Armstead Wainwright Atwood
Gut, dass du kein Kritiker beim Michelin bist, denn deine Fresse kennt jeder Küchenchef in Großbritannien – da hilft auch nicht Bart dran oder Bart ab, lange oder kurze Haare, Anzug oder Hobo Style: Deine schiefe und sehr große Nase lässt sich kaum verstecken. Macht dir nichts, du warst schon immer sehr schlecht darin, dir geheime Handzeichen zu merken. An deinem Gedächtnis kann’s nicht liegen, denn du kannst noch genau das eine Menü in Lissabon vor zwanzig Jahren runterrattern, als hättest du’s selbst gekocht (und die meisten anderen Sachen auch, die dich beeindruckt haben). Essen liegt dir einfach und das Vermögen deiner Familie mütterlicherseits hat dir nach dem Studium in Oxford das große Glück beschert, genau diese große Liebe zum Beruf zu machen. Mittlerweile schreibst du als Freiberufler für diverse namhafte Zeitungen und bist gefürchtet, sobald du über die Schwelle von irgendeinem Laden trittst. Irgendwie stehst du ja drauf, so’n bisschen Furcht und Schrecken zu verbreiten, und siehst zwischendurch eh mehr nach Mafiosi als nach Upperclass aus. Dafür kannst du halt auch richtig gut mit allen Leuten bonden, die in der Food Industry arbeiten, weil dir macht niemand was vor, obwohl du selbst nie in ner Küche gestanden hast (also nicht um selbst Hand anzulegen, außer privat). Eigentlich kann man mit dir echt gut feiern und quatschen… und du hast einen wahnsinnig großen Freundes- und Bekanntenkreis, weil mit dir immer irgendwas geht. Schlechtes Essen macht dich allerdings wirklich wütend und obwohl du sonst eher so der ruhige Typ bist, wirst du dann richtig nachtragend und garstig in deinen Artikeln, also Gott bewahre.
# Gesuchter # 41-45 Jahre # Restaurantkritiker beim Guardian # Adrien Brody
Zola Maathai
In seltenen Momenten glaubst du, dass ein bisschen weniger Puppengesicht praktischer gewesen wäre: Dann wüssten all die verfickten Wichser direkt, wie unschön es für sie ausgeht, sobald sie dir zu nahe kommen. In Twitter Drukos würde man dich als unfickbare Feminazi bezeichnen, aber das geht dir dezent am Arsch vorbei – du bist nicht auf der Welt, um dich klein zu machen, damit man dich mag. Außerdem hast du gut, gerne und oft Sex, vielen Dank, und mit deiner Vorliebe für Rugby, geilem Essen, ordentlichem Koks und dem einen oder anderen afrikanischen Schnaps weißt du auch sonst zu leben. Du bist die Älteste aus einem Haufen von Töchtern und einem einzigen Sohn und auch wenn dir sonst mütterliche Instinkte abgehen; andere zu ernähren, das liegt dir, und so stehst du in professionellen Küchen, seit du siebzehn Jahre alt bist und die Schule geschmissen hast. Manchmal wirft man dir Karrieregeilheit vor, aber das ist nur Sexismus, Kerle werden dafür schließlich gefeiert. Auf jeden Fall lässt du dir nix sagen, von niemandem (naja, es gibt Ausnahmen, tatsächlich), dafür ist deine laute, raue Lache ein absoluter Hingucker – genauso wie dein modischer Geschmack, weil bitte, wie geil man sich kleiden, da passt echt alles, von den Schuhen über den Nagellack bis zum Lippenstift. Vor ein paar Jahren bist du rüber nach London zu deinem Bruder, nachdem du deinem Chef in Nairobi wegen Grabscherei die Hand zertrümmert hast – nicht ohne Vorwarnung, logisch – nur um dir jetzt mal dieses Manchester anzusehen, von dem alle so schwärmen.
# Suchende # 35 Jahre # Köchin # Lupita Nyong‘o
I have a lot to say, maybe you should get some popcorn
Zola hat schon mal von dir gehört, mit Sicherheit, schließlich kocht sie schon seit ein paar Jahren in hochwertigen Küchen in London – aber deine Nase hat sie wieder vergessen, Weiße sehen aber auch echt alle gleich aus. In dem Fall wäre sie bestimmt etwas misstrauischer gewesen, aber so lauft ihr euch einfach in irgendeiner Bar in Manchester über den Weg und wer kann sich noch so genau nach 14 ½ Drinks an die Gespräche erinnern?! Du willst sie wiedersehen, nüchtern dieses Mal, und sie dich irgendwie auch, vielleicht weil sie ne Schwäche für deinen Downton Abbey Dialekt hat. Dass du Restaurantkritiker bist, mit dem Geständnis lässt du dir noch ein bisschen Zeit, weil du ahnst, dass Zola nicht sonderlich gut drauf reagieren wird (clever). Na-ja, schade, dass es dann zu spät ist…

Sooo, der Anfall von Wahn ist wieder vorbei – ich brauch ein bisschen Stress und Drama in Zolas Leben und was passt da besser, als ihren Chef und den Besitzer des Norm Jay Ruffino mit ner Affäre mit nem Kritiker zu nerven?! Es ist absolut nichts in Stein gemeißelt, vor allem nicht, wo die gemeinsame Fahrt hingeht, oder ob sie direkt im Hafen hängen bleiben, aber so einen Journalisten darf’s in Manchester ruhig auch geben 16 Noch kurz zu mir: Ich bin hier Urgestein im Forum und geh auch erstmal (nie wieder) hier weg – dafür schreib ich so um die 1.500 – 2.000 Zeichen und mag’s gerne schnell, knackig und vor allem lustig (langweilige Posts sind mein Tod). Ich steh auf Plotten und Quatschen in Discord und dem Austausch von Probeposts.

Zum Anschluss, weil das ist natürlich die Sahne auf der Kirsche - die Kirsche auf der Sahne, äh?! Neben Zola und Jay, die fester Bestandteil des Norm sind (DAS französische Restaurant mit zukünftigem Stern in Manchester), läuft hier noch der Anwalt Andrew Marsh rum, der bestimmt mit dir in Oxford Freundschaftsbänder geknüpft hat. Der Journalist Jake Hunt sehnt sich auch nach einem Kollegen, mit dem er sich (to-tal) scherzhaft messen kann, oder sich zumindest über Opfer von vernichtenden Kritiken lustig machen kann. Man will nicht, aber jeder kennt auch irgendwie Riley Sullivan, der macht auch gute Laune, versprochen. Was will man mehr, also melde dich! 2822