<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/">
	<channel>
		<title><![CDATA[Lost the plot - Alle Foren]]></title>
		<link>https://www.losttheplot.de/</link>
		<description><![CDATA[Lost the plot - https://www.losttheplot.de]]></description>
		<pubDate>Fri, 19 Jun 2026 13:34:52 +0000</pubDate>
		<generator>MyBB</generator>
		<item>
			<title><![CDATA[like a stray dog]]></title>
			<link>https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2682</link>
			<pubDate>Wed, 17 Jun 2026 17:16:53 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.losttheplot.de/member.php?action=profile&uid=570">Sydney Stewart</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2682</guid>
			<description><![CDATA[Vier Uhr morgens war eine grauenhafte Zeit, um sich durch die Straßen von Manchester zu bewegen. Alles, was einem um Vier Uhr morgens dort draußen begegnete, konnte nichts Gutes verheißen, denn es war zu spät, um noch die ausgelassene Stimmung einer heiteren Nacht in sich zu tragen, und viel zu früh, um eine Art der Romantik in sich zu tragen, wie sie manche wohl im Angesicht des Morgengrauens zu finden glaubten. <br />
<i>Fünf Uhr</i> - das war eine Zeit für Leute, die sich aus unironischer Überzeugung das 'Sonnenaufgänge beobachten' als Hobby in die Tinder Bio schrieben und glaubten, sie hätten ihr Leben im Griff, weil sie sich selbst aus unerklärlichen Gründen - ganz bestimmt keiner vorzeitig einsetzenden Midlife-Crisis - seit jeher damit quälten, zu dieser gottlosen Zeit bereits auf den Beinen zu sein, vielleicht ja um vor einem elendig langen Tag im Büro noch ein paar Kilometer an Schritten zu sammeln oder eine Runde mit dem Rennrad zu drehen (spätestens an der Stelle konnte man die Midlife-Crisis Vorwürfe aber wirklich nicht mehr von sich weisen). Ab sechs begann die Stadt aufzuwachen, Leben kehrte wieder in ihr ein, so wie es sich um zwei oder, wenn es doch etwas zu sehr ausgeufert war, spätestens um drei zur Ruhe gebettet hatte. <br />
<br />
Aber vier Uhr; um <i>vier Uhr</i> gab es nichts Gutes mehr, das passieren konnte. Um vier Uhr verloren die Leute den Verstand. Um vier Uhr ging alles den Bach herunter, also sollte Sydney sich doch eigentlich glücklich schätzen, dass ihm diese Uhrzeit heute eigentlich erspart blieb, weil seine Schicht zumindest auf dem Papier bereits um drei ihr Ende gefunden hatte. In der <i>Theorie</i> hätte er pünktlich um drei die grüne Uniform ablegen und diese Nacht für sich für beendet erklären können, ohne sich auch nur eine Minute länger als nötig über sie Gedanken machen zu müssen. In der Realität war es bereits nach vier, als ihr Wagen es zurück in die Zentrale schaffte, um ihre Schicht für beendet zu erklären und die vergangenen zwei Stunden dorthin zu verschließen, wo sie hoffentlich nie wieder darüber nachdenken, geschweige denn reden mussten. <br />
<br />
Seine Uniform landete in einer Tüte für die Reinigung, wobei Sydney einen Moment lang abwägte, ob es nicht sinnvoller wäre, sie in die nächste Tonne zu stopfen und sich einfach eine neue zu besorgen. Er wusch sich dreimal die Haare, seifte sich bestimmt ganze fünfmal den Körper ein. Als er aus der Dusche trat, fühlte er sich trotzdem noch räudig. Obwohl seine Kleidung die vergangenen zehn Stunden in einem Spind eingesperrt verbracht hatte, kam es ihm so vor, als würde auch sie nach allerlei Körperflüssigkeiten riechen, aber letztlich blieb ihm nichts anderes übrig, als sie sich überzuziehen und sich nebenbei selbst dafür zu verfluchen, am vergangenen Nachmittag ausgerechnet mit dem <i>Fahrrad</i> zur Arbeit gekommen zu sein. <br />
<br />
Zu sich selbst nachhause wären es nur knapp zehn Minuten mehr gewesen, aber ihm fehlte die Geduld und die Kraft und so war es bereits nach halb fünf, als er den Schlüssel aus seiner Hose fischte und leise im Schloss herumdrehte. Seine Tasche landete noch im Flur auf dem Boden, die Schuhe wurden abgestreift und wild verstreut. Er knipste in der Küche das Licht an, fischte sich blind irgendeine Dose aus der Tür, die er ganz bestimmt nicht eingekauft hatte, was ihm vielleicht aufgefallen wäre, wenn er dabei nicht aus Gewohnheit das Handy aus seiner Hosentasche gezogen hätte, um Instagram zu öffnen und sich dort durch die <i>Stories</i> Funktion zu wischen. <br />
Was er sah waren Ausschnitte von Geburtstagsfeiern, Memes, eine Verlobung, Clubvideos, bei denen man durch das gnadenlos übersteuernde Mikrofon doch nichts von der Musik hören konnte - allesamt Beweise dafür, wie toll dieser Freitagabend doch gewesen war. Nicht ein einziger, der sich plötzlich von fremden Körperflüssigkeiten übersät sah ... <i>Wobei</i> -- doch, da. Auf das Video eines ehemaligen Klassenkameraden, der sich auf irgendeinem Feld (<b>"Wo zur Hölle sind die?"</b>) die Seele aus dem Leib kotzte, reagierte Sydney mit einem lachenden Emoji.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Vier Uhr morgens war eine grauenhafte Zeit, um sich durch die Straßen von Manchester zu bewegen. Alles, was einem um Vier Uhr morgens dort draußen begegnete, konnte nichts Gutes verheißen, denn es war zu spät, um noch die ausgelassene Stimmung einer heiteren Nacht in sich zu tragen, und viel zu früh, um eine Art der Romantik in sich zu tragen, wie sie manche wohl im Angesicht des Morgengrauens zu finden glaubten. <br />
<i>Fünf Uhr</i> - das war eine Zeit für Leute, die sich aus unironischer Überzeugung das 'Sonnenaufgänge beobachten' als Hobby in die Tinder Bio schrieben und glaubten, sie hätten ihr Leben im Griff, weil sie sich selbst aus unerklärlichen Gründen - ganz bestimmt keiner vorzeitig einsetzenden Midlife-Crisis - seit jeher damit quälten, zu dieser gottlosen Zeit bereits auf den Beinen zu sein, vielleicht ja um vor einem elendig langen Tag im Büro noch ein paar Kilometer an Schritten zu sammeln oder eine Runde mit dem Rennrad zu drehen (spätestens an der Stelle konnte man die Midlife-Crisis Vorwürfe aber wirklich nicht mehr von sich weisen). Ab sechs begann die Stadt aufzuwachen, Leben kehrte wieder in ihr ein, so wie es sich um zwei oder, wenn es doch etwas zu sehr ausgeufert war, spätestens um drei zur Ruhe gebettet hatte. <br />
<br />
Aber vier Uhr; um <i>vier Uhr</i> gab es nichts Gutes mehr, das passieren konnte. Um vier Uhr verloren die Leute den Verstand. Um vier Uhr ging alles den Bach herunter, also sollte Sydney sich doch eigentlich glücklich schätzen, dass ihm diese Uhrzeit heute eigentlich erspart blieb, weil seine Schicht zumindest auf dem Papier bereits um drei ihr Ende gefunden hatte. In der <i>Theorie</i> hätte er pünktlich um drei die grüne Uniform ablegen und diese Nacht für sich für beendet erklären können, ohne sich auch nur eine Minute länger als nötig über sie Gedanken machen zu müssen. In der Realität war es bereits nach vier, als ihr Wagen es zurück in die Zentrale schaffte, um ihre Schicht für beendet zu erklären und die vergangenen zwei Stunden dorthin zu verschließen, wo sie hoffentlich nie wieder darüber nachdenken, geschweige denn reden mussten. <br />
<br />
Seine Uniform landete in einer Tüte für die Reinigung, wobei Sydney einen Moment lang abwägte, ob es nicht sinnvoller wäre, sie in die nächste Tonne zu stopfen und sich einfach eine neue zu besorgen. Er wusch sich dreimal die Haare, seifte sich bestimmt ganze fünfmal den Körper ein. Als er aus der Dusche trat, fühlte er sich trotzdem noch räudig. Obwohl seine Kleidung die vergangenen zehn Stunden in einem Spind eingesperrt verbracht hatte, kam es ihm so vor, als würde auch sie nach allerlei Körperflüssigkeiten riechen, aber letztlich blieb ihm nichts anderes übrig, als sie sich überzuziehen und sich nebenbei selbst dafür zu verfluchen, am vergangenen Nachmittag ausgerechnet mit dem <i>Fahrrad</i> zur Arbeit gekommen zu sein. <br />
<br />
Zu sich selbst nachhause wären es nur knapp zehn Minuten mehr gewesen, aber ihm fehlte die Geduld und die Kraft und so war es bereits nach halb fünf, als er den Schlüssel aus seiner Hose fischte und leise im Schloss herumdrehte. Seine Tasche landete noch im Flur auf dem Boden, die Schuhe wurden abgestreift und wild verstreut. Er knipste in der Küche das Licht an, fischte sich blind irgendeine Dose aus der Tür, die er ganz bestimmt nicht eingekauft hatte, was ihm vielleicht aufgefallen wäre, wenn er dabei nicht aus Gewohnheit das Handy aus seiner Hosentasche gezogen hätte, um Instagram zu öffnen und sich dort durch die <i>Stories</i> Funktion zu wischen. <br />
Was er sah waren Ausschnitte von Geburtstagsfeiern, Memes, eine Verlobung, Clubvideos, bei denen man durch das gnadenlos übersteuernde Mikrofon doch nichts von der Musik hören konnte - allesamt Beweise dafür, wie toll dieser Freitagabend doch gewesen war. Nicht ein einziger, der sich plötzlich von fremden Körperflüssigkeiten übersät sah ... <i>Wobei</i> -- doch, da. Auf das Video eines ehemaligen Klassenkameraden, der sich auf irgendeinem Feld (<b>"Wo zur Hölle sind die?"</b>) die Seele aus dem Leib kotzte, reagierte Sydney mit einem lachenden Emoji.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Sydney Stewart]]></title>
			<link>https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2681</link>
			<pubDate>Wed, 17 Jun 2026 12:14:15 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.losttheplot.de/member.php?action=profile&uid=570">Sydney Stewart</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2681</guid>
			<description><![CDATA[</font></style><link href="https://api.fontshare.com/css?f[]=general-sans@400,401,500,501,600,601,700,701&display=swap" rel="stylesheet"><style type="text/css"> /*<br />
<br />
DER CODE STAMMT VON fare thee well AUS DEM storming-gates.de<br />
<br />
*/ #flash { box-sizing: border-box; width: 500px; margin: 0 auto; } /*<br />
<br />
*/ .foben { box-sizing: border-box; width: 500px; background: #303030; object-fit: cover; padding: 20px; margin: 0 auto; font-family: 'General Sans', sans-serif; font-size: 10px; line-height: 20px; letter-spacing: 1px; text-transform: uppercase; font-weight: 500; text-align: center; color: #f7f7f7; } .foben img { width: 150px; height: 150px; -webkit-border-radius: 80px; -moz-border-radius: 80px; border-radius: 80px; border: 2px solid #7c8782; } .foben punkt { color: #8a7271; text-transform: uppercase; font-size: 8px; font-weight: bold; }  /*<br />
<br />
*/ .flashfeld { box-sizing: border-box; width: 500px; background: #7c8782; padding: 20px; margin: 0 auto; font-family: 'General Sans', sans-serif; font-size: 12px; line-height: 20px; letter-spacing: 1px; font-weight: 500; text-align: justify; color: #f7f7f7; border-bottom: 25px solid #efe5d4; } .flashfeld b { text-transform: uppercase; color: #303030; font-size: 10px; } .flashfeld i { color: #efe5d4; text-transform: uppercase; font-size: 10px; } .flashfeld o { font-size: 10px; border-bottom: 2px solid #f07d10; text-transform: uppercase; padding-bottom: 2px; } /*<br />
<br />
*/ .flashfamilie { box-sizing: border-box; width: 500px; background: #303030; object-fit: cover; padding: 20px; margin: 0 auto; font-family: 'General Sans', sans-serif; font-size: 12px; line-height: 20px; letter-spacing: 1px; font-weight: 500; text-align: justify; color: #f7f7f7; border-bottom: 25px solid #efe5d4; } .flashfamilie img { width: 80px; height: 80px; -webkit-border-radius: 80px; -moz-border-radius: 80px; border-radius: 80px;  border: 2px solid #8a7271; padding: 10px; } .flashfamilie titel { color: #f07d10; text-transform: uppercase; font-size: 8px; font-weight: bold; } .flashfamilie img { filter: grayscale(100%); } /*<br />
<br />
*/ .flashchar { box-sizing: border-box; width: 500px; background: #7c8782; padding: 20px; margin: 0 auto; font-family: 'General Sans', sans-serif; font-size: 12px; line-height: 20px; letter-spacing: 1px; font-weight: 500; text-align: justify; color: #f7f7f7; } .flashchar icon { color: #303030; font-size: 30px; } .flashchar in { font-family: 'General Sans', sans-serif; font-size: 12px; line-height: 20px; letter-spacing: 1px; font-weight: 500; text-align: justify; color: #f7f7f7; } .flashchar tag { text-transform: uppercase; color: #303030; font-size: 10px; } /*<br />
<br />
*/ .flashpast { box-sizing: border-box; width: 500px; background: #303030; padding: 20px; margin: 0 auto; font-family: 'General Sans', sans-serif; font-size: 12px; line-height: 20px; letter-spacing: 1px; font-weight: 500; text-align: justify; color: #f7f7f7; } .flashpast  titel { color: #f07d10; text-transform: uppercase; font-size: 8px; font-weight: bold; } .flashpast b { text-transform: uppercase; color: #8a7271; font-size: 10px; } .flashpast i { color: #efe5d4; text-transform: uppercase; font-size: 10px; } .flashpast o { font-size: 10px; border-bottom: 2px solid #7c8782; text-transform: uppercase; padding-bottom: 2px; } /*<br />
<br />
</style><div id="flash"><div class="foben"><img src="https://64.media.tumblr.com/2b0331bc29485c2414e949531bd53253/335b716fc0abf8a4-cf/s540x810/9fee227e64cd689b18dec77fda1d34e966b7104f.gif" class="foben"><br />
<br />
<punkt>name</punkt> Sydney Stewart <punkt>age</punkt> 27 years<br />
<punkt>occupation</punkt> paramedic <punkt>residence</punkt> manchester<br />
<punkt>faceclaim</punkt> Callum Turner <punkt>by</punkt> Älex</div><div class="flashfeld">Er muss immer auf Achse sein, keine einzige Minute kann <b>Sydney Stewart</b> mal still sitzen oder auch nur die Klappe halten - aber vielleicht ist es auch das, was ihn wie geschaffen für den Job als <b>Rettungssanitäter</b> macht. Der Stress und die Dauerbelastung kann einem schließlich nicht zu Kopf steigen, wenn man immer wieder betont, wie sehr man das alles doch liebt; wie lebendig einen dieser <i>Kick</i> doch fühlen lässt. Dass der Job bei Weitem nicht nur aus <i>Action</i> und tollem <i>Heldentum</i> besteht, das sollte Sydney mittlerweile wohl längst begriffen haben, aber er scheitert trotzdem darin, sich vor anderen oder sich selbst einzugestehen, dass so manche Dinge durchaus Spuren hinterlassen haben. <i>Ihm fehlt doch nichts</i>, betont er es auch dann noch, wenn sich die Schatten längst tief in sein Gesicht gezeichnet haben und er an seinem freien Abend schon wieder ein wenig zu tief ins Glas geschaut hat, um bloß keinen klaren Gedanken fassen zu müssen. Ihm fehlt nichts, ihm fehlt nichts und weil ihm nichts fehlt, ist er auch immer der Typ, der auftaucht, wenn niemand anderes sonst es tut. </div><div class="flashfamilie"><center><table border=0><tr><td><img src="https://64.media.tumblr.com/cc26b7a982e51e2e3d3b8b0939318a4c/478b9338ea3e56d6-55/s540x810/4255393101c82f6bda6f067207890d134f4be9fb.gif" class="flashfamilie"></td><td width=2></td><td><img src="https://64.media.tumblr.com/39905246bc524800c45a0d341e8fcf35/335b716fc0abf8a4-af/s540x810/bc1b6272090fb721f3c5b8fa123e9243867058e3.gif" class="flashfamilie"></td><td width=2></td><td><img src="https://64.media.tumblr.com/2cce72e72bf0012d3db4ccdd74ded56c/d9bf0fcdf927bf89-47/s540x810/626707d0a2372d5255ffbeb23ed6712c1d17aae6.gif" class="flashfamilie"></td></tr></table></center><br><titel>Lebenslauf</titel> Er ist der jüngste von drei; ein <b>Stewart</b>, wohinter sich jedoch nichts Besonderes, nur ein schrecklich <i>spießbürgerliches</i> Elternhaus verbirgt. Seine Eltern gehören zu denjenigen, die sich für etwas <i>Besseres</i> halten, nur weil sie in einer der weniger heruntergekommenen Ecken von <b>Oldham</b> leben und von dort aus auf all jene hinabblicken, die ihrer Meinung nach dafür verantwortlich sind, diesen Ort zu einem Problemzentrum zu machen. <br />
Obwohl es ihnen im Grunde an nichts fehlt, sie nie die Angst vor einem leeren Kühlschrank kennen lernen müssen, ist Sydneys Aufwachsen von einer Vielzahl an Reglementierung geprägt. Die meisten davon sind ebenso kleinlich wie banal, reichen von festen Duschzeiten bis hin zu albernen Verboten, wie vom Tisch nicht aufstehen zu dürfen, wenn er nicht aufgegessen hat, oder auch mit 16 Jahren noch um spätestens 21 Uhr wieder Zuhause sein zu müssen. Schwieriger ist es, wenn Sydney Freunde mit nachhause bringen will und seine Eltern sich weigern, sie ins Haus zu lassen, weil sie eine genaue Meinung davon haben, mit welchen Kindern der Nachbarschaft er sich herumtreiben darf und mit welchen nicht. Sie machen nie ein Geheimnis daraus, wie wenig sie von dem Großteil seiner Klassenkameraden halten und während es ihm in manchen Fällen leichter zu fallen scheint, dies zu akzeptieren, wenn nicht sogar mit dem gleichen, hochnäsigen Blick durch die Straßen zu stolzieren, erscheint ihm in anderen Momenten nichts so verlockend, wie das <i>Warum</i> auf seiner Zunge, mit welcher sich so herrlich endlos erscheinende Diskussionen losbrechen lassen.<br />
<br />
Sydney ist ein gnadenloser <b>Diskutierer</b> - ob Zuhause oder in der Schule, mit triftigem Grund oder auch einfach nur aus Prinzip. Am Essenstisch versucht er sich damit als Jüngster Gehör zu verschaffen, anderswo scheint es ihm in erster Linie darum zu gehen, zu <i>gewinnen</i>, und wenn ein Streit in einer Schlägerei ausartet, nun, dann ist er vor seinen Eltern natürlich immer derjenige, der sich nur verteidigt hat. Nie gibt er zu, als erster ausgeholt zu haben - <i>schlagen tun sich immer nur die anderen</i> und seine Eltern haben ihm doch oft genug eingebläut, sich bloß nichts bei denen abzugucken. Mit dem Heranwachsen lernt Sydney somit vor allem eines: Ausreden zu erfinden und sich jeglicher Verantwortung und Schuld zu entziehen. <br />
Er testet zwar genauso wie seine Geschwister Grenzen aus, aber die genauen Ausmaße versucht er so gut wie möglich vor seiner Familie verborgen zu halten. So kommt es, dass man ihn im Frühsommer eine Woche lang nur noch mit Mütze durchs Haus laufen sieht, weil er darunter plötzlich knallgrüne Haare versteckt, er beim Rauchen immer Handschuhe trägt und sich hinterher mit einer ganzen Dose Deo einsprüht, oder sich jede Woche neue Freunde ausdenkt, bei denen er angeblich das Wochenende verbringt, weil er seinen Eltern doch schon fünfmal geschworen hat, sich nun aber wirklich von dem <b>Bronson</b> Jungen fernzuhalten, von dem sie so wenig halten. <br />
Nicht immer gehen Sydneys Geheimhaltungsversuche auf, aber wenn man ihn damit konfrontiert, dann weiß er immer einen anderen Sündenbück zu bestimmen. <i>'Murphy hat uns überredet'</i>, heißt es dann, <i>'ich hab ihnen gesagt, dass das eine blöde Idee ist'</i>, schwört er hoch und heilig, als wäre nicht oft genug er derjenige, der ihnen Ideen in die Köpfe setzt, die doch eigentlich dazu bestimmt sind, schiefzugehen.<br />
<br />
<i>Murphy, Yasemin und Sydney</i> - in dieser Kombination findet man sie jahrelang durch Oldham pilgern, immer im Dreiergepäck. Zu dritt verbringen sie die vermutlich glorreichste Zeit ihres Lebens, denn nichts wird jemals an die Momente herankommen, die sich auf ewig in Sydneys Gedächtnis eingravieren. Die Schule ist neben dem Ganzen nur nebensächlich. Seine Hausaufgaben schreibt Sydney in den Pausen von Murphy ab; die Briefe über unentschuldigte Fehlzeiten unterschreibt ihm Yasemin, die die Unterschrift seines Vaters doch perfektioniert zu haben scheint. Wenn es um die Notenvergabe geht, diskutiert er so lange mit seinen Lehrern, als ginge es um Leben und Tod, und wenn dort doch mal eine fünf auf dem Zeugnis steht, dann ist da augenscheinlich niemand so überrascht von, wie Sydney, der sich auch nicht scheut, zu behaupten, dass dies ganz bestimmt nur daran liegt, dass der Lehrer ihn nicht ausstehen kann. <br />
Sein Schulabschluss ist am Ende zwar nicht grottenschlecht, hätte aber doch durchaus besser ausfallen können, wenn er sich denn mehr Mühe gegeben hätte. Zugleich fällt es Sydney schwer, Reue dafür zu empfinden, denn letztlich genügen seine Noten für das, was er will: <i>Rettungssanitäter werden</i>.<br />
<br />
Er setzt sich diesen Traum wie viele, die es nicht besser wissen, in den Kopf, denn es ist das Versprechen von niemals gleichen Tagen und Nächten, das ihn lockt; Adrenalin und Action, die ihn reizen. Sydney will nicht einfach Lebensretter sein, sondern <i>Held</i>, aber dass der Job mehr als das ist und in vielen Stunden deutlich weniger, das wird er erst im Laufe der Jahre lernen müssen. <br />
Es ist ein schrecklicher Übermut, mit welchem er in die Berufswelt startet und der ihm erst nach und nach genommen wird. Er braucht seine Zeit, um die Ernsthaftigkeit seines Jobs zu begreifen, denn während es ihm an mancher Stelle vielleicht zugute kommt, dass er vieles tendenziell auf die leichte Schulter nimmt, wird er an anderer zum ersten Mal damit konfrontiert, <i>Verantwortung</i> übernehmen zu müssen. Da ziehen keine Ausreden oder an den Haaren herbeigezogene Lügen, auch seinen stetigen Drang zu Diskutieren muss er in entscheidenden Augenblicken ablegen. Die Entscheidungen die er trifft, <i>was er tut</i> und <i>was nicht</i>, das hat Folgen - auch wenn er oft genug nicht erfährt, was mit den Patienten geschieht, die sie im Krankenhaus abliefern, so dass ihm nichts anderes übrig bleibt, als sich Stunden später, Zuhause, alleine, mit der Frage herumquälen zu müssen, ob er nicht doch etwas hätte anders oder <i>besser</i> machen können. <br />
Rettungssanitäter zu sein - das bedeutet in manchen Momenten, derjenige zu sein, der einfach nur deine Hand hält, während du ihm sturzbetrunken dein Seelenleid vorträgst, und in anderen nicht darunter zu zerbrechen, dass auch ihm in manchen Situationen die Hände gebunden sind und es schlichtweg nichts gibt, was er tun kann.<br />
<br />
Wie er persönlich damit zurecht kommt, das ist eine Frage, auf welche er doch immer die gleiche Antwort hat: ihm geht es super. <i>Ihm fehlt nichts.</i> Und zumindest auf dem Papier mag das wohl der Wahrheit entsprechen; wenn man dem Grinsen Glauben schenken mag, welches ihm nur zu leicht auf den Lippen sitzt - aber sein zunehmend gereiztes Gemüt spricht dabei ebenso für sich, wie seine Unfähigkeit, innezuhalten, eine Pause zu machen und sich tatsächlich <i>auszuruhen</i>. <br />
Sydney entwickelt eine Unrast, die ihn von einer Schicht in die nächste treibt und Urlaubstage mehr fürchten lässt, als eine katastrophale Samstagnacht. Er ist der Typ, der auftaucht, wenn niemand anderes es tut, wenn er die grüne Uniform trägt ebenso wie im Privaten. Natürlich hilft er dir auch noch bei deinem Umzug, vollkommen egal, dass er nur zwei Stunden Schlaf gefunden hat. Beim Junggesellenabschied kommt er zu spät, aber trinkt euch dann ohne zu zögern alle unter den Tisch. Er bringt dich zum Flughafen und wartet dort auch drei Stunden mit dir auf deinen Flieger, wenn es sein muss. Stellt sicher, dass du nicht um 3 Uhr morgens stundenlang in irgendeinem gruseligen Bahnhof strandest. Deine Spülmaschine kann er bestimmt auch noch reparieren. Soll er vielleicht nochmal deinen Blutzucker checken, nur um sicher zu gehen? <br />
<br />
Der Job nagt an ihm, aber er will nichts davon sehen oder hören, lieber widmet er seine Gedanken anderen und umkreist mit den Jahren doch vor allem <i>Yasemin</i> wie ein Helikopter, weil ihr schwankender, gesundheitlicher Zustand abseits seiner Arbeit zum Zentrum seiner Sorge wird. Dass er sie manchmal behandelt, als wäre sie eine seiner Patienten, lässt sie immer wieder heftig aneinander geraten, ist letztlich aber nur einer von mehreren Gründen, an welchen die Beziehung, die sie Mitte ihrer Zwanziger eingegangen sind, nach wenigen Monaten schon wieder zerbricht und sie lieber zurück zu einer bloßen Freundschaft zurückkehren lässt.<br />
Viel gestritten haben sie schon immer, nicht nur über Yasemins Gesundheit, aber oft genug war es <i>Murphy</i>, der wie ein Kleber zwischen ihnen fungiert und die Wogen wieder geglättet hat. Dass dieser sich wie aus dem Nichts zurückgezogen, Manchester, ihre Freundschaft, einfach alles wortlos hinter sich gelassen hat und schlichtweg <i>abgehauen</i> ist, nimmt ihm vor allem Sydney übel, der kein gutes Haar mehr an dem blonden Scheinengel lässt. Umso weniger gewillt ist er dann auch, dem Bronson zu verzeihen, als er nach zwei Jahren im Zuge von Yasemins Lupus Diagnose endlich zurück nach Manchester kommt und sich bei ihr einnistet, als könnte seine Anwesenheit nun noch irgendetwas besser machen; als wäre es nicht absehbar, dass er bei der nächsten Gelegenheit doch sicherlich wieder die Beine in die Hand nehmen wird. Ginge es nach Sydney, würde Murphy wieder an den Arsch der Welt verschwinden, aber Monate später steht er immer noch bei Yasemin in der Küche und dann sind es drei Teller auf dem viel zu kleinen Tisch, an welchen sie sich alle zwängen, und Sydney bleibt nichts anderes übrig, als so zu tun, als wäre das die grauenhafteste Bolognese, die er je gegessen hat. </div><div class="flashchar">loyal, einfühlsam, entschlossen, scharfzüngig, überzeugend, mutig, selbstlos, aufopferungsvoll, enthusiastisch, begeisterungsfähig, streitlustig, stur, ruhelos, kontrollsüchtig, unausgeglichen, reizbar, Angst vor dem Versagen, hochnäsig, verurteilend, überkompensierend</div><div class="flashpast"><titel style="display: flex;  justify-content: center;">Älex // Callum Turner // indirektes Gesuch</titel></div></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[</font></style><link href="https://api.fontshare.com/css?f[]=general-sans@400,401,500,501,600,601,700,701&display=swap" rel="stylesheet"><style type="text/css"> /*<br />
<br />
DER CODE STAMMT VON fare thee well AUS DEM storming-gates.de<br />
<br />
*/ #flash { box-sizing: border-box; width: 500px; margin: 0 auto; } /*<br />
<br />
*/ .foben { box-sizing: border-box; width: 500px; background: #303030; object-fit: cover; padding: 20px; margin: 0 auto; font-family: 'General Sans', sans-serif; font-size: 10px; line-height: 20px; letter-spacing: 1px; text-transform: uppercase; font-weight: 500; text-align: center; color: #f7f7f7; } .foben img { width: 150px; height: 150px; -webkit-border-radius: 80px; -moz-border-radius: 80px; border-radius: 80px; border: 2px solid #7c8782; } .foben punkt { color: #8a7271; text-transform: uppercase; font-size: 8px; font-weight: bold; }  /*<br />
<br />
*/ .flashfeld { box-sizing: border-box; width: 500px; background: #7c8782; padding: 20px; margin: 0 auto; font-family: 'General Sans', sans-serif; font-size: 12px; line-height: 20px; letter-spacing: 1px; font-weight: 500; text-align: justify; color: #f7f7f7; border-bottom: 25px solid #efe5d4; } .flashfeld b { text-transform: uppercase; color: #303030; font-size: 10px; } .flashfeld i { color: #efe5d4; text-transform: uppercase; font-size: 10px; } .flashfeld o { font-size: 10px; border-bottom: 2px solid #f07d10; text-transform: uppercase; padding-bottom: 2px; } /*<br />
<br />
*/ .flashfamilie { box-sizing: border-box; width: 500px; background: #303030; object-fit: cover; padding: 20px; margin: 0 auto; font-family: 'General Sans', sans-serif; font-size: 12px; line-height: 20px; letter-spacing: 1px; font-weight: 500; text-align: justify; color: #f7f7f7; border-bottom: 25px solid #efe5d4; } .flashfamilie img { width: 80px; height: 80px; -webkit-border-radius: 80px; -moz-border-radius: 80px; border-radius: 80px;  border: 2px solid #8a7271; padding: 10px; } .flashfamilie titel { color: #f07d10; text-transform: uppercase; font-size: 8px; font-weight: bold; } .flashfamilie img { filter: grayscale(100%); } /*<br />
<br />
*/ .flashchar { box-sizing: border-box; width: 500px; background: #7c8782; padding: 20px; margin: 0 auto; font-family: 'General Sans', sans-serif; font-size: 12px; line-height: 20px; letter-spacing: 1px; font-weight: 500; text-align: justify; color: #f7f7f7; } .flashchar icon { color: #303030; font-size: 30px; } .flashchar in { font-family: 'General Sans', sans-serif; font-size: 12px; line-height: 20px; letter-spacing: 1px; font-weight: 500; text-align: justify; color: #f7f7f7; } .flashchar tag { text-transform: uppercase; color: #303030; font-size: 10px; } /*<br />
<br />
*/ .flashpast { box-sizing: border-box; width: 500px; background: #303030; padding: 20px; margin: 0 auto; font-family: 'General Sans', sans-serif; font-size: 12px; line-height: 20px; letter-spacing: 1px; font-weight: 500; text-align: justify; color: #f7f7f7; } .flashpast  titel { color: #f07d10; text-transform: uppercase; font-size: 8px; font-weight: bold; } .flashpast b { text-transform: uppercase; color: #8a7271; font-size: 10px; } .flashpast i { color: #efe5d4; text-transform: uppercase; font-size: 10px; } .flashpast o { font-size: 10px; border-bottom: 2px solid #7c8782; text-transform: uppercase; padding-bottom: 2px; } /*<br />
<br />
</style><div id="flash"><div class="foben"><img src="https://64.media.tumblr.com/2b0331bc29485c2414e949531bd53253/335b716fc0abf8a4-cf/s540x810/9fee227e64cd689b18dec77fda1d34e966b7104f.gif" class="foben"><br />
<br />
<punkt>name</punkt> Sydney Stewart <punkt>age</punkt> 27 years<br />
<punkt>occupation</punkt> paramedic <punkt>residence</punkt> manchester<br />
<punkt>faceclaim</punkt> Callum Turner <punkt>by</punkt> Älex</div><div class="flashfeld">Er muss immer auf Achse sein, keine einzige Minute kann <b>Sydney Stewart</b> mal still sitzen oder auch nur die Klappe halten - aber vielleicht ist es auch das, was ihn wie geschaffen für den Job als <b>Rettungssanitäter</b> macht. Der Stress und die Dauerbelastung kann einem schließlich nicht zu Kopf steigen, wenn man immer wieder betont, wie sehr man das alles doch liebt; wie lebendig einen dieser <i>Kick</i> doch fühlen lässt. Dass der Job bei Weitem nicht nur aus <i>Action</i> und tollem <i>Heldentum</i> besteht, das sollte Sydney mittlerweile wohl längst begriffen haben, aber er scheitert trotzdem darin, sich vor anderen oder sich selbst einzugestehen, dass so manche Dinge durchaus Spuren hinterlassen haben. <i>Ihm fehlt doch nichts</i>, betont er es auch dann noch, wenn sich die Schatten längst tief in sein Gesicht gezeichnet haben und er an seinem freien Abend schon wieder ein wenig zu tief ins Glas geschaut hat, um bloß keinen klaren Gedanken fassen zu müssen. Ihm fehlt nichts, ihm fehlt nichts und weil ihm nichts fehlt, ist er auch immer der Typ, der auftaucht, wenn niemand anderes sonst es tut. </div><div class="flashfamilie"><center><table border=0><tr><td><img src="https://64.media.tumblr.com/cc26b7a982e51e2e3d3b8b0939318a4c/478b9338ea3e56d6-55/s540x810/4255393101c82f6bda6f067207890d134f4be9fb.gif" class="flashfamilie"></td><td width=2></td><td><img src="https://64.media.tumblr.com/39905246bc524800c45a0d341e8fcf35/335b716fc0abf8a4-af/s540x810/bc1b6272090fb721f3c5b8fa123e9243867058e3.gif" class="flashfamilie"></td><td width=2></td><td><img src="https://64.media.tumblr.com/2cce72e72bf0012d3db4ccdd74ded56c/d9bf0fcdf927bf89-47/s540x810/626707d0a2372d5255ffbeb23ed6712c1d17aae6.gif" class="flashfamilie"></td></tr></table></center><br><titel>Lebenslauf</titel> Er ist der jüngste von drei; ein <b>Stewart</b>, wohinter sich jedoch nichts Besonderes, nur ein schrecklich <i>spießbürgerliches</i> Elternhaus verbirgt. Seine Eltern gehören zu denjenigen, die sich für etwas <i>Besseres</i> halten, nur weil sie in einer der weniger heruntergekommenen Ecken von <b>Oldham</b> leben und von dort aus auf all jene hinabblicken, die ihrer Meinung nach dafür verantwortlich sind, diesen Ort zu einem Problemzentrum zu machen. <br />
Obwohl es ihnen im Grunde an nichts fehlt, sie nie die Angst vor einem leeren Kühlschrank kennen lernen müssen, ist Sydneys Aufwachsen von einer Vielzahl an Reglementierung geprägt. Die meisten davon sind ebenso kleinlich wie banal, reichen von festen Duschzeiten bis hin zu albernen Verboten, wie vom Tisch nicht aufstehen zu dürfen, wenn er nicht aufgegessen hat, oder auch mit 16 Jahren noch um spätestens 21 Uhr wieder Zuhause sein zu müssen. Schwieriger ist es, wenn Sydney Freunde mit nachhause bringen will und seine Eltern sich weigern, sie ins Haus zu lassen, weil sie eine genaue Meinung davon haben, mit welchen Kindern der Nachbarschaft er sich herumtreiben darf und mit welchen nicht. Sie machen nie ein Geheimnis daraus, wie wenig sie von dem Großteil seiner Klassenkameraden halten und während es ihm in manchen Fällen leichter zu fallen scheint, dies zu akzeptieren, wenn nicht sogar mit dem gleichen, hochnäsigen Blick durch die Straßen zu stolzieren, erscheint ihm in anderen Momenten nichts so verlockend, wie das <i>Warum</i> auf seiner Zunge, mit welcher sich so herrlich endlos erscheinende Diskussionen losbrechen lassen.<br />
<br />
Sydney ist ein gnadenloser <b>Diskutierer</b> - ob Zuhause oder in der Schule, mit triftigem Grund oder auch einfach nur aus Prinzip. Am Essenstisch versucht er sich damit als Jüngster Gehör zu verschaffen, anderswo scheint es ihm in erster Linie darum zu gehen, zu <i>gewinnen</i>, und wenn ein Streit in einer Schlägerei ausartet, nun, dann ist er vor seinen Eltern natürlich immer derjenige, der sich nur verteidigt hat. Nie gibt er zu, als erster ausgeholt zu haben - <i>schlagen tun sich immer nur die anderen</i> und seine Eltern haben ihm doch oft genug eingebläut, sich bloß nichts bei denen abzugucken. Mit dem Heranwachsen lernt Sydney somit vor allem eines: Ausreden zu erfinden und sich jeglicher Verantwortung und Schuld zu entziehen. <br />
Er testet zwar genauso wie seine Geschwister Grenzen aus, aber die genauen Ausmaße versucht er so gut wie möglich vor seiner Familie verborgen zu halten. So kommt es, dass man ihn im Frühsommer eine Woche lang nur noch mit Mütze durchs Haus laufen sieht, weil er darunter plötzlich knallgrüne Haare versteckt, er beim Rauchen immer Handschuhe trägt und sich hinterher mit einer ganzen Dose Deo einsprüht, oder sich jede Woche neue Freunde ausdenkt, bei denen er angeblich das Wochenende verbringt, weil er seinen Eltern doch schon fünfmal geschworen hat, sich nun aber wirklich von dem <b>Bronson</b> Jungen fernzuhalten, von dem sie so wenig halten. <br />
Nicht immer gehen Sydneys Geheimhaltungsversuche auf, aber wenn man ihn damit konfrontiert, dann weiß er immer einen anderen Sündenbück zu bestimmen. <i>'Murphy hat uns überredet'</i>, heißt es dann, <i>'ich hab ihnen gesagt, dass das eine blöde Idee ist'</i>, schwört er hoch und heilig, als wäre nicht oft genug er derjenige, der ihnen Ideen in die Köpfe setzt, die doch eigentlich dazu bestimmt sind, schiefzugehen.<br />
<br />
<i>Murphy, Yasemin und Sydney</i> - in dieser Kombination findet man sie jahrelang durch Oldham pilgern, immer im Dreiergepäck. Zu dritt verbringen sie die vermutlich glorreichste Zeit ihres Lebens, denn nichts wird jemals an die Momente herankommen, die sich auf ewig in Sydneys Gedächtnis eingravieren. Die Schule ist neben dem Ganzen nur nebensächlich. Seine Hausaufgaben schreibt Sydney in den Pausen von Murphy ab; die Briefe über unentschuldigte Fehlzeiten unterschreibt ihm Yasemin, die die Unterschrift seines Vaters doch perfektioniert zu haben scheint. Wenn es um die Notenvergabe geht, diskutiert er so lange mit seinen Lehrern, als ginge es um Leben und Tod, und wenn dort doch mal eine fünf auf dem Zeugnis steht, dann ist da augenscheinlich niemand so überrascht von, wie Sydney, der sich auch nicht scheut, zu behaupten, dass dies ganz bestimmt nur daran liegt, dass der Lehrer ihn nicht ausstehen kann. <br />
Sein Schulabschluss ist am Ende zwar nicht grottenschlecht, hätte aber doch durchaus besser ausfallen können, wenn er sich denn mehr Mühe gegeben hätte. Zugleich fällt es Sydney schwer, Reue dafür zu empfinden, denn letztlich genügen seine Noten für das, was er will: <i>Rettungssanitäter werden</i>.<br />
<br />
Er setzt sich diesen Traum wie viele, die es nicht besser wissen, in den Kopf, denn es ist das Versprechen von niemals gleichen Tagen und Nächten, das ihn lockt; Adrenalin und Action, die ihn reizen. Sydney will nicht einfach Lebensretter sein, sondern <i>Held</i>, aber dass der Job mehr als das ist und in vielen Stunden deutlich weniger, das wird er erst im Laufe der Jahre lernen müssen. <br />
Es ist ein schrecklicher Übermut, mit welchem er in die Berufswelt startet und der ihm erst nach und nach genommen wird. Er braucht seine Zeit, um die Ernsthaftigkeit seines Jobs zu begreifen, denn während es ihm an mancher Stelle vielleicht zugute kommt, dass er vieles tendenziell auf die leichte Schulter nimmt, wird er an anderer zum ersten Mal damit konfrontiert, <i>Verantwortung</i> übernehmen zu müssen. Da ziehen keine Ausreden oder an den Haaren herbeigezogene Lügen, auch seinen stetigen Drang zu Diskutieren muss er in entscheidenden Augenblicken ablegen. Die Entscheidungen die er trifft, <i>was er tut</i> und <i>was nicht</i>, das hat Folgen - auch wenn er oft genug nicht erfährt, was mit den Patienten geschieht, die sie im Krankenhaus abliefern, so dass ihm nichts anderes übrig bleibt, als sich Stunden später, Zuhause, alleine, mit der Frage herumquälen zu müssen, ob er nicht doch etwas hätte anders oder <i>besser</i> machen können. <br />
Rettungssanitäter zu sein - das bedeutet in manchen Momenten, derjenige zu sein, der einfach nur deine Hand hält, während du ihm sturzbetrunken dein Seelenleid vorträgst, und in anderen nicht darunter zu zerbrechen, dass auch ihm in manchen Situationen die Hände gebunden sind und es schlichtweg nichts gibt, was er tun kann.<br />
<br />
Wie er persönlich damit zurecht kommt, das ist eine Frage, auf welche er doch immer die gleiche Antwort hat: ihm geht es super. <i>Ihm fehlt nichts.</i> Und zumindest auf dem Papier mag das wohl der Wahrheit entsprechen; wenn man dem Grinsen Glauben schenken mag, welches ihm nur zu leicht auf den Lippen sitzt - aber sein zunehmend gereiztes Gemüt spricht dabei ebenso für sich, wie seine Unfähigkeit, innezuhalten, eine Pause zu machen und sich tatsächlich <i>auszuruhen</i>. <br />
Sydney entwickelt eine Unrast, die ihn von einer Schicht in die nächste treibt und Urlaubstage mehr fürchten lässt, als eine katastrophale Samstagnacht. Er ist der Typ, der auftaucht, wenn niemand anderes es tut, wenn er die grüne Uniform trägt ebenso wie im Privaten. Natürlich hilft er dir auch noch bei deinem Umzug, vollkommen egal, dass er nur zwei Stunden Schlaf gefunden hat. Beim Junggesellenabschied kommt er zu spät, aber trinkt euch dann ohne zu zögern alle unter den Tisch. Er bringt dich zum Flughafen und wartet dort auch drei Stunden mit dir auf deinen Flieger, wenn es sein muss. Stellt sicher, dass du nicht um 3 Uhr morgens stundenlang in irgendeinem gruseligen Bahnhof strandest. Deine Spülmaschine kann er bestimmt auch noch reparieren. Soll er vielleicht nochmal deinen Blutzucker checken, nur um sicher zu gehen? <br />
<br />
Der Job nagt an ihm, aber er will nichts davon sehen oder hören, lieber widmet er seine Gedanken anderen und umkreist mit den Jahren doch vor allem <i>Yasemin</i> wie ein Helikopter, weil ihr schwankender, gesundheitlicher Zustand abseits seiner Arbeit zum Zentrum seiner Sorge wird. Dass er sie manchmal behandelt, als wäre sie eine seiner Patienten, lässt sie immer wieder heftig aneinander geraten, ist letztlich aber nur einer von mehreren Gründen, an welchen die Beziehung, die sie Mitte ihrer Zwanziger eingegangen sind, nach wenigen Monaten schon wieder zerbricht und sie lieber zurück zu einer bloßen Freundschaft zurückkehren lässt.<br />
Viel gestritten haben sie schon immer, nicht nur über Yasemins Gesundheit, aber oft genug war es <i>Murphy</i>, der wie ein Kleber zwischen ihnen fungiert und die Wogen wieder geglättet hat. Dass dieser sich wie aus dem Nichts zurückgezogen, Manchester, ihre Freundschaft, einfach alles wortlos hinter sich gelassen hat und schlichtweg <i>abgehauen</i> ist, nimmt ihm vor allem Sydney übel, der kein gutes Haar mehr an dem blonden Scheinengel lässt. Umso weniger gewillt ist er dann auch, dem Bronson zu verzeihen, als er nach zwei Jahren im Zuge von Yasemins Lupus Diagnose endlich zurück nach Manchester kommt und sich bei ihr einnistet, als könnte seine Anwesenheit nun noch irgendetwas besser machen; als wäre es nicht absehbar, dass er bei der nächsten Gelegenheit doch sicherlich wieder die Beine in die Hand nehmen wird. Ginge es nach Sydney, würde Murphy wieder an den Arsch der Welt verschwinden, aber Monate später steht er immer noch bei Yasemin in der Küche und dann sind es drei Teller auf dem viel zu kleinen Tisch, an welchen sie sich alle zwängen, und Sydney bleibt nichts anderes übrig, als so zu tun, als wäre das die grauenhafteste Bolognese, die er je gegessen hat. </div><div class="flashchar">loyal, einfühlsam, entschlossen, scharfzüngig, überzeugend, mutig, selbstlos, aufopferungsvoll, enthusiastisch, begeisterungsfähig, streitlustig, stur, ruhelos, kontrollsüchtig, unausgeglichen, reizbar, Angst vor dem Versagen, hochnäsig, verurteilend, überkompensierend</div><div class="flashpast"><titel style="display: flex;  justify-content: center;">Älex // Callum Turner // indirektes Gesuch</titel></div></div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Murphy Bronson]]></title>
			<link>https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2679</link>
			<pubDate>Sun, 14 Jun 2026 09:45:53 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.losttheplot.de/member.php?action=profile&uid=569">Murphy Bronson</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2679</guid>
			<description><![CDATA[</font></style><link href="https://api.fontshare.com/css?f[]=satoshi@400,401,700,701&display=swap" rel="stylesheet"><link rel="preconnect" href="https://fonts.googleapis.com"><link rel="preconnect" href="https://fonts.gstatic.com" crossorigin><link href="https://fonts.googleapis.com/css2?family=Playfair+Display:ital,wght@0,400;0,700;1,400;1,700&display=swap" rel="stylesheet"><style type="text/css"> /*<br />
<br />
DER CODE STAMMT VON fare thee well AUS DEM storming-gates.de<br />
<br />
*/ #diam { box-sizing: border-box; width: 550px; background: #ffffff; margin: 0 auto; } /*<br />
<br />
*/ .pattern { box-sizing: border-box; width: 550px; background-image: url('https://finlievision.de/finch/sg-templates/g67zdrpgdhi4t.png'); margin: 0 auto; } /*<br />
<br />
*/ .patternfarbe { box-sizing: border-box; width: 550px; margin: 0 auto; text-align: center; padding: 50px; background: rgba(249, 194, 182, 0.5); } /*<br />
<br />
*/ .diambox { box-sizing: border-box; width: 450px; border: #ffffff solid 1px; margin: 0 auto; padding-top: 5px; padding-bottom: 5px; } /*<br />
<br />
*/ .diamboxin { box-sizing: border-box; width: calc(100% - 10px); background: #ffffff; margin: 0 auto; padding: 20px; text-align: justify; color: #232323; font-size: 13px; font-weight: bold; line-height: 20px; font-family: 'Satoshi', sans-serif; } .diamboxin b { font-size: 11px; letter-spacing: 2px; color: #f9c2b6; text-transform: uppercase; font-family: 'Playfair Display', serif; } .diamboxin i { padding-bottom: 3px; border-bottom: #f9c2b6 solid 1px; font-family: 'Playfair Display', serif; font-size: 12px; font-weight: normal; letter-spacing: 2px; } /*<br />
<br />
*/ .diamdivider { box-sizing: border-box; width: 550px; height: 25px; background: #ffffff; margin: 0 auto; } /*<br />
<br />
*/ .diamfam { box-sizing: border-box; margin: 0 auto; width: 550px; padding-left: 50px; padding-right: 50px; padding-bottom: 50px; padding-top: 30px; background: #232323; color: #ffffff; font-size: 13px; font-weight: bold; line-height: 20px; font-family: 'Satoshi', sans-serif; text-align: justify; } .diamfam b { font-size: 11px; letter-spacing: 2px; color: #f9c2b6; text-transform: uppercase; font-family: 'Playfair Display', serif; } .diamfam i { padding-bottom: 3px; border-bottom: #f9c2b6 solid 1px; font-family: 'Playfair Display', serif; font-size: 12px; font-weight: normal; letter-spacing: 2px; }  /*<br />
<br />
*/ .diamimg { object-fit: cover; filter: grayscale(100%); } /*<br />
<br />
*/ .diamimg img { clip-path: polygon(50% 0%, 100% 50%, 50% 100%, 0% 50%); } .diamimg { clip-path: polygon(50% 0%, 100% 50%, 50% 100%, 0% 50%); width: 75px; height: 75px; margin-top: -50px; margin: 0 auto; } /*<br />
<br />
*/ .diamh { box-sizing: border-box; width: 550px; height: 250px; background: url('https://i.imgur.com/YyA12NF.png'); object-fit: cover; margin: 0 auto; padding: 15px;} .diamh .hover { box-sizing: border-box; width: 520px; height: 220px; background: #ffffff; padding: 20px; text-align: justify; color: #232323; font-size: 10px; font-weight: bold; line-height: 20px; font-family: 'Satoshi', sans-serif; opacity: 0; transition: 1.5s; margin: 0 auto; text-transform: uppercase; overflow: auto; } .diamh .hover b { font-size: 8px; letter-spacing: 2px; color: #f9c2b6; text-transform: uppercase; font-family: 'Playfair Display', serif; } .diamh .hover i { padding-bottom: 3px; border-bottom: #f9c2b6 solid 1px; font-family: 'Playfair Display', serif; font-size: 9px; font-weight: normal; letter-spacing: 2px; } .diamh:hover .hover { opacity: 0.9; transition: 1.5s; } /*<br />
<br />
*/ .diamfacts { box-sizing: border-box; width: 550px; padding: 20px; text-align: center; background: #ffffff; font-size: 8px; } .diamfacts fact { background: #f9c2b6; color: #ffffff; padding: 4px; font-size: 9px; font-weight: bold; letter-spacing: 1px; text-transform: uppercase; font-family: 'Satoshi', sans-serif; } .diamfacts fact2 { padding: 4px; color: #232323; font-size: 8px; font-weight: bold; letter-spacing: 1px; text-transform: lowercase; font-family: 'Playfair Display', serif; font-style: italic; } /*<br />
<br />
</style><div id="diam"><div class="pattern"><div class="patternfarbe"><div class="diambox"><div class="diamboxin">Für jemanden, der immer unbedingt alles richtig machen möchte, macht <i>Murphy Bronson</i> eine Menge falsch. Nachdem er jahrelang beruflich durch die Gegend geeiert ist, ohne sich für einen klaren Lebensweg zu entscheiden, hat er sich zwar endlich für eine Leidenschaft — das <i>Kochen</i> — entscheiden können, aber geerdeter wirkt der <i>27-Jährige</i> trotzdem nicht. Er ist ein Mann, dem ständig die Sohlen brennen. Da mag er sich mit noch so großer Leidenschaft (oder Manie, kommt drauf an, wen man fragt) in seine Ausbildung im <i>Trou Normand</i> stürzen, für seine engsten Freunde wird er trotzdem immer der Kerl bleiben, der alle Zelte abbricht und türmt, wenn ihm eine fixe Idee in den Kopf kommt oder sich Probleme anbahnen oder ihm zu Hause auch nur die Decke auf den Kopf fällt.<br />
Als zuverlässig hätte ihn früher niemand beschrieben; aber seit er zurück in Manchester ist, scheint er ein neues Kapitel aufschlagen zu wollen. Sozial war er schon immer ein sanfter, aufrichtiger Charmeur mit spitzbübischem Charme, der irgendwie mit allen zurechtkommt und die Menschen um sich zu scharen weiß — aber man sagt ihm auch nach, er sei rückgratlos, nicht durchsetzungfähig und so sprunghaft, dass man ein schöner Idiot wäre, sich auf ihn zu verlassen.<br />
Mittlerweile versucht er sich viel eher der Verantwortung zu stellen und nicht nur beruflich seinen Weg zu finden, sondern auch seine Beziehung zu seinen besten Freunden wieder zu kitten, auch wenn sich das alles als nicht so einfach herausstellt, wie er sich das (in seiner bodenlosen Naivität) vorgestellt hat.</div></div></div></div><div class="diamdivider"></div><div class="diamfam"><center><table border=0><tr><td><div class="diamimg"><img src="https://64.media.tumblr.com/1156977e4312293e5508fdb66d52be1b/df4217eb26dea3df-f6/s540x810/40ba2cd3f67a32d889aeff178946979a5a7d7d75.gif" class="diamimg"></div></td><td width=5></td><td><div class="diamimg"><img src="https://64.media.tumblr.com/521a7686e628a875abe0bb7109b5e731/df4217eb26dea3df-ee/s540x810/56abbaa48dbac065a9487c96720d202e5e645710.gif" class="diamimg"></div></td><td width=5></td><td><div class="diamimg"><img src="https://64.media.tumblr.com/6c13edc35ef498fc44cf62f2a362911d/df4217eb26dea3df-69/s540x810/9b74f44227619bbfd155f2cf4eb70d9042068b46.gif" class="diamimg"></div></td></tr></table></center><br />
<br />
Murphy stammt ursprünglich aus London, und das hört man ihm auch an — denn den, oft als <i>posh</i> abgekanzelten, Akzent hat er, obwohl er mit dreizehn Jahren von London nach Manchester umzieht, noch immer nicht abgelegt. Er ist <i>Scheidungskind</i>: seine Mutter bleibt nach der Trennung von seinem Vater in London, während Murphy, und dessen jüngere Schwester <i>Porter</i>, mit dem Papa nach <i>Manchester</i> umsiedeln. Mitspracherecht haben die Kinder dabei keins. In Manchester dauert es auch gar nicht so lang, bis sein Vater neu heiratet und Murphy noch mehr Stief- und Halbgeschwister bekommt. Er wächst in einer kunterbunten Patchwork-Familie auf, deren Verwandtschaft sich nicht nur über Manchester und London, sondern weite Teile Europas erstreckt.<br />
Die Bronsons sind ein schrecklich chaotischer Haufen, eine selbst deklarierte <i>Ansammlung von Kuriositäten</i>. Ob exzentrischer Kunstfälscher, stinknormaler Klempner, Bühnenbildner, Akademiker, professioneller Clown, Radio Host oder Trapezkünstler — in Murphys weit verstreuter aber eng geknüpfter Familie sind etwaige Talente und ein Haufen unterschiedlicher Lebenswege vertreten.<br />
<br />
Er wächst inmitten dieses Chaos’ auf, fängt im Laufe seines Lebens bestimmt zig Hobbies an und lernt im Laufe dessen leider nie, irgendetwas zu priorisieren. Als Kind ist das noch keine große Sache: er darf überall mal reinschnuppern. Möglichkeiten gibt es unendlich viele, denn die Bronsons und die weiteren Verzweigungen der Familie, die durch die Hochzeit des Vaters mit <b>Maryam Marwazi</b> noch komplizierter geworden sind, sind in Oldham gut vernetzt und in der Gemeinschaft etabliert. Die <i>Sippe</i> ist nachbarschaftlich und weltoffen, und es ist nicht ungewöhnlich, dass man am Abendbrottisch der Bronsons nicht nur die eigenen Kinder aus (zusammengerechnet) drei Ehen wiederfindet, sondern auch ein paar aufgesammelte Freunde aus der Nachbarschaft, den Priester, der vom Vater vollgeschwafelt wird, und die nette rotwangige "Tante" (ohne echte Blutsverwandtschaft), die in ihrer Handtasche nicht nur Schokolade zum Verteilen mit sich herumträgt, sondern auch einen Flachmann versteckt, an dem sie hin und wieder nuckelt.<br />
<br />
Die Bronsons sind in der Nachbarschaft für ihre immer offene Tür berühmt-berüchtigt, aber man verpönt sie auch dafür, dass die Kinder allesamt einen Freifahrtsschein vom Vater ausgestellt bekommen haben. Die fehlende Aufsicht und das rege Treiben im Haus sorgen über die Jahre hinweg für viel Freude aber auch Chaos, ebenso wie für den einen oder anderen folgenschweren Unfall. Wie zum Beispiel den Sturz gegen einen Heizkörper, von dem Murphys jüngere Schwester Porter noch immer eine blasse Narbe an der Lippe geblieben ist, die sie in jungen Jahren stolz vergleicht mit Murphys rosafarbener Keloidnarbe am Unterarm, die sich herausbildete, nachdem der damals Vierjährige sich eine Brandwurde zuzog (er wollte in Eigenregie Würstchen braten).<br />
<br />
Nicht nur hat Murphy eine Menge Halbgeschwister, sondern mit dem Einheiraten in die Familie Marwazi kommen auch noch eine Menge Cousins, Cousinen, Onkel, Tanten und natürlich Großeltern, Großonkel, Großcousins/Großcousinen und endlose Reihen an Angeheirateten hinzu ... den genauen Überblick hat niemand. In den (ja, Mehrzahl) Familien-WhatsApp-Gruppen geht es hoch her, und auch auf Familienfeiern wird es niemals langweilig, was natürlich auch mit einer Menge Konflikt einhergeht.<br />
Murphy selbst ist in seinem Teil der Familie vor allem eines: der Friedensstifter. Er mag es gerne laut aber liebevoll, und wenn tatsächlich mal Streit ausbricht, will er immer am liebsten alle zwingen, sich wieder zu versöhnen. Vielleicht hat er deshalb ein derartiges Faible für Mahlzeiten, denn an die Essensrituale in seiner Familie hat er die allerbesten Erinnerungen — zu Tisch finden bei den Bronsons nämlich nicht nur die größten Streits, sondern auch die prächtigsten Versöhnungen statt.<br />
<br />
</div><div class="diamh"><div class="hover">
bisexuell <b>#</b> naiv <b>#</b> herzlich <b>#</b> spitzbübisch<b>#</b> sprunghaft <b>#</b> orientierungslos <b>#</b> treu aber unzuverlässig <b>#</b> harmoniesüchtig <b>#</b> gesellig <b>#</b> gefallsüchtig <b>#</b> entscheidungsunfreudig <b>#</b> tüchtig <b>#</b> insomniac <b>#</b> erstaunlich unsensibel <b>#</b> sanft <b>#</b> konfrontationsscheu <b>#</b> selbstgerecht <b>#</b> engagiert <b>#</b> nachgiebig <b>#</b> großzügig <b>#</b> unaufrichtig <b>#</b> bemüht <b>#</b> erlebnishungrig<br />
<br />
leidenschaftlicher Radfahrer <b>#</b> liebt Kräutergärten und Straßenfeste und den Geruch von Sonnenmilch <b>#</b> Chorsänger <b>#</b> Sommerkind <b>#</b> geht gerne FKK baden und solo campen <b>#</b> läuft gerne barfuß <b>#</b> hat drei Meerschweinchen namens Pippi, Annika und Tommy <b>#</b> ein Schleckermaul <b>#</b> hält regelmäßig sein FriendsBBQ ab <b>#</b> ein Naturbursche </div></div><div class="pattern"><div class="patternfarbe"><div class="diambox"><div class="diamboxin"><b>Persönlicher Lebensweg</b> Murphys <i>Harmoniesucht</i> ist keinesfalls angeboren. Vor der Scheidung seiner Eltern hat er genauso viel Unfug gemacht wie Porter, die nach der Scheidung anfängt, systematisch und vehement zu rebellieren — selbst gegen einen Haushalt, der ihr genau genommen nur wenig verbietet.<br />
<br />
Murphy kennt das nur zur Genüge, dieses Austesten von Grenzen — in London macht er das ohne Unterlass, nur dass ihn sein engelshaft blondgelocktes Haar und sein zum Schmelzen schönes, schelmisches Grinsen stets vor Strafe schützt. Die plötzliche Trennung seiner Eltern trifft ihn jedoch unvorbereitet — denn zwischen den Eheleuten gibt es weder sichtbaren Zwist noch lauten Streit. Als sie sich trennen, trennen sie sich scheinbar einvernehmlich und als geschlossene Front. Ihre Begründung ist, dass sie sich nicht mehr auf die gleiche Weise lieben wie früher und getrennte Wege gehen wollen.<br />
<br />
Für einen knapp Zehnjährigen ist dies keine nachvollziehbare Erklärung, aber dagegen argumentieren kann er auch nicht. Er wird jedoch aufmerksamer, in sich gekehrter, und macht sich regelrecht manisch auf die Suche nach möglichen Anzeichen für Bruchstellen im Gefüge der eigenen Familie. Mit der Zeit erkennt er die unterschwelligen Spannungen, die er früher übersehen hat, und sie jagen ihm Angst ein. Er erkennt lange vor Porter, dass der erzwungene Frieden seiner Eltern eine Unmenge an Schmerz verschleiert, damit die Kinder davon nichts mitbekommen. Er glaubt lange Zeit, vielleicht sogar noch bis heute, dass der Grund für die Scheidung seiner Eltern er selbst ist — oder eher: sie Kinder sind es. Als sie nach der Scheidung zwei Jahre später mit dem Vater, der das alleinige Sorgerecht erhält, nach Manchester ziehen, bestätigt dies Murphy nur in seinen Annahmen.<br />
<br />
Trotz oder vielleicht auch <i>wegen</i> der aufregenden Veränderungen innerhalb der Familie, die nach dem Umzug nach Manchester eintreten und für eine Menge Wirbel sorgen, tut Murphy sich in seinem ersten Jahr in der neuen Stadt schwer. Nicht nur ist ihm die Nachbarschaft in Oldham fremd und die neue Realität nicht unbedingt das, was er sich ausgemalt hat, sondern auch fremdeln die Gleichaltrigen mit ihm. Ein paar Tage lang werden seine Schwester und er als interessante Neuerung fieberhaft empfangen — aber der Glanz des Neuen nutzt sich rasend schnell ab. Erst denken die Kinder aufgrund ihres Akzents, sie wären wohl mit dem Silberlöffel im Mund geboren worden, nur um sie als <i>asozial</i> und als <i> Freaks</i> abzukarten, als sie in der Nachbarschaft bekannter werden; vielleicht auch, nachdem sein Vater das erste Mal mit seinen Marionetten beim Puppenspiel auftritt. Ihr Zuhause wird als Flohzirkus bezeichnet, ihre lasche Erziehung als Störfaktor, die ungekämmten Haare als offene Beleidigung und Zeichen der Vernachlässigung — sie müssen erst mal in die Nachbarschaft reinwachsen, und das dauert. Klar, als sein Vater Maryam heiratet, werden sie zumindest von deren Verwandtschaft geduldet, aber bei manchen werden sie wohl immer anecken, fallen grundlegend aus dem Raster, sprengen das System.<br />
<br />
Murphy ist das irgendwie schon gewöhnt, aber in der ersten Zeit kostet es ihn dennoch Kraft, denn er will Frieden und Freunde und Zuneigung, genau wie alle anderen auch haben. In der Schule ist er trotz seiner Bemühungen eine Weile das liebste Opfer für gemeine Streiche — bis er sich erst mit Yasemin und über Yasemin mit Sydney anfreundet. Die beiden sind selbst Randgestalten, wenn auch aus anderen Gründen als er. Yasemin ist eine notorische Lügnerin (oder, wie sie je nach Laune behaupten würde: “Das war alles nur ein Sozialexperiment” oder “Ich befand mich in der ersten Phase der Entwicklung zu der Bühnenschauspielerin, die ich jetzt bin.”) und Sydney liebt es, zu diskutieren — er gibt immer erst dann auf, wenn er entweder als klarer Sieger hervorgeht oder eine köstliche Prügelei ausbricht.<br />
<br />
Plötzlich machen sie gefühlt alles zu dritt, wie als wären sie an den Gliedmaßen miteinander verschweißt. Nie wird Murphy wieder so eine herrliche Zeit erleben wie seine Schulzeit, denn um seine Noten macht er sich wenige Gedanken und sein ganzes Leben scheint lang und genüsslich vor ihm zu liegen, so voller ausschöpfbarer Möglichkeiten! Sowohl Yasemin als auch Sydney leben in gänzlich anderen Welten als er, aber davon will er nicht wirklich etwas wahrhaben. Beide verschleppt er regelmäßig an den Tisch der Bronsons, schleust sie in alle möglichen Familienaktivitäten und -feierlichkeiten ein. Sein erster Kuss ist mit Yasemin, aber das hält er vor Sydney geheim — warum, versteht er damals auch nicht wirklich, außer dass er Angst vor möglichen Eifersüchteleien hat oder davor, dass ihre Freundschaft auseinanderbrechen könnte.<br />
<br />
Diese massive Angst entpuppt sich erst nach ihrem Schulabschluss als berechtigt. Bereits auf dem Roadtrip nach Barcelona, den sie lang geplant und endlich in die Tat umgesetzt haben, krieselt es zwischen den dreien — es liegt etwas in der Luft, das verdächtig nach Gewitter schmeckt und von dem Murphy keine Ahnung hat, woher es kommt. Er versteht nicht, was plötzlich mit seinen besten Freunden los ist; für ihn fühlt es sich an, wie als würden sie etwas aushecken. Wie als würden sie planen, ihn einfach irgendwo auszusetzen und ohne ihn weiter zu fahren. Was sie natürlich nicht machen — viel schlimmer als das, scheinen sich Sydney und Yasemin einander anzunähern, selbst wenn Murphy das erst viel später begreift. Genau genommen <i>Jahre später erst</i>.<br />
<br />
Jahre, in denen er herumeiert und nicht weiß, was er mit seinem Leben anfangen soll. Zu viele Möglichkeiten stehen ihm offen, und keine davon schreit, dass er sich ihr voll und ganz widmen soll. Er ist ein <i>Jack of all trades, but master of none</i> wie er im Buche steht. Für eine Weile hält er es für eine gute Idee, wie sein Vater Geigenbauer zu werden, dann wiederum überlegt er, <i>irgendwas mit Musik</i> zu machen, aber letzten Endes fängt er nur viel an und bringt nie irgendetwas zu Ende. Auch in seinen Beziehungen geht es chaotisch zu — sie sind kurzweilig, hochintensiv und dann plötzlich todeslangweilig; beim kleinsten Problem türmt er lieber, stürzt sich in die nächste <i>neue große Liebe</i>. Und während alledem ist da noch die schwierige, komplexe Freundschaft zu Sydney und Yasemin.<br />
<br />
Irgendwie halten sie zusammen, auch wenn es mit der Zeit immer schwieriger und komplizierter wird. Selbst während der Jahre, die Yasemin Schauspiel in London studiert, strengen sie sich an und sehen einander regelmäßig. Murphy ist in ihrer Freundschaft so bemüht, wie als würde sein Leben davon abhängen. Am besten verstehen sie sich, wenn sie zu dritt sind — sind sie jedoch nur zu zweit, verschwimmen die Grenzen: dies gilt nicht nur für Murphy und Sydney, sondern auch für Sydney und Yasemin. Das wird Murphy selbst aber erst klar, als Yasemin 2014 zurück nach Manchester zieht und Knall auf Fall in einer Beziehung mit Sydney landet. Murphy scheint der Einzige in ihrem Umfeld zu sein, der das nicht hat kommen sehen. Und er reagiert … verdammt schlecht darauf. Um nicht zu sagen, dass er sich wahrhaftig zu reagieren weigert, einfach seine sieben Sachen packt und Manchester verlässt, um “sich selbst zu finden”. Niemals würde er offen zugeben, dass er die Vorstellung von Sydney und Yasemin zusammen einfach nicht erträgt, dass er sich ausgeschlossen und an der Nase herumgeführt fühlt, dass er seine besten Freunde damit glaubt verloren zu haben und zugleich nicht nur gekränktes Ego, sondern auch ein gebrochenes Herz davonträgt.<br />
<br />
Nein, er befindet sich nur auf einem Selbstfindungstrip quer durch Europa. Er hält sich auf seinen Reisen durch (vornehmlich Süd-)Europa mit Jobs in der Gastronomie über Wasser. Er arbeitet als Gemüselieferant, als Tellerwäscher, als (verflucht schlechter) Kellner, noch schlechterer Barkeeper und irgendwann als Praktikant in der Küche, der kaum was verdient aber sich zig Verbrennungen zuzieht, und schließlich als Hilfskoch. In die Lehre geht er nirgends, denn er bleibt nie sonderlich lang. Murphy hat noch immer nicht dazugelernt, er nimmt weiterhin reißaus, sobald es zu heiß unter seinen Sohlen oder seinem Hintern wird. Dabei entwickelt er auf seiner kuriosen Reise nicht nur ein schreckliches Heimweh, das ihm die Nächte raubt, sondern verliebt sich auch in die Welt des Essens — er liebt den Stress in der Küche, die klare Hierarchie und das grobschnäuzige Miteinander; er liebt es, dass in der Küche niemand Privatsphäre hat und alle alles miteinander teilen. Er lernt die harte Arbeit zu lieben, obwohl er zuvor nie ein harter Arbeiter gewesen ist, sondern ein Schlemmer, ein Genießer, einer der sich einen Sonnenbrand holt, weil er voller Wonne am Strand einschläft, und der selbst den letzten Bus verpasst und nach Hause laufen muss, weil er zu viel beim Laufen zur Haltestelle geträumt hat.<br />
<br />
Seine Reisen finden jedoch ein abruptes Ende, als Yasemin mit Lupus diagnostiziert wird. Ihre jahrelange Leidensgeschichte hat er, der durch Europa getingelt ist, nicht mitbekommen — auch wenn sie hin und wieder in Kontakt gestanden haben. Auch nachdem Murphy erfahren hat, dass Sydney und Yasemin schon nach wenigen Monaten Beziehung wieder getrennte Wege gegangen sind, ist er nicht nach Manchester zurückgekehrt. Fast zwei Jahre mussten ins Land ziehen, und dann ist es doch erst die Diagnose Yasemins, die ihn wieder dauerhaft nach Hause lockt. Er zieht erst zu seinen Eltern nach Oldham, doch dann quartiert er sich bei Yasemin in China Town ein, um ihr eine Hilfe während der Zeit sein zu können, die sie quasi tagtäglich im Krankenhaus verbringt, auf Medikamente eingestellt wird und ihr Leben zu leben versucht.<br />
<br />
Sonderlich beliebt macht er sich damit vor allem nicht bei Sydney, der ihm, vermutlich mehr noch als Yasemin, sein Abhauen übel nimmt. Dass Murphy sich schuldig fühlt und Besserung gelobt, führt leider zu nichts, eher zu nur noch mehr Streit, dem Murphy diesmal aber nicht aus dem Weg zu gehen versucht. Zum ersten Mal in seinem Leben scheint er das Rückgrat gefunden zu haben, zu bleiben — selbst, wenn Sydney ihn nicht haben will und selbst Yasemin ihn manchmal beäugt, wie als würde sie jeden Augenblick erwarten, dass er wieder die Beine in die Hand nimmt und verschwindet. Stattdessen fängt Murphy eine Ausbildung in der Gastronomie an. Er will Koch werden, auch wenn er gnadenlos unterschätzt, wie viel Zeit und Kraft die Küche auffrisst, und selbst wenn er tierische Angst hat, auch das noch zu vermasseln.<br />
<br />
</div></div></div></div><div class="diamfacts"><fact>murphy bronson</fact> <fact>27 years</fact> <fact>chef apprentice</fact> <fact2>mike faist,</fact2><fact2>chuls</fact2></div></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[</font></style><link href="https://api.fontshare.com/css?f[]=satoshi@400,401,700,701&display=swap" rel="stylesheet"><link rel="preconnect" href="https://fonts.googleapis.com"><link rel="preconnect" href="https://fonts.gstatic.com" crossorigin><link href="https://fonts.googleapis.com/css2?family=Playfair+Display:ital,wght@0,400;0,700;1,400;1,700&display=swap" rel="stylesheet"><style type="text/css"> /*<br />
<br />
DER CODE STAMMT VON fare thee well AUS DEM storming-gates.de<br />
<br />
*/ #diam { box-sizing: border-box; width: 550px; background: #ffffff; margin: 0 auto; } /*<br />
<br />
*/ .pattern { box-sizing: border-box; width: 550px; background-image: url('https://finlievision.de/finch/sg-templates/g67zdrpgdhi4t.png'); margin: 0 auto; } /*<br />
<br />
*/ .patternfarbe { box-sizing: border-box; width: 550px; margin: 0 auto; text-align: center; padding: 50px; background: rgba(249, 194, 182, 0.5); } /*<br />
<br />
*/ .diambox { box-sizing: border-box; width: 450px; border: #ffffff solid 1px; margin: 0 auto; padding-top: 5px; padding-bottom: 5px; } /*<br />
<br />
*/ .diamboxin { box-sizing: border-box; width: calc(100% - 10px); background: #ffffff; margin: 0 auto; padding: 20px; text-align: justify; color: #232323; font-size: 13px; font-weight: bold; line-height: 20px; font-family: 'Satoshi', sans-serif; } .diamboxin b { font-size: 11px; letter-spacing: 2px; color: #f9c2b6; text-transform: uppercase; font-family: 'Playfair Display', serif; } .diamboxin i { padding-bottom: 3px; border-bottom: #f9c2b6 solid 1px; font-family: 'Playfair Display', serif; font-size: 12px; font-weight: normal; letter-spacing: 2px; } /*<br />
<br />
*/ .diamdivider { box-sizing: border-box; width: 550px; height: 25px; background: #ffffff; margin: 0 auto; } /*<br />
<br />
*/ .diamfam { box-sizing: border-box; margin: 0 auto; width: 550px; padding-left: 50px; padding-right: 50px; padding-bottom: 50px; padding-top: 30px; background: #232323; color: #ffffff; font-size: 13px; font-weight: bold; line-height: 20px; font-family: 'Satoshi', sans-serif; text-align: justify; } .diamfam b { font-size: 11px; letter-spacing: 2px; color: #f9c2b6; text-transform: uppercase; font-family: 'Playfair Display', serif; } .diamfam i { padding-bottom: 3px; border-bottom: #f9c2b6 solid 1px; font-family: 'Playfair Display', serif; font-size: 12px; font-weight: normal; letter-spacing: 2px; }  /*<br />
<br />
*/ .diamimg { object-fit: cover; filter: grayscale(100%); } /*<br />
<br />
*/ .diamimg img { clip-path: polygon(50% 0%, 100% 50%, 50% 100%, 0% 50%); } .diamimg { clip-path: polygon(50% 0%, 100% 50%, 50% 100%, 0% 50%); width: 75px; height: 75px; margin-top: -50px; margin: 0 auto; } /*<br />
<br />
*/ .diamh { box-sizing: border-box; width: 550px; height: 250px; background: url('https://i.imgur.com/YyA12NF.png'); object-fit: cover; margin: 0 auto; padding: 15px;} .diamh .hover { box-sizing: border-box; width: 520px; height: 220px; background: #ffffff; padding: 20px; text-align: justify; color: #232323; font-size: 10px; font-weight: bold; line-height: 20px; font-family: 'Satoshi', sans-serif; opacity: 0; transition: 1.5s; margin: 0 auto; text-transform: uppercase; overflow: auto; } .diamh .hover b { font-size: 8px; letter-spacing: 2px; color: #f9c2b6; text-transform: uppercase; font-family: 'Playfair Display', serif; } .diamh .hover i { padding-bottom: 3px; border-bottom: #f9c2b6 solid 1px; font-family: 'Playfair Display', serif; font-size: 9px; font-weight: normal; letter-spacing: 2px; } .diamh:hover .hover { opacity: 0.9; transition: 1.5s; } /*<br />
<br />
*/ .diamfacts { box-sizing: border-box; width: 550px; padding: 20px; text-align: center; background: #ffffff; font-size: 8px; } .diamfacts fact { background: #f9c2b6; color: #ffffff; padding: 4px; font-size: 9px; font-weight: bold; letter-spacing: 1px; text-transform: uppercase; font-family: 'Satoshi', sans-serif; } .diamfacts fact2 { padding: 4px; color: #232323; font-size: 8px; font-weight: bold; letter-spacing: 1px; text-transform: lowercase; font-family: 'Playfair Display', serif; font-style: italic; } /*<br />
<br />
</style><div id="diam"><div class="pattern"><div class="patternfarbe"><div class="diambox"><div class="diamboxin">Für jemanden, der immer unbedingt alles richtig machen möchte, macht <i>Murphy Bronson</i> eine Menge falsch. Nachdem er jahrelang beruflich durch die Gegend geeiert ist, ohne sich für einen klaren Lebensweg zu entscheiden, hat er sich zwar endlich für eine Leidenschaft — das <i>Kochen</i> — entscheiden können, aber geerdeter wirkt der <i>27-Jährige</i> trotzdem nicht. Er ist ein Mann, dem ständig die Sohlen brennen. Da mag er sich mit noch so großer Leidenschaft (oder Manie, kommt drauf an, wen man fragt) in seine Ausbildung im <i>Trou Normand</i> stürzen, für seine engsten Freunde wird er trotzdem immer der Kerl bleiben, der alle Zelte abbricht und türmt, wenn ihm eine fixe Idee in den Kopf kommt oder sich Probleme anbahnen oder ihm zu Hause auch nur die Decke auf den Kopf fällt.<br />
Als zuverlässig hätte ihn früher niemand beschrieben; aber seit er zurück in Manchester ist, scheint er ein neues Kapitel aufschlagen zu wollen. Sozial war er schon immer ein sanfter, aufrichtiger Charmeur mit spitzbübischem Charme, der irgendwie mit allen zurechtkommt und die Menschen um sich zu scharen weiß — aber man sagt ihm auch nach, er sei rückgratlos, nicht durchsetzungfähig und so sprunghaft, dass man ein schöner Idiot wäre, sich auf ihn zu verlassen.<br />
Mittlerweile versucht er sich viel eher der Verantwortung zu stellen und nicht nur beruflich seinen Weg zu finden, sondern auch seine Beziehung zu seinen besten Freunden wieder zu kitten, auch wenn sich das alles als nicht so einfach herausstellt, wie er sich das (in seiner bodenlosen Naivität) vorgestellt hat.</div></div></div></div><div class="diamdivider"></div><div class="diamfam"><center><table border=0><tr><td><div class="diamimg"><img src="https://64.media.tumblr.com/1156977e4312293e5508fdb66d52be1b/df4217eb26dea3df-f6/s540x810/40ba2cd3f67a32d889aeff178946979a5a7d7d75.gif" class="diamimg"></div></td><td width=5></td><td><div class="diamimg"><img src="https://64.media.tumblr.com/521a7686e628a875abe0bb7109b5e731/df4217eb26dea3df-ee/s540x810/56abbaa48dbac065a9487c96720d202e5e645710.gif" class="diamimg"></div></td><td width=5></td><td><div class="diamimg"><img src="https://64.media.tumblr.com/6c13edc35ef498fc44cf62f2a362911d/df4217eb26dea3df-69/s540x810/9b74f44227619bbfd155f2cf4eb70d9042068b46.gif" class="diamimg"></div></td></tr></table></center><br />
<br />
Murphy stammt ursprünglich aus London, und das hört man ihm auch an — denn den, oft als <i>posh</i> abgekanzelten, Akzent hat er, obwohl er mit dreizehn Jahren von London nach Manchester umzieht, noch immer nicht abgelegt. Er ist <i>Scheidungskind</i>: seine Mutter bleibt nach der Trennung von seinem Vater in London, während Murphy, und dessen jüngere Schwester <i>Porter</i>, mit dem Papa nach <i>Manchester</i> umsiedeln. Mitspracherecht haben die Kinder dabei keins. In Manchester dauert es auch gar nicht so lang, bis sein Vater neu heiratet und Murphy noch mehr Stief- und Halbgeschwister bekommt. Er wächst in einer kunterbunten Patchwork-Familie auf, deren Verwandtschaft sich nicht nur über Manchester und London, sondern weite Teile Europas erstreckt.<br />
Die Bronsons sind ein schrecklich chaotischer Haufen, eine selbst deklarierte <i>Ansammlung von Kuriositäten</i>. Ob exzentrischer Kunstfälscher, stinknormaler Klempner, Bühnenbildner, Akademiker, professioneller Clown, Radio Host oder Trapezkünstler — in Murphys weit verstreuter aber eng geknüpfter Familie sind etwaige Talente und ein Haufen unterschiedlicher Lebenswege vertreten.<br />
<br />
Er wächst inmitten dieses Chaos’ auf, fängt im Laufe seines Lebens bestimmt zig Hobbies an und lernt im Laufe dessen leider nie, irgendetwas zu priorisieren. Als Kind ist das noch keine große Sache: er darf überall mal reinschnuppern. Möglichkeiten gibt es unendlich viele, denn die Bronsons und die weiteren Verzweigungen der Familie, die durch die Hochzeit des Vaters mit <b>Maryam Marwazi</b> noch komplizierter geworden sind, sind in Oldham gut vernetzt und in der Gemeinschaft etabliert. Die <i>Sippe</i> ist nachbarschaftlich und weltoffen, und es ist nicht ungewöhnlich, dass man am Abendbrottisch der Bronsons nicht nur die eigenen Kinder aus (zusammengerechnet) drei Ehen wiederfindet, sondern auch ein paar aufgesammelte Freunde aus der Nachbarschaft, den Priester, der vom Vater vollgeschwafelt wird, und die nette rotwangige "Tante" (ohne echte Blutsverwandtschaft), die in ihrer Handtasche nicht nur Schokolade zum Verteilen mit sich herumträgt, sondern auch einen Flachmann versteckt, an dem sie hin und wieder nuckelt.<br />
<br />
Die Bronsons sind in der Nachbarschaft für ihre immer offene Tür berühmt-berüchtigt, aber man verpönt sie auch dafür, dass die Kinder allesamt einen Freifahrtsschein vom Vater ausgestellt bekommen haben. Die fehlende Aufsicht und das rege Treiben im Haus sorgen über die Jahre hinweg für viel Freude aber auch Chaos, ebenso wie für den einen oder anderen folgenschweren Unfall. Wie zum Beispiel den Sturz gegen einen Heizkörper, von dem Murphys jüngere Schwester Porter noch immer eine blasse Narbe an der Lippe geblieben ist, die sie in jungen Jahren stolz vergleicht mit Murphys rosafarbener Keloidnarbe am Unterarm, die sich herausbildete, nachdem der damals Vierjährige sich eine Brandwurde zuzog (er wollte in Eigenregie Würstchen braten).<br />
<br />
Nicht nur hat Murphy eine Menge Halbgeschwister, sondern mit dem Einheiraten in die Familie Marwazi kommen auch noch eine Menge Cousins, Cousinen, Onkel, Tanten und natürlich Großeltern, Großonkel, Großcousins/Großcousinen und endlose Reihen an Angeheirateten hinzu ... den genauen Überblick hat niemand. In den (ja, Mehrzahl) Familien-WhatsApp-Gruppen geht es hoch her, und auch auf Familienfeiern wird es niemals langweilig, was natürlich auch mit einer Menge Konflikt einhergeht.<br />
Murphy selbst ist in seinem Teil der Familie vor allem eines: der Friedensstifter. Er mag es gerne laut aber liebevoll, und wenn tatsächlich mal Streit ausbricht, will er immer am liebsten alle zwingen, sich wieder zu versöhnen. Vielleicht hat er deshalb ein derartiges Faible für Mahlzeiten, denn an die Essensrituale in seiner Familie hat er die allerbesten Erinnerungen — zu Tisch finden bei den Bronsons nämlich nicht nur die größten Streits, sondern auch die prächtigsten Versöhnungen statt.<br />
<br />
</div><div class="diamh"><div class="hover">
bisexuell <b>#</b> naiv <b>#</b> herzlich <b>#</b> spitzbübisch<b>#</b> sprunghaft <b>#</b> orientierungslos <b>#</b> treu aber unzuverlässig <b>#</b> harmoniesüchtig <b>#</b> gesellig <b>#</b> gefallsüchtig <b>#</b> entscheidungsunfreudig <b>#</b> tüchtig <b>#</b> insomniac <b>#</b> erstaunlich unsensibel <b>#</b> sanft <b>#</b> konfrontationsscheu <b>#</b> selbstgerecht <b>#</b> engagiert <b>#</b> nachgiebig <b>#</b> großzügig <b>#</b> unaufrichtig <b>#</b> bemüht <b>#</b> erlebnishungrig<br />
<br />
leidenschaftlicher Radfahrer <b>#</b> liebt Kräutergärten und Straßenfeste und den Geruch von Sonnenmilch <b>#</b> Chorsänger <b>#</b> Sommerkind <b>#</b> geht gerne FKK baden und solo campen <b>#</b> läuft gerne barfuß <b>#</b> hat drei Meerschweinchen namens Pippi, Annika und Tommy <b>#</b> ein Schleckermaul <b>#</b> hält regelmäßig sein FriendsBBQ ab <b>#</b> ein Naturbursche </div></div><div class="pattern"><div class="patternfarbe"><div class="diambox"><div class="diamboxin"><b>Persönlicher Lebensweg</b> Murphys <i>Harmoniesucht</i> ist keinesfalls angeboren. Vor der Scheidung seiner Eltern hat er genauso viel Unfug gemacht wie Porter, die nach der Scheidung anfängt, systematisch und vehement zu rebellieren — selbst gegen einen Haushalt, der ihr genau genommen nur wenig verbietet.<br />
<br />
Murphy kennt das nur zur Genüge, dieses Austesten von Grenzen — in London macht er das ohne Unterlass, nur dass ihn sein engelshaft blondgelocktes Haar und sein zum Schmelzen schönes, schelmisches Grinsen stets vor Strafe schützt. Die plötzliche Trennung seiner Eltern trifft ihn jedoch unvorbereitet — denn zwischen den Eheleuten gibt es weder sichtbaren Zwist noch lauten Streit. Als sie sich trennen, trennen sie sich scheinbar einvernehmlich und als geschlossene Front. Ihre Begründung ist, dass sie sich nicht mehr auf die gleiche Weise lieben wie früher und getrennte Wege gehen wollen.<br />
<br />
Für einen knapp Zehnjährigen ist dies keine nachvollziehbare Erklärung, aber dagegen argumentieren kann er auch nicht. Er wird jedoch aufmerksamer, in sich gekehrter, und macht sich regelrecht manisch auf die Suche nach möglichen Anzeichen für Bruchstellen im Gefüge der eigenen Familie. Mit der Zeit erkennt er die unterschwelligen Spannungen, die er früher übersehen hat, und sie jagen ihm Angst ein. Er erkennt lange vor Porter, dass der erzwungene Frieden seiner Eltern eine Unmenge an Schmerz verschleiert, damit die Kinder davon nichts mitbekommen. Er glaubt lange Zeit, vielleicht sogar noch bis heute, dass der Grund für die Scheidung seiner Eltern er selbst ist — oder eher: sie Kinder sind es. Als sie nach der Scheidung zwei Jahre später mit dem Vater, der das alleinige Sorgerecht erhält, nach Manchester ziehen, bestätigt dies Murphy nur in seinen Annahmen.<br />
<br />
Trotz oder vielleicht auch <i>wegen</i> der aufregenden Veränderungen innerhalb der Familie, die nach dem Umzug nach Manchester eintreten und für eine Menge Wirbel sorgen, tut Murphy sich in seinem ersten Jahr in der neuen Stadt schwer. Nicht nur ist ihm die Nachbarschaft in Oldham fremd und die neue Realität nicht unbedingt das, was er sich ausgemalt hat, sondern auch fremdeln die Gleichaltrigen mit ihm. Ein paar Tage lang werden seine Schwester und er als interessante Neuerung fieberhaft empfangen — aber der Glanz des Neuen nutzt sich rasend schnell ab. Erst denken die Kinder aufgrund ihres Akzents, sie wären wohl mit dem Silberlöffel im Mund geboren worden, nur um sie als <i>asozial</i> und als <i> Freaks</i> abzukarten, als sie in der Nachbarschaft bekannter werden; vielleicht auch, nachdem sein Vater das erste Mal mit seinen Marionetten beim Puppenspiel auftritt. Ihr Zuhause wird als Flohzirkus bezeichnet, ihre lasche Erziehung als Störfaktor, die ungekämmten Haare als offene Beleidigung und Zeichen der Vernachlässigung — sie müssen erst mal in die Nachbarschaft reinwachsen, und das dauert. Klar, als sein Vater Maryam heiratet, werden sie zumindest von deren Verwandtschaft geduldet, aber bei manchen werden sie wohl immer anecken, fallen grundlegend aus dem Raster, sprengen das System.<br />
<br />
Murphy ist das irgendwie schon gewöhnt, aber in der ersten Zeit kostet es ihn dennoch Kraft, denn er will Frieden und Freunde und Zuneigung, genau wie alle anderen auch haben. In der Schule ist er trotz seiner Bemühungen eine Weile das liebste Opfer für gemeine Streiche — bis er sich erst mit Yasemin und über Yasemin mit Sydney anfreundet. Die beiden sind selbst Randgestalten, wenn auch aus anderen Gründen als er. Yasemin ist eine notorische Lügnerin (oder, wie sie je nach Laune behaupten würde: “Das war alles nur ein Sozialexperiment” oder “Ich befand mich in der ersten Phase der Entwicklung zu der Bühnenschauspielerin, die ich jetzt bin.”) und Sydney liebt es, zu diskutieren — er gibt immer erst dann auf, wenn er entweder als klarer Sieger hervorgeht oder eine köstliche Prügelei ausbricht.<br />
<br />
Plötzlich machen sie gefühlt alles zu dritt, wie als wären sie an den Gliedmaßen miteinander verschweißt. Nie wird Murphy wieder so eine herrliche Zeit erleben wie seine Schulzeit, denn um seine Noten macht er sich wenige Gedanken und sein ganzes Leben scheint lang und genüsslich vor ihm zu liegen, so voller ausschöpfbarer Möglichkeiten! Sowohl Yasemin als auch Sydney leben in gänzlich anderen Welten als er, aber davon will er nicht wirklich etwas wahrhaben. Beide verschleppt er regelmäßig an den Tisch der Bronsons, schleust sie in alle möglichen Familienaktivitäten und -feierlichkeiten ein. Sein erster Kuss ist mit Yasemin, aber das hält er vor Sydney geheim — warum, versteht er damals auch nicht wirklich, außer dass er Angst vor möglichen Eifersüchteleien hat oder davor, dass ihre Freundschaft auseinanderbrechen könnte.<br />
<br />
Diese massive Angst entpuppt sich erst nach ihrem Schulabschluss als berechtigt. Bereits auf dem Roadtrip nach Barcelona, den sie lang geplant und endlich in die Tat umgesetzt haben, krieselt es zwischen den dreien — es liegt etwas in der Luft, das verdächtig nach Gewitter schmeckt und von dem Murphy keine Ahnung hat, woher es kommt. Er versteht nicht, was plötzlich mit seinen besten Freunden los ist; für ihn fühlt es sich an, wie als würden sie etwas aushecken. Wie als würden sie planen, ihn einfach irgendwo auszusetzen und ohne ihn weiter zu fahren. Was sie natürlich nicht machen — viel schlimmer als das, scheinen sich Sydney und Yasemin einander anzunähern, selbst wenn Murphy das erst viel später begreift. Genau genommen <i>Jahre später erst</i>.<br />
<br />
Jahre, in denen er herumeiert und nicht weiß, was er mit seinem Leben anfangen soll. Zu viele Möglichkeiten stehen ihm offen, und keine davon schreit, dass er sich ihr voll und ganz widmen soll. Er ist ein <i>Jack of all trades, but master of none</i> wie er im Buche steht. Für eine Weile hält er es für eine gute Idee, wie sein Vater Geigenbauer zu werden, dann wiederum überlegt er, <i>irgendwas mit Musik</i> zu machen, aber letzten Endes fängt er nur viel an und bringt nie irgendetwas zu Ende. Auch in seinen Beziehungen geht es chaotisch zu — sie sind kurzweilig, hochintensiv und dann plötzlich todeslangweilig; beim kleinsten Problem türmt er lieber, stürzt sich in die nächste <i>neue große Liebe</i>. Und während alledem ist da noch die schwierige, komplexe Freundschaft zu Sydney und Yasemin.<br />
<br />
Irgendwie halten sie zusammen, auch wenn es mit der Zeit immer schwieriger und komplizierter wird. Selbst während der Jahre, die Yasemin Schauspiel in London studiert, strengen sie sich an und sehen einander regelmäßig. Murphy ist in ihrer Freundschaft so bemüht, wie als würde sein Leben davon abhängen. Am besten verstehen sie sich, wenn sie zu dritt sind — sind sie jedoch nur zu zweit, verschwimmen die Grenzen: dies gilt nicht nur für Murphy und Sydney, sondern auch für Sydney und Yasemin. Das wird Murphy selbst aber erst klar, als Yasemin 2014 zurück nach Manchester zieht und Knall auf Fall in einer Beziehung mit Sydney landet. Murphy scheint der Einzige in ihrem Umfeld zu sein, der das nicht hat kommen sehen. Und er reagiert … verdammt schlecht darauf. Um nicht zu sagen, dass er sich wahrhaftig zu reagieren weigert, einfach seine sieben Sachen packt und Manchester verlässt, um “sich selbst zu finden”. Niemals würde er offen zugeben, dass er die Vorstellung von Sydney und Yasemin zusammen einfach nicht erträgt, dass er sich ausgeschlossen und an der Nase herumgeführt fühlt, dass er seine besten Freunde damit glaubt verloren zu haben und zugleich nicht nur gekränktes Ego, sondern auch ein gebrochenes Herz davonträgt.<br />
<br />
Nein, er befindet sich nur auf einem Selbstfindungstrip quer durch Europa. Er hält sich auf seinen Reisen durch (vornehmlich Süd-)Europa mit Jobs in der Gastronomie über Wasser. Er arbeitet als Gemüselieferant, als Tellerwäscher, als (verflucht schlechter) Kellner, noch schlechterer Barkeeper und irgendwann als Praktikant in der Küche, der kaum was verdient aber sich zig Verbrennungen zuzieht, und schließlich als Hilfskoch. In die Lehre geht er nirgends, denn er bleibt nie sonderlich lang. Murphy hat noch immer nicht dazugelernt, er nimmt weiterhin reißaus, sobald es zu heiß unter seinen Sohlen oder seinem Hintern wird. Dabei entwickelt er auf seiner kuriosen Reise nicht nur ein schreckliches Heimweh, das ihm die Nächte raubt, sondern verliebt sich auch in die Welt des Essens — er liebt den Stress in der Küche, die klare Hierarchie und das grobschnäuzige Miteinander; er liebt es, dass in der Küche niemand Privatsphäre hat und alle alles miteinander teilen. Er lernt die harte Arbeit zu lieben, obwohl er zuvor nie ein harter Arbeiter gewesen ist, sondern ein Schlemmer, ein Genießer, einer der sich einen Sonnenbrand holt, weil er voller Wonne am Strand einschläft, und der selbst den letzten Bus verpasst und nach Hause laufen muss, weil er zu viel beim Laufen zur Haltestelle geträumt hat.<br />
<br />
Seine Reisen finden jedoch ein abruptes Ende, als Yasemin mit Lupus diagnostiziert wird. Ihre jahrelange Leidensgeschichte hat er, der durch Europa getingelt ist, nicht mitbekommen — auch wenn sie hin und wieder in Kontakt gestanden haben. Auch nachdem Murphy erfahren hat, dass Sydney und Yasemin schon nach wenigen Monaten Beziehung wieder getrennte Wege gegangen sind, ist er nicht nach Manchester zurückgekehrt. Fast zwei Jahre mussten ins Land ziehen, und dann ist es doch erst die Diagnose Yasemins, die ihn wieder dauerhaft nach Hause lockt. Er zieht erst zu seinen Eltern nach Oldham, doch dann quartiert er sich bei Yasemin in China Town ein, um ihr eine Hilfe während der Zeit sein zu können, die sie quasi tagtäglich im Krankenhaus verbringt, auf Medikamente eingestellt wird und ihr Leben zu leben versucht.<br />
<br />
Sonderlich beliebt macht er sich damit vor allem nicht bei Sydney, der ihm, vermutlich mehr noch als Yasemin, sein Abhauen übel nimmt. Dass Murphy sich schuldig fühlt und Besserung gelobt, führt leider zu nichts, eher zu nur noch mehr Streit, dem Murphy diesmal aber nicht aus dem Weg zu gehen versucht. Zum ersten Mal in seinem Leben scheint er das Rückgrat gefunden zu haben, zu bleiben — selbst, wenn Sydney ihn nicht haben will und selbst Yasemin ihn manchmal beäugt, wie als würde sie jeden Augenblick erwarten, dass er wieder die Beine in die Hand nimmt und verschwindet. Stattdessen fängt Murphy eine Ausbildung in der Gastronomie an. Er will Koch werden, auch wenn er gnadenlos unterschätzt, wie viel Zeit und Kraft die Küche auffrisst, und selbst wenn er tierische Angst hat, auch das noch zu vermasseln.<br />
<br />
</div></div></div></div><div class="diamfacts"><fact>murphy bronson</fact> <fact>27 years</fact> <fact>chef apprentice</fact> <fact2>mike faist,</fact2><fact2>chuls</fact2></div></div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[and like a deer in the headlights, I meet my fate]]></title>
			<link>https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2676</link>
			<pubDate>Sat, 06 Jun 2026 20:20:31 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.losttheplot.de/member.php?action=profile&uid=568">Lucas Ramsay</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2676</guid>
			<description><![CDATA[Ein Tag wie jeder andere. Über Manchester hing seit vier Tagen schon wieder die gleiche graue Suppe wie immer. Mit Regen hatte er kein Problem, war ja nicht so, als hätte es den weiter Norden nicht gegeben, aber dieser latente Nieselregen ging ihm so dermaßen auf den Piss, dass es nicht mal die drückende Luft brauchte, um ihm Kopfschmerzen zu bereiten. Zwei-drei Tropfen, dann verzog sich der drohende Schauer auch wieder, als hätten ihm seine Sinne einen Streich gespielt. Jetzt hockte er in der Karre und konnte ohne Scheibenwischer nichts sehen, aber für den Scheibenwischer war auch zu wenig los, man wollte ihn aktiv verarschen. <br />
Ungeduldig trommelte Luke mit den Fingern aufs Lenkrad und starrte die rote Ampel an. Die letzte Phase hätte er gepackt, wär die Tusse vor ihm nicht drei Sekunden lang panisch in den Ring mit Kupplung und Gangschaltung gestiegen und hätte den Wagen beim Anfahren gleich zweimal abgewürgt. Musste man auch erstmal schaffen. Die Leistung hatte er natürlich umgehend mit einem beherzten Hupen quittiert (sozusagen Applaus). Jetzt hockte er hier weitere 90 Sekunden an der gnadenlosesten Ampel, als wär Manchester nicht ohnehin die langsamste Stadt jemals. 30 Minuten für nicht mal drei Meilen, weil irgendein Affe im City Council beschlossen hatte, die halbe Stadt gleichzeitig aufzureißen. Luke warf seine Wasserflasche auf den Beifahrersitz und hupte als freundliche Erinnerung schon als die Ampel noch auf Orange stand. Na ging doch.<br />
<br />
Wie üblich stellte Luke den Dienstwagen dort ab, wo er eigentlich nicht stehen durfte, weil sich die Zettelritter erstmal trauen mussten, einem Polizeiauto ein Knöllchen zu verpassen (fand er). Würde bestimmt auch nicht lange brauchen, hoffte er insgeheim und sahs gleichzeitig nicht ein, so lange im Stau gestanden zu haben, nur um einem Pfaffen drei Fragen zu stellen. Da sprach er ja persönlich sogar lieber mit Junkies und Oldham'schen Straßenproleten — die waren wenigstens ehrlich in ihrer Sprache. Ne, hier hatte keiner eine komische Beziehung zum katholischen Glauben, aber da leistete ihm der Pater sicher liebend gerne Seelsorge (ha-ha).<br />
Luke kniff die Augen zusammen und sah einen Moment an der Kirchenfassade hoch, bevor er zur Tür des Pfarrhaus schlurfte und dort klingelte. Die Beichtzeiten hatte er knapp verpasst, was ein Jammer, seine Seele würde ewig verdammen (oh nein).]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Ein Tag wie jeder andere. Über Manchester hing seit vier Tagen schon wieder die gleiche graue Suppe wie immer. Mit Regen hatte er kein Problem, war ja nicht so, als hätte es den weiter Norden nicht gegeben, aber dieser latente Nieselregen ging ihm so dermaßen auf den Piss, dass es nicht mal die drückende Luft brauchte, um ihm Kopfschmerzen zu bereiten. Zwei-drei Tropfen, dann verzog sich der drohende Schauer auch wieder, als hätten ihm seine Sinne einen Streich gespielt. Jetzt hockte er in der Karre und konnte ohne Scheibenwischer nichts sehen, aber für den Scheibenwischer war auch zu wenig los, man wollte ihn aktiv verarschen. <br />
Ungeduldig trommelte Luke mit den Fingern aufs Lenkrad und starrte die rote Ampel an. Die letzte Phase hätte er gepackt, wär die Tusse vor ihm nicht drei Sekunden lang panisch in den Ring mit Kupplung und Gangschaltung gestiegen und hätte den Wagen beim Anfahren gleich zweimal abgewürgt. Musste man auch erstmal schaffen. Die Leistung hatte er natürlich umgehend mit einem beherzten Hupen quittiert (sozusagen Applaus). Jetzt hockte er hier weitere 90 Sekunden an der gnadenlosesten Ampel, als wär Manchester nicht ohnehin die langsamste Stadt jemals. 30 Minuten für nicht mal drei Meilen, weil irgendein Affe im City Council beschlossen hatte, die halbe Stadt gleichzeitig aufzureißen. Luke warf seine Wasserflasche auf den Beifahrersitz und hupte als freundliche Erinnerung schon als die Ampel noch auf Orange stand. Na ging doch.<br />
<br />
Wie üblich stellte Luke den Dienstwagen dort ab, wo er eigentlich nicht stehen durfte, weil sich die Zettelritter erstmal trauen mussten, einem Polizeiauto ein Knöllchen zu verpassen (fand er). Würde bestimmt auch nicht lange brauchen, hoffte er insgeheim und sahs gleichzeitig nicht ein, so lange im Stau gestanden zu haben, nur um einem Pfaffen drei Fragen zu stellen. Da sprach er ja persönlich sogar lieber mit Junkies und Oldham'schen Straßenproleten — die waren wenigstens ehrlich in ihrer Sprache. Ne, hier hatte keiner eine komische Beziehung zum katholischen Glauben, aber da leistete ihm der Pater sicher liebend gerne Seelsorge (ha-ha).<br />
Luke kniff die Augen zusammen und sah einen Moment an der Kirchenfassade hoch, bevor er zur Tür des Pfarrhaus schlurfte und dort klingelte. Die Beichtzeiten hatte er knapp verpasst, was ein Jammer, seine Seele würde ewig verdammen (oh nein).]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[oh my God I just keep accidentally smoking another cigarette]]></title>
			<link>https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2673</link>
			<pubDate>Fri, 29 May 2026 22:02:35 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.losttheplot.de/member.php?action=profile&uid=541">Sookie Moon</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2673</guid>
			<description><![CDATA[<i>Was ein Tag</i> — dachte sich Sookie so ziemlich am Ende von jedem Arbeitstag, weil das so ein schönes Argument für Substanzmissbrauch war. Nein, Spaß, so ein kleines Gläschen Gin, ein spärlich-schmaler Joint, das ließ sich alles unter <i>Selbstfürsorge</i> verbuchen. Außerdem sollte sie erstmal die Kippen aus ihrem Leben streichen, bevor sie in den Kampf mit allem darüber hinaus ging (und da das nun wirklich absolut überhaupt gar nicht auf ihrer To-Do-Liste stand, konnte sie sich den Rest eigentlich auch direkt wieder sparen, hach schön, so einfach wars!).<br />
<br />
Apropos <i>Kippe</i>, es wäre ein wirklich trostloser Arbeitstag ohne den obligatorischen Abstecher zu ihrem liebsten Raucherpausen-Kumpanen. Sookie stopfte ihr Skript irgendwo zwischen Löffel und Notizblock in den Rucksack und schlenderte mit diesem ruhigen Kribbeln in der Magengegend Richtung Werkstatt. Vielleicht war er auch schon gegangen, hach bitte nicht. Glück gehabt: Da stand er, wie immer, zwischen Kabeln, Werkzeug und Holzpanelen, die ihr schon beim anschauen Splitter in die armen Fingerchen drückten. Ein winziges Grinsen huschte über ihre Lippen und Sookie richtete zur Kontrolle nochmal ihre Haare. Mit einer Selbstverständlichkeit lehnte sie sich gegen den Kleiderschrank aus <i>Hedda Gabler</i>, der die letzten Proben nicht unbeschadet überstanden hatte und jetzt leicht schief im Raum stand (wenn er auseinanderbrach musste er leider einen Hechtsprung nach vorne machen und sie (romantisch) auffangen!!). <b>"<i>'Sich anziehen'</i>, spanisch, acht Buchstaben"</b>, warf sie einen der fehlenden Hinweise des heutigen Kreuzworträtsels in den Raum, ohne ihren work husband (oder sollte sie sagen: <i>marido del trabajo</i>) zu begrüßen. <b>"Irgendwas mit -irse?"</b>, wusste sie  wenigstens und hoffte ja echt jedes Mal, mit ihrem minimalen Spanisch irgendwie Anerkennung bei ihm zu schinden. <br />
<br />
Sookie schob den Rucksack von ihren Schultern und ließ ihn gegen die Werkbank sinken, bevor sie sich auf die Kante hievte. Erst schlug sie die Beine elegant übereinander, ließ sie im nächsten Moment aber wieder sinken und mit dezenter Anstrengung über die Kante schweben. Ließ die Beine dünner aussehen, wusste jedes Teenagermädchen und merkte es sich bis ans Ende ihrer verdammten Tage. Total dumm, sollte wirklich das unwichtigste auf der ganzen Welt sein, ja ja ja, sie wusste es selbst — aber <i>irrrgg</i>, er sollte sie ja schließlich nur in ihrer besten Version sehen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<i>Was ein Tag</i> — dachte sich Sookie so ziemlich am Ende von jedem Arbeitstag, weil das so ein schönes Argument für Substanzmissbrauch war. Nein, Spaß, so ein kleines Gläschen Gin, ein spärlich-schmaler Joint, das ließ sich alles unter <i>Selbstfürsorge</i> verbuchen. Außerdem sollte sie erstmal die Kippen aus ihrem Leben streichen, bevor sie in den Kampf mit allem darüber hinaus ging (und da das nun wirklich absolut überhaupt gar nicht auf ihrer To-Do-Liste stand, konnte sie sich den Rest eigentlich auch direkt wieder sparen, hach schön, so einfach wars!).<br />
<br />
Apropos <i>Kippe</i>, es wäre ein wirklich trostloser Arbeitstag ohne den obligatorischen Abstecher zu ihrem liebsten Raucherpausen-Kumpanen. Sookie stopfte ihr Skript irgendwo zwischen Löffel und Notizblock in den Rucksack und schlenderte mit diesem ruhigen Kribbeln in der Magengegend Richtung Werkstatt. Vielleicht war er auch schon gegangen, hach bitte nicht. Glück gehabt: Da stand er, wie immer, zwischen Kabeln, Werkzeug und Holzpanelen, die ihr schon beim anschauen Splitter in die armen Fingerchen drückten. Ein winziges Grinsen huschte über ihre Lippen und Sookie richtete zur Kontrolle nochmal ihre Haare. Mit einer Selbstverständlichkeit lehnte sie sich gegen den Kleiderschrank aus <i>Hedda Gabler</i>, der die letzten Proben nicht unbeschadet überstanden hatte und jetzt leicht schief im Raum stand (wenn er auseinanderbrach musste er leider einen Hechtsprung nach vorne machen und sie (romantisch) auffangen!!). <b>"<i>'Sich anziehen'</i>, spanisch, acht Buchstaben"</b>, warf sie einen der fehlenden Hinweise des heutigen Kreuzworträtsels in den Raum, ohne ihren work husband (oder sollte sie sagen: <i>marido del trabajo</i>) zu begrüßen. <b>"Irgendwas mit -irse?"</b>, wusste sie  wenigstens und hoffte ja echt jedes Mal, mit ihrem minimalen Spanisch irgendwie Anerkennung bei ihm zu schinden. <br />
<br />
Sookie schob den Rucksack von ihren Schultern und ließ ihn gegen die Werkbank sinken, bevor sie sich auf die Kante hievte. Erst schlug sie die Beine elegant übereinander, ließ sie im nächsten Moment aber wieder sinken und mit dezenter Anstrengung über die Kante schweben. Ließ die Beine dünner aussehen, wusste jedes Teenagermädchen und merkte es sich bis ans Ende ihrer verdammten Tage. Total dumm, sollte wirklich das unwichtigste auf der ganzen Welt sein, ja ja ja, sie wusste es selbst — aber <i>irrrgg</i>, er sollte sie ja schließlich nur in ihrer besten Version sehen.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Lucas Ramsay]]></title>
			<link>https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2671</link>
			<pubDate>Fri, 22 May 2026 14:15:18 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.losttheplot.de/member.php?action=profile&uid=568">Lucas Ramsay</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2671</guid>
			<description><![CDATA[<div class="p1 stecki">
  <div class="p2">Lucas Edgar Ramsay</div>
  <div class="p3">being an asshole is all part of my manly essence</div>
  <div class="ph1">
    <div class="ph2">
      <div class="p9">„</div>
      <div class="p10">does violence have to be the last resort. can't it be like third</div>
    </div>
    <div style="display: flex; justify-content: space-between; width: 500px;"><img src="https://64.media.tumblr.com/c6a4d7e61957e94533d3a62862835d66/0b12a3128d48e507-a3/s400x600/8b7ba322be92ec89cc85f09dac928da67486acb4.gif" style="width: 160px; height: 210px; object-fit: cover;"><img src="https://64.media.tumblr.com/de6d4c06f432f78b39676e92c4d19f75/27735c5e28be52ca-3f/s1280x1920/eca1a867e2774a447671ad586416247610a3fcec.gif" style="width: 160px; height: 210px;object-fit: cover;"><img src="https://64.media.tumblr.com/2a752741dabaf6d972cd28a70ced7f4e/761aec324309569e-fd/s540x810/be67ebfc95d2aa210340847491ef1dbe6dd69cfd.gif" style="width: 160px; height: 210px; object-fit: cover;"></div>
  </div>
  <div class="p4">
    <div class="lfacts">
      <div>Lee</div>
      <div>Alter // 35 Jahre</div>
      <div>
        Job // Detective Constable </div>
      <div>
        Pizza // Sucuk</div>
      <div>
        Ava // Daniel Sträßer</div>
    </div>
    <div class="p7">
      <div class="p5-2">
        <img src="https://64.media.tumblr.com/3c4c9ccccd93645241e22ef91a79f1e5/849149ace0da941e-12/s540x810/27ecc71dd27f441c897bd960e060ddfd5854f0fb.gif"><br />
      </div>
      Frauen wollen einen schwulen besten Freund und meinen damit offensichtlich nicht Luke. Ist nicht so seine Expertise, Fashion, shoppen, <i>Dramatics</i>. Na wenigstens <i>Shade</i> kann er, da ist wohl doch nicht Hopfen und Malz verloren. Trotzdem bleibt er wohl der laufende Beweis dafür, dass Schwul-sein kein Synonym für guten Geschmack ist, mit seiner <i>Jeans on Jeans</i>-Garderobe, den 2000s-ass blondierten Haaren mit dem latenten Gelbstich und der schlichten Wohnung, die nur mehr als weiße Wände und schwarze Möbel zu bieten hat, weil seine Schwester da manchmal Hand anlegt. Reicht auch, wenns praktikabel ist, zwischen dem Job als Detective und einem zeitintensiven Malinois-- gut kommt ihm da zwar wenigstens kein ausgiebiges Sozialleben in die Quere, dem ollen Sympathiebolzen (ha-ha). Meckern tut da keiner, na gut, Luke zumindest nicht. Passt schon alles so wie's ist, in seiner kleinen misanthropischen Welt, in der er konsequenzlos sagen und machen kann, was er denkt und jeder andere damit klarkommen musst. So gut sozialisiert, wie ein Straßenhund – bisschen ranzig, bisschen besorgniserregend, bisschen sozialverkappt, na was will man tun. Der ist bei ACAB jedenfalls ordentlich mitgemeint, erkennt er selbst mit nem Grinsen an und würd's auch nicht anders wollen. Dabei macht er den Job nicht mal half-bad, wär auch ungünstig, wo gelöste Fälle die einzigen Erfolgserlebnisse in seinem Leben sind. Aber gut, selbst Schuld, wenn er sich das mit dem Glück nicht ganz gönnt. Da kann man auch nur betroffen mit den Schultern zucken.<br />
    </div>
<div class="p8">do my dark circles and unwashed hair turn you on<br />
</div>
<div class="lee-facts">
	<div class="lee-facts-title">Wusstest du, dass Lucas:</div>
	<ul>
		<li>» ...nicht kochen kann und sich ausschließlich von Spaghetti Bolognese, Reis mit Hühnchen und Frischkäse, einer übertriebenen Anzahl an Eiern in jeglichem Aggregatzustand und Tiefkühl-Lasagne ernährt?</li>
		<li>» ...trotzdem seit jeher der konsequenteste Running Gag zwischen ihm und seiner Schwester ist, dass sie mit Gordon Ramsay verwandt sind?</li>
		<li>» ...manchmal zu faul ist, sich was zu Essen fertig zu machen, und dann stattdessen zum Proteinshake greift?</li>
		<li>» ...immer <i>pspsps</i> macht, wenn er auf der Straße an einer Katze vorbeiläuft?</li>
		<li>» ...noch nie seine Sockenschublade sortiert hat und einfach wild alles reinwirft?</li>
		<li>» ...Krankheiten lieber verschleppt, als zum Arzt zu gehen?</li>
		<li>» ...mehrere fragwürdige Tattoos hat? Darunter natürlich eine obligatorische Uhr mit Rosen auf dem linken Oberarm, ein kursiver Schriftzug  mit den Hatebreed-Lyrics "Pure strength through solitude, discipline and determination" (würde er sich so auch nicht mehr stechen, Jugendsünde) auf dem rechten Unterarm unter einem kleinen Falken, chinesische Schriftzeichen an der Leiste, die vielleicht-oder-vielleicht-auch-nicht "Ehre" bedeuten, das eigene Geburtsjahr in Frakturschrift über der linken, die Lieblingsbeleidigung seines Vaters "roach" unter der rechten Brust</li>
		<li>» ...irgendwann mal zufällig bei einer Lagerraum-Auflösung über ein Schwert gestolpert ist, das seitdem neben den Küchenmessern an der magnetischen Vorrichtung an der Wand hängt?</li>
		<li>» ...öffentliche Verkehrsmittel gleichermaßen eklig wie lästig findet?</li>
		<li>» ...prinzipiell 15 km/h zu viel auf dem Tacho hat?</li>
		<li>» ...dafür aber wenigstens ein ziemlich guter Fahrer ist?</li>
		<li>» ...als Kindheitstraumberuf immer Postbote werden wollte?</li>
		<li>» ...niederländisch nicht spricht, aber ganz okay verstehen kann, weil er als Kind immer die Sesamstraat geschaut hat?</li>
		<li>» ...sich trotz fast täglicher Zigaretten als Nichtraucher bezeichnen würde?</li>
		<li>» ...nur für die soziale Komponente trinkt (aber kaum bis nie über den Durst hinaus)?</li>
		<li>» ...ein erstaunlich begabter Schachspieler ist und sich das Hobby damals in Edinburgh beigebracht hat? ...heute noch regelmäßig bei Barabenden Manchesters wanna-be-Grandmaster abzieht?</li>
	</div>
	<div class="p8">*rolls around on a spinny chair* tell me more</div>
<br />
	<div style="width: 80%; margin:auto; text-align: justify"> # angriffslustig # anstrengend # ausdauernd # bindungsscheu # bodenständig # charakterfest # derb # dickhäutig # dreist # echt # eigenbrötlerisch # geschickt # grob # großspurig # hartnäckig # hilfsbereit # humorvoll # kooperativ # launisch # leidensfähig # leistungsorientiert # locker # loyal # misanthropisch # nachdenklich # nonchalant # pfiffig # praktisch # schamlos # spontan # stressresistent # tierlieb # trocken # unorthodox # wertend # zäh # zermürbt # zuverlässig</div>
<br />
	<div class="p8">with all due respect, which is none--<br />
</div>
<br />
<i2>Edgar Ramsay // Vater // 1955 - †2015 </i2><br />
Du und dein Dad, das war schon immer ne spezielle Sache. Gehasst hast du den Bastard, aber der dich doch genauso, also wart ihr immer Quitt. Nur hattest du in den Augen dieses stoisch-konservativen Landmann immer die Pflicht, ihn zu verehren, wie es sich für ein Kind gehörte. Immerhin hattest du wegen <u>ihm</u> ein Dach über dem Kopf und Essen auf dem Teller und sowieso, was er nicht alles schon <i>für dich</i> gemacht hat, da wurde er nicht müde von zu erzählen, als müsstest du die Schulden eines Dreijährigen noch zehn Jahre später abarbeiten. Anti-England, Anti-Stadtmenschen, Anti-Alles – sehr viel Meinung, sehr wenig Ahnung. Dass der dich immer <i>Roach</i> genannt hat, hast du mittlerweile als Tattoo unter deiner Brust festgehalten, schön in Frakturschrift, wie's sich gehört. Ob das die Ehrung ist, die er immer haben wollte? Windelweich hat der dich geprügelt, wenn's drauf ankam, aber mittlerweile würdest du ja selbst behaupten, dass du's in den meisten Fällen einfach verdient hast. Warst ja auch aufmüpfig und hast Scheiße gebauen – wer nicht hören will, muss fühlen. Du erzählst solche Geschichten als Randanekdote auch immer mit so ner Lockerheit, als wär's nichts und keine Ahnung, ist es am Ende auch nicht, weil du's damals bestimmt nicht genossen hast, aber auch nicht dran zerbrochen bist. <i>Harte Zeiten schaffen harte Männer</i> klingt jedenfalls nicht nur wie ein Spruch aus deinem Mund, sondern nach einem, den du dir besoffen auf den Unterarm tätowieren lässt, wenn niemand aufpasst.<br> Tja, überlebt hast du den. Dahingesichen nach nem Schlaganfall, na herzlichen Glückwunsch. Da war nichts mit <i>making amends</i>, gab schließlich auch nichts zu klären. Der hat dir noch auf dem Todesbett gesagt, dass du deine Haare in Griff kriegen solltest, aber auch die haben ihn überlebt. Schachmatt. Wer hat eigentlich die Regel aufgestellt, dass man nicht schlecht über Tote sprechen darf?<br />
<br />
<i2>Hester Ramsay (geb. Janssen) // Mutter // 1953 - </i2><br />
Deine Mutter kam vor etlichen Jahren nach Großbritannien, nachdem sie deinen Vater auf einer Landwirtschaftsmesse kennengelernt hat. Großes Interesse daran, ihren Kindern die niederländische Sprache oder sonstige kulturelle Inhalte zu teilen, hatte sie dabei aber eigentlich nicht. Dein schwieriges Verhältnis zu deinem Vater, hat ihr immer zu schaffen gemacht. Den Fehler hat sie trotzdem oft bei dir gesehen. <i>Das muss halt jetzt einfach sein</i>, hat sie oft gesagt und auch wenn du ihr dafür nicht aktiv böse bist, habt ihr heutzutage keine Beziehung zu dir. Wie auch, macht sie dir schließlich immer Vorwürfe, dass du die doofe Farm nicht übernehmen willst.<br />
<br />
<i2>Pippa Ramsay // Schwester // 1990 -  </i2><br />
Dass deine Schwester die coolere von euch ist, hat noch nie jemand infrage gestellt. Obwohl ihr altersmäßig recht weit auseinander liegt, habt ihr eine gute Beziehung zueinander. Du fühlst dich ihr gegenüber verantwortlich und meckerst zwar, wenn sie unbedingt dummes Zeug mit dir unternehmen will, bist aber immer dabei. Auch wenn du ihr wenig aus deinem Leben erzählst (und vor allem darüber, was dich beschäftigt), ist sie mit Abstand dein Lieblingsmensch (und hat da zugegebenermaßen wenig Competition).<br />
<br />
	<div class="p8">if i ever get murdered just know I talked shit until the bitter end</div>
<br />
<div class="s-wr">
	<div class="s-l"></div>
	<div class="s-b">Kindheit, frühe Schulzeit  <ti>23.09.1982 - 1993</ti></div>
	<div class="s-tb">	Da bist du also, ungefähr fünf Jahre alt, auf der Farm deines Großvaters. Der ist längst tot, die Farm eigentlich auch. Hat nichts romantisches an sich, nichts mit Schafen, einer Handvoll Hühner, freilaufender Hunde und Katzen. Ne, das hier ist gute alte schottische Landwirtschaft -- oder war's zumindest einmal, bis dein Onkel sie gegen die Wand gefahren hat. Wird's wieder sein, jetzt wo deine Eltern vor zwei Jahren ihre beruflichen Karrieren aufgegeben haben, um das Familienunternehmen am Leben zu erhalten. Du kennst jedenfalls keine Zeit vor der Milchfarm, zu der sie den alten Ackerbaubetrieb umwirtschaften. Wächst auf mit mehr Kühen um dich als Menschen, und Feldern so ewig wie der Stresszustand deiner Eltern. Dass der nicht normal ist, checkst du natürlich nicht, grämst dich nur drum, wenn sie's an dir auslassen. Da lernt man jedenfalls schnell, wann man am besten verschwinden sollte. Bringt nichts, meistens, bedeutet nur, dass du erst ein paar Stunden später eine übergezogen kriegst (aber soweit denkst du meistens nicht).<br>Dein Versteck kennen sie jedenfalls nicht, da in der alten Scheune mit dem ganzen Stroh. Berge davon und zwischen ihnen Tunnel, die du mit deiner Fantasie füllst. Manchmal findest du neue Wege oder größere Zwischenräume und weißt, hier findet dich niemand (selbst wenn er wollte). Manchmal sind sie dein Agentenstützpunkt (du hast gerade <i>Cloak & Dagger</i> im Fernsehen geschaut) oder das Raumschiff von Star Trek; manchmal bist du ein GI auf der Flucht vorm Vietcong (dein Vater wettert auch in den 90ern noch gegen die Kommunisten), oder doch ein einsamer Cowboy, gefangengenommen von Indianern (die du natürlich später alle erbarmungslos niedermetzeln würdest). Bist nicht der kreativste Junge, aber mit der endlosen Zeit kommen selbst dir Bilder in den Kopf.<br>Hin und wieder schmuggelst du Dinge aus dem Haus hierher und hoffst, dass es niemand herausfindet. Heute entdeckt dich dein Vater, wie du versuchst eine rostige Gartenharke aus dem Schuppen hinter deinem Rücken zu balancieren. Die wird niemand mehr benutzen, aber geklaut hast du trotzdem, also packt er dich am Arm, wirft dich über sein Knie und zieht dir die Harke über den Po. Nicht die spitze Seite, hätte er ja auch machen können, wird er später am Essenstisch sagen, während du mit geröteten Augen auf den Teller starrst. <i>Indianer spüren keinen Schmerz</i>, brennt sich der Spruch deines Vaters in deinen Kopf, als du vergeblich versuchst, die Tränen in deinen Augen zu behalten.<br><br>Du bist sieben, dein Vater fährt dich zu Aaron, einem Schulfreund von dir. Kindergeburtstag. Schlecht gelaunt ist er, davon kriegst du immer Bauchweh. Willst nicht fragen, ob ihr kurz anhalten könnt, oder ob du was zu trinken haben kannst, während er eisern neben dir sitzt. Als er dich absetzt, bist du so aufgekratzt, dass du die Kerzen auf dem Kuchen deines Freundes auspustest und um dich schlägst, als die Spiele nicht so laufen, wie du willst. Aarons Mutter ruft bei deinen Eltern an und du haust ab, läufst ganz allein die 30 Minuten nach Hause, während niemand weiß, wo du bist. Willst nur in die Arme deiner Mutter und wirst auf den letzten Metern immer langsamer, weil du weißt, das gibt Ärger. Den Rest des Wochenendes werden dir alle Mahlzeiten entzogen und du verlässt dein Zimmer kein einziges Mal.<br>Als du am Montag wieder zur Schule gehst, will niemand mit dir reden. Hast dich nachhaltig ins Aus geschossen mit der Aktion und in deinem Kampf um die Aufmerksamkeit (rumschreien und aufdrängen, Ball auf dem Platz in die Fresse kicken und Stifte aus Mäppchen klauen) landest du vielleicht im Sekretariat, aber nicht bei deinen Peers. Soll sich auch nicht mehr ändern, von da an. Als du von der Grundschule abgehst, steht in der Beurteilung, dass du erhebliche Probleme im sozialen Kontakt mit deinen Mitschülern aufweist. Dein Vater schweigt wütend und deine Mutter weint, weil sie nicht weiß, was sie falsch gemacht hat und du sitzt daneben und weißt nicht, was du fühlst.<br><br>Du bist acht Jahre alt, als du großer Bruder wirst. Bist stolz irgendwie, aber willst nichts falsch machen mit dem pummeligen kleinen Ding, das du nur auf dem Arm hältst, wenn niemand schaut. Kannst dir nicht vorstellen, dass das mal ein Mensch werden soll. Als sie zwei Jahre alt ist, fegt Pippa versehentlich ein Glas vom Tisch und du weißt was das bedeutet. Sie kickt nach dir, als du sie über dein Knie beugst und ihr auf den Hintern haust. Du kennst es nicht anders.<br><br></div><div class="s-b">marodes Teenager-Dasein, Elliot <ti> 1993 - 2000</ti></div>
	<div class="s-tb">Zuhause habt ihr euch arrangiert, aber du bist trotzdem ein miserabler Teenager geworden. Hörst wütende Musik und schreibst edgy Lyrics auf deine Unterrichtszettel. <i>Edgy Edgar</i> nennt dich eine Mitschülerin einmal zu oft (dein Zweitname stand auf der Telefonliste), daraufhin landet ihr beide im Sekretariat. Die Werke eures Kunstunterrichts der achten Klasse hängen noch drei Jahre später im Flur. Kunst ist das Gemisch aus schwarz und rot mit den düsteren Burzum Lyrics nicht, neben dem dein Name prangt. Irgendwann reißt du's nach der Pause einfach ab, die Lücke klafft dort trotzdem weiter bis zu deinem Schulabschluss.<br>Kunst wars wohl nicht, aber irgendwann entdeckst du Sport für dich. Läufst viel und musst dann an gar nichts mehr denken. Machst es auch, wenn du angeschlagen bist, ist eine Sucht, wird dir irgendwann jemand sagen (und du wirst mit den Schultern zucken und dich fragen, wie schlimm's schon sein kann). Wenigstens im Sportunterricht bist du wer und wenn du wem den Völkerball gegen den Schädel hämmerst, dann wars natürlich immer aus Versehen, sorry, kommt nicht wieder vor. Tust auch so, als würde es dich nicht kümmern, dass deine Mitschüler über dich komischen Emo tuscheln und du bei Gruppenarbeiten immer nur beim sonstigen Rest landest. Vielleicht würd's dir leichter fallen, würdest du dich wenigstens mit denen verstehen, aber da stellst du dich selbst gegen. Bist wohl doch nicht so unabhängig davon, was andere denken.<br />
	<br />
Du bist 15 als sich das plötzlich ändert. In Elliot lernst du Geborgenheit kennen, die dir vorher fremd war. <i>Warum</i></i>, fragst du dich nicht, dafür bist du nicht der Typ. Für dieses eine Jahr seid ihr unzertrennlich. Für den gehst du sogar mit in seine Kirche, obwohl es ein Kampfakt ist, wach zu bleiben, während der alte Sack da vorne was von einem Gott faselt, der dir fremd ist. Dass er bald wieder wegziehen wird, schwebt über euch wie eine düstere Wolke. Aber darüber willst du nicht mit ihm reden, oder was sich dann ändert. Fliegst wie ein Pingpongball zwischen Verlustangst und Wut und den schönsten Momenten deines jungen Lebens und weißt nicht, wo dir der Kopf steht. Als ihr euch unter der alten Brücke küsst, bleibt davon keine gute Erinnerung. Warum ausgerechnet dein Vater in der Nähe war, weißt du bis heute nicht, aber er brüllt dir so laut in die Ohren, dass sie noch zwei Wochen später ringen. Knapp ne Woche lassen dich deine Eltern in der Garage schlafen. Scheiße kalt ist es, deine Zähne klappern die ganze Nacht und statt zu schlafen drückst du nur mit leerem Kopf auf deinen blauen Flecken herum. Am nächsten Tag gehst du wieder zur Schule, als wärs nichts, und kriegst Ärger, weil du nicht im Matheunterricht aufpasst<br><br />
Elliot siehst du nicht mehr wieder. Willst du auch nicht, glaubst du. Kannst das alles nicht einordnen und hast auch keinen Bock, dass deine Eltern weiter eskalieren, falls er versucht sich zu melden. Wütend bis du trotzdem, als Wochen verstreichen und nichts passiert. Klar, kann der sich einfach verpissen und dich zurücklassen – klar, kannst du dem egal sein. Der Ton Zuhause ist plötzlich ein anderer. Einfach war es schon vorher nicht, aber dass dich dein Vater richtig verachtet, kommt erst jetzt durch. Deine Mutter ist da subtiler, aber auch aus ihrer Ecke erhoffst du dir keinen Support. Plötzlich predigen auch deine unreligiösen Eltern von <i>Adam and Eve, not Adam and Steve</i>, als wäre Elliot nicht das geistlichste an deinem Leben gewesen.<br><br></div><div class="s-b">Schulabschluss, Auszug, Ausbildung <ti>2000 - 2014</ti></div>
	<div class="s-tb"><i>Fickt euch</i>, denkst du dir grinsend, als du deinen Eltern kurz nach deinem Schulabschluss das ausgedruckte Zugticket auf den Tisch knallst. Dass du wegziehst, hast du niemandem erzählst – die Diskussion kannst du dir sparen. Ausgeschlossen, dass du in dieser Scheißstadt bleibst, stattdessen zieht es dich nach Edinburgh, wo du die nächsten Jahre verbringen wirst.<br> In den ersten Monaten weißt du nichts mit dir anzufangen. Miserabel fühlst du dich, verfickt miserabel. Ziehst deine Energie aus shady Gay Bar Hinterzimmern und dem einen oder anderen (unüberlegten) Tattoo, das definitiv zu tief gestochen wurde (dir dafür aber auch nur nen Fuffi aus der Tasche gezogen hat). Immer wieder mal schläfst du mit ner Frau und fühlst dich dann, als würdest du wem was beweisen – <i>na siehste Mum, gotcha.</i><br><br>Lang hält deine <i>Findungsphase</i> nicht an. In deinen ersten Monaten in Edinburgh arbeitest du als Farmhand, aber die arbeit kotzt dich so massiv an, dass du dich kaum aufraffen kannst und mit dem kommenden Winter weißt du auch, dass die dich nicht mehr gebrauchen können.<br>Es sind keine moralischen Überzeugungen, die dich in die Polizeiausbildung treiben. Aber es ist ein guter Job mit gutem Ansehen und guter Bezahlung, der was bedeutet. Wenn du Leuten sagst, dass du Bulle bist, dann haben sie gleich ne Meinung von dir – ob die gut oder schlecht ausfällt, ist da zweitranging. Mit diesem gewissen <i>Standing</i> freundest du dich schon während der Ausbildung an. Allgemein lernst du dort auch was über die Kameradschaft, die du sonst nie hattest. Da ist ein gewisses Vertrauen zwischen dir und deinen Kollegen; in den Augen linker Brandstifter wohl zu blind, aber darüber kannst du nur schief grinsen. Zum Brunchen triffst du dich mit deinen Kollegen vielleicht nicht, aber hin und wieder ein Feierabendbier und die Einsamkeit vergeht, die dich immer begleitet hat. Vielleicht liegts auch einfach daran, dass du älter wirst.<br><br>Und dann gibts diese Abende, wo du nach der Bar heimkommst, dich an den Laptop setzt und dich fragst, wo Elliot jetzt wohl steckt. Hm. Fühlst dich manchmal als hätts den nie gegeben, so spurlos, wie der verschwunden ist und nirgendwo auftaucht. Kein Social Media, kein Telefonbucheintrag, kein gar nichts. Bis du den irgendwann auf der hässlichen early-2000s Website von nem Kirchenchor findest. Hm.<br>Das bleibt auch die einzige Reaktion, wenn du immer mal wieder die Seite aktualisierst. Hm. Der singt da schöne Lieber über seinen Gott. Hm. Der sieht da glücklich aus. Hm. Der wird Priester. Hm. Zehn Jahre später und du erkennst den immer noch wieder, aber weißt auch, dass du den eigentlich gar nicht kennst. Hm-st dich weiter durch dein Leben und lässt den Typen da, wo er ist, in seinem Kaff irgendwo im Norden Manchesters.<br><br />
	</div>
	<div class="s-b">Arbeit, CID, Manchester <ti>2014 -</ti></div>
	<div class="s-tb">Apropos Manchester: Da ist deine Schwester mittlerweile auch. Die hat auch die Biege gemacht, sobald sie konnte und wohnte dafür zwischenzeitlich sogar bei dir in Edinburgh, bevor sie ihre WG findet. Die Couch kannte sie ja schon, da hat sie hin und wieder gepennt, wenn sie dich als erwachsene Begleitperson auf irgendwelche Konzerte entführt hat (und weil du derjenige mit dem Gehalt warst, hast du die auch noch selbstlos bezahlt).<br>Egal, jetzt macht sie ihr Ding jedenfalls in England und du fährst immer noch auf Streife und merkst auch, dass du das nicht ewig machen willst. 2010 trittst du dem National Detective Programme bei und obwohl du zwei Jahre später offiziell Detective Constable bist, gerätst du in diesen Alltagstrott, kannst die Stadt nicht mehr sehen und denkst trotzdem nicht ernsthaft drüber nach wegzugehen. Bis dann der laute Köter in deiner Nachbarschaft seinen Besitzer in Krücken versetzt und ihr ins Gespräch kommt. Mit Hunden bist du immerhin aufgewachsen und obwohl du weder Zeit, noch Platz für einen Hund (und vor allem eine aufwändige Rasse) hast, willst auch nicht, dass der reaktive Malinois unvermittelbar in einem Tierheim versauert. Der Gedanke lässt dich trotzdem nicht los und ein halbes Jahr nachdem du Hector mal beiläufig in einem Gespräch mit deiner Schwester erwähnt hast, teilst du dir mit ihr sozusagen das Sorgerecht. 2014 lässt du Schottland hinter dir, ziehst nach Manchester, fügst dich in einem neuen Team ein und ignorierst jeden Gedanken an Elliot.<br><br>Wieder auf Streife, entweder um dich zu beweisen, oder weil gerade keine Stelle frei ist. Was der tatsächliche Grund ist, ist dir eigentlich egal, abfucken tut es dich nämlich sowieso. Wenigstens kannst du dir einreden, die Stadt so besser kennenzulernen (ob die dir so gut gefällt, naja). Wirst in den Jahren sicher auch nicht der beliebteste Cop Manchesters, aber hey – man tut was man kann. Braucht glücklicherweise auch nicht zu lang und 2015 lässt man dich die Uniform endlich wieder ablegen. Gibt sicher den einen oder anderen Kollegen, der sich freut, dich los zu sein, aber sowas nimmst du immerhin schon lange nicht mehr persönlich.<br><br>Das ist aber auch nicht das einzige, das 2015 passiert. Für ein paar Monate wohnt Ianis bei dir, irgendwie passiert das einfach. Hast ihn in einem Club kennengelernt, den Rumänen ohne Rückflugticket. Was das zwischen euch ist, besprecht ihr nie, und genauso wortkarg macht der einen Abgang, nachdem ihr euch fett streitet. Es macht dich fuchsig, dass dich das nicht kalt lässt. Dabei wars auch das nächste an Beziehung, das du in deinem Leben geführt hast.<br>Im Herbst drückst du deine Mutter bestimmt 9x weg, also muss dir deine Schwester erzählen, dass dein Vater einen Schlaganfall hatte. Danach siecht er noch einige Monate im Krankenhaus vor sich hin, du bist sogar auch mal da. Aber da ist nichts mit <i>making amends</i>, keine spontane Einsicht, dass man sein Leben hätte anders leben sollen. Dein Vater stirbt, du hörst keine Entschuldigung, die du weder brauchst noch hören willst, und verpisst dich vor dem Essen von der Beerdigung.<br>Eigentlich verändert sich für dich nichts, außer dass deine Mutter den Ansatz nutzt, um dir wieder auf den Sack zu gehen. Denkt scheinbar, du würdest jetzt endlich zur Besinnung kommen und die Farm übernehmen, also reduzierst du den ohnehin seltenen Kontakt aufs mindeste, um dich den Vorwürfen und Forderungen zu entziehen. Den Schuh ziehst du dir nicht an und selbst wenn du die Farmarbeit nicht zum Kotzen finden würdest, würdest du schon aus Prinzip niemals in die Fußstapfen deiner Eltern tun. Dann versinkst du lieber weiter im Trott deines neu gefundenen Alltags. <br><br>Passt schon alles so, wie es ist. <br />
	<br />
	<br />
<i2>tl;dr</i2><br />
* 23.09.1982: Geburt in Stirling<br />
* 1987 - 2000: Schulzeit<br />
* 2000 - 2003: Polizeiausbildung in Edinburgh<br />
* 2003 - 2010: Streife; Police Scotland, Edinburgh<br />
* 2010 - 2012: Ausbildung im National Detective Programme<br />
* 2012 - 2014: Arbeit als Detective Constable<br />
* 2014: Umzug nach Manchester<br />
* 2014 - 2015: Streife; Greater Manchester Police<br />
* 2015 - : Rückkehr zu Ermittlungsarbeiten im CID<br />
	</div></div> </div>
		</div></div> </div></div>
<style>.s-b {position:absolute} .s-wr {margin:auto}.s-b {background-color: #2a698b }.s-tb, .l-b{position:relative}.s-tb{text-align: justify}.s-b dt{font-weight:600}.s-wr{width:100%;border-left: solid 8px #2a698b}.s-b{max-width: 430px; z-index: 2; padding:5px 10px 5px 15px;font-size:13px;font-family: 'Montserrat', sans-serif;color:#fff;text-transform:uppercase;letter-spacing:0.5px}.s-b ti{font-size:10px}.s-tb{padding: 0 15px 0 10px;padding-top:37px} i2 {font-size: 11px; font-style: italic; color: #2a698b;} .lee-facts { padding: 10px;}.lee-facts-title {font-family: 'Montserrat', sans-serif;text-transform: uppercase; text-align: left; font-weight: bold; letter-spacing: 2px; margin-bottom: -10px;}.lee-facts ul { list-style-type: none; margin-left: -30px;}.lee-facts ul li { padding: 2px 0;}</style>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="p1 stecki">
  <div class="p2">Lucas Edgar Ramsay</div>
  <div class="p3">being an asshole is all part of my manly essence</div>
  <div class="ph1">
    <div class="ph2">
      <div class="p9">„</div>
      <div class="p10">does violence have to be the last resort. can't it be like third</div>
    </div>
    <div style="display: flex; justify-content: space-between; width: 500px;"><img src="https://64.media.tumblr.com/c6a4d7e61957e94533d3a62862835d66/0b12a3128d48e507-a3/s400x600/8b7ba322be92ec89cc85f09dac928da67486acb4.gif" style="width: 160px; height: 210px; object-fit: cover;"><img src="https://64.media.tumblr.com/de6d4c06f432f78b39676e92c4d19f75/27735c5e28be52ca-3f/s1280x1920/eca1a867e2774a447671ad586416247610a3fcec.gif" style="width: 160px; height: 210px;object-fit: cover;"><img src="https://64.media.tumblr.com/2a752741dabaf6d972cd28a70ced7f4e/761aec324309569e-fd/s540x810/be67ebfc95d2aa210340847491ef1dbe6dd69cfd.gif" style="width: 160px; height: 210px; object-fit: cover;"></div>
  </div>
  <div class="p4">
    <div class="lfacts">
      <div>Lee</div>
      <div>Alter // 35 Jahre</div>
      <div>
        Job // Detective Constable </div>
      <div>
        Pizza // Sucuk</div>
      <div>
        Ava // Daniel Sträßer</div>
    </div>
    <div class="p7">
      <div class="p5-2">
        <img src="https://64.media.tumblr.com/3c4c9ccccd93645241e22ef91a79f1e5/849149ace0da941e-12/s540x810/27ecc71dd27f441c897bd960e060ddfd5854f0fb.gif"><br />
      </div>
      Frauen wollen einen schwulen besten Freund und meinen damit offensichtlich nicht Luke. Ist nicht so seine Expertise, Fashion, shoppen, <i>Dramatics</i>. Na wenigstens <i>Shade</i> kann er, da ist wohl doch nicht Hopfen und Malz verloren. Trotzdem bleibt er wohl der laufende Beweis dafür, dass Schwul-sein kein Synonym für guten Geschmack ist, mit seiner <i>Jeans on Jeans</i>-Garderobe, den 2000s-ass blondierten Haaren mit dem latenten Gelbstich und der schlichten Wohnung, die nur mehr als weiße Wände und schwarze Möbel zu bieten hat, weil seine Schwester da manchmal Hand anlegt. Reicht auch, wenns praktikabel ist, zwischen dem Job als Detective und einem zeitintensiven Malinois-- gut kommt ihm da zwar wenigstens kein ausgiebiges Sozialleben in die Quere, dem ollen Sympathiebolzen (ha-ha). Meckern tut da keiner, na gut, Luke zumindest nicht. Passt schon alles so wie's ist, in seiner kleinen misanthropischen Welt, in der er konsequenzlos sagen und machen kann, was er denkt und jeder andere damit klarkommen musst. So gut sozialisiert, wie ein Straßenhund – bisschen ranzig, bisschen besorgniserregend, bisschen sozialverkappt, na was will man tun. Der ist bei ACAB jedenfalls ordentlich mitgemeint, erkennt er selbst mit nem Grinsen an und würd's auch nicht anders wollen. Dabei macht er den Job nicht mal half-bad, wär auch ungünstig, wo gelöste Fälle die einzigen Erfolgserlebnisse in seinem Leben sind. Aber gut, selbst Schuld, wenn er sich das mit dem Glück nicht ganz gönnt. Da kann man auch nur betroffen mit den Schultern zucken.<br />
    </div>
<div class="p8">do my dark circles and unwashed hair turn you on<br />
</div>
<div class="lee-facts">
	<div class="lee-facts-title">Wusstest du, dass Lucas:</div>
	<ul>
		<li>» ...nicht kochen kann und sich ausschließlich von Spaghetti Bolognese, Reis mit Hühnchen und Frischkäse, einer übertriebenen Anzahl an Eiern in jeglichem Aggregatzustand und Tiefkühl-Lasagne ernährt?</li>
		<li>» ...trotzdem seit jeher der konsequenteste Running Gag zwischen ihm und seiner Schwester ist, dass sie mit Gordon Ramsay verwandt sind?</li>
		<li>» ...manchmal zu faul ist, sich was zu Essen fertig zu machen, und dann stattdessen zum Proteinshake greift?</li>
		<li>» ...immer <i>pspsps</i> macht, wenn er auf der Straße an einer Katze vorbeiläuft?</li>
		<li>» ...noch nie seine Sockenschublade sortiert hat und einfach wild alles reinwirft?</li>
		<li>» ...Krankheiten lieber verschleppt, als zum Arzt zu gehen?</li>
		<li>» ...mehrere fragwürdige Tattoos hat? Darunter natürlich eine obligatorische Uhr mit Rosen auf dem linken Oberarm, ein kursiver Schriftzug  mit den Hatebreed-Lyrics "Pure strength through solitude, discipline and determination" (würde er sich so auch nicht mehr stechen, Jugendsünde) auf dem rechten Unterarm unter einem kleinen Falken, chinesische Schriftzeichen an der Leiste, die vielleicht-oder-vielleicht-auch-nicht "Ehre" bedeuten, das eigene Geburtsjahr in Frakturschrift über der linken, die Lieblingsbeleidigung seines Vaters "roach" unter der rechten Brust</li>
		<li>» ...irgendwann mal zufällig bei einer Lagerraum-Auflösung über ein Schwert gestolpert ist, das seitdem neben den Küchenmessern an der magnetischen Vorrichtung an der Wand hängt?</li>
		<li>» ...öffentliche Verkehrsmittel gleichermaßen eklig wie lästig findet?</li>
		<li>» ...prinzipiell 15 km/h zu viel auf dem Tacho hat?</li>
		<li>» ...dafür aber wenigstens ein ziemlich guter Fahrer ist?</li>
		<li>» ...als Kindheitstraumberuf immer Postbote werden wollte?</li>
		<li>» ...niederländisch nicht spricht, aber ganz okay verstehen kann, weil er als Kind immer die Sesamstraat geschaut hat?</li>
		<li>» ...sich trotz fast täglicher Zigaretten als Nichtraucher bezeichnen würde?</li>
		<li>» ...nur für die soziale Komponente trinkt (aber kaum bis nie über den Durst hinaus)?</li>
		<li>» ...ein erstaunlich begabter Schachspieler ist und sich das Hobby damals in Edinburgh beigebracht hat? ...heute noch regelmäßig bei Barabenden Manchesters wanna-be-Grandmaster abzieht?</li>
	</div>
	<div class="p8">*rolls around on a spinny chair* tell me more</div>
<br />
	<div style="width: 80%; margin:auto; text-align: justify"> # angriffslustig # anstrengend # ausdauernd # bindungsscheu # bodenständig # charakterfest # derb # dickhäutig # dreist # echt # eigenbrötlerisch # geschickt # grob # großspurig # hartnäckig # hilfsbereit # humorvoll # kooperativ # launisch # leidensfähig # leistungsorientiert # locker # loyal # misanthropisch # nachdenklich # nonchalant # pfiffig # praktisch # schamlos # spontan # stressresistent # tierlieb # trocken # unorthodox # wertend # zäh # zermürbt # zuverlässig</div>
<br />
	<div class="p8">with all due respect, which is none--<br />
</div>
<br />
<i2>Edgar Ramsay // Vater // 1955 - †2015 </i2><br />
Du und dein Dad, das war schon immer ne spezielle Sache. Gehasst hast du den Bastard, aber der dich doch genauso, also wart ihr immer Quitt. Nur hattest du in den Augen dieses stoisch-konservativen Landmann immer die Pflicht, ihn zu verehren, wie es sich für ein Kind gehörte. Immerhin hattest du wegen <u>ihm</u> ein Dach über dem Kopf und Essen auf dem Teller und sowieso, was er nicht alles schon <i>für dich</i> gemacht hat, da wurde er nicht müde von zu erzählen, als müsstest du die Schulden eines Dreijährigen noch zehn Jahre später abarbeiten. Anti-England, Anti-Stadtmenschen, Anti-Alles – sehr viel Meinung, sehr wenig Ahnung. Dass der dich immer <i>Roach</i> genannt hat, hast du mittlerweile als Tattoo unter deiner Brust festgehalten, schön in Frakturschrift, wie's sich gehört. Ob das die Ehrung ist, die er immer haben wollte? Windelweich hat der dich geprügelt, wenn's drauf ankam, aber mittlerweile würdest du ja selbst behaupten, dass du's in den meisten Fällen einfach verdient hast. Warst ja auch aufmüpfig und hast Scheiße gebauen – wer nicht hören will, muss fühlen. Du erzählst solche Geschichten als Randanekdote auch immer mit so ner Lockerheit, als wär's nichts und keine Ahnung, ist es am Ende auch nicht, weil du's damals bestimmt nicht genossen hast, aber auch nicht dran zerbrochen bist. <i>Harte Zeiten schaffen harte Männer</i> klingt jedenfalls nicht nur wie ein Spruch aus deinem Mund, sondern nach einem, den du dir besoffen auf den Unterarm tätowieren lässt, wenn niemand aufpasst.<br> Tja, überlebt hast du den. Dahingesichen nach nem Schlaganfall, na herzlichen Glückwunsch. Da war nichts mit <i>making amends</i>, gab schließlich auch nichts zu klären. Der hat dir noch auf dem Todesbett gesagt, dass du deine Haare in Griff kriegen solltest, aber auch die haben ihn überlebt. Schachmatt. Wer hat eigentlich die Regel aufgestellt, dass man nicht schlecht über Tote sprechen darf?<br />
<br />
<i2>Hester Ramsay (geb. Janssen) // Mutter // 1953 - </i2><br />
Deine Mutter kam vor etlichen Jahren nach Großbritannien, nachdem sie deinen Vater auf einer Landwirtschaftsmesse kennengelernt hat. Großes Interesse daran, ihren Kindern die niederländische Sprache oder sonstige kulturelle Inhalte zu teilen, hatte sie dabei aber eigentlich nicht. Dein schwieriges Verhältnis zu deinem Vater, hat ihr immer zu schaffen gemacht. Den Fehler hat sie trotzdem oft bei dir gesehen. <i>Das muss halt jetzt einfach sein</i>, hat sie oft gesagt und auch wenn du ihr dafür nicht aktiv böse bist, habt ihr heutzutage keine Beziehung zu dir. Wie auch, macht sie dir schließlich immer Vorwürfe, dass du die doofe Farm nicht übernehmen willst.<br />
<br />
<i2>Pippa Ramsay // Schwester // 1990 -  </i2><br />
Dass deine Schwester die coolere von euch ist, hat noch nie jemand infrage gestellt. Obwohl ihr altersmäßig recht weit auseinander liegt, habt ihr eine gute Beziehung zueinander. Du fühlst dich ihr gegenüber verantwortlich und meckerst zwar, wenn sie unbedingt dummes Zeug mit dir unternehmen will, bist aber immer dabei. Auch wenn du ihr wenig aus deinem Leben erzählst (und vor allem darüber, was dich beschäftigt), ist sie mit Abstand dein Lieblingsmensch (und hat da zugegebenermaßen wenig Competition).<br />
<br />
	<div class="p8">if i ever get murdered just know I talked shit until the bitter end</div>
<br />
<div class="s-wr">
	<div class="s-l"></div>
	<div class="s-b">Kindheit, frühe Schulzeit  <ti>23.09.1982 - 1993</ti></div>
	<div class="s-tb">	Da bist du also, ungefähr fünf Jahre alt, auf der Farm deines Großvaters. Der ist längst tot, die Farm eigentlich auch. Hat nichts romantisches an sich, nichts mit Schafen, einer Handvoll Hühner, freilaufender Hunde und Katzen. Ne, das hier ist gute alte schottische Landwirtschaft -- oder war's zumindest einmal, bis dein Onkel sie gegen die Wand gefahren hat. Wird's wieder sein, jetzt wo deine Eltern vor zwei Jahren ihre beruflichen Karrieren aufgegeben haben, um das Familienunternehmen am Leben zu erhalten. Du kennst jedenfalls keine Zeit vor der Milchfarm, zu der sie den alten Ackerbaubetrieb umwirtschaften. Wächst auf mit mehr Kühen um dich als Menschen, und Feldern so ewig wie der Stresszustand deiner Eltern. Dass der nicht normal ist, checkst du natürlich nicht, grämst dich nur drum, wenn sie's an dir auslassen. Da lernt man jedenfalls schnell, wann man am besten verschwinden sollte. Bringt nichts, meistens, bedeutet nur, dass du erst ein paar Stunden später eine übergezogen kriegst (aber soweit denkst du meistens nicht).<br>Dein Versteck kennen sie jedenfalls nicht, da in der alten Scheune mit dem ganzen Stroh. Berge davon und zwischen ihnen Tunnel, die du mit deiner Fantasie füllst. Manchmal findest du neue Wege oder größere Zwischenräume und weißt, hier findet dich niemand (selbst wenn er wollte). Manchmal sind sie dein Agentenstützpunkt (du hast gerade <i>Cloak & Dagger</i> im Fernsehen geschaut) oder das Raumschiff von Star Trek; manchmal bist du ein GI auf der Flucht vorm Vietcong (dein Vater wettert auch in den 90ern noch gegen die Kommunisten), oder doch ein einsamer Cowboy, gefangengenommen von Indianern (die du natürlich später alle erbarmungslos niedermetzeln würdest). Bist nicht der kreativste Junge, aber mit der endlosen Zeit kommen selbst dir Bilder in den Kopf.<br>Hin und wieder schmuggelst du Dinge aus dem Haus hierher und hoffst, dass es niemand herausfindet. Heute entdeckt dich dein Vater, wie du versuchst eine rostige Gartenharke aus dem Schuppen hinter deinem Rücken zu balancieren. Die wird niemand mehr benutzen, aber geklaut hast du trotzdem, also packt er dich am Arm, wirft dich über sein Knie und zieht dir die Harke über den Po. Nicht die spitze Seite, hätte er ja auch machen können, wird er später am Essenstisch sagen, während du mit geröteten Augen auf den Teller starrst. <i>Indianer spüren keinen Schmerz</i>, brennt sich der Spruch deines Vaters in deinen Kopf, als du vergeblich versuchst, die Tränen in deinen Augen zu behalten.<br><br>Du bist sieben, dein Vater fährt dich zu Aaron, einem Schulfreund von dir. Kindergeburtstag. Schlecht gelaunt ist er, davon kriegst du immer Bauchweh. Willst nicht fragen, ob ihr kurz anhalten könnt, oder ob du was zu trinken haben kannst, während er eisern neben dir sitzt. Als er dich absetzt, bist du so aufgekratzt, dass du die Kerzen auf dem Kuchen deines Freundes auspustest und um dich schlägst, als die Spiele nicht so laufen, wie du willst. Aarons Mutter ruft bei deinen Eltern an und du haust ab, läufst ganz allein die 30 Minuten nach Hause, während niemand weiß, wo du bist. Willst nur in die Arme deiner Mutter und wirst auf den letzten Metern immer langsamer, weil du weißt, das gibt Ärger. Den Rest des Wochenendes werden dir alle Mahlzeiten entzogen und du verlässt dein Zimmer kein einziges Mal.<br>Als du am Montag wieder zur Schule gehst, will niemand mit dir reden. Hast dich nachhaltig ins Aus geschossen mit der Aktion und in deinem Kampf um die Aufmerksamkeit (rumschreien und aufdrängen, Ball auf dem Platz in die Fresse kicken und Stifte aus Mäppchen klauen) landest du vielleicht im Sekretariat, aber nicht bei deinen Peers. Soll sich auch nicht mehr ändern, von da an. Als du von der Grundschule abgehst, steht in der Beurteilung, dass du erhebliche Probleme im sozialen Kontakt mit deinen Mitschülern aufweist. Dein Vater schweigt wütend und deine Mutter weint, weil sie nicht weiß, was sie falsch gemacht hat und du sitzt daneben und weißt nicht, was du fühlst.<br><br>Du bist acht Jahre alt, als du großer Bruder wirst. Bist stolz irgendwie, aber willst nichts falsch machen mit dem pummeligen kleinen Ding, das du nur auf dem Arm hältst, wenn niemand schaut. Kannst dir nicht vorstellen, dass das mal ein Mensch werden soll. Als sie zwei Jahre alt ist, fegt Pippa versehentlich ein Glas vom Tisch und du weißt was das bedeutet. Sie kickt nach dir, als du sie über dein Knie beugst und ihr auf den Hintern haust. Du kennst es nicht anders.<br><br></div><div class="s-b">marodes Teenager-Dasein, Elliot <ti> 1993 - 2000</ti></div>
	<div class="s-tb">Zuhause habt ihr euch arrangiert, aber du bist trotzdem ein miserabler Teenager geworden. Hörst wütende Musik und schreibst edgy Lyrics auf deine Unterrichtszettel. <i>Edgy Edgar</i> nennt dich eine Mitschülerin einmal zu oft (dein Zweitname stand auf der Telefonliste), daraufhin landet ihr beide im Sekretariat. Die Werke eures Kunstunterrichts der achten Klasse hängen noch drei Jahre später im Flur. Kunst ist das Gemisch aus schwarz und rot mit den düsteren Burzum Lyrics nicht, neben dem dein Name prangt. Irgendwann reißt du's nach der Pause einfach ab, die Lücke klafft dort trotzdem weiter bis zu deinem Schulabschluss.<br>Kunst wars wohl nicht, aber irgendwann entdeckst du Sport für dich. Läufst viel und musst dann an gar nichts mehr denken. Machst es auch, wenn du angeschlagen bist, ist eine Sucht, wird dir irgendwann jemand sagen (und du wirst mit den Schultern zucken und dich fragen, wie schlimm's schon sein kann). Wenigstens im Sportunterricht bist du wer und wenn du wem den Völkerball gegen den Schädel hämmerst, dann wars natürlich immer aus Versehen, sorry, kommt nicht wieder vor. Tust auch so, als würde es dich nicht kümmern, dass deine Mitschüler über dich komischen Emo tuscheln und du bei Gruppenarbeiten immer nur beim sonstigen Rest landest. Vielleicht würd's dir leichter fallen, würdest du dich wenigstens mit denen verstehen, aber da stellst du dich selbst gegen. Bist wohl doch nicht so unabhängig davon, was andere denken.<br />
	<br />
Du bist 15 als sich das plötzlich ändert. In Elliot lernst du Geborgenheit kennen, die dir vorher fremd war. <i>Warum</i></i>, fragst du dich nicht, dafür bist du nicht der Typ. Für dieses eine Jahr seid ihr unzertrennlich. Für den gehst du sogar mit in seine Kirche, obwohl es ein Kampfakt ist, wach zu bleiben, während der alte Sack da vorne was von einem Gott faselt, der dir fremd ist. Dass er bald wieder wegziehen wird, schwebt über euch wie eine düstere Wolke. Aber darüber willst du nicht mit ihm reden, oder was sich dann ändert. Fliegst wie ein Pingpongball zwischen Verlustangst und Wut und den schönsten Momenten deines jungen Lebens und weißt nicht, wo dir der Kopf steht. Als ihr euch unter der alten Brücke küsst, bleibt davon keine gute Erinnerung. Warum ausgerechnet dein Vater in der Nähe war, weißt du bis heute nicht, aber er brüllt dir so laut in die Ohren, dass sie noch zwei Wochen später ringen. Knapp ne Woche lassen dich deine Eltern in der Garage schlafen. Scheiße kalt ist es, deine Zähne klappern die ganze Nacht und statt zu schlafen drückst du nur mit leerem Kopf auf deinen blauen Flecken herum. Am nächsten Tag gehst du wieder zur Schule, als wärs nichts, und kriegst Ärger, weil du nicht im Matheunterricht aufpasst<br><br />
Elliot siehst du nicht mehr wieder. Willst du auch nicht, glaubst du. Kannst das alles nicht einordnen und hast auch keinen Bock, dass deine Eltern weiter eskalieren, falls er versucht sich zu melden. Wütend bis du trotzdem, als Wochen verstreichen und nichts passiert. Klar, kann der sich einfach verpissen und dich zurücklassen – klar, kannst du dem egal sein. Der Ton Zuhause ist plötzlich ein anderer. Einfach war es schon vorher nicht, aber dass dich dein Vater richtig verachtet, kommt erst jetzt durch. Deine Mutter ist da subtiler, aber auch aus ihrer Ecke erhoffst du dir keinen Support. Plötzlich predigen auch deine unreligiösen Eltern von <i>Adam and Eve, not Adam and Steve</i>, als wäre Elliot nicht das geistlichste an deinem Leben gewesen.<br><br></div><div class="s-b">Schulabschluss, Auszug, Ausbildung <ti>2000 - 2014</ti></div>
	<div class="s-tb"><i>Fickt euch</i>, denkst du dir grinsend, als du deinen Eltern kurz nach deinem Schulabschluss das ausgedruckte Zugticket auf den Tisch knallst. Dass du wegziehst, hast du niemandem erzählst – die Diskussion kannst du dir sparen. Ausgeschlossen, dass du in dieser Scheißstadt bleibst, stattdessen zieht es dich nach Edinburgh, wo du die nächsten Jahre verbringen wirst.<br> In den ersten Monaten weißt du nichts mit dir anzufangen. Miserabel fühlst du dich, verfickt miserabel. Ziehst deine Energie aus shady Gay Bar Hinterzimmern und dem einen oder anderen (unüberlegten) Tattoo, das definitiv zu tief gestochen wurde (dir dafür aber auch nur nen Fuffi aus der Tasche gezogen hat). Immer wieder mal schläfst du mit ner Frau und fühlst dich dann, als würdest du wem was beweisen – <i>na siehste Mum, gotcha.</i><br><br>Lang hält deine <i>Findungsphase</i> nicht an. In deinen ersten Monaten in Edinburgh arbeitest du als Farmhand, aber die arbeit kotzt dich so massiv an, dass du dich kaum aufraffen kannst und mit dem kommenden Winter weißt du auch, dass die dich nicht mehr gebrauchen können.<br>Es sind keine moralischen Überzeugungen, die dich in die Polizeiausbildung treiben. Aber es ist ein guter Job mit gutem Ansehen und guter Bezahlung, der was bedeutet. Wenn du Leuten sagst, dass du Bulle bist, dann haben sie gleich ne Meinung von dir – ob die gut oder schlecht ausfällt, ist da zweitranging. Mit diesem gewissen <i>Standing</i> freundest du dich schon während der Ausbildung an. Allgemein lernst du dort auch was über die Kameradschaft, die du sonst nie hattest. Da ist ein gewisses Vertrauen zwischen dir und deinen Kollegen; in den Augen linker Brandstifter wohl zu blind, aber darüber kannst du nur schief grinsen. Zum Brunchen triffst du dich mit deinen Kollegen vielleicht nicht, aber hin und wieder ein Feierabendbier und die Einsamkeit vergeht, die dich immer begleitet hat. Vielleicht liegts auch einfach daran, dass du älter wirst.<br><br>Und dann gibts diese Abende, wo du nach der Bar heimkommst, dich an den Laptop setzt und dich fragst, wo Elliot jetzt wohl steckt. Hm. Fühlst dich manchmal als hätts den nie gegeben, so spurlos, wie der verschwunden ist und nirgendwo auftaucht. Kein Social Media, kein Telefonbucheintrag, kein gar nichts. Bis du den irgendwann auf der hässlichen early-2000s Website von nem Kirchenchor findest. Hm.<br>Das bleibt auch die einzige Reaktion, wenn du immer mal wieder die Seite aktualisierst. Hm. Der singt da schöne Lieber über seinen Gott. Hm. Der sieht da glücklich aus. Hm. Der wird Priester. Hm. Zehn Jahre später und du erkennst den immer noch wieder, aber weißt auch, dass du den eigentlich gar nicht kennst. Hm-st dich weiter durch dein Leben und lässt den Typen da, wo er ist, in seinem Kaff irgendwo im Norden Manchesters.<br><br />
	</div>
	<div class="s-b">Arbeit, CID, Manchester <ti>2014 -</ti></div>
	<div class="s-tb">Apropos Manchester: Da ist deine Schwester mittlerweile auch. Die hat auch die Biege gemacht, sobald sie konnte und wohnte dafür zwischenzeitlich sogar bei dir in Edinburgh, bevor sie ihre WG findet. Die Couch kannte sie ja schon, da hat sie hin und wieder gepennt, wenn sie dich als erwachsene Begleitperson auf irgendwelche Konzerte entführt hat (und weil du derjenige mit dem Gehalt warst, hast du die auch noch selbstlos bezahlt).<br>Egal, jetzt macht sie ihr Ding jedenfalls in England und du fährst immer noch auf Streife und merkst auch, dass du das nicht ewig machen willst. 2010 trittst du dem National Detective Programme bei und obwohl du zwei Jahre später offiziell Detective Constable bist, gerätst du in diesen Alltagstrott, kannst die Stadt nicht mehr sehen und denkst trotzdem nicht ernsthaft drüber nach wegzugehen. Bis dann der laute Köter in deiner Nachbarschaft seinen Besitzer in Krücken versetzt und ihr ins Gespräch kommt. Mit Hunden bist du immerhin aufgewachsen und obwohl du weder Zeit, noch Platz für einen Hund (und vor allem eine aufwändige Rasse) hast, willst auch nicht, dass der reaktive Malinois unvermittelbar in einem Tierheim versauert. Der Gedanke lässt dich trotzdem nicht los und ein halbes Jahr nachdem du Hector mal beiläufig in einem Gespräch mit deiner Schwester erwähnt hast, teilst du dir mit ihr sozusagen das Sorgerecht. 2014 lässt du Schottland hinter dir, ziehst nach Manchester, fügst dich in einem neuen Team ein und ignorierst jeden Gedanken an Elliot.<br><br>Wieder auf Streife, entweder um dich zu beweisen, oder weil gerade keine Stelle frei ist. Was der tatsächliche Grund ist, ist dir eigentlich egal, abfucken tut es dich nämlich sowieso. Wenigstens kannst du dir einreden, die Stadt so besser kennenzulernen (ob die dir so gut gefällt, naja). Wirst in den Jahren sicher auch nicht der beliebteste Cop Manchesters, aber hey – man tut was man kann. Braucht glücklicherweise auch nicht zu lang und 2015 lässt man dich die Uniform endlich wieder ablegen. Gibt sicher den einen oder anderen Kollegen, der sich freut, dich los zu sein, aber sowas nimmst du immerhin schon lange nicht mehr persönlich.<br><br>Das ist aber auch nicht das einzige, das 2015 passiert. Für ein paar Monate wohnt Ianis bei dir, irgendwie passiert das einfach. Hast ihn in einem Club kennengelernt, den Rumänen ohne Rückflugticket. Was das zwischen euch ist, besprecht ihr nie, und genauso wortkarg macht der einen Abgang, nachdem ihr euch fett streitet. Es macht dich fuchsig, dass dich das nicht kalt lässt. Dabei wars auch das nächste an Beziehung, das du in deinem Leben geführt hast.<br>Im Herbst drückst du deine Mutter bestimmt 9x weg, also muss dir deine Schwester erzählen, dass dein Vater einen Schlaganfall hatte. Danach siecht er noch einige Monate im Krankenhaus vor sich hin, du bist sogar auch mal da. Aber da ist nichts mit <i>making amends</i>, keine spontane Einsicht, dass man sein Leben hätte anders leben sollen. Dein Vater stirbt, du hörst keine Entschuldigung, die du weder brauchst noch hören willst, und verpisst dich vor dem Essen von der Beerdigung.<br>Eigentlich verändert sich für dich nichts, außer dass deine Mutter den Ansatz nutzt, um dir wieder auf den Sack zu gehen. Denkt scheinbar, du würdest jetzt endlich zur Besinnung kommen und die Farm übernehmen, also reduzierst du den ohnehin seltenen Kontakt aufs mindeste, um dich den Vorwürfen und Forderungen zu entziehen. Den Schuh ziehst du dir nicht an und selbst wenn du die Farmarbeit nicht zum Kotzen finden würdest, würdest du schon aus Prinzip niemals in die Fußstapfen deiner Eltern tun. Dann versinkst du lieber weiter im Trott deines neu gefundenen Alltags. <br><br>Passt schon alles so, wie es ist. <br />
	<br />
	<br />
<i2>tl;dr</i2><br />
* 23.09.1982: Geburt in Stirling<br />
* 1987 - 2000: Schulzeit<br />
* 2000 - 2003: Polizeiausbildung in Edinburgh<br />
* 2003 - 2010: Streife; Police Scotland, Edinburgh<br />
* 2010 - 2012: Ausbildung im National Detective Programme<br />
* 2012 - 2014: Arbeit als Detective Constable<br />
* 2014: Umzug nach Manchester<br />
* 2014 - 2015: Streife; Greater Manchester Police<br />
* 2015 - : Rückkehr zu Ermittlungsarbeiten im CID<br />
	</div></div> </div>
		</div></div> </div></div>
<style>.s-b {position:absolute} .s-wr {margin:auto}.s-b {background-color: #2a698b }.s-tb, .l-b{position:relative}.s-tb{text-align: justify}.s-b dt{font-weight:600}.s-wr{width:100%;border-left: solid 8px #2a698b}.s-b{max-width: 430px; z-index: 2; padding:5px 10px 5px 15px;font-size:13px;font-family: 'Montserrat', sans-serif;color:#fff;text-transform:uppercase;letter-spacing:0.5px}.s-b ti{font-size:10px}.s-tb{padding: 0 15px 0 10px;padding-top:37px} i2 {font-size: 11px; font-style: italic; color: #2a698b;} .lee-facts { padding: 10px;}.lee-facts-title {font-family: 'Montserrat', sans-serif;text-transform: uppercase; text-align: left; font-weight: bold; letter-spacing: 2px; margin-bottom: -10px;}.lee-facts ul { list-style-type: none; margin-left: -30px;}.lee-facts ul li { padding: 2px 0;}</style>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[From the space where we learned to be brave]]></title>
			<link>https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2669</link>
			<pubDate>Fri, 15 May 2026 12:47:41 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.losttheplot.de/member.php?action=profile&uid=260">Andrew Marsh</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2669</guid>
			<description><![CDATA[Neues Jahr, neues—Glück?! – als würde Andrew sich auf sowas verlassen. Die zwei Wochen im Büro und der übliche Neujahrsstress reichten vollkommen aus, um ihn wieder in den Alltag zu integrieren und den Erholungseffekt vom Urlaub in Italien aufzubrauchen. Die leichte Bräune von den paar mehr Sonnenstunden hatte sich auch wieder in winterliche Blässe aufgelöst, allerdings sah er deutlich gesünder aus als noch im Dezember (was angesichts der Umstände nicht verwunderlich war). Bei seinen Kolleg*innen hatte sich auch allmählich die Gewissheit eingestellt, dass bei Andrew alles wieder normal war, und er dem vermeintlichen Burnout nochmal von der Schippe gesprungen war (Wetten waren ausgehandelt worden, keine Frage). <br />
<br />
Auch Andrew glaubte sich langsam, dass bei ihm alles wieder normal war, der kleine Therapieurlaub mit Enoch war wirklich heilsam gewesen. Er hatte sich vom gemeinsamen Lunch mit den Kollegen entschuldigt und stattdessen mit Tama auf einen Kaffee und ein Stück Kuchen verabredet, den er um die Ecke frisch gekauft hatte. So viel Zeit hatte er eh nicht, deswegen mussten sie sich bei ihm im Büro treffen – er kam Tama ja wirklich immer gerne besuchen auf Arbeit, aber er erinnerte sich, wie falsch sich vor einem halben Jahr ca. der Champagner und Kuchen in dessen Räumlichkeiten angefühlt hatte, wo auch außerhalb der Leichenhalle immer so ein spezieller Geruch in den Wänden steckte. Vielleicht hatte er auch noch anderthalb andere Gründe, warum er ihn heute nicht in einem öffentlichen Café treffen wollte. <br />
<br />
Wusste er gar nicht, warum er ungewohnt nervös war, während er die vier Stück Kuchen anrichtete (bzw. die Porzellanplatte auf den runden Besprechungstisch stellte, die ihm seine Assistentin vorbereitet hatte) und Kaffee und Milch bereitstellte. Er hatte sich schließlich lang genug Gedanken darüber gemacht und ca. seine gesamte Freizeit der letzten Woche investiert, um dieses Gespräch mit jeder Konsequenz durchzudenken. Andrew war auf jeden Ausgang emotional vorbereitet, kein Problem. Es konnte eh nichts passieren, redete er sich ein, es ging ja um exakt gar nichts (er wollte ihm wirklich nicht direkt einen Antrag machen, versprochen!). <br />
In erster Linie freute er sich einfach sehr, Tama nach der langen Pause wiederzusehen und entsprechend leuchtete sein Gesicht kurz auf, als es an der Tür klopfte und der Gerichtsmediziner dahinter auftauchte. „Tama, schön dich zu sehen“, glaubte man ihm sofort, als er ihn zur Begrüßung kurz umarmte und die Tür hinter ihm schloss. „Wie geht’s dir? Entschuldige bitte, dass ich dich mit einer halben Stunde Kaffeepause abspeise, nachdem wir uns so lange nicht gesehen haben“, nahm er das direkt vorweg, als wär das jetzt die neuste Entwicklung auf der Welt, dass Andrew einen vollen Kalender hatte (Tama in der Regel ja auch).]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Neues Jahr, neues—Glück?! – als würde Andrew sich auf sowas verlassen. Die zwei Wochen im Büro und der übliche Neujahrsstress reichten vollkommen aus, um ihn wieder in den Alltag zu integrieren und den Erholungseffekt vom Urlaub in Italien aufzubrauchen. Die leichte Bräune von den paar mehr Sonnenstunden hatte sich auch wieder in winterliche Blässe aufgelöst, allerdings sah er deutlich gesünder aus als noch im Dezember (was angesichts der Umstände nicht verwunderlich war). Bei seinen Kolleg*innen hatte sich auch allmählich die Gewissheit eingestellt, dass bei Andrew alles wieder normal war, und er dem vermeintlichen Burnout nochmal von der Schippe gesprungen war (Wetten waren ausgehandelt worden, keine Frage). <br />
<br />
Auch Andrew glaubte sich langsam, dass bei ihm alles wieder normal war, der kleine Therapieurlaub mit Enoch war wirklich heilsam gewesen. Er hatte sich vom gemeinsamen Lunch mit den Kollegen entschuldigt und stattdessen mit Tama auf einen Kaffee und ein Stück Kuchen verabredet, den er um die Ecke frisch gekauft hatte. So viel Zeit hatte er eh nicht, deswegen mussten sie sich bei ihm im Büro treffen – er kam Tama ja wirklich immer gerne besuchen auf Arbeit, aber er erinnerte sich, wie falsch sich vor einem halben Jahr ca. der Champagner und Kuchen in dessen Räumlichkeiten angefühlt hatte, wo auch außerhalb der Leichenhalle immer so ein spezieller Geruch in den Wänden steckte. Vielleicht hatte er auch noch anderthalb andere Gründe, warum er ihn heute nicht in einem öffentlichen Café treffen wollte. <br />
<br />
Wusste er gar nicht, warum er ungewohnt nervös war, während er die vier Stück Kuchen anrichtete (bzw. die Porzellanplatte auf den runden Besprechungstisch stellte, die ihm seine Assistentin vorbereitet hatte) und Kaffee und Milch bereitstellte. Er hatte sich schließlich lang genug Gedanken darüber gemacht und ca. seine gesamte Freizeit der letzten Woche investiert, um dieses Gespräch mit jeder Konsequenz durchzudenken. Andrew war auf jeden Ausgang emotional vorbereitet, kein Problem. Es konnte eh nichts passieren, redete er sich ein, es ging ja um exakt gar nichts (er wollte ihm wirklich nicht direkt einen Antrag machen, versprochen!). <br />
In erster Linie freute er sich einfach sehr, Tama nach der langen Pause wiederzusehen und entsprechend leuchtete sein Gesicht kurz auf, als es an der Tür klopfte und der Gerichtsmediziner dahinter auftauchte. „Tama, schön dich zu sehen“, glaubte man ihm sofort, als er ihn zur Begrüßung kurz umarmte und die Tür hinter ihm schloss. „Wie geht’s dir? Entschuldige bitte, dass ich dich mit einer halben Stunde Kaffeepause abspeise, nachdem wir uns so lange nicht gesehen haben“, nahm er das direkt vorweg, als wär das jetzt die neuste Entwicklung auf der Welt, dass Andrew einen vollen Kalender hatte (Tama in der Regel ja auch).]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[It′s getting hard to be someone, but it all works out]]></title>
			<link>https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2668</link>
			<pubDate>Sat, 02 May 2026 20:24:01 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.losttheplot.de/member.php?action=profile&uid=103">Ennis Lloyd</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2668</guid>
			<description><![CDATA[Er konnte jederzeit wieder gehen, sagte Ennis sich jeden Morgen, wenn er die Augen öffnete. Niemand würde ihn festhalten, niemand würde die Tür hinter ihm abschließen – es gab maximal ein eindringliches Gespräch, mehr nicht. Ennis war freiwillig an diesem deprimierenden Ort, und der einzige Grund, wieso er nicht wieder nach Hause ging, war der Umstand, dass er die Kraft nicht hatte, in seine schweigende Wohnung zurückzukehren, und der Einsamkeit zu begegnen. Dass er Hilfe brauchte, war ihm bewusst. Der Gedanke mit der Knarre war nur vorübergehend gewesen, aber als er dann seine Türklinken zum ersten Mal mit neuem Interesse angesehen hatte, war ihm bewusst gewesen, dass es so nicht mehr weitergehen konnte, und direkt in die Klinik gefahren. Jetzt nahm er Citalopram, hatte jeden Tag Therapie und beobachtete die anderen Patienten und fragte sich zwischendurch, ob es ihm wirklich so schlecht ging. Ob es das wert gewesen war, sich krankschreiben zu müssen. <br />
<br />
Nachts lag er wach und hatte Panik, dass er nie wieder als Bulle würde arbeiten können – und ob er das überhaupt sollte, aber er konnte doch sonst nichts. Er schlief mehr, vor lauter Erschöpfung, und weil er hier nichts anderes tun konnte. Er mochte die Leute hier, und hoffte, dass er danach nie wieder mit ihnen zu tun haben würde. Sein Sportpensum war weggebrochen, und das Medikament machte ihn fett, hatte er das Gefühl, aber eigentlich konnte das gar nicht sein, weil er erst eine Woche hier war. Er wollte heim. Was war heim? Die Pflegerin Sophie klopfte an den Türrahmen – sie sah mindestens genauso krank aus wie er, dachte er erneut, dabei lächelte sie schöner. Er hatte Besuch; ob er rauskommen wollte. Immerhin, da tauchte beinahe Neugierde durch das Grau seiner Emotionen, aber letztlich war es ihm egal – er ging trotzdem gucken. Und hätte sich beinahe wieder versteckt, auf dem Klo oder so, als er Rohan Pandey im Eingangsbereich vorfand. „<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Woher weißt du, dass ich hier bin?</span>“, fragte er tonlos, und erinnerte sich gar nicht, dass er ihm selbst geschrieben hatte, bevor er sich eingeliefert hatte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Er konnte jederzeit wieder gehen, sagte Ennis sich jeden Morgen, wenn er die Augen öffnete. Niemand würde ihn festhalten, niemand würde die Tür hinter ihm abschließen – es gab maximal ein eindringliches Gespräch, mehr nicht. Ennis war freiwillig an diesem deprimierenden Ort, und der einzige Grund, wieso er nicht wieder nach Hause ging, war der Umstand, dass er die Kraft nicht hatte, in seine schweigende Wohnung zurückzukehren, und der Einsamkeit zu begegnen. Dass er Hilfe brauchte, war ihm bewusst. Der Gedanke mit der Knarre war nur vorübergehend gewesen, aber als er dann seine Türklinken zum ersten Mal mit neuem Interesse angesehen hatte, war ihm bewusst gewesen, dass es so nicht mehr weitergehen konnte, und direkt in die Klinik gefahren. Jetzt nahm er Citalopram, hatte jeden Tag Therapie und beobachtete die anderen Patienten und fragte sich zwischendurch, ob es ihm wirklich so schlecht ging. Ob es das wert gewesen war, sich krankschreiben zu müssen. <br />
<br />
Nachts lag er wach und hatte Panik, dass er nie wieder als Bulle würde arbeiten können – und ob er das überhaupt sollte, aber er konnte doch sonst nichts. Er schlief mehr, vor lauter Erschöpfung, und weil er hier nichts anderes tun konnte. Er mochte die Leute hier, und hoffte, dass er danach nie wieder mit ihnen zu tun haben würde. Sein Sportpensum war weggebrochen, und das Medikament machte ihn fett, hatte er das Gefühl, aber eigentlich konnte das gar nicht sein, weil er erst eine Woche hier war. Er wollte heim. Was war heim? Die Pflegerin Sophie klopfte an den Türrahmen – sie sah mindestens genauso krank aus wie er, dachte er erneut, dabei lächelte sie schöner. Er hatte Besuch; ob er rauskommen wollte. Immerhin, da tauchte beinahe Neugierde durch das Grau seiner Emotionen, aber letztlich war es ihm egal – er ging trotzdem gucken. Und hätte sich beinahe wieder versteckt, auf dem Klo oder so, als er Rohan Pandey im Eingangsbereich vorfand. „<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Woher weißt du, dass ich hier bin?</span>“, fragte er tonlos, und erinnerte sich gar nicht, dass er ihm selbst geschrieben hatte, bevor er sich eingeliefert hatte.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[We've been leavin' little marks, we've been building fires]]></title>
			<link>https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2667</link>
			<pubDate>Fri, 01 May 2026 19:42:16 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.losttheplot.de/member.php?action=profile&uid=474">Theodore Jagan</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2667</guid>
			<description><![CDATA[Nach wie vielen Tagen Schlaflosigkeit kamen eigentlich die Hallus, fragte Theo sich mit einem Blick auf die Uhrzeit seines Handys, und hatte ja gerade einmal drei Stunden Zeit, in die siffige WG zurückzugehen, zu duschen, besser nicht oder doch die Augen zu schließen, und dann wieder zum ersten Seminar heute auf der Matte zu stehen. Das Bittere war: Er hatte nicht einmal Party gemacht, sondern an seiner Hausarbeit geschrieben und war dann eben beim Einsortieren im Supermarkt vor den Öffnungszeiten mit dem Kopf fast in den Kichererbsendosen gelandet. Vielleicht sollte er sich doch prostituieren, dachte er mit kleinen Augen, während er an der Tür zu seinem Lieblingscafé kratzen wollte, damit man ihn früher einließ, aber nein, das war schon geöffnet. Die Türglocke bimmelte, als er eintrat. „<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Wie immer</span>“, sagte er (was doppelten Espresso in einer gigantischen Tasse mit viel zu viel Milch und ungefähr noch einmal genauso viel Karamellsirup bedeutete - Hauptsache viel Koffein und viel Zucker, um den Geschmack von ersterem zu übertünchen; außerdem war das quasi Frühstück) nach der lieben Begrüßung, drehte sich dann so halb zum Fenster hin und wäre beinahe umgekippt. Eigentlich war er zu müde zum Geifern, aber da am Tisch am Fenster saß der circa schönste Mann – oder die Sonne stand noch sehr tief, konnte beides sein. Theo strahlte auf jeden Fall mit dieser um die Wette, als er sich einfach mit einem „<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">ist hier noch frei?</span>“, auf den Stuhl vor ihn fallen ließ und ihn durch die Sonnenbrille anguckte. Jesus Christus. Weiße Männer sollten so nicht aussehen, Theo wäre für dieses Gesicht bereit, einen auf 12 years a slave zu machen. „<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Hi!</span>“ Die Erschöpfung machte ihn mutig.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Nach wie vielen Tagen Schlaflosigkeit kamen eigentlich die Hallus, fragte Theo sich mit einem Blick auf die Uhrzeit seines Handys, und hatte ja gerade einmal drei Stunden Zeit, in die siffige WG zurückzugehen, zu duschen, besser nicht oder doch die Augen zu schließen, und dann wieder zum ersten Seminar heute auf der Matte zu stehen. Das Bittere war: Er hatte nicht einmal Party gemacht, sondern an seiner Hausarbeit geschrieben und war dann eben beim Einsortieren im Supermarkt vor den Öffnungszeiten mit dem Kopf fast in den Kichererbsendosen gelandet. Vielleicht sollte er sich doch prostituieren, dachte er mit kleinen Augen, während er an der Tür zu seinem Lieblingscafé kratzen wollte, damit man ihn früher einließ, aber nein, das war schon geöffnet. Die Türglocke bimmelte, als er eintrat. „<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Wie immer</span>“, sagte er (was doppelten Espresso in einer gigantischen Tasse mit viel zu viel Milch und ungefähr noch einmal genauso viel Karamellsirup bedeutete - Hauptsache viel Koffein und viel Zucker, um den Geschmack von ersterem zu übertünchen; außerdem war das quasi Frühstück) nach der lieben Begrüßung, drehte sich dann so halb zum Fenster hin und wäre beinahe umgekippt. Eigentlich war er zu müde zum Geifern, aber da am Tisch am Fenster saß der circa schönste Mann – oder die Sonne stand noch sehr tief, konnte beides sein. Theo strahlte auf jeden Fall mit dieser um die Wette, als er sich einfach mit einem „<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">ist hier noch frei?</span>“, auf den Stuhl vor ihn fallen ließ und ihn durch die Sonnenbrille anguckte. Jesus Christus. Weiße Männer sollten so nicht aussehen, Theo wäre für dieses Gesicht bereit, einen auf 12 years a slave zu machen. „<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Hi!</span>“ Die Erschöpfung machte ihn mutig.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[long afloat on shipless oceans]]></title>
			<link>https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2666</link>
			<pubDate>Fri, 03 Apr 2026 22:50:37 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.losttheplot.de/member.php?action=profile&uid=474">Theodore Jagan</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2666</guid>
			<description><![CDATA[Theo öffnete die Augen. Für einen Moment fühlte es sich so an, als hätte er seine Erinnerung verloren, als wüsste er nicht mehr, wo er war, und wer er war. Die dumpfe Musik drang durch die Tür, drückte fast schmerzhaft gegen sein Trommelfell. Ihm war kalt. Ihm war schlecht. Der Raucherraum kam ihm schließlich doch bekannt vor, und seine eigenen Knie auch. Die nackten Betonwände, auf die jeder Mensch und seine Oma irgendwas geklebt oder gescribbelt oder geschrieben hatte – der dichte Rauch, der unter der Decke hing. Er fuhr sich mit der Hand über die nassgeschwitzte Stirn, und konnte sich selbst riechen, was weird war, weil das E normalerweise dafür sorgte, dass sich der Geruch erst mit der Nüchternheit wieder meldete. Sein Herz hämmerte im Hals, direkt gegen seinen Adamsapfel, und seine Hand landete in einem feuchten Fleck auf der Bank neben ihm – das bisschen Sperma. Sein Hosenstall war geöffnet, und er schloss ihn mit zittrigen Fingern wieder. Eigentlich gab es keinen Grund für den erhöhten Puls, wollte er denken, weil so weit, so normal, aber ihm war übel und schwindelig, und er fühlte sich seltsam fremd im eigenen Körper. <br />
<br />
Zu viel genommen, eventuell. Komisch gemischt, oder einen falschen Moment erwischt. Die zweite Runde Pulver hätte nicht sein müssen, oder alles, was danach gekommen war – wenn was danach gekommen war. Ihm knickten kurz die Knie weg, als er stand, und schaffte es vor die Kloschüssel, ehe er einen Schwall Magensäure erbrach. Dass er sich nicht dran erinnern konnte, wann er das letzte Mal gegessen hatte, schob Theo auf seine aktuellen Erinnerungslücken, während er sich halb an die Keramikschüssel klammerte, als würde die dafür sorgen, dass der Boden ihn nicht schluckte. Durch’s Kotzen wurde ihm noch schlechter, er hatte das als Kind schon gehasst (deswegen auch keine Bulimie entwickelt, wollte er manchmal traurig denken, weil die bestimmt Sachen vereinfachen würde) – also blieb er einfach da. Weil er die Kabinentür nicht geschlossen hatte, wollte ein Typ rein – als wär’s ne Aufforderung, dass Theo eh schon kniete. „Junge, verpiss dich!“, sagte er aus der Kloschüssel heraus und erkannte seine Stimme so wenig, dass er zuerst dachte, jemand anderes würde sprechen. <br />
<br />
Okay, langsam bekam er doch Stress. So’n richtiger Schauder im Nacken, als würd sich ne Faust da festklammern, und er packte sich mit der Spermahand dahin, aber nein, niemand hatte nach ihm gegriffen. Der Blick in den Spiegel über dem Wasserhahn machte ihn nur noch paranoider. Hatte sich sein Kopf grad gedreht, wer war dieser Mensch im Spiegel, wieso veränderte sich sein Gesicht bis ins Unkenntliche. Alles waberte. Als würde der ganze Raum pulsieren, aber nicht auf die nice Art. Eher wie so’n Lebewesen, und die Wände waren--- „Ah“, sagte er erstaunlich ruhig und war schließlich kein Anfänger, was schlechte Trips anging, aber bevor er das Risiko einging, von seinem bösen Zwilling in den Spiegel gezogen zu werden, verließ er doch hastig die Toiletten. Er dachte nicht dran, Ronan anzurufen. Ronan war sowieso am Schlafen, und Ronan war kein warmer Mensch. Er brauchte einen warmen Menschen: Ihm fiel nur ein Einziger ein. Zahi hob fast sofort ab und Theo hätte beinahe das Handy fallen gelassen. „Wenn wir jetzt losfahren, um wie viel Uhr wären wir in Paris?“, fragte er fahrig und kapierte selbst nicht, was er damit wollte. Er sah sich grad nirgends, aber vielleicht wollte er Zahi nur gegen die Panik reden hören.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Theo öffnete die Augen. Für einen Moment fühlte es sich so an, als hätte er seine Erinnerung verloren, als wüsste er nicht mehr, wo er war, und wer er war. Die dumpfe Musik drang durch die Tür, drückte fast schmerzhaft gegen sein Trommelfell. Ihm war kalt. Ihm war schlecht. Der Raucherraum kam ihm schließlich doch bekannt vor, und seine eigenen Knie auch. Die nackten Betonwände, auf die jeder Mensch und seine Oma irgendwas geklebt oder gescribbelt oder geschrieben hatte – der dichte Rauch, der unter der Decke hing. Er fuhr sich mit der Hand über die nassgeschwitzte Stirn, und konnte sich selbst riechen, was weird war, weil das E normalerweise dafür sorgte, dass sich der Geruch erst mit der Nüchternheit wieder meldete. Sein Herz hämmerte im Hals, direkt gegen seinen Adamsapfel, und seine Hand landete in einem feuchten Fleck auf der Bank neben ihm – das bisschen Sperma. Sein Hosenstall war geöffnet, und er schloss ihn mit zittrigen Fingern wieder. Eigentlich gab es keinen Grund für den erhöhten Puls, wollte er denken, weil so weit, so normal, aber ihm war übel und schwindelig, und er fühlte sich seltsam fremd im eigenen Körper. <br />
<br />
Zu viel genommen, eventuell. Komisch gemischt, oder einen falschen Moment erwischt. Die zweite Runde Pulver hätte nicht sein müssen, oder alles, was danach gekommen war – wenn was danach gekommen war. Ihm knickten kurz die Knie weg, als er stand, und schaffte es vor die Kloschüssel, ehe er einen Schwall Magensäure erbrach. Dass er sich nicht dran erinnern konnte, wann er das letzte Mal gegessen hatte, schob Theo auf seine aktuellen Erinnerungslücken, während er sich halb an die Keramikschüssel klammerte, als würde die dafür sorgen, dass der Boden ihn nicht schluckte. Durch’s Kotzen wurde ihm noch schlechter, er hatte das als Kind schon gehasst (deswegen auch keine Bulimie entwickelt, wollte er manchmal traurig denken, weil die bestimmt Sachen vereinfachen würde) – also blieb er einfach da. Weil er die Kabinentür nicht geschlossen hatte, wollte ein Typ rein – als wär’s ne Aufforderung, dass Theo eh schon kniete. „Junge, verpiss dich!“, sagte er aus der Kloschüssel heraus und erkannte seine Stimme so wenig, dass er zuerst dachte, jemand anderes würde sprechen. <br />
<br />
Okay, langsam bekam er doch Stress. So’n richtiger Schauder im Nacken, als würd sich ne Faust da festklammern, und er packte sich mit der Spermahand dahin, aber nein, niemand hatte nach ihm gegriffen. Der Blick in den Spiegel über dem Wasserhahn machte ihn nur noch paranoider. Hatte sich sein Kopf grad gedreht, wer war dieser Mensch im Spiegel, wieso veränderte sich sein Gesicht bis ins Unkenntliche. Alles waberte. Als würde der ganze Raum pulsieren, aber nicht auf die nice Art. Eher wie so’n Lebewesen, und die Wände waren--- „Ah“, sagte er erstaunlich ruhig und war schließlich kein Anfänger, was schlechte Trips anging, aber bevor er das Risiko einging, von seinem bösen Zwilling in den Spiegel gezogen zu werden, verließ er doch hastig die Toiletten. Er dachte nicht dran, Ronan anzurufen. Ronan war sowieso am Schlafen, und Ronan war kein warmer Mensch. Er brauchte einen warmen Menschen: Ihm fiel nur ein Einziger ein. Zahi hob fast sofort ab und Theo hätte beinahe das Handy fallen gelassen. „Wenn wir jetzt losfahren, um wie viel Uhr wären wir in Paris?“, fragte er fahrig und kapierte selbst nicht, was er damit wollte. Er sah sich grad nirgends, aber vielleicht wollte er Zahi nur gegen die Panik reden hören.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Willst du mit mir Haie raten? Ja. Nein. Tigerhai?]]></title>
			<link>https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2665</link>
			<pubDate>Tue, 17 Mar 2026 19:43:05 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.losttheplot.de/member.php?action=profile&uid=539">Maksym Lazarenko</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2665</guid>
			<description><![CDATA[<img src="https://64.media.tumblr.com/7230ac74e12f94f17720e8f87e7464a6/f2360e677483b954-ba/s400x600/bef083b3d6c8090f1199421cbb5a11b2664e644c.gifv" style="width: 200px; border: solid 1px #111; padding: 5px; float:left; margin: 10px 20px 10px 0;" /> <a href="https://va.media.tumblr.com/tumblr_td9rwyBwI81qg0upk.mp4" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">[Outfit]</a> Nach einem warmen, sonnigen Osterwochenende gab das wechselhafte Aprilwetter an diesem Dienstagnachmittag eine Sondervorstellung. Der Himmel war in trendiges Millennial Grey gekleidet und alle paar Minuten wehte eine eisige Böe am Eingang des <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">SEA LIFE Manchester</span> vorbei, die Maksyms Locken über seine Stirn tanzen ließ und ihn dazu zwang, die Sonnenblumen enger an seinen Körper zu pressen, damit ihre Stiele nicht knickten. Mit Schweiß auf der Stirn hatte er zwei gekauft, weil die Verkäuferin gesagt hatte, dass er zwei kaufen sollte. Er hatte sich kurz gefragt wieso, sich dann aber an das Meerschweinchen erinnert, das seine Schwester als Kind gehabt hatte und von dem er mittlerweile wusste, dass man es nicht allein hätte halten dürfen. Maksym musste auch heute noch oft an den armen Печиво denken, der vermutlich vor Einsamkeit verstorben war und hatte deshalb auf die Fachmeinung der Blumenverkäuferin vertraut. Immerhin verstand er nichts von Sonnenblumen, so wenig sogar, dass er nicht gewusst hatte, dass April in England keine Sonnenblumensaison war, sodass der hohe Preis ihn ziemlich kalt erwischt hatte. <br />
<br />
Wieder ging er langsam zwischen den beiden Löwenstatuen vor dem Eingang, die aus einem unerfindlichen Grund keine Seelöwen waren, hin und her. Stillstehen war keine Option, besonders nicht, da sein Kopf sich weigerte, die vergangene Woche einfach abzulegen wie ein Kostüm nach einer Vorstellung. Stattdessen blieb sie so hartnäckig in seinem Kopf wie Body Glitter. Nachdem Britney mit seiner gänzlich selbstverschuldeten Grippe im Varieté ausgefallen war, hatte Maksym seinen Einstand mit Soloauftritten gegeben und an drei Abenden und einem Nachmittag das Publikum mit seiner Zirkus-Nummer am Aerial Hoop begeistert. Er hatte jeden Auftritt genossen, weil sein Kopf in acht Metern Höhe kurz still wurde und es eine willkommene Flucht vor dem ersten Osterfest seit Jahren mit seiner Familie in der ukrainischen Gemeinde gewesen war. Es war zwar auch schön, wieder Zeit mit seinen Eltern und seiner Schwester zu verbringen, aber irgendwann war ihm das einfach zu viel zu anders von seinem Alltag geworden. <br />
<br />
Was er heute, an seinem freien Tag, vorhatte, war auch alles andere als alltäglich und sein Körper entsprechend unter Strom. Sein Blick suchte den Parkplatz kurz nach einem bekannten Gesicht ab, kehrte dann aber pflichtbewusst zu den Sonnenblumen zurück. Darüber, dass Nani sie die ganze Zeit mit sich rumtragen würde, hatte er nicht nachgedacht, nur darüber, dass man zu einem Date auch Blumen mitbringen musste. Die Blondine war es gewesen, die seiner Idee, wie er sie wiedersehen könnte, den Stempel ‘Date’ verpasst hatte und Maksym fragte sich seit dem, was das und die Nachrichten, die sie sich in den letzten Tagen geschrieben hatten, bedeuteten. Nani hatte ihn geküsst, zweimal. Einmal hätte ein Versehen sein können, ein unbedachter Impuls oder vielleicht sogar ein Fehler. Zweimal küsste man niemanden, den man nicht küssen wollte. Das war eine Wiederholung und mit Wiederholungen sollte er sich eigentlich auskennen, schließlich bestand der Großteil seines Lebens daraus, etwas zu wiederholen, bis es perfekt war. Ob sie ihn noch mal küssen würde? Er schmunzelte ein bisschen, weil die Erinnerung daran, wie süß aufgeregt sie war, als er vom Aquarium gesprochen hatte, zurückkehrte und wie sie dann das Wort ‘Date’ gesagt hatte, einfach so, als wäre es das Normalste auf der Welt. Vielleicht war es das auch. Für sie.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<img src="https://64.media.tumblr.com/7230ac74e12f94f17720e8f87e7464a6/f2360e677483b954-ba/s400x600/bef083b3d6c8090f1199421cbb5a11b2664e644c.gifv" style="width: 200px; border: solid 1px #111; padding: 5px; float:left; margin: 10px 20px 10px 0;" /> <a href="https://va.media.tumblr.com/tumblr_td9rwyBwI81qg0upk.mp4" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">[Outfit]</a> Nach einem warmen, sonnigen Osterwochenende gab das wechselhafte Aprilwetter an diesem Dienstagnachmittag eine Sondervorstellung. Der Himmel war in trendiges Millennial Grey gekleidet und alle paar Minuten wehte eine eisige Böe am Eingang des <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">SEA LIFE Manchester</span> vorbei, die Maksyms Locken über seine Stirn tanzen ließ und ihn dazu zwang, die Sonnenblumen enger an seinen Körper zu pressen, damit ihre Stiele nicht knickten. Mit Schweiß auf der Stirn hatte er zwei gekauft, weil die Verkäuferin gesagt hatte, dass er zwei kaufen sollte. Er hatte sich kurz gefragt wieso, sich dann aber an das Meerschweinchen erinnert, das seine Schwester als Kind gehabt hatte und von dem er mittlerweile wusste, dass man es nicht allein hätte halten dürfen. Maksym musste auch heute noch oft an den armen Печиво denken, der vermutlich vor Einsamkeit verstorben war und hatte deshalb auf die Fachmeinung der Blumenverkäuferin vertraut. Immerhin verstand er nichts von Sonnenblumen, so wenig sogar, dass er nicht gewusst hatte, dass April in England keine Sonnenblumensaison war, sodass der hohe Preis ihn ziemlich kalt erwischt hatte. <br />
<br />
Wieder ging er langsam zwischen den beiden Löwenstatuen vor dem Eingang, die aus einem unerfindlichen Grund keine Seelöwen waren, hin und her. Stillstehen war keine Option, besonders nicht, da sein Kopf sich weigerte, die vergangene Woche einfach abzulegen wie ein Kostüm nach einer Vorstellung. Stattdessen blieb sie so hartnäckig in seinem Kopf wie Body Glitter. Nachdem Britney mit seiner gänzlich selbstverschuldeten Grippe im Varieté ausgefallen war, hatte Maksym seinen Einstand mit Soloauftritten gegeben und an drei Abenden und einem Nachmittag das Publikum mit seiner Zirkus-Nummer am Aerial Hoop begeistert. Er hatte jeden Auftritt genossen, weil sein Kopf in acht Metern Höhe kurz still wurde und es eine willkommene Flucht vor dem ersten Osterfest seit Jahren mit seiner Familie in der ukrainischen Gemeinde gewesen war. Es war zwar auch schön, wieder Zeit mit seinen Eltern und seiner Schwester zu verbringen, aber irgendwann war ihm das einfach zu viel zu anders von seinem Alltag geworden. <br />
<br />
Was er heute, an seinem freien Tag, vorhatte, war auch alles andere als alltäglich und sein Körper entsprechend unter Strom. Sein Blick suchte den Parkplatz kurz nach einem bekannten Gesicht ab, kehrte dann aber pflichtbewusst zu den Sonnenblumen zurück. Darüber, dass Nani sie die ganze Zeit mit sich rumtragen würde, hatte er nicht nachgedacht, nur darüber, dass man zu einem Date auch Blumen mitbringen musste. Die Blondine war es gewesen, die seiner Idee, wie er sie wiedersehen könnte, den Stempel ‘Date’ verpasst hatte und Maksym fragte sich seit dem, was das und die Nachrichten, die sie sich in den letzten Tagen geschrieben hatten, bedeuteten. Nani hatte ihn geküsst, zweimal. Einmal hätte ein Versehen sein können, ein unbedachter Impuls oder vielleicht sogar ein Fehler. Zweimal küsste man niemanden, den man nicht küssen wollte. Das war eine Wiederholung und mit Wiederholungen sollte er sich eigentlich auskennen, schließlich bestand der Großteil seines Lebens daraus, etwas zu wiederholen, bis es perfekt war. Ob sie ihn noch mal küssen würde? Er schmunzelte ein bisschen, weil die Erinnerung daran, wie süß aufgeregt sie war, als er vom Aquarium gesprochen hatte, zurückkehrte und wie sie dann das Wort ‘Date’ gesagt hatte, einfach so, als wäre es das Normalste auf der Welt. Vielleicht war es das auch. Für sie.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Knee-deep in the passenger seat and you're eating me out]]></title>
			<link>https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2658</link>
			<pubDate>Thu, 26 Feb 2026 17:27:39 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.losttheplot.de/member.php?action=profile&uid=559">Charlotte Bernstein</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2658</guid>
			<description><![CDATA[<div style="text-align: justify;" class="mycode_align">
[...]<br />
Kleidung hier für Jesús zu finden, war die eine Sache. Kleidung für ihr Baby zu finden eine andere. Und Kleidung für sich selbst zu finden, war sowas wie ein einmaliger Glücksgriff. Vielleicht zweimalige – Bibs hatte ein Auge für Kleidung – auch wenn sie bereits von anderen Menschen getragen worden war. Hier gab es sogar Negliges. Aber, wenn sie daran dachte, dass darauf vielleicht ein fremder Typ ejakuliert hatte, zog sich ihr Uterus zu einer kleinen schrumpeligen Rosine zusammen. <b> «Fünf?»</b>, sie schaffte keine fünf Strampler. Sie schaffte ja schon kaum einen Halben, wenn sie hier war. <b> «Und die Farbe geht wirklich gar nicht»</b>, sie pickte ihm das eine Teil vom Arm, <b> «darauf zu erbrechen, wäre vielleicht sogar ein Upgrade.»</b> Charlotte seufzte, weil Jesús wollte den günstigen Strampler, also bekam er ihn wieder, ehe er sich in die Garderobe verzog mit seiner Hot Daddy Jacke, dem Ed Hardy Stück, dem Kranichhemd, dem Cap und dem süssen Flanellhemd. Das hier war Jesús Stil. Wahrscheinlich fand sie es befremdlich, wenn er was von der Stange trug und nichts von hier. Ihre Finger folgten der Babykleidung. Ein Strampler nach dem anderen sortierte sie in die <i>never</i>-Kategorie und gerade als sie dachte, dass hier gar nichts war – kam die Ed Hardy Sektion. Eins, Zwei, Drei… Vier, da war sogar ein Fünfter. Einer schrecklicher, als der andere. Aber Lil Bernstein wäre stilsicher auf jeder Modenschau – alles an dem Affen-Ed und dem Leo-Ed schrie: Ich bin ein Styler. <b> «Ich habe fünf»</b>, sie trat in Richtung der Umkleidekabine, linste durch den kleinen Spalt von Vorhang, den jede Frau akribisch zuzog und Jesús nicht interessierte. <b> «Mhm»</b>, sie linste hinein, <b> «dreh dich»</b> - das Flanell sah aus wie jedes andere, aber sie standen ihm einfach und sie konnte sie Morgens irgendwann wieder anziehen, wenn die Nähte vor ihrer Mitte nicht mehr platzten oder die Knöpfe aufsprangen. <b> «Hattest du das süsse Hemd schon an?»</b>, sie schob den Vorhang etwas zur Seite, wollte sich gegen die eine Rückwand lehnen. Aber ganz so robust war sie nicht, sie wackelte und Lotta löste sich schnell wieder. Also hielten sie schon die Wände nicht mehr. Letztes Mal hatte das Bett gequietscht, als sie sich hingelegt hatte – das war ein Zeichen. Ein Zeichen, dass Baby Bernstein hoffentlich am Schluss nicht doch noch ein 5kg-loaf wurde. Vielleicht sollte sie über einen Kaiserschnitt nachdenken… <b> «Das Nächste kannst du mir leider erst Zuhause machen, die Wände hier sind nicht so robust»</b>sie sah ihn abwartend an, weil das Kranichhemd oder die Hot-Daddy-Jacke war das Nächste. Mit Ed Hardy gab es kein Baby Numero Duo. </div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align: justify;" class="mycode_align">
[...]<br />
Kleidung hier für Jesús zu finden, war die eine Sache. Kleidung für ihr Baby zu finden eine andere. Und Kleidung für sich selbst zu finden, war sowas wie ein einmaliger Glücksgriff. Vielleicht zweimalige – Bibs hatte ein Auge für Kleidung – auch wenn sie bereits von anderen Menschen getragen worden war. Hier gab es sogar Negliges. Aber, wenn sie daran dachte, dass darauf vielleicht ein fremder Typ ejakuliert hatte, zog sich ihr Uterus zu einer kleinen schrumpeligen Rosine zusammen. <b> «Fünf?»</b>, sie schaffte keine fünf Strampler. Sie schaffte ja schon kaum einen Halben, wenn sie hier war. <b> «Und die Farbe geht wirklich gar nicht»</b>, sie pickte ihm das eine Teil vom Arm, <b> «darauf zu erbrechen, wäre vielleicht sogar ein Upgrade.»</b> Charlotte seufzte, weil Jesús wollte den günstigen Strampler, also bekam er ihn wieder, ehe er sich in die Garderobe verzog mit seiner Hot Daddy Jacke, dem Ed Hardy Stück, dem Kranichhemd, dem Cap und dem süssen Flanellhemd. Das hier war Jesús Stil. Wahrscheinlich fand sie es befremdlich, wenn er was von der Stange trug und nichts von hier. Ihre Finger folgten der Babykleidung. Ein Strampler nach dem anderen sortierte sie in die <i>never</i>-Kategorie und gerade als sie dachte, dass hier gar nichts war – kam die Ed Hardy Sektion. Eins, Zwei, Drei… Vier, da war sogar ein Fünfter. Einer schrecklicher, als der andere. Aber Lil Bernstein wäre stilsicher auf jeder Modenschau – alles an dem Affen-Ed und dem Leo-Ed schrie: Ich bin ein Styler. <b> «Ich habe fünf»</b>, sie trat in Richtung der Umkleidekabine, linste durch den kleinen Spalt von Vorhang, den jede Frau akribisch zuzog und Jesús nicht interessierte. <b> «Mhm»</b>, sie linste hinein, <b> «dreh dich»</b> - das Flanell sah aus wie jedes andere, aber sie standen ihm einfach und sie konnte sie Morgens irgendwann wieder anziehen, wenn die Nähte vor ihrer Mitte nicht mehr platzten oder die Knöpfe aufsprangen. <b> «Hattest du das süsse Hemd schon an?»</b>, sie schob den Vorhang etwas zur Seite, wollte sich gegen die eine Rückwand lehnen. Aber ganz so robust war sie nicht, sie wackelte und Lotta löste sich schnell wieder. Also hielten sie schon die Wände nicht mehr. Letztes Mal hatte das Bett gequietscht, als sie sich hingelegt hatte – das war ein Zeichen. Ein Zeichen, dass Baby Bernstein hoffentlich am Schluss nicht doch noch ein 5kg-loaf wurde. Vielleicht sollte sie über einen Kaiserschnitt nachdenken… <b> «Das Nächste kannst du mir leider erst Zuhause machen, die Wände hier sind nicht so robust»</b>sie sah ihn abwartend an, weil das Kranichhemd oder die Hot-Daddy-Jacke war das Nächste. Mit Ed Hardy gab es kein Baby Numero Duo. </div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Let Christ forgive these bones I'm hiding]]></title>
			<link>https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2657</link>
			<pubDate>Thu, 26 Feb 2026 01:18:54 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.losttheplot.de/member.php?action=profile&uid=544">Ronan Lynch</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2657</guid>
			<description><![CDATA[Er war jämmerlich.<br />
<br />
Kämpfte sich kaum erfolgreich durch seinen Alltag, wollte sich zu jeder Zeit verkriechen in die hinterste letzte Ecke, dort, wo ihm die Scham und die Sehnsucht und die Übelkeit schwarz aus den Poren rinnen konnte, ohne dass ihn jemand dabei sah. Wollte ausschwitzen die Reue und die Trauer und alles, was irgendwo dazwischen stattfand und Ronan nicht benennen konnte. Würde ächzend im Sud zusammensinken und die Augen schließen, zusammengekauert in der Lache seiner eigenen Unzulänglichkeit. Schlafen, er wollte einfach nur noch schlafen.<br />
Wollte nicht mehr schreiben, wollte nicht mehr versuchen zu schreiben. Wollte sich im Wein ertränken und seine Worte gleich mit dazu, die da aufs Papier glitten und vor denen er sich so stark schämte, dass er sie kein zweites Mal lesen konnte. Er war jämmerlich, ja, das hatte er schon festgehalten. So gottverdammt jämmerlich.<br />
<br />
<div class="lee-letter-wrapper">
  <div class="llw-letter">
      <div class="llw-text">Lieber Theo,<br />
unsere letzte Begegnung liegt mir noch immer schwer im Magen. Meine Gedanken kreisen zurück, verfangen sich in Kleinigkeiten, und ich frage mich immer wieder, wann wir an diesem Punkt geraten sind. Ob, wie wir uns von ihm lösen; ich frage mich, an welchem Moment wir hätten anders abbiegen können, schraube an den Nebensächlichkeiten, als könnten sie ein anderes Ende beschwören, und doch sitze ich hier und denke an dich und weiß nicht weiter.<br />
<br />
Ich habe lange überlegt, ob ich dir schreiben soll. Ehrlich gesagt, weiß ich die Antwort noch immer nicht, geschweige denn, ob du überhaupt von mir hören möchtest. Nun sitze ich hier, streiche Sätze wieder durch, beginne von vorn und merke doch, dass keiner dem gerecht wird, was ich eigentlich sagen möchte. Ich kann dir nur versichern, könntest du einen Blick in meine Gedanken werfen, würdest du dir selbst entgegenblicken.<br />
<br />
Ich hoffe, du kannst mir vergeben.<br />
<br />
Ich werde einige Tage in einem Cottage in der Nähe von Dunham Massey, vor Lymm verbringen, Dienstag bis Freitag. Ich erwarte nicht, dass du kommst, eigentlich weiß ich nicht, was ich erwarte. Aber ich würde mich freuen. Du musst auch nicht über Nacht bleiben, wenn dir das zu viel ist. Wenn du mich nicht sehen willst, ist das eine Entscheidung, die ich akzeptieren werde. Wenn du nicht von mir hören möchtest, entschuldige ich mich für diesen Brief.<br />
<br />
Ronan</div>
  </div>
</div>
<style>@import url('https://fonts.googleapis.com/css2?family=Oooh+Baby&family=Qwitcher+Grypen:wght@400;700&display=swap'); .lee-letter-wrapper { --llw-col-letter-bg: #eee3d5;/* Farbe: Briefpapier */--llw-col-letter-deco: #b3a088;/* Farbe: Rahmen */--llw-col-text: #423a2e;/* Farbe: Schrift */--llw-col-envelope-one: #859f75;/* Farbe: Umschlag */--llw-col-envelope-two: #9fb694;/* Farbe: Umschlag, hell */--llw-col-envelope-three: #6f8560;/* Farbe: Umschlag, dunkel */--llw-font-main: "Oooh Baby", cursive;/* Schriftart: Haupt */--llw-font-sig: "Herr Von Muellerhoff", cursive;/* Schriftart: Unterschrift */}/* -------------- #1 - ALLGEMEINES */.lee-letter-wrapper { width: 500px; margin: auto; box-sizing: border-box; text-align: left; font-family: var(--llw-font-main); font-size: 17px; font-weight: 300; line-height: normal; color: var(--llw-col-text); } .lee-letter-wrapper * { box-sizing: border-box; } .lee-letter-wrapper *::selection { background: rgba(66, 58, 46, 0.1); }/* -------------- #2 - UMSCHLAG */.llw-envelope { width: 540px; height: 370px; margin: 100px 0 0 20px; background: var(--llw-col-envelope-one); position: relative; z-index: 5; transform: rotate(20deg); overflow: hidden; transition: 1s; } .llw-envelope::before, .llw-envelope::after { content: ""; width: 540px; height: 540px; border-radius: 0 0 20px 0; position: absolute; transform: rotate(45deg); } .llw-envelope::before { margin-top: 210px; background: var(--llw-col-envelope-three); } .llw-envelope::after { margin-top: -350px; background: var(--llw-col-envelope-two); } .llw-envelope:hover { transition: 1s; transform: rotate(5deg); }/* -------------- #3 - BRIEF */.llw-letter { width: 500px; padding: 20px;background: var(--llw-col-letter-bg); box-shadow: 2px 3px 5px rgba(0,0,0,0.1);  } .llw-l-top, .llw-l-bot { width: 100%; position: relative; } .llw-l-top::before, .llw-l-top::after, .llw-l-bot::before, .llw-l-bot::after { content: ""; width: 200px; height: 200px; position: absolute; background: url("https://i.ibb.co/fFDdFv8/border-brown.png"); background-size: cover; opacity: 0.4; } .llw-l-top::after { right: 0; -moz-transform: scaleX(-1); -o-transform: scaleX(-1); -webkit-transform: scaleX(-1); transform: scaleX(-1); filter: FlipH; -ms-filter: "FlipH"; } .llw-l-bot::before { bottom: 0; -moz-transform: scaleY(-1); -o-transform: scaleY(-1); -webkit-transform: scaleY(-1); transform: scaleY(-1); filter: FlipV; -ms-filter: "FlipV"; } .llw-l-bot::after { right: 0; bottom: 0; -moz-transform: scaleX(-1) scaleY(-1); -o-transform: scaleX(-1) scaleY(-1); -webkit-transform: scaleX(-1) scaleY(-1); transform: scaleX(-1) scaleY(-1); filter: FlipH FlipV; -ms-filter: "FlipH" "FlipV"; }/* ----------------- #3.1 - TEXT */.llw-l-text { padding: 70px; } .llw-text { padding-top: 8px; line-height: 31px; position: relative; background-color: var(--llw-col-letter-bg); background-size: 31px 31px; background-image: repeating-linear-gradient( 0deg, var(--llw-col-letter-deco), var(--llw-col-letter-deco) 1.2px, var(--llw-col-letter-bg) 1.2px, var(--llw-col-letter-bg) ); } .llw-text name { font-family: var(--llw-font-sig); font-size: 40px; }</style><br />
<br />
Eine halbe Woche später, es hatte geregnet, den ganzen Tag. Ronan gezwungen, seine Zeit innerhalb des Cottage auszuharren, in dem er sich von Anfang an rastlos gefühlt hatte. Wie eingesperrt, nur nochmal mehr an seine eigene Misere erinnert. Drehte Kreise und starrte immer wieder aus dem Fenster wie ein Zootier, das auf zu wenig Platz gehalten wurde. Schließlich war er auch nur halb-freiwillig hier. Konnte sich nicht auf die Auszeit freuen, die ihm so dringlich ans Herz gelegt wurde, weil er zu beschäftigt mit sich selbst war, um seine Arbeit richtig zu tun.<br />
Theo war nicht gekommen, hatte noch Zeit, um es zu tun und vielleicht war der Gedanke daran schlimmer als zu akzeptieren, dass es nicht geschehen würde. Dabei war es nicht einmal der Gedanke an die Sünde, der er sich schon wieder öffnete, der ihn plagte. Nicht nur. Mit jeder Stunde wuchs die Scham für die vom Alkohol getriebenen Worte, an die er sich nicht mehr ganz erinnern konnte und er sah ihn vor sich, sah das hämische Grinsen auf dem von Sommersprossen gesprenkeltem Gesicht. Sah, wie er über ihn lachte, verdammt, wie sollte er auch nicht. Ronan würde seine Sätze zurückrufen, in sich stopfen, bis ihm die Übelkeit in der Kehle kratzte, aber er konnte sie nicht abstreiten. Ach wie erbärmlich er war. Wie bitterlich erbärmlich, rief es ihm deutlicher in den Kopf mit dem nächsten Glas Wein, mit dem danach, bis er sich nicht sicher war, ob er trank, um mit dem schlechten Gefühl umgehen zu können, oder trank, um sich noch schlechter zu fühlen.<br />
<br />
Ob's einen Unterschied machte, fragte er sich, während der Rotwein aus der Flasche ins Glas schwappte, und ob sich sein Vater diese Fragen auch gestellt hatte. Pat, Josh. Witzig, gerade war er ihnen näher als wenn sie sich gegenüber standen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Er war jämmerlich.<br />
<br />
Kämpfte sich kaum erfolgreich durch seinen Alltag, wollte sich zu jeder Zeit verkriechen in die hinterste letzte Ecke, dort, wo ihm die Scham und die Sehnsucht und die Übelkeit schwarz aus den Poren rinnen konnte, ohne dass ihn jemand dabei sah. Wollte ausschwitzen die Reue und die Trauer und alles, was irgendwo dazwischen stattfand und Ronan nicht benennen konnte. Würde ächzend im Sud zusammensinken und die Augen schließen, zusammengekauert in der Lache seiner eigenen Unzulänglichkeit. Schlafen, er wollte einfach nur noch schlafen.<br />
Wollte nicht mehr schreiben, wollte nicht mehr versuchen zu schreiben. Wollte sich im Wein ertränken und seine Worte gleich mit dazu, die da aufs Papier glitten und vor denen er sich so stark schämte, dass er sie kein zweites Mal lesen konnte. Er war jämmerlich, ja, das hatte er schon festgehalten. So gottverdammt jämmerlich.<br />
<br />
<div class="lee-letter-wrapper">
  <div class="llw-letter">
      <div class="llw-text">Lieber Theo,<br />
unsere letzte Begegnung liegt mir noch immer schwer im Magen. Meine Gedanken kreisen zurück, verfangen sich in Kleinigkeiten, und ich frage mich immer wieder, wann wir an diesem Punkt geraten sind. Ob, wie wir uns von ihm lösen; ich frage mich, an welchem Moment wir hätten anders abbiegen können, schraube an den Nebensächlichkeiten, als könnten sie ein anderes Ende beschwören, und doch sitze ich hier und denke an dich und weiß nicht weiter.<br />
<br />
Ich habe lange überlegt, ob ich dir schreiben soll. Ehrlich gesagt, weiß ich die Antwort noch immer nicht, geschweige denn, ob du überhaupt von mir hören möchtest. Nun sitze ich hier, streiche Sätze wieder durch, beginne von vorn und merke doch, dass keiner dem gerecht wird, was ich eigentlich sagen möchte. Ich kann dir nur versichern, könntest du einen Blick in meine Gedanken werfen, würdest du dir selbst entgegenblicken.<br />
<br />
Ich hoffe, du kannst mir vergeben.<br />
<br />
Ich werde einige Tage in einem Cottage in der Nähe von Dunham Massey, vor Lymm verbringen, Dienstag bis Freitag. Ich erwarte nicht, dass du kommst, eigentlich weiß ich nicht, was ich erwarte. Aber ich würde mich freuen. Du musst auch nicht über Nacht bleiben, wenn dir das zu viel ist. Wenn du mich nicht sehen willst, ist das eine Entscheidung, die ich akzeptieren werde. Wenn du nicht von mir hören möchtest, entschuldige ich mich für diesen Brief.<br />
<br />
Ronan</div>
  </div>
</div>
<style>@import url('https://fonts.googleapis.com/css2?family=Oooh+Baby&family=Qwitcher+Grypen:wght@400;700&display=swap'); .lee-letter-wrapper { --llw-col-letter-bg: #eee3d5;/* Farbe: Briefpapier */--llw-col-letter-deco: #b3a088;/* Farbe: Rahmen */--llw-col-text: #423a2e;/* Farbe: Schrift */--llw-col-envelope-one: #859f75;/* Farbe: Umschlag */--llw-col-envelope-two: #9fb694;/* Farbe: Umschlag, hell */--llw-col-envelope-three: #6f8560;/* Farbe: Umschlag, dunkel */--llw-font-main: "Oooh Baby", cursive;/* Schriftart: Haupt */--llw-font-sig: "Herr Von Muellerhoff", cursive;/* Schriftart: Unterschrift */}/* -------------- #1 - ALLGEMEINES */.lee-letter-wrapper { width: 500px; margin: auto; box-sizing: border-box; text-align: left; font-family: var(--llw-font-main); font-size: 17px; font-weight: 300; line-height: normal; color: var(--llw-col-text); } .lee-letter-wrapper * { box-sizing: border-box; } .lee-letter-wrapper *::selection { background: rgba(66, 58, 46, 0.1); }/* -------------- #2 - UMSCHLAG */.llw-envelope { width: 540px; height: 370px; margin: 100px 0 0 20px; background: var(--llw-col-envelope-one); position: relative; z-index: 5; transform: rotate(20deg); overflow: hidden; transition: 1s; } .llw-envelope::before, .llw-envelope::after { content: ""; width: 540px; height: 540px; border-radius: 0 0 20px 0; position: absolute; transform: rotate(45deg); } .llw-envelope::before { margin-top: 210px; background: var(--llw-col-envelope-three); } .llw-envelope::after { margin-top: -350px; background: var(--llw-col-envelope-two); } .llw-envelope:hover { transition: 1s; transform: rotate(5deg); }/* -------------- #3 - BRIEF */.llw-letter { width: 500px; padding: 20px;background: var(--llw-col-letter-bg); box-shadow: 2px 3px 5px rgba(0,0,0,0.1);  } .llw-l-top, .llw-l-bot { width: 100%; position: relative; } .llw-l-top::before, .llw-l-top::after, .llw-l-bot::before, .llw-l-bot::after { content: ""; width: 200px; height: 200px; position: absolute; background: url("https://i.ibb.co/fFDdFv8/border-brown.png"); background-size: cover; opacity: 0.4; } .llw-l-top::after { right: 0; -moz-transform: scaleX(-1); -o-transform: scaleX(-1); -webkit-transform: scaleX(-1); transform: scaleX(-1); filter: FlipH; -ms-filter: "FlipH"; } .llw-l-bot::before { bottom: 0; -moz-transform: scaleY(-1); -o-transform: scaleY(-1); -webkit-transform: scaleY(-1); transform: scaleY(-1); filter: FlipV; -ms-filter: "FlipV"; } .llw-l-bot::after { right: 0; bottom: 0; -moz-transform: scaleX(-1) scaleY(-1); -o-transform: scaleX(-1) scaleY(-1); -webkit-transform: scaleX(-1) scaleY(-1); transform: scaleX(-1) scaleY(-1); filter: FlipH FlipV; -ms-filter: "FlipH" "FlipV"; }/* ----------------- #3.1 - TEXT */.llw-l-text { padding: 70px; } .llw-text { padding-top: 8px; line-height: 31px; position: relative; background-color: var(--llw-col-letter-bg); background-size: 31px 31px; background-image: repeating-linear-gradient( 0deg, var(--llw-col-letter-deco), var(--llw-col-letter-deco) 1.2px, var(--llw-col-letter-bg) 1.2px, var(--llw-col-letter-bg) ); } .llw-text name { font-family: var(--llw-font-sig); font-size: 40px; }</style><br />
<br />
Eine halbe Woche später, es hatte geregnet, den ganzen Tag. Ronan gezwungen, seine Zeit innerhalb des Cottage auszuharren, in dem er sich von Anfang an rastlos gefühlt hatte. Wie eingesperrt, nur nochmal mehr an seine eigene Misere erinnert. Drehte Kreise und starrte immer wieder aus dem Fenster wie ein Zootier, das auf zu wenig Platz gehalten wurde. Schließlich war er auch nur halb-freiwillig hier. Konnte sich nicht auf die Auszeit freuen, die ihm so dringlich ans Herz gelegt wurde, weil er zu beschäftigt mit sich selbst war, um seine Arbeit richtig zu tun.<br />
Theo war nicht gekommen, hatte noch Zeit, um es zu tun und vielleicht war der Gedanke daran schlimmer als zu akzeptieren, dass es nicht geschehen würde. Dabei war es nicht einmal der Gedanke an die Sünde, der er sich schon wieder öffnete, der ihn plagte. Nicht nur. Mit jeder Stunde wuchs die Scham für die vom Alkohol getriebenen Worte, an die er sich nicht mehr ganz erinnern konnte und er sah ihn vor sich, sah das hämische Grinsen auf dem von Sommersprossen gesprenkeltem Gesicht. Sah, wie er über ihn lachte, verdammt, wie sollte er auch nicht. Ronan würde seine Sätze zurückrufen, in sich stopfen, bis ihm die Übelkeit in der Kehle kratzte, aber er konnte sie nicht abstreiten. Ach wie erbärmlich er war. Wie bitterlich erbärmlich, rief es ihm deutlicher in den Kopf mit dem nächsten Glas Wein, mit dem danach, bis er sich nicht sicher war, ob er trank, um mit dem schlechten Gefühl umgehen zu können, oder trank, um sich noch schlechter zu fühlen.<br />
<br />
Ob's einen Unterschied machte, fragte er sich, während der Rotwein aus der Flasche ins Glas schwappte, und ob sich sein Vater diese Fragen auch gestellt hatte. Pat, Josh. Witzig, gerade war er ihnen näher als wenn sie sich gegenüber standen.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Ich will mich verschwenden an den Tag]]></title>
			<link>https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2656</link>
			<pubDate>Fri, 20 Feb 2026 14:05:53 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.losttheplot.de/member.php?action=profile&uid=42">Chuck Boyd</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2656</guid>
			<description><![CDATA[Eigentlich ein Wunder, dass sie ne Woche später wieder bei dieser Gruppe aufgeschlagen war. Und das Wunder hieß Arif, der einfach nich‘ lockergelassen hatte, und ihr angedroht hatte, sie sonst in Einzeltherapie zu stecken. Naja, Good Luck to him, ne Einzeltherapie für Chuck zu finden, hätte sie antworten können (und hatte sie auch getan), nur um trotzdem bei ihm dann wieder im Auto zu sitzen. Vielleicht lag’s an seinem verzweifelten Blick, und dass er’s nich‘ verdient hatte, schon wieder so schwierige Freunde zu haben, nachdem Zahi einigermaßen über’n Berg war. <br />
<br />
Chuck wusste auch immer noch nich‘, ob’s ihr wirklich half, da hinzugehen, weil’s ihr danach meistens mieser ging als vorher, aber das hieß ja potentiell, dass sich was löste, oder nich‘?! Sie fand’s auf jeden Fall mindestens genauso beschissen und stressig, nach der Runde noch länger als notwendig in dem Raum zu bleiben, und konnte die meisten Gesichter eh nich‘ ertragen – daran hatte sich also nix geändert. Deswegen war sie dazu übergegangen, beinahe sofort aus dem Gebäude zu verschwinden, bloß kein Smalltalk, bloß keine Beileidsbekundungen, bloß keine neugierigen Fragen, und saß lieber frierend an der Straße, um dort auf Arif zu warten, als in der Wärme des Raumes. Es gab genau einen einzigen Menschen, den sie dann noch ertrug (neben Arif und der war auch schwierig), und das war ausgerechnet dieser Therapeut mit seinem schwuchteligen Ohrring und seinen, für englische Verhältnisse, erstaunlich graden Zähnen, die sie bei seinem Grinsen anleuchteten. <br />
<br />
Ugh. <br />
<br />
Sie musste zugeben, dass sie das schön fand, wenn er neben ihr auftauchte, und sie gemeinsam noch eine Kippe rauchten, bevor sie nach Hause fuhr – auch wenn sie weiterhin vermutete, er machte das nur, um ein Auge auf sie zu werfen, dass sie sich nich' nach der Gruppe vor die nächste Straßenbahn warf. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Close Call</span> jedes Mal, aber musste er ja nicht wissen. Außerdem mochte sie’s, dass er jedes Mal mit einem fragenden Blick und ner kippenrauchenden Pantomime abcheckte, ob sie wirklich Bock drauf hatte. <br />
<br />
Jedenfalls, dachte sie, war sie jetzt schon zum vierten Mal hier, und kam irgendwie nich‘ weiter mit ihren Gefühlen. Sie war weiterhin wütend und traurig und überfordert und furchtbar frustriert und wollte’s an jemandem auslassen, aber Arif stand noch nich‘ mit dem Auto vor der Tür, und Harry war zu <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">nett</span> – auch wenn er’s bestimmt abkonnte, so als Beruf. Sie schloss kurz die Augen, als sie draußen gegen die Wand an Kälte fuhr, aber da sie dick eingepackt war, passte das schon irgendwie. Trotzdem vielleicht nich' die beste Idee, so verschwitzt wie sie im Laufe dieser Stunde immer war. <br />
<br />
„<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ich weiß nich‘, ob’s so clever war, mit dem Sche- <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Gedöns</span> im Winter anzufangen – man verlässt die einen grauen Gesichter, um sich dann der restlichen grauen Stadt zu stellen. An Trostlosigkeit nich‘ zu überbieten</span>“, grummelte sie in Richtung Harry, der neben ihr aufgetaucht war, und hoffte ja jedes Mal in den ersten zwei Minuten auf ne Provokation, damit sie sich fetzen konnte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Eigentlich ein Wunder, dass sie ne Woche später wieder bei dieser Gruppe aufgeschlagen war. Und das Wunder hieß Arif, der einfach nich‘ lockergelassen hatte, und ihr angedroht hatte, sie sonst in Einzeltherapie zu stecken. Naja, Good Luck to him, ne Einzeltherapie für Chuck zu finden, hätte sie antworten können (und hatte sie auch getan), nur um trotzdem bei ihm dann wieder im Auto zu sitzen. Vielleicht lag’s an seinem verzweifelten Blick, und dass er’s nich‘ verdient hatte, schon wieder so schwierige Freunde zu haben, nachdem Zahi einigermaßen über’n Berg war. <br />
<br />
Chuck wusste auch immer noch nich‘, ob’s ihr wirklich half, da hinzugehen, weil’s ihr danach meistens mieser ging als vorher, aber das hieß ja potentiell, dass sich was löste, oder nich‘?! Sie fand’s auf jeden Fall mindestens genauso beschissen und stressig, nach der Runde noch länger als notwendig in dem Raum zu bleiben, und konnte die meisten Gesichter eh nich‘ ertragen – daran hatte sich also nix geändert. Deswegen war sie dazu übergegangen, beinahe sofort aus dem Gebäude zu verschwinden, bloß kein Smalltalk, bloß keine Beileidsbekundungen, bloß keine neugierigen Fragen, und saß lieber frierend an der Straße, um dort auf Arif zu warten, als in der Wärme des Raumes. Es gab genau einen einzigen Menschen, den sie dann noch ertrug (neben Arif und der war auch schwierig), und das war ausgerechnet dieser Therapeut mit seinem schwuchteligen Ohrring und seinen, für englische Verhältnisse, erstaunlich graden Zähnen, die sie bei seinem Grinsen anleuchteten. <br />
<br />
Ugh. <br />
<br />
Sie musste zugeben, dass sie das schön fand, wenn er neben ihr auftauchte, und sie gemeinsam noch eine Kippe rauchten, bevor sie nach Hause fuhr – auch wenn sie weiterhin vermutete, er machte das nur, um ein Auge auf sie zu werfen, dass sie sich nich' nach der Gruppe vor die nächste Straßenbahn warf. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Close Call</span> jedes Mal, aber musste er ja nicht wissen. Außerdem mochte sie’s, dass er jedes Mal mit einem fragenden Blick und ner kippenrauchenden Pantomime abcheckte, ob sie wirklich Bock drauf hatte. <br />
<br />
Jedenfalls, dachte sie, war sie jetzt schon zum vierten Mal hier, und kam irgendwie nich‘ weiter mit ihren Gefühlen. Sie war weiterhin wütend und traurig und überfordert und furchtbar frustriert und wollte’s an jemandem auslassen, aber Arif stand noch nich‘ mit dem Auto vor der Tür, und Harry war zu <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">nett</span> – auch wenn er’s bestimmt abkonnte, so als Beruf. Sie schloss kurz die Augen, als sie draußen gegen die Wand an Kälte fuhr, aber da sie dick eingepackt war, passte das schon irgendwie. Trotzdem vielleicht nich' die beste Idee, so verschwitzt wie sie im Laufe dieser Stunde immer war. <br />
<br />
„<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ich weiß nich‘, ob’s so clever war, mit dem Sche- <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Gedöns</span> im Winter anzufangen – man verlässt die einen grauen Gesichter, um sich dann der restlichen grauen Stadt zu stellen. An Trostlosigkeit nich‘ zu überbieten</span>“, grummelte sie in Richtung Harry, der neben ihr aufgetaucht war, und hoffte ja jedes Mal in den ersten zwei Minuten auf ne Provokation, damit sie sich fetzen konnte.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[looking for light, we wait in darkness]]></title>
			<link>https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2653</link>
			<pubDate>Mon, 09 Feb 2026 14:05:46 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.losttheplot.de/member.php?action=profile&uid=565">Elliot Calhoun</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2653</guid>
			<description><![CDATA[Der Regen peitscht schräg über die schmale Straße, der Winterhimmel über Manchester grau und trist. Vereinzelt sind noch Reste von Schnee und Eis am Rand des Gehweges zu erkennen, doch sonst hatte der Januar-Regen den Großteil des winterlichen Weiß beiseite gespült und nur nassen Frost hinter sich gelassen. Trotz den Minustemperaturen und den vor Kälte längst schmerzenden Fingern bleibt Elliot noch einen Moment zögerlich an der Straßenecke stehen - blickt die Mulberry Street hinunter, als würden ihm Pflaster und Fasseden irgendwelche Antworten bieten können. Zwischen dem hohen Bürogebäude auf der einen Seite, und dem wenig ansprechenden Wohnhaus auf der anderen erstreckt die rote Backstein-Front von St. Marys in die Höhe. <br />
<br />
Das Pfarrhaus offensichtlich gleich nebenan. Im Kopf kann Elliot fast schon die Schritte zählen, die er bis zur Eingangstür braucht und doch bleibt er noch einen Moment stehen. Brauchte einfach noch einen Moment, um hier in die richtige Rolle zu schlüpfen. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Dear LORD</span>, das stumme Gebet in seinem Kopf <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">just tell me what to do</span>. Elliot wusste es nicht mehr. Hatte sich so unsicher gefühlt, wie seit seiner Jugend nicht mehr, seitdem er die Entsendung nach Manchester angenommen hatte. Fühlte sich noch immer so. Unsicher und neben der Spur. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Hast einfach nicht gut geschlafen</span>, sagt er sich - als hätte er das irgendwann mal in den letzten Monaten (Jahren). <br />
<br />
In dem engen, spärlichen Gästezimmer im Obergeschoss von St. Marie’s Pfarrhaus hat er schon in den frühen, noch dämmernden Morgenstunden seine sieben Sachen in die Reisetasche gepackt und erst in der Tram von Bury nach Manchester so wirklich darüber nachgedacht, was ihn hier eigentlich erwarten wurde. In der Straßenbahn, als diese quietschend durch die Gegend getrödelt war, mitten unter Familien, Jugendlichen und Freunden in reger Diskussion über die Erwartungen ans neue Jahr, hatte er sich so wahnsinnig fehl am Platz gefühlt. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Gib den Dingen Zeit, mein Junge</span>; hatte William gesagt, sein alter Kollege aus Bury. Selbst er hatte Elliot nur so halb verstanden. Oder vielleicht konnte Elliot sich auch einfach niur nicht richtig erklären. <br />
<br />
Am St. Peters Square war er zusammen mit einer ganzen Menge junger Leute ausgestiegen - hatte beobachtete, wie so viele von ihnen trotz des Datums tapfer zur Bibliothek stampften und einige die Straße hoch zum Kunstmuseum, in dem auch er schon als Schüler gewesen war. Und dann war er die wenigen Schritte zur Mulberry Street gegangen, den Trageriemen der Reisetasche über einer Schulter und der Kollar fast wie ein Kostüm. Und nun steht er hier, unsicher, zögerlich. Aber half ja alles nichts. Die Hand, die den Riemen der Tasche noch etwas höher zieht, schmerzt dabei und er schüttelt den Kopf. Er sollte sich zusammen reißen. Würde ihm sein neuer Kollege schon nicht auf den ersten Blick ansehen, die Tatsache, dass er hier kurz vorm Zusammenfallen war. Falls doch, würde Wunschdenken vielleicht auch erst mal ausreichen. <br />
<br />
Bevor er sich versieht macht er den Schritt die halbe Treppenstufe hoch zum Eingang des Pfarrhauses und klingelt. Theoretisch könnte er die Tür auch selber aufschließen - die Diözese hatte ihm schon in der vergangenen Woche einen Schlüssel zum Pfarrhaus gegeben, zusammen mit einem ganzen Schwall Unterlagen, neuen Siegeln und mehr Informationen, als er in dem Moment hatte aufnehmen können. Aber er fühlt sich nicht wohl bei dem Gedanken, einfach selber aufzuschließen und hinein zu platzen, auch wenn es nun wohl sein Zuhause sein sollte. Noch war es das seines Kollegen - Ronan Lynch, Anfang 30, ein Oscott-Seminarist, war die Aussage vom Assistent des Bischofs und so erst mal wenig auskunftsreich. Elliot hatte zu viele Jahre außerhalb der Diözese gearbeitet, um seine Kollegen noch zu kennen. Nun ist er aber hier. Nach kurzem Warten öffnet sich die Tür und er blickt in das Gesicht eines Mannes ungefähr seines Alters, dunkle Haare, dunkle Augen. <br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Eh, hi.”</span> Awkward. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Father Lynch?”</span> Vielleicht eine überflüssige Frage, angesichts der Tatsache, dass er gerade die Tür zum Pfarrhaus geöffnet hatte.<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> “Calhoun. Elliot Calhoun.”</span><span style="font-style: italic;" class="mycode_i"> Ich bin der neue Kollege</span> liegt ihm auf der Zunge, aber er schluck’s doch runter, weil’s irgendwie lächerlich klingt. Früher einmal, da hätte sich ein charmantes Lächeln auf seine Lippen geschoben und seine Begeisterung über die neue Stelle, eine Zusammenarbeit, einen gemeinsamen Dienst im Name des Herrn wäre überschwänglich gewesen. Und jetzt? Jetzt weiß er nicht mal, wie er sich vorstellen soll. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Der Bischof sendet mich. Ich soll die offene Pfarrstelle übernehmen …?”</span> Am Ende klingt es doch wie eine Frage und Elliot fühlt sich auf dem Türabsatz, mit vor Regen leicht tropfenden Haaren, etwas wie bestellt und nicht abgeholt. Ist ihm natürlich klar, dass Lynch längst Bescheid wissen wird, immerhin wird man ihn über seinen neuen Kollegen und Mitbewohner informiert haben. Gleichermaßen etwas irritiert über sich selbst und erwartungsvoll sieht Elliot zu dem Priester und hofft, dass der lieber das Reden übernimmt. Damit tut er sich selbst scheinbar etwas schwer, - stellt überrascht fest, dass seine Stimme etwas belegt ist, weil er in den letzten Tagen, Wochen doch so wenig gesagt hat, wie möglich.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Der Regen peitscht schräg über die schmale Straße, der Winterhimmel über Manchester grau und trist. Vereinzelt sind noch Reste von Schnee und Eis am Rand des Gehweges zu erkennen, doch sonst hatte der Januar-Regen den Großteil des winterlichen Weiß beiseite gespült und nur nassen Frost hinter sich gelassen. Trotz den Minustemperaturen und den vor Kälte längst schmerzenden Fingern bleibt Elliot noch einen Moment zögerlich an der Straßenecke stehen - blickt die Mulberry Street hinunter, als würden ihm Pflaster und Fasseden irgendwelche Antworten bieten können. Zwischen dem hohen Bürogebäude auf der einen Seite, und dem wenig ansprechenden Wohnhaus auf der anderen erstreckt die rote Backstein-Front von St. Marys in die Höhe. <br />
<br />
Das Pfarrhaus offensichtlich gleich nebenan. Im Kopf kann Elliot fast schon die Schritte zählen, die er bis zur Eingangstür braucht und doch bleibt er noch einen Moment stehen. Brauchte einfach noch einen Moment, um hier in die richtige Rolle zu schlüpfen. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Dear LORD</span>, das stumme Gebet in seinem Kopf <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">just tell me what to do</span>. Elliot wusste es nicht mehr. Hatte sich so unsicher gefühlt, wie seit seiner Jugend nicht mehr, seitdem er die Entsendung nach Manchester angenommen hatte. Fühlte sich noch immer so. Unsicher und neben der Spur. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Hast einfach nicht gut geschlafen</span>, sagt er sich - als hätte er das irgendwann mal in den letzten Monaten (Jahren). <br />
<br />
In dem engen, spärlichen Gästezimmer im Obergeschoss von St. Marie’s Pfarrhaus hat er schon in den frühen, noch dämmernden Morgenstunden seine sieben Sachen in die Reisetasche gepackt und erst in der Tram von Bury nach Manchester so wirklich darüber nachgedacht, was ihn hier eigentlich erwarten wurde. In der Straßenbahn, als diese quietschend durch die Gegend getrödelt war, mitten unter Familien, Jugendlichen und Freunden in reger Diskussion über die Erwartungen ans neue Jahr, hatte er sich so wahnsinnig fehl am Platz gefühlt. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Gib den Dingen Zeit, mein Junge</span>; hatte William gesagt, sein alter Kollege aus Bury. Selbst er hatte Elliot nur so halb verstanden. Oder vielleicht konnte Elliot sich auch einfach niur nicht richtig erklären. <br />
<br />
Am St. Peters Square war er zusammen mit einer ganzen Menge junger Leute ausgestiegen - hatte beobachtete, wie so viele von ihnen trotz des Datums tapfer zur Bibliothek stampften und einige die Straße hoch zum Kunstmuseum, in dem auch er schon als Schüler gewesen war. Und dann war er die wenigen Schritte zur Mulberry Street gegangen, den Trageriemen der Reisetasche über einer Schulter und der Kollar fast wie ein Kostüm. Und nun steht er hier, unsicher, zögerlich. Aber half ja alles nichts. Die Hand, die den Riemen der Tasche noch etwas höher zieht, schmerzt dabei und er schüttelt den Kopf. Er sollte sich zusammen reißen. Würde ihm sein neuer Kollege schon nicht auf den ersten Blick ansehen, die Tatsache, dass er hier kurz vorm Zusammenfallen war. Falls doch, würde Wunschdenken vielleicht auch erst mal ausreichen. <br />
<br />
Bevor er sich versieht macht er den Schritt die halbe Treppenstufe hoch zum Eingang des Pfarrhauses und klingelt. Theoretisch könnte er die Tür auch selber aufschließen - die Diözese hatte ihm schon in der vergangenen Woche einen Schlüssel zum Pfarrhaus gegeben, zusammen mit einem ganzen Schwall Unterlagen, neuen Siegeln und mehr Informationen, als er in dem Moment hatte aufnehmen können. Aber er fühlt sich nicht wohl bei dem Gedanken, einfach selber aufzuschließen und hinein zu platzen, auch wenn es nun wohl sein Zuhause sein sollte. Noch war es das seines Kollegen - Ronan Lynch, Anfang 30, ein Oscott-Seminarist, war die Aussage vom Assistent des Bischofs und so erst mal wenig auskunftsreich. Elliot hatte zu viele Jahre außerhalb der Diözese gearbeitet, um seine Kollegen noch zu kennen. Nun ist er aber hier. Nach kurzem Warten öffnet sich die Tür und er blickt in das Gesicht eines Mannes ungefähr seines Alters, dunkle Haare, dunkle Augen. <br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Eh, hi.”</span> Awkward. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Father Lynch?”</span> Vielleicht eine überflüssige Frage, angesichts der Tatsache, dass er gerade die Tür zum Pfarrhaus geöffnet hatte.<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> “Calhoun. Elliot Calhoun.”</span><span style="font-style: italic;" class="mycode_i"> Ich bin der neue Kollege</span> liegt ihm auf der Zunge, aber er schluck’s doch runter, weil’s irgendwie lächerlich klingt. Früher einmal, da hätte sich ein charmantes Lächeln auf seine Lippen geschoben und seine Begeisterung über die neue Stelle, eine Zusammenarbeit, einen gemeinsamen Dienst im Name des Herrn wäre überschwänglich gewesen. Und jetzt? Jetzt weiß er nicht mal, wie er sich vorstellen soll. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Der Bischof sendet mich. Ich soll die offene Pfarrstelle übernehmen …?”</span> Am Ende klingt es doch wie eine Frage und Elliot fühlt sich auf dem Türabsatz, mit vor Regen leicht tropfenden Haaren, etwas wie bestellt und nicht abgeholt. Ist ihm natürlich klar, dass Lynch längst Bescheid wissen wird, immerhin wird man ihn über seinen neuen Kollegen und Mitbewohner informiert haben. Gleichermaßen etwas irritiert über sich selbst und erwartungsvoll sieht Elliot zu dem Priester und hofft, dass der lieber das Reden übernimmt. Damit tut er sich selbst scheinbar etwas schwer, - stellt überrascht fest, dass seine Stimme etwas belegt ist, weil er in den letzten Tagen, Wochen doch so wenig gesagt hat, wie möglich.]]></content:encoded>
		</item>
	</channel>
</rss>