklich jemand für dich interessiert, sich um dich sorgt, dich in den Arm nimmt, wenn's dir schlecht geht. Ach ja, deine beschissene Kindheit und die ganzen Issues, die du mit deinem Vater hast, die willst du jetzt echt nicht auskramen. Hat dir gereicht, das einmal durchzuleben und bist seitdem vor allem weg gerannt: deiner Zukunft, deinem Potenzial, von Nähe und Geborgenheit, weil du denkst, das hast du nicht verdient. Warst lange auf Sinn-Suche (hast hauptsächlich 'nen Haufen Tattoo-Studios, seedy gay Clubs und noch mehr Prügeleien gefunden aber hey, immerhin) und bist irgendwann bei der Polizei gelandet. Wohnst in Manchester, einfach weil's hier 'nen Job gab und du eh keine Heimat hast, in die es dich zieht. <br />
<br />
Und dann ist da Elliot. Mal wieder. Ist Zufall, dass ihr nun beide in Manchester wohnt - so wie es der Zufall war,  der euch damals in Stirling zusammen geführt hat. Wärst du selber auch nur 'nen Stück gläubig, würdest du vielleicht von <b>göttlicher Fügung</b> reden. Erkennst ihn sofort, als er vor dir steht - in Kollarhemd, mit dem gleichen Blick wie damals. Fühlst dich 'nen Moment so, als wärst du wieder 15 und das erste (einzige) Mal so richtig krass verliebt. Vergisst' für 'nen Moment, warum du eigentlich da bist - ach ja, wegen nem Fall, irgendeiner Zeugenbefragung, hast 'nen Mord aufzuklären aber puh, musst zugeben, ist dann irgendwie nebensächlich und ehrlich gesagt deine Kompetenz auf dem Tiefpunkt. Ist komisch, weil so viel zwischen euch steht nach zwanzig Jahren. Seid beide nicht mehr die, die ihr mal wart. Ist unwirklich, dass du ihm trotzdem noch blind vertraust und noch viel verrückter, dass er deinen ganzen Bullshit sofort durchschaut. Ach fuck, ist der einzige, der dir glaubst, als dir plötzlich vorgeworfen wird, du hättest Drogen aus der Asservaten-Kammer geklaut und 'nem Verdächtigen untergejubelt. Und plötzlich fühlt sich's trotz allem wieder so an als wär's <b>ELLIOT UND JOSHUA GEGEN DIE WELT</b>.</div></div>
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<div class="empty"></div><div class="bild1"></div><div class="ges1top">joshua keirr , <b>gesucht</b></div><div class="ges1"><div class="gesscroll">Puh, was sollst du sagen - bist 'nen <i>Arschloch</I>, bist kackdreist und steckst deine Nase dahin, wo sie nicht hingehört; aber zumindest weißt du's auch. Mensch, macht dich sogar zu nem semi-guten Ermittler. Ja, gut - müsstest vielleicht mal 'nen paar Regeln einhalten, auch mal den Papierkram machen und huch, die Kamera im Verhörraum mal auf den Wackelkontakt prüfen - dann hättest du vielleicht sogar <b> Potenzial </b> zu nem guten Polizist. So bist du eher bisschen shitty; nicht, weil du keine Fälle klären kannst sondern weil's manchmal vielleicht doch ein bisschen fragwürdig ist, wie du da hin kommst. Aber Schwamm drüber, am Ende hat die Gerechtigkeit gesiegt. Darum geht's doch immerhin, oder? <br />
<br />
<i>Harte Schale, härterer Kern</i> - sagst du gern und grinst dabei, klaust deiner Kollegin den Kaffee und das Sandwich gleich dazu; deine Kopie zu den Vorschriften zur Dienstkleidung hast du nach gefühlt 'ner halben Sekunde im Müllkorb versenkt (drei mal schon, warum kriegst du die eig. ständig neu?) und hast mal wieder 'ne Dienstaufsichtsbeschwerde am Hals, weil du ständig Kollegen den Mittelfinger zeigst und "Halt doch die Fresse" sagst, charmant. Würdest einige deiner Kollegen doch zähneknirschend als Freunde bezeichnen, hauptsächlich weil dein Sozialleben außerhalb der Arbeit verdammt mau aussieht: dein Vater hat schon vor Jahren endlich ins Gras gebissen, mit deiner Mutter redest du kaum und dein Liebesleben beschränkt sich auf One Night Stands und Club-Abenteuer, deren Namen du dir nie merkst - willst eh' keinen von ihnen wieder sehen, weil du sicher nicht beziehungsfähig bist. Trägst ganz schön was als Gepäck mit dir rum - Geheimnisse, Schuld, Trauma - und sagst dir, hast eh kein Bock auf die meisten Leute, machst lieber einen auf asozial als irgendwie daran zu arbeiten, deine Vergangenheit aufzuarbeiten. <b>Verbittert</b> könnte man dich nennen, aber hey, bist nur nen Realist - Leben ist scheiße und du nicht für diese Gefühlsduselei gemacht und hey, das blaue Auge hast du auch verdienst. Hast bestimmt als erster zugeschlagen. </div>  <div class="gesTags"><b>35 Jahre | Polizist | <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Daniel Sträßer</span>   </b></div></div><div class="empty"></div><div class="bild2"></div><div class="ges2top">elliot calhoun , <b>sucht</b></div><div class="ges2"><div class="gesscroll">Elliot war schon damals 'nen <b>Riesen Nerd</b> und du weißt bis heute nicht, was dich da eigentlich geritten hat. Der brave, ruhige aus eurer Klasse - genau so ein Außenseiter wie du, weil er zwar kontaktfreudig und freundlich war, aber ebenso Sohn eines Berufssoldaten, der alle paar Jahre die ganze Familie durchs Land zerrt. Und dann sein ganzes Kirchen-Gedöns, versteht keiner warum Elliot das freiwillig macht und scheinbar genauso Freude an Bibel lesen und Kirchenchor hat, wie an Fußball. Verstehst du auch nicht, aber Elliot will niemanden bekehren und deshalb stört's dich auch nicht - ist vielleicht sogar ganz cute, wenn er ohne groß Luft zu holen nen Monolog über so'n dude hält, der vom Wal gefressen und wieder ausgespuckt wird oder über den Typ, der ständig Briefe schreibt wie jemand mit Liebeskummer in ner Romanze (schreibst ihm vielleicht auch mal 'nen Brief). – Ist dein bester Freund und dann bist du in ihn verliebt und klar, weißt von seinen Plänen, Priester zu werden aber hast noch nicht gecheckt, was das bedeuten würde. Spielt dann eh keine Rolle mehr. Weil Elliot's Familie mal wieder umzieht und nachdem dein Vater euch erwischt hat, wie ihr euch küsst - naja, von der Tracht Prügel spürst du sehr lange noch was und zweifelst nicht an den Drohungen, die er dir macht, solltest du Elliot noch mal kontaktieren, ihn auch nur ansehen und so verabschiedet ihr euch nicht mal. <br />
<br />
Manchmal googelst du dann seinen Namen, Jahre später. Bist volljährig, lebst dein eigenes Leben und willst wissen, was er macht. Findest wenig, weil Elliot kein social media hat. Siehst ihn auf 'ner Website von ner Dorfgemeinde, weil er da im Chor singt und dies und das macht und dann gibt's nen Beitrag, weil die Gemeinde so stolz ist, dass "ihr" Elliot zum Priester wird. Dann lange nichts. Findest online das Datum seiner Priesterweihe, weil so'n shit zum Glück öffentlich auf der Website der Kirche ist und überlegst, hinzugehen aber was sollt das bringen? Beobachtest, wie er da hinein wächst - ließt die Newsletter seiner Gemeinde in Bury und denkst, fuck, der ist glücklich. Was sollst du dich da einmischen? Hörst dann endlich auf mit deinem kranken Online-Stalking, weil's dich nur noch unglücklicher macht. – Das meanwhile Elliot durch seine persönliche Hölle als Militärspfarrer geht, und alles andere als glücklich zurück kommt, bekommst du nicht mit. Ist nach einigen Jahren Auslandseinsätze mit der Army wieder auf Heimatboden aber hat nen Stück von sich zurück gelassen, in der Wüste. Ist desillusioniert und weiß nicht mehr, wo sein Leben noch hin gehen soll und wow, bist du jetzt der, der sein Leben besser im Griff hat? Fragwürdig. <br />
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</div>  <div class="gesTags"><div style="text-align: right;" class="mycode_align"><b>35 Jahre | Priester | <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Vladimir Burlakov</span>   </b></div></div>
</div><div class="empty"></div><div class="gesin"><div class="gesscroll">Hier platzt die Vergangenheit ganz ungebeten in die Gegenwart der beiden Männer und man, als hätten sie nicht schon genug Probleme. Bisschen shitty vielleicht, sich gegenseitig nun als "noch nen Problem" zu bezeichnen aber ist wie es ist. Was es nicht ist, ist auf jeden Fall einfach. –<br />
<br />
Wie vielleicht schon deutlich ist, suche ich Elliot's <b>erste liebe</b> und ganz ehrlich auch seine letzte. Natürlich dumm, nach nur bisschen küssen so lange an jemandem festzuhalten aber war schon mehr als das, irgendwie. Hatte Elliot keine Worte für damals und heute auch nicht, außer das Joshua ihm schon immer viel bedeutet hat. – Jetzt treffen sie wieder aufeinander und es ist nicht mehr Joshua's homophober und gewalttätiger Vater, der ihnen im Weg steht sondern sie selbst - und natürlich Elliot's Job, der jegliche Hoffnung eigentlich zunichte macht. Eigentlich dabei jedoch das Schlüsselwort weil uff, ist schon was besonderes zwischen ihnen. <br />
<br />
Die Infos zu Joshua sind hauptsächlich als Anregung gedacht bzw. sollen ein bisschen den vibe verdeutlichen, nach dem ich suche - er muss keineswegs ein Polizist sein und kann natürlich auch ganz anders heißen, aber es wäre schön, wenn er sich alterstechnisch nur minimal von Elliot unterscheidet. Das Faceclaim wäre traumhaft (#spatort for the win), aber am Ende kein dealbreaker! Wie Joshua's Leben so gelaufen ist, ist natürlich dir überlassen - wichtig ist nur das gemeinsame Jahr in Stirling als sie so ca. 15 Jahre alt waren. Über alles andere können wir einfach gemeinsam reden! cheers & sorry für den Roman! </div> </div></div>]]></description>
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            Jetzt seid ihr <b>erwachsen</b> und tragt beide ordentlich Ballast mit euch rum. Habt eure Probleme und Fehler, seid beide unglücklich, aber irgendwie raus aus dem Trott, naja, wo soll man da nur anfangen? Etwa noch mal so ganz neu?<br />
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Ist natürlich Schwachsinn und auch nicht möglich; kann halt keiner von euch einfach so die Zeit zurück drehen. Könnt auch nicht tun, als würde da nicht ein riesiges Loch zwischen euch stehen, was alles verschluckt. Oder als wär die Vergangenheit - das Jahr in Stirling, die zwanzig Jahre danach - nie passiert. Was das damals überhaupt war, naja, das könnt ihr beide nicht so recht beschreiben. Wart irgendwie beste Freunde, ziemlich überstürzt. Hast Elliot gerettet und er dich, vor Einsamkeit - du hast ihm gezeigt, wie man zurück schlägt, wenn einem einer dumm kommt und er hat dir gezeigt, wie es ist, wenn sich mal wirklich jemand für dich interessiert, sich um dich sorgt, dich in den Arm nimmt, wenn's dir schlecht geht. Ach ja, deine beschissene Kindheit und die ganzen Issues, die du mit deinem Vater hast, die willst du jetzt echt nicht auskramen. Hat dir gereicht, das einmal durchzuleben und bist seitdem vor allem weg gerannt: deiner Zukunft, deinem Potenzial, von Nähe und Geborgenheit, weil du denkst, das hast du nicht verdient. Warst lange auf Sinn-Suche (hast hauptsächlich 'nen Haufen Tattoo-Studios, seedy gay Clubs und noch mehr Prügeleien gefunden aber hey, immerhin) und bist irgendwann bei der Polizei gelandet. Wohnst in Manchester, einfach weil's hier 'nen Job gab und du eh keine Heimat hast, in die es dich zieht. <br />
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Und dann ist da Elliot. Mal wieder. Ist Zufall, dass ihr nun beide in Manchester wohnt - so wie es der Zufall war,  der euch damals in Stirling zusammen geführt hat. Wärst du selber auch nur 'nen Stück gläubig, würdest du vielleicht von <b>göttlicher Fügung</b> reden. Erkennst ihn sofort, als er vor dir steht - in Kollarhemd, mit dem gleichen Blick wie damals. Fühlst dich 'nen Moment so, als wärst du wieder 15 und das erste (einzige) Mal so richtig krass verliebt. Vergisst' für 'nen Moment, warum du eigentlich da bist - ach ja, wegen nem Fall, irgendeiner Zeugenbefragung, hast 'nen Mord aufzuklären aber puh, musst zugeben, ist dann irgendwie nebensächlich und ehrlich gesagt deine Kompetenz auf dem Tiefpunkt. Ist komisch, weil so viel zwischen euch steht nach zwanzig Jahren. Seid beide nicht mehr die, die ihr mal wart. Ist unwirklich, dass du ihm trotzdem noch blind vertraust und noch viel verrückter, dass er deinen ganzen Bullshit sofort durchschaut. Ach fuck, ist der einzige, der dir glaubst, als dir plötzlich vorgeworfen wird, du hättest Drogen aus der Asservaten-Kammer geklaut und 'nem Verdächtigen untergejubelt. Und plötzlich fühlt sich's trotz allem wieder so an als wär's <b>ELLIOT UND JOSHUA GEGEN DIE WELT</b>.</div></div>
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<div class="empty"></div><div class="bild1"></div><div class="ges1top">joshua keirr , <b>gesucht</b></div><div class="ges1"><div class="gesscroll">Puh, was sollst du sagen - bist 'nen <i>Arschloch</I>, bist kackdreist und steckst deine Nase dahin, wo sie nicht hingehört; aber zumindest weißt du's auch. Mensch, macht dich sogar zu nem semi-guten Ermittler. Ja, gut - müsstest vielleicht mal 'nen paar Regeln einhalten, auch mal den Papierkram machen und huch, die Kamera im Verhörraum mal auf den Wackelkontakt prüfen - dann hättest du vielleicht sogar <b> Potenzial </b> zu nem guten Polizist. So bist du eher bisschen shitty; nicht, weil du keine Fälle klären kannst sondern weil's manchmal vielleicht doch ein bisschen fragwürdig ist, wie du da hin kommst. Aber Schwamm drüber, am Ende hat die Gerechtigkeit gesiegt. Darum geht's doch immerhin, oder? <br />
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<i>Harte Schale, härterer Kern</i> - sagst du gern und grinst dabei, klaust deiner Kollegin den Kaffee und das Sandwich gleich dazu; deine Kopie zu den Vorschriften zur Dienstkleidung hast du nach gefühlt 'ner halben Sekunde im Müllkorb versenkt (drei mal schon, warum kriegst du die eig. ständig neu?) und hast mal wieder 'ne Dienstaufsichtsbeschwerde am Hals, weil du ständig Kollegen den Mittelfinger zeigst und "Halt doch die Fresse" sagst, charmant. Würdest einige deiner Kollegen doch zähneknirschend als Freunde bezeichnen, hauptsächlich weil dein Sozialleben außerhalb der Arbeit verdammt mau aussieht: dein Vater hat schon vor Jahren endlich ins Gras gebissen, mit deiner Mutter redest du kaum und dein Liebesleben beschränkt sich auf One Night Stands und Club-Abenteuer, deren Namen du dir nie merkst - willst eh' keinen von ihnen wieder sehen, weil du sicher nicht beziehungsfähig bist. Trägst ganz schön was als Gepäck mit dir rum - Geheimnisse, Schuld, Trauma - und sagst dir, hast eh kein Bock auf die meisten Leute, machst lieber einen auf asozial als irgendwie daran zu arbeiten, deine Vergangenheit aufzuarbeiten. <b>Verbittert</b> könnte man dich nennen, aber hey, bist nur nen Realist - Leben ist scheiße und du nicht für diese Gefühlsduselei gemacht und hey, das blaue Auge hast du auch verdienst. Hast bestimmt als erster zugeschlagen. </div>  <div class="gesTags"><b>35 Jahre | Polizist | <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Daniel Sträßer</span>   </b></div></div><div class="empty"></div><div class="bild2"></div><div class="ges2top">elliot calhoun , <b>sucht</b></div><div class="ges2"><div class="gesscroll">Elliot war schon damals 'nen <b>Riesen Nerd</b> und du weißt bis heute nicht, was dich da eigentlich geritten hat. Der brave, ruhige aus eurer Klasse - genau so ein Außenseiter wie du, weil er zwar kontaktfreudig und freundlich war, aber ebenso Sohn eines Berufssoldaten, der alle paar Jahre die ganze Familie durchs Land zerrt. Und dann sein ganzes Kirchen-Gedöns, versteht keiner warum Elliot das freiwillig macht und scheinbar genauso Freude an Bibel lesen und Kirchenchor hat, wie an Fußball. Verstehst du auch nicht, aber Elliot will niemanden bekehren und deshalb stört's dich auch nicht - ist vielleicht sogar ganz cute, wenn er ohne groß Luft zu holen nen Monolog über so'n dude hält, der vom Wal gefressen und wieder ausgespuckt wird oder über den Typ, der ständig Briefe schreibt wie jemand mit Liebeskummer in ner Romanze (schreibst ihm vielleicht auch mal 'nen Brief). – Ist dein bester Freund und dann bist du in ihn verliebt und klar, weißt von seinen Plänen, Priester zu werden aber hast noch nicht gecheckt, was das bedeuten würde. Spielt dann eh keine Rolle mehr. Weil Elliot's Familie mal wieder umzieht und nachdem dein Vater euch erwischt hat, wie ihr euch küsst - naja, von der Tracht Prügel spürst du sehr lange noch was und zweifelst nicht an den Drohungen, die er dir macht, solltest du Elliot noch mal kontaktieren, ihn auch nur ansehen und so verabschiedet ihr euch nicht mal. <br />
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Manchmal googelst du dann seinen Namen, Jahre später. Bist volljährig, lebst dein eigenes Leben und willst wissen, was er macht. Findest wenig, weil Elliot kein social media hat. Siehst ihn auf 'ner Website von ner Dorfgemeinde, weil er da im Chor singt und dies und das macht und dann gibt's nen Beitrag, weil die Gemeinde so stolz ist, dass "ihr" Elliot zum Priester wird. Dann lange nichts. Findest online das Datum seiner Priesterweihe, weil so'n shit zum Glück öffentlich auf der Website der Kirche ist und überlegst, hinzugehen aber was sollt das bringen? Beobachtest, wie er da hinein wächst - ließt die Newsletter seiner Gemeinde in Bury und denkst, fuck, der ist glücklich. Was sollst du dich da einmischen? Hörst dann endlich auf mit deinem kranken Online-Stalking, weil's dich nur noch unglücklicher macht. – Das meanwhile Elliot durch seine persönliche Hölle als Militärspfarrer geht, und alles andere als glücklich zurück kommt, bekommst du nicht mit. Ist nach einigen Jahren Auslandseinsätze mit der Army wieder auf Heimatboden aber hat nen Stück von sich zurück gelassen, in der Wüste. Ist desillusioniert und weiß nicht mehr, wo sein Leben noch hin gehen soll und wow, bist du jetzt der, der sein Leben besser im Griff hat? Fragwürdig. <br />
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</div>  <div class="gesTags"><div style="text-align: right;" class="mycode_align"><b>35 Jahre | Priester | <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Vladimir Burlakov</span>   </b></div></div>
</div><div class="empty"></div><div class="gesin"><div class="gesscroll">Hier platzt die Vergangenheit ganz ungebeten in die Gegenwart der beiden Männer und man, als hätten sie nicht schon genug Probleme. Bisschen shitty vielleicht, sich gegenseitig nun als "noch nen Problem" zu bezeichnen aber ist wie es ist. Was es nicht ist, ist auf jeden Fall einfach. –<br />
<br />
Wie vielleicht schon deutlich ist, suche ich Elliot's <b>erste liebe</b> und ganz ehrlich auch seine letzte. Natürlich dumm, nach nur bisschen küssen so lange an jemandem festzuhalten aber war schon mehr als das, irgendwie. Hatte Elliot keine Worte für damals und heute auch nicht, außer das Joshua ihm schon immer viel bedeutet hat. – Jetzt treffen sie wieder aufeinander und es ist nicht mehr Joshua's homophober und gewalttätiger Vater, der ihnen im Weg steht sondern sie selbst - und natürlich Elliot's Job, der jegliche Hoffnung eigentlich zunichte macht. Eigentlich dabei jedoch das Schlüsselwort weil uff, ist schon was besonderes zwischen ihnen. <br />
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Die Infos zu Joshua sind hauptsächlich als Anregung gedacht bzw. sollen ein bisschen den vibe verdeutlichen, nach dem ich suche - er muss keineswegs ein Polizist sein und kann natürlich auch ganz anders heißen, aber es wäre schön, wenn er sich alterstechnisch nur minimal von Elliot unterscheidet. Das Faceclaim wäre traumhaft (#spatort for the win), aber am Ende kein dealbreaker! Wie Joshua's Leben so gelaufen ist, ist natürlich dir überlassen - wichtig ist nur das gemeinsame Jahr in Stirling als sie so ca. 15 Jahre alt waren. Über alles andere können wir einfach gemeinsam reden! cheers & sorry für den Roman! </div> </div></div>]]></content:encoded>
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			<title><![CDATA[looking for light, we wait in darkness]]></title>
			<link>https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2653</link>
			<pubDate>Mon, 09 Feb 2026 14:05:46 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.losttheplot.de/member.php?action=profile&uid=565">Elliot Calhoun</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2653</guid>
			<description><![CDATA[Der Regen peitscht schräg über die schmale Straße, der Winterhimmel über Manchester grau und trist. Vereinzelt sind noch Reste von Schnee und Eis am Rand des Gehweges zu erkennen, doch sonst hatte der Januar-Regen den Großteil des winterlichen Weiß beiseite gespült und nur nassen Frost hinter sich gelassen. Trotz den Minustemperaturen und den vor Kälte längst schmerzenden Fingern bleibt Elliot noch einen Moment zögerlich an der Straßenecke stehen - blickt die Mulberry Street hinunter, als würden ihm Pflaster und Fasseden irgendwelche Antworten bieten können. Zwischen dem hohen Bürogebäude auf der einen Seite, und dem wenig ansprechenden Wohnhaus auf der anderen erstreckt die rote Backstein-Front von St. Marys in die Höhe. <br />
<br />
Das Pfarrhaus offensichtlich gleich nebenan. Im Kopf kann Elliot fast schon die Schritte zählen, die er bis zur Eingangstür braucht und doch bleibt er noch einen Moment stehen. Brauchte einfach noch einen Moment, um hier in die richtige Rolle zu schlüpfen. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Dear LORD</span>, das stumme Gebet in seinem Kopf <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">just tell me what to do</span>. Elliot wusste es nicht mehr. Hatte sich so unsicher gefühlt, wie seit seiner Jugend nicht mehr, seitdem er die Entsendung nach Manchester angenommen hatte. Fühlte sich noch immer so. Unsicher und neben der Spur. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Hast einfach nicht gut geschlafen</span>, sagt er sich - als hätte er das irgendwann mal in den letzten Monaten (Jahren). <br />
<br />
In dem engen, spärlichen Gästezimmer im Obergeschoss von St. Marie’s Pfarrhaus hat er schon in den frühen, noch dämmernden Morgenstunden seine sieben Sachen in die Reisetasche gepackt und erst in der Tram von Bury nach Manchester so wirklich darüber nachgedacht, was ihn hier eigentlich erwarten wurde. In der Straßenbahn, als diese quietschend durch die Gegend getrödelt war, mitten unter Familien, Jugendlichen und Freunden in reger Diskussion über die Erwartungen ans neue Jahr, hatte er sich so wahnsinnig fehl am Platz gefühlt. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Gib den Dingen Zeit, mein Junge</span>; hatte William gesagt, sein alter Kollege aus Bury. Selbst er hatte Elliot nur so halb verstanden. Oder vielleicht konnte Elliot sich auch einfach niur nicht richtig erklären. <br />
<br />
Am St. Peters Square war er zusammen mit einer ganzen Menge junger Leute ausgestiegen - hatte beobachtete, wie so viele von ihnen trotz des Datums tapfer zur Bibliothek stampften und einige die Straße hoch zum Kunstmuseum, in dem auch er schon als Schüler gewesen war. Und dann war er die wenigen Schritte zur Mulberry Street gegangen, den Trageriemen der Reisetasche über einer Schulter und der Kollar fast wie ein Kostüm. Und nun steht er hier, unsicher, zögerlich. Aber half ja alles nichts. Die Hand, die den Riemen der Tasche noch etwas höher zieht, schmerzt dabei und er schüttelt den Kopf. Er sollte sich zusammen reißen. Würde ihm sein neuer Kollege schon nicht auf den ersten Blick ansehen, die Tatsache, dass er hier kurz vorm Zusammenfallen war. Falls doch, würde Wunschdenken vielleicht auch erst mal ausreichen. <br />
<br />
Bevor er sich versieht macht er den Schritt die halbe Treppenstufe hoch zum Eingang des Pfarrhauses und klingelt. Theoretisch könnte er die Tür auch selber aufschließen - die Diözese hatte ihm schon in der vergangenen Woche einen Schlüssel zum Pfarrhaus gegeben, zusammen mit einem ganzen Schwall Unterlagen, neuen Siegeln und mehr Informationen, als er in dem Moment hatte aufnehmen können. Aber er fühlt sich nicht wohl bei dem Gedanken, einfach selber aufzuschließen und hinein zu platzen, auch wenn es nun wohl sein Zuhause sein sollte. Noch war es das seines Kollegen - Ronan Lynch, Anfang 30, ein Oscott-Seminarist, war die Aussage vom Assistent des Bischofs und so erst mal wenig auskunftsreich. Elliot hatte zu viele Jahre außerhalb der Diözese gearbeitet, um seine Kollegen noch zu kennen. Nun ist er aber hier. Nach kurzem Warten öffnet sich die Tür und er blickt in das Gesicht eines Mannes ungefähr seines Alters, dunkle Haare, dunkle Augen. <br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Eh, hi.”</span> Awkward. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Father Lynch?”</span> Vielleicht eine überflüssige Frage, angesichts der Tatsache, dass er gerade die Tür zum Pfarrhaus geöffnet hatte.<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> “Calhoun. Elliot Calhoun.”</span><span style="font-style: italic;" class="mycode_i"> Ich bin der neue Kollege</span> liegt ihm auf der Zunge, aber er schluck’s doch runter, weil’s irgendwie lächerlich klingt. Früher einmal, da hätte sich ein charmantes Lächeln auf seine Lippen geschoben und seine Begeisterung über die neue Stelle, eine Zusammenarbeit, einen gemeinsamen Dienst im Name des Herrn wäre überschwänglich gewesen. Und jetzt? Jetzt weiß er nicht mal, wie er sich vorstellen soll. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Der Bischof sendet mich. Ich soll die offene Pfarrstelle übernehmen …?”</span> Am Ende klingt es doch wie eine Frage und Elliot fühlt sich auf dem Türabsatz, mit vor Regen leicht tropfenden Haaren, etwas wie bestellt und nicht abgeholt. Ist ihm natürlich klar, dass Lynch längst Bescheid wissen wird, immerhin wird man ihn über seinen neuen Kollegen und Mitbewohner informiert haben. Gleichermaßen etwas irritiert über sich selbst und erwartungsvoll sieht Elliot zu dem Priester und hofft, dass der lieber das Reden übernimmt. Damit tut er sich selbst scheinbar etwas schwer, - stellt überrascht fest, dass seine Stimme etwas belegt ist, weil er in den letzten Tagen, Wochen doch so wenig gesagt hat, wie möglich.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Der Regen peitscht schräg über die schmale Straße, der Winterhimmel über Manchester grau und trist. Vereinzelt sind noch Reste von Schnee und Eis am Rand des Gehweges zu erkennen, doch sonst hatte der Januar-Regen den Großteil des winterlichen Weiß beiseite gespült und nur nassen Frost hinter sich gelassen. Trotz den Minustemperaturen und den vor Kälte längst schmerzenden Fingern bleibt Elliot noch einen Moment zögerlich an der Straßenecke stehen - blickt die Mulberry Street hinunter, als würden ihm Pflaster und Fasseden irgendwelche Antworten bieten können. Zwischen dem hohen Bürogebäude auf der einen Seite, und dem wenig ansprechenden Wohnhaus auf der anderen erstreckt die rote Backstein-Front von St. Marys in die Höhe. <br />
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Das Pfarrhaus offensichtlich gleich nebenan. Im Kopf kann Elliot fast schon die Schritte zählen, die er bis zur Eingangstür braucht und doch bleibt er noch einen Moment stehen. Brauchte einfach noch einen Moment, um hier in die richtige Rolle zu schlüpfen. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Dear LORD</span>, das stumme Gebet in seinem Kopf <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">just tell me what to do</span>. Elliot wusste es nicht mehr. Hatte sich so unsicher gefühlt, wie seit seiner Jugend nicht mehr, seitdem er die Entsendung nach Manchester angenommen hatte. Fühlte sich noch immer so. Unsicher und neben der Spur. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Hast einfach nicht gut geschlafen</span>, sagt er sich - als hätte er das irgendwann mal in den letzten Monaten (Jahren). <br />
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In dem engen, spärlichen Gästezimmer im Obergeschoss von St. Marie’s Pfarrhaus hat er schon in den frühen, noch dämmernden Morgenstunden seine sieben Sachen in die Reisetasche gepackt und erst in der Tram von Bury nach Manchester so wirklich darüber nachgedacht, was ihn hier eigentlich erwarten wurde. In der Straßenbahn, als diese quietschend durch die Gegend getrödelt war, mitten unter Familien, Jugendlichen und Freunden in reger Diskussion über die Erwartungen ans neue Jahr, hatte er sich so wahnsinnig fehl am Platz gefühlt. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Gib den Dingen Zeit, mein Junge</span>; hatte William gesagt, sein alter Kollege aus Bury. Selbst er hatte Elliot nur so halb verstanden. Oder vielleicht konnte Elliot sich auch einfach niur nicht richtig erklären. <br />
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Am St. Peters Square war er zusammen mit einer ganzen Menge junger Leute ausgestiegen - hatte beobachtete, wie so viele von ihnen trotz des Datums tapfer zur Bibliothek stampften und einige die Straße hoch zum Kunstmuseum, in dem auch er schon als Schüler gewesen war. Und dann war er die wenigen Schritte zur Mulberry Street gegangen, den Trageriemen der Reisetasche über einer Schulter und der Kollar fast wie ein Kostüm. Und nun steht er hier, unsicher, zögerlich. Aber half ja alles nichts. Die Hand, die den Riemen der Tasche noch etwas höher zieht, schmerzt dabei und er schüttelt den Kopf. Er sollte sich zusammen reißen. Würde ihm sein neuer Kollege schon nicht auf den ersten Blick ansehen, die Tatsache, dass er hier kurz vorm Zusammenfallen war. Falls doch, würde Wunschdenken vielleicht auch erst mal ausreichen. <br />
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Bevor er sich versieht macht er den Schritt die halbe Treppenstufe hoch zum Eingang des Pfarrhauses und klingelt. Theoretisch könnte er die Tür auch selber aufschließen - die Diözese hatte ihm schon in der vergangenen Woche einen Schlüssel zum Pfarrhaus gegeben, zusammen mit einem ganzen Schwall Unterlagen, neuen Siegeln und mehr Informationen, als er in dem Moment hatte aufnehmen können. Aber er fühlt sich nicht wohl bei dem Gedanken, einfach selber aufzuschließen und hinein zu platzen, auch wenn es nun wohl sein Zuhause sein sollte. Noch war es das seines Kollegen - Ronan Lynch, Anfang 30, ein Oscott-Seminarist, war die Aussage vom Assistent des Bischofs und so erst mal wenig auskunftsreich. Elliot hatte zu viele Jahre außerhalb der Diözese gearbeitet, um seine Kollegen noch zu kennen. Nun ist er aber hier. Nach kurzem Warten öffnet sich die Tür und er blickt in das Gesicht eines Mannes ungefähr seines Alters, dunkle Haare, dunkle Augen. <br />
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<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Eh, hi.”</span> Awkward. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Father Lynch?”</span> Vielleicht eine überflüssige Frage, angesichts der Tatsache, dass er gerade die Tür zum Pfarrhaus geöffnet hatte.<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> “Calhoun. Elliot Calhoun.”</span><span style="font-style: italic;" class="mycode_i"> Ich bin der neue Kollege</span> liegt ihm auf der Zunge, aber er schluck’s doch runter, weil’s irgendwie lächerlich klingt. Früher einmal, da hätte sich ein charmantes Lächeln auf seine Lippen geschoben und seine Begeisterung über die neue Stelle, eine Zusammenarbeit, einen gemeinsamen Dienst im Name des Herrn wäre überschwänglich gewesen. Und jetzt? Jetzt weiß er nicht mal, wie er sich vorstellen soll. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Der Bischof sendet mich. Ich soll die offene Pfarrstelle übernehmen …?”</span> Am Ende klingt es doch wie eine Frage und Elliot fühlt sich auf dem Türabsatz, mit vor Regen leicht tropfenden Haaren, etwas wie bestellt und nicht abgeholt. Ist ihm natürlich klar, dass Lynch längst Bescheid wissen wird, immerhin wird man ihn über seinen neuen Kollegen und Mitbewohner informiert haben. Gleichermaßen etwas irritiert über sich selbst und erwartungsvoll sieht Elliot zu dem Priester und hofft, dass der lieber das Reden übernimmt. Damit tut er sich selbst scheinbar etwas schwer, - stellt überrascht fest, dass seine Stimme etwas belegt ist, weil er in den letzten Tagen, Wochen doch so wenig gesagt hat, wie möglich.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Elliot Calhoun]]></title>
			<link>https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2652</link>
			<pubDate>Sun, 08 Feb 2026 19:18:23 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.losttheplot.de/member.php?action=profile&uid=565">Elliot Calhoun</a>]]></dc:creator>
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<br />
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<br />
BILD - GESUCHTER - 500 x 210<br />
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<br />
BILD - SUCHENDER - 500 x 210<br />
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<br />
BILD - TRENNER - 500 x 140<br />
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<br />
ENDBILD - 500 x 15px<br />
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<br />
VERERBUNG<br />
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<br />
TITEL - GESUCHTER, SUCHENDER<br />
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<br />
KASTEN IM BILD<br />
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<br />
TEXTFELD UNTERM BILD<br />
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<br />
FACTS + NAME + ICON<br />
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<br />
FETT + KURSIV + UNTERSTRICHEN<br />
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<br />
SCROLLBALKEN<br />
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<br />
LINKS<br />
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<br />
</style><br />
<br />
<div class="sourcandy_bild">
<div class="sourcandy sctitel">BLESSED<span style="color: gray;" class="mycode_color">/</span><span style="color: black;" class="mycode_color">DAMMED</span></div>
<div class="sourcandy sckasten"><a href="">book of Isaiah 43:1</a> – But now thus saith the LORD that created thee, O Jacob, and he that formed thee, O Israel, Fear not: for I have redeemed thee, I have called thee by thy name; thou art mine. When thou passest through the waters, I will be with thee; and through the rivers, they shall not overflow thee: when thou walkest through the fire, thou shalt not be burned; neither shall the flame kindle upon thee. For I am the LORD thy God, the Holy One of Israel, thy Saviour: I gave Egypt for thy ransom, Ethiopia and Seba for thee.  <span style="color: gray;" class="mycode_color">───────</span></div>
</div>
<div class="sweetcandy">
<div class="sweetcandy textfeld"><i>Irgendwann</i> - sagt dein Vater oft - <i>wirst auch du endlich verstehen, was es heißt, ein Mann zu sein</i>. Dachtest eigentlich, das hättest du längst herausgefunden. Musst aber ehrlich sein, wenn dich jemand fragt <i>Und wer ist dein Vorbild?</i>, denkst du nicht an deinen Vater, sondern an so ziemlich jeden anderen Mann, den du kennst und der nicht versucht, dich mit toxischer Männlichkeit zu ertränken. Denkst hauptsächlich an Father Mahoney oder die Priester der zahllosen anderen Gemeinden, denen ihr in den letzten Jahren angehört habt - Männer, die ihrem eigenen Weg gefolgt sind; die von dir kein Ego, keine Gewalt, keine Dominanz fordern. Die dich sehen, <b>wie du bist</b>. – Bist stolze sechzehn Jahre alt und weißt: willst nie werden, wie dein Vater. Willst nicht kämpfen, nicht saufen, nicht von Dämonen heimgesucht werden und verzweifelt so tun, als würd’s dich nicht belasten. <i>Wir sind Calhouns</i>, sagt dein Vater genauso oft, <i>wir gehören an die Front</i>. Erzählt heldenhafte Geschichten von deinem Großvater und Ur-Großvater, von Weltkriegen und Soldatentugenden. Siehst, wie die Augen deines Bruders dabei funkeln aber du? Du willst deine schließen, willst weg sehen und weg-hören, weißt schon lange: bist aus nem anderen Stück Holz geschnitzt. Hast längst gefunden, wo du eigentlich hingehörst - zu Gott. Sitzt lieber stundenlang auf kühlen, knarrenden Kirchenbänken, im Regenbogen-Licht der Buntglasfenster und mit dem immer präsenten Weihrauch-Duft in der Nase als nur eine Minute am Tisch mit deinem Vater, wenn er wieder seine Kriegs-Litanei hervor kramt. Singst Lobpreis ganz anders: <i>Gloria in excelsis Deo</i>. Bist sechzehn Jahre alt und weißt - das Pfarramt ruft dich, der Dienst an Jesus Christus, deinem Herrn. Scheiß auf den Dienst an deinem Land, ganz ehrlich. <br />
<br />
Schlussendlich aber alles nicht so einfach, wie du dir vorgestellt hast. Nein, falsch - hast dir das jahrelange Studium, die Ausbildung, die <b>Formation</b> gar nicht erst einfach vorgestellt und ist es auch nicht. Jahr für Jahr; menschlich, geistlich, intellektuell, pastoral. Hast die Bibel so oft von Vorne bis Hinten und von Hinten bis Vorne gelesen, dass du sie inzwischen quasi auswendig kannst; hast sogar noch zwei Jahre Studium angehangen, um dein Lizentiat in Dogmatik zu machen - passt bloß auf, Leute, fangt keine Diskussion über die Trinitätslehre an; sonst hältst du echt nie wieder die Klappe - hast zu jeder Bibelstelle nen ganzen Ordner Notizen. Bist nen Nerd, voller Leidenschaft für den Text; die Tradition, die Rituale, die Kultur. War nicht einfach, aber war immer klar, dass es der richtige Weg war. Aber die Jahre in Rom waren nicht billig, und dein Vater, der hat Jahr für Jahr brav bezahlt - hast gedacht (naiv, wie naiv du doch warst) er hat doch erkannt, dass dein Weg einfach ein anderer ist, dass du nicht für Krieg und Konflikt gemacht bist sondern für die Kirche. Ha, wie dumm. Kaum hast du deine Priesterweihe hinter dir und glaubst fälschlicher Weise, dein Vater wäre zumindest halb so stolz, wie deine Mutter - da greift er zu. <i>Ich hab’ dir den ganzen Spaß bezahlt, Elliot, jetzt schuldest du mir was</i>, sagt Lyall. Das Angebot, dass du gern die Summe als Kredit über die nächsten Jahre abstotterst, ignoriert dein Vater gekonnt. <i>Sei endlich ein Mann und nicht so eine Memme</i> kannst du gut ignorieren, weil du längst weiß, dass dein Bild von Männlichkeit nicht mit dem deines Vaters übereinstimmt. <i>Wenn du wirklich glaubst, was du da predigst, dann geh wenigstens dahin, wo man dich wirklich braucht</i> ist das Argument (die Manipulations-Taktik, weißt du genau und doch…) was am Ende am meisten zieht, am meisten greift, am meisten weh tut. Wenn du ganz ehrlich bist, hast du es dir auch einfach einfacher vorgestellt - ein, zwei Jahre als Militärpfarrer und dann ist dein Vater endlich stolz auf dich, sieht dich endlich als ordentlichen Mann, als Sohn. </div>
</div>
<div class="spicycandy">
<div class="spicycandy feldinnen">
<div class="spicylinks">
<div class="spicyfact sclila" style="margin-top: 5px;">*1982 | Inverness - 35 Jahre</div>
<div class="spicyfact sclila">katholischer Gemeindepfarrer</div>
<div class="spicyfact sclila"> single | dem Zölibat verpflichtet </div>
<div class="spicyfact sclila"> Faceclaim: Vladimir Burlakov </div>
</div>
<div class="spicymitte">ELLIOT<br />
CALHOUN</div>
<div class="spicyrechts">
<img src="https://i.ibb.co/Pv7S1cxS/ezgif-66fca223b88b1139.gif" id="spicybild"/><br />
</div></div></div>
<div class="sweetcandy">
<div class="sweetcandy textfeld">Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. In deinem Fall kläglich & dramatisch. <i>Kann alles nicht so schlimm werden</i> ist zumindest die größte Lüge, die du dir je selbst erzählt hast. Die Grundausbildung ist ok, und dein erster Einsatz in Afghanistan ist tatsächlich nicht so schlimm. Verbringst die meiste Zeit auf dem Stützpunkt, bist einer von drei Pfarrern und ihr seid ein gutes, ökumenisches Team. Bietest ein offenes Ohr, nimmst Beichte ab, hältst Messe - und ja, die Beichten und Sorgen sind anders als die in dem kleinen Dorf vor Manchester, wo du dein Praxisjahr gemacht hast und wo du die zwei Jahre nach deiner Priesterweihe gearbeitet hast aber unter'm Strich ist es kein Albtraum. Könntest dir fast einbilden, dass es ganz gut wird. Das es vielleicht gar nicht so verkehrt war, dich von deinem Vater überreden zu lassen. <br />
<br />
Hast dich aber eindeutig zu früh gefreut. Dein zweiter Einsatz geht auch nach Helmand, aber diesmal als Teil einer Task Force - bist der einzige Seelsorger für die Einheit, seid immer unterwegs, traust dich kaum noch ohne Schutzweste oder Helm zu schlafen. Schläfst eh kaum, weil du Angst hast und weil die Sorgen, Ängste und Beichten der Männer nichts mehr mit deiner friedlichen Existenz in England zu tun haben. Geht nur noch um Tod - töten oder getötet werden; um Neid und Hass und wortwörtlicher Todesangst, um immer weniger werdende Menschlichkeit. Kannst gar nicht genug Jesaja zitieren, um hier mit dir selber fertig zu werden. Ja, ja, <i>Schwerter zu Pflugscharen</i>. Redest gegen die Wand (wie war das noch - <i>dass sie nicht sehen mit ihren Augen noch hören mit ihren Ohren noch verstehen mit ihrem Herzen</i>), weil’s hier nichts bringt, das eigene Schwert (oder halt Maschinengewehr) abzulegen - außer den eigenen Tod und den vieler anderer. Kannst von Frieden predigen, bis dir die Stimme fehlt, aber bringt alles nichts. Nicht mal dir selbst, stellst du fest. Weißt nicht mal mehr, warum du an dem Tag mit auf Patrouille gehst - weißt nur noch, wie es endet. Mit der halben Truppe tot und dem Rest schwer verletzt, mit nem Maschinengewehr in deinen <b>verdammten</b> Händen und Blut an deiner Hand, was sich nicht - nie wieder - weg wischen lässt. Bist danach ein Held, weil du den Gegner getötet und deine Truppe beschützt - gerettet? - hast aber was für'n Preis hast du bezahlt? Du, Pazifist durch und du. Du, der predigt, die andere Wange hinzuhalten. Du, der das Doppelgebot der Liebe quasi auf der Stirn geschrieben trägt, weil du so oft drüber redest. Weißt, du hast einen Menschen auf dem Gewissen. Ganz rational weißt du natürlich auch, dass ihr wohl alle gestorben wärt, wenn du nicht gehandelt hättest, aber in deinem Herzen ändert das nichts. Du beichtest deine Schuld und dir wird vergeben. Nur du selbst, du vergibst dir nichts. Dein Vater ist endlich stolz auf dich und dir ist schlecht, übel, elend. Kommst irgendwie nicht raus, aus der Sache. Dein nächster Einsatz, eine UN-gestützte Stabilisierungsmission in Ostafrika, ist zum Glück - Gott sei Dank - dein letzter. Die moralische Ambiguität macht dich fertig, das zivile Leid, die Isolation, die Korruption. Bist desillusioniert - von irgendwie allem. <br />
<br />
Endlich bist du wieder zuhause. Auf Heimatboden. Tust recht erfolgreich so, als wär alles ok - als würdest du nicht Nacht für Nacht Albträume haben, als würdest du nicht an allem und allen zweifeln; selbst an dir, selbst an Gott. Die Diözese schickt dich nach Manchester, nach St. Mary’s Hidden Gem, sollst dir da mit nem ebenso Mittdreißiger die Gemeinde teilen und Gemeindepfarrer spielen. Ach nein, sollst du sein. Kommst dir nur so vor, als würdest du es spielen. Weil nichts mehr so ist, wie du mal dachtest. Weil du so lange von einem guten, gütigen Gott gepredigt hast und nicht verstehst, wie es so weit kommen konnte.  </div>
</div>
<div class="saltycandy_bild">
<div class="saltycandy sctitel"><span style="color: black;" class="mycode_color">WHO EVEN</span> ARE <span style="color: black;" class="mycode_color">YOU</span>?</div>
<div class="saltycandy sckasten">Tja, und nun? Hast den Verfall von Menschlichkeit erlebt, hast deine Prinzipien und dich selbst verraten. Fühlt dich verloren, hast auch dich selbst verloren. Deinen Glauben verloren, irgendwie. Glaubst noch immer an Gott, weil du gar nicht anders kannst, aber fragst dich nun: <i>Was ist das für ein Gott?</i> Ist er überhaupt noch da oder hat er euch alle längst verlassen? Warst doch eigentlich nie ein Pessimist, aber jetzt - verfolgt von Albträumen; von Schuldgefühlen, die dir manchmal den Atem rauben - jetzt bist du's vielleicht doch. Ach, eigentlich weißt du längst nicht mehr, wer du noch bist und was du noch glaubst. Welchen <i>Sinn</i> hat das alles? Ist alles 'ne Farce - predigen, Hände auflegen, segnen - weil du wie taub bist; taub und voller Zweifel. <br />
<br />
Dabei warst du mal so ein fröhlicher Zeitgenosse. Charismatisch, engagiert, leidenschaftlich. Die Art Mann, die wirklich glaubt und lebt, was er da predigt; der trotz großer Liebe für Tradition und Ritual ein absoluter Verfechter von progressiver Theologie, von historisch-kritischer Bibelauslegung ist. Nicht <i>fire and brimstone</i> sondern ein liebender, gütiger Gott - Nächstenliebe, Gleichberechtigung, Hoffnung. Weißt nicht so recht, wie viel davon geblieben ist. Warst ein regelrechter Nerd, besonders was so einige Alttestament-Texte angeht (hast 'ne kleine Jesaja-Fixation und für dich ist das Hohelied besser als jede andere Liebes-Poesie); hast gern gesungen und recht passabel Orgel gespielt (Klavier ein bisschen besser) und hattest wirklich Freude an deiner Berufung, an deinem Leben. Und ja, dein leben war Gott gewidmet - aber von krampfhafter Bekehrung oder Missionierung hast du noch nie viel gehalten, konntest auch schon immer auch viel über Musik und Kunst reden (hauptsächlich, weil so viel einen religiösen Ursprung hat, auch wenn man's bei einigen Werken nicht vermuten mag) und genauso lange über Fußball - weil's wohl das eine war, was dich und deinen Bruder so lange verbunden hat (das und Pokemon, aber nur an einem davon hast du festgehalten). Hattest demnach sowohl innerhalb, als auch außerhalb der Kirche Freunde, warst kontaktfreudig, hattest Hobbies von Fußball bis Töpfern. Hier und da halt doch auch handwerklich begabt; nur von Technik hattest du noch nie ne Ahnung (hallo, Nokia 3310 - my trusted friend). <br />
<br />
Und nun? Jetzt fühlst du dich nicht mehr, wie du selbst. Schreckst nicht selten schweißgebadet aus einem Albtraum hoch, wenn du überhaupt schläfst. Bist verschlossen, und grenzwertig funktional, weil dich die Albträume, die Paranoia, die bedrückenden Schuldgefühle auf Schritt und Tritt verfolgen. Fühlst dich wie ein Imposter in deiner eigenen Haut und fürchtest, von deiner früheren Leidenschaft ist nur noch wenig zu erahnen. Und das macht dich wütend und traurig; weil du mal so ein guter Priester warst und es auch noch immer sein willst - deiner Gemeinde gerecht werden willst, die dir anvertraut ist; deinem Gott auch, auch wenn ein Teil von dir überzeugt ist, er hat euch längst verlassen. Weißt nicht so recht, wie es weiter gehen soll - weißt, da ist in dir was kaputt gegangen aber trotz der umfangreichen Aus- und Weiterbildung in Seelsorge, trotz all' der Erfahrung, gerade mit Soldaten und ihren Trauma-Erfahrungen, kannst du dir selbst nicht helfen und weißt auch nicht, wo du anfangen sollst. </div>
</div>
<div class="sweetcandy" style="height: 320px;">
<div class="sweetcandy textfeld scgrau"><a href="">1982 - 1992 | KINDHEIT </a><br />
* 25.07.1982 | Elliot wird in Inverness, Schottland als zweites Kind von Lyall Calhoun, einem Berufssoldaten, und Isla Calhoun, einer Kindergärtnerin, geboren - ganze fünf Jahre nach deren ersten Kind Ewan. Nach zwei Kindern ist jedoch Schluss, so bleibt Elliot das sogenannte Küken der Familie. <br />
* 1983 - 1987 | Seine frühe Kindheit ist geprägt von den ständigen Abwesenheiten seines Vaters, der eigentlich in Fort George stationiert ist. Seine Mutter versucht, das mit einer langen Elternzeit auszugleichen, kehrt jedoch nach einigen Jahren in ihren geliebten Beruf zurück. Sie verbringt jedoch viel Zeit mit Elliot in ihrer katholischen Gemeinde, wo sie selbst recht aktiv ist - ein Grundstein, den sie hier für sein restliches Leben legt. <br />
* 1888 - 1992 | Aufgrund einer Versetzung des Vaters zieht die Familie nach Edinburgh, wo Elliot kurze Zeit später eingeschult wird. Außer Ewan, der bereits in der 5. Klasse ist, kennt Elliot niemanden und tut sich auch schwer, Freunde zu finden - den anderen Jungs ist er zu ruhig, zu langweilig, zu mädchenhaft. Dafür verbringt er auch hier in Edinburgh viel Zeit in der Gemeinde: nach seiner Erstkommunion wird er Messdiener und singt auch im Kirchenchor, wo er erste Freunde findet. <br />
<br />
<a href="">1992 - 2000 | JUGEND </a><br />
* 1992 - 1996 | Die nächste Versetzung, der nächste Umzug - diesmal nach Stirling. Hier besucht Elliot ab 1993 die Secondary School. Mit steigendem Alter findet er zu sich selbst: ist immer noch ein fleißiger Schüler, belesen und ruhig - eher mit der Nase in einem Buch zu finden, als auf dem Hof. Aber er spielt auch Fußball, ist in einer Kreativ-AG und hat einen guten Freundeskreis gefunden. Hat doch Charme, finden so einige (insbesondere die Mädchen; aber Elliot checkt's nicht einmal, wenn eines mit ihm flirtet). Dennoch ist die lokale katholische Gemeinde sein 'home away from home', sein wahrer Wohlfühl- und Rückzugsort; nach seiner Firmung übernimmt er auch so einige Ehrenämter. 1995 macht Ewan seinen Schulabschluss und geht direkt zum Militär - eine Entscheidung, die einen Keil zwischen die Brüder klemmt und die Distanz zwischen ihnen von Jahr zu Jahr nur wachsen lässt. Und dann ist da Joshua, ebenfalls ein military kid auf geliehener Zeit in Stirling; mit krass-blauen Augen und einer Art, die bei Elliot Resonanz findet. Ist Joshua, der gleich drei ältere Jungs verprügelt, nachdem sie Elliot beleidigen, runtermachen, angreifen - für knapp ein Jahr sind Elliot und Joshua beste Freunde, unzertrennlich. Als sie sich eines Tages küssen, erwischt sie Joshua's Vater - der rastet total aus und Elliot bekommt Joshua nicht mehr zu sehen, bis er einen knappen Monat später eh wieder umziehen muss. <br />
* 1996 - 2000 | Nach einer Beförderung seines Vaters ist dieser nun permanent in North West England stationiert und die Familie zieht nach Uppermill in der Greater Manchester Area. Elliot ist hin- und hergerissen zwischen Trauer und Wut, aber frisst alles tief in sich hinein. Will sich nicht die Frage stellen, was das bedeutet - hat noch nie für jemanden gefühlt, was er für Joshua empfunden hat; konnte auch nie mitreden, wenn die Jungs und Mädchen seines Alters über Attraktivität und Sex geredet haben. Hat ihn alles nicht interessiert und abseits von Joshua, den er nicht vergessen kann; auch wenn er's so sehr versucht, tut es das auch immer nicht. Ein Fehler im System, sagt er sich, als er wenig später anfängt, mit dem örtlichen Pfarrer über eine Zukunft im Priestertum zu reden. Der Vocations Director, den er daraufhin kontaktiert, redet über das Zölibat als Herausforderung aber Elliot empfindet es eher als Erleichterung, weil er es schon immer gehasst hat, wenn andere fragen, ob und wann er endlich mal ne Freundin (oder ganz progressive - einen Freund) hat. 2000 besteht er seine A-Levels mit mehr als guten Noten und doch mit einem guten Gefühl, wenn er auf seine Schulzeit zurück schaut. <br />
<br />
<a href="">2000 - 2009 | PRIESTERSEMINAR  </a><br />
* 2000 - 2001 | Elliot wird zum Propädeutikum in Valladolid, Spanien entsandt - ein ganzes Jahr lang soll er in diesem vorbereitenden Seminar die Grundsteine zur menschlichen und geistigen Formung legen. Der erste Stritt zum Leben als Priester. Es ist interessant, andere Gleichgesinnte kennen zu lernen und mit ihnen zusammen zu leben - noch interessanter ist, dass es ihm so leicht fällt, seine Heimat hinter sich zu lassen. Zuhause war schon immer mehr die Kirche als der Ort, in dem er lebte; aber selbst seine Eltern vermisst er verhältnismäßig wenig - ist froh, endlich mal so wirklich verstanden zu werden. Selbst seine Mutter, so gläubig sie auch ist, versteht seinen Weg nicht so recht (vielleicht ist es auch nur der Wunsch nach Enkelkindern?). Es fällt ihm immer leichter, die Geschehnisse von 1996 zu verdrängen - versucht, den Namen Joshua mit allem drum und dran zu vergessen - nur dumm, dass die Bibeln mit ganzen 24 Kapiteln im Buch Josua ihn daran hindert. Kommt ihm wie keine Lüge vor, wenn er keine Gelüste beichten muss - weil er die eine Person, die die in ihm hervor ruft so konsequent aus seinem Bewusstsein verbannt, dass es die Wahrheit ist. <br />
* 2001 - 2003 | Nach einigem Überlegen und langen Gesprächen mit seinem Mentor zieht es Elliot nach Rom - sein Potential und seine Leidenschaft für Theologie als Wissenschaft doch recht offensichtlich. Er beginnt also mit dem eigentlichen Priesterseminar am Venerable English College in Rom - dort lebt und lernt er mit anderen Seminaristen, während er an der Dominican Angelicum University sein Philosophie-Studium belegt. Er genießt die Zeit - die Stadt lebt und atmet Kultur, die ihn begeistert; an jeder Ecke christliche Einflüsse von Kunst über Architektur, zu Musik und Theater. Er ist unter Männern, die seinen Glauben und seine Leidenschaft teilen; die ihn sehen wie er ist und weder irgendwelche Männlichkeits-Ideale erfüllen wollen, nicht von Soldatentugenden predigen. Der Kontakt mit seiner Familie ist spärlich, und seine seltenen Heimatbesuche mehr aus Pflichtbewusstsein seiner Mutter gegenüber, als aus Heimweh. <br />
* 2003 - 2006 | Nach dem Grundstudium der Philosophie folgen drei Jahre Theologie-Studium an der Jesuit Gregorian University. Elliot lernt gerne und viel (und gern' über die Anforderungen hinaus) aber schafft es auch, etwas an privaten Interessen beizubehalten. Hier und da spielt er mal Fußball, aus einer Art Nostalgie heraus. Er besucht Museen und Kirchen, geht in die Oper, ins Theater, in Konzerte - hat gute Freunde gefunden, an seinem College, an der Universität, in der Stadt und manchmal möchte er gar nicht an eine Zeit post-Rom denken, bis er in der Messe sitzt und kaum erwarten kann, einmal selber dort vorne zu stehen. 2006 schließt er sein Studium mit einem Baccalaureate in Theologie (STB) ab. <br />
* 2006 - 2008 | Elliot beschließt, noch nicht nach England zurück zu kehren und den angedachten Weg weiter zu verfolgen, sondern noch etwas weiter zu studieren. Er hat noch so viele offene Fragen, so viel Leidenschaft für das Thema - für die Schöpfungslehre, weil auch er sich manchmal die Frage stellt, wie Schöpfung und Wissenschaft vereinbar sind; zur Eschatologie und Christologie aber vor allem zur Trinitätslehre, was ihn schon immer fasziniert hat. Zwei Jahre später erhält er ein Lizentiat in Dogmatik (STL). <br />
* 2008 - 2009 | Zurück in seiner Heimat erhält er die Diakonenweihe und ist nach anfänglicher Traurigkeit, Rom hinter sich gelassen zu haben, doch froh, nun endlich weiter zu kommen. Das Pastoraljahr oder Diakonat macht er in einer benachbarten Gemeinde, zieht aus logistischen Gründen also für eine Weile in sein Elternhaus in Uppermill ein und - Hass ist kein Wort, was er gerne nutzt, also sagt er lieber, dass er darauf hätte gut verzichten können. Die Arbeit jedoch macht im Spaß, erfüllt ihn - er gibt 150% und ist so eh kaum Zuhause. <br />
* 2009 | Endlich wird Elliot zum Priester geweiht. Ein Moment, an den er lange zurück blicken wird - weil er sich heilig anfühlt, weil er endlich seinem lang entdecken Sinn gerecht wird und sich 100% sicher ist, neben dem Sinn des Lebens auch Glück gefunden zu haben. Seine Mutter ist stolz, aber auch irgendwie traurig; sein Vater kommt nicht einmal und Ewan schickt eine Postkarte aus Afghanistan. Immerhin. <br />
<br />
<a href="">2009 - 2016 | ZWISCHEN KANZEL UND KRIEG</a><br />
* 2009 - 2012 | Elliot wird als Kaplan nach Bury gesandt - hier lebt und arbeitet er an der Seite eines erfahrenen Parish Priests, der ihm den Einstieg in den Pfarrdienst nahelegen soll. Die Zusammenarbeit ist harmonisch, Elliot - nun ganz offiziell Father Calhoun - wird von der Gemeinde warm empfangen und schnell als engagierter, leidenschaftlicher und offenherziger Priester wahrgenommen. Er arbeitet gern mit Kindern, aber ebenso mit den Senioren; spielt Fußball und Rummycub mit gleichermaßen Freude. Es ist nicht besonders aufregend oder abwechslungsreich, aber das braucht er auch nicht. Die Einfachheit ist schön. <br />
* 2012 | Nach schier' endlosen Diskussionen gibt Elliot dem Druck seines Vaters - ungehindert von seiner Mutter, was er ihr schon etwas übel nimmt - nach und beginnt die Ausbildung am Armed Forces Chaplaincy Centre in Shrivenham, gefolgt vom Short Commissioning Course an der Royal Military Academy Sandhurst, um danach den Dienst als Militärpfarrer auf sich zu nehmen. <br />
* 2013 - 2016 | Sein erster Auslandseinsatz in 2013 führt ihn in die Helmand-Provinz in Afghanistan, wo er Teil eines guten Teams ist und recht solide Arbeit macht. Einige Monate lang ist auch Ewan dort stationiert und auch wenn Elliot Bury und die Arbeit dort vermisst, kann er sich mit seiner neuen Tätigkeit doch irgendwie anfinden. Zumindest vorerst. 2014-2015 führt ihn sein zweiter Einsatz in die gleiche Region, jedoch auf eine andere Station und an eine Task Force gebunden. Hier läuft alles schief und Elliot erschießt aus Notwehr einen Menschen. Er wird als Held zelebriert, erhält Absolution nur sich selber kann er nicht vergeben. 2016 führt ihn sein dritter Einsatz zu einer UN-gestützten Stabilisierungsmission in Ostafrika, jedoch wird er seine Schuldgefühle nicht los und ziviles Leid und die moralische Ambiguität machen ihn vollends fertig, sodass er den Dienst quittiert. <br />
2016 - NOW | RÜCKKEHR<br />
* 2016 | Ende 2016 kommt er in die UK zurück - erschöpft, traumatisiert, desillusioniert. Er verbringt einige Wochen bei seinen Eltern, aber es macht ihn verrückt. Besonders die Tatsache, dass sein Vater endlich stolz auf ihn ihn, kann er einfach nicht ertragen. Einen Monat wohnt er im Gästehaus in Bury, einfach, weil er auch nicht so recht weiß, wo er sonst hin soll. <br />
* 2017 | Zum Jahresbeginn wird Elliot in eine neue Pfarrstelle versetzt - St Mary Hidden Gem in Manchester City erwartet ihn; hier soll er zusammen mit Father Ronan Lynch die Gemeinde leiten.</div>
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<br />
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<br />
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<br />
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<br />
<div class="sourcandy_bild">
<div class="sourcandy sctitel">BLESSED<span style="color: gray;" class="mycode_color">/</span><span style="color: black;" class="mycode_color">DAMMED</span></div>
<div class="sourcandy sckasten"><a href="">book of Isaiah 43:1</a> – But now thus saith the LORD that created thee, O Jacob, and he that formed thee, O Israel, Fear not: for I have redeemed thee, I have called thee by thy name; thou art mine. When thou passest through the waters, I will be with thee; and through the rivers, they shall not overflow thee: when thou walkest through the fire, thou shalt not be burned; neither shall the flame kindle upon thee. For I am the LORD thy God, the Holy One of Israel, thy Saviour: I gave Egypt for thy ransom, Ethiopia and Seba for thee.  <span style="color: gray;" class="mycode_color">───────</span></div>
</div>
<div class="sweetcandy">
<div class="sweetcandy textfeld"><i>Irgendwann</i> - sagt dein Vater oft - <i>wirst auch du endlich verstehen, was es heißt, ein Mann zu sein</i>. Dachtest eigentlich, das hättest du längst herausgefunden. Musst aber ehrlich sein, wenn dich jemand fragt <i>Und wer ist dein Vorbild?</i>, denkst du nicht an deinen Vater, sondern an so ziemlich jeden anderen Mann, den du kennst und der nicht versucht, dich mit toxischer Männlichkeit zu ertränken. Denkst hauptsächlich an Father Mahoney oder die Priester der zahllosen anderen Gemeinden, denen ihr in den letzten Jahren angehört habt - Männer, die ihrem eigenen Weg gefolgt sind; die von dir kein Ego, keine Gewalt, keine Dominanz fordern. Die dich sehen, <b>wie du bist</b>. – Bist stolze sechzehn Jahre alt und weißt: willst nie werden, wie dein Vater. Willst nicht kämpfen, nicht saufen, nicht von Dämonen heimgesucht werden und verzweifelt so tun, als würd’s dich nicht belasten. <i>Wir sind Calhouns</i>, sagt dein Vater genauso oft, <i>wir gehören an die Front</i>. Erzählt heldenhafte Geschichten von deinem Großvater und Ur-Großvater, von Weltkriegen und Soldatentugenden. Siehst, wie die Augen deines Bruders dabei funkeln aber du? Du willst deine schließen, willst weg sehen und weg-hören, weißt schon lange: bist aus nem anderen Stück Holz geschnitzt. Hast längst gefunden, wo du eigentlich hingehörst - zu Gott. Sitzt lieber stundenlang auf kühlen, knarrenden Kirchenbänken, im Regenbogen-Licht der Buntglasfenster und mit dem immer präsenten Weihrauch-Duft in der Nase als nur eine Minute am Tisch mit deinem Vater, wenn er wieder seine Kriegs-Litanei hervor kramt. Singst Lobpreis ganz anders: <i>Gloria in excelsis Deo</i>. Bist sechzehn Jahre alt und weißt - das Pfarramt ruft dich, der Dienst an Jesus Christus, deinem Herrn. Scheiß auf den Dienst an deinem Land, ganz ehrlich. <br />
<br />
Schlussendlich aber alles nicht so einfach, wie du dir vorgestellt hast. Nein, falsch - hast dir das jahrelange Studium, die Ausbildung, die <b>Formation</b> gar nicht erst einfach vorgestellt und ist es auch nicht. Jahr für Jahr; menschlich, geistlich, intellektuell, pastoral. Hast die Bibel so oft von Vorne bis Hinten und von Hinten bis Vorne gelesen, dass du sie inzwischen quasi auswendig kannst; hast sogar noch zwei Jahre Studium angehangen, um dein Lizentiat in Dogmatik zu machen - passt bloß auf, Leute, fangt keine Diskussion über die Trinitätslehre an; sonst hältst du echt nie wieder die Klappe - hast zu jeder Bibelstelle nen ganzen Ordner Notizen. Bist nen Nerd, voller Leidenschaft für den Text; die Tradition, die Rituale, die Kultur. War nicht einfach, aber war immer klar, dass es der richtige Weg war. Aber die Jahre in Rom waren nicht billig, und dein Vater, der hat Jahr für Jahr brav bezahlt - hast gedacht (naiv, wie naiv du doch warst) er hat doch erkannt, dass dein Weg einfach ein anderer ist, dass du nicht für Krieg und Konflikt gemacht bist sondern für die Kirche. Ha, wie dumm. Kaum hast du deine Priesterweihe hinter dir und glaubst fälschlicher Weise, dein Vater wäre zumindest halb so stolz, wie deine Mutter - da greift er zu. <i>Ich hab’ dir den ganzen Spaß bezahlt, Elliot, jetzt schuldest du mir was</i>, sagt Lyall. Das Angebot, dass du gern die Summe als Kredit über die nächsten Jahre abstotterst, ignoriert dein Vater gekonnt. <i>Sei endlich ein Mann und nicht so eine Memme</i> kannst du gut ignorieren, weil du längst weiß, dass dein Bild von Männlichkeit nicht mit dem deines Vaters übereinstimmt. <i>Wenn du wirklich glaubst, was du da predigst, dann geh wenigstens dahin, wo man dich wirklich braucht</i> ist das Argument (die Manipulations-Taktik, weißt du genau und doch…) was am Ende am meisten zieht, am meisten greift, am meisten weh tut. Wenn du ganz ehrlich bist, hast du es dir auch einfach einfacher vorgestellt - ein, zwei Jahre als Militärpfarrer und dann ist dein Vater endlich stolz auf dich, sieht dich endlich als ordentlichen Mann, als Sohn. </div>
</div>
<div class="spicycandy">
<div class="spicycandy feldinnen">
<div class="spicylinks">
<div class="spicyfact sclila" style="margin-top: 5px;">*1982 | Inverness - 35 Jahre</div>
<div class="spicyfact sclila">katholischer Gemeindepfarrer</div>
<div class="spicyfact sclila"> single | dem Zölibat verpflichtet </div>
<div class="spicyfact sclila"> Faceclaim: Vladimir Burlakov </div>
</div>
<div class="spicymitte">ELLIOT<br />
CALHOUN</div>
<div class="spicyrechts">
<img src="https://i.ibb.co/Pv7S1cxS/ezgif-66fca223b88b1139.gif" id="spicybild"/><br />
</div></div></div>
<div class="sweetcandy">
<div class="sweetcandy textfeld">Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. In deinem Fall kläglich & dramatisch. <i>Kann alles nicht so schlimm werden</i> ist zumindest die größte Lüge, die du dir je selbst erzählt hast. Die Grundausbildung ist ok, und dein erster Einsatz in Afghanistan ist tatsächlich nicht so schlimm. Verbringst die meiste Zeit auf dem Stützpunkt, bist einer von drei Pfarrern und ihr seid ein gutes, ökumenisches Team. Bietest ein offenes Ohr, nimmst Beichte ab, hältst Messe - und ja, die Beichten und Sorgen sind anders als die in dem kleinen Dorf vor Manchester, wo du dein Praxisjahr gemacht hast und wo du die zwei Jahre nach deiner Priesterweihe gearbeitet hast aber unter'm Strich ist es kein Albtraum. Könntest dir fast einbilden, dass es ganz gut wird. Das es vielleicht gar nicht so verkehrt war, dich von deinem Vater überreden zu lassen. <br />
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Hast dich aber eindeutig zu früh gefreut. Dein zweiter Einsatz geht auch nach Helmand, aber diesmal als Teil einer Task Force - bist der einzige Seelsorger für die Einheit, seid immer unterwegs, traust dich kaum noch ohne Schutzweste oder Helm zu schlafen. Schläfst eh kaum, weil du Angst hast und weil die Sorgen, Ängste und Beichten der Männer nichts mehr mit deiner friedlichen Existenz in England zu tun haben. Geht nur noch um Tod - töten oder getötet werden; um Neid und Hass und wortwörtlicher Todesangst, um immer weniger werdende Menschlichkeit. Kannst gar nicht genug Jesaja zitieren, um hier mit dir selber fertig zu werden. Ja, ja, <i>Schwerter zu Pflugscharen</i>. Redest gegen die Wand (wie war das noch - <i>dass sie nicht sehen mit ihren Augen noch hören mit ihren Ohren noch verstehen mit ihrem Herzen</i>), weil’s hier nichts bringt, das eigene Schwert (oder halt Maschinengewehr) abzulegen - außer den eigenen Tod und den vieler anderer. Kannst von Frieden predigen, bis dir die Stimme fehlt, aber bringt alles nichts. Nicht mal dir selbst, stellst du fest. Weißt nicht mal mehr, warum du an dem Tag mit auf Patrouille gehst - weißt nur noch, wie es endet. Mit der halben Truppe tot und dem Rest schwer verletzt, mit nem Maschinengewehr in deinen <b>verdammten</b> Händen und Blut an deiner Hand, was sich nicht - nie wieder - weg wischen lässt. Bist danach ein Held, weil du den Gegner getötet und deine Truppe beschützt - gerettet? - hast aber was für'n Preis hast du bezahlt? Du, Pazifist durch und du. Du, der predigt, die andere Wange hinzuhalten. Du, der das Doppelgebot der Liebe quasi auf der Stirn geschrieben trägt, weil du so oft drüber redest. Weißt, du hast einen Menschen auf dem Gewissen. Ganz rational weißt du natürlich auch, dass ihr wohl alle gestorben wärt, wenn du nicht gehandelt hättest, aber in deinem Herzen ändert das nichts. Du beichtest deine Schuld und dir wird vergeben. Nur du selbst, du vergibst dir nichts. Dein Vater ist endlich stolz auf dich und dir ist schlecht, übel, elend. Kommst irgendwie nicht raus, aus der Sache. Dein nächster Einsatz, eine UN-gestützte Stabilisierungsmission in Ostafrika, ist zum Glück - Gott sei Dank - dein letzter. Die moralische Ambiguität macht dich fertig, das zivile Leid, die Isolation, die Korruption. Bist desillusioniert - von irgendwie allem. <br />
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Endlich bist du wieder zuhause. Auf Heimatboden. Tust recht erfolgreich so, als wär alles ok - als würdest du nicht Nacht für Nacht Albträume haben, als würdest du nicht an allem und allen zweifeln; selbst an dir, selbst an Gott. Die Diözese schickt dich nach Manchester, nach St. Mary’s Hidden Gem, sollst dir da mit nem ebenso Mittdreißiger die Gemeinde teilen und Gemeindepfarrer spielen. Ach nein, sollst du sein. Kommst dir nur so vor, als würdest du es spielen. Weil nichts mehr so ist, wie du mal dachtest. Weil du so lange von einem guten, gütigen Gott gepredigt hast und nicht verstehst, wie es so weit kommen konnte.  </div>
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<div class="saltycandy sctitel"><span style="color: black;" class="mycode_color">WHO EVEN</span> ARE <span style="color: black;" class="mycode_color">YOU</span>?</div>
<div class="saltycandy sckasten">Tja, und nun? Hast den Verfall von Menschlichkeit erlebt, hast deine Prinzipien und dich selbst verraten. Fühlt dich verloren, hast auch dich selbst verloren. Deinen Glauben verloren, irgendwie. Glaubst noch immer an Gott, weil du gar nicht anders kannst, aber fragst dich nun: <i>Was ist das für ein Gott?</i> Ist er überhaupt noch da oder hat er euch alle längst verlassen? Warst doch eigentlich nie ein Pessimist, aber jetzt - verfolgt von Albträumen; von Schuldgefühlen, die dir manchmal den Atem rauben - jetzt bist du's vielleicht doch. Ach, eigentlich weißt du längst nicht mehr, wer du noch bist und was du noch glaubst. Welchen <i>Sinn</i> hat das alles? Ist alles 'ne Farce - predigen, Hände auflegen, segnen - weil du wie taub bist; taub und voller Zweifel. <br />
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Dabei warst du mal so ein fröhlicher Zeitgenosse. Charismatisch, engagiert, leidenschaftlich. Die Art Mann, die wirklich glaubt und lebt, was er da predigt; der trotz großer Liebe für Tradition und Ritual ein absoluter Verfechter von progressiver Theologie, von historisch-kritischer Bibelauslegung ist. Nicht <i>fire and brimstone</i> sondern ein liebender, gütiger Gott - Nächstenliebe, Gleichberechtigung, Hoffnung. Weißt nicht so recht, wie viel davon geblieben ist. Warst ein regelrechter Nerd, besonders was so einige Alttestament-Texte angeht (hast 'ne kleine Jesaja-Fixation und für dich ist das Hohelied besser als jede andere Liebes-Poesie); hast gern gesungen und recht passabel Orgel gespielt (Klavier ein bisschen besser) und hattest wirklich Freude an deiner Berufung, an deinem Leben. Und ja, dein leben war Gott gewidmet - aber von krampfhafter Bekehrung oder Missionierung hast du noch nie viel gehalten, konntest auch schon immer auch viel über Musik und Kunst reden (hauptsächlich, weil so viel einen religiösen Ursprung hat, auch wenn man's bei einigen Werken nicht vermuten mag) und genauso lange über Fußball - weil's wohl das eine war, was dich und deinen Bruder so lange verbunden hat (das und Pokemon, aber nur an einem davon hast du festgehalten). Hattest demnach sowohl innerhalb, als auch außerhalb der Kirche Freunde, warst kontaktfreudig, hattest Hobbies von Fußball bis Töpfern. Hier und da halt doch auch handwerklich begabt; nur von Technik hattest du noch nie ne Ahnung (hallo, Nokia 3310 - my trusted friend). <br />
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Und nun? Jetzt fühlst du dich nicht mehr, wie du selbst. Schreckst nicht selten schweißgebadet aus einem Albtraum hoch, wenn du überhaupt schläfst. Bist verschlossen, und grenzwertig funktional, weil dich die Albträume, die Paranoia, die bedrückenden Schuldgefühle auf Schritt und Tritt verfolgen. Fühlst dich wie ein Imposter in deiner eigenen Haut und fürchtest, von deiner früheren Leidenschaft ist nur noch wenig zu erahnen. Und das macht dich wütend und traurig; weil du mal so ein guter Priester warst und es auch noch immer sein willst - deiner Gemeinde gerecht werden willst, die dir anvertraut ist; deinem Gott auch, auch wenn ein Teil von dir überzeugt ist, er hat euch längst verlassen. Weißt nicht so recht, wie es weiter gehen soll - weißt, da ist in dir was kaputt gegangen aber trotz der umfangreichen Aus- und Weiterbildung in Seelsorge, trotz all' der Erfahrung, gerade mit Soldaten und ihren Trauma-Erfahrungen, kannst du dir selbst nicht helfen und weißt auch nicht, wo du anfangen sollst. </div>
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<div class="sweetcandy textfeld scgrau"><a href="">1982 - 1992 | KINDHEIT </a><br />
* 25.07.1982 | Elliot wird in Inverness, Schottland als zweites Kind von Lyall Calhoun, einem Berufssoldaten, und Isla Calhoun, einer Kindergärtnerin, geboren - ganze fünf Jahre nach deren ersten Kind Ewan. Nach zwei Kindern ist jedoch Schluss, so bleibt Elliot das sogenannte Küken der Familie. <br />
* 1983 - 1987 | Seine frühe Kindheit ist geprägt von den ständigen Abwesenheiten seines Vaters, der eigentlich in Fort George stationiert ist. Seine Mutter versucht, das mit einer langen Elternzeit auszugleichen, kehrt jedoch nach einigen Jahren in ihren geliebten Beruf zurück. Sie verbringt jedoch viel Zeit mit Elliot in ihrer katholischen Gemeinde, wo sie selbst recht aktiv ist - ein Grundstein, den sie hier für sein restliches Leben legt. <br />
* 1888 - 1992 | Aufgrund einer Versetzung des Vaters zieht die Familie nach Edinburgh, wo Elliot kurze Zeit später eingeschult wird. Außer Ewan, der bereits in der 5. Klasse ist, kennt Elliot niemanden und tut sich auch schwer, Freunde zu finden - den anderen Jungs ist er zu ruhig, zu langweilig, zu mädchenhaft. Dafür verbringt er auch hier in Edinburgh viel Zeit in der Gemeinde: nach seiner Erstkommunion wird er Messdiener und singt auch im Kirchenchor, wo er erste Freunde findet. <br />
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<a href="">1992 - 2000 | JUGEND </a><br />
* 1992 - 1996 | Die nächste Versetzung, der nächste Umzug - diesmal nach Stirling. Hier besucht Elliot ab 1993 die Secondary School. Mit steigendem Alter findet er zu sich selbst: ist immer noch ein fleißiger Schüler, belesen und ruhig - eher mit der Nase in einem Buch zu finden, als auf dem Hof. Aber er spielt auch Fußball, ist in einer Kreativ-AG und hat einen guten Freundeskreis gefunden. Hat doch Charme, finden so einige (insbesondere die Mädchen; aber Elliot checkt's nicht einmal, wenn eines mit ihm flirtet). Dennoch ist die lokale katholische Gemeinde sein 'home away from home', sein wahrer Wohlfühl- und Rückzugsort; nach seiner Firmung übernimmt er auch so einige Ehrenämter. 1995 macht Ewan seinen Schulabschluss und geht direkt zum Militär - eine Entscheidung, die einen Keil zwischen die Brüder klemmt und die Distanz zwischen ihnen von Jahr zu Jahr nur wachsen lässt. Und dann ist da Joshua, ebenfalls ein military kid auf geliehener Zeit in Stirling; mit krass-blauen Augen und einer Art, die bei Elliot Resonanz findet. Ist Joshua, der gleich drei ältere Jungs verprügelt, nachdem sie Elliot beleidigen, runtermachen, angreifen - für knapp ein Jahr sind Elliot und Joshua beste Freunde, unzertrennlich. Als sie sich eines Tages küssen, erwischt sie Joshua's Vater - der rastet total aus und Elliot bekommt Joshua nicht mehr zu sehen, bis er einen knappen Monat später eh wieder umziehen muss. <br />
* 1996 - 2000 | Nach einer Beförderung seines Vaters ist dieser nun permanent in North West England stationiert und die Familie zieht nach Uppermill in der Greater Manchester Area. Elliot ist hin- und hergerissen zwischen Trauer und Wut, aber frisst alles tief in sich hinein. Will sich nicht die Frage stellen, was das bedeutet - hat noch nie für jemanden gefühlt, was er für Joshua empfunden hat; konnte auch nie mitreden, wenn die Jungs und Mädchen seines Alters über Attraktivität und Sex geredet haben. Hat ihn alles nicht interessiert und abseits von Joshua, den er nicht vergessen kann; auch wenn er's so sehr versucht, tut es das auch immer nicht. Ein Fehler im System, sagt er sich, als er wenig später anfängt, mit dem örtlichen Pfarrer über eine Zukunft im Priestertum zu reden. Der Vocations Director, den er daraufhin kontaktiert, redet über das Zölibat als Herausforderung aber Elliot empfindet es eher als Erleichterung, weil er es schon immer gehasst hat, wenn andere fragen, ob und wann er endlich mal ne Freundin (oder ganz progressive - einen Freund) hat. 2000 besteht er seine A-Levels mit mehr als guten Noten und doch mit einem guten Gefühl, wenn er auf seine Schulzeit zurück schaut. <br />
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<a href="">2000 - 2009 | PRIESTERSEMINAR  </a><br />
* 2000 - 2001 | Elliot wird zum Propädeutikum in Valladolid, Spanien entsandt - ein ganzes Jahr lang soll er in diesem vorbereitenden Seminar die Grundsteine zur menschlichen und geistigen Formung legen. Der erste Stritt zum Leben als Priester. Es ist interessant, andere Gleichgesinnte kennen zu lernen und mit ihnen zusammen zu leben - noch interessanter ist, dass es ihm so leicht fällt, seine Heimat hinter sich zu lassen. Zuhause war schon immer mehr die Kirche als der Ort, in dem er lebte; aber selbst seine Eltern vermisst er verhältnismäßig wenig - ist froh, endlich mal so wirklich verstanden zu werden. Selbst seine Mutter, so gläubig sie auch ist, versteht seinen Weg nicht so recht (vielleicht ist es auch nur der Wunsch nach Enkelkindern?). Es fällt ihm immer leichter, die Geschehnisse von 1996 zu verdrängen - versucht, den Namen Joshua mit allem drum und dran zu vergessen - nur dumm, dass die Bibeln mit ganzen 24 Kapiteln im Buch Josua ihn daran hindert. Kommt ihm wie keine Lüge vor, wenn er keine Gelüste beichten muss - weil er die eine Person, die die in ihm hervor ruft so konsequent aus seinem Bewusstsein verbannt, dass es die Wahrheit ist. <br />
* 2001 - 2003 | Nach einigem Überlegen und langen Gesprächen mit seinem Mentor zieht es Elliot nach Rom - sein Potential und seine Leidenschaft für Theologie als Wissenschaft doch recht offensichtlich. Er beginnt also mit dem eigentlichen Priesterseminar am Venerable English College in Rom - dort lebt und lernt er mit anderen Seminaristen, während er an der Dominican Angelicum University sein Philosophie-Studium belegt. Er genießt die Zeit - die Stadt lebt und atmet Kultur, die ihn begeistert; an jeder Ecke christliche Einflüsse von Kunst über Architektur, zu Musik und Theater. Er ist unter Männern, die seinen Glauben und seine Leidenschaft teilen; die ihn sehen wie er ist und weder irgendwelche Männlichkeits-Ideale erfüllen wollen, nicht von Soldatentugenden predigen. Der Kontakt mit seiner Familie ist spärlich, und seine seltenen Heimatbesuche mehr aus Pflichtbewusstsein seiner Mutter gegenüber, als aus Heimweh. <br />
* 2003 - 2006 | Nach dem Grundstudium der Philosophie folgen drei Jahre Theologie-Studium an der Jesuit Gregorian University. Elliot lernt gerne und viel (und gern' über die Anforderungen hinaus) aber schafft es auch, etwas an privaten Interessen beizubehalten. Hier und da spielt er mal Fußball, aus einer Art Nostalgie heraus. Er besucht Museen und Kirchen, geht in die Oper, ins Theater, in Konzerte - hat gute Freunde gefunden, an seinem College, an der Universität, in der Stadt und manchmal möchte er gar nicht an eine Zeit post-Rom denken, bis er in der Messe sitzt und kaum erwarten kann, einmal selber dort vorne zu stehen. 2006 schließt er sein Studium mit einem Baccalaureate in Theologie (STB) ab. <br />
* 2006 - 2008 | Elliot beschließt, noch nicht nach England zurück zu kehren und den angedachten Weg weiter zu verfolgen, sondern noch etwas weiter zu studieren. Er hat noch so viele offene Fragen, so viel Leidenschaft für das Thema - für die Schöpfungslehre, weil auch er sich manchmal die Frage stellt, wie Schöpfung und Wissenschaft vereinbar sind; zur Eschatologie und Christologie aber vor allem zur Trinitätslehre, was ihn schon immer fasziniert hat. Zwei Jahre später erhält er ein Lizentiat in Dogmatik (STL). <br />
* 2008 - 2009 | Zurück in seiner Heimat erhält er die Diakonenweihe und ist nach anfänglicher Traurigkeit, Rom hinter sich gelassen zu haben, doch froh, nun endlich weiter zu kommen. Das Pastoraljahr oder Diakonat macht er in einer benachbarten Gemeinde, zieht aus logistischen Gründen also für eine Weile in sein Elternhaus in Uppermill ein und - Hass ist kein Wort, was er gerne nutzt, also sagt er lieber, dass er darauf hätte gut verzichten können. Die Arbeit jedoch macht im Spaß, erfüllt ihn - er gibt 150% und ist so eh kaum Zuhause. <br />
* 2009 | Endlich wird Elliot zum Priester geweiht. Ein Moment, an den er lange zurück blicken wird - weil er sich heilig anfühlt, weil er endlich seinem lang entdecken Sinn gerecht wird und sich 100% sicher ist, neben dem Sinn des Lebens auch Glück gefunden zu haben. Seine Mutter ist stolz, aber auch irgendwie traurig; sein Vater kommt nicht einmal und Ewan schickt eine Postkarte aus Afghanistan. Immerhin. <br />
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<a href="">2009 - 2016 | ZWISCHEN KANZEL UND KRIEG</a><br />
* 2009 - 2012 | Elliot wird als Kaplan nach Bury gesandt - hier lebt und arbeitet er an der Seite eines erfahrenen Parish Priests, der ihm den Einstieg in den Pfarrdienst nahelegen soll. Die Zusammenarbeit ist harmonisch, Elliot - nun ganz offiziell Father Calhoun - wird von der Gemeinde warm empfangen und schnell als engagierter, leidenschaftlicher und offenherziger Priester wahrgenommen. Er arbeitet gern mit Kindern, aber ebenso mit den Senioren; spielt Fußball und Rummycub mit gleichermaßen Freude. Es ist nicht besonders aufregend oder abwechslungsreich, aber das braucht er auch nicht. Die Einfachheit ist schön. <br />
* 2012 | Nach schier' endlosen Diskussionen gibt Elliot dem Druck seines Vaters - ungehindert von seiner Mutter, was er ihr schon etwas übel nimmt - nach und beginnt die Ausbildung am Armed Forces Chaplaincy Centre in Shrivenham, gefolgt vom Short Commissioning Course an der Royal Military Academy Sandhurst, um danach den Dienst als Militärpfarrer auf sich zu nehmen. <br />
* 2013 - 2016 | Sein erster Auslandseinsatz in 2013 führt ihn in die Helmand-Provinz in Afghanistan, wo er Teil eines guten Teams ist und recht solide Arbeit macht. Einige Monate lang ist auch Ewan dort stationiert und auch wenn Elliot Bury und die Arbeit dort vermisst, kann er sich mit seiner neuen Tätigkeit doch irgendwie anfinden. Zumindest vorerst. 2014-2015 führt ihn sein zweiter Einsatz in die gleiche Region, jedoch auf eine andere Station und an eine Task Force gebunden. Hier läuft alles schief und Elliot erschießt aus Notwehr einen Menschen. Er wird als Held zelebriert, erhält Absolution nur sich selber kann er nicht vergeben. 2016 führt ihn sein dritter Einsatz zu einer UN-gestützten Stabilisierungsmission in Ostafrika, jedoch wird er seine Schuldgefühle nicht los und ziviles Leid und die moralische Ambiguität machen ihn vollends fertig, sodass er den Dienst quittiert. <br />
2016 - NOW | RÜCKKEHR<br />
* 2016 | Ende 2016 kommt er in die UK zurück - erschöpft, traumatisiert, desillusioniert. Er verbringt einige Wochen bei seinen Eltern, aber es macht ihn verrückt. Besonders die Tatsache, dass sein Vater endlich stolz auf ihn ihn, kann er einfach nicht ertragen. Einen Monat wohnt er im Gästehaus in Bury, einfach, weil er auch nicht so recht weiß, wo er sonst hin soll. <br />
* 2017 | Zum Jahresbeginn wird Elliot in eine neue Pfarrstelle versetzt - St Mary Hidden Gem in Manchester City erwartet ihn; hier soll er zusammen mit Father Ronan Lynch die Gemeinde leiten.</div>
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