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		<title><![CDATA[Lost the plot - Is it garbage night?]]></title>
		<link>https://www.losttheplot.de/</link>
		<description><![CDATA[Lost the plot - https://www.losttheplot.de]]></description>
		<pubDate>Sun, 20 Sep 2026 10:32:58 +0000</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hang your hat and hate at the door]]></title>
			<link>https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2605</link>
			<pubDate>Thu, 30 Oct 2025 18:10:03 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.losttheplot.de/member.php?action=profile&uid=551">Zayne Channarong</a>]]></dc:creator>
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			<description><![CDATA[<div align="justify">Mit einem tiefen Grollen kam der Raptor zum Stehen. Die Karre war nicht unbedingt für innerstädtische Verhältnisse geschaffen, aber zum einen war um diese Zeit kaum mehr jemand unterwegs, so dass Zayne grosszügig zwei Parkfelder in Beschlag nahm; zum andern, aber das betraf eher die Fahrweise, konnte man den Randstein getrost in die Ideallinie mit einbeziehen. Nicht, dass er das tat, die Felgen waren ein Heiligtum. Aber es war <i>möglich</i>, darum gings, vor allem bei den ständigen Vorwürfen von diversen Seiten, die ihm weismachen wollten, dass der Wagen eine komplette Katastrophe sei <I>und sie sich hier nun mal nicht in den Staaten befanden, wo alle ein bisschen grössenwahnsinnig waren</i>. No shit, Sherlock. Als Ausgleich zu diesem unverschämten Luxus parkte er dafür jetzt vor einem Sainsbury’s Local, um sich ein in Plastikfolie eingeschweisstes Sandwich zu kaufen, nachdem er den ganzen Abend reichen Menschen zugesehen hatte, wie sie sich durch Häppchen gearbeitet hatten, von denen er nicht mal den Namen wusste. Und <i>die</i> waren mit Rolls Royce und Bentleys und manch einer sogar mit einem Aston Martin vorgefahren, also so schlimm war er nun auch wieder nicht.<br />
Als der Motor verstummte, blieb das leise Geräusch von Regentropfen auf der Frontscheibe und das Ächzen des sich langsam abkühlenden Metalls der Karosserie. Der Niesel hatte erst vor wenigen Minuten eingesetzt und ein Blick in den wolkenverhangenen, schwarzen Himmel verhiess nichts Gutes. Noch für einen kurzen Moment liess Zayne die Hände auf dem Lenkrad ruhen und atmete langsam aus, genoss die Ruhe. Der Abend war anstrengend gewesen, oder eher, die Leute um ihn herum waren anstrengend gewesen. Dieses sich gegenseitige Überbieten, wer den grösseren Bonus, das grössere Haus, den exklusiveren Golfclub oder schlichtweg den grössten Schwanz hatte, war ermüdend gewesen. Und je länger das ganze andauerte, je mehr Champagnerflaschen geköpft wurden, desto mehr hatte man versucht, ihn in entsprechende Gespräche zu verwickeln. Dabei war er bloss an einer Tür gestanden wie ein verdammter Zaunpfahl, hatte sich aber bei jedem Mal, als er das Wort <i>networking</i> gehört hatte, sehnlicher einen ebensolchen herbeigesehnt. Jetzt aber waren verklangen die Stimmen zu einem schwachen Nachhall, und die Aussicht auf seine eigenen vier Wände, was zu Essen und zwei Stunden irgendeinen Film, den er schon fünfmal gesehen hatte, rückte in greifbare Nähe. John Wick vielleicht, oder Expendables, irgendwas mit dummen Sprüchen und viel Gewalt. <br />
<br />
Mit einem lautlosen Seufzen zog er die Kapuze des Hoodies über den Kopf und quälte sich aus dem Wagen in die nächtliche Kälte. Ein leises Knacken in seinem Knie erinnerte ihn daran, dass er früher noch geglaubt hatte, Schmerz sei nur ein Mindset. Mit dem Daumen schloss er die Fahrertür ab, der Ford piepste leise, die Warnblinker zuckten einmal durch das von orangener Neonschrift erhellte Halbdunkel. Der Regen war dichter geworden, trotzdem beeilte er sich nicht sonderlich, um den schmalen Gehweg zum Eingang zu überqueren. Die automatische Tür glitt auf und grelles Licht schlug ihm entgegen – so grell, dass er kurz blinzelte, bevor er sich orientieren konnte. Links den Gang entlang, einmal abbiegen, dann stand er vor dem Kühlregal. Unentschlossen betrachtete er die ausgestellte Ware und zog sich dabei die Kapuze vom Kopf. Wirkte alles nicht sonderlich einladend (Gesicht inklusive), sondern eher wie Restposten. Mochte daran liegen, dass es wahrscheinlich Restposten <i>waren</i>. Sahen alle gleich aus, schmeckten vermutlich auch alle gleich, nach Pappe und Mayo. Wahllos griff er nach einem Sandwich, machte sich dann auf den Weg zu den gekühlten Getränken. Die Gänge waren schmal, und mit einem gemurmelten «Sorry» wollte Zayne sich gerade an einer halben Portion vorbeischieben, hielt dann aber inne und drehte sich halbwegs um, bevor er es sich besser überlegen und einfach davongehen konnte. Die kannte er. Nur hatte er sie schon länger nicht mehr gesehen, wenn er sich richtig erinnerte, hatten sie sich zuletzt im Baan Noi gekreuzt, und es war nicht so, dass er ein weiteres Treffen sehr fest herbeigesehnt hätte. Seine Mutter schon, die lag ihm immer noch damit in den Ohren, Sookie hier, Sookie da, wie hübsch und eloquent und zuvorkommend und herzlich und überhaupt fucking perfect sie doch sei. Momente, in denen er auf Durchzug schaltete. <br />
Dafür war es jetzt leider zu spät, weil er eben schon irgendwie stehen geblieben war, und sich jetzt einfach wieder in Bewegung zu setzen und sie zu ignorieren, das zeugte selbst in seinen Augen von sozialer Inkompetenz. «Hey. Hab’ dich nicht direkt erkannt. Sorry», wiederholte er, liess aber offen, ob er sein Vorbeizwängen meinte, oder die Tatsache, dass sein Gehirn etwas länger gebraucht hatte, um zu schalten. <i>Gehen</i>, er wollte und sollte gehen, aber das hatte er vergeigt. </div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div align="justify">Mit einem tiefen Grollen kam der Raptor zum Stehen. Die Karre war nicht unbedingt für innerstädtische Verhältnisse geschaffen, aber zum einen war um diese Zeit kaum mehr jemand unterwegs, so dass Zayne grosszügig zwei Parkfelder in Beschlag nahm; zum andern, aber das betraf eher die Fahrweise, konnte man den Randstein getrost in die Ideallinie mit einbeziehen. Nicht, dass er das tat, die Felgen waren ein Heiligtum. Aber es war <i>möglich</i>, darum gings, vor allem bei den ständigen Vorwürfen von diversen Seiten, die ihm weismachen wollten, dass der Wagen eine komplette Katastrophe sei <I>und sie sich hier nun mal nicht in den Staaten befanden, wo alle ein bisschen grössenwahnsinnig waren</i>. No shit, Sherlock. Als Ausgleich zu diesem unverschämten Luxus parkte er dafür jetzt vor einem Sainsbury’s Local, um sich ein in Plastikfolie eingeschweisstes Sandwich zu kaufen, nachdem er den ganzen Abend reichen Menschen zugesehen hatte, wie sie sich durch Häppchen gearbeitet hatten, von denen er nicht mal den Namen wusste. Und <i>die</i> waren mit Rolls Royce und Bentleys und manch einer sogar mit einem Aston Martin vorgefahren, also so schlimm war er nun auch wieder nicht.<br />
Als der Motor verstummte, blieb das leise Geräusch von Regentropfen auf der Frontscheibe und das Ächzen des sich langsam abkühlenden Metalls der Karosserie. Der Niesel hatte erst vor wenigen Minuten eingesetzt und ein Blick in den wolkenverhangenen, schwarzen Himmel verhiess nichts Gutes. Noch für einen kurzen Moment liess Zayne die Hände auf dem Lenkrad ruhen und atmete langsam aus, genoss die Ruhe. Der Abend war anstrengend gewesen, oder eher, die Leute um ihn herum waren anstrengend gewesen. Dieses sich gegenseitige Überbieten, wer den grösseren Bonus, das grössere Haus, den exklusiveren Golfclub oder schlichtweg den grössten Schwanz hatte, war ermüdend gewesen. Und je länger das ganze andauerte, je mehr Champagnerflaschen geköpft wurden, desto mehr hatte man versucht, ihn in entsprechende Gespräche zu verwickeln. Dabei war er bloss an einer Tür gestanden wie ein verdammter Zaunpfahl, hatte sich aber bei jedem Mal, als er das Wort <i>networking</i> gehört hatte, sehnlicher einen ebensolchen herbeigesehnt. Jetzt aber waren verklangen die Stimmen zu einem schwachen Nachhall, und die Aussicht auf seine eigenen vier Wände, was zu Essen und zwei Stunden irgendeinen Film, den er schon fünfmal gesehen hatte, rückte in greifbare Nähe. John Wick vielleicht, oder Expendables, irgendwas mit dummen Sprüchen und viel Gewalt. <br />
<br />
Mit einem lautlosen Seufzen zog er die Kapuze des Hoodies über den Kopf und quälte sich aus dem Wagen in die nächtliche Kälte. Ein leises Knacken in seinem Knie erinnerte ihn daran, dass er früher noch geglaubt hatte, Schmerz sei nur ein Mindset. Mit dem Daumen schloss er die Fahrertür ab, der Ford piepste leise, die Warnblinker zuckten einmal durch das von orangener Neonschrift erhellte Halbdunkel. Der Regen war dichter geworden, trotzdem beeilte er sich nicht sonderlich, um den schmalen Gehweg zum Eingang zu überqueren. Die automatische Tür glitt auf und grelles Licht schlug ihm entgegen – so grell, dass er kurz blinzelte, bevor er sich orientieren konnte. Links den Gang entlang, einmal abbiegen, dann stand er vor dem Kühlregal. Unentschlossen betrachtete er die ausgestellte Ware und zog sich dabei die Kapuze vom Kopf. Wirkte alles nicht sonderlich einladend (Gesicht inklusive), sondern eher wie Restposten. Mochte daran liegen, dass es wahrscheinlich Restposten <i>waren</i>. Sahen alle gleich aus, schmeckten vermutlich auch alle gleich, nach Pappe und Mayo. Wahllos griff er nach einem Sandwich, machte sich dann auf den Weg zu den gekühlten Getränken. Die Gänge waren schmal, und mit einem gemurmelten «Sorry» wollte Zayne sich gerade an einer halben Portion vorbeischieben, hielt dann aber inne und drehte sich halbwegs um, bevor er es sich besser überlegen und einfach davongehen konnte. Die kannte er. Nur hatte er sie schon länger nicht mehr gesehen, wenn er sich richtig erinnerte, hatten sie sich zuletzt im Baan Noi gekreuzt, und es war nicht so, dass er ein weiteres Treffen sehr fest herbeigesehnt hätte. Seine Mutter schon, die lag ihm immer noch damit in den Ohren, Sookie hier, Sookie da, wie hübsch und eloquent und zuvorkommend und herzlich und überhaupt fucking perfect sie doch sei. Momente, in denen er auf Durchzug schaltete. <br />
Dafür war es jetzt leider zu spät, weil er eben schon irgendwie stehen geblieben war, und sich jetzt einfach wieder in Bewegung zu setzen und sie zu ignorieren, das zeugte selbst in seinen Augen von sozialer Inkompetenz. «Hey. Hab’ dich nicht direkt erkannt. Sorry», wiederholte er, liess aber offen, ob er sein Vorbeizwängen meinte, oder die Tatsache, dass sein Gehirn etwas länger gebraucht hatte, um zu schalten. <i>Gehen</i>, er wollte und sollte gehen, aber das hatte er vergeigt. </div>]]></content:encoded>
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