<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/">
	<channel>
		<title><![CDATA[Lost the plot - G-H-I]]></title>
		<link>https://www.losttheplot.de/</link>
		<description><![CDATA[Lost the plot - https://www.losttheplot.de]]></description>
		<pubDate>Tue, 12 May 2026 22:46:07 +0000</pubDate>
		<generator>MyBB</generator>
		<item>
			<title><![CDATA[Irene Loewe]]></title>
			<link>https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2626</link>
			<pubDate>Fri, 02 Jan 2026 17:03:11 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.losttheplot.de/member.php?action=profile&uid=555">Irene Loewe</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2626</guid>
			<description><![CDATA[</font></style><link href="https://api.fontshare.com/css?f[]=general-sans@400,401,500,501,600,601,700,701&display=swap" rel="stylesheet"><style type="text/css"> /*<br />
<br />
DER CODE STAMMT VON fare thee well AUS DEM storming-gates.de<br />
<br />
*/ #flash { box-sizing: border-box; width: 500px; margin: 0 auto; } /*<br />
<br />
*/ .foben { box-sizing: border-box; width: 500px; background: #303030; padding: 20px; margin: 0 auto; font-family: 'General Sans', sans-serif; font-size: 10px; line-height: 20px; letter-spacing: 1px; text-transform: uppercase; font-weight: 500; text-align: center; color: #f7f7f7; } .foben img { width: 150px; height: 150px; -webkit-border-radius: 80px; -moz-border-radius: 80px; border-radius: 80px; border: 2px solid #7c8782; } .foben punkt { color: #8a7271; text-transform: uppercase; font-size: 8px; font-weight: bold; }  /*<br />
<br />
*/ .flashfeld { box-sizing: border-box; width: 500px; background: #7c8782; padding: 20px; margin: 0 auto; font-family: 'General Sans', sans-serif; font-size: 12px; line-height: 20px; letter-spacing: 1px; font-weight: 500; text-align: justify; color: #f7f7f7; border-bottom: 25px solid #efe5d4; } .flashfeld b { text-transform: uppercase; color: #303030; font-size: 10px; } .flashfeld i { color: #efe5d4; text-transform: uppercase; font-size: 10px; } .flashfeld o { font-size: 10px; border-bottom: 2px solid #f07d10; text-transform: uppercase; padding-bottom: 2px; } /*<br />
<br />
*/ .flashfamilie { box-sizing: border-box; width: 500px; background: #303030; padding: 20px; margin: 0 auto; font-family: 'General Sans', sans-serif; font-size: 12px; line-height: 20px; letter-spacing: 1px; font-weight: 500; text-align: justify; color: #f7f7f7; border-bottom: 25px solid #efe5d4; } .flashfamilie img { width: 80px; height: 80px; -webkit-border-radius: 80px; -moz-border-radius: 80px; border-radius: 80px;  border: 2px solid #8a7271; padding: 10px; } .flashfamilie titel { color: #f07d10; text-transform: uppercase; font-size: 8px; font-weight: bold; } /*<br />
<br />
*/ .flashchar { box-sizing: border-box; width: 500px; background: #7c8782; padding: 20px; margin: 0 auto; font-family: 'General Sans', sans-serif; font-size: 12px; line-height: 20px; letter-spacing: 1px; font-weight: 500; text-align: justify; color: #f7f7f7; } .flashchar icon { color: #303030; font-size: 30px; } .flashchar in { font-family: 'General Sans', sans-serif; font-size: 12px; line-height: 20px; letter-spacing: 1px; font-weight: 500; text-align: justify; color: #f7f7f7; } .flashchar tag { text-transform: uppercase; color: #303030; font-size: 10px; } /*<br />
<br />
*/ .flashpast { box-sizing: border-box; width: 500px; background: #303030; padding: 20px; margin: 0 auto; font-family: 'General Sans', sans-serif; font-size: 12px; line-height: 20px; letter-spacing: 1px; font-weight: 500; text-align: justify; color: #f7f7f7; } .flashpast  titel { color: #f07d10; text-transform: uppercase; font-size: 8px; font-weight: bold; } .flashpast b { text-transform: uppercase; color: #8a7271; font-size: 10px; } .flashpast i { color: #efe5d4; text-transform: uppercase; font-size: 10px; } .flashpast o { font-size: 10px; border-bottom: 2px solid #7c8782; text-transform: uppercase; padding-bottom: 2px; } /*<br />
<br />
</style><div id="flash"><div class="foben"><img src="https://i.ibb.co/60KxBFkz/ezgif-com-resize-4.gif" class="foben"><br />
<br />
<punkt>name:</punkt> irene loewe <punkt>age:</punkt> 32 years<br />
<punkt>occupation:</punkt> journalist <punkt>residence:</punkt> china town<br />
<punkt>faceclaim:</punkt> olivia cooke <punkt>by</punkt> isi</div><div class="flashfeld"><titel>good to know »</tilel> <i>don´t ask me for advice. i advocate break-ups and crimes. -</i> <b>Irene</b> hat immer einen flapsigen Kommentar parat – kein Talent, sondern Familienerbe. Bei den <b>Loewe</b>s wird nicht über Gefühle gesprochen, höchstens darüber gelacht. Aufgewachsen ist sie in einem roten Backsteinhaus in <i>Bolton</i>, das für sieben Menschen gefühlt immer ein Badezimmer zu wenig hatte. Wer das übersteht, dem macht später auch kein schlecht gelaunter Pressesprecher mehr Angst. Und das ist auch ganz gut so, wenn man bedenkt, dass ihre chronische Neugier und ausgeprägte Diskussionsfreude sie am Ende auf einen Karrierepfad als <b>Journalistin</b> geführt haben. Der Weg dahin? Nun ja, nennen wir es eine landschaftlich wenig reizvolle Strecke mit dem ein oder anderen Schlagloch. Mit jungen <b> 32 Jahren</b> hat Irene es vom Großraumbüro in einen Schuhkarton von einem Büro beim <b>The Guardian</b> geschafft. Dass sie sich dieses ausgerechnet mit dem Kollegen teilen muss, dem sie am liebsten regelmäßig an die Gurgel gehen würde, dämpft die Freude über die Beförderung nur geringfügig. Wirklich viel Zeit verbringt sie dort ohnehin nicht. Meist taucht sie nur auf ausdrückliche Ansage des Chefredakteurs auf, weil sie draußen in der freien Wildbahn lieber ihrem Bauchgefühl und der nächsten Schlagzeile hinterherjagt. Für zu viele zwischenmenschliche Feinfühligkeiten – insbesondere im Hinblick auf Beziehungen – bleibt da wenig Raum. Sehr zum Leidwesen ihrer Mutter ist Irene <b>Single</b> und hat keinerlei Motivation, Enkelkinder für diese zu produzieren. Und wenn es nach ihr geht, wird sich daran so schnell auch nichts ändern.<br />
 </div><div class="flashfamilie"><br><titel>toxic traits »</titel> <i>i'm not mean, i'm spicy nice.</i> • ist ziemlich tollpatschig und gibt ihren blauen Flecken gerne Mal Namen. • ist keine gute Köchin, sie schafft es zwar ein Ei zu braten, ist oft aber zu faul und lebt von Fast Food und Lieferservices. • hat einen ziemlich morbiden Humor und ist richtig schlecht darin, über ihre eigenen Gefühle zu sprechen. Lieber macht sie einen Witz auf ihre eigenen Kosten, bevor sie noch so etwas wie Schwäche zeigt. • Ironischerweise ist sie aber ganz gut darin zuzuhören, was berufsbedingt natürlich von Vorteil ist. • ist mit einer ziemlichen Ellenbogen-Mentalität aufgewachsen und boxt sich daher meist erfolgreich durch. • ihr Roman Empire ist wortwörtlich das Römische Reich. • durch ihre Erziehung zwangsläufig gut im Fußball und weiß als Fan natürlich über die aktuellen Spielstände bescheid. • Favorit Drinks: Gimlets & Guinness. • die Notiz-App in ihrem Handy ist wohl neben ihrem Schreibtisch (im Büro & zu Hause) das wohl Organisierteste in ihrem Leben. • hat eigentlich einen relativ guten Orientierungssinn. • kommt schnell mit neuen Leuten ins Gespräch, was natürlich auch für ihren Job gut ist. • ist vor Kurzem Patentante geworden und weiß bis heute nicht, ob das nicht nur ein dummer Scherz ihrer besten Freundin ist. • ist eine furchtbare Autofahrerin, würde das aber nie zugeben. •  hat keinen grünen Daumen. •  ist süchtig nach Lemon Sherbets von Tesco. •  Pizza Salsiccia ist ihr absoluter Favorit. • kickt heute auch noch gerne mal, allerdings hat sie einfach keine Zeit, es hobbymäßig zu machen. Oder aber sie nimmt sich nicht die Zeit! • seit ihre Mutter sie mit elf Jahren nach London in ein Musical geschleppt hat, hat Irene eine regelrechte Aversion dagegen. • ihre hauseigene Bücherei, bestehend aus selbst zusammengezimmerten Regalen von ihrem Bruder, ist ihr größter Schatz und sagt vermutlich einiges über sie als Mensch aus. </div><div class="flashpast"><titel>the bestseller »</titel> <i>rise and shine i'm ready to argue. -</i> Irene hat wie ihre vier älteren Brüder Theodor (41), Oliver (39), Freddie (37) und Alfie (35) keinen Zweitnamen. Bei so vielen Kindern war es angeblich schon eine Herausforderung, überhaupt einen passenden Vornamen zu finden. Der ursprüngliche Plan von zwei Kindern ging für Astrid (63) und Charles (64) Loewe irgendwie nicht ganz auf, und so wurde es in dem roten Backsteinhaus in Bolton, welches für sieben Personen immer ein Badezimmer zu wenig hatte, immer enger und lauter. Irene, die mehr Unfall als Absicht gewesen ist, erfüllte ihrer Mutter dann aber doch den sehnlichen Wunsch nach einem Mädchen und endete mit einem Termin zur Vasektomie für Charles, keine zwei Wochen nachdem diese das Licht der Welt erblickt hatte. <br />
Dass besagte und langersehnte Tochter besonders ihrer Mutter das Leben in den Folgejahren schwer machen würde und zum absoluten Papakind mutierte, konnte ja damals noch keiner ahnen. Kaum war die nämlich fähig, mehr als drei Worte zu sagen, fing sie auch schon mit dem Diskutieren an. Etwas, das sich bis heute besonders mit der älteren Loewe durchgesetzt hat und gerne mal für passiv-aggressive Feiertage und anderen Momenten sorgt.<br />
Irene war schon immer sehr neugierig. In den Augen ihrer Eltern, Lehrer und sämtlicher zufälliger Mitmenschen meist <i>“viel”</i> zu neugierig. Sie fragte ständig nach dem Warum – und hat damit bis heute auch nicht wirklich aufgehört. Wenn sie sich einmal irgendwo festbeißt, kann sie ziemlich hartnäckig sein. Vielleicht liegt genau darin auch der Grundstein für ihre legendäre Sturheit, die nicht nur ihr selbst gerne mal ein Bein stellt. Charme hat Irene durchaus – nur wickelt sie damit längst nicht jeden um den Finger. Für manch einen ist sie einfach zu laut, für andere zu ungeduldig. Die besagte Ungeduld ist bei ihr nämlich ein echtes zweischneidiges Schwert.<br />
Wenn es um einen Artikel geht, um Recherche, das Sammeln von Informationen und Aussagen, ist Irene die Geduld in Person. Da kann sie stundenlang stillsitzen. Ist penibel und unermüdlich. Kippt das Ganze allerdings ins Private und man erwartet dieselbe Gelassenheit von ihr, ist es mit der Ruhe schnell vorbei. Dann wird sie motzig, fast schon schnippisch – und ist erstaunlich wenig kompromissbereit für jemanden, der beruflich ständig Verständnis zeigt und einfordert. <br />
In Kindheit und Jugend ist Fußball bei den Loewes ungefähr so lebensnotwendig wie Atmen. Natürlich ist man Fan der Bolton Warriors, schließlich arbeitet Charles seit über drei Jahrzehnten als Platzwart für den Verein. Da versteht es sich fast von selbst, dass alle Kinder mindestens einmal die Minis des Fußballclubs durchlaufen.<br />
Bei Irene geht das Ganze sogar bis zur Uni. Sie jagt noch an der Cardiff University über den englischen Rasen, was allerdings nur dank eines Teilstipendiums möglich ist. Auf das macht sie ihre Englischlehrerin in der Oberstufe aufmerksam – inklusive Empfehlungsschreiben und vermutlich einer leisen Erleichterung, dass Irenes endlose Diskussionen künftig jemand anderes mit ihr führen muss.<br />
Am Ende entscheidet sich Irene für einen Bachelor in internationalem Journalismus. Neben dem Studium arbeitet sie zunächst in diversen Campus-Cafés, später in einem Pub etwas abseits des Universitätsgeländes. Im dritten Semester zahlt sich das Durchhaltevermögen dann aus: Sie ergattert ein Praktikum beim uni­eigenen digitalen Magazin <i>Quench</i> – und hat damit zum ersten Mal das Gefühl, in ihrem Leben genau da zu sein, wo sie hingehört. Nämlich unter Menschen, die genauso politisch interessiert sind wie sie, die mit derselben Leidenschaft stundenlang über Gott und die Welt diskutieren können – und die auf Earl Grey und Biscuits überleben, weil neben Ravioli und Beans on Toast das monatliche Budget schlicht nichts Weiteres hergibt.<br />
Heimatbesuche sind in dieser Zeit selten. Meist ist sie zu beschäftigt, die Semesterferien zu kurz, um wirklich nach Hause zu fahren. Also telefoniert man viel mit daheim – immer dann, wenn sich doch mal so etwas wie Heimweh einschleicht. Was sie natürlich niemals offen zugeben würde, sich aber ziemlich eindeutig in den mehrfachen Anrufen pro Tag zeigt. Eigentlich will sie nur die Stimmen ihrer Eltern hören. Oder einen besonders schlechten Dad-Joke.<br />
Auch hier zahlt sich der Fleiß aus: Irene bekommt die Option, nach dem Bachelor noch den Master dranzuhängen. Nach fünf langen, anstrengenden Jahren macht sie sich mit dem Abschluss in der Tasche auf Jobsuche. Genau genommen hat sie das schon vorher getan, aber wie so viele vor ihr träumt sie davon, eines Tages für eines der großen, wichtigen Blätter zu schreiben.<br />
Dass das natürlich nicht sofort klappt, versteht sich fast von selbst. Also zieht sie erstmal wieder in ihr Kinderzimmer ein und arbeitet eine ganze Weile für kleinere Redaktionen. Mal für The Bolton News, mal für The Manchester Evening News. Sie ist sich dabei nicht einmal zu schade, einen Reiseführer über Cardiff zu schreiben – schließlich hat sie dort mehr als genug Zeit verbracht, um sich auszukennen.<br />
Sie hangelt sich von befristeter Stelle zu Auftrag, lebt als freischaffende Journalistin und lernt schnell, mit Unsicherheit umzugehen. Das kulinarische Menü aus Studientagen wird dabei höchstens um etwas Parmesan auf den Spaghetti erweitert – Luxus sieht anders aus. Aber wenigstens für ein WG-Zimmer in der Canalstreet in Manchester reicht es irgendwann.<br />
Es ist eine anstrengende Zeit, in der auch die eine oder andere Beziehung auf der Strecke bleibt. Keiner der Männer versteht so recht, dass <i>„kurz mal recherchieren“</i> bei Irene ein sehr dehnbarer Begriff und Zeitraum sein kann. Meist irgendwas zwischen zwei Stunden und zwei Wochen. Mal mehr, mal weniger. Sie wiederum versteht schon, dass das nicht jeder mitmachen will, ist aber auch schnell genervt davon, ständig Rechenschaft über ihren Aufenthaltsort ablegen zu müssen und dabei auf noch mehr Unverständnis zu stoßen.<br />
Bei ihrer ersten großen Liebe, Lincoln (33), den sie noch in Cardiff kennengelernt hat, tut das besonders weh. Der Liebeskummer ätzt eine ganze Weile nach, doch Freunde und Guinness helfen irgendwann beim Verarbeiten. Die Männer, die nach ihm kommen, schaffen es nie ganz an seinen (oder ist es doch eher ihren?) Maßstab heran. Aber vielleicht liegt das auch daran, dass Lincoln größere Pläne für sie hatte. Zu große, zumindest, wenn man Irene fragt.<br />
Da verliert sie sich künftig lieber in Situationships. Einfach und überschaubar. Jeder weiß, woran er ist  und niemand fragt nach, warum sie nachts um drei hinter einem Tesco durch einen Müllcontainer kriecht. Für einen Artikel natürlich!<br />
Mittlerweile kann sie sich immerhin frische Tomaten für ihre Spaghetti leisten. Nicht, dass sie für Irene anders schmecken würden als die aus der Dose. Nach einer ganzen Weile des Durchquälens, Ellenbogen-Ausfahrens und blinden Vertrauen in ihr Bauchgefühl bewirbt sie sich schließlich auf eine Ausschreibung beim <i>The Guardian</i>. Nach einem gefühlt endlosen Bewerbungsprozess wird ihr die Stelle tatsächlich angeboten. Befristet, versteht sich. Irene zögert keine Sekunde, nimmt an und will innerlich am liebsten, Bäume ausreißen.<br />
Erst in ihrem zweiten Jahr, nach der zweiten Vertragsverlängerung, traut sie sich dann, ihre WG in der Canal Street gegen ein kleines Zwei-Zimmer-Apartment in Chinatown einzutauschen. Nichts allzu Besonderes, nicht mal besonders groß, aber für sie völlig ausreichend. Ordnung herrscht eigentlich nur an ihrem Schreibtisch, während der Rest der Wohnung im typisch Irene’schen Chaos versinkt.<br />
Viel Zeit verbringt sie dort ohnehin nicht – außer zum Schlafen. Sie lebt für ihren Job und hat keinerlei große Ansprüche an materielle Dinge. Solange genug Platz für ihre Bücher da ist und das Warmwasser funktioniert, ist die Loewe zufrieden. Blumentöpfe hat sie übrigens schon zu Beginn ihrer Uni-Zeit abgeschafft. Die sind ihr ohnehin regelmäßig unter den Händen weggestorben. Spart Geld. Oder, in Irenes Welt ist das ein Guinness mehr beim nächsten Pubabend. <i>- funerals are waaaay to expensive, just air fry me, when it’s my time.</I></div></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[</font></style><link href="https://api.fontshare.com/css?f[]=general-sans@400,401,500,501,600,601,700,701&display=swap" rel="stylesheet"><style type="text/css"> /*<br />
<br />
DER CODE STAMMT VON fare thee well AUS DEM storming-gates.de<br />
<br />
*/ #flash { box-sizing: border-box; width: 500px; margin: 0 auto; } /*<br />
<br />
*/ .foben { box-sizing: border-box; width: 500px; background: #303030; padding: 20px; margin: 0 auto; font-family: 'General Sans', sans-serif; font-size: 10px; line-height: 20px; letter-spacing: 1px; text-transform: uppercase; font-weight: 500; text-align: center; color: #f7f7f7; } .foben img { width: 150px; height: 150px; -webkit-border-radius: 80px; -moz-border-radius: 80px; border-radius: 80px; border: 2px solid #7c8782; } .foben punkt { color: #8a7271; text-transform: uppercase; font-size: 8px; font-weight: bold; }  /*<br />
<br />
*/ .flashfeld { box-sizing: border-box; width: 500px; background: #7c8782; padding: 20px; margin: 0 auto; font-family: 'General Sans', sans-serif; font-size: 12px; line-height: 20px; letter-spacing: 1px; font-weight: 500; text-align: justify; color: #f7f7f7; border-bottom: 25px solid #efe5d4; } .flashfeld b { text-transform: uppercase; color: #303030; font-size: 10px; } .flashfeld i { color: #efe5d4; text-transform: uppercase; font-size: 10px; } .flashfeld o { font-size: 10px; border-bottom: 2px solid #f07d10; text-transform: uppercase; padding-bottom: 2px; } /*<br />
<br />
*/ .flashfamilie { box-sizing: border-box; width: 500px; background: #303030; padding: 20px; margin: 0 auto; font-family: 'General Sans', sans-serif; font-size: 12px; line-height: 20px; letter-spacing: 1px; font-weight: 500; text-align: justify; color: #f7f7f7; border-bottom: 25px solid #efe5d4; } .flashfamilie img { width: 80px; height: 80px; -webkit-border-radius: 80px; -moz-border-radius: 80px; border-radius: 80px;  border: 2px solid #8a7271; padding: 10px; } .flashfamilie titel { color: #f07d10; text-transform: uppercase; font-size: 8px; font-weight: bold; } /*<br />
<br />
*/ .flashchar { box-sizing: border-box; width: 500px; background: #7c8782; padding: 20px; margin: 0 auto; font-family: 'General Sans', sans-serif; font-size: 12px; line-height: 20px; letter-spacing: 1px; font-weight: 500; text-align: justify; color: #f7f7f7; } .flashchar icon { color: #303030; font-size: 30px; } .flashchar in { font-family: 'General Sans', sans-serif; font-size: 12px; line-height: 20px; letter-spacing: 1px; font-weight: 500; text-align: justify; color: #f7f7f7; } .flashchar tag { text-transform: uppercase; color: #303030; font-size: 10px; } /*<br />
<br />
*/ .flashpast { box-sizing: border-box; width: 500px; background: #303030; padding: 20px; margin: 0 auto; font-family: 'General Sans', sans-serif; font-size: 12px; line-height: 20px; letter-spacing: 1px; font-weight: 500; text-align: justify; color: #f7f7f7; } .flashpast  titel { color: #f07d10; text-transform: uppercase; font-size: 8px; font-weight: bold; } .flashpast b { text-transform: uppercase; color: #8a7271; font-size: 10px; } .flashpast i { color: #efe5d4; text-transform: uppercase; font-size: 10px; } .flashpast o { font-size: 10px; border-bottom: 2px solid #7c8782; text-transform: uppercase; padding-bottom: 2px; } /*<br />
<br />
</style><div id="flash"><div class="foben"><img src="https://i.ibb.co/60KxBFkz/ezgif-com-resize-4.gif" class="foben"><br />
<br />
<punkt>name:</punkt> irene loewe <punkt>age:</punkt> 32 years<br />
<punkt>occupation:</punkt> journalist <punkt>residence:</punkt> china town<br />
<punkt>faceclaim:</punkt> olivia cooke <punkt>by</punkt> isi</div><div class="flashfeld"><titel>good to know »</tilel> <i>don´t ask me for advice. i advocate break-ups and crimes. -</i> <b>Irene</b> hat immer einen flapsigen Kommentar parat – kein Talent, sondern Familienerbe. Bei den <b>Loewe</b>s wird nicht über Gefühle gesprochen, höchstens darüber gelacht. Aufgewachsen ist sie in einem roten Backsteinhaus in <i>Bolton</i>, das für sieben Menschen gefühlt immer ein Badezimmer zu wenig hatte. Wer das übersteht, dem macht später auch kein schlecht gelaunter Pressesprecher mehr Angst. Und das ist auch ganz gut so, wenn man bedenkt, dass ihre chronische Neugier und ausgeprägte Diskussionsfreude sie am Ende auf einen Karrierepfad als <b>Journalistin</b> geführt haben. Der Weg dahin? Nun ja, nennen wir es eine landschaftlich wenig reizvolle Strecke mit dem ein oder anderen Schlagloch. Mit jungen <b> 32 Jahren</b> hat Irene es vom Großraumbüro in einen Schuhkarton von einem Büro beim <b>The Guardian</b> geschafft. Dass sie sich dieses ausgerechnet mit dem Kollegen teilen muss, dem sie am liebsten regelmäßig an die Gurgel gehen würde, dämpft die Freude über die Beförderung nur geringfügig. Wirklich viel Zeit verbringt sie dort ohnehin nicht. Meist taucht sie nur auf ausdrückliche Ansage des Chefredakteurs auf, weil sie draußen in der freien Wildbahn lieber ihrem Bauchgefühl und der nächsten Schlagzeile hinterherjagt. Für zu viele zwischenmenschliche Feinfühligkeiten – insbesondere im Hinblick auf Beziehungen – bleibt da wenig Raum. Sehr zum Leidwesen ihrer Mutter ist Irene <b>Single</b> und hat keinerlei Motivation, Enkelkinder für diese zu produzieren. Und wenn es nach ihr geht, wird sich daran so schnell auch nichts ändern.<br />
 </div><div class="flashfamilie"><br><titel>toxic traits »</titel> <i>i'm not mean, i'm spicy nice.</i> • ist ziemlich tollpatschig und gibt ihren blauen Flecken gerne Mal Namen. • ist keine gute Köchin, sie schafft es zwar ein Ei zu braten, ist oft aber zu faul und lebt von Fast Food und Lieferservices. • hat einen ziemlich morbiden Humor und ist richtig schlecht darin, über ihre eigenen Gefühle zu sprechen. Lieber macht sie einen Witz auf ihre eigenen Kosten, bevor sie noch so etwas wie Schwäche zeigt. • Ironischerweise ist sie aber ganz gut darin zuzuhören, was berufsbedingt natürlich von Vorteil ist. • ist mit einer ziemlichen Ellenbogen-Mentalität aufgewachsen und boxt sich daher meist erfolgreich durch. • ihr Roman Empire ist wortwörtlich das Römische Reich. • durch ihre Erziehung zwangsläufig gut im Fußball und weiß als Fan natürlich über die aktuellen Spielstände bescheid. • Favorit Drinks: Gimlets & Guinness. • die Notiz-App in ihrem Handy ist wohl neben ihrem Schreibtisch (im Büro & zu Hause) das wohl Organisierteste in ihrem Leben. • hat eigentlich einen relativ guten Orientierungssinn. • kommt schnell mit neuen Leuten ins Gespräch, was natürlich auch für ihren Job gut ist. • ist vor Kurzem Patentante geworden und weiß bis heute nicht, ob das nicht nur ein dummer Scherz ihrer besten Freundin ist. • ist eine furchtbare Autofahrerin, würde das aber nie zugeben. •  hat keinen grünen Daumen. •  ist süchtig nach Lemon Sherbets von Tesco. •  Pizza Salsiccia ist ihr absoluter Favorit. • kickt heute auch noch gerne mal, allerdings hat sie einfach keine Zeit, es hobbymäßig zu machen. Oder aber sie nimmt sich nicht die Zeit! • seit ihre Mutter sie mit elf Jahren nach London in ein Musical geschleppt hat, hat Irene eine regelrechte Aversion dagegen. • ihre hauseigene Bücherei, bestehend aus selbst zusammengezimmerten Regalen von ihrem Bruder, ist ihr größter Schatz und sagt vermutlich einiges über sie als Mensch aus. </div><div class="flashpast"><titel>the bestseller »</titel> <i>rise and shine i'm ready to argue. -</i> Irene hat wie ihre vier älteren Brüder Theodor (41), Oliver (39), Freddie (37) und Alfie (35) keinen Zweitnamen. Bei so vielen Kindern war es angeblich schon eine Herausforderung, überhaupt einen passenden Vornamen zu finden. Der ursprüngliche Plan von zwei Kindern ging für Astrid (63) und Charles (64) Loewe irgendwie nicht ganz auf, und so wurde es in dem roten Backsteinhaus in Bolton, welches für sieben Personen immer ein Badezimmer zu wenig hatte, immer enger und lauter. Irene, die mehr Unfall als Absicht gewesen ist, erfüllte ihrer Mutter dann aber doch den sehnlichen Wunsch nach einem Mädchen und endete mit einem Termin zur Vasektomie für Charles, keine zwei Wochen nachdem diese das Licht der Welt erblickt hatte. <br />
Dass besagte und langersehnte Tochter besonders ihrer Mutter das Leben in den Folgejahren schwer machen würde und zum absoluten Papakind mutierte, konnte ja damals noch keiner ahnen. Kaum war die nämlich fähig, mehr als drei Worte zu sagen, fing sie auch schon mit dem Diskutieren an. Etwas, das sich bis heute besonders mit der älteren Loewe durchgesetzt hat und gerne mal für passiv-aggressive Feiertage und anderen Momenten sorgt.<br />
Irene war schon immer sehr neugierig. In den Augen ihrer Eltern, Lehrer und sämtlicher zufälliger Mitmenschen meist <i>“viel”</i> zu neugierig. Sie fragte ständig nach dem Warum – und hat damit bis heute auch nicht wirklich aufgehört. Wenn sie sich einmal irgendwo festbeißt, kann sie ziemlich hartnäckig sein. Vielleicht liegt genau darin auch der Grundstein für ihre legendäre Sturheit, die nicht nur ihr selbst gerne mal ein Bein stellt. Charme hat Irene durchaus – nur wickelt sie damit längst nicht jeden um den Finger. Für manch einen ist sie einfach zu laut, für andere zu ungeduldig. Die besagte Ungeduld ist bei ihr nämlich ein echtes zweischneidiges Schwert.<br />
Wenn es um einen Artikel geht, um Recherche, das Sammeln von Informationen und Aussagen, ist Irene die Geduld in Person. Da kann sie stundenlang stillsitzen. Ist penibel und unermüdlich. Kippt das Ganze allerdings ins Private und man erwartet dieselbe Gelassenheit von ihr, ist es mit der Ruhe schnell vorbei. Dann wird sie motzig, fast schon schnippisch – und ist erstaunlich wenig kompromissbereit für jemanden, der beruflich ständig Verständnis zeigt und einfordert. <br />
In Kindheit und Jugend ist Fußball bei den Loewes ungefähr so lebensnotwendig wie Atmen. Natürlich ist man Fan der Bolton Warriors, schließlich arbeitet Charles seit über drei Jahrzehnten als Platzwart für den Verein. Da versteht es sich fast von selbst, dass alle Kinder mindestens einmal die Minis des Fußballclubs durchlaufen.<br />
Bei Irene geht das Ganze sogar bis zur Uni. Sie jagt noch an der Cardiff University über den englischen Rasen, was allerdings nur dank eines Teilstipendiums möglich ist. Auf das macht sie ihre Englischlehrerin in der Oberstufe aufmerksam – inklusive Empfehlungsschreiben und vermutlich einer leisen Erleichterung, dass Irenes endlose Diskussionen künftig jemand anderes mit ihr führen muss.<br />
Am Ende entscheidet sich Irene für einen Bachelor in internationalem Journalismus. Neben dem Studium arbeitet sie zunächst in diversen Campus-Cafés, später in einem Pub etwas abseits des Universitätsgeländes. Im dritten Semester zahlt sich das Durchhaltevermögen dann aus: Sie ergattert ein Praktikum beim uni­eigenen digitalen Magazin <i>Quench</i> – und hat damit zum ersten Mal das Gefühl, in ihrem Leben genau da zu sein, wo sie hingehört. Nämlich unter Menschen, die genauso politisch interessiert sind wie sie, die mit derselben Leidenschaft stundenlang über Gott und die Welt diskutieren können – und die auf Earl Grey und Biscuits überleben, weil neben Ravioli und Beans on Toast das monatliche Budget schlicht nichts Weiteres hergibt.<br />
Heimatbesuche sind in dieser Zeit selten. Meist ist sie zu beschäftigt, die Semesterferien zu kurz, um wirklich nach Hause zu fahren. Also telefoniert man viel mit daheim – immer dann, wenn sich doch mal so etwas wie Heimweh einschleicht. Was sie natürlich niemals offen zugeben würde, sich aber ziemlich eindeutig in den mehrfachen Anrufen pro Tag zeigt. Eigentlich will sie nur die Stimmen ihrer Eltern hören. Oder einen besonders schlechten Dad-Joke.<br />
Auch hier zahlt sich der Fleiß aus: Irene bekommt die Option, nach dem Bachelor noch den Master dranzuhängen. Nach fünf langen, anstrengenden Jahren macht sie sich mit dem Abschluss in der Tasche auf Jobsuche. Genau genommen hat sie das schon vorher getan, aber wie so viele vor ihr träumt sie davon, eines Tages für eines der großen, wichtigen Blätter zu schreiben.<br />
Dass das natürlich nicht sofort klappt, versteht sich fast von selbst. Also zieht sie erstmal wieder in ihr Kinderzimmer ein und arbeitet eine ganze Weile für kleinere Redaktionen. Mal für The Bolton News, mal für The Manchester Evening News. Sie ist sich dabei nicht einmal zu schade, einen Reiseführer über Cardiff zu schreiben – schließlich hat sie dort mehr als genug Zeit verbracht, um sich auszukennen.<br />
Sie hangelt sich von befristeter Stelle zu Auftrag, lebt als freischaffende Journalistin und lernt schnell, mit Unsicherheit umzugehen. Das kulinarische Menü aus Studientagen wird dabei höchstens um etwas Parmesan auf den Spaghetti erweitert – Luxus sieht anders aus. Aber wenigstens für ein WG-Zimmer in der Canalstreet in Manchester reicht es irgendwann.<br />
Es ist eine anstrengende Zeit, in der auch die eine oder andere Beziehung auf der Strecke bleibt. Keiner der Männer versteht so recht, dass <i>„kurz mal recherchieren“</i> bei Irene ein sehr dehnbarer Begriff und Zeitraum sein kann. Meist irgendwas zwischen zwei Stunden und zwei Wochen. Mal mehr, mal weniger. Sie wiederum versteht schon, dass das nicht jeder mitmachen will, ist aber auch schnell genervt davon, ständig Rechenschaft über ihren Aufenthaltsort ablegen zu müssen und dabei auf noch mehr Unverständnis zu stoßen.<br />
Bei ihrer ersten großen Liebe, Lincoln (33), den sie noch in Cardiff kennengelernt hat, tut das besonders weh. Der Liebeskummer ätzt eine ganze Weile nach, doch Freunde und Guinness helfen irgendwann beim Verarbeiten. Die Männer, die nach ihm kommen, schaffen es nie ganz an seinen (oder ist es doch eher ihren?) Maßstab heran. Aber vielleicht liegt das auch daran, dass Lincoln größere Pläne für sie hatte. Zu große, zumindest, wenn man Irene fragt.<br />
Da verliert sie sich künftig lieber in Situationships. Einfach und überschaubar. Jeder weiß, woran er ist  und niemand fragt nach, warum sie nachts um drei hinter einem Tesco durch einen Müllcontainer kriecht. Für einen Artikel natürlich!<br />
Mittlerweile kann sie sich immerhin frische Tomaten für ihre Spaghetti leisten. Nicht, dass sie für Irene anders schmecken würden als die aus der Dose. Nach einer ganzen Weile des Durchquälens, Ellenbogen-Ausfahrens und blinden Vertrauen in ihr Bauchgefühl bewirbt sie sich schließlich auf eine Ausschreibung beim <i>The Guardian</i>. Nach einem gefühlt endlosen Bewerbungsprozess wird ihr die Stelle tatsächlich angeboten. Befristet, versteht sich. Irene zögert keine Sekunde, nimmt an und will innerlich am liebsten, Bäume ausreißen.<br />
Erst in ihrem zweiten Jahr, nach der zweiten Vertragsverlängerung, traut sie sich dann, ihre WG in der Canal Street gegen ein kleines Zwei-Zimmer-Apartment in Chinatown einzutauschen. Nichts allzu Besonderes, nicht mal besonders groß, aber für sie völlig ausreichend. Ordnung herrscht eigentlich nur an ihrem Schreibtisch, während der Rest der Wohnung im typisch Irene’schen Chaos versinkt.<br />
Viel Zeit verbringt sie dort ohnehin nicht – außer zum Schlafen. Sie lebt für ihren Job und hat keinerlei große Ansprüche an materielle Dinge. Solange genug Platz für ihre Bücher da ist und das Warmwasser funktioniert, ist die Loewe zufrieden. Blumentöpfe hat sie übrigens schon zu Beginn ihrer Uni-Zeit abgeschafft. Die sind ihr ohnehin regelmäßig unter den Händen weggestorben. Spart Geld. Oder, in Irenes Welt ist das ein Guinness mehr beim nächsten Pubabend. <i>- funerals are waaaay to expensive, just air fry me, when it’s my time.</I></div></div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Hamza Marwazi]]></title>
			<link>https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2617</link>
			<pubDate>Thu, 04 Dec 2025 10:16:33 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.losttheplot.de/member.php?action=profile&uid=554">Hamza Marwazi</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2617</guid>
			<description><![CDATA[<div class="p1 stecki">
  <div class="p2">Hamza Marwazi</div>
  <div class="p3">[seductively takes off glasses] wow you're fucking blurry</div>
  <div class="ph1">
    <div class="ph2">
      <div class="p9">„</div>
      <div class="p10">Physically I'm here but spiritually I'm smoking weed in a Waffle House parking lot somewhere in rural Kentucky.</div>
    </div>
    <div style="display: flex; justify-content: space-between; width: 500px;"><img src="https://i.ibb.co/LhzRfQpz/ezgif-21ed3277eea13116.gif" style="width: 160px; height: 200px; object-fit: cover;"><img src="https://i.ibb.co/xqvbpjkJ/ezgif-2cdf5d06fdef0801.gif" style="width: 160px; height: 200px; object-fit: cover;"><img src="https://i.ibb.co/3m8PjMf4/ezgif-26299665c8943cd6.gif" style="width: 160px; height: 200px; object-fit: cover;"></div>
  </div>
  <div class="p4">
    <div class="lfacts">
      <div>Lee</div>
      <div>Alter // 37 Jahre</div>
      <div>
        Job // Musiker + Radiomoderator </div>
      <div>
        Pizza // Extra Käse</div>
      <div>
        Ava // Daveed Diggs</div>
    </div>
    <div class="p7">
      <div class="p5-2">
        <img src="https://i.ibb.co/4Rd9RLc2/smile.gif"><br />
      </div><i>When life gives you lemons, you lean back and light up a joint.</i> Sag mal, wie kriegt der das eigentlich alles gebacken? Na gut, die Radioshow <i>Crosswired</i> läuft nur zweimal die Woche, da kann man schon noch nebenbei ein bisschen bei Pretty Hate Machine trommeln, exzessiv kiffen, sich politisch engagieren, Sport machen, ca. 300 Podcasts und Dokus aufsaugen, sich für den größten Biohacker der westlichen Hemisphäre halten, am Arsch von Nordengland auf irgendeine spontane Mission gehen UND DANN auch noch verheiratet sein mit der heißesten, intelligentesten, krassesten Frau jemals – Ne ernsthaft, Hamzas Tag hat doch mehr als 24 Stunden, oder?? Ist ja schon fast ne Frechheit, dass er bei all dem Kram so gar nicht aus dem Gleichgewicht zu bringen ist. Da kann man nur missgönnerisch werden, wie der schon so grundzufrieden grinst?? Aber Hamza hat's eben perfektioniert, dieses <i>doing it for the love of it (or not at all)</i>. Anders kriegt der seinen Arsch ja eh nicht hoch. Muss man aus einer anderen Perspektive betrachten, findet Hamza ja. Heißt ja nicht umsonst, <i>ein kluges Pferd springt nicht höher als es muss</i> und dieses kluge Pferd nimmt das Leben, wie es kommt, <i>inshallah</i>.<br />
    </div>
<div class="p8">*makes eye contact with security cameras<br> to assert dominance*<br />
</div>
<div class="lee-facts">
	<div class="lee-facts-title">Wusstest du, dass Hamza:</div>
	<ul>
		<li>» ...immer einen Weg findet, seine Frau zu erwähnen oder seinen Ring zu zeigen, als wär er Green Lantern?</li>
		<li>» ...professioneller arm chair therapist ist?</li>
		<li>» ...nicht trinkt und allgemein nur <i>natural</i> konsumiert (davon aber zumindest nicht wenig)?</li>
		<li>» ...nicht mal Tabak raucht und dir einen Vortrag über Tabakersatz halten wird, wenn du nicht aufpasst?</li>
		<li>» ...alles mit Stäbchen isst?</li>
		<li>» ...eigentlich immer nen Podcast oder ne Doku laufen lassen hat und regelmäßig out of context FunFacts dropt?</li>
		<li>» ...für Bagel sterben würde?</li>
		<li>» ...keinen Tauben vertraut?</li>
		<li>» ...als Teenager mal Snakebites hatte und man immer noch die Narben davon sieht?</li>
		<li>» ...mal ein Skater war?</li>
		<li>» ...immer ein Spielkartendeck dabei hat?</li>
		<li>» ...immer friert und selbst im Sommer mit mindestens drei Decken schläft?</li>
		<li>» ...ca. 2,5 Jahre gebraucht hat um zu checken, dass man diese knickbaren Handwärmer wiederverwenden kann?</li>
		<li>» ...Pokémonkarten (Lieblingspokémon: Swampert!) und Vinylplatten sammelt?</li>
		<li>» ...komische Essenskombinationen genießt, als wäre er ne schwangere Frau?</li>
		<li>» ...ohne Brille nen Scheißdreck sieht und trotzdem zu oft ohne rumläuft?</li>
		<li>» ...als Teenager mal in Kunsttherapie war?</li>
		<li>» ...schon zwei Bücher geschrieben hat, die kein Verlag haben wollte (schade)?</li>
		<li>» ...Zuhause überall marokkanische und westafrikanische Kunst hängen hat?</li>
		<li>» ...als Kind mal ins Krankenhaus musste, weil er 60 Äpfel auf einmal gegessen hat (er wurde im Sommercamp herausgefordert)?</li>
		<li>» ...so unzuverlässig mit Terminen ist, dass man ihn eigentlich immer vorher nochmal anrufen muss und er dann immer genervt reagiert, als hätte ers voll auf dem Schirm gehabt (hat er nicht)?</li>
		<li>» ...immer auf Sidequest ist?</li>
		<li>» <img src="https://i.pinimg.com/736x/b6/40/e3/b640e3f0a22642193a318f317c817730.jpg" style="float: right; width: 93px; margin: 4px 0 0 9px;" />...seinen Kater Mic(rowave) behandelt wie einen Sohn und ihn regelmäßig anzieht, um davon dann 20 Bilder an jeden zu schicken?</li>
		<li>» ...laktoseintolerant ist, aber nicht findet, dass das sein Problem ist (und es somit zum Problem aller im 5km Radius macht)?</li>
		<li>» ...in seinem Leben unter anderem als Bademeister, Eiswagenfrager, Hundefriseur (spezialisiert auf Mullets), Zauberer, Tankstellenwart, Barkeeper in einer Absinth-Bar und Stock Photo Model gearbeitet hat?</li>
		<li>» ...bei der Tanke einmal mitten in der Nacht von einem halbstarken Typen mit Messer überfallen wurde (den er safe umgenietet hätte, hätte er's drauf ankommen lassen, aber so musste er nur nen halben Tag arbeiten)?</li>
		<li>» ...ne Kiste mit Digitalkameras aus den early 2000s rumstehen hat (von denen bestimmt die Hälfte schrott ist?</li>
		<li>» ...auf diversen abstrusen Bildern und Videos zu finden ist, aus seiner ehemaligen Stock Photo Karriere (und anderen Lebenswegentscheidungen) und mit dem Stand up Comedy Auftritt, der sich bei 14 Aufrufen auf YouTube versteckt, umgeht, als wärs ne geheime Schatzkiste?</li>
		<li>» ...high am liebsten the 70s show schaut oder puzzelt?</li>
		<li>» ...politisch aktiv ist und zwar keine Bücher liest, aber trotzdem im Herzen Kommunist ist (weils das einzig logische ist)?</li>
		<li>» ...die politischen Pamphlete seiner Frau an jede erdenkliche Wand in Manchester klebt?</li>
		<li>» ...als Kind bei den Pfadfindern war und immer noch der festen Überzeugung ist, er könne ohne Streichhölzer Feuer im Wald machen und drei Wochen von Brennesseltee, Beeren und geräucherten Insekten überleben?</li>
		<li>» ...seine besten Geschichten mit "Damals auf dem Kutter...", "In der heißen Sonne Nordafrikas..." und "Mein Pfadfinderführer sagte einst zu mir, 'Junge...'" anfängt?</li>
	</div>
	<div class="p8">If we were both cats I'd share my sun spot with you</div>
<br />
	<div style="width: 80%; margin:auto; text-align: justify"># abenteuerlustig # aufmunternd # ausdrucksstark # authentisch # begeisterungsfähig # bestechlich # charismatisch # eigensinnig # flexibel # freimütig # fürsorglich # gelassen # genießerisch # gerechtigkeitsliebend # geschwätzig # großherzig # hilfsbereit # humorvoll # idealistisch # inkonsequent # konfliktscheu # lebensfroh # leichtsinnig # leidenschaftlich # motiviert # optimistisch # prinzipientreu # sanftmütig # spontan # treudoof # unbeschwert # undiszipliniert # unzuverlässig # weltgewandt # zerstreut </div>
<br />
	Dass man gar nicht erst versuchen muss, dich zu was zu bringen, worauf du keinen Bock hast, lernen alle früh. Auch wenn man versucht's dir schmackhaft zu machen, da bist du wie ein Hund, dem man die Pillen in Erdnussbutter versteckt: ein Meister darin, drum herum zu arbeiten. Das passt nicht zu deiner Lebensphilosophie, hast du irgendwann beschlossen. Davon hast du schließlich ein paar; manchmal könnte man meinen, du hast mal den kitschigen Zitateband der Omma nebenan gefressen. <i>'Ein kluges Pferd springt nie höher als es muss'</i>, <i>'Es kommt wie's kommt'</i>, '<i>'Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei'</i> – Damit fährst du ziemlich gut. An sich hast du wirklich das wenigste Interesse daran, gegen irgendwas anzukämpfen, das dir im Leben entgegenkommt. Passieren wird es eh und <i>Inshallah</i> wirds gut sein. Am Ende wirds eh gut, so optimistisch bist du, also warum stressen? Sorgt auch dafür, dass du wirklich gar keinen Drive hast, dich um Dinge zu kümmern. Wenns nicht sein soll, wirds nicht passieren. Dann zündest du dir lieber einen Joint an und atmest tief durch. <i>Dass du damit auch noch durchkommst...</i>, hörst du immer wieder von (missgünstigen) Menschen in deinem Leben (deine Mutter hast du oft zum Seufzen gebracht), aber das nimmst du ihnen nicht übel und gibst stattdessen eine deiner Lebensweisheiten auf den Weg. Stimmt auch nicht ganz, schließlich hat dir diese Risikobereitschaft auch oft genug Türen geschlossen (du behauptest: Dann sollte es halt nicht so sein). Wer nichts erwartet, kann auch nicht enttäuscht werden, oder?<br><br>Generell bist du echt 'n lieber Kerl. Treudoof und immer mit einem flotten Spruch auf den Lippen. Apropos Humor bist du da (wie deine Eltern) sehr eigen. Irgendwann hast du beschlossen, dass es nichts witzigeres gibt, als irgendwelche Lügengeschichten über dein Leben zu erzählen und in Wahrheit nur den Plot irgendeines Films zu rezitieren. Klar ist Whiplash da ganz hoch im Rennen, wie sollts auch anders sein? Das ist einfach dein <i>Bit</i>, an dem du festhängst. Von denen hast du ein paar und auch wenn dich die Leute in deinem Umfeld mit rollenden Augen strafen, siehst du das Zucken im Mundwinkel ganz genau! Lachen tust du auch viel und bist damit ziemlich ansteckend. Allgemein kann man dir Gesichtskasper deine Gefühlslage ausnahmslos immer ablesen.<br><br>Du hast so nen kleinen Hang zur Selbstoptimierung. Zumindest ist das dein <i>current thing</i>. Sport, Intervallfasten, Eisbaden, Meditation, Flow. <i>Biohacking</i> füllt ungefähr 67 deiner 93 offenen Tabs auf dem Handy, auch wenn du da deine ganz eigene Ordnung verfolgst. Nicht nur da, denn das was du für logisch und sinnvoll und selbstverständlich hältst, versteht kein Schwein (und auch keine Kuh, Gans, Meerschweinchen, der gesamte Bauernhof ist ab-so-lut ratlos). Checkst du nicht, aber das liegt wohl in der Natur der Dinge. <br>Wenn man dich fragt, wo du gerade bist, schickst du meistens ein Selfie von irgendeinem random Ort am Rande der Welt (naja, irgendwo UK ist es meistens wenigstens noch) zurück und wenn Fragezeichen zurückkommen, verschwindest du wieder in deiner random Sidequest – sorry. Unzuverlässig bist du, das kannst du definitiv nicht abstreiten. Aber angetrieben von dieser fetten Lebensneugierde, willst du eben alles sehen, riechen, schmecken, erleben, fühlen – und vergisst dabei schnell, was du eigentlich tun solltest.<br><br>Politisch aktiv bist du. Schon eine ganze Weile, aber seit du Anisa kennst, ist dein Engagement nochmal ordentlich durch die Decke gegangen. Das meiste macht immer noch sie, aber du bist die Stütze im Hintergrund und machst das gut. Bücher von toten weißen Männern muss man nicht lesen, um zu wissen, was richtig ist.<br>Allgemein bist du sehr gerechtigkeitsliebend und meinst in vielen Dingen ein richtig und falsch zu erkennen. Dagegen sprichst du gerne an, obwohl du sonst eher konfliktscheu bist – Pazifisten vertraust du nicht. Aber gibt es ein persönliches Problem, blockst du schnell ab und wirfst es mit einem Spruch weg. <i>It's not that deep</i>, hört man von dir oft (auch wenn es wirklich <i>that deep</i> ist). Gelöst wird es nicht, aber aus den Augen aus dem Sinn. So klappts für dich am besten.<br />
	<div class="p8">fuck casual friendships. our souls are intertwined.</div>
<br />
<div class="s-wr">
	<div class="s-l"></div>
	<div class="s-b">Kindheit, Großfamilie, Party <ti>04.02.1980 - 1998</ti></div>
	<div class="s-tb"><i>Alhamdulillah</i> sagt deine Mutter Haifa immer. Dass man die Dinge nehmen muss, wie sie <s>Gott sie schenkt</s> sind, lernst du schnell, auch wenn weder sie, noch du an einen Gott glauben. "Um die weiße Rasse auszulöschen" sagt sie jedes Mal trocken, wenn sie gefragt wird, warum sie damals aus Nigeria ausgewandert ist (und findet sich wirklich immer noch genauso witzig, wie beim ersten Mal). "Was meinst du sonst, warum wir so viele Kinder bekommen haben", steigt dein Vater Dwayne dann mit ein (der sich noch ein Stückchen witziger fühlt, bis heute glaubst du, das ist der Hauptstreitpunkt in ihrer Beziehung gewesen). Jedenfalls, ob mit böser Absicht oder nicht: Ihr seid viele. So viele, dass ihr bald nicht mehr auskommt, in eurem kleinen Townhouse in Exmouth. "Die Stadt hat uns nicht gefallen", sagt deine Mutter immer, wenn sie gefragt wird, warum ihr aus Brixington (Exmouth) nach Withycombe Raleigh (Exmouth) nach Hulham (Exmouth) nach Queen's Drive (Exmouth) gezogen seid. "Hier kriegen wir Einwanderungsleistungen vom Staat", fügt dein Vater hinzu und hält sich mal wieder für noch witziger. Da lebt ihr alle zusammen, deine Eltern, deine beiden älteren Schwestern Maryam und Asma, du, und zwei Graupapageien (Margaret Thatcher und Olivia Newton-John), die dich noch heute Harold nennen (beide deiner Schwestern weisen jede Schuld von sich). Irgendwann kommt noch dein Bruder Karim dazu und weil dich deine Schwestern immer geärgert haben, denkst du jetzt, dass sich Causa Geschlechtergerechtigkeit ALLES ändern wir (tut es nicht, hat wenig mit Geschlecht zutun, lernst du dann, als Karim älter wird).<br><br>Deine Eltern trennen sich, da bist du fast 5 Jahre alt. Dauert nicht lange, da wächst deine Familie um drei weitere Geschwister (dein Vater Dwayne bekommt mit seiner neuen Partnerin Aishwarya nicht nur deinen neuen Stiefbruder Dinesh, sondern schnell auch deine Halbschwester Lotta (Charlotte) und zieht mit ihnen auf die andere Landseite nach Cockwood; deine Mutter mit ihrem Partner Oli(vier) deinen Halbbruder Abel, der aus seiner vorherigen Ehe noch deinen Stiefbruder Antoine mitbringt) und auf der der Jubiläumsparty für 10 Jahre Scheidung juckt sich niemand dafür, dass du eigentlich noch keinen Alkohol trinken solltest (schließlich ist es ein besonderes Ereignis). Dass die Toiletten bei euch im Haus nicht ausreichen, um eure ganze Kotzerei abzudecken – geschenkt. Danach wird dir für mehr als zwei Jahre kotzübel, wenn du nur an Alkohol denkst und deine Eltern verkaufen das als pädagogische Maßnahme.<br>Fertig ist man damit nicht. Malt man den Stammbaum weiter, adoptiert dein Vater mit seiner Familie noch die Schwestern Jaz (Jamala) und Shani, und deine Mutter drei Hunde (Patti, Cheryl und Elton).<br><br>Zu den Pfadfindern gehen Karim und du, da bist du erst sieben. Da donnerst du immer auf dem Cajón rum. Rhythmus hattest du schon immer im Blut, aber das macht dir viel mehr Spaß als mit dem Geschirr auf den Teller zu hauen (irgendwann hast du Zuhause nur noch Holzbesteck bekommen). Da bleibst du auch für einige Jahre. Als du 13 Jahre alt wirst, hast du anderes im Kopf, aber bis dahin bist du schon ins Schulorchester eingestiegen und kannst statt auf einer Holzkiste nun auf Snare und Becken rumtrommeln. Die Liebe für die Natur und Göffel behältst du aber.<br>Stattdessen gehst du irgendwann feiern. Weil in Exmouth nichts geht, musst du rein nach Exeter und strandest da auch öfter als dir lieb ist, weil keine Bahn mehr fährt. Nicht nur einmal pennst du auf ner Bank am Bahnhof, wahlweise mit Maryam oder später auch Lotta.<br></div><div class="s-b">Hummerfischen, Gelegenheitsjobs, Musik <ti> 1999 - 2004</ti></div>	<div class="s-tb">Warum du allergisch dagegen bist, eine Ausbildung zu machen, fragt dich deine Mutter einmal zu oft und statt wie andere Leute für ein Gap Year nach Australien zu reisen, ergreifst du das erste hanebüchene Angebot, das du in deine Finger bekommst und setzt dich für 9 Monate ab, um an Norwegens Küste auf einem Kutter Hummer zu fischen. Kommst du zurück, berichtest du davon als wärst du im Krieg gewesen und meinst es auch so. <i>'Damals, auf dem Kutter'</i> klingt wie der Anfang einer deiner Märchengeschichten, ist aber wahr.<br><br>Jedenfalls bist du irgendwann zurück und leider immer noch nicht so scharf drauf, was zu machen, auf das du keine Lust hast. <i>Das Leben kommt, wie's kommen will</i> machst du dir zu Devise und weigerst dich Partout was zu machen, was dich nicht juckt. Aber weil du einfach viele Leute kennst und die Leute kennen, die wieder Leute kennen, die Leute brauchen, schlägst du dich erstaunlich gut damit durch (mittlerweile gönnt es dir deine Mutter, dass du damit mal ordentlich auf die Nase fällst, aber das nimmst du nicht persönlich und zuckst nur lachend mit den Schultern). Allgemein findest du darin auch deinen Ansporn; willst halt einfach wissen, wie's überall aussieht und lässt dich sonst treiben (so wie damals, auf dem Kutter).<br>Musik bleibt ein Thema in deinem Leben, klar. Hin und wieder organisierst du Jam Sessions in ner Bar in Exeter, in der du auch immer mal wieder ausgehilfst und irgendwann entwickelt sich daraus was festes. Wie man ein Schlagzeug, ein Akkordeon, eine Oboe und eine Gitarre kombinieren kann, weiß noch niemand so recht, aber ihr nennts <i>Jazz</i> und andere findens witzig, wenn sie euch nebeneinander auf der Stage sehen.<br></div><div class="s-b">Brighton, Radio, Anisa <ti>2005-2012</ti></div><div class="s-tb"> Dann ziehst du von Exmouth nach Bristol (2005) nach Birmingham (2007) nach Brighton (2007). Ein Freund von dir geht für acht Monate in die Staaten und braucht wen, der auf Katze und Wohnung aufpasst. Dass du dort bleiben wirst, entscheidest du mit der Zeit. Eine neue Band gibts auch, mit der du hin und wieder durch die Nacht spielst (oder stattdessen high auf der Couch hockst). Über Connections rutscht du ins Radio, weil man mal wen spontan wen brauchte, der sich so'n bisschen mit Mischpults auskennt. Irgendwann greift man bei diesem lokalen Winzsender immer mehr auf dich zurück und als wer ausfällt, bist du einige Male vor dem Mic zu hören und baust dir mit der Zeit ungeplant ein brauchbares Portfolio auf. Labern konntest du ja eh schon immer und Musik findest du eh am spannendsten.<br><br> An Liebe auf den ersten Blick glaubst du, als du in der Kochbuchsektion im nächsten Waterstones auf Anisa triffst. Out of your league, weißt du (immer noch). Künstlerin, findest du schnell heraus. Bildschön sowieso. Kannst du dir nicht erklären, was sie mit dir Schwachmaten will, aber als du ihr dein Ein-Personen Musical über Stadttauben präsentiert, kann sie nicht mehr aufhören zu lachen und du weißt, das ist dein liebstes Geräusch.<br>Anisa und du, ihr kennt euch drei Tage, da steigst du in ihren Van nach Algerien. Unterwegs seid ihr drei Wochen bevor du fragst <i>'What are we?'</i> und sie antwortet mit <i>'Two lost souls swimming in a fishbowl'</i> und die richtige Antwort auf die Frage bekommst du erst zwei weitere Wochen später, weil ihr daraufhin leider beide Pink Floyd singen müsst. Drei platte Reifen, unzählige Karaokesessions und 142 gestreichelte Katzen später siehst du euch beide miteinander alt werden.<br></div><div class="s-b">Manchester, <i>Crosswired</i>, Pretty Hate Machine <ti>2013-</ti></div><div class="s-tb">Verlobt seid ihr 9 Monate später. Deine Mutter liebt sie mehr als dich (fair) und würde sich bei einer Trennung für sie entscheiden (auch fair). Neben ihr fühlst du dich wie der glücklichste Mann jemals.<br>Brighton geht euch beiden auf den Sack und weil Anisa von überall arbeiten kann und du auch nicht für feste Arbeitsverträge bekannt bist, muss das Gefühl nicht lange reifen. Denkst du jedenfalls, denn deine Verlobte (hihi) ist zwar noch muslimischer aufgewachsen als du, findet sich aber nicht mit einem einfachen <i>'Inshallah'</i> zufrieden (schade), wenn du es nicht einsiehst, dich erst um einen Job zu kümmern, bevor du durch das halbe Land ziehst. Da habt ihr jedenfalls ne Streitphase, weil du es wirklich gar nicht einsiehst und sie es nicht einsieht, dass du es nicht einsiehst und naja, irgendwann knickst du ein und bemühst dich um ne Stelle. Klappt gar nicht so einfach (du schiebst es darauf, dass du zu viel vom Universum verlangst und nicht, dass dein CV aus ca. 300 unqualifizierten Gelegenheitserfahrungen besteht). Nach Manchester würdest du am liebsten, da lebt nämlich auch Familie. Und <i>Manchester it is</i>, nach monatelangem Kampf und zu vielen Gesprächen, weil ein Bekannter von dir jemanden kennt, der jemanden kennt, der da beim Radio arbeitet. Da hast du plötzlich ne richtige Show mit deiner Kollegin Aoife, bei der ihr meistens über Musik aus verschiedenen Genres redet, aber zwischendurch auch über die besten Zimtschnecken Manchesters (du tust so als wärst du local, obwohl man's deinem Akzent deutlich anerkennen kannst, dass du ein good ol' Cornwall dude bist).<br><br>Dann stolperst du über Zahi und Mortimer und Ruby und ta-da neue Band. <i>Pretty Hate Machine</i> heißt ihr und anders als deine vorherigen Bands, klappts mit denen sogar richtig krass?? Absolute Chaoten, aber du liebst die. <br>Ach und apropos krass: Anisa und du haben mittlerweile natürlich auch geheiratet. Der 12.04.2014 ist nicht das malerischte Datum, aber dafür dein malerischter Tag (also wortwörtlich; Anisa hat eure Hochzeitsbilder ca. 42x gemalt und sie bleibt trotzdem bei jedem das schönste daran??).<br><br>Ey, was sollst du sagen, dein Leben ist perfekt, <i>alhamdulillah</i>.<br />
	</div></div>
		</div></div> </div></div>
<style>.lee-facts { padding: 10px; } .lee-facts-title { font-family: 'Montserrat', sans-serif; text-transform: uppercase; text-align: left; font-weight: bold; letter-spacing: 2px; margin-bottom: -10px; } .lee-facts ul { list-style-type: none; margin-left: -30px; } .lee-facts ul li { padding: 2px 0; }</style><br />
<style>.s-b {position:absolute} .s-wr {margin:auto}.s-b {background-color: #2a698b }.s-tb, .l-b{position:relative}.s-tb{text-align: justify}.s-b dt{font-weight:600}.s-wr{width:100%;border-left: solid 8px #2a698b}.s-b{max-width:440px;z-index: 2; padding:5px 10px 5px 15px;font-size:13px;font-family: 'Montserrat', sans-serif;color:#fff;text-transform:uppercase;letter-spacing:0.5px}.s-b ti{font-size:10px}.s-tb{padding: 37px 15px 10px 10px;} .lee-mood {width: 102%;display: flex;justify-content: space-between;}.lee-mood img {width: 110px;height: 100px;object-fit: cover;}.lee-shortfacts { margin: 10px 0; width: 100%; display: flex; flex-flow: row wrap; justify-content: space-between; align-items: top; gap: 7px;}.lee-shortfacts div { padding: 5px 5px 4px 5px; border-radius: 2px; background-color: #2a698b; flex: 1 0 auto; font-size: 8.4px; font-weight: 500; line-height: 8px; letter-spacing: 1px; text-transform: uppercase; text-align: center; color: white;}</style>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="p1 stecki">
  <div class="p2">Hamza Marwazi</div>
  <div class="p3">[seductively takes off glasses] wow you're fucking blurry</div>
  <div class="ph1">
    <div class="ph2">
      <div class="p9">„</div>
      <div class="p10">Physically I'm here but spiritually I'm smoking weed in a Waffle House parking lot somewhere in rural Kentucky.</div>
    </div>
    <div style="display: flex; justify-content: space-between; width: 500px;"><img src="https://i.ibb.co/LhzRfQpz/ezgif-21ed3277eea13116.gif" style="width: 160px; height: 200px; object-fit: cover;"><img src="https://i.ibb.co/xqvbpjkJ/ezgif-2cdf5d06fdef0801.gif" style="width: 160px; height: 200px; object-fit: cover;"><img src="https://i.ibb.co/3m8PjMf4/ezgif-26299665c8943cd6.gif" style="width: 160px; height: 200px; object-fit: cover;"></div>
  </div>
  <div class="p4">
    <div class="lfacts">
      <div>Lee</div>
      <div>Alter // 37 Jahre</div>
      <div>
        Job // Musiker + Radiomoderator </div>
      <div>
        Pizza // Extra Käse</div>
      <div>
        Ava // Daveed Diggs</div>
    </div>
    <div class="p7">
      <div class="p5-2">
        <img src="https://i.ibb.co/4Rd9RLc2/smile.gif"><br />
      </div><i>When life gives you lemons, you lean back and light up a joint.</i> Sag mal, wie kriegt der das eigentlich alles gebacken? Na gut, die Radioshow <i>Crosswired</i> läuft nur zweimal die Woche, da kann man schon noch nebenbei ein bisschen bei Pretty Hate Machine trommeln, exzessiv kiffen, sich politisch engagieren, Sport machen, ca. 300 Podcasts und Dokus aufsaugen, sich für den größten Biohacker der westlichen Hemisphäre halten, am Arsch von Nordengland auf irgendeine spontane Mission gehen UND DANN auch noch verheiratet sein mit der heißesten, intelligentesten, krassesten Frau jemals – Ne ernsthaft, Hamzas Tag hat doch mehr als 24 Stunden, oder?? Ist ja schon fast ne Frechheit, dass er bei all dem Kram so gar nicht aus dem Gleichgewicht zu bringen ist. Da kann man nur missgönnerisch werden, wie der schon so grundzufrieden grinst?? Aber Hamza hat's eben perfektioniert, dieses <i>doing it for the love of it (or not at all)</i>. Anders kriegt der seinen Arsch ja eh nicht hoch. Muss man aus einer anderen Perspektive betrachten, findet Hamza ja. Heißt ja nicht umsonst, <i>ein kluges Pferd springt nicht höher als es muss</i> und dieses kluge Pferd nimmt das Leben, wie es kommt, <i>inshallah</i>.<br />
    </div>
<div class="p8">*makes eye contact with security cameras<br> to assert dominance*<br />
</div>
<div class="lee-facts">
	<div class="lee-facts-title">Wusstest du, dass Hamza:</div>
	<ul>
		<li>» ...immer einen Weg findet, seine Frau zu erwähnen oder seinen Ring zu zeigen, als wär er Green Lantern?</li>
		<li>» ...professioneller arm chair therapist ist?</li>
		<li>» ...nicht trinkt und allgemein nur <i>natural</i> konsumiert (davon aber zumindest nicht wenig)?</li>
		<li>» ...nicht mal Tabak raucht und dir einen Vortrag über Tabakersatz halten wird, wenn du nicht aufpasst?</li>
		<li>» ...alles mit Stäbchen isst?</li>
		<li>» ...eigentlich immer nen Podcast oder ne Doku laufen lassen hat und regelmäßig out of context FunFacts dropt?</li>
		<li>» ...für Bagel sterben würde?</li>
		<li>» ...keinen Tauben vertraut?</li>
		<li>» ...als Teenager mal Snakebites hatte und man immer noch die Narben davon sieht?</li>
		<li>» ...mal ein Skater war?</li>
		<li>» ...immer ein Spielkartendeck dabei hat?</li>
		<li>» ...immer friert und selbst im Sommer mit mindestens drei Decken schläft?</li>
		<li>» ...ca. 2,5 Jahre gebraucht hat um zu checken, dass man diese knickbaren Handwärmer wiederverwenden kann?</li>
		<li>» ...Pokémonkarten (Lieblingspokémon: Swampert!) und Vinylplatten sammelt?</li>
		<li>» ...komische Essenskombinationen genießt, als wäre er ne schwangere Frau?</li>
		<li>» ...ohne Brille nen Scheißdreck sieht und trotzdem zu oft ohne rumläuft?</li>
		<li>» ...als Teenager mal in Kunsttherapie war?</li>
		<li>» ...schon zwei Bücher geschrieben hat, die kein Verlag haben wollte (schade)?</li>
		<li>» ...Zuhause überall marokkanische und westafrikanische Kunst hängen hat?</li>
		<li>» ...als Kind mal ins Krankenhaus musste, weil er 60 Äpfel auf einmal gegessen hat (er wurde im Sommercamp herausgefordert)?</li>
		<li>» ...so unzuverlässig mit Terminen ist, dass man ihn eigentlich immer vorher nochmal anrufen muss und er dann immer genervt reagiert, als hätte ers voll auf dem Schirm gehabt (hat er nicht)?</li>
		<li>» ...immer auf Sidequest ist?</li>
		<li>» <img src="https://i.pinimg.com/736x/b6/40/e3/b640e3f0a22642193a318f317c817730.jpg" style="float: right; width: 93px; margin: 4px 0 0 9px;" />...seinen Kater Mic(rowave) behandelt wie einen Sohn und ihn regelmäßig anzieht, um davon dann 20 Bilder an jeden zu schicken?</li>
		<li>» ...laktoseintolerant ist, aber nicht findet, dass das sein Problem ist (und es somit zum Problem aller im 5km Radius macht)?</li>
		<li>» ...in seinem Leben unter anderem als Bademeister, Eiswagenfrager, Hundefriseur (spezialisiert auf Mullets), Zauberer, Tankstellenwart, Barkeeper in einer Absinth-Bar und Stock Photo Model gearbeitet hat?</li>
		<li>» ...bei der Tanke einmal mitten in der Nacht von einem halbstarken Typen mit Messer überfallen wurde (den er safe umgenietet hätte, hätte er's drauf ankommen lassen, aber so musste er nur nen halben Tag arbeiten)?</li>
		<li>» ...ne Kiste mit Digitalkameras aus den early 2000s rumstehen hat (von denen bestimmt die Hälfte schrott ist?</li>
		<li>» ...auf diversen abstrusen Bildern und Videos zu finden ist, aus seiner ehemaligen Stock Photo Karriere (und anderen Lebenswegentscheidungen) und mit dem Stand up Comedy Auftritt, der sich bei 14 Aufrufen auf YouTube versteckt, umgeht, als wärs ne geheime Schatzkiste?</li>
		<li>» ...high am liebsten the 70s show schaut oder puzzelt?</li>
		<li>» ...politisch aktiv ist und zwar keine Bücher liest, aber trotzdem im Herzen Kommunist ist (weils das einzig logische ist)?</li>
		<li>» ...die politischen Pamphlete seiner Frau an jede erdenkliche Wand in Manchester klebt?</li>
		<li>» ...als Kind bei den Pfadfindern war und immer noch der festen Überzeugung ist, er könne ohne Streichhölzer Feuer im Wald machen und drei Wochen von Brennesseltee, Beeren und geräucherten Insekten überleben?</li>
		<li>» ...seine besten Geschichten mit "Damals auf dem Kutter...", "In der heißen Sonne Nordafrikas..." und "Mein Pfadfinderführer sagte einst zu mir, 'Junge...'" anfängt?</li>
	</div>
	<div class="p8">If we were both cats I'd share my sun spot with you</div>
<br />
	<div style="width: 80%; margin:auto; text-align: justify"># abenteuerlustig # aufmunternd # ausdrucksstark # authentisch # begeisterungsfähig # bestechlich # charismatisch # eigensinnig # flexibel # freimütig # fürsorglich # gelassen # genießerisch # gerechtigkeitsliebend # geschwätzig # großherzig # hilfsbereit # humorvoll # idealistisch # inkonsequent # konfliktscheu # lebensfroh # leichtsinnig # leidenschaftlich # motiviert # optimistisch # prinzipientreu # sanftmütig # spontan # treudoof # unbeschwert # undiszipliniert # unzuverlässig # weltgewandt # zerstreut </div>
<br />
	Dass man gar nicht erst versuchen muss, dich zu was zu bringen, worauf du keinen Bock hast, lernen alle früh. Auch wenn man versucht's dir schmackhaft zu machen, da bist du wie ein Hund, dem man die Pillen in Erdnussbutter versteckt: ein Meister darin, drum herum zu arbeiten. Das passt nicht zu deiner Lebensphilosophie, hast du irgendwann beschlossen. Davon hast du schließlich ein paar; manchmal könnte man meinen, du hast mal den kitschigen Zitateband der Omma nebenan gefressen. <i>'Ein kluges Pferd springt nie höher als es muss'</i>, <i>'Es kommt wie's kommt'</i>, '<i>'Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei'</i> – Damit fährst du ziemlich gut. An sich hast du wirklich das wenigste Interesse daran, gegen irgendwas anzukämpfen, das dir im Leben entgegenkommt. Passieren wird es eh und <i>Inshallah</i> wirds gut sein. Am Ende wirds eh gut, so optimistisch bist du, also warum stressen? Sorgt auch dafür, dass du wirklich gar keinen Drive hast, dich um Dinge zu kümmern. Wenns nicht sein soll, wirds nicht passieren. Dann zündest du dir lieber einen Joint an und atmest tief durch. <i>Dass du damit auch noch durchkommst...</i>, hörst du immer wieder von (missgünstigen) Menschen in deinem Leben (deine Mutter hast du oft zum Seufzen gebracht), aber das nimmst du ihnen nicht übel und gibst stattdessen eine deiner Lebensweisheiten auf den Weg. Stimmt auch nicht ganz, schließlich hat dir diese Risikobereitschaft auch oft genug Türen geschlossen (du behauptest: Dann sollte es halt nicht so sein). Wer nichts erwartet, kann auch nicht enttäuscht werden, oder?<br><br>Generell bist du echt 'n lieber Kerl. Treudoof und immer mit einem flotten Spruch auf den Lippen. Apropos Humor bist du da (wie deine Eltern) sehr eigen. Irgendwann hast du beschlossen, dass es nichts witzigeres gibt, als irgendwelche Lügengeschichten über dein Leben zu erzählen und in Wahrheit nur den Plot irgendeines Films zu rezitieren. Klar ist Whiplash da ganz hoch im Rennen, wie sollts auch anders sein? Das ist einfach dein <i>Bit</i>, an dem du festhängst. Von denen hast du ein paar und auch wenn dich die Leute in deinem Umfeld mit rollenden Augen strafen, siehst du das Zucken im Mundwinkel ganz genau! Lachen tust du auch viel und bist damit ziemlich ansteckend. Allgemein kann man dir Gesichtskasper deine Gefühlslage ausnahmslos immer ablesen.<br><br>Du hast so nen kleinen Hang zur Selbstoptimierung. Zumindest ist das dein <i>current thing</i>. Sport, Intervallfasten, Eisbaden, Meditation, Flow. <i>Biohacking</i> füllt ungefähr 67 deiner 93 offenen Tabs auf dem Handy, auch wenn du da deine ganz eigene Ordnung verfolgst. Nicht nur da, denn das was du für logisch und sinnvoll und selbstverständlich hältst, versteht kein Schwein (und auch keine Kuh, Gans, Meerschweinchen, der gesamte Bauernhof ist ab-so-lut ratlos). Checkst du nicht, aber das liegt wohl in der Natur der Dinge. <br>Wenn man dich fragt, wo du gerade bist, schickst du meistens ein Selfie von irgendeinem random Ort am Rande der Welt (naja, irgendwo UK ist es meistens wenigstens noch) zurück und wenn Fragezeichen zurückkommen, verschwindest du wieder in deiner random Sidequest – sorry. Unzuverlässig bist du, das kannst du definitiv nicht abstreiten. Aber angetrieben von dieser fetten Lebensneugierde, willst du eben alles sehen, riechen, schmecken, erleben, fühlen – und vergisst dabei schnell, was du eigentlich tun solltest.<br><br>Politisch aktiv bist du. Schon eine ganze Weile, aber seit du Anisa kennst, ist dein Engagement nochmal ordentlich durch die Decke gegangen. Das meiste macht immer noch sie, aber du bist die Stütze im Hintergrund und machst das gut. Bücher von toten weißen Männern muss man nicht lesen, um zu wissen, was richtig ist.<br>Allgemein bist du sehr gerechtigkeitsliebend und meinst in vielen Dingen ein richtig und falsch zu erkennen. Dagegen sprichst du gerne an, obwohl du sonst eher konfliktscheu bist – Pazifisten vertraust du nicht. Aber gibt es ein persönliches Problem, blockst du schnell ab und wirfst es mit einem Spruch weg. <i>It's not that deep</i>, hört man von dir oft (auch wenn es wirklich <i>that deep</i> ist). Gelöst wird es nicht, aber aus den Augen aus dem Sinn. So klappts für dich am besten.<br />
	<div class="p8">fuck casual friendships. our souls are intertwined.</div>
<br />
<div class="s-wr">
	<div class="s-l"></div>
	<div class="s-b">Kindheit, Großfamilie, Party <ti>04.02.1980 - 1998</ti></div>
	<div class="s-tb"><i>Alhamdulillah</i> sagt deine Mutter Haifa immer. Dass man die Dinge nehmen muss, wie sie <s>Gott sie schenkt</s> sind, lernst du schnell, auch wenn weder sie, noch du an einen Gott glauben. "Um die weiße Rasse auszulöschen" sagt sie jedes Mal trocken, wenn sie gefragt wird, warum sie damals aus Nigeria ausgewandert ist (und findet sich wirklich immer noch genauso witzig, wie beim ersten Mal). "Was meinst du sonst, warum wir so viele Kinder bekommen haben", steigt dein Vater Dwayne dann mit ein (der sich noch ein Stückchen witziger fühlt, bis heute glaubst du, das ist der Hauptstreitpunkt in ihrer Beziehung gewesen). Jedenfalls, ob mit böser Absicht oder nicht: Ihr seid viele. So viele, dass ihr bald nicht mehr auskommt, in eurem kleinen Townhouse in Exmouth. "Die Stadt hat uns nicht gefallen", sagt deine Mutter immer, wenn sie gefragt wird, warum ihr aus Brixington (Exmouth) nach Withycombe Raleigh (Exmouth) nach Hulham (Exmouth) nach Queen's Drive (Exmouth) gezogen seid. "Hier kriegen wir Einwanderungsleistungen vom Staat", fügt dein Vater hinzu und hält sich mal wieder für noch witziger. Da lebt ihr alle zusammen, deine Eltern, deine beiden älteren Schwestern Maryam und Asma, du, und zwei Graupapageien (Margaret Thatcher und Olivia Newton-John), die dich noch heute Harold nennen (beide deiner Schwestern weisen jede Schuld von sich). Irgendwann kommt noch dein Bruder Karim dazu und weil dich deine Schwestern immer geärgert haben, denkst du jetzt, dass sich Causa Geschlechtergerechtigkeit ALLES ändern wir (tut es nicht, hat wenig mit Geschlecht zutun, lernst du dann, als Karim älter wird).<br><br>Deine Eltern trennen sich, da bist du fast 5 Jahre alt. Dauert nicht lange, da wächst deine Familie um drei weitere Geschwister (dein Vater Dwayne bekommt mit seiner neuen Partnerin Aishwarya nicht nur deinen neuen Stiefbruder Dinesh, sondern schnell auch deine Halbschwester Lotta (Charlotte) und zieht mit ihnen auf die andere Landseite nach Cockwood; deine Mutter mit ihrem Partner Oli(vier) deinen Halbbruder Abel, der aus seiner vorherigen Ehe noch deinen Stiefbruder Antoine mitbringt) und auf der der Jubiläumsparty für 10 Jahre Scheidung juckt sich niemand dafür, dass du eigentlich noch keinen Alkohol trinken solltest (schließlich ist es ein besonderes Ereignis). Dass die Toiletten bei euch im Haus nicht ausreichen, um eure ganze Kotzerei abzudecken – geschenkt. Danach wird dir für mehr als zwei Jahre kotzübel, wenn du nur an Alkohol denkst und deine Eltern verkaufen das als pädagogische Maßnahme.<br>Fertig ist man damit nicht. Malt man den Stammbaum weiter, adoptiert dein Vater mit seiner Familie noch die Schwestern Jaz (Jamala) und Shani, und deine Mutter drei Hunde (Patti, Cheryl und Elton).<br><br>Zu den Pfadfindern gehen Karim und du, da bist du erst sieben. Da donnerst du immer auf dem Cajón rum. Rhythmus hattest du schon immer im Blut, aber das macht dir viel mehr Spaß als mit dem Geschirr auf den Teller zu hauen (irgendwann hast du Zuhause nur noch Holzbesteck bekommen). Da bleibst du auch für einige Jahre. Als du 13 Jahre alt wirst, hast du anderes im Kopf, aber bis dahin bist du schon ins Schulorchester eingestiegen und kannst statt auf einer Holzkiste nun auf Snare und Becken rumtrommeln. Die Liebe für die Natur und Göffel behältst du aber.<br>Stattdessen gehst du irgendwann feiern. Weil in Exmouth nichts geht, musst du rein nach Exeter und strandest da auch öfter als dir lieb ist, weil keine Bahn mehr fährt. Nicht nur einmal pennst du auf ner Bank am Bahnhof, wahlweise mit Maryam oder später auch Lotta.<br></div><div class="s-b">Hummerfischen, Gelegenheitsjobs, Musik <ti> 1999 - 2004</ti></div>	<div class="s-tb">Warum du allergisch dagegen bist, eine Ausbildung zu machen, fragt dich deine Mutter einmal zu oft und statt wie andere Leute für ein Gap Year nach Australien zu reisen, ergreifst du das erste hanebüchene Angebot, das du in deine Finger bekommst und setzt dich für 9 Monate ab, um an Norwegens Küste auf einem Kutter Hummer zu fischen. Kommst du zurück, berichtest du davon als wärst du im Krieg gewesen und meinst es auch so. <i>'Damals, auf dem Kutter'</i> klingt wie der Anfang einer deiner Märchengeschichten, ist aber wahr.<br><br>Jedenfalls bist du irgendwann zurück und leider immer noch nicht so scharf drauf, was zu machen, auf das du keine Lust hast. <i>Das Leben kommt, wie's kommen will</i> machst du dir zu Devise und weigerst dich Partout was zu machen, was dich nicht juckt. Aber weil du einfach viele Leute kennst und die Leute kennen, die wieder Leute kennen, die Leute brauchen, schlägst du dich erstaunlich gut damit durch (mittlerweile gönnt es dir deine Mutter, dass du damit mal ordentlich auf die Nase fällst, aber das nimmst du nicht persönlich und zuckst nur lachend mit den Schultern). Allgemein findest du darin auch deinen Ansporn; willst halt einfach wissen, wie's überall aussieht und lässt dich sonst treiben (so wie damals, auf dem Kutter).<br>Musik bleibt ein Thema in deinem Leben, klar. Hin und wieder organisierst du Jam Sessions in ner Bar in Exeter, in der du auch immer mal wieder ausgehilfst und irgendwann entwickelt sich daraus was festes. Wie man ein Schlagzeug, ein Akkordeon, eine Oboe und eine Gitarre kombinieren kann, weiß noch niemand so recht, aber ihr nennts <i>Jazz</i> und andere findens witzig, wenn sie euch nebeneinander auf der Stage sehen.<br></div><div class="s-b">Brighton, Radio, Anisa <ti>2005-2012</ti></div><div class="s-tb"> Dann ziehst du von Exmouth nach Bristol (2005) nach Birmingham (2007) nach Brighton (2007). Ein Freund von dir geht für acht Monate in die Staaten und braucht wen, der auf Katze und Wohnung aufpasst. Dass du dort bleiben wirst, entscheidest du mit der Zeit. Eine neue Band gibts auch, mit der du hin und wieder durch die Nacht spielst (oder stattdessen high auf der Couch hockst). Über Connections rutscht du ins Radio, weil man mal wen spontan wen brauchte, der sich so'n bisschen mit Mischpults auskennt. Irgendwann greift man bei diesem lokalen Winzsender immer mehr auf dich zurück und als wer ausfällt, bist du einige Male vor dem Mic zu hören und baust dir mit der Zeit ungeplant ein brauchbares Portfolio auf. Labern konntest du ja eh schon immer und Musik findest du eh am spannendsten.<br><br> An Liebe auf den ersten Blick glaubst du, als du in der Kochbuchsektion im nächsten Waterstones auf Anisa triffst. Out of your league, weißt du (immer noch). Künstlerin, findest du schnell heraus. Bildschön sowieso. Kannst du dir nicht erklären, was sie mit dir Schwachmaten will, aber als du ihr dein Ein-Personen Musical über Stadttauben präsentiert, kann sie nicht mehr aufhören zu lachen und du weißt, das ist dein liebstes Geräusch.<br>Anisa und du, ihr kennt euch drei Tage, da steigst du in ihren Van nach Algerien. Unterwegs seid ihr drei Wochen bevor du fragst <i>'What are we?'</i> und sie antwortet mit <i>'Two lost souls swimming in a fishbowl'</i> und die richtige Antwort auf die Frage bekommst du erst zwei weitere Wochen später, weil ihr daraufhin leider beide Pink Floyd singen müsst. Drei platte Reifen, unzählige Karaokesessions und 142 gestreichelte Katzen später siehst du euch beide miteinander alt werden.<br></div><div class="s-b">Manchester, <i>Crosswired</i>, Pretty Hate Machine <ti>2013-</ti></div><div class="s-tb">Verlobt seid ihr 9 Monate später. Deine Mutter liebt sie mehr als dich (fair) und würde sich bei einer Trennung für sie entscheiden (auch fair). Neben ihr fühlst du dich wie der glücklichste Mann jemals.<br>Brighton geht euch beiden auf den Sack und weil Anisa von überall arbeiten kann und du auch nicht für feste Arbeitsverträge bekannt bist, muss das Gefühl nicht lange reifen. Denkst du jedenfalls, denn deine Verlobte (hihi) ist zwar noch muslimischer aufgewachsen als du, findet sich aber nicht mit einem einfachen <i>'Inshallah'</i> zufrieden (schade), wenn du es nicht einsiehst, dich erst um einen Job zu kümmern, bevor du durch das halbe Land ziehst. Da habt ihr jedenfalls ne Streitphase, weil du es wirklich gar nicht einsiehst und sie es nicht einsieht, dass du es nicht einsiehst und naja, irgendwann knickst du ein und bemühst dich um ne Stelle. Klappt gar nicht so einfach (du schiebst es darauf, dass du zu viel vom Universum verlangst und nicht, dass dein CV aus ca. 300 unqualifizierten Gelegenheitserfahrungen besteht). Nach Manchester würdest du am liebsten, da lebt nämlich auch Familie. Und <i>Manchester it is</i>, nach monatelangem Kampf und zu vielen Gesprächen, weil ein Bekannter von dir jemanden kennt, der jemanden kennt, der da beim Radio arbeitet. Da hast du plötzlich ne richtige Show mit deiner Kollegin Aoife, bei der ihr meistens über Musik aus verschiedenen Genres redet, aber zwischendurch auch über die besten Zimtschnecken Manchesters (du tust so als wärst du local, obwohl man's deinem Akzent deutlich anerkennen kannst, dass du ein good ol' Cornwall dude bist).<br><br>Dann stolperst du über Zahi und Mortimer und Ruby und ta-da neue Band. <i>Pretty Hate Machine</i> heißt ihr und anders als deine vorherigen Bands, klappts mit denen sogar richtig krass?? Absolute Chaoten, aber du liebst die. <br>Ach und apropos krass: Anisa und du haben mittlerweile natürlich auch geheiratet. Der 12.04.2014 ist nicht das malerischte Datum, aber dafür dein malerischter Tag (also wortwörtlich; Anisa hat eure Hochzeitsbilder ca. 42x gemalt und sie bleibt trotzdem bei jedem das schönste daran??).<br><br>Ey, was sollst du sagen, dein Leben ist perfekt, <i>alhamdulillah</i>.<br />
	</div></div>
		</div></div> </div></div>
<style>.lee-facts { padding: 10px; } .lee-facts-title { font-family: 'Montserrat', sans-serif; text-transform: uppercase; text-align: left; font-weight: bold; letter-spacing: 2px; margin-bottom: -10px; } .lee-facts ul { list-style-type: none; margin-left: -30px; } .lee-facts ul li { padding: 2px 0; }</style><br />
<style>.s-b {position:absolute} .s-wr {margin:auto}.s-b {background-color: #2a698b }.s-tb, .l-b{position:relative}.s-tb{text-align: justify}.s-b dt{font-weight:600}.s-wr{width:100%;border-left: solid 8px #2a698b}.s-b{max-width:440px;z-index: 2; padding:5px 10px 5px 15px;font-size:13px;font-family: 'Montserrat', sans-serif;color:#fff;text-transform:uppercase;letter-spacing:0.5px}.s-b ti{font-size:10px}.s-tb{padding: 37px 15px 10px 10px;} .lee-mood {width: 102%;display: flex;justify-content: space-between;}.lee-mood img {width: 110px;height: 100px;object-fit: cover;}.lee-shortfacts { margin: 10px 0; width: 100%; display: flex; flex-flow: row wrap; justify-content: space-between; align-items: top; gap: 7px;}.lee-shortfacts div { padding: 5px 5px 4px 5px; border-radius: 2px; background-color: #2a698b; flex: 1 0 auto; font-size: 8.4px; font-weight: 500; line-height: 8px; letter-spacing: 1px; text-transform: uppercase; text-align: center; color: white;}</style>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Harry Mullins]]></title>
			<link>https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2539</link>
			<pubDate>Tue, 18 Mar 2025 11:12:42 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.losttheplot.de/member.php?action=profile&uid=538">Harry Mullins</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2539</guid>
			<description><![CDATA[<div class="p1 stecki"><div class="p2">Harry Mullins</div><div class="p3">there's some good in the world, mr. frodo</div><div class="ph1"><div class="ph2"><div class="p9">„</div><div class="p10">With shortness of breath, I’ll explain the infinite: How rare and beautiful it truly is that we exist.</div></div><img src="https://i.imgur.com/7CalkdF.jpeg"></div>
<div class="p4">
<table><tr><td class="p6">
<div class="feldu" style="width: 150px; margin-left: 5px;" >Jim</div>
<div class="feldb2"><span class="bvpr">Alter // </span>31 Jahre</div><div class="feldb2" ><span class="bvpr">Job // </span>Psychotherapeut</div><div class="feldb2"><span class="bvpr">Pizza // </span>Margherita</div><div class="feldb2"><span class="bvpr">Ava // </span>Paul Mescal</div>
</td>
<td><div class="p7"><div class="p5-2"><img src="https://64.media.tumblr.com/5398a36d6b0dadcc97fa1f59046505b9/9cb37fc9696a249b-79/s540x810/6a9f5a637ebc34a2529d00d79acce5716d627f3a.gif" style="margin: 10px; height: 50px; width: 70px;"></div>Sich mit Harry gut zu verstehen, ist einfach, jedenfalls solange man niemand ist, der Optimismus grundsätzlich verdächtig findet. Der mag Menschen, also wirklich erstmal <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">alle</span> Menschen, bis sie ihm das Gegenteil beweisen und das ist gar nicht mal so einfach: Obwohl er berufsbedingt genug schlimme Geschichten und Gegenbeispiele hört, ist er überzeugt, dass das Leben schön und die Welt im Kern gut ist (- nun ja, sagen wir zu 90% überzeugt, an den restlichen zehn arbeitet er noch). Deswegen ist er in aller Regel freundlich, gut gelaunt, aber zurückhaltend genug, damit niemandem auf den Sack zu gehen, aufmerksam, sozial, aber unaufdringlich, kurz: Die perfekte Bekanntschaft. Er wird dich nie um zwei Uhr morgens anrufen, um dir seine Sorgen aufzulasten (genau genommen würde er die zu jeder Zeit lieber selbst mit sich ausmachen), ist aber gern und jederzeit bereit, sich deine anzuhören. Wahrscheinlich wirst du nicht als erstes an ihn denken, wenn du auf der Suche nach einem Trauzeugen bist, aber wenn du ihn abends zufällig in einer Bar triffst und er dich mit diesem Lächeln begrüßt, das wirkt, als habe er es nur für dich erfunden – wie sollte man sich da nicht freuen, ihn zu sehen?</div> </td>
</tr></table>
<div class="p8">it's only a passing thing, this shadow</div>Wenn er in den Zug Richtung Oxford steigt, dann mit Kopfhörern in den Ohren - die die Geräusche um ihn herum nicht ganz ausblenden, aber doch weit genug, dass sie zu einem Rauschen verschwimmen, einem konturlosen, beruhigenden Summen von Außenwelt. Wenn er in den Zug steigt – und nur diesen einen; immer diesen einen – dann mit einer Kapuze über den Kopf und so tief in die Stirn gezogen, dass er darin verschwindet, jedenfalls wann immer das Wetter es zulässt; und sein wir ehrlich, wir sind in Manchester, das Wetter lässt es fast immer zu, <i>feiner Zug von ihm, wirklich rücksichtsvoll</i>. Auf dem Weg, den Treppen, dem Gleis geht der Blick nach unten, wo man sich anhand fremder und eigener Füße orientieren kann, im Zug auch nach unten, wo in der Regel ein Buch im Schoß liegt (ein echtes, obwohl er auch einen stets pflichtschuldig voll aufgeladenen E-Book-Reader und eine ganze Auswahl digitaler Bücher besitzt, nenn es was du willst: Nostalgie, Prätention, Zugangsberechtigung in die Northern Quarters, wo er seine zwei Zimmer inmitten von hippem Volk und Alternativen ja irgendwie verdienen muss (als würden Jutebeutel und instagramtauglicher Style da nicht schon genügend Argumente liefern)), jedenfalls: Sehr nackenunfreundlich, und vor allem sehr untypisch. <i>Normalerweise</i> gäb’s für den hier doch nichts Spannenderes als einen Bahnhof: Er hat nämlich ein Faible für Menschen und menschliches Verhalten jeder Art, Berufskrankheit vermutlich (oder Krankheit, aus der der Beruf entsteht?). Der setzt sich auch allein in ein Café (weird) und guckt sich an, was um ihn herum passiert, der freut sich, wenn ihn ein Fremder auf der Straße anquatscht (weird!) und lässt sich Lebensgeschichten nicht nur professionell, sondern quasi auch hobbymäßig erzählen, nicht nur geduldig, sondern aufrichtig interessiert oder zumindest ist es das, was seine Augen sagen. Augen, die immer überall sind, nur nie unten, nie, <s>außer wenn die Welt finster wirkt, wie sie’s manchmal einfach tut</s> außer hier im Zug.<br />
<br />
Oxford also.<br />
Dort geboren, obwohl irisches Blut in seinen Adern fließt, was ihn wozu macht: Jemandem mit zwei Heimaten oder jemandem ganz ohne? Im Irish Pub kommt er sich immer ein bisschen vor wie die Katze zwischen all den Pinguinen in dem Meme, <i>Pint Nummer drei und noch ist mir keiner draufgekommen</i>, aber wenn ihn jemand Ire nennt (was in den meisten Fällen vermutlich eher am Nachnamen liegt, denn er klingt kein bisschen nach Irland, klingt genau genommen nach gar nichts? – oder eben auch hier nach Oxford, standard british englisch, wie es Menschen auf dem Festland aus ihren Schulbüchern kennen, ein Traum für jeden verlorenen Touri, ein seltsamer Missklang inmitten gebürtiger und eingebürgerter Mancunians, die ihn auch nach fast fünf Jahren in der Stadt noch mühelos als Zugezogenen erkennen; er <i>könnte</i> den Dialekt faken, wenn er wollte (genau genommen sogar eine Menge Dialekte), aber das tut er eigentlich nur hin und wieder in einer Sitzung – oder wenn’s ein Bier zu viel war), löst das einen feinen, kleinen Hüpfer in seiner Brustgegend aus, einen irrationalen, weil eigentlich völlig unverdienten Stolz.<br />
Dort aufgewachsen, im Stadtteil für Familien, die es geschafft haben oder es zumindest schon sehr bald geschafft haben werden, im Grünen, in geordneten Verhältnissen, wo die Welt schon allein deshalb in Ordnung ist, weil es sich so gehört.<br />
Dort – nun ja, <i>nicht</i> studiert. An der renommierten Uni wollten sie ihn damals nicht, aber das ist eine Ewigkeit her, zumindest insoweit Ewigkeiten im Leben eines Menschen existieren, der grad erst drei Jahrzehnte hinter sich gebracht hat; er ist drüber weg, nur seine Mutter ist’s vielleicht noch nicht. Immerhin hat’s ja anderswo funktioniert, erst in London, zuletzt eben hier in Manchester und das nicht mal schlecht. Erfolge fliegen ihm zwar nicht per se zu und sich für Dinge zu motivieren, die ihn nicht interessieren war als Kind quasi unmöglich und auch mit etwas mehr Lebenserfahrung und Disziplin noch schwer genug, aber glücklicherweise interessieren ihn tatsächlich eine ganze Menge Dinge und noch glücklichererweise passen die meisten davon zu dem, was er heute eben so tagtäglich tut.<br />
Das besondere an Oxford? Es ist eine Reise durch die Zeit, wie’s das für die meisten ist, die sich irgendwann im Leben einer anderen Stadt zuwenden als der, in der sie aufgewachsen sind. Hier ist alles irgendwie stehen geblieben und der Platz, der hier für ihn vorgesehen ist, inzwischen ein paar Nummern zu klein. Das Haus, in das er zurückkehrt - einmal im Monat, <i>jeden</i> Monat seit vielen Jahren; nur zwei- oder dreimal hat’s ihn kurz vorher erwischt und er klang selbst übers Telefon überzeugend krank genug, dass es ihm verziehen wurde wegzubleiben – ist noch genau wie es immer war. Ein neues Sofa vielleicht, aber am selben Ort wie das alte, eine neue Kommode, aber darauf immer dieselben Bilder. Eins davon kann er sich nicht ansehen (und muss es auch nicht, weil er es ohnehin jedes Mal vorm inneren Auge hat): Mama, Papa, Harry, es muss wohl bleiben, weil es das erste jemals von ihm ist, aber ihm kommt es trotzdem deplatziert vor, weil sein Dad drauf ist und der hat in diesem Haus keinen Platz mehr gehabt, seit die Eltern sich getrennt haben (auch das eine Ewigkeit her) – obwohl es ihm streng genommen noch gehört hat, als er schon längst nicht mehr hier lebte und bis der Herzinfarkt nicht etwa seine neue Partnerin, sondern seine Ex-Frau zur Eigentümerin machte. Eine nette Geste? Eine spät beglichene Schuld? Vielleicht auch nur eine Unterwerfung unter die Konstanten der Welt: Dieses Haus ist ihres und sie gehört in dieses Haus, das heute viel zu groß für sie ist, das sich niemals verändert, für das Zeit und Fortschritt und Realität keine Rolle spielen.<br />
Natürlich nimmt er die Kapuze ab, wenn er hier ankommt und natürlich verschwinden die Kopfhörer in der Tasche, man hat ihm schließlich Anstand beigebracht. Natürlich umarmt er seine Mom und sie ihn und sie stellen die Fragen, die man einander nun einmal stellt: Wie geht’s dir? (Die Antwort lautet <i>gut</i>, wenn er sie gibt, <i>oh, du weißt schon</i>, wenn sie es tut.) Was macht die Arbeit? (<i>Alles gut</i>, sagt er, <i>ich habe eine interessante Studie gelesen/mit einem Klienten wirklich Fortschritte gemacht/einen Haufen nötigen Papierkram erledigt</i>, eigentlich auch egal, was er sagt; was sie später den Nachbarn erzählt, wird sein: <i>Ja, er hat einen Doktor</i> und das klingt ja auch wirklich, ehrlich gut, fällt halt irgendwie unter den Tisch, dass es ein Doktor der klinischen Psychologie ist; jetzt auch nicht so, dass man sich dafür schämen müsste, schon auch wichtig und so, aber dann auch wieder nicht <i>so</i> wichtig.) Und sonst so? (Sonst ist die Welt meistens schlecht, die Rechnungen zu hoch, die gesundheitlichen Beschwerden mehr geworden, die Ärzte unfähig, die Nachbarn schlampig und neugierig und überheblich, das Wetter, herrje und die Politik, davon wollen wir wirklich nicht anfangen (und tun’s natürlich doch, wenn er nicht schnell genug einen Weg daran vorbei findet)). Am Ende sagt sie: <i>Es war schön, dich zu sehen, du könntest dich wirklich öfter melden</i>, während sie ihn zur Tür begleitet und unzählige Stunden Therapie (von ihm durchgeführte <i>und</i> von ihm erhaltene) können ihn nicht davon abhalten, zu lächeln und zu nicken und ihr zu sagen, <i>hab dich lieb Mom. Wir sehen uns</i>. Was sie tun, im nächsten Monat. Was er tut, trotzdem.<br />
<br />
Wenn er geht, dreht er die Musik vom Handy lauter, zieht die Kapuze etwas tiefer und im Zug holt er das Buch aus der Tasche und versucht seinen Optimismus gleich wieder mit hervorzuzaubern. Manchmal klappt das, dann hat er dieses Gefühl, das er aus dem Haus mitnimmt, schon wieder abgeschüttelt, wenn er nach Hause kommt. Meistens aber liegt das Buch zwar offen, aber unbeachtet in seinem Schoß und der Optimismus, wenn er sich überhaupt zeigt, müde, zerknickt und nutzlos daneben; dann begleitet ihn das Gefühl bis in seine Wohnung (und wenn es richtig schlimm wird, treibt’s ihn in die Arbeitsecke, zum Schreibtisch, zur untersten Schublade, wo ganz hinten, treu und allzeit bereit seinen Herzschlag aus dem Takt zu bringen, das Tagebuch wartet, gefüllt mit der Schrift seines Vaters, die viel besser für Berechnungen und Geschäftsberichte geeignet ist und irgendwie fehl am Platz wirkt, wenn es um Gefühle geht, Geheimnisse und Wahrheiten wie die, das ein Herzinfarkt manchmal nur einem drastischen Schritt zuvorkommt – Schritt ins Nichts, Bauch voller Tabletten, Lungen voller Kohlenmonoxid, was auch immer). Manchmal triggert so ein Besuch seine Anfälle von Schwermut, ja, so nennt er das, der feine studierte Herr Psychologe, <i>Schwermut</i>, weil Depression etwas ist, das seine Klienten haben, etwas das Menschen zusteht, die wirkliche, echte, relevante Probleme haben und nicht nur ein paar miese Erinnerungen und etwas unsauber verheilte Narben. (Und natürlich weiß er, dass Depressionen auch eine erbliche Komponente haben, baby, und dass Schmerz und Leid und Schwierigkeiten subjektiv sind und keinem Klienten, Freund oder anderem atmenden Wesen würde er die Relevanz seiner Gefühle je absprechen, aber für ihn gelten eben andere Regeln, weil – ist so.)<br />
Jedenfalls, <i>Schwermut</i>, ist schon kacke, ja, aber sein wir mal nicht so dramatisch; ist ja nicht so, als bestimme das gleich sein ganzes Leben. Die meiste Zeit über hat er alles ganz gut im Griff, muss er sich morgens nicht aus dem Bett kämpfen, sondern wird vorm Wecker wach, steht motiviert auf und seit er gelernt hat – mühsam, aber erfolgreich (?) – die Arbeit nach Feierabend auch einfach mal hinter sich zu lassen, statt sich noch den ganzen Tag Gedanken darüber zu machen, ist er auch nicht mehr ständig so gerädert. Gut, zur Ruhe kommt er trotzdem nicht so leicht (witzig eigentlich, wenn man bedenkt, dass er äußerlich nicht nur ruhig, sondern die Ruhe in fucking Person ist), das liegt daran, dass das ständige Beobachten und Analysieren und Aufmerksamsein den Kopf über Jahre und Jahrzehnte auf Leistung getrimmt hat und der innere Monolog jetzt einfach kein Ende mehr kennt. Jedenfalls nicht, solange noch Energie da ist. Die Lösung also einfach: Alle Energie irgendwohin, Körper und Geist und die beharrliche Stimme im Kopf auspowern; nach der Arbeit noch zum Sport, eine Runde laufen oder sich die älter werdenden Knochen auf dem Bolzplatz kaputttreten und -treten lassen, einmal die Woche Gesprächskreis leiten, alle zwei Wochen Brettspielabend mit Freunden, abends oder am Wochenende vielleicht mal wieder einen Kurs belegen (warum nicht mal Häkeln lernen, wenn’s im Kochkurs irgendwann öde wird?), ab in die nächste Bar (Bekanntschaften kann man ja wirklich nicht genug haben und wenn jemand dabei ist, der im Kontakt <i>halten</i> so gut ist wie er im Kontakt <i>knüpfen</i>, wird vielleicht sogar ne Freundschaft draus), oder vielleicht mal schauen, was Tinder im Angebot hat (same same), kurz, ein Netz von regelmäßigen Verpflichtungen und Routinen, Beschäftigungen und Möglichkeiten schaffen, die alle zusammen dafür sorgen, dass man abends grad noch genug Energie für die letzte Zigarette des Tages hat (die ursprünglich mal die einzige des Tages sein sollte, aber das klappt nicht so gut) und dann gar nicht mehr anders kann als ins Bett zu fallen und zu schlafen.<br />
<br />
Bis dahin lächeln, das kann er richtig gut, ist sein Gesicht quasi für gemacht (und meistens ist es auch wirklich echt) und atmen, das schadet auch nie. Das Leben ist schön, richtig schön sogar und überhaupt denken, atmen und leben zu können ein absolutes Wunder – er weiß das und vielleicht schafft er’s auch noch ein paar andere davon zu überzeugen. <s>(Wenn schon nicht seine Mom. Oder seinen Dad. Oder – lassen wir das.)</s></div></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="p1 stecki"><div class="p2">Harry Mullins</div><div class="p3">there's some good in the world, mr. frodo</div><div class="ph1"><div class="ph2"><div class="p9">„</div><div class="p10">With shortness of breath, I’ll explain the infinite: How rare and beautiful it truly is that we exist.</div></div><img src="https://i.imgur.com/7CalkdF.jpeg"></div>
<div class="p4">
<table><tr><td class="p6">
<div class="feldu" style="width: 150px; margin-left: 5px;" >Jim</div>
<div class="feldb2"><span class="bvpr">Alter // </span>31 Jahre</div><div class="feldb2" ><span class="bvpr">Job // </span>Psychotherapeut</div><div class="feldb2"><span class="bvpr">Pizza // </span>Margherita</div><div class="feldb2"><span class="bvpr">Ava // </span>Paul Mescal</div>
</td>
<td><div class="p7"><div class="p5-2"><img src="https://64.media.tumblr.com/5398a36d6b0dadcc97fa1f59046505b9/9cb37fc9696a249b-79/s540x810/6a9f5a637ebc34a2529d00d79acce5716d627f3a.gif" style="margin: 10px; height: 50px; width: 70px;"></div>Sich mit Harry gut zu verstehen, ist einfach, jedenfalls solange man niemand ist, der Optimismus grundsätzlich verdächtig findet. Der mag Menschen, also wirklich erstmal <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">alle</span> Menschen, bis sie ihm das Gegenteil beweisen und das ist gar nicht mal so einfach: Obwohl er berufsbedingt genug schlimme Geschichten und Gegenbeispiele hört, ist er überzeugt, dass das Leben schön und die Welt im Kern gut ist (- nun ja, sagen wir zu 90% überzeugt, an den restlichen zehn arbeitet er noch). Deswegen ist er in aller Regel freundlich, gut gelaunt, aber zurückhaltend genug, damit niemandem auf den Sack zu gehen, aufmerksam, sozial, aber unaufdringlich, kurz: Die perfekte Bekanntschaft. Er wird dich nie um zwei Uhr morgens anrufen, um dir seine Sorgen aufzulasten (genau genommen würde er die zu jeder Zeit lieber selbst mit sich ausmachen), ist aber gern und jederzeit bereit, sich deine anzuhören. Wahrscheinlich wirst du nicht als erstes an ihn denken, wenn du auf der Suche nach einem Trauzeugen bist, aber wenn du ihn abends zufällig in einer Bar triffst und er dich mit diesem Lächeln begrüßt, das wirkt, als habe er es nur für dich erfunden – wie sollte man sich da nicht freuen, ihn zu sehen?</div> </td>
</tr></table>
<div class="p8">it's only a passing thing, this shadow</div>Wenn er in den Zug Richtung Oxford steigt, dann mit Kopfhörern in den Ohren - die die Geräusche um ihn herum nicht ganz ausblenden, aber doch weit genug, dass sie zu einem Rauschen verschwimmen, einem konturlosen, beruhigenden Summen von Außenwelt. Wenn er in den Zug steigt – und nur diesen einen; immer diesen einen – dann mit einer Kapuze über den Kopf und so tief in die Stirn gezogen, dass er darin verschwindet, jedenfalls wann immer das Wetter es zulässt; und sein wir ehrlich, wir sind in Manchester, das Wetter lässt es fast immer zu, <i>feiner Zug von ihm, wirklich rücksichtsvoll</i>. Auf dem Weg, den Treppen, dem Gleis geht der Blick nach unten, wo man sich anhand fremder und eigener Füße orientieren kann, im Zug auch nach unten, wo in der Regel ein Buch im Schoß liegt (ein echtes, obwohl er auch einen stets pflichtschuldig voll aufgeladenen E-Book-Reader und eine ganze Auswahl digitaler Bücher besitzt, nenn es was du willst: Nostalgie, Prätention, Zugangsberechtigung in die Northern Quarters, wo er seine zwei Zimmer inmitten von hippem Volk und Alternativen ja irgendwie verdienen muss (als würden Jutebeutel und instagramtauglicher Style da nicht schon genügend Argumente liefern)), jedenfalls: Sehr nackenunfreundlich, und vor allem sehr untypisch. <i>Normalerweise</i> gäb’s für den hier doch nichts Spannenderes als einen Bahnhof: Er hat nämlich ein Faible für Menschen und menschliches Verhalten jeder Art, Berufskrankheit vermutlich (oder Krankheit, aus der der Beruf entsteht?). Der setzt sich auch allein in ein Café (weird) und guckt sich an, was um ihn herum passiert, der freut sich, wenn ihn ein Fremder auf der Straße anquatscht (weird!) und lässt sich Lebensgeschichten nicht nur professionell, sondern quasi auch hobbymäßig erzählen, nicht nur geduldig, sondern aufrichtig interessiert oder zumindest ist es das, was seine Augen sagen. Augen, die immer überall sind, nur nie unten, nie, <s>außer wenn die Welt finster wirkt, wie sie’s manchmal einfach tut</s> außer hier im Zug.<br />
<br />
Oxford also.<br />
Dort geboren, obwohl irisches Blut in seinen Adern fließt, was ihn wozu macht: Jemandem mit zwei Heimaten oder jemandem ganz ohne? Im Irish Pub kommt er sich immer ein bisschen vor wie die Katze zwischen all den Pinguinen in dem Meme, <i>Pint Nummer drei und noch ist mir keiner draufgekommen</i>, aber wenn ihn jemand Ire nennt (was in den meisten Fällen vermutlich eher am Nachnamen liegt, denn er klingt kein bisschen nach Irland, klingt genau genommen nach gar nichts? – oder eben auch hier nach Oxford, standard british englisch, wie es Menschen auf dem Festland aus ihren Schulbüchern kennen, ein Traum für jeden verlorenen Touri, ein seltsamer Missklang inmitten gebürtiger und eingebürgerter Mancunians, die ihn auch nach fast fünf Jahren in der Stadt noch mühelos als Zugezogenen erkennen; er <i>könnte</i> den Dialekt faken, wenn er wollte (genau genommen sogar eine Menge Dialekte), aber das tut er eigentlich nur hin und wieder in einer Sitzung – oder wenn’s ein Bier zu viel war), löst das einen feinen, kleinen Hüpfer in seiner Brustgegend aus, einen irrationalen, weil eigentlich völlig unverdienten Stolz.<br />
Dort aufgewachsen, im Stadtteil für Familien, die es geschafft haben oder es zumindest schon sehr bald geschafft haben werden, im Grünen, in geordneten Verhältnissen, wo die Welt schon allein deshalb in Ordnung ist, weil es sich so gehört.<br />
Dort – nun ja, <i>nicht</i> studiert. An der renommierten Uni wollten sie ihn damals nicht, aber das ist eine Ewigkeit her, zumindest insoweit Ewigkeiten im Leben eines Menschen existieren, der grad erst drei Jahrzehnte hinter sich gebracht hat; er ist drüber weg, nur seine Mutter ist’s vielleicht noch nicht. Immerhin hat’s ja anderswo funktioniert, erst in London, zuletzt eben hier in Manchester und das nicht mal schlecht. Erfolge fliegen ihm zwar nicht per se zu und sich für Dinge zu motivieren, die ihn nicht interessieren war als Kind quasi unmöglich und auch mit etwas mehr Lebenserfahrung und Disziplin noch schwer genug, aber glücklicherweise interessieren ihn tatsächlich eine ganze Menge Dinge und noch glücklichererweise passen die meisten davon zu dem, was er heute eben so tagtäglich tut.<br />
Das besondere an Oxford? Es ist eine Reise durch die Zeit, wie’s das für die meisten ist, die sich irgendwann im Leben einer anderen Stadt zuwenden als der, in der sie aufgewachsen sind. Hier ist alles irgendwie stehen geblieben und der Platz, der hier für ihn vorgesehen ist, inzwischen ein paar Nummern zu klein. Das Haus, in das er zurückkehrt - einmal im Monat, <i>jeden</i> Monat seit vielen Jahren; nur zwei- oder dreimal hat’s ihn kurz vorher erwischt und er klang selbst übers Telefon überzeugend krank genug, dass es ihm verziehen wurde wegzubleiben – ist noch genau wie es immer war. Ein neues Sofa vielleicht, aber am selben Ort wie das alte, eine neue Kommode, aber darauf immer dieselben Bilder. Eins davon kann er sich nicht ansehen (und muss es auch nicht, weil er es ohnehin jedes Mal vorm inneren Auge hat): Mama, Papa, Harry, es muss wohl bleiben, weil es das erste jemals von ihm ist, aber ihm kommt es trotzdem deplatziert vor, weil sein Dad drauf ist und der hat in diesem Haus keinen Platz mehr gehabt, seit die Eltern sich getrennt haben (auch das eine Ewigkeit her) – obwohl es ihm streng genommen noch gehört hat, als er schon längst nicht mehr hier lebte und bis der Herzinfarkt nicht etwa seine neue Partnerin, sondern seine Ex-Frau zur Eigentümerin machte. Eine nette Geste? Eine spät beglichene Schuld? Vielleicht auch nur eine Unterwerfung unter die Konstanten der Welt: Dieses Haus ist ihres und sie gehört in dieses Haus, das heute viel zu groß für sie ist, das sich niemals verändert, für das Zeit und Fortschritt und Realität keine Rolle spielen.<br />
Natürlich nimmt er die Kapuze ab, wenn er hier ankommt und natürlich verschwinden die Kopfhörer in der Tasche, man hat ihm schließlich Anstand beigebracht. Natürlich umarmt er seine Mom und sie ihn und sie stellen die Fragen, die man einander nun einmal stellt: Wie geht’s dir? (Die Antwort lautet <i>gut</i>, wenn er sie gibt, <i>oh, du weißt schon</i>, wenn sie es tut.) Was macht die Arbeit? (<i>Alles gut</i>, sagt er, <i>ich habe eine interessante Studie gelesen/mit einem Klienten wirklich Fortschritte gemacht/einen Haufen nötigen Papierkram erledigt</i>, eigentlich auch egal, was er sagt; was sie später den Nachbarn erzählt, wird sein: <i>Ja, er hat einen Doktor</i> und das klingt ja auch wirklich, ehrlich gut, fällt halt irgendwie unter den Tisch, dass es ein Doktor der klinischen Psychologie ist; jetzt auch nicht so, dass man sich dafür schämen müsste, schon auch wichtig und so, aber dann auch wieder nicht <i>so</i> wichtig.) Und sonst so? (Sonst ist die Welt meistens schlecht, die Rechnungen zu hoch, die gesundheitlichen Beschwerden mehr geworden, die Ärzte unfähig, die Nachbarn schlampig und neugierig und überheblich, das Wetter, herrje und die Politik, davon wollen wir wirklich nicht anfangen (und tun’s natürlich doch, wenn er nicht schnell genug einen Weg daran vorbei findet)). Am Ende sagt sie: <i>Es war schön, dich zu sehen, du könntest dich wirklich öfter melden</i>, während sie ihn zur Tür begleitet und unzählige Stunden Therapie (von ihm durchgeführte <i>und</i> von ihm erhaltene) können ihn nicht davon abhalten, zu lächeln und zu nicken und ihr zu sagen, <i>hab dich lieb Mom. Wir sehen uns</i>. Was sie tun, im nächsten Monat. Was er tut, trotzdem.<br />
<br />
Wenn er geht, dreht er die Musik vom Handy lauter, zieht die Kapuze etwas tiefer und im Zug holt er das Buch aus der Tasche und versucht seinen Optimismus gleich wieder mit hervorzuzaubern. Manchmal klappt das, dann hat er dieses Gefühl, das er aus dem Haus mitnimmt, schon wieder abgeschüttelt, wenn er nach Hause kommt. Meistens aber liegt das Buch zwar offen, aber unbeachtet in seinem Schoß und der Optimismus, wenn er sich überhaupt zeigt, müde, zerknickt und nutzlos daneben; dann begleitet ihn das Gefühl bis in seine Wohnung (und wenn es richtig schlimm wird, treibt’s ihn in die Arbeitsecke, zum Schreibtisch, zur untersten Schublade, wo ganz hinten, treu und allzeit bereit seinen Herzschlag aus dem Takt zu bringen, das Tagebuch wartet, gefüllt mit der Schrift seines Vaters, die viel besser für Berechnungen und Geschäftsberichte geeignet ist und irgendwie fehl am Platz wirkt, wenn es um Gefühle geht, Geheimnisse und Wahrheiten wie die, das ein Herzinfarkt manchmal nur einem drastischen Schritt zuvorkommt – Schritt ins Nichts, Bauch voller Tabletten, Lungen voller Kohlenmonoxid, was auch immer). Manchmal triggert so ein Besuch seine Anfälle von Schwermut, ja, so nennt er das, der feine studierte Herr Psychologe, <i>Schwermut</i>, weil Depression etwas ist, das seine Klienten haben, etwas das Menschen zusteht, die wirkliche, echte, relevante Probleme haben und nicht nur ein paar miese Erinnerungen und etwas unsauber verheilte Narben. (Und natürlich weiß er, dass Depressionen auch eine erbliche Komponente haben, baby, und dass Schmerz und Leid und Schwierigkeiten subjektiv sind und keinem Klienten, Freund oder anderem atmenden Wesen würde er die Relevanz seiner Gefühle je absprechen, aber für ihn gelten eben andere Regeln, weil – ist so.)<br />
Jedenfalls, <i>Schwermut</i>, ist schon kacke, ja, aber sein wir mal nicht so dramatisch; ist ja nicht so, als bestimme das gleich sein ganzes Leben. Die meiste Zeit über hat er alles ganz gut im Griff, muss er sich morgens nicht aus dem Bett kämpfen, sondern wird vorm Wecker wach, steht motiviert auf und seit er gelernt hat – mühsam, aber erfolgreich (?) – die Arbeit nach Feierabend auch einfach mal hinter sich zu lassen, statt sich noch den ganzen Tag Gedanken darüber zu machen, ist er auch nicht mehr ständig so gerädert. Gut, zur Ruhe kommt er trotzdem nicht so leicht (witzig eigentlich, wenn man bedenkt, dass er äußerlich nicht nur ruhig, sondern die Ruhe in fucking Person ist), das liegt daran, dass das ständige Beobachten und Analysieren und Aufmerksamsein den Kopf über Jahre und Jahrzehnte auf Leistung getrimmt hat und der innere Monolog jetzt einfach kein Ende mehr kennt. Jedenfalls nicht, solange noch Energie da ist. Die Lösung also einfach: Alle Energie irgendwohin, Körper und Geist und die beharrliche Stimme im Kopf auspowern; nach der Arbeit noch zum Sport, eine Runde laufen oder sich die älter werdenden Knochen auf dem Bolzplatz kaputttreten und -treten lassen, einmal die Woche Gesprächskreis leiten, alle zwei Wochen Brettspielabend mit Freunden, abends oder am Wochenende vielleicht mal wieder einen Kurs belegen (warum nicht mal Häkeln lernen, wenn’s im Kochkurs irgendwann öde wird?), ab in die nächste Bar (Bekanntschaften kann man ja wirklich nicht genug haben und wenn jemand dabei ist, der im Kontakt <i>halten</i> so gut ist wie er im Kontakt <i>knüpfen</i>, wird vielleicht sogar ne Freundschaft draus), oder vielleicht mal schauen, was Tinder im Angebot hat (same same), kurz, ein Netz von regelmäßigen Verpflichtungen und Routinen, Beschäftigungen und Möglichkeiten schaffen, die alle zusammen dafür sorgen, dass man abends grad noch genug Energie für die letzte Zigarette des Tages hat (die ursprünglich mal die einzige des Tages sein sollte, aber das klappt nicht so gut) und dann gar nicht mehr anders kann als ins Bett zu fallen und zu schlafen.<br />
<br />
Bis dahin lächeln, das kann er richtig gut, ist sein Gesicht quasi für gemacht (und meistens ist es auch wirklich echt) und atmen, das schadet auch nie. Das Leben ist schön, richtig schön sogar und überhaupt denken, atmen und leben zu können ein absolutes Wunder – er weiß das und vielleicht schafft er’s auch noch ein paar andere davon zu überzeugen. <s>(Wenn schon nicht seine Mom. Oder seinen Dad. Oder – lassen wir das.)</s></div></div>]]></content:encoded>
		</item>
	</channel>
</rss>