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		<title><![CDATA[Lost the plot - J-K-L]]></title>
		<link>https://www.losttheplot.de/</link>
		<description><![CDATA[Lost the plot - https://www.losttheplot.de]]></description>
		<pubDate>Tue, 28 Apr 2026 18:53:57 +0000</pubDate>
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		<item>
			<title><![CDATA[Jesús Bernstein]]></title>
			<link>https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2641</link>
			<pubDate>Tue, 27 Jan 2026 18:37:47 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.losttheplot.de/member.php?action=profile&uid=561">Jesús Bernstein</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2641</guid>
			<description><![CDATA[<div id="sanstecki">
  <div id="sansteckiheadh">
    <div id="bild"></div>
    <div class="sansteckiheadb"><img src="https://i.ibb.co/LhYDv59m/pedro-pascal.gif"></div>
    <div class="sansteckiheadt">Alleinerziehender Vater einer liebenden Tochter, Lumberjack-Flanellhemden-Style, grau-meliertes Haar und eine angemessene Anzahl Falten im Gesicht – wer hätte gedacht, dass du irgendwann als Klischee-<i>Daddy</i> im Zentrum feuchter Mädchenträume stehst? Da siehst du dich eigentlich gar nicht, mit deinem patchy Bart, dem weichen Bauch und der angeborenen kindlichen Unordnung. Und trotzdem hast du dir irgendwie eine 16 Jahre jüngere Traumfrau geangelt (5/7 perfect score), mit der du das Klischee noch etwas mehr bedienst. Dabei ist das gar nicht dein Ding, diese <i>Sugar Daddy</i> Nummer, denn erstens gibt es bei dir wirklich keinen <i>Sugar</i> zu holen, und zweitens waren deine Ex-Freundinnen alle älter als du. Deutlich älter. Da stehst du nämlich eigentlich drauf: Ältere, erfolgreiche, selbstbewusste Frauen, denen du figurativ (literarisch) die Füße küssen darfst. Aber Charlotte ist trotz ihres Alters schon längst erfolgreicher als du je warst, und ihre Zehen schiebt sie dir auch manchmal in den Mund. Also wurde die Differenz in euren Geburtsjahren schnell zweitrangig und nun seid ihr nicht nur verheiratet, sondern erwartet auch ein Kind miteinander. Das Leben ab Mitte 40 hast du dir eigentlich anders vorgestellt, und trotzdem bist du gerade genau dort, wo du immer sein wolltest.</div>
  </div>
  <center><br />
    <div id="sansteckiueber">Jesús Bernstein Ramírez<div class="klein">FC: Pedro Pascal</div>
    </div>
    <table width="100%" style="background-color:#f1f1f1;border-spacing:10px;">
      <tr>
        <td id="tabellegr">46 Jahre alt<br>2. April 1970</td>
        <td id="tabellebl">Verheiratet<br>mit Charlotte</td>
        <td id="tabellegr">Handwerker<br>im Theater</td>
        <td id="tabellebl">Student<br>Soziale Arbeit</td>
      </tr>
    </table>
    <div id="sansteckitext"><span class="stitel">Name</span> <b>Jesús Pablo Bernstein Ramírez</b>, was für ein Name. Vollkommen angemessen in Lateinamerika, absolut überfordernd in einem Land wie Großbritannien. Deswegen nennst du dich hier der Einfachheit halber nur <b>Jesús Bernstein</b> und vereinst damit die jüdische Kultur deines Vaters und die argentinische Kultur deiner Mutter. Von deiner Familie wirst du seit jeher mit deinem Spitznamen <b>Chucho</b> oder, kürzer, <b>Chuy</b> angesprochen, doch im englischsprachigen Raum haben sich beide Namen nicht durchgesetzt. Dort kämpfst du bis zum heutigen Tag für die korrekte Aussprache deines Vornamens: <i>CHE-SOOS, nicht JEE-ZUS!</i><br />
<br />
      <span class="stitel">Geburtsdatum & -ort</span> Du wurdest am <b>2. April 1970</b> geboren und bist zum aktuellen Zeitpunkt <b>46 Jahre alt</b>. Du hast in <b>Argentinien</b> das Licht der Welt erblickt, auf einer Farm in der Provinz <i>La Pampa</i>, wo es genau so aussieht wie der Name vermuten lässt: Viele Felder auf flachem Land, unterbrochen von wenigen Bäumen und noch weniger Menschen.<br />
<br />
      <span class="stitel">Wohnort</span> Vor ungefähr einem halben Jahr bist du in die <b>WG</b> deiner (jetzigen) Frau und ihrer Schwester Jaz im <b>Northern Quarter</b> gezogen. Vordergründig um Geld zu sparen, denn als Lotta unerwartet schwanger geworden ist, war ziemlich schnell klar, dass ihr jetzt verantwortungsbewusst(er) und sparsam(er) leben müsst. Diese WG wird keine Dauerlösung sein, aber eine Zwischen-Station, um die Gehaltseinbußungen auszugleichen, die mit dem Mutterschaftsurlaub deiner Frau einhergehen.<br />
<br />
      <span class="stitel">Beziehungsstatus</span> Absurd wie schnell sich alles verändern kann, aber du bist jetzt tatsächlich <b>verheiratet</b> und wirst bald zum zweiten Mal Vater. Nicht, dass du das nicht gewollt hättest, aber eigentlich sahst du mit Anfang 40 dein Schicksal längst besiegelt: Du würdest irgendwann alleinstehend sterben. Doch dann kam Lotta, und zwei Jahre nach eurem ersten Treffen trägt sie deinen Namen und euren gemeinsamen Sohn unter ihrer Bauchdecke.<br />
      <br />
      <span class="stitel">Beruf</span> Eine richtige Berufsausbildung hast du nie absolviert, aber die Liste deiner bisherigen Jobs ist lang: Du warst mal Taxifahrer, mal Kindergärtner, Umzugshelfer und auf dem Bau, hast Essen ausgefahren oder Menschen mit Behinderungen assistiert. Auf der Farm deiner Großeltern in Argentinien hast du so viel über Fahrzeuge gelernt, dass du zwischenzeitlich in London als Kfz-Mechatroniker arbeiten konntest, aber dein längster Job war als Hausmeister und Handwerker in einer Marina für Narrowboats. Im Moment bist du als <b>Handwerker am Theater</b> beschäftigt, aber auch das ist nur eine Überbrückung, denn vor etwa einem Jahr hast du den Schritt gewagt und dich für ein sogenanntes <i>Studium im Alter</i> angemeldet. <b>Soziale Arbeit</b> liegt dir nicht nur im Blut, sondern hat dir auch immer am meisten Freude bereitet.<br />
<br />
      <span class="stitel">Lieblingspizza</span> Wenn du nach deiner Lieblingspizza gefragt wirst, entbrennt oft eine weit verbreitete, hitzige Diskussion: <i>Gehört Ananas auf Pizza? Ja oder nein?</i> Du sagst ganz klar "Ja" und bestellst dir aus absoluter Überzeugung eine <b>Pizza Hawaii mit Cheesy Crust</b>.<br />
    </div>
    <div id="sansteckizw">
      <div class="ztitel">Familie</div>
      <div class="zklein">Oh, mirror in the sky, what is love?</div>
    </div>
    <div id="sansteckitext"><span class="stitel">Tochter</span><br />
      <b>» Ama Indiyah Bernstein | * 12.06.1995 | Studentin | Ecological & Environmental Studies an der University of Edinburgh</b><br />
      Ama ist ein Tomboy, das war sie schon immer. Bereits im Kindesalter hat sie lieber mit Superhelden als mit Puppen gespielt, fand <i>Cyborg Cat</i> Bücher so viel cooler als Geschichten über Prinzessinnen und hat sich mit Leidenschaft in den Fußball gestürzt, einer männerdominierten Sportart. Du hast von deiner Tochter viel über <i>Gender Roles</i> und Vorurteile gelernt, hast dich selber stetig hinterfragt und Glaubenssätze über Bord geworfen. Dabei warst du immer unterstützend, voller Liebe und Hingabe für das Kind, das du in die Welt gesetzt hast.<br />
Heutzutage ist Ama nicht nur deine Tochter, sondern deine moralische Instanz. Sie ist die Person, die dir am zuverlässigsten sagt, wenn du mal wieder <i>bullshit</i> redest, und das tut sie häufig, präzise und gnadenlos. Meistens ohne große Diskussion, oft nur mit einem Blick, der alles sagt. Du hast schnell gelernt, diese Blicke ernst zu nehmen. Dass sie heute klüger, politischer und reflektierter ist als du selbst, macht dich eher stolz als unsicher. Du hörst zu, lässt dir Dinge erklären, stellst Fragen und resignierst, wenn du keine Ahnung hast. Du bist dir sicher, <i>wenn</i> jemand irgendwann die Welt retten wird, dann ist es deine Tochter.<br />
      Ihr wart lange ein Zweiergespann: Du und sie, ein bisschen chaotisch, ein bisschen individualistisch, ein bisschen gegen den Rest der Welt. Entscheidungen wurden immer gemeinsam getroffen, Möbel gemeinsam zusammengezimmert, Regeln eher verhandelt als durchgesetzt. Du hast ihr viele Freiheit gelassen, vielleicht mehr als andere Väter, aber immer mit dem festen Versprechen, dass sie bei dir sicher ist. Dass du damit den Grundstein gelegt hast für ihren selbstsicheren, starken Charakter, das ist dein größter Erfolg.<br />
<br />
      <span class="stitel">Ehefrau</span><br />
      <b>» Charlotte Bernstein | * 27.07.1986 | Polizistin</b><br />
      Als du Lotta kennen gelernt hast, hast du mit vielem gerechnet, aber nicht damit, dass ihr gut zwei Jahre später zusammen lebt, verheiratet seid und einen Sohn erwartet. Die äußeren Bedingungen standen gegen euch: Mehr als fünfzehn Jahre Altersunterschied, du Hausmeister in der Polizei-Akademie, sie auf dem Weg dahin die Karriereleiter immer höher zu klettern. Während du dich innerlich schon darauf eingestellt hast nur noch ein paar Jahre in Großbritannien zu bleiben und dann zu reisen, war sie eng in diesem Land verwurzelt. Ganz <i>casual</i> sollte es deshalb sein und bleiben, als Fernandito geflossen und Funken gesprüht sind. Alles andere als <i>casual</i> hat es sich entwickelt.<br />
Zwei Jahre später ist Lotta zugleich deine engste Vertraute und dein stärkster Gegenpol. <i>Unterschiede ziehen sich an</i> ist in eurem Leben nicht nur eine Floskel, sondern alltäglicher Wahnsinn, der euch aufreibt und doch immer enger miteinander verbindet. Wenn sie mit Ama durch die Stadt schlendert, die auf ihrer Kutte einen präsenten ACAB-Aufnäher reppt, dann ist das in eurer Welt ein ebenso harmonisches Gesamtbild wie der Inhalt eures Kleiderschrankes – 90% davon belegt sie mit Kleidung, die teilweise dein Monatsgehalt überschreitet, die anderen 10% gehören deiner Second Hand Ausbeute. Was euch zusammenhält ist deine Ruhe, wenn sie rast, und ihre Energie, wenn du rastest. Fürsorglich seid ihr beide, humorvoll auch. Euer intensives Bedürfnis nach Nähe ist ausgeglichen, und dass über allem anderen die gegenseitige Zuneigung steht, liegt ebenfalls auf der Hand.<br />
Du musst nie daran zweifeln, dass sie dich liebt, mit all deinen kleinen Macken und Eigenheiten, mit allem, was sie nicht versteht oder anders sieht. Die Liebe ist da, und vielleicht schätzt du das an eurer Beziehung am allermeisten: Dass ihr euch nehmt wie ihr seid und nicht versucht den jeweils anderen zu einem idealen Partner zu formen. Euer Individualismus ist eure größte Stärke, in einer Welt, die eine ungesunde Homogenität fordert.<br />
<br />
      <span class="stitel">Eltern</span><br />
      <b>» Bernard Samuel Bernstein | * 17.10.1930 | Krankenpfleger</b><br />
      <b>» Gloria Maria Ramírez Gallardo | * 23.08.1933 † 03.04.1989 | Krankenpflegerin</b><br />
      Die Beziehung zu deinem Vater ist distanziert. Du erinnerst dich noch daran, dass er während deiner Kindheit ständig bei der Arbeit war, selbst in den Abendstunden und an den Wochenenden, und wenn er nach Hause kam, dann wirkte er meistens müde und gestresst. Dein Vater war immer ein sehr ernster Mensch, der viel Zeit mit einem Buch in der Hand verbrachte und sich nur selten zu Späßen und Spielereien mit seinen Kindern hinreißen lassen konnte. Zuneigung zu zeigen fiel ihm schwer, Worte des Stolzes und der Anerkennung waren rar gesät.<br />
      Zu deiner Mutter hingegen, hattest du immer eine enge Bindung. Du warst ihr einziger Sohn, das letztgeborene Kind der traditionellen lateinamerikanischen Familie und damit auch derjenige, der am meisten Aufmerksamkeit bekam und dem viel mehr zugetraut wurde, als den älteren Schwestern. Dir gegenüber wurde die strenge Gloria plötzlich weicher und zugänglicher, war nachsichtiger und zurückhaltender. Aus dir ist deshalb ein <i>cheeky chap</i> geworden, ein süßer aber frecher Junge, der nur Flausen im Kopf hatte. Denn du wurdest von deiner Mutter zwar für Streiche gerügt, aber die Wut oder Enttäuschung hielt nie lange an. Kurz danach hatte Gloria ihren süßen Jungen schon wieder im Arm und hat dir heimlich einen Keks zugesteckt.<br />
Ihr Tod, nur einen Tag nach deinem neunzehnten Geburtstag, hat dich daher auch besonders schwer getroffen. Du konntest dir eine Welt ohne die Unterstützung und Führung von Gloria nicht vorstellen und erwischst dich auch heute noch manchmal dabei wie du in den Himmel blickst und sie stumm um Rat fragst.<br />
Deine Eltern agierten stets als eine Symbiose, die funktionierte, doch als Gloria verstarb fehlte deinem Vater plötzlich sein Gegenpol. Bernard wurde mürrisch und verbittert, zog sich noch mehr von anderen Menschen zurück und begann ein sehr einsames Leben zu führen. Heutzutage hast du nicht mehr viel Kontakt zu deinem Vater. Ihr telefoniert alle paar Wochen, aber die Gespräche sind einseitig und monoton.<br />
      <br />
            <span class="stitel">Geschwister</span><br />
      <b>» Karmina Maria Bernstein Ramírez | * 03.12.1954 | Gynäkologin | verheiratet mit fünf Kindern und drei Enkelkindern</b><br />
      <b>» Anabella Maria Bernstein Ramírez | * 17.02.1957 | Hausfrau | verheiratet mit zwei Kindern</b><br />
      <b>» Yalma Maria Bernstein Ramírez | * 11.11.1960 | Erzieherin | verheiratet mit drei Kindern</b><br />
      <b>» Carla Maria Bernstein Ramírez | * 24.03.1968 | Immobilienmaklerin | in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft mit einem Kind</b><br />
      Als jüngstes Kind und einziger Sohn der Familie, neben vier Schwestern, musstest du in deiner Kindheit einiges über dich ergehen lassen. Insbesondere deine drei älteren Schwestern Karmina, Anabella und Yalma haben es geliebt dich wie eine Puppe zu behandeln, die man süß anziehen und immer mit sich herumtragen konnte. Glücklicherweise hattest du stets Spaß daran, denn dann standest du wenigstens im Mittelpunkt und konntest die Aufmerksamkeit aller auf dich ziehen.<br />
Zu deiner jüngsten Schwester Carla hattest du schon immer eine besonders enge Verbindung und hältst heutzutage auch am meisten Kontakt zu ihr. Sie lebt mit ihrer Partnerin und ihrem Kind mittlerweile in Portugal, nah genug, dass ihr euch regelmäßig gegenseitig besuchen könnt. Deine drei älteren Schwestern sind in den USA gelieben.<br />
      <br />
      <span class="stitel">Haustiere</span><br />
      <b>» Schildkröte Michelangelo | 23 Jahre alt | Amas Haustier</b><br />
      <b>» Katze Professor Wackylickle | 8 Jahre alt | rot-getigerte Freigängerin</b><br />
      Als Ama ein Kind war, hast du ihr als Haustier eine <i>Schildkröte</i> geschenkt, die sie – inspiriert von den Ninja Turtles – <b>Michelangelo</b> getauft hat. Bis zu dem Beginn ihres Studiums hat sie ihr Tier liebevoll gepflegt, aber da sie in Edinburgh keine Haustiere halten durfte, musstest du die Schildkröte mitnehmen. Oder vielleicht hat sie auch nur so getan als dürfte sie keine Tiere halten, damit du plötzlich nicht <i>ganz</i> alleine bist. Eigentlich sollte es nur übergangsweise sein, aber Michelangelo (kurz <i>Mikey</i>) lebt noch immer bei dir. Die Schildkröte ist ein ruhiger Zeitgenosse, der es liebt abends bei seinem "Großvater" auf der Brust zu liegen und zuzuhören wie du von deinem Tag erzählst.<br />
Vor einigen Jahren – während deiner Zeit als Hausmeister in der Polizei-Akademie – hast du außerdem eine vermeintlich heimatlose <i>Katze</i> auf dem Gelände gefunden. Du hast Zettel ausgehängt und lokale Tierheime informiert, aber da sich nach mehreren Aufrufen niemand gemeldet hat, hast du irgendwann die Pflege für <b>Professor Wackylickle</b>, wie du sie getauft hast, übernommen. Die Katze ist sehr selbstständig und oft alleine unterwegs, aber wenigstens kommt sie jeden Morgen und jeden Abend zuverlässig nach Hause, wenn es Fressen gibt, und lässt sich auch manchmal zu ein paar Streicheleinheiten hinreißen.<br />
    </div>
    <div id="sansteckizw">
      <div class="ztitel">Aussehen</div>
      <div class="zklein">Can the child within my heart rise above?</div>
    </div>
    <div id="sansteckitext">Mit deinem <i>patchy Bart</i>, den meist etwas zu lang gewachsenen Haaren und einem eher praktischen statt modischen Kleidungsstil, wirkst du auf den ersten Blick als durchlebst du gerade eine schwere Phase in deinem Leben. In Wirklichkeit legst du einfach wenig Wert auf dein äußerliches Erscheinungsbild. Nachlässig ziehst du morgens die Kleidung aus deinem Schrank, viel eher darauf achtend, dass du dich gut fühlst, als dass du gut gekleidet bist. Mittlerweile ist dein <i>rough look</i> schon wie ein Markenzeichen für dich geworden. Und auch wenn sich deine Freund*innen gerne darüber belustigen, dass du zu jeder Tages- und Nachtzeit aussiehst als wärst du gerade erst aus dem Bett gefallen, scheinst du mit deinem Charme und deinem unverkennbaren Lachen jeden zu überzeugen, der auf den ersten Blick an deiner Zurechnungsfähigkeit zweifelt.<br />
      Du trägst bereits seit acht Jahren ein von deiner Tochter geknüpftes <b>Freundschaftsarmband</b> am Handgelenk, das du nie ablegst. Die Farben sind mittlerweile verblasst und die Baumwoll-Zwischenräume sind wahrscheinlich zu warmen Bakterien-Habitaten geworden, doch obwohl Ama dir seitdem noch weitere geflochtene Bänder geschenkt hat, bedeutet dir genau dieses so viel, dass du nicht bereit bist es auszutauschen.<br />
      Seitdem du 18 Jahre alt bist, ziert dein linkes Ohrläppchen ein <b>silberner Ohrring</b>, und auch einige kleine <b>Tätowierungen</b> hast du mit der Zeit angesammelt. Dazu gehören unter anderem ein kleines <i>Bullseye</i> auf der linken Hand; eine <i>siebenblättrige Blume</i> am Arm, die eines ihrer Blätter bereits verloren hat; das Wort <i>sunshine</i> auf dem anderen Arm und ein paar weitere Doodles, die hauptsächlich an Freundschaften und lustige Erlebnisse erinnern. Keine deiner Tätowierungen ist mehr als ein paar Zentimeter groß.<br><br />
      <center><img src="https://i.ibb.co/H4sw6m5/Aussehen01.gif" style="padding-left: 5px; padding-bottom: 5px; width: 120px; height: 120px; object-fit: cover;"> <img src="https://i.ibb.co/ 7V5MK46/Aussehen02.gif" style="padding-left: 5px; padding-bottom: 5px; width: 120px; height: 120px; object-fit: cover;"> <img src="https://i.ibb.co/WKsBjdg/Aussehen03.gif" style="padding-left: 5px; padding-bottom: 5px; width: 120px; height: 120px; object-fit: cover;"></center><br />
    </div>
    <div id="sansteckizw">
      <div class="ztitel">Charakter</div>
      <div class="zklein">Can I sail through the changing ocean tides?</div>
    </div>
    <div id="sansteckitext">
      <center><i>abenteuerlustig » albern » altruistisch » anhänglich » anspruchslos » arbeitsam » aufdringlich » aufgeschlossen » aufmerksamkeitsbedürftig » begeisterungsfähig » belastbar » bemutternd » beratungsresistent » beschützend » bodenständig » charismatisch » chaotisch » dickköpfig » distanzlos » ehrlich » empathisch » extrovertiert » fair » feiert gerne kleine Alltagserfolge » flirty dude » freundet sich mit anderen Menschen sofort an » freundlich » gerecht » gefallsüchtig » geschickt » gesprächig » gewissenhaft » hilfsbereit » kommunikativ » kurzsichtig » langweilig » leicht ablenkbar » liebevoll » loyal » lustig » motiviert » nachtragend » naiv » offen » optimistisch » ruhelos » sozial » stur » tapfer » touchy-feely » unpünktlich » ungeduldig » verantwortungsbewusst » widersprüchlich » zuverlässig » zwiespältig</i></center><br />
      Wer dich zum ersten Mal trifft, wird dich schnell als ein erwachsenes Äquivalent zu einem <i>bundle of joy</i> charaktisieren. Du hast dauernd ein Lächeln auf den Lippen, immer einen halb-lustigen <i>dad joke</i> im Gepäck und besitzt die Offenheit und Aufgeschlossenheit, um mit jedem Menschen sofort in Kontakt zu treten. Deine großen dunklen Augen halten interessiert Blickkontakt, während du auf das Gesagte deines Gegenübers eingehst und aus einem schnellen <i>small talk</i> ein intensives Gespräch werden lässt.<br><br />
      Zu oft schlägst du mit deiner Zugewandtheit jedoch auch über die Stränge, denn du bist als notorischer <i>flirty dude</i> bekannt, der immer und überall mit denen schäkert, die ihm in die Quere kommen. Dabei kriegen dann auch Kellnerinnen, Kassiererinnen oder anderweitig im Service beschäftigte Arbeitskräfte hier oder da einen <del>sexistischen</del> dummen Witz ab. Dein <i>puppy eyes</i> Blick rettet dich oft vor Rückschlägen, aber das ein oder andere Mal wurde vor dir auch schon eine feministische Kampfesrede gehalten. Dabei meinst du deine Avancen überhaupt nicht übergriffig oder sexuell forcierend, das Flirten (naja) ist bloß eine Sprache, die du (deiner Meinung nach) perfekt beherrschst. Was du dabei gerne übersiehst, ist, dass diese Sprache nicht immer gut übersetzt wird. Dass dein Bedürfnis nach Nähe, Bestätigung und Austausch manchmal präsenter ist als dein Gespür dafür, wo die Grenzen anderer verlaufen. Du bist schnell, impulsiv, körperlich, mit Worten ebenso wie mit Gesten, und nicht jeder Mensch hat Lust oder Energie, dieses Tempo mitzugehen.<br><br />
      Eigentlich bist du eh kein Mensch für kurzlebige Beziehungen oder einmaligen Sex. Was in deiner Jugend noch aufregend war, ist dir heutzutage viel zu anstrengend. Seit der Trennung und dem Verschwinden von Amas Mutter – deiner <i>baby mama</i> – hat dir lange das Interesse und die Kraft für eine neue Partnerschaft gefehlt. Gleichzeitig hast du die Sehnsucht nie ganz aufgegeben, sondern sie nur unterdrückt. Hast deine Verpflichtungen priorisiert – Kind, Arbeit, Alltag – und das Bedürfnis nach intimer Nähe und romantischer Verbindung zum Schweigen gebracht. Ein paar Jahre später, als Ama älter wurde, gab es ein paar Frauen, die du besser kennen gelernt hast (sogar zwei, drei Partnerschaften, die du eingegangen bist) doch Lotta ist nach Zuhrah die erste Frau, bei der du dich wirklich fallen lassen kannst.<br><br />
      Wenn man dich in einem Wort zusammenfassen müsste, dann wäre es <i>hilfsbereit</i>. Du bist jemand, der so viel für andere gibt, dass du schon beinahe drängend wirkst. Aber auch hier vertraust darauf, dass andere ihre Limitierungen kommunizieren, denn zwischen den Zeilen zu lesen fällt dir schwer, genauso wie subtile Spannungen auszuhalten. Du willst Harmonie, Leichtigkeit, Verbindung. Und wenn sich Konflikte anbahnen, dann versuchst du sie lieber wegzulächeln oder mit einem dummen, lustigen Kommentar zu entschärfen, statt dich ihnen zu stellen. Im alltäglichen Umgang macht dich das zu einem angenehmen, sympathischen Dude, aber in ernsteren Auseinandersetzungen zu jemandem, der entweder zu devot oder zu flatterhaft wirkt.<br><br />
  Trotz deiner Extrovertiertheit gibt es Seiten an dir, die du nur ungern zeigst: Unsicherheit zum Beispiel. Die Angst, nicht zu genügen, insbesondere in privaten Beziehungen. Das Gefühl, immer ein bisschen hinterherzuhinken, egal wie sehr du dich anstrengst. Du kaschierst das mit Humor, mit Optimismus oder der festen Überzeugung, dass schon alles irgendwie gut werden wird. Und meistens hast du damit sogar recht. Du bist zuverlässig, aber nicht immer pünktlich. Verantwortungsbewusst, aber chaotisch in der Umsetzung. Du willst alles richtig machen und vergisst dabei regelmäßig Termine, Fristen oder Kleinigkeiten, die für andere große Bedeutung haben. Dafür erinnerst du dich an Lieblings-Snacks, an kleine Anekdoten, an beiläufig erwähnte Zweifel.<br><br />
Deine Loyalität ist unerschütterlich, fast schon stur. Wenn du jemanden einmal in dein Herz geschlossen hast, dann verteidigst du diese Person gegen alles und jeden, selbst dann noch, wenn sie dich längst enttäuscht oder verletzt hat. Nachtragend bist du weniger aus Boshaftigkeit oder Rachsucht, sondern vor allem, weil es dir schwer fällt Schmerz zu vergessen. Nichts frustriert dich selber mehr, als das.<br><br />
  Du merkt es selber kaum (und würdest es auch vehement abstreiten), aber mit der Zeit wirst du immer mehr zu einem stoischen, dickköpfigen älteren Mann. Die Lockerheit von früher lässt nach und manchmal beobachtest du dich dabei wie du angestrengt Zeitung liest und bei jedem zweiten Artikel den Kopf über <i>den Zustand der Welt</i> schüttelst. Außerdem bist du mit der Zeit ungeduldiger und forcierender geworden, worüber du regelmäßig selber erschrickst. Dann schlägst du die Hände über dem Kopf zusammen, verfluchst dein Alter und gelobst Besserung, denn wenn du eines nie werden wolltest, dann ein <i>grumpy grandpa</i>.<br />
    </div>
       <div id="sansteckitext">
         <table style="width:100%;text-align:left; font-size:10px;">
            <tr>
              <td width="50%"><span class="tstitel">Vorlieben</span></td>
              <td width="50%"><span class="tstitel">Abneigungen</span></td>
            </tr>
            <tr>
              <td width="50%">» Amerikanische Süßigkeiten<br />
                » Ugly Dancing<br />
                » Handwerken & Dinge reparieren<br />
                » Kreuzworträtsel<br />
                » Schlechte Witze<br />
                » Skinny dipping<br />
                » Flanellhemden<br />
                » Pranks<br />
                » Höhlen bauen mit Ama<br />
                » Auf dem Wasser sein<br />
                </td>
              <td width="50%">» Ungefragte Erziehungstips<br />
                » Avocados<br />
                » Schlaflosigkeit<br />
                » Pfuschen beim Handwerken<br />
                » Social Media<br />
                » Feuerwerk<br />
                » Fitnesstudios<br />
                » Teenage-Jungs<br />
                » Überpünktlichkeit<br />
                » Eifersucht<br />
                </td>
            </tr>
</table>
    </div>
    <div id="sansteckitext"><center><span class="stitel"><b>Hobbies</b></span></center><br />
      <b>WOODWORKING</b><br />
      Woodworking war immer <i>dein</i> Ding. Deine Flucht aus dem Alltag, deine Möglichkeit die Hände zu beschäftigen und den Verstand abzuschalten. Mittlerweile arbeitest du auch beruflich mit Holz, aber in deinem Hobby ging es nie darum zu glänzen oder irgendwem etwas zu beweisen. Du genießt es einfach. Der Prozess, etwas mit den eigenen Händen entstehen zu lassen, ohne elektrische Maschinen, zwingt dich zur Ruhe und zur Entschleunigung. Holz zu bearbeiten erdet dich, im wahrsten Sinne des Wortes. Was früher ein Stück Holz und ein Schnitzmesser an Deck deines Narrowboats war, ist heute die Werkstatt im Theater, die du auch manchmal privat nutzen darfst. Angefangen mit Schachteln und einfachen Boxen, über Vogelhäuser, bis hin zu größeren Projekten wie dem Regal, an dem du gerade arbeitest. Außerhalb deiner Arbeitszeit kannst du Stunden dort verbringen, Späne vom Boden fegen, Kanten glätten und den Kopf ausschalten, während unter deinen Händen etwas Beständiges entsteht.<br><br />
      <b>FUßBALL</b><br />
Fast jeder argentinische Junge wächst mit einer Liebe für Fußball auf. Auch du wurdest davon – trotz deines Umzuges in die USA und deiner sehr frauenlastigen Familie – nicht verschont. Obwohl du nie ein Typ dafür warst alle Spiele zu verfolgen und dich jede Woche mit anderen zum Fußball gucken in einer Kneipe zu treffen, kickst du selber für dein Leben gern. Die Leidenschaft hast du auch an Ama weiter gegeben. Früher standet ihr regelmäßig auf einem alten Schotterplatz, um dort mit einem Ball zu spielen, und als Ama darum gebeten hat einer Kinder- und Jugendmannschaft beizutreten, hast du bis über beide Ohren gestrahlt. Du warst bei <i>jedem</i> Spiel derjenige, der am lautesten von der Seite geschrieen hat. Aktiv, leidenschaftlich und vor allem regelmäßig verfolgst du zwar nur die Weltmeisterschaften, in denen du selbstverständlich für dein Heimatland Argentinien jubelst, aber auch anderweitige Spiele siehst du dir zwischendurch gerne an.<br><br />
      <b>GITARRE</b><br />
Zur Musik hast du erst im jungen Erwachsenenalter gefunden. Während deiner Reisen hast du beobachtet, dass die coolen Gitarren-Dudes am Strand die absoluten Frauenmagneten waren und dich davon inspirieren lassen selber in eine Gitarre zu investieren. Das Spielen hast du dir daraufhin autodidaktisch selber beigebracht. Nur kurze Zeit später hast du jedoch schon eine solche Leidenschaft für die Musik entwickelt, dass die Aufmerksamkeit von Frauen nur noch ein nettes <i>gimmick</i> war. Die meiste Freude empfindest du mittlerweile, wenn du mit deiner Gitarre ganz alleine im Grünen oder am Wasser sitzt und auf den Saiten klimpern kannst.<br><br />
      <b>KREUZWORTRÄTSEL</b><br />
Du erinnerst dich noch gut daran, dass deine Eltern ständig gemeinsam über ein Kreuzworträtsel gebeugt in der Küche am Tisch saßen und verbissen versucht haben jede einzelne Frage zu lösen. Während du als Kind noch glaubtest, dass es dabei hauptsächlich um die zu gewinnenden Preise ging, hast du später selber Freude am Rätselraten entwickelt. Beinahe jeden Sonntag sitzt du deshalb mit überschlagenen Beinen und einem dampfenden Kaffee in der Hand am Tisch und versuchst angestrengt an die Lösungsworte zu gelangen.<br />
    </div>
    <div id="sansteckitext"><center><span class="stitel"><b>Wusstest du, dass Jesús...?</b></span></center><br />
        » ... schon seit dem Kindesalter an seinen Fingernägeln knabbert und dafür oft von Ama gerügt wird?<br />
» ... ständig und völlig unerwartet beginnt zu tanzen und alle Leute um sich herum dazu motiviert mitzumachen?<br />
» ... seit seinem 20. Lebensjahr raucht und zwar immer wieder versucht damit aufzuhören, aber es nie durchhält?<br />
» ... sehr gerne Jugendwörter aufschnappt und sie in seinen Sprachgebrauch integriert (seine aktuellen Favoriten sind <i>yeet, skrrt</i> und <i>sheesh</i>)?<br />
» ... schon seit Jahren an Schlafproblemen leidet und nur selten eine Nacht durchschlafen kann?<br />
» ... mehrere Jahre lang alte Blechdosen gesammelt hat, mittlerweile aber nur noch ein paar besondere Exemplare übrig geblieben sind?<br />
» ... langsam zu einem stoischen alten Mann wird und sich selber dafür hasst?<br />
» ... die Gabe besitzt sich bei einem Bier mit jeder Person sofort anzufreunden und zu verbrüdern?<br />
» ... nur schwarzen Kaffee trinkt und zugefügten Zucker oder Milch als Verrat ansieht?<br />
» ... Lieblings-Longdrink ein <i>Fernandito</i> ist, der aus Cola mit Fernet besteht?<br />
    </div>
    <div id="sansteckizw">
      <div class="ztitel">2. Februar 2017 18:47 Uhr</div>
      <div class="zklein">Can I handle the seasons of my life?</div>
    </div>
    <div id="sansteckitext">Du atmest die Anstrengungen des zurückliegenden Tages aus, als du die Wohnungstür aufschließt, in der freien Hand eine Tasche voller Lebensmittel. Nur die Hälfte davon hast du ordnungsgemäß bezahlt, all das vermeintlich "faule" Obst und Gemüse, das oben drauf liegt, hast du dir aus dem Container hinter dem Supermarkt geangelt. <i>Gegen Lebensmittelverschwendung</i> und <i>Für Sparsamkeit</i> würdest du standhaft deinen guten Willen dahinter verteidigen, aber das ist nur die halbe Wahrheit. Denn <i>Um meine Frau zu necken</i> steht ganz oben auf der Liste. Nicht, dass du vorher nie containert hättest – das ist so eine Ding, das deine linksliberale, woke Tochter dir beigebracht hat – aber du tust es viel öfter, seitdem du mit Charlotte zusammen bist. Weil du diese kleine, zweifelnde Falte auf ihrer Stirn irgendwie magst. Und wie sie dich ansieht, mit dem Feuer eines Wutausbruchs im Blick, den sie dann aber doch unterdrückt, weil sie weiß, dass du mit der <i>Lebensmittelverschwendung</i> und <i>Sparsamkeit</i> eigentlich recht hast. Außerdem ist es verdammt unterhaltsam, wenn sie versucht all dem Obst und Gemüse, das bereits das Innere eines Mülleimers gesehen hat, rigoros auszuweichen. Und wenn sie dann nach vielen, vielen fadenscheinigen Argumenten doch ein Stück von deinem Bananenbrot aus gecontainerten Bananen isst? Dann ist das der beste Beweis dafür, dass sie dich noch immer liebt.<br />
<br />
Wenn du die Wohnung betrittst und <i>"Honey, I'm home"</i> ins Innere trällerst, meinst du es nur halbernst, aber doch ernst genug, um es immer wieder zu tun. Eine anfängliche Parodie, die dich trotzdem mit Stolz und Wärme erfüllt, denn eigentlich hast du dir genau das hier immer gewünscht: Jemand, zu dem du nach Hause kommen kannst. Eine Partnerin im Leben. Entscheidungen nicht alleine treffen zu müssen und abends im Bett in den Armen einer Frau einzuschlafen, die du liebst und die dich liebt. Ehrlicherweise hast du schon nicht mehr daran geglaubt, dass du jemals eine Beziehung führen wirst, die sich so sicher und vertraut anfühlt wie diese. Die länger als zwei bis drei Jahre halten wird und auf gegenseitigem Vertrauen, Respekt und Zuneigung basiert. Bevor du Charlotte kennen gelernt hast, war deine Vision für die Zukunft deshalb eine ganz andere: Sobald deine Tochter erstmal aus dem Haus ist und ihr Studium abgeschlossen hat, du damit von jeglicher finanzieller Verantwortung befreit bist, brichst du aus wie ein pubertärer Teenager; stürzt dich ins Leben wie ein Vogel-Junges, das sich endlich aus dem sicheren Nest wagt; preschst in die Welt mit der mentalen Grenzenlosigkeit eines Nepo-Babys. Vielleicht kannst du ein paar Monate bei deinem Vater und deinen Schwestern in den USA verbringen, oder durch Argentinien reisen und die Bindung zu dem Land stärken, in dem du geboren wurdest. Es gibt noch so viel zu sehen und zu entdecken in der Welt, so vieles, das logistisch und finanziell bisher weit entfernt von dir lag. Aber wenn Ama nicht mehr auf deine Unterstützung angewiesen ist, und wenn du all deine Habseligkeiten verkaufst, dann steht dir die Welt endlich offen, oder? <br />
<br />
Du brauchst nicht viel im Leben. Fünf Unterhosen, zwei Jeans, drei T-Shirts und zwei Pullover, dazu eine gute Jacke – das reicht für ein halbes Jahr <i>on the road</i>, vielleicht sogar länger. Dazu eine Zahnbürste und eine 18-in-1-Naturseife, deren Verpackung verspricht, dass du damit Duschgel, Shampoo, Spülmittel, Handseife, Rasierschaum, Deodorant, Fleckenentferner, Gesichtsreinigung, Zahnpasta, Erkältungsbad, Babypflege, Fußpflege, Tiershampoo, Inhalation, Mundwasser, Pflanzenschutz, Obstreinigung und Kosmetikpinselreiniger abdecken kannst. Ein perfektes Produkt, denn als alleinerziehender Vater ohne echte Berufsausbildung hat sich dein Leben schon immer um Effizienz und Sparmaßnahmen gedreht. Heutzutage ist das einer der größten Konfliktherde zwischen deiner Frau und dir, denn Lotta glaubt, dass ein 28£ Duschgel den Alltagsschmutz besser abwäscht als das günstige Supermarkt-Äquivalent für 0.65£. Und dass sie nicht hundert prozentig zufrieden ist, als du in diesem Moment das Wohnzimmer betrittst und ihre <i>"Können wir Pizza bestellen?"</i> Frage mit dem Wedeln des 50% Rabatt Pizzateigs beantwortest, ist dir auch bewusst. Als Entschädigung hast du Oliven mitgebracht, und vielleicht bist du sogar süß genug, um damit ein Herzchen auf ihrer Hälfte der Pizza zu formen.<br />
<br />
Für einen Moment fällst du zu ihr aufs Sofa, empfängst ihre Füße in deinem Schoß und versuchst zu ignorieren, dass sie zwischen Arbeitsschweiß und deinem Eigengeruch einen Hauch von Sookies Parfum erschnüffeln kann. Sookie, deine Arbeitskollegin, der du aus offensichtlichen Gründen nicht ausweichen kannst, selbst wenn du wolltest. Charlotte hat ein kleines Problem mit Eifersucht, und du hast ein kleines Problem mit Distanz. <i>Flirten</i> ist wie eine zweite Muttersprache für dich – du bist diese Art von <i>elderly man</i>, der mit jeder Servicekraft kurz schäkern muss, der ständig Komplimente verteilt und nach zwei Bier im Pub direkt touchy wird. Nicht auf eine creepy Art, würdest du selber behaupten, und meistens hast du damit auch recht, denn du bist einfach nett, nicht übergriffig; erwartest nichts, außer einen locker-lustigen Austausch; und wenn sich jemand unwohl fühlt, ziehst du dich sofort zurück. Deine Frau findet das trotzdem alles andere als charmant, und weil du einer weiteren Diskussion über Sookie entgehen willst, verschwindest du ins Badezimmer, um jegliche Rückstände weiblichen Parfums von dir zu duschen.<br />
<br />
Während du unter dem Wasserstrahl stehst, musst du unweigerlich an zwei andere Menschen denken, die – wie Sookie – das Blut deiner Frau unangenehm erhitzen können. Erstens, Saúl, dein <i>bi-curious hook-up</i> von vor zwei Jahren. Du warst damals noch nicht mit Lotta zusammen, aber nah genug an einer Beziehung, um allein durch die Erwähnung seines Namens auch jetzt noch einen Sturm zu entfachen. Zweitens, Zuhrah, deine Ex-Freundin und Mutter deiner Tochter Ama. Lange Zeit galt sie als <i>die</i> Liebe deines Lebens, auch wenn sie dich und eure damals zweijährige Tochter wegen ihrer Karriere-Ambitionen verlassen und seitdem nur noch sehr unregelmäßig und sporadisch an eurem Leben teilgenommen hat. Aber du warst bis über beide Ohren in sie verliebt, hast deine Heimat für sie verlassen, bist nach Großbritannien gereist, hättest alles für sie aufgegeben. Letztendlich hat sie <i>dich</i> aufgegeben. Dass Lottas Blut kocht, wenn ihr Name erwähnt wird, liegt deshalb nicht nur an vermeintlicher Eifersucht, sondern auch an Wut, stellvertretend für Ama und dich. Ein weiterer Grund, weshalb du sie liebst, stellst du stumm fest, während du das Frottee-Handtuch durch deine Haare rubbelst. Sie wird dich nachher dafür tadeln.<br />
<br />
Rückblickend fühlt sich dein Leben an wie eine <i>mix & match</i> Fruchtgummitüte, irgendwie durcheinander gewürfelt: Geboren in Argentinien, aufgewachsen in Oklahoma in den USA. Dort hast du die Schule besucht und mit deinen vier älteren Schwestern innerhalb deiner lateinamerikanischen Community ein solides Leben geführt. Nach deinem High School Abschluss bist du zurück nach Argentinien gereist, wolltest ein paar Monate auf der Farm deiner Großeltern arbeiten, deine Kultur und deine Wurzeln kennenlernen. Mittendrin dann ein Anruf deiner Schwester, der dein Leben verändert hat: Deine Mutter lag im Sterben, unheilbarer metastasierter Krebs. Du bist zurück, saßt wochenlang an ihrem Bett und hast ihre Hand gehalten. Du warst noch viel zu jung für all den Schmerz, hast versucht davor wegzulaufen, als du nach ihrem Tod wieder aufgebrochen bist. Erst zurück nach Argentinien, dann Australien, Neuseeland. <i>Work and travel</i>, der Traum vieler verlorener Heranwachsender. Danach weiter nach Thailand, Vietnam, Indien, dort hast du Zuhrah kennen gelernt und warst von der zehn Jahre älteren Frau so fasziniert, dass du dich an sie geklebt hast wie ein Magnet. Du bist ihr in ihre Heimat gefolgt, nach Großbritannien, hast zwei Jahre in einer leidenschaftlichen, aufbrausenden Beziehung mit ihr gelebt, bevor sie unerwartet schwanger geworden ist. Zwei weitere Jahre vergingen, in denen sie versucht hat ihrer Tochter eine gute Mutter zu sein, aber die Liebe, die ihr vor der Geburt von jedem Elternratgeber versprochen wurde, kam nicht wie sie kommen sollte. Irgendwann ging sie, um sich ihre eigenen Träume zu erfüllen, und du bliebst mit Ama zurück.<br />
<br />
Wenn du jetzt mit trocken gerubbelten Haaren in den beschlagenen Spiegel vor dir blickst, siehst du nicht nur dich selber, sondern auch deine Tochter. Sie hat deine Augen, und deine Kopfform. Die Grübchen, wenn sie lacht. Ihr habt denselben Humor und einen ähnlichen Blick aufs Leben. Du hast von ihr ebenso viel gelernt wie sie von dir – in diesem Leben, in dem ihr lange Zeit ein Zweiergespann wart. Du warst immer ein laissez-fairer Vater, hast ihr viele Freiheiten gelassen und die Chance sich selber zu entfalten. Aus finanziellen Gründen seit ihr auf ein Narrowboat in London gezogen, als Ama noch ein Kind war: Dieses lange Boot hat sich mit der Zeit zu eurer ganz eigenen, verrückten Oase entwickelt. Möbel aus dem Sozialkaufhaus oder aus Wohnungsauflösungen, bunte Farbe an den Wänden, gesprenkelt mit Stickern und kleinen Gemälden, die ihr beide im Laufe der Jahre gemalt habt. Eure Ferien fanden meistens auf den Kanälen um London herum statt, in Schrittgeschwindigkeit seid ihr durch die Landschaften getuckert und habt Abenteuer erlebt, wo andere Langeweile sehen würden. Ihr wart ein eingespieltes Team, und dass deine Tochter mit der Zeit zu einer linkspolitischen jungen Frau herangewachsen ist, die für das Klima und gegen Diskriminierung auf die Straßen geht, hat dich mit grenzenlosem Stolz erfüllt.<br />
<br />
Um ihr Studium in Edinburgh zu finanzieren, hast du das Boot verkauft und alles zurückgelassen, denn die kostengünstigste Option hat dich als Hausmeister in die Nähe von Manchester geführt. In einem Ausbildungszentrum für junge Polizist*innen war eine vergleichsweise gut bezahlte Stelle ausgeschrieben, die mit Kost und Logis einherging. Drei Jahre dort, hast du dir gesagt, dann hat Ama ihren Bachelor-Abschluss und dir steht die Welt offen. Doch mitten in der Halbzeit hast du Lotta kennen gelernt, und obwohl du es nicht beabsichtigt hast – ihr beide nicht – stand dein Leben plötzlich Kopf. Aus <i>casual</i> wurde <i>ziemlich ernst</i> und aus <i>"Bald reise ich durch die Welt"</i> wurde <i>"Wir heiraten und erwarten ein Kind"</i>. Du musst unwillkürlich lächeln, als du aus dem Bad trittst und zurück ins Wohnzimmer läufst, um dich dort erneut zu ihr auf die Couch zu setzen. Du schließt eine Hand um ihren Fuß, bewegst den Daumen entlang ihrer Knochen und Sehnen. Während du aus dem Augenwinkel auf ihren Bauch schielst, über den sie abwesend in sanften Bewegungen ihre Finger zieht, realisierst du ein weiteres Mal, dass deine Backpacker-Pläne vielleicht vorerst geplatzt sind, aber stattdessen befindet sich dein nächstes großes Abenteuer unter Charlottes Bauchdecke, hat zehn Finger und zehn Zehen, und wird dich ungefähr die nächsten zwanzig Jahre auf Trab halten. Wenn es nach dir ginge, hieße der Junge Gustave (eine Hommage an das Horror-Nilkrokodil aus Burundi, das warum-auch-immer eng mit deinen Gefühlen für deine Frau verknüpft ist), aber der Namensvorschlag hat leider ein Veto bekommen.<br />
      <br />
      Du kannst nicht abstreiten, dass auch Angst da ist – regelrechte Panik, dass sich die Vergangenheit wiederholt – aber vor allem bist du glücklich. Wirklich, wirklich glücklich. Du trauerst nicht um den Verlust deiner Reisepläne, im Gegenteil, denn was-auch-immer du an weit entfernten Orten in der Welt gesucht hättest, hast du hier bereits gefunden. Lotta ist dein sicherer Hafen, deine Partnerin <del>in crime</del> und deine Zukunft. Länder, die du schon immer sehen wolltest, werdet ihr mit der Zeit gemeinsam erkunden, und irgendwie spürst du tief in dir, dass das viel besser werden wird als der ursprüngliche Plan. Denn wenn du eines nicht bist, dann jemand, der gut alleine sein kann. Am liebsten hast du ständig jemanden um dich, hältst deine Frau die ganze Nacht eng im Arm und fühlst dich stets wohler, je mehr Menschen in deiner Nähe sind, die du liebst. Als könne Lotta deine Gedanken lesen, kündigt sie an ihren Bruder Hamza und seine Frau zum Essen einzuladen, und natürlich ist deine Antwort ein seliges Lächeln. Denn du hast das verdammte Glück nicht nur Lotta lieben zu dürfen, sondern ihre gesamte Familie.<br />
<br />
Nachdem du kurz Luft geholt hast, stehst du auf und gehst in die Küche, um aus heruntergesetztem Pizzateig, nicht heruntergesetzten Oliven und containertem Gemüse das Abendessen für deine Frau und dich vorzubereiten. Du liebst es für sie da zu sein und sie zu umsorgen, vor allem während ihrer Schwangerschaft. Vieles machst du einfach – hilfsbereit wie du bist – und das ist gut so, denn was Lotta überhaupt nicht gut kann, ist um Hilfe zu bitten. Weder wenn ihr Bauch auf dem Weg zum Wasserglas im Weg ist, noch wenn der Wasserhahn mal wieder leckt oder Bilder an die Wände gehängt werden müssen. Lieber schlägt sie den Nagel ganz knapp an einer Stromleitung vorbei, als dich um Rat zu bitten. Was du schon alles in dieser Wohnung reparieren musstest, das vorher von Lotta oder ihrer Schwester Jaz verschlimmbessert wurde, glaubt dir kein Mensch. Wenigstens nimmst du lustige Geschichten daraus mit, kleine Anekdoten, die du Fremden (oder Freund*innen) im Pub erzählen kannst.<br />
<br />
Während die Tomatensauce im Kochtopf blubbert, spürst du den Bauch deiner Frau an deiner Hüfte, und ihre Lippen auf deiner Schulter. Du lächelst, drehst dich zu ihr und schlingst deinen Arm um sie. Ein Liebesgeständnis kommt dir mittlerweile ganz natürlich über die Lippen, nicht wie damals, am Anfang eurer Beziehung, als du sie auf heißen Kohlen hast warten lassen. <i>"Te amo"</i>, murmelst du, und lachst rau, kratzig, als sie sich dafür bedankt.<br />
    </div>
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			<content:encoded><![CDATA[<div id="sanstecki">
  <div id="sansteckiheadh">
    <div id="bild"></div>
    <div class="sansteckiheadb"><img src="https://i.ibb.co/LhYDv59m/pedro-pascal.gif"></div>
    <div class="sansteckiheadt">Alleinerziehender Vater einer liebenden Tochter, Lumberjack-Flanellhemden-Style, grau-meliertes Haar und eine angemessene Anzahl Falten im Gesicht – wer hätte gedacht, dass du irgendwann als Klischee-<i>Daddy</i> im Zentrum feuchter Mädchenträume stehst? Da siehst du dich eigentlich gar nicht, mit deinem patchy Bart, dem weichen Bauch und der angeborenen kindlichen Unordnung. Und trotzdem hast du dir irgendwie eine 16 Jahre jüngere Traumfrau geangelt (5/7 perfect score), mit der du das Klischee noch etwas mehr bedienst. Dabei ist das gar nicht dein Ding, diese <i>Sugar Daddy</i> Nummer, denn erstens gibt es bei dir wirklich keinen <i>Sugar</i> zu holen, und zweitens waren deine Ex-Freundinnen alle älter als du. Deutlich älter. Da stehst du nämlich eigentlich drauf: Ältere, erfolgreiche, selbstbewusste Frauen, denen du figurativ (literarisch) die Füße küssen darfst. Aber Charlotte ist trotz ihres Alters schon längst erfolgreicher als du je warst, und ihre Zehen schiebt sie dir auch manchmal in den Mund. Also wurde die Differenz in euren Geburtsjahren schnell zweitrangig und nun seid ihr nicht nur verheiratet, sondern erwartet auch ein Kind miteinander. Das Leben ab Mitte 40 hast du dir eigentlich anders vorgestellt, und trotzdem bist du gerade genau dort, wo du immer sein wolltest.</div>
  </div>
  <center><br />
    <div id="sansteckiueber">Jesús Bernstein Ramírez<div class="klein">FC: Pedro Pascal</div>
    </div>
    <table width="100%" style="background-color:#f1f1f1;border-spacing:10px;">
      <tr>
        <td id="tabellegr">46 Jahre alt<br>2. April 1970</td>
        <td id="tabellebl">Verheiratet<br>mit Charlotte</td>
        <td id="tabellegr">Handwerker<br>im Theater</td>
        <td id="tabellebl">Student<br>Soziale Arbeit</td>
      </tr>
    </table>
    <div id="sansteckitext"><span class="stitel">Name</span> <b>Jesús Pablo Bernstein Ramírez</b>, was für ein Name. Vollkommen angemessen in Lateinamerika, absolut überfordernd in einem Land wie Großbritannien. Deswegen nennst du dich hier der Einfachheit halber nur <b>Jesús Bernstein</b> und vereinst damit die jüdische Kultur deines Vaters und die argentinische Kultur deiner Mutter. Von deiner Familie wirst du seit jeher mit deinem Spitznamen <b>Chucho</b> oder, kürzer, <b>Chuy</b> angesprochen, doch im englischsprachigen Raum haben sich beide Namen nicht durchgesetzt. Dort kämpfst du bis zum heutigen Tag für die korrekte Aussprache deines Vornamens: <i>CHE-SOOS, nicht JEE-ZUS!</i><br />
<br />
      <span class="stitel">Geburtsdatum & -ort</span> Du wurdest am <b>2. April 1970</b> geboren und bist zum aktuellen Zeitpunkt <b>46 Jahre alt</b>. Du hast in <b>Argentinien</b> das Licht der Welt erblickt, auf einer Farm in der Provinz <i>La Pampa</i>, wo es genau so aussieht wie der Name vermuten lässt: Viele Felder auf flachem Land, unterbrochen von wenigen Bäumen und noch weniger Menschen.<br />
<br />
      <span class="stitel">Wohnort</span> Vor ungefähr einem halben Jahr bist du in die <b>WG</b> deiner (jetzigen) Frau und ihrer Schwester Jaz im <b>Northern Quarter</b> gezogen. Vordergründig um Geld zu sparen, denn als Lotta unerwartet schwanger geworden ist, war ziemlich schnell klar, dass ihr jetzt verantwortungsbewusst(er) und sparsam(er) leben müsst. Diese WG wird keine Dauerlösung sein, aber eine Zwischen-Station, um die Gehaltseinbußungen auszugleichen, die mit dem Mutterschaftsurlaub deiner Frau einhergehen.<br />
<br />
      <span class="stitel">Beziehungsstatus</span> Absurd wie schnell sich alles verändern kann, aber du bist jetzt tatsächlich <b>verheiratet</b> und wirst bald zum zweiten Mal Vater. Nicht, dass du das nicht gewollt hättest, aber eigentlich sahst du mit Anfang 40 dein Schicksal längst besiegelt: Du würdest irgendwann alleinstehend sterben. Doch dann kam Lotta, und zwei Jahre nach eurem ersten Treffen trägt sie deinen Namen und euren gemeinsamen Sohn unter ihrer Bauchdecke.<br />
      <br />
      <span class="stitel">Beruf</span> Eine richtige Berufsausbildung hast du nie absolviert, aber die Liste deiner bisherigen Jobs ist lang: Du warst mal Taxifahrer, mal Kindergärtner, Umzugshelfer und auf dem Bau, hast Essen ausgefahren oder Menschen mit Behinderungen assistiert. Auf der Farm deiner Großeltern in Argentinien hast du so viel über Fahrzeuge gelernt, dass du zwischenzeitlich in London als Kfz-Mechatroniker arbeiten konntest, aber dein längster Job war als Hausmeister und Handwerker in einer Marina für Narrowboats. Im Moment bist du als <b>Handwerker am Theater</b> beschäftigt, aber auch das ist nur eine Überbrückung, denn vor etwa einem Jahr hast du den Schritt gewagt und dich für ein sogenanntes <i>Studium im Alter</i> angemeldet. <b>Soziale Arbeit</b> liegt dir nicht nur im Blut, sondern hat dir auch immer am meisten Freude bereitet.<br />
<br />
      <span class="stitel">Lieblingspizza</span> Wenn du nach deiner Lieblingspizza gefragt wirst, entbrennt oft eine weit verbreitete, hitzige Diskussion: <i>Gehört Ananas auf Pizza? Ja oder nein?</i> Du sagst ganz klar "Ja" und bestellst dir aus absoluter Überzeugung eine <b>Pizza Hawaii mit Cheesy Crust</b>.<br />
    </div>
    <div id="sansteckizw">
      <div class="ztitel">Familie</div>
      <div class="zklein">Oh, mirror in the sky, what is love?</div>
    </div>
    <div id="sansteckitext"><span class="stitel">Tochter</span><br />
      <b>» Ama Indiyah Bernstein | * 12.06.1995 | Studentin | Ecological & Environmental Studies an der University of Edinburgh</b><br />
      Ama ist ein Tomboy, das war sie schon immer. Bereits im Kindesalter hat sie lieber mit Superhelden als mit Puppen gespielt, fand <i>Cyborg Cat</i> Bücher so viel cooler als Geschichten über Prinzessinnen und hat sich mit Leidenschaft in den Fußball gestürzt, einer männerdominierten Sportart. Du hast von deiner Tochter viel über <i>Gender Roles</i> und Vorurteile gelernt, hast dich selber stetig hinterfragt und Glaubenssätze über Bord geworfen. Dabei warst du immer unterstützend, voller Liebe und Hingabe für das Kind, das du in die Welt gesetzt hast.<br />
Heutzutage ist Ama nicht nur deine Tochter, sondern deine moralische Instanz. Sie ist die Person, die dir am zuverlässigsten sagt, wenn du mal wieder <i>bullshit</i> redest, und das tut sie häufig, präzise und gnadenlos. Meistens ohne große Diskussion, oft nur mit einem Blick, der alles sagt. Du hast schnell gelernt, diese Blicke ernst zu nehmen. Dass sie heute klüger, politischer und reflektierter ist als du selbst, macht dich eher stolz als unsicher. Du hörst zu, lässt dir Dinge erklären, stellst Fragen und resignierst, wenn du keine Ahnung hast. Du bist dir sicher, <i>wenn</i> jemand irgendwann die Welt retten wird, dann ist es deine Tochter.<br />
      Ihr wart lange ein Zweiergespann: Du und sie, ein bisschen chaotisch, ein bisschen individualistisch, ein bisschen gegen den Rest der Welt. Entscheidungen wurden immer gemeinsam getroffen, Möbel gemeinsam zusammengezimmert, Regeln eher verhandelt als durchgesetzt. Du hast ihr viele Freiheit gelassen, vielleicht mehr als andere Väter, aber immer mit dem festen Versprechen, dass sie bei dir sicher ist. Dass du damit den Grundstein gelegt hast für ihren selbstsicheren, starken Charakter, das ist dein größter Erfolg.<br />
<br />
      <span class="stitel">Ehefrau</span><br />
      <b>» Charlotte Bernstein | * 27.07.1986 | Polizistin</b><br />
      Als du Lotta kennen gelernt hast, hast du mit vielem gerechnet, aber nicht damit, dass ihr gut zwei Jahre später zusammen lebt, verheiratet seid und einen Sohn erwartet. Die äußeren Bedingungen standen gegen euch: Mehr als fünfzehn Jahre Altersunterschied, du Hausmeister in der Polizei-Akademie, sie auf dem Weg dahin die Karriereleiter immer höher zu klettern. Während du dich innerlich schon darauf eingestellt hast nur noch ein paar Jahre in Großbritannien zu bleiben und dann zu reisen, war sie eng in diesem Land verwurzelt. Ganz <i>casual</i> sollte es deshalb sein und bleiben, als Fernandito geflossen und Funken gesprüht sind. Alles andere als <i>casual</i> hat es sich entwickelt.<br />
Zwei Jahre später ist Lotta zugleich deine engste Vertraute und dein stärkster Gegenpol. <i>Unterschiede ziehen sich an</i> ist in eurem Leben nicht nur eine Floskel, sondern alltäglicher Wahnsinn, der euch aufreibt und doch immer enger miteinander verbindet. Wenn sie mit Ama durch die Stadt schlendert, die auf ihrer Kutte einen präsenten ACAB-Aufnäher reppt, dann ist das in eurer Welt ein ebenso harmonisches Gesamtbild wie der Inhalt eures Kleiderschrankes – 90% davon belegt sie mit Kleidung, die teilweise dein Monatsgehalt überschreitet, die anderen 10% gehören deiner Second Hand Ausbeute. Was euch zusammenhält ist deine Ruhe, wenn sie rast, und ihre Energie, wenn du rastest. Fürsorglich seid ihr beide, humorvoll auch. Euer intensives Bedürfnis nach Nähe ist ausgeglichen, und dass über allem anderen die gegenseitige Zuneigung steht, liegt ebenfalls auf der Hand.<br />
Du musst nie daran zweifeln, dass sie dich liebt, mit all deinen kleinen Macken und Eigenheiten, mit allem, was sie nicht versteht oder anders sieht. Die Liebe ist da, und vielleicht schätzt du das an eurer Beziehung am allermeisten: Dass ihr euch nehmt wie ihr seid und nicht versucht den jeweils anderen zu einem idealen Partner zu formen. Euer Individualismus ist eure größte Stärke, in einer Welt, die eine ungesunde Homogenität fordert.<br />
<br />
      <span class="stitel">Eltern</span><br />
      <b>» Bernard Samuel Bernstein | * 17.10.1930 | Krankenpfleger</b><br />
      <b>» Gloria Maria Ramírez Gallardo | * 23.08.1933 † 03.04.1989 | Krankenpflegerin</b><br />
      Die Beziehung zu deinem Vater ist distanziert. Du erinnerst dich noch daran, dass er während deiner Kindheit ständig bei der Arbeit war, selbst in den Abendstunden und an den Wochenenden, und wenn er nach Hause kam, dann wirkte er meistens müde und gestresst. Dein Vater war immer ein sehr ernster Mensch, der viel Zeit mit einem Buch in der Hand verbrachte und sich nur selten zu Späßen und Spielereien mit seinen Kindern hinreißen lassen konnte. Zuneigung zu zeigen fiel ihm schwer, Worte des Stolzes und der Anerkennung waren rar gesät.<br />
      Zu deiner Mutter hingegen, hattest du immer eine enge Bindung. Du warst ihr einziger Sohn, das letztgeborene Kind der traditionellen lateinamerikanischen Familie und damit auch derjenige, der am meisten Aufmerksamkeit bekam und dem viel mehr zugetraut wurde, als den älteren Schwestern. Dir gegenüber wurde die strenge Gloria plötzlich weicher und zugänglicher, war nachsichtiger und zurückhaltender. Aus dir ist deshalb ein <i>cheeky chap</i> geworden, ein süßer aber frecher Junge, der nur Flausen im Kopf hatte. Denn du wurdest von deiner Mutter zwar für Streiche gerügt, aber die Wut oder Enttäuschung hielt nie lange an. Kurz danach hatte Gloria ihren süßen Jungen schon wieder im Arm und hat dir heimlich einen Keks zugesteckt.<br />
Ihr Tod, nur einen Tag nach deinem neunzehnten Geburtstag, hat dich daher auch besonders schwer getroffen. Du konntest dir eine Welt ohne die Unterstützung und Führung von Gloria nicht vorstellen und erwischst dich auch heute noch manchmal dabei wie du in den Himmel blickst und sie stumm um Rat fragst.<br />
Deine Eltern agierten stets als eine Symbiose, die funktionierte, doch als Gloria verstarb fehlte deinem Vater plötzlich sein Gegenpol. Bernard wurde mürrisch und verbittert, zog sich noch mehr von anderen Menschen zurück und begann ein sehr einsames Leben zu führen. Heutzutage hast du nicht mehr viel Kontakt zu deinem Vater. Ihr telefoniert alle paar Wochen, aber die Gespräche sind einseitig und monoton.<br />
      <br />
            <span class="stitel">Geschwister</span><br />
      <b>» Karmina Maria Bernstein Ramírez | * 03.12.1954 | Gynäkologin | verheiratet mit fünf Kindern und drei Enkelkindern</b><br />
      <b>» Anabella Maria Bernstein Ramírez | * 17.02.1957 | Hausfrau | verheiratet mit zwei Kindern</b><br />
      <b>» Yalma Maria Bernstein Ramírez | * 11.11.1960 | Erzieherin | verheiratet mit drei Kindern</b><br />
      <b>» Carla Maria Bernstein Ramírez | * 24.03.1968 | Immobilienmaklerin | in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft mit einem Kind</b><br />
      Als jüngstes Kind und einziger Sohn der Familie, neben vier Schwestern, musstest du in deiner Kindheit einiges über dich ergehen lassen. Insbesondere deine drei älteren Schwestern Karmina, Anabella und Yalma haben es geliebt dich wie eine Puppe zu behandeln, die man süß anziehen und immer mit sich herumtragen konnte. Glücklicherweise hattest du stets Spaß daran, denn dann standest du wenigstens im Mittelpunkt und konntest die Aufmerksamkeit aller auf dich ziehen.<br />
Zu deiner jüngsten Schwester Carla hattest du schon immer eine besonders enge Verbindung und hältst heutzutage auch am meisten Kontakt zu ihr. Sie lebt mit ihrer Partnerin und ihrem Kind mittlerweile in Portugal, nah genug, dass ihr euch regelmäßig gegenseitig besuchen könnt. Deine drei älteren Schwestern sind in den USA gelieben.<br />
      <br />
      <span class="stitel">Haustiere</span><br />
      <b>» Schildkröte Michelangelo | 23 Jahre alt | Amas Haustier</b><br />
      <b>» Katze Professor Wackylickle | 8 Jahre alt | rot-getigerte Freigängerin</b><br />
      Als Ama ein Kind war, hast du ihr als Haustier eine <i>Schildkröte</i> geschenkt, die sie – inspiriert von den Ninja Turtles – <b>Michelangelo</b> getauft hat. Bis zu dem Beginn ihres Studiums hat sie ihr Tier liebevoll gepflegt, aber da sie in Edinburgh keine Haustiere halten durfte, musstest du die Schildkröte mitnehmen. Oder vielleicht hat sie auch nur so getan als dürfte sie keine Tiere halten, damit du plötzlich nicht <i>ganz</i> alleine bist. Eigentlich sollte es nur übergangsweise sein, aber Michelangelo (kurz <i>Mikey</i>) lebt noch immer bei dir. Die Schildkröte ist ein ruhiger Zeitgenosse, der es liebt abends bei seinem "Großvater" auf der Brust zu liegen und zuzuhören wie du von deinem Tag erzählst.<br />
Vor einigen Jahren – während deiner Zeit als Hausmeister in der Polizei-Akademie – hast du außerdem eine vermeintlich heimatlose <i>Katze</i> auf dem Gelände gefunden. Du hast Zettel ausgehängt und lokale Tierheime informiert, aber da sich nach mehreren Aufrufen niemand gemeldet hat, hast du irgendwann die Pflege für <b>Professor Wackylickle</b>, wie du sie getauft hast, übernommen. Die Katze ist sehr selbstständig und oft alleine unterwegs, aber wenigstens kommt sie jeden Morgen und jeden Abend zuverlässig nach Hause, wenn es Fressen gibt, und lässt sich auch manchmal zu ein paar Streicheleinheiten hinreißen.<br />
    </div>
    <div id="sansteckizw">
      <div class="ztitel">Aussehen</div>
      <div class="zklein">Can the child within my heart rise above?</div>
    </div>
    <div id="sansteckitext">Mit deinem <i>patchy Bart</i>, den meist etwas zu lang gewachsenen Haaren und einem eher praktischen statt modischen Kleidungsstil, wirkst du auf den ersten Blick als durchlebst du gerade eine schwere Phase in deinem Leben. In Wirklichkeit legst du einfach wenig Wert auf dein äußerliches Erscheinungsbild. Nachlässig ziehst du morgens die Kleidung aus deinem Schrank, viel eher darauf achtend, dass du dich gut fühlst, als dass du gut gekleidet bist. Mittlerweile ist dein <i>rough look</i> schon wie ein Markenzeichen für dich geworden. Und auch wenn sich deine Freund*innen gerne darüber belustigen, dass du zu jeder Tages- und Nachtzeit aussiehst als wärst du gerade erst aus dem Bett gefallen, scheinst du mit deinem Charme und deinem unverkennbaren Lachen jeden zu überzeugen, der auf den ersten Blick an deiner Zurechnungsfähigkeit zweifelt.<br />
      Du trägst bereits seit acht Jahren ein von deiner Tochter geknüpftes <b>Freundschaftsarmband</b> am Handgelenk, das du nie ablegst. Die Farben sind mittlerweile verblasst und die Baumwoll-Zwischenräume sind wahrscheinlich zu warmen Bakterien-Habitaten geworden, doch obwohl Ama dir seitdem noch weitere geflochtene Bänder geschenkt hat, bedeutet dir genau dieses so viel, dass du nicht bereit bist es auszutauschen.<br />
      Seitdem du 18 Jahre alt bist, ziert dein linkes Ohrläppchen ein <b>silberner Ohrring</b>, und auch einige kleine <b>Tätowierungen</b> hast du mit der Zeit angesammelt. Dazu gehören unter anderem ein kleines <i>Bullseye</i> auf der linken Hand; eine <i>siebenblättrige Blume</i> am Arm, die eines ihrer Blätter bereits verloren hat; das Wort <i>sunshine</i> auf dem anderen Arm und ein paar weitere Doodles, die hauptsächlich an Freundschaften und lustige Erlebnisse erinnern. Keine deiner Tätowierungen ist mehr als ein paar Zentimeter groß.<br><br />
      <center><img src="https://i.ibb.co/H4sw6m5/Aussehen01.gif" style="padding-left: 5px; padding-bottom: 5px; width: 120px; height: 120px; object-fit: cover;"> <img src="https://i.ibb.co/ 7V5MK46/Aussehen02.gif" style="padding-left: 5px; padding-bottom: 5px; width: 120px; height: 120px; object-fit: cover;"> <img src="https://i.ibb.co/WKsBjdg/Aussehen03.gif" style="padding-left: 5px; padding-bottom: 5px; width: 120px; height: 120px; object-fit: cover;"></center><br />
    </div>
    <div id="sansteckizw">
      <div class="ztitel">Charakter</div>
      <div class="zklein">Can I sail through the changing ocean tides?</div>
    </div>
    <div id="sansteckitext">
      <center><i>abenteuerlustig » albern » altruistisch » anhänglich » anspruchslos » arbeitsam » aufdringlich » aufgeschlossen » aufmerksamkeitsbedürftig » begeisterungsfähig » belastbar » bemutternd » beratungsresistent » beschützend » bodenständig » charismatisch » chaotisch » dickköpfig » distanzlos » ehrlich » empathisch » extrovertiert » fair » feiert gerne kleine Alltagserfolge » flirty dude » freundet sich mit anderen Menschen sofort an » freundlich » gerecht » gefallsüchtig » geschickt » gesprächig » gewissenhaft » hilfsbereit » kommunikativ » kurzsichtig » langweilig » leicht ablenkbar » liebevoll » loyal » lustig » motiviert » nachtragend » naiv » offen » optimistisch » ruhelos » sozial » stur » tapfer » touchy-feely » unpünktlich » ungeduldig » verantwortungsbewusst » widersprüchlich » zuverlässig » zwiespältig</i></center><br />
      Wer dich zum ersten Mal trifft, wird dich schnell als ein erwachsenes Äquivalent zu einem <i>bundle of joy</i> charaktisieren. Du hast dauernd ein Lächeln auf den Lippen, immer einen halb-lustigen <i>dad joke</i> im Gepäck und besitzt die Offenheit und Aufgeschlossenheit, um mit jedem Menschen sofort in Kontakt zu treten. Deine großen dunklen Augen halten interessiert Blickkontakt, während du auf das Gesagte deines Gegenübers eingehst und aus einem schnellen <i>small talk</i> ein intensives Gespräch werden lässt.<br><br />
      Zu oft schlägst du mit deiner Zugewandtheit jedoch auch über die Stränge, denn du bist als notorischer <i>flirty dude</i> bekannt, der immer und überall mit denen schäkert, die ihm in die Quere kommen. Dabei kriegen dann auch Kellnerinnen, Kassiererinnen oder anderweitig im Service beschäftigte Arbeitskräfte hier oder da einen <del>sexistischen</del> dummen Witz ab. Dein <i>puppy eyes</i> Blick rettet dich oft vor Rückschlägen, aber das ein oder andere Mal wurde vor dir auch schon eine feministische Kampfesrede gehalten. Dabei meinst du deine Avancen überhaupt nicht übergriffig oder sexuell forcierend, das Flirten (naja) ist bloß eine Sprache, die du (deiner Meinung nach) perfekt beherrschst. Was du dabei gerne übersiehst, ist, dass diese Sprache nicht immer gut übersetzt wird. Dass dein Bedürfnis nach Nähe, Bestätigung und Austausch manchmal präsenter ist als dein Gespür dafür, wo die Grenzen anderer verlaufen. Du bist schnell, impulsiv, körperlich, mit Worten ebenso wie mit Gesten, und nicht jeder Mensch hat Lust oder Energie, dieses Tempo mitzugehen.<br><br />
      Eigentlich bist du eh kein Mensch für kurzlebige Beziehungen oder einmaligen Sex. Was in deiner Jugend noch aufregend war, ist dir heutzutage viel zu anstrengend. Seit der Trennung und dem Verschwinden von Amas Mutter – deiner <i>baby mama</i> – hat dir lange das Interesse und die Kraft für eine neue Partnerschaft gefehlt. Gleichzeitig hast du die Sehnsucht nie ganz aufgegeben, sondern sie nur unterdrückt. Hast deine Verpflichtungen priorisiert – Kind, Arbeit, Alltag – und das Bedürfnis nach intimer Nähe und romantischer Verbindung zum Schweigen gebracht. Ein paar Jahre später, als Ama älter wurde, gab es ein paar Frauen, die du besser kennen gelernt hast (sogar zwei, drei Partnerschaften, die du eingegangen bist) doch Lotta ist nach Zuhrah die erste Frau, bei der du dich wirklich fallen lassen kannst.<br><br />
      Wenn man dich in einem Wort zusammenfassen müsste, dann wäre es <i>hilfsbereit</i>. Du bist jemand, der so viel für andere gibt, dass du schon beinahe drängend wirkst. Aber auch hier vertraust darauf, dass andere ihre Limitierungen kommunizieren, denn zwischen den Zeilen zu lesen fällt dir schwer, genauso wie subtile Spannungen auszuhalten. Du willst Harmonie, Leichtigkeit, Verbindung. Und wenn sich Konflikte anbahnen, dann versuchst du sie lieber wegzulächeln oder mit einem dummen, lustigen Kommentar zu entschärfen, statt dich ihnen zu stellen. Im alltäglichen Umgang macht dich das zu einem angenehmen, sympathischen Dude, aber in ernsteren Auseinandersetzungen zu jemandem, der entweder zu devot oder zu flatterhaft wirkt.<br><br />
  Trotz deiner Extrovertiertheit gibt es Seiten an dir, die du nur ungern zeigst: Unsicherheit zum Beispiel. Die Angst, nicht zu genügen, insbesondere in privaten Beziehungen. Das Gefühl, immer ein bisschen hinterherzuhinken, egal wie sehr du dich anstrengst. Du kaschierst das mit Humor, mit Optimismus oder der festen Überzeugung, dass schon alles irgendwie gut werden wird. Und meistens hast du damit sogar recht. Du bist zuverlässig, aber nicht immer pünktlich. Verantwortungsbewusst, aber chaotisch in der Umsetzung. Du willst alles richtig machen und vergisst dabei regelmäßig Termine, Fristen oder Kleinigkeiten, die für andere große Bedeutung haben. Dafür erinnerst du dich an Lieblings-Snacks, an kleine Anekdoten, an beiläufig erwähnte Zweifel.<br><br />
Deine Loyalität ist unerschütterlich, fast schon stur. Wenn du jemanden einmal in dein Herz geschlossen hast, dann verteidigst du diese Person gegen alles und jeden, selbst dann noch, wenn sie dich längst enttäuscht oder verletzt hat. Nachtragend bist du weniger aus Boshaftigkeit oder Rachsucht, sondern vor allem, weil es dir schwer fällt Schmerz zu vergessen. Nichts frustriert dich selber mehr, als das.<br><br />
  Du merkt es selber kaum (und würdest es auch vehement abstreiten), aber mit der Zeit wirst du immer mehr zu einem stoischen, dickköpfigen älteren Mann. Die Lockerheit von früher lässt nach und manchmal beobachtest du dich dabei wie du angestrengt Zeitung liest und bei jedem zweiten Artikel den Kopf über <i>den Zustand der Welt</i> schüttelst. Außerdem bist du mit der Zeit ungeduldiger und forcierender geworden, worüber du regelmäßig selber erschrickst. Dann schlägst du die Hände über dem Kopf zusammen, verfluchst dein Alter und gelobst Besserung, denn wenn du eines nie werden wolltest, dann ein <i>grumpy grandpa</i>.<br />
    </div>
       <div id="sansteckitext">
         <table style="width:100%;text-align:left; font-size:10px;">
            <tr>
              <td width="50%"><span class="tstitel">Vorlieben</span></td>
              <td width="50%"><span class="tstitel">Abneigungen</span></td>
            </tr>
            <tr>
              <td width="50%">» Amerikanische Süßigkeiten<br />
                » Ugly Dancing<br />
                » Handwerken & Dinge reparieren<br />
                » Kreuzworträtsel<br />
                » Schlechte Witze<br />
                » Skinny dipping<br />
                » Flanellhemden<br />
                » Pranks<br />
                » Höhlen bauen mit Ama<br />
                » Auf dem Wasser sein<br />
                </td>
              <td width="50%">» Ungefragte Erziehungstips<br />
                » Avocados<br />
                » Schlaflosigkeit<br />
                » Pfuschen beim Handwerken<br />
                » Social Media<br />
                » Feuerwerk<br />
                » Fitnesstudios<br />
                » Teenage-Jungs<br />
                » Überpünktlichkeit<br />
                » Eifersucht<br />
                </td>
            </tr>
</table>
    </div>
    <div id="sansteckitext"><center><span class="stitel"><b>Hobbies</b></span></center><br />
      <b>WOODWORKING</b><br />
      Woodworking war immer <i>dein</i> Ding. Deine Flucht aus dem Alltag, deine Möglichkeit die Hände zu beschäftigen und den Verstand abzuschalten. Mittlerweile arbeitest du auch beruflich mit Holz, aber in deinem Hobby ging es nie darum zu glänzen oder irgendwem etwas zu beweisen. Du genießt es einfach. Der Prozess, etwas mit den eigenen Händen entstehen zu lassen, ohne elektrische Maschinen, zwingt dich zur Ruhe und zur Entschleunigung. Holz zu bearbeiten erdet dich, im wahrsten Sinne des Wortes. Was früher ein Stück Holz und ein Schnitzmesser an Deck deines Narrowboats war, ist heute die Werkstatt im Theater, die du auch manchmal privat nutzen darfst. Angefangen mit Schachteln und einfachen Boxen, über Vogelhäuser, bis hin zu größeren Projekten wie dem Regal, an dem du gerade arbeitest. Außerhalb deiner Arbeitszeit kannst du Stunden dort verbringen, Späne vom Boden fegen, Kanten glätten und den Kopf ausschalten, während unter deinen Händen etwas Beständiges entsteht.<br><br />
      <b>FUßBALL</b><br />
Fast jeder argentinische Junge wächst mit einer Liebe für Fußball auf. Auch du wurdest davon – trotz deines Umzuges in die USA und deiner sehr frauenlastigen Familie – nicht verschont. Obwohl du nie ein Typ dafür warst alle Spiele zu verfolgen und dich jede Woche mit anderen zum Fußball gucken in einer Kneipe zu treffen, kickst du selber für dein Leben gern. Die Leidenschaft hast du auch an Ama weiter gegeben. Früher standet ihr regelmäßig auf einem alten Schotterplatz, um dort mit einem Ball zu spielen, und als Ama darum gebeten hat einer Kinder- und Jugendmannschaft beizutreten, hast du bis über beide Ohren gestrahlt. Du warst bei <i>jedem</i> Spiel derjenige, der am lautesten von der Seite geschrieen hat. Aktiv, leidenschaftlich und vor allem regelmäßig verfolgst du zwar nur die Weltmeisterschaften, in denen du selbstverständlich für dein Heimatland Argentinien jubelst, aber auch anderweitige Spiele siehst du dir zwischendurch gerne an.<br><br />
      <b>GITARRE</b><br />
Zur Musik hast du erst im jungen Erwachsenenalter gefunden. Während deiner Reisen hast du beobachtet, dass die coolen Gitarren-Dudes am Strand die absoluten Frauenmagneten waren und dich davon inspirieren lassen selber in eine Gitarre zu investieren. Das Spielen hast du dir daraufhin autodidaktisch selber beigebracht. Nur kurze Zeit später hast du jedoch schon eine solche Leidenschaft für die Musik entwickelt, dass die Aufmerksamkeit von Frauen nur noch ein nettes <i>gimmick</i> war. Die meiste Freude empfindest du mittlerweile, wenn du mit deiner Gitarre ganz alleine im Grünen oder am Wasser sitzt und auf den Saiten klimpern kannst.<br><br />
      <b>KREUZWORTRÄTSEL</b><br />
Du erinnerst dich noch gut daran, dass deine Eltern ständig gemeinsam über ein Kreuzworträtsel gebeugt in der Küche am Tisch saßen und verbissen versucht haben jede einzelne Frage zu lösen. Während du als Kind noch glaubtest, dass es dabei hauptsächlich um die zu gewinnenden Preise ging, hast du später selber Freude am Rätselraten entwickelt. Beinahe jeden Sonntag sitzt du deshalb mit überschlagenen Beinen und einem dampfenden Kaffee in der Hand am Tisch und versuchst angestrengt an die Lösungsworte zu gelangen.<br />
    </div>
    <div id="sansteckitext"><center><span class="stitel"><b>Wusstest du, dass Jesús...?</b></span></center><br />
        » ... schon seit dem Kindesalter an seinen Fingernägeln knabbert und dafür oft von Ama gerügt wird?<br />
» ... ständig und völlig unerwartet beginnt zu tanzen und alle Leute um sich herum dazu motiviert mitzumachen?<br />
» ... seit seinem 20. Lebensjahr raucht und zwar immer wieder versucht damit aufzuhören, aber es nie durchhält?<br />
» ... sehr gerne Jugendwörter aufschnappt und sie in seinen Sprachgebrauch integriert (seine aktuellen Favoriten sind <i>yeet, skrrt</i> und <i>sheesh</i>)?<br />
» ... schon seit Jahren an Schlafproblemen leidet und nur selten eine Nacht durchschlafen kann?<br />
» ... mehrere Jahre lang alte Blechdosen gesammelt hat, mittlerweile aber nur noch ein paar besondere Exemplare übrig geblieben sind?<br />
» ... langsam zu einem stoischen alten Mann wird und sich selber dafür hasst?<br />
» ... die Gabe besitzt sich bei einem Bier mit jeder Person sofort anzufreunden und zu verbrüdern?<br />
» ... nur schwarzen Kaffee trinkt und zugefügten Zucker oder Milch als Verrat ansieht?<br />
» ... Lieblings-Longdrink ein <i>Fernandito</i> ist, der aus Cola mit Fernet besteht?<br />
    </div>
    <div id="sansteckizw">
      <div class="ztitel">2. Februar 2017 18:47 Uhr</div>
      <div class="zklein">Can I handle the seasons of my life?</div>
    </div>
    <div id="sansteckitext">Du atmest die Anstrengungen des zurückliegenden Tages aus, als du die Wohnungstür aufschließt, in der freien Hand eine Tasche voller Lebensmittel. Nur die Hälfte davon hast du ordnungsgemäß bezahlt, all das vermeintlich "faule" Obst und Gemüse, das oben drauf liegt, hast du dir aus dem Container hinter dem Supermarkt geangelt. <i>Gegen Lebensmittelverschwendung</i> und <i>Für Sparsamkeit</i> würdest du standhaft deinen guten Willen dahinter verteidigen, aber das ist nur die halbe Wahrheit. Denn <i>Um meine Frau zu necken</i> steht ganz oben auf der Liste. Nicht, dass du vorher nie containert hättest – das ist so eine Ding, das deine linksliberale, woke Tochter dir beigebracht hat – aber du tust es viel öfter, seitdem du mit Charlotte zusammen bist. Weil du diese kleine, zweifelnde Falte auf ihrer Stirn irgendwie magst. Und wie sie dich ansieht, mit dem Feuer eines Wutausbruchs im Blick, den sie dann aber doch unterdrückt, weil sie weiß, dass du mit der <i>Lebensmittelverschwendung</i> und <i>Sparsamkeit</i> eigentlich recht hast. Außerdem ist es verdammt unterhaltsam, wenn sie versucht all dem Obst und Gemüse, das bereits das Innere eines Mülleimers gesehen hat, rigoros auszuweichen. Und wenn sie dann nach vielen, vielen fadenscheinigen Argumenten doch ein Stück von deinem Bananenbrot aus gecontainerten Bananen isst? Dann ist das der beste Beweis dafür, dass sie dich noch immer liebt.<br />
<br />
Wenn du die Wohnung betrittst und <i>"Honey, I'm home"</i> ins Innere trällerst, meinst du es nur halbernst, aber doch ernst genug, um es immer wieder zu tun. Eine anfängliche Parodie, die dich trotzdem mit Stolz und Wärme erfüllt, denn eigentlich hast du dir genau das hier immer gewünscht: Jemand, zu dem du nach Hause kommen kannst. Eine Partnerin im Leben. Entscheidungen nicht alleine treffen zu müssen und abends im Bett in den Armen einer Frau einzuschlafen, die du liebst und die dich liebt. Ehrlicherweise hast du schon nicht mehr daran geglaubt, dass du jemals eine Beziehung führen wirst, die sich so sicher und vertraut anfühlt wie diese. Die länger als zwei bis drei Jahre halten wird und auf gegenseitigem Vertrauen, Respekt und Zuneigung basiert. Bevor du Charlotte kennen gelernt hast, war deine Vision für die Zukunft deshalb eine ganz andere: Sobald deine Tochter erstmal aus dem Haus ist und ihr Studium abgeschlossen hat, du damit von jeglicher finanzieller Verantwortung befreit bist, brichst du aus wie ein pubertärer Teenager; stürzt dich ins Leben wie ein Vogel-Junges, das sich endlich aus dem sicheren Nest wagt; preschst in die Welt mit der mentalen Grenzenlosigkeit eines Nepo-Babys. Vielleicht kannst du ein paar Monate bei deinem Vater und deinen Schwestern in den USA verbringen, oder durch Argentinien reisen und die Bindung zu dem Land stärken, in dem du geboren wurdest. Es gibt noch so viel zu sehen und zu entdecken in der Welt, so vieles, das logistisch und finanziell bisher weit entfernt von dir lag. Aber wenn Ama nicht mehr auf deine Unterstützung angewiesen ist, und wenn du all deine Habseligkeiten verkaufst, dann steht dir die Welt endlich offen, oder? <br />
<br />
Du brauchst nicht viel im Leben. Fünf Unterhosen, zwei Jeans, drei T-Shirts und zwei Pullover, dazu eine gute Jacke – das reicht für ein halbes Jahr <i>on the road</i>, vielleicht sogar länger. Dazu eine Zahnbürste und eine 18-in-1-Naturseife, deren Verpackung verspricht, dass du damit Duschgel, Shampoo, Spülmittel, Handseife, Rasierschaum, Deodorant, Fleckenentferner, Gesichtsreinigung, Zahnpasta, Erkältungsbad, Babypflege, Fußpflege, Tiershampoo, Inhalation, Mundwasser, Pflanzenschutz, Obstreinigung und Kosmetikpinselreiniger abdecken kannst. Ein perfektes Produkt, denn als alleinerziehender Vater ohne echte Berufsausbildung hat sich dein Leben schon immer um Effizienz und Sparmaßnahmen gedreht. Heutzutage ist das einer der größten Konfliktherde zwischen deiner Frau und dir, denn Lotta glaubt, dass ein 28£ Duschgel den Alltagsschmutz besser abwäscht als das günstige Supermarkt-Äquivalent für 0.65£. Und dass sie nicht hundert prozentig zufrieden ist, als du in diesem Moment das Wohnzimmer betrittst und ihre <i>"Können wir Pizza bestellen?"</i> Frage mit dem Wedeln des 50% Rabatt Pizzateigs beantwortest, ist dir auch bewusst. Als Entschädigung hast du Oliven mitgebracht, und vielleicht bist du sogar süß genug, um damit ein Herzchen auf ihrer Hälfte der Pizza zu formen.<br />
<br />
Für einen Moment fällst du zu ihr aufs Sofa, empfängst ihre Füße in deinem Schoß und versuchst zu ignorieren, dass sie zwischen Arbeitsschweiß und deinem Eigengeruch einen Hauch von Sookies Parfum erschnüffeln kann. Sookie, deine Arbeitskollegin, der du aus offensichtlichen Gründen nicht ausweichen kannst, selbst wenn du wolltest. Charlotte hat ein kleines Problem mit Eifersucht, und du hast ein kleines Problem mit Distanz. <i>Flirten</i> ist wie eine zweite Muttersprache für dich – du bist diese Art von <i>elderly man</i>, der mit jeder Servicekraft kurz schäkern muss, der ständig Komplimente verteilt und nach zwei Bier im Pub direkt touchy wird. Nicht auf eine creepy Art, würdest du selber behaupten, und meistens hast du damit auch recht, denn du bist einfach nett, nicht übergriffig; erwartest nichts, außer einen locker-lustigen Austausch; und wenn sich jemand unwohl fühlt, ziehst du dich sofort zurück. Deine Frau findet das trotzdem alles andere als charmant, und weil du einer weiteren Diskussion über Sookie entgehen willst, verschwindest du ins Badezimmer, um jegliche Rückstände weiblichen Parfums von dir zu duschen.<br />
<br />
Während du unter dem Wasserstrahl stehst, musst du unweigerlich an zwei andere Menschen denken, die – wie Sookie – das Blut deiner Frau unangenehm erhitzen können. Erstens, Saúl, dein <i>bi-curious hook-up</i> von vor zwei Jahren. Du warst damals noch nicht mit Lotta zusammen, aber nah genug an einer Beziehung, um allein durch die Erwähnung seines Namens auch jetzt noch einen Sturm zu entfachen. Zweitens, Zuhrah, deine Ex-Freundin und Mutter deiner Tochter Ama. Lange Zeit galt sie als <i>die</i> Liebe deines Lebens, auch wenn sie dich und eure damals zweijährige Tochter wegen ihrer Karriere-Ambitionen verlassen und seitdem nur noch sehr unregelmäßig und sporadisch an eurem Leben teilgenommen hat. Aber du warst bis über beide Ohren in sie verliebt, hast deine Heimat für sie verlassen, bist nach Großbritannien gereist, hättest alles für sie aufgegeben. Letztendlich hat sie <i>dich</i> aufgegeben. Dass Lottas Blut kocht, wenn ihr Name erwähnt wird, liegt deshalb nicht nur an vermeintlicher Eifersucht, sondern auch an Wut, stellvertretend für Ama und dich. Ein weiterer Grund, weshalb du sie liebst, stellst du stumm fest, während du das Frottee-Handtuch durch deine Haare rubbelst. Sie wird dich nachher dafür tadeln.<br />
<br />
Rückblickend fühlt sich dein Leben an wie eine <i>mix & match</i> Fruchtgummitüte, irgendwie durcheinander gewürfelt: Geboren in Argentinien, aufgewachsen in Oklahoma in den USA. Dort hast du die Schule besucht und mit deinen vier älteren Schwestern innerhalb deiner lateinamerikanischen Community ein solides Leben geführt. Nach deinem High School Abschluss bist du zurück nach Argentinien gereist, wolltest ein paar Monate auf der Farm deiner Großeltern arbeiten, deine Kultur und deine Wurzeln kennenlernen. Mittendrin dann ein Anruf deiner Schwester, der dein Leben verändert hat: Deine Mutter lag im Sterben, unheilbarer metastasierter Krebs. Du bist zurück, saßt wochenlang an ihrem Bett und hast ihre Hand gehalten. Du warst noch viel zu jung für all den Schmerz, hast versucht davor wegzulaufen, als du nach ihrem Tod wieder aufgebrochen bist. Erst zurück nach Argentinien, dann Australien, Neuseeland. <i>Work and travel</i>, der Traum vieler verlorener Heranwachsender. Danach weiter nach Thailand, Vietnam, Indien, dort hast du Zuhrah kennen gelernt und warst von der zehn Jahre älteren Frau so fasziniert, dass du dich an sie geklebt hast wie ein Magnet. Du bist ihr in ihre Heimat gefolgt, nach Großbritannien, hast zwei Jahre in einer leidenschaftlichen, aufbrausenden Beziehung mit ihr gelebt, bevor sie unerwartet schwanger geworden ist. Zwei weitere Jahre vergingen, in denen sie versucht hat ihrer Tochter eine gute Mutter zu sein, aber die Liebe, die ihr vor der Geburt von jedem Elternratgeber versprochen wurde, kam nicht wie sie kommen sollte. Irgendwann ging sie, um sich ihre eigenen Träume zu erfüllen, und du bliebst mit Ama zurück.<br />
<br />
Wenn du jetzt mit trocken gerubbelten Haaren in den beschlagenen Spiegel vor dir blickst, siehst du nicht nur dich selber, sondern auch deine Tochter. Sie hat deine Augen, und deine Kopfform. Die Grübchen, wenn sie lacht. Ihr habt denselben Humor und einen ähnlichen Blick aufs Leben. Du hast von ihr ebenso viel gelernt wie sie von dir – in diesem Leben, in dem ihr lange Zeit ein Zweiergespann wart. Du warst immer ein laissez-fairer Vater, hast ihr viele Freiheiten gelassen und die Chance sich selber zu entfalten. Aus finanziellen Gründen seit ihr auf ein Narrowboat in London gezogen, als Ama noch ein Kind war: Dieses lange Boot hat sich mit der Zeit zu eurer ganz eigenen, verrückten Oase entwickelt. Möbel aus dem Sozialkaufhaus oder aus Wohnungsauflösungen, bunte Farbe an den Wänden, gesprenkelt mit Stickern und kleinen Gemälden, die ihr beide im Laufe der Jahre gemalt habt. Eure Ferien fanden meistens auf den Kanälen um London herum statt, in Schrittgeschwindigkeit seid ihr durch die Landschaften getuckert und habt Abenteuer erlebt, wo andere Langeweile sehen würden. Ihr wart ein eingespieltes Team, und dass deine Tochter mit der Zeit zu einer linkspolitischen jungen Frau herangewachsen ist, die für das Klima und gegen Diskriminierung auf die Straßen geht, hat dich mit grenzenlosem Stolz erfüllt.<br />
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Um ihr Studium in Edinburgh zu finanzieren, hast du das Boot verkauft und alles zurückgelassen, denn die kostengünstigste Option hat dich als Hausmeister in die Nähe von Manchester geführt. In einem Ausbildungszentrum für junge Polizist*innen war eine vergleichsweise gut bezahlte Stelle ausgeschrieben, die mit Kost und Logis einherging. Drei Jahre dort, hast du dir gesagt, dann hat Ama ihren Bachelor-Abschluss und dir steht die Welt offen. Doch mitten in der Halbzeit hast du Lotta kennen gelernt, und obwohl du es nicht beabsichtigt hast – ihr beide nicht – stand dein Leben plötzlich Kopf. Aus <i>casual</i> wurde <i>ziemlich ernst</i> und aus <i>"Bald reise ich durch die Welt"</i> wurde <i>"Wir heiraten und erwarten ein Kind"</i>. Du musst unwillkürlich lächeln, als du aus dem Bad trittst und zurück ins Wohnzimmer läufst, um dich dort erneut zu ihr auf die Couch zu setzen. Du schließt eine Hand um ihren Fuß, bewegst den Daumen entlang ihrer Knochen und Sehnen. Während du aus dem Augenwinkel auf ihren Bauch schielst, über den sie abwesend in sanften Bewegungen ihre Finger zieht, realisierst du ein weiteres Mal, dass deine Backpacker-Pläne vielleicht vorerst geplatzt sind, aber stattdessen befindet sich dein nächstes großes Abenteuer unter Charlottes Bauchdecke, hat zehn Finger und zehn Zehen, und wird dich ungefähr die nächsten zwanzig Jahre auf Trab halten. Wenn es nach dir ginge, hieße der Junge Gustave (eine Hommage an das Horror-Nilkrokodil aus Burundi, das warum-auch-immer eng mit deinen Gefühlen für deine Frau verknüpft ist), aber der Namensvorschlag hat leider ein Veto bekommen.<br />
      <br />
      Du kannst nicht abstreiten, dass auch Angst da ist – regelrechte Panik, dass sich die Vergangenheit wiederholt – aber vor allem bist du glücklich. Wirklich, wirklich glücklich. Du trauerst nicht um den Verlust deiner Reisepläne, im Gegenteil, denn was-auch-immer du an weit entfernten Orten in der Welt gesucht hättest, hast du hier bereits gefunden. Lotta ist dein sicherer Hafen, deine Partnerin <del>in crime</del> und deine Zukunft. Länder, die du schon immer sehen wolltest, werdet ihr mit der Zeit gemeinsam erkunden, und irgendwie spürst du tief in dir, dass das viel besser werden wird als der ursprüngliche Plan. Denn wenn du eines nicht bist, dann jemand, der gut alleine sein kann. Am liebsten hast du ständig jemanden um dich, hältst deine Frau die ganze Nacht eng im Arm und fühlst dich stets wohler, je mehr Menschen in deiner Nähe sind, die du liebst. Als könne Lotta deine Gedanken lesen, kündigt sie an ihren Bruder Hamza und seine Frau zum Essen einzuladen, und natürlich ist deine Antwort ein seliges Lächeln. Denn du hast das verdammte Glück nicht nur Lotta lieben zu dürfen, sondern ihre gesamte Familie.<br />
<br />
Nachdem du kurz Luft geholt hast, stehst du auf und gehst in die Küche, um aus heruntergesetztem Pizzateig, nicht heruntergesetzten Oliven und containertem Gemüse das Abendessen für deine Frau und dich vorzubereiten. Du liebst es für sie da zu sein und sie zu umsorgen, vor allem während ihrer Schwangerschaft. Vieles machst du einfach – hilfsbereit wie du bist – und das ist gut so, denn was Lotta überhaupt nicht gut kann, ist um Hilfe zu bitten. Weder wenn ihr Bauch auf dem Weg zum Wasserglas im Weg ist, noch wenn der Wasserhahn mal wieder leckt oder Bilder an die Wände gehängt werden müssen. Lieber schlägt sie den Nagel ganz knapp an einer Stromleitung vorbei, als dich um Rat zu bitten. Was du schon alles in dieser Wohnung reparieren musstest, das vorher von Lotta oder ihrer Schwester Jaz verschlimmbessert wurde, glaubt dir kein Mensch. Wenigstens nimmst du lustige Geschichten daraus mit, kleine Anekdoten, die du Fremden (oder Freund*innen) im Pub erzählen kannst.<br />
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Während die Tomatensauce im Kochtopf blubbert, spürst du den Bauch deiner Frau an deiner Hüfte, und ihre Lippen auf deiner Schulter. Du lächelst, drehst dich zu ihr und schlingst deinen Arm um sie. Ein Liebesgeständnis kommt dir mittlerweile ganz natürlich über die Lippen, nicht wie damals, am Anfang eurer Beziehung, als du sie auf heißen Kohlen hast warten lassen. <i>"Te amo"</i>, murmelst du, und lachst rau, kratzig, als sie sich dafür bedankt.<br />
    </div>
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		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Jonathan Pryce]]></title>
			<link>https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2631</link>
			<pubDate>Sun, 04 Jan 2026 20:36:35 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.losttheplot.de/member.php?action=profile&uid=556">Jonathan Pryce</a>]]></dc:creator>
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			<description><![CDATA[</font></style><link href="https://fonts.googleapis.com/css?family=Roboto" rel="stylesheet"><link href="https://fonts.googleapis.com/css?family=Playfair+Display" rel="stylesheet"><style type="text/css"> /*<br />
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DER CODE STAMMT VON fare thee well AUS DEM storming-gates.de<br />
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</style><div id="biene"><div class="bienetitel">albert jonathan pryce</div><div class="bieneintro">Nimm ihm das nicht übel, dass er dir manchmal nicht zuhört. Oder immer so kritisch guckt. Die kleinen Fältchen zwischen den Augenbrauen haben ihre Daseinsberechtigung. Genauso wie die schlaflosen Nächte. Dabei ist <punkt>Albert Jonathan Pryce</punkt>, genannt <i>John</i>, doch ein ganz netter Kerl. Hat sich direkt nach dem Schulabschluss von <punkt>Cornwall</punkt> auf den Weg nach <i>London</i> für ein Studium gemacht und ist dann irgendwie auf Umwegen in <i>Manchester</i> gelandet. Auf das Studium folgte eine steile Karriere. Er behauptet gerne, dass bestimmt jeder Brite schon mal etwas von ihm gelesen hat, Beweise dafür hat er allerdings nicht. Mittlerweile ist John als <punkt>Journalist</punkt> für das <i>Investigativ-Ressort des Guardian</i> tätig. Hier sitzt er nicht mehr im Großraumbüro, sondern Schreibtisch an Schreibtisch in einer Doppelzelle … äh, in einem kleineren Büro. Nicht, dass Jonathan dort oft anzutreffen ist. Der ist überall und nirgendwo. Dazu noch unfassbar schlecht erreichbar, obwohl er quasi immer an seinem Smartphone hängt. Aber eines muss man ihm lassen: seine Arbeit hat Hand und Fuß. Der Ehrgeiz und die unfassbare Verbissenheit bringen ihn dazu, gute Stories zu schreiben. Bleibt ihm auch sonst nicht mehr viel, schließlich ist er frisch gebackener <punkt>Single</punkt>. Seine langjährige Freundin hat ihn gerade verlassen und aus der gemeinsamen Wohnung geschmissen. Nach ein paar Nächten im Büro und schließlich bei Freunden auf der Couch, braucht er dringend eine neue Bleibe. Aber das wird schon werden. Gutgläubig ist er ja. Aber nicht naiv. Eigentlich ist er immer gerade dabei, mit dem Rauchen aufzuhören. Doch irgendwas kommt immer dazwischen. Politisch interessiert, diskussionsfreudig und ein wahrer Bücherwurm. Ohne seinen Tolstoi kann er nicht. Oder den nächsten Bestseller. Vielleicht schreibt er ja mal selbst ein <i>Buch</i>. Wenn seine Freizeit nicht gerade für ein <i>D&D Game</i> draufgeht. Leider ist er etwas verklemmt, der Gute. Den Stock im Arsch kann man ihm quasi ansehen. Er meint stattdessen, dass er professionell wirkt. Und bemerkt dabei gar nicht, dass er derjenige ist, der sich das Leben selbst schwer macht.<br />
</div><div class="bienerechts">characteristics</div><div class="bieneintro"><center><pro>ehrgeizig</pro>
<pro>erfolgsorientiert</pro> <pro>intelligent</pro> <pro>engagiert</pro> <pro>akribisch</pro> <pro>verbissen</pro> <pro>umgänglich</pro> <pro>ordentlich</pro> <pro>gesellig</pro> <pro>diskussionsfreudig</pro> <pro>intellektuell</pro> <pro>Realist</pro> <pro>flexibel</pro> <pro>sorgfältig</pro></center><br />
Hinterfragt viel und gerne • schreibt To-do-Listen, um sie danach zu ignorieren • hat manchmal einen richtigen Tunnelblick • ist überall und nirgendwo • besitzt einen trockenen Humor • politisch interessiert • führt gerne Debatten und tiefgründige Gespräche • technikaffin • Raucher mit Aufhörambition • beruflich organisiert - privat eher weniger • gut im Networking • Gameboard-Fan, kann aber keine Regeln erklären • bevorzugt Kaffee • erfüllt viele britische Klischees • hat einen Lieblingskugelschreiber und verteidigt ihn wie heiliges Artefakt • hat fast immer einen kleinen Regenschirm dabei • checkt sein Spiegelbild öfter als nötig • spricht mit sich selbst, wenn er alleine ist • kurzsichtig, trägt häufig Kontaktlinsen • fällt spontan zu fast jeder Situation ein literarisches Zitat ein • stellt seinen Job über sein Privatleben • liebt Post-Its • tut so, als würde er dir zuhören, macht er aber nicht • verliert sich in Buchläden • spielt bei D&D meist einen Paladin • würde sich gerne bei seinen Vorgesetzten einschleimen, aber weiß nicht wie • liest AGBs (aber nur bis zum dritten Absatz) • hat auf seinem Macbook immer mindestens zehn Tabs offen • weiß erstaunlich viel über politische Systeme, vergisst aber regelmäßig Geburtstage • diskutiert lieber über ethische Grauzonen als über Gefühle • fühlt sich in Zügen produktiver als an jedem Schreibtisch • denkt, er sei schlecht im Abschalten, ist aber hervorragend im Verdrängen • hält sich für einen heimlichen Darts-Profi • stolzer Fan von Plymouth Argyle (liegt in der Familie), checkt aber meist nur die Ergebnisse im Nachhinein ab.<br />
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<center><con>kritisch</con> <con>überheblich</con> <con>schwer erreichbar</con> <con>unstetig</con> <con>diskussionsfreudig</con> <con>privat unorganisiert</con> <con>dickköpfig</con> <con>unehrlich</con> <con>wenig Selbstreflektion</con> <con>Gewohnheitstier</con> <con>zynisch</con> <con>unterbricht gerne</con> <con>besserwisserisch</con> <con>pedantisch</con></center></div>
<div class="bienerechts">timeline</div><div class="bieneintro">
<punkt>part I</punkt> Albert Jonathan Pryce wächst dort auf, wo andere Urlaub machen und sich nach zwei Wochen wieder über den Regen beschweren. St. Ives ist für ihn kein Postkartenmotiv, sondern Alltag. Er ist Einzelkind, was man ihm anmerkt. Natürlich nicht im negativen Sinne. Aus Albert wird schnell John, heute kann er sich selbst nicht mehr erklären, wie es dazu kam. Der erste Vorname wird seither offiziell ignoriert. Nur nicht auf dem Papier. Er ist also John. Er wächst als Einzelkind in einem kleinen Reihenhaus auf, nicht weit vom Meer entfernt. Seine Kindheit ist ruhig, verlässlich, beinahe lehrbuchhaft. Seine Mutter Margaret ist Grundschullehrerin mit einer Vorliebe für ordentliche Heftränder und korrekt gesetzte Kommata. Sie bringt ihm früh bei, wie viel Gewicht Worte haben können. Sein Vater Edward arbeitet als Buchhalter in einer kleinen Kanzlei in Penzance. Er erklärt Zahlen mit der gleichen Geduld, mit der andere Leute angeln. Das Verhältnis zu seinen Eltern ist eng, aber nicht einengend. Sie lassen ihm Raum, erwarten aber Verlässlichkeit. John erfüllt diese Erwartung bereitwillig. Er ist kein Kind, das laut Aufmerksamkeit einfordert. Die Pryces sind keine strengen Menschen, aber konsequent. Margaret bringt ihren Schülern bei, dass Sprache Verantwortung bedeutet. Edward erklärt seinem Sohn, dass Zahlen nie lügen, Menschen aber manchmal schon. John nimmt beides sehr ernst.<br />
Er ist ein stilles Kind, aber nicht schüchtern. Er beobachtet, merkt sich Dinge, speichert Tonlagen und Gesichtsausdrücke ab. In der Grundschule ist er fleißig, beteiligt sich am Unterricht und erledigt seine Aufgaben meist vollständig. Kein kreativer Überschwang, aber ein solides Fundament. Die Lehrer mögen ihn und seine Mitschüler vertrauen ihm. Er ist der Junge, dessen Hausaufgaben man kopiert, weil sie stimmen. Und das weiß Jonathan. Wenn jemand seine Matheaufgaben braucht, dann bitte ordentlich und ohne Schmiererei. Schon früh entwickelt er ein starkes Bedürfnis nach Kontrolle. Nicht über andere, sondern über Abläufe. Unklarheiten irritieren ihn. Er stellt Fragen, bis alles logisch erscheint. Gefühle tauchen in diesem System selten auf.<br />
<br />
<punkt>part II</punkt> In seiner Jugend verändert sich wenig. John ist keiner, der Grenzen austestet. Er testet lieber Argumente. Während andere lernen, wie man Zigaretten heimlich raucht, lernt er, wie man Diskussionen gewinnt, ohne laut zu werden. Er liest Zeitung, bevor es cool ist und korrigiert seine Lehrer, wenn sie Jahreszahlen durcheinanderbringen. Beliebtheit erntet er damit weder auf Lehrer-, noch auf der Schülerseite. Damit kann John leben. Er interessiert sich früh für Politik. Nicht aus Idealismus (eine Seite wählt er erst viel später), sondern aus Neugier. Wer entscheidet was und warum? Er diskutiert ungewöhnlich gerne mit Lehrern und ist dabei stets höflich, aber hartnäckig. Seine Meinung ist selten emotional, dafür gut begründet. Das bringt ihm irgendwann Respekt ein, aber auch den Ruf, anstrengend zu sein. Man munkelt, wenn der Junge einmal groß ist, wird er in die Lokalpolitik gehen. Falsch gedacht!<br />
Er ist kein Außenseiter, aber auch kein Mittelpunkt. Er gehört dazu, ohne sich aufzudrängen. Partys besucht er, steht dort meist mit einem Getränk zu viel in der Hand und beobachtet. Alkohol macht ihn nicht locker, sondern nur redselig. Redseliger als sonst. Später wird er sagen, dass er schon damals lieber analysiert hat, statt sich treiben zu lassen. Seine erste Beziehung entsteht in dieser Zeit. Schulbanknähe, gemeinsamer Heimweg und wenig Drama. Es ist angenehm, überschaubar und fast schon organisatorisch. Als sie endet, tut sie das leise. John archiviert das alles unter 'logische Entwicklung'.<br />
Er macht seinen Abschluss mit guten, soliden Noten. Kein Überflieger, aber jemand, dem man zutraut, Verantwortung zu übernehmen. Seine Lehrer schreiben Dinge wie 'zuverlässig', 'strukturiert' und 'etwas zu kritisch'. Letzteres empfindet John bis heute als Kompliment. Noch vor dem Abschluss steht fest, dass er gehen wird. Cornwall ist schön, aber zu klein für seine Fragen. Seine Heimat reicht ihm nicht mehr. Seine Eltern unterstützen ihn. Margaret sorgt sich und Edward nickt nur und sagt, dass London teuer sei. Sie bleiben trotzdem sein sicherer Hafen - bis heute. Er ruft regelmäßig an, auch später noch. Nicht, um über Gefühle zu sprechen, sondern um Struktur zu behalten.<br />
<br />
<punkt>part III</punkt> John zieht nach London und studiert am City St. George's Journalismus. Er wohnt in wechselnden WGs, trinkt schlechten Kaffee und arbeitet nebenbei in der Redaktion eines studentischen Newsletters. Dort lernt er Sara Whitfield kennen. Sara studiert Kulturmanagement, arbeitet später im Veranstaltungsbereich und hat ein Talent dafür, Orte sofort wie Zuhause wirken zu lassen. Sie ist pragmatisch und sozial. Alles, was John nur auf dem Papier ist. Die beiden werden ein Paar. Es fühlt sich richtig an. Während John schreibt, plant Sara. Während er recherchiert, organisiert sie den gemeinsamen Alltag. Es ist lange ein funktionierendes System. Und es sagt viel über John aus, dass er heute noch so über die Beziehung denkt. Während John plant, improvisiert sie. Während er zweifelt, entscheidet sie.<br />
Neben dem Studium arbeitet er schon in kleinen Redaktionen. Jonathan schreibt für studentische Magazine und übernimmt ungern, aber zuverlässig Organisationsaufgaben. Außerdem schreibt er erste kurze Stücke über Hochschulpolitik und städtische Themen.<br />
Die Beziehung zu Sara gibt John Halt, ohne dass er das bemerkt. Sie wird schnell zum Fixpunkt. Vielleicht etwas zu schnell. Es dauert nicht lange, bis sie zusammenziehen. John merkt nicht, dass er dadurch private Verantwortung abgibt. Für ihn fühlt es sich effizient an.<br />
<br />
<punkt>part IV</punkt> Nach dem Studium beginnt John beim Camden New Journal. Kleine Redaktion, begrenzte Mittel, aber große Themen. Er schreibt über Mietpreise, Stadtplanung und soziale Ungleichheit. Gentrifizierung, kommunale Entscheidungen und spricht mit Menschen, die sonst niemand interviewt. Seine Texte sind sachlich, präzise und manchmal unangenehm. Genau das, was er will. Die Kollegen schätzen seine Zuverlässigkeit. Chefredakteure wissen, dass er Deadlines einhält.<br />
Nach zwei Jahren wechselt er zur Hackney Gazette. Es entsteht mehr Druck und die Fristen sind kürzer. Dadurch geht ihm so manches Mal die Tiefe verloren. John lernt schneller zu schreiben, ohne schlampig zu werden. Er merkt, dass ihn Geschwindigkeit stresst, sagt aber nichts, sondern er passt sich an.<br />
Sara sitzt metaphorisch im Beiboot. Sie ziehen innerhalb der Stadt um, weil es praktischer für John ist. Sie findet Arbeit, richtet die Wohnung ein und kennt bald mehr Nachbarn als John. Er verspricht, dass es nur vorübergehend ist. Er erzählt ihr jedes Mal aufs Neue, dass es 'jetzt erstmal reicht' und sie bald mehr Zeit miteinander verbringen können.<br />
Sein befristeter Arbeitsvertrag bei der Gazette läuft aus und so entscheidet John sich dafür freiberuflich weiter zu machen. Beiträge für den New Statesman, den Independent, gelegentlich für openDemocracy oder lokale Online-Newsfeeds. Er arbeitet viel, oft zu viel. Die Arbeit ist anspruchsvoll und unregelmäßig, aber erfüllend. John liebt die Recherche, hasst die Unsicherheit, die er durch die freie Arbeit hat. Sein innerer Konflikt verschärft sich. Er definiert sich immer stärker über seine Arbeit. Sie ist messbar, bewertbar und korrekt. Gefühle hingegen bleiben diffus. Sara spricht das mehrmals an. John hört zu und macht sich Notizen, aber ändert nur wenig.<br />
<br />
<punkt>part V</punkt> Das Angebot des Guardian kommt überraschend und ist doch die logische Konsequenz. Neuer Standort: Manchester. Man möchte ihn im Investigativ-Ressort sitzen haben. John sagt zu, ohne lange zu überlegen. Mit Sara spricht er das nicht ab. Doch sie folgt, aber diesmal zögerlicher. Sie arbeitet inzwischen als Projektmanagerin für größere Kultur- und Festivalprojekte. Sie möchte jetzt länger irgendwo bleiben und Wurzeln schlagen. Er möchte es ihr ermöglichen - wirklich. Und so bleiben sie in Manchester. Die Wohnung in Piccadilly wird nun länger bewohnt, als die Wohnungen zuvor.<br />
John blüht beruflich auf. Er arbeitet akribisch, ist selten im Büro und nie wirklich erreichbar. Immer unterwegs und immer auf der Suche nach der nächsten großen Geschichte. Seine Texte haben Gewicht. Die meisten seiner Kolleg*innen schätzen ihn, halten ihn aber für schwer greifbar (und etwas nervig). Privat zieht er sich zurück. Sara spricht es mehrmals an, leider ohne Ergebnis. Die Trennung kommt nicht laut. Sie kommt erschöpft und unausweichlich. Sara setzt ihn vor die Tür. Nicht aus Wut, sondern aus Selbstschutz. Sie möchte nicht mehr warten - worauf weiß John bis heute nicht. Er möchte natürlich in Manchester bleiben, beim Guardian. Hier wird er noch so viele Möglichkeiten haben, die Chance möchte er nicht vertun. Aber die Trennung hat auch er kommen sehen. Er akzeptiert es, als könnte er nichts dagegen tun. Doch der Liebeskummer trifft auch ihn hart. Er drückt das allerdings anders aus. Gar nicht, um genau zu sein. Er fühlt es trotzdem. Aber jetzt empfindet er zumindest den betrunkene Kuss mit einer Kollegin auf der Weihnachtsfeier als nicht mehr so schlimm. Nicht, dass er in die Richtung Interesse hat.<br />
<br />
John ist 32, Single und ohne feste Bleibe. Beruflich erfolgreich und privat heimatlos. Er schläft hauptsächlich auf Sofas. Er sagt sich, es sei doch nur vorübergehend. Wie alles andere auch. Sein größter innerer Konflikt bleibt ungelöst: Er weiß, wie man Systeme durchdringt, aber nicht, wie man Nähe hält. Beziehungen sind für ihn eine Theorie geworden. Seine letzte außerhalb von Sara liegt Jahre zurück. Er ist korrekt, verlässlich und manchmal unerträglich präzise. Und er bricht selten aus diesem System aus. Wenn doch, dann unbeholfen. Manchester ist inzwischen Alltag. Und Jonathan arbeitet und schreibt weiter. Über Dinge, die andere übersehen. Über alles, was sich analysieren lässt. Und manchmal über sich selbst, ohne es zu merken.</div>
<div class="bieneunten">jack lowden by coco</div></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[</font></style><link href="https://fonts.googleapis.com/css?family=Roboto" rel="stylesheet"><link href="https://fonts.googleapis.com/css?family=Playfair+Display" rel="stylesheet"><style type="text/css"> /*<br />
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DER CODE STAMMT VON fare thee well AUS DEM storming-gates.de<br />
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</style><div id="biene"><div class="bienetitel">albert jonathan pryce</div><div class="bieneintro">Nimm ihm das nicht übel, dass er dir manchmal nicht zuhört. Oder immer so kritisch guckt. Die kleinen Fältchen zwischen den Augenbrauen haben ihre Daseinsberechtigung. Genauso wie die schlaflosen Nächte. Dabei ist <punkt>Albert Jonathan Pryce</punkt>, genannt <i>John</i>, doch ein ganz netter Kerl. Hat sich direkt nach dem Schulabschluss von <punkt>Cornwall</punkt> auf den Weg nach <i>London</i> für ein Studium gemacht und ist dann irgendwie auf Umwegen in <i>Manchester</i> gelandet. Auf das Studium folgte eine steile Karriere. Er behauptet gerne, dass bestimmt jeder Brite schon mal etwas von ihm gelesen hat, Beweise dafür hat er allerdings nicht. Mittlerweile ist John als <punkt>Journalist</punkt> für das <i>Investigativ-Ressort des Guardian</i> tätig. Hier sitzt er nicht mehr im Großraumbüro, sondern Schreibtisch an Schreibtisch in einer Doppelzelle … äh, in einem kleineren Büro. Nicht, dass Jonathan dort oft anzutreffen ist. Der ist überall und nirgendwo. Dazu noch unfassbar schlecht erreichbar, obwohl er quasi immer an seinem Smartphone hängt. Aber eines muss man ihm lassen: seine Arbeit hat Hand und Fuß. Der Ehrgeiz und die unfassbare Verbissenheit bringen ihn dazu, gute Stories zu schreiben. Bleibt ihm auch sonst nicht mehr viel, schließlich ist er frisch gebackener <punkt>Single</punkt>. Seine langjährige Freundin hat ihn gerade verlassen und aus der gemeinsamen Wohnung geschmissen. Nach ein paar Nächten im Büro und schließlich bei Freunden auf der Couch, braucht er dringend eine neue Bleibe. Aber das wird schon werden. Gutgläubig ist er ja. Aber nicht naiv. Eigentlich ist er immer gerade dabei, mit dem Rauchen aufzuhören. Doch irgendwas kommt immer dazwischen. Politisch interessiert, diskussionsfreudig und ein wahrer Bücherwurm. Ohne seinen Tolstoi kann er nicht. Oder den nächsten Bestseller. Vielleicht schreibt er ja mal selbst ein <i>Buch</i>. Wenn seine Freizeit nicht gerade für ein <i>D&D Game</i> draufgeht. Leider ist er etwas verklemmt, der Gute. Den Stock im Arsch kann man ihm quasi ansehen. Er meint stattdessen, dass er professionell wirkt. Und bemerkt dabei gar nicht, dass er derjenige ist, der sich das Leben selbst schwer macht.<br />
</div><div class="bienerechts">characteristics</div><div class="bieneintro"><center><pro>ehrgeizig</pro>
<pro>erfolgsorientiert</pro> <pro>intelligent</pro> <pro>engagiert</pro> <pro>akribisch</pro> <pro>verbissen</pro> <pro>umgänglich</pro> <pro>ordentlich</pro> <pro>gesellig</pro> <pro>diskussionsfreudig</pro> <pro>intellektuell</pro> <pro>Realist</pro> <pro>flexibel</pro> <pro>sorgfältig</pro></center><br />
Hinterfragt viel und gerne • schreibt To-do-Listen, um sie danach zu ignorieren • hat manchmal einen richtigen Tunnelblick • ist überall und nirgendwo • besitzt einen trockenen Humor • politisch interessiert • führt gerne Debatten und tiefgründige Gespräche • technikaffin • Raucher mit Aufhörambition • beruflich organisiert - privat eher weniger • gut im Networking • Gameboard-Fan, kann aber keine Regeln erklären • bevorzugt Kaffee • erfüllt viele britische Klischees • hat einen Lieblingskugelschreiber und verteidigt ihn wie heiliges Artefakt • hat fast immer einen kleinen Regenschirm dabei • checkt sein Spiegelbild öfter als nötig • spricht mit sich selbst, wenn er alleine ist • kurzsichtig, trägt häufig Kontaktlinsen • fällt spontan zu fast jeder Situation ein literarisches Zitat ein • stellt seinen Job über sein Privatleben • liebt Post-Its • tut so, als würde er dir zuhören, macht er aber nicht • verliert sich in Buchläden • spielt bei D&D meist einen Paladin • würde sich gerne bei seinen Vorgesetzten einschleimen, aber weiß nicht wie • liest AGBs (aber nur bis zum dritten Absatz) • hat auf seinem Macbook immer mindestens zehn Tabs offen • weiß erstaunlich viel über politische Systeme, vergisst aber regelmäßig Geburtstage • diskutiert lieber über ethische Grauzonen als über Gefühle • fühlt sich in Zügen produktiver als an jedem Schreibtisch • denkt, er sei schlecht im Abschalten, ist aber hervorragend im Verdrängen • hält sich für einen heimlichen Darts-Profi • stolzer Fan von Plymouth Argyle (liegt in der Familie), checkt aber meist nur die Ergebnisse im Nachhinein ab.<br />
<br />
<center><con>kritisch</con> <con>überheblich</con> <con>schwer erreichbar</con> <con>unstetig</con> <con>diskussionsfreudig</con> <con>privat unorganisiert</con> <con>dickköpfig</con> <con>unehrlich</con> <con>wenig Selbstreflektion</con> <con>Gewohnheitstier</con> <con>zynisch</con> <con>unterbricht gerne</con> <con>besserwisserisch</con> <con>pedantisch</con></center></div>
<div class="bienerechts">timeline</div><div class="bieneintro">
<punkt>part I</punkt> Albert Jonathan Pryce wächst dort auf, wo andere Urlaub machen und sich nach zwei Wochen wieder über den Regen beschweren. St. Ives ist für ihn kein Postkartenmotiv, sondern Alltag. Er ist Einzelkind, was man ihm anmerkt. Natürlich nicht im negativen Sinne. Aus Albert wird schnell John, heute kann er sich selbst nicht mehr erklären, wie es dazu kam. Der erste Vorname wird seither offiziell ignoriert. Nur nicht auf dem Papier. Er ist also John. Er wächst als Einzelkind in einem kleinen Reihenhaus auf, nicht weit vom Meer entfernt. Seine Kindheit ist ruhig, verlässlich, beinahe lehrbuchhaft. Seine Mutter Margaret ist Grundschullehrerin mit einer Vorliebe für ordentliche Heftränder und korrekt gesetzte Kommata. Sie bringt ihm früh bei, wie viel Gewicht Worte haben können. Sein Vater Edward arbeitet als Buchhalter in einer kleinen Kanzlei in Penzance. Er erklärt Zahlen mit der gleichen Geduld, mit der andere Leute angeln. Das Verhältnis zu seinen Eltern ist eng, aber nicht einengend. Sie lassen ihm Raum, erwarten aber Verlässlichkeit. John erfüllt diese Erwartung bereitwillig. Er ist kein Kind, das laut Aufmerksamkeit einfordert. Die Pryces sind keine strengen Menschen, aber konsequent. Margaret bringt ihren Schülern bei, dass Sprache Verantwortung bedeutet. Edward erklärt seinem Sohn, dass Zahlen nie lügen, Menschen aber manchmal schon. John nimmt beides sehr ernst.<br />
Er ist ein stilles Kind, aber nicht schüchtern. Er beobachtet, merkt sich Dinge, speichert Tonlagen und Gesichtsausdrücke ab. In der Grundschule ist er fleißig, beteiligt sich am Unterricht und erledigt seine Aufgaben meist vollständig. Kein kreativer Überschwang, aber ein solides Fundament. Die Lehrer mögen ihn und seine Mitschüler vertrauen ihm. Er ist der Junge, dessen Hausaufgaben man kopiert, weil sie stimmen. Und das weiß Jonathan. Wenn jemand seine Matheaufgaben braucht, dann bitte ordentlich und ohne Schmiererei. Schon früh entwickelt er ein starkes Bedürfnis nach Kontrolle. Nicht über andere, sondern über Abläufe. Unklarheiten irritieren ihn. Er stellt Fragen, bis alles logisch erscheint. Gefühle tauchen in diesem System selten auf.<br />
<br />
<punkt>part II</punkt> In seiner Jugend verändert sich wenig. John ist keiner, der Grenzen austestet. Er testet lieber Argumente. Während andere lernen, wie man Zigaretten heimlich raucht, lernt er, wie man Diskussionen gewinnt, ohne laut zu werden. Er liest Zeitung, bevor es cool ist und korrigiert seine Lehrer, wenn sie Jahreszahlen durcheinanderbringen. Beliebtheit erntet er damit weder auf Lehrer-, noch auf der Schülerseite. Damit kann John leben. Er interessiert sich früh für Politik. Nicht aus Idealismus (eine Seite wählt er erst viel später), sondern aus Neugier. Wer entscheidet was und warum? Er diskutiert ungewöhnlich gerne mit Lehrern und ist dabei stets höflich, aber hartnäckig. Seine Meinung ist selten emotional, dafür gut begründet. Das bringt ihm irgendwann Respekt ein, aber auch den Ruf, anstrengend zu sein. Man munkelt, wenn der Junge einmal groß ist, wird er in die Lokalpolitik gehen. Falsch gedacht!<br />
Er ist kein Außenseiter, aber auch kein Mittelpunkt. Er gehört dazu, ohne sich aufzudrängen. Partys besucht er, steht dort meist mit einem Getränk zu viel in der Hand und beobachtet. Alkohol macht ihn nicht locker, sondern nur redselig. Redseliger als sonst. Später wird er sagen, dass er schon damals lieber analysiert hat, statt sich treiben zu lassen. Seine erste Beziehung entsteht in dieser Zeit. Schulbanknähe, gemeinsamer Heimweg und wenig Drama. Es ist angenehm, überschaubar und fast schon organisatorisch. Als sie endet, tut sie das leise. John archiviert das alles unter 'logische Entwicklung'.<br />
Er macht seinen Abschluss mit guten, soliden Noten. Kein Überflieger, aber jemand, dem man zutraut, Verantwortung zu übernehmen. Seine Lehrer schreiben Dinge wie 'zuverlässig', 'strukturiert' und 'etwas zu kritisch'. Letzteres empfindet John bis heute als Kompliment. Noch vor dem Abschluss steht fest, dass er gehen wird. Cornwall ist schön, aber zu klein für seine Fragen. Seine Heimat reicht ihm nicht mehr. Seine Eltern unterstützen ihn. Margaret sorgt sich und Edward nickt nur und sagt, dass London teuer sei. Sie bleiben trotzdem sein sicherer Hafen - bis heute. Er ruft regelmäßig an, auch später noch. Nicht, um über Gefühle zu sprechen, sondern um Struktur zu behalten.<br />
<br />
<punkt>part III</punkt> John zieht nach London und studiert am City St. George's Journalismus. Er wohnt in wechselnden WGs, trinkt schlechten Kaffee und arbeitet nebenbei in der Redaktion eines studentischen Newsletters. Dort lernt er Sara Whitfield kennen. Sara studiert Kulturmanagement, arbeitet später im Veranstaltungsbereich und hat ein Talent dafür, Orte sofort wie Zuhause wirken zu lassen. Sie ist pragmatisch und sozial. Alles, was John nur auf dem Papier ist. Die beiden werden ein Paar. Es fühlt sich richtig an. Während John schreibt, plant Sara. Während er recherchiert, organisiert sie den gemeinsamen Alltag. Es ist lange ein funktionierendes System. Und es sagt viel über John aus, dass er heute noch so über die Beziehung denkt. Während John plant, improvisiert sie. Während er zweifelt, entscheidet sie.<br />
Neben dem Studium arbeitet er schon in kleinen Redaktionen. Jonathan schreibt für studentische Magazine und übernimmt ungern, aber zuverlässig Organisationsaufgaben. Außerdem schreibt er erste kurze Stücke über Hochschulpolitik und städtische Themen.<br />
Die Beziehung zu Sara gibt John Halt, ohne dass er das bemerkt. Sie wird schnell zum Fixpunkt. Vielleicht etwas zu schnell. Es dauert nicht lange, bis sie zusammenziehen. John merkt nicht, dass er dadurch private Verantwortung abgibt. Für ihn fühlt es sich effizient an.<br />
<br />
<punkt>part IV</punkt> Nach dem Studium beginnt John beim Camden New Journal. Kleine Redaktion, begrenzte Mittel, aber große Themen. Er schreibt über Mietpreise, Stadtplanung und soziale Ungleichheit. Gentrifizierung, kommunale Entscheidungen und spricht mit Menschen, die sonst niemand interviewt. Seine Texte sind sachlich, präzise und manchmal unangenehm. Genau das, was er will. Die Kollegen schätzen seine Zuverlässigkeit. Chefredakteure wissen, dass er Deadlines einhält.<br />
Nach zwei Jahren wechselt er zur Hackney Gazette. Es entsteht mehr Druck und die Fristen sind kürzer. Dadurch geht ihm so manches Mal die Tiefe verloren. John lernt schneller zu schreiben, ohne schlampig zu werden. Er merkt, dass ihn Geschwindigkeit stresst, sagt aber nichts, sondern er passt sich an.<br />
Sara sitzt metaphorisch im Beiboot. Sie ziehen innerhalb der Stadt um, weil es praktischer für John ist. Sie findet Arbeit, richtet die Wohnung ein und kennt bald mehr Nachbarn als John. Er verspricht, dass es nur vorübergehend ist. Er erzählt ihr jedes Mal aufs Neue, dass es 'jetzt erstmal reicht' und sie bald mehr Zeit miteinander verbringen können.<br />
Sein befristeter Arbeitsvertrag bei der Gazette läuft aus und so entscheidet John sich dafür freiberuflich weiter zu machen. Beiträge für den New Statesman, den Independent, gelegentlich für openDemocracy oder lokale Online-Newsfeeds. Er arbeitet viel, oft zu viel. Die Arbeit ist anspruchsvoll und unregelmäßig, aber erfüllend. John liebt die Recherche, hasst die Unsicherheit, die er durch die freie Arbeit hat. Sein innerer Konflikt verschärft sich. Er definiert sich immer stärker über seine Arbeit. Sie ist messbar, bewertbar und korrekt. Gefühle hingegen bleiben diffus. Sara spricht das mehrmals an. John hört zu und macht sich Notizen, aber ändert nur wenig.<br />
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<punkt>part V</punkt> Das Angebot des Guardian kommt überraschend und ist doch die logische Konsequenz. Neuer Standort: Manchester. Man möchte ihn im Investigativ-Ressort sitzen haben. John sagt zu, ohne lange zu überlegen. Mit Sara spricht er das nicht ab. Doch sie folgt, aber diesmal zögerlicher. Sie arbeitet inzwischen als Projektmanagerin für größere Kultur- und Festivalprojekte. Sie möchte jetzt länger irgendwo bleiben und Wurzeln schlagen. Er möchte es ihr ermöglichen - wirklich. Und so bleiben sie in Manchester. Die Wohnung in Piccadilly wird nun länger bewohnt, als die Wohnungen zuvor.<br />
John blüht beruflich auf. Er arbeitet akribisch, ist selten im Büro und nie wirklich erreichbar. Immer unterwegs und immer auf der Suche nach der nächsten großen Geschichte. Seine Texte haben Gewicht. Die meisten seiner Kolleg*innen schätzen ihn, halten ihn aber für schwer greifbar (und etwas nervig). Privat zieht er sich zurück. Sara spricht es mehrmals an, leider ohne Ergebnis. Die Trennung kommt nicht laut. Sie kommt erschöpft und unausweichlich. Sara setzt ihn vor die Tür. Nicht aus Wut, sondern aus Selbstschutz. Sie möchte nicht mehr warten - worauf weiß John bis heute nicht. Er möchte natürlich in Manchester bleiben, beim Guardian. Hier wird er noch so viele Möglichkeiten haben, die Chance möchte er nicht vertun. Aber die Trennung hat auch er kommen sehen. Er akzeptiert es, als könnte er nichts dagegen tun. Doch der Liebeskummer trifft auch ihn hart. Er drückt das allerdings anders aus. Gar nicht, um genau zu sein. Er fühlt es trotzdem. Aber jetzt empfindet er zumindest den betrunkene Kuss mit einer Kollegin auf der Weihnachtsfeier als nicht mehr so schlimm. Nicht, dass er in die Richtung Interesse hat.<br />
<br />
John ist 32, Single und ohne feste Bleibe. Beruflich erfolgreich und privat heimatlos. Er schläft hauptsächlich auf Sofas. Er sagt sich, es sei doch nur vorübergehend. Wie alles andere auch. Sein größter innerer Konflikt bleibt ungelöst: Er weiß, wie man Systeme durchdringt, aber nicht, wie man Nähe hält. Beziehungen sind für ihn eine Theorie geworden. Seine letzte außerhalb von Sara liegt Jahre zurück. Er ist korrekt, verlässlich und manchmal unerträglich präzise. Und er bricht selten aus diesem System aus. Wenn doch, dann unbeholfen. Manchester ist inzwischen Alltag. Und Jonathan arbeitet und schreibt weiter. Über Dinge, die andere übersehen. Über alles, was sich analysieren lässt. Und manchmal über sich selbst, ohne es zu merken.</div>
<div class="bieneunten">jack lowden by coco</div></div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Josphat Kamau]]></title>
			<link>https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2579</link>
			<pubDate>Sun, 20 Jul 2025 09:38:05 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.losttheplot.de/member.php?action=profile&uid=545">Josphat Kamau</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2579</guid>
			<description><![CDATA[<div class="p1 stecki">
  <div class="p2">Josphat Kamau</div>
  <div class="p3">
    muscle and mercy</div>
  <div class="ph1">
    <div class="ph2">
      <div class="p9" style="margin-top: 55px">„</div>
      <div class="p10" style="text-transform: none; margin-top: 15px; width: 65%;">Raised by beatings, saved by reps. <br />
I press more than pain, I bench my regrets.</div>
    </div>
    <div style="display: flex; gap: 3px; width: 505px;"><img src="https://i.ibb.co/HDd7QNZG/Jos-01.gif" style="width: 160px; height: 200px; object-fit: cover;"><img src="https://i.ibb.co/tPZfTBy7/Jos-02.gif" style="width: 160px; height: 200px; object-fit: cover;"><img src="https://i.ibb.co/Q7P0s86p/Jos-03.gif" style="width: 160px; height: 200px; object-fit: cover;"></div>
  </div>
  <div class="p4">
    <table>
      <tr>
        <td class="p6">
          <div class="feldu" style="width: 150px; margin-left: 5px;">Effi</div>
          <div class="feldb2"><span class="bvpr">Alter // </span>48 Jahre</div>
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          <div class="feldb2"><span class="bvpr">Ava // </span>Idris Elba</div>
        </td>
        <td>
          <div class="p7">
          <div style="line-height: 14px"><img src="https://i.ibb.co/B5bYVbRK/tumblr-906ff0cb05bce9e1af8b96b5fb1586a6-c5be0d1e-400-1.gif" style="margin: 10px; height: 50px; width: 70px; float: left;">Während irgendein Anzugträger als Bürgermeister die Stadt regiert, gilt Josphat als das inoffizielle Oberhaupt von Oldham. Wer hier wohnt, kennt ihn. Wer ihn nicht kennt, hat entweder kein Sozialleben oder ist frisch zugezogen. Fast fünfzig, stabil gebaut, brettharte Schultern und ein Lächeln wie eine Kneipentür um drei Uhr morgens: Wird selten benutzt, quietscht ein bisschen, aber wenn's aufgeht, dann weißt du, du bist willkommen. Er raucht mehr Gras als ein Teenager in den 2000ern, nennt das aber Selbsttherapie, denn wer mit 19 Vater wurde, durch <i>beatings</i> der Mutter erzogen wurde und sich seither mit einem Alkoholproblem und einer Tonne Verantwortung rumschlägt, der darf sich auch mal wegschießen. Trockener Alkoholiker, ja, aber Weed? <i>That's medicine, bruv</i>. Wenn er nicht gerade high ist, nutzt Jos auch mal seine Ellenbogen – im Gym, wo er sich mit Hanteln und Bankdrücken durchs Leben stemmt, aber auch, wenn jemand Stress mit seinen Nachbarn macht. <i>Big Poppa</i> – niemals <i>Big Daddy</i> – ist der Mann, der deinen Kühlschrank repariert, deinen Hund aus dem Gulli zieht und gleichzeitig deinen Ex verprügelt, wenn's sein muss. Er weiß, wo du wohnst. Und wenn er's nicht weiß, kennt er jemanden, der's weiß. Für Jos zählt: Community first. Immer. Hinter der harten Schale steckt nämlich eigentlich ein verdammt weicher Kern.</div>
          </div>
        </td>
      </tr>
    </table>
    <div class="p8">Wusstest du, dass Jos...?</div>
<div style="width: 95%; margin:auto;">» …seit zwanzig Jahren trockener Alkoholiker ist und im Zuge dessen eine Obsession für <i>Dr. Pepper Zero Cherry Crush</i> entwickelt hat? <br />
» …in seiner Rottweiler Hündin Cherry (kurz für <i>Dr. Pepper Zero Cherry Crush</i>, duh) ein Ebenbild seiner selbst gefunden hat? Brutales Auftreten, aber ein richtig weiches Herz.<br />
» …viel zu viel tindern würde, wenn er verdammt nochmal endlich raffen würde wie der Scheiß funktioniert?<br />
» …technisch auf dem Stand von 1984 ist und regelmäßig denkt, sein Handy wäre kaputt, wenn's einfach nur ein Update will?<br />
» ...in der Nachbarschaft liebevoll Oldhams <i>Big Poppa</i> genannt wird, weil er jedem Kind, jedem Hund und jedem verdammten Paketboten schon mal die Haut gerettet hat?<br />
» …rasend wird, wenn jemand <i>Big Daddy</i> zu ihm sagt?<br />
» …seine Küche nur nutzt, um Fertiggerichte in den Ofen zu schieben (Diabetes und Herzinfarkt incoming)?<br />
» …in seinem Haus durchgehend 80s und 90s Rap-Musik blastet und schon mehrmals dabei erwischt wurde, wie er vor einem Spiegel dazu vibed?<br />
» ...seit Jahren denselben Trainingsplan fährt, der aus Zeiten stammt, in denen Tupac noch lebte (<i>"Never change a winning system, bruv"</i>)?<br />
» ...seine Toastscheiben auf dem Heizkörper backt, weil er eine Antipathie gegen Toaster hegt, seit ihm einer mal einen Kurzschluss beschert und dabei den Strom im ganzen Block lahmgelegt hat?<br />
» ...mal versehentlich mit einer Autobatterie sein Handy aufladen wollte, weil <i>"Strom ist Strom"</i>?<br />
» ...seinen Van regelmäßig mit Kabelbindern, Panzertape und Gebeten zusammenhält?<br />
» ...eigentlich Höhenangst hat, aber trotzdem immer auf die Leiter klettert, wenn bei den Nachbarn die Satellitenschüssel nicht funktioniert?<br />
» ...im Jahr 2013 beinahe einen exzessiven Security-Gig für die Robbie-Williams-Comeback-Tour gebucht hätte?<br />
» ...in seinem Van eine komplette Werkzeugtasche, ein Ersatz-Shirt, drei Proteinriegel und eine vergessene Socke seiner Ex lagert, <i>just in case</i>?<br />
» ...von jedem Chicken Shop Besitzer in Manchester mindestens einmal gefragt wurde, ob er <i>der Bruder von diesem einen Rapper</i> ist?</div>
    <div class="p8">Familie</div>
<img src="https://i.ibb.co/4gm2SxmZ/Chuck.gif" style="margin: 10px; height: 100px; width: 100px; float: left;"><b>Chuck</b>, 29 Jahre alt. Deine Tochter und dein ganzer Stolz. Für sie hättest du alles getan, hast es auch. Du warst nie der Typ für lange Umarmungen oder Tagebuchweisheiten, aber du warst da. Immer. Hast sie abgeholt, nachdem sie abgehauen ist. Hast getröstet, wenn ihr Herz schwer war. Und hast ihr beigebracht, wie man nicht einknickt, auch wenn das Leben drückt. Chuck ist aus demselben Holz wie du, nur mit mehr Köpfchen und besserem Humor. Ihr habt euch oft gestritten, laut, ehrlich, aber nie ohne Respekt. Und selbst wenn sie dir heute widerspricht, weißt du: In ihrem Blick liegt dein ganzes Erbe. Sie ist nicht nur deine Tochter. Sie ist dein Spiegel, dein Kompass, deine weiche Stelle im Panzer. Ohne große Worte, einfach durch das, was sie ist.<br />
<br />
<img src="https://i.ibb.co/fzkVPy2T/Cherry.gif" style="margin: 10px; height: 100px; width: 100px; float: right;"><b>Cherry</b>, 7 Jahre alt.  Offiziell: <i>Dr. Pepper Zero Cherry Crush</i>. Inoffiziell: Die einzige Frau, die dich nie enttäuscht hat. 43 Kilo Muskeln, schwarzes Fell wie frisch poliert und ein Blick, der schon mehrfach dafür gesorgt hat, dass Jugendliche sich ganz schnell anders entschieden haben. Du sagst immer, Cherry sei wie du: Furchteinflößendes Äußeres, aber eine weiche Seele. Und loyal bis zum letzten Atemzug. Wenn du high bist, redest du manchmal mit ihr wie mit einem alten Kumpel, und wenn es dir dreckig geht, legt sie sich einfach kommentarlos an deine Füßen, als wüsste sie, dass reden eh nichts bringt. Sie ist dein Schatten, deine Türsteherin, deine Konstante. Und wahrscheinlich der Grund, warum du noch keinen kompletten Nervenzusammenbruch erlitten hast.<br />
<br />
<b>Familie</b> ist bei dir so ein Thema. Zu deiner Mutter hast du aus Selbstschutz seit Jahren keinen Kontakt mehr. Deinen Vater kennst du nicht, nie gekannt. Kein Bild, kein Ton, nur ein Schatten mit deinem Nachnamen. Deinen Bruder und deine zwei Schwestern siehst du immer mal wieder, mal auf 'nem Geburtstag, mal beim Arzt, mal zufällig in der Stadt. Es gibt kein Drama, aber auch keinen Gruppenchat. Jeder hat seine eigene Geschichte, sein eigenes Gepäck. Ihr habt alle gelernt, allein klarzukommen. Vielleicht ist das euer gemeinsames Erbe. Und trotzdem: Wenn einer Hilfe braucht, wird nicht gefragt, sondern gemacht. So funktioniert Familie für dich. Weniger Blut, mehr Haltung.<br />
    <div class="p8">Charakter</div>
<div style="width: 80%; margin:auto; text-align: justify">loyal # aufopferungsvoll # stur # herzlich # schroff # beschützend # mürrisch # hilfsbereit # verletzlich # stolz # rau # nachtragend # sensibel # bodenständig # pragmatisch # ungeduldig # gerechtigkeitsliebend # widerstandsfähig # eigenwillig # väterlich # respektvoll # altmodisch # direkt # emotional verklemmt # gefährlich (wenn man's drauf anlegt) # zuverlässig</div>
<br />
Du bist der Hauptprotagonist aus diesem rassistischen Lied: <i>Wer hat Angst vorm Schwarzen Mann?</i> Typen gucken weg, wenn sie dich sehen. Frauen wechseln die Straßenseite, wenn du ihnen entgegen kommst. Kreischende Kinder werden plötzlich still, wenn du sie anstarrst. Aber halt nur die, die dich nicht kennen. In Oldham ist jedem klar: Du bist ein Ort der Zuflucht. Seit zwanzig Jahren könnte man dich so 'ne Art wandelnde Institution nennen. Du trägst keine Weste mit Superheldenlogo, aber du bist der, der gerufen wird, wenn's kracht. Nachbarschaftsdramen, Eskalation im Treppenhaus, Stromausfall im Winter, du bist da, mit Werkzeugkasten, ruhiger Stimme und 'nem Plan. Du flickst Zäune, schiebst Nachtschichten, trägst Kühlschränke in den dritten Stock, hast zwar keine Ahnung von Strom, aber schon mehrmals eine Waschmaschine mit 'nem Schraubenzieher und YouTube gerettet. Dein Beschützerinstinkt ist <i>lethal</i>. Deine Loyalität unwiderruflich. Und wer's schafft, dein Vertrauen nicht zu missbrauchen, hat dich für immer im Rücken.<br />
<br />
Du hast keine Angst vor Dreck, vor Lärm, vor Chaos. Du bist aufgewachsen darin, für dich ist das Alltag. Wenn andere die Polizei rufen, ziehst du dir die Jacke an. Wenn andere wegsehen, bleibst du stehen. Und wenn einer der Jungs aus der Gegend spätabends durchdreht, weil ihm alles zu viel wird, dann ist deine Tür offen. Egal, wie spät es ist. Egal, was passiert ist. Du hast schon so viele Kids eingesammelt, die kurz vor'm Kippen standen, dass du den Überblick verlierst. Jungs und Mädels mit zu viel Wut und zu wenig Halt. Und du gibst ihnen, was sie brauchen: Klare Ansagen und das Gefühl der Zugehörigkeit. Deine Security-Firma ist kein Wohlfahrtsprojekt, aber jeder, der sich zusammenreißt, bekommt bei dir 'ne Chance. Ganz nach dem Motto <i>"Wer Scheiße baut, kriegt Ansage. Wer durchzieht, kriegt Respekt."</i> Ganz einfach.<br />
<br />
Du bist keiner, der große Reden schwingt oder Gefühle an die große Glocke hängt. Aber jeder, der dich kennt, weiß, dass hinter der breiten Brust ein riesiges Herz steckt. Eins, das sich nicht in Sprüchen ausdrückt, sondern in Taten. Im Stirn bieten gegenüber gewalttätigen Vätern; in belegten Broten für Kids, die nichts zu Hause haben; in Blicken, die sagen: <i>"Well done, kid."</i> Denn für dich zählt nicht, wer man war, sondern wer man werden kann. Du bist kein Heiliger, kein Coach, kein Messias. Du bist Jos. Big Poppa. Der mit den Schultern aus Stahl, der Faust in der Tasche und dem weichen Kern, den du nur zeigst, wenn's wirklich sein muss. Einer, auf den man zählen kann. Immer.<br />
    <div class="p8">Vergangenheit</div>
Du hast ne Story wie ausm Bilderbuch: Leider nicht eins der Guten, für Kinder, mit Happy End. Eher wie ne Foto-Lovestory aus der <i>SUN</i> mit dem ein oder anderen <i>mug shot</i> dazwischen. Aber du warst sowieso nicht gemacht für den <del>Amerikanischen</del> Britischen Traum. Aufgewachsenen in einer ranzigen Wohnung in Oldham, in jeder Ritze der Gestank nach kaltem Rauch, feuchter Wäsche und unausgesprochenem Frust. Als erstes Kind einer alleinerziehenden Mutter mit Migrationshintergrund und gebrochenen Englisch-Kenntnissen war deine Rolle schnell klar: Verantwortung übernehmen. Für dich und die Kinder, die nach dir kamen. Drei Geschwister von drei unterschiedlichen Vätern. Wenn du wenigstens <i>props</i> bekommen hättest, für alles, was du tun musstest, aber das ist halt das Ding mit dieser Verantwortung: Auch die Scheiße war deine Schuld. Die Konsequenz waren Schläge, schon immer. Aber <i>beatings</i> sind Teil deines Kulturguts, kein Grund zu flennen. Machste auch nicht (mehr). War ja auch ne gute Vorbereitung auf's echte Leben, verklärst du dir heute. Aber dass du selber niemals die Hand gegenüber deiner Tochter erheben würdest, sagt eigentlich alles.<br />
<br />
Schule war in deinem Leben nur 'ne Nebensache. In deinem von Chaos regiertem Zuhause konnten Hausaufgaben und Pünktlichkeit keine Priorität sein. Du warst eins dieser Kids, das morgens harte Nudeln knabbern und Slalom um leere Bierflaschen laufen musste. Das Windeln für die Geschwister im Supermarkt geklaut und die Kotze der besoffenen Mutter weggewischt hat. Dein Fokus war Überleben, nicht Lernen. Mittlerweile ist deine Kindheit und Jugend nur noch 'ne ferne Erinnerung, du tust so als wär's normal. War's ja auch, da wo du herkamst. Jeder ist durch Scheiße gegangen. Aber vergessen hast du trotzdem nichts.<br />
<br />
Mit Siebzehn hast du dich das erste Mal verknallt. Hals über Kopf, Gehirn aus. Irgendeine aus der Nachbarschaft, bisschen älter als du, bisschen freier, bisschen gefährlich. Das hat dich erst recht angezogen. Nach vier Wochen bist du bei ihr eingezogen, hast dieses Drecksloch deiner Mutter gegen ein eigenes getauscht. Die Beziehung war intensiv, überfordernd, toxisch. Und nach zwei Jahren warst du auf einmal Vater einer Tochter, Chuck. Dein ganzes verdammtes Herz. Du hast geackert für dieses Kind, wirklich wahr. Hast dich reingekniet. Das Leben kam trotzdem dazwischen, deiner Baby Mama wurde das High wichtiger, als eure kleine Familie. Betrug, Stress, Trennung. Du bist gegangen, aber das Sorgerecht blieb. Denn Mann, Schwarz, jung, Arbeiterklasse? Dein scheiß Stempel sprach gegen dich.<br />
<br />
Das hat dich gebrochen, man. Nicht auf einmal, sondern langsam. Du hast gearbeitet, hast angenommen, was ging: Tagsüber Baustellen, nachts Security. Irgendwie Geld scheffeln für Chuck. Schlaf wurde Luxus, Alkohol zur Routine. Um durchzuziehen, durchzuhalten. Für jedes zweite Wochenende mit deiner Tochter. Wenn sie da war, warst du 48 Stunden lang der Vater, der du immer sein wolltest, und gleichzeitig der Vater, den du selber gerne gehabt hättest. Nur wenn sie nicht da war, da hast du dich in Alkoholeskapaden und Frustration verloren.<br />
Du warst kurz davor ein Klischee zu werden: Fünf Kinder von fünf verschiedenen Frauen, absentes Arschloch, versoffener Wichser. Nach der zweiten Abtreibung und zu vielen <i>pregnancy scares</i> war dir irgendwie klar, dass du was ändern musst. Also nochmal von vorne. Reset. Entzug mit Ende Zwanzig. Kein Applaus dafür, kein <i>"Well done, kid"</i>, keine Unterstützung. Nur Zittern, Schmerzen und die ganze beschissene Wahrheit über dich selbst. Aber du hast durchgehalten, hast dein Leben auf Links gezogen. Du wurdest von dem Typen, vor dem jeder Angst hatte, zu demjenigen, den man bei Stress anrufen konnte. <br />
<br />
Als Chuck Dreizehn war, zog sie zu dir. Das hat dich bei der Stange gehalten. Du warst nicht immer ein guter Vater, manchmal biste aus der Haut gefahren, warst streng und unnachgiebig, nicht immer mit Recht, aber wenigstens warst du da. Jeden verdammten Tag. Du hast Frühstück gemacht, Schultasche kontrolliert, Fahrdienst gespielt, Arzttermine, alles. Wenn Chuck krank war, hattest du das Thermometer schon am Anschlag. Wenn's ne Aufführung in der Aula gab, saßt du im Publikum, übernächtigt, aber mit Blumen. Nicht perfekt, aber präsent. Ihr wurdet ein Team. Zwei Chaoten, irgendwie eingespielt. Du hast ihr Mathe beigebracht, obwohl du's selbst kaum konntest. Sie hat dich überredet zum Elternabend zu gehen. Und nach und nach warst du nicht mehr nur der, der alles zusammenhielt, sondern der, an dem man sich freiwillig festklammerte.<br />
<br />
Mit Chucks Auszug brauchtest du ne neue Lebensaufgabe, also hast du dich in den Job gekniet. Security war schon immer dein Ding, du hast den Scheiß jahrelang gemacht, aber auf einmal wurdest du dein eigener Chef. Eigene Firma, eigene Regeln. Du hast Jungs von der Straße eingestellt, ihnen Struktur gegeben. Keine Großspurigkeit, kein Business-Gelaber, einfach ehrliche Arbeit mit Haltung. Wer bei dir anfängt, kriegt Ansagen, aber auch Rückhalt. So wie du es früher gebraucht hättest.<br />
<br />
Irgendwie war alles gerade chillig bei dir, als Chucks Unfall kam. Ihr Typ betrunken am Steuer, Rendezvous mit einem Baum, tot noch an der Unfallstelle. Er zumindest, Chuck nicht. Aber seitdem sitzt sie im Rollstuhl, kann ihre Beine nicht mehr bewegen, musste das Leben nochmal neu kennenlernen. Schlimm, keine Frage, aber ihr wart stark. Beide. Keine Tränen-Soap, kein Selbstmitleid. Du hast sie angeschaut und gewusst: Wir packen das. Also wurde das Haus umgebaut, ihr Alltag neu organisiert. Ihr habt durchgezogen, mal wieder.<br />
<br />
Heute wohnt sie bei einem Freund, lebt ihr Leben. Und du? Du bist da, wo du sein willst. Kein Drama, keine Exzesse. Du machst deine Arbeit, hilfst deinen Leuten, pumpst im Gym, gehst mit Cherry spazieren. Du hast Struktur. Du hast Ruhe. Du hast Humor. Und manchmal, wenn Chuck abends anruft und du sie lachen hörst, dann denkst du: Vielleicht ist das hier genau das Happy End, das du verdienst. Nur halt keins mit Zuckerwatte, sondern eins mit Ecken, Kanten und 'nem richtig stabilen Fundament.<br />
  </div>
</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="p1 stecki">
  <div class="p2">Josphat Kamau</div>
  <div class="p3">
    muscle and mercy</div>
  <div class="ph1">
    <div class="ph2">
      <div class="p9" style="margin-top: 55px">„</div>
      <div class="p10" style="text-transform: none; margin-top: 15px; width: 65%;">Raised by beatings, saved by reps. <br />
I press more than pain, I bench my regrets.</div>
    </div>
    <div style="display: flex; gap: 3px; width: 505px;"><img src="https://i.ibb.co/HDd7QNZG/Jos-01.gif" style="width: 160px; height: 200px; object-fit: cover;"><img src="https://i.ibb.co/tPZfTBy7/Jos-02.gif" style="width: 160px; height: 200px; object-fit: cover;"><img src="https://i.ibb.co/Q7P0s86p/Jos-03.gif" style="width: 160px; height: 200px; object-fit: cover;"></div>
  </div>
  <div class="p4">
    <table>
      <tr>
        <td class="p6">
          <div class="feldu" style="width: 150px; margin-left: 5px;">Effi</div>
          <div class="feldb2"><span class="bvpr">Alter // </span>48 Jahre</div>
          <div class="feldb2"><span class="bvpr">Job // </span>Security</div>
          <div class="feldb2"><span class="bvpr">Pizza // </span>Meat Lovers</div>
          <div class="feldb2"><span class="bvpr">Ava // </span>Idris Elba</div>
        </td>
        <td>
          <div class="p7">
          <div style="line-height: 14px"><img src="https://i.ibb.co/B5bYVbRK/tumblr-906ff0cb05bce9e1af8b96b5fb1586a6-c5be0d1e-400-1.gif" style="margin: 10px; height: 50px; width: 70px; float: left;">Während irgendein Anzugträger als Bürgermeister die Stadt regiert, gilt Josphat als das inoffizielle Oberhaupt von Oldham. Wer hier wohnt, kennt ihn. Wer ihn nicht kennt, hat entweder kein Sozialleben oder ist frisch zugezogen. Fast fünfzig, stabil gebaut, brettharte Schultern und ein Lächeln wie eine Kneipentür um drei Uhr morgens: Wird selten benutzt, quietscht ein bisschen, aber wenn's aufgeht, dann weißt du, du bist willkommen. Er raucht mehr Gras als ein Teenager in den 2000ern, nennt das aber Selbsttherapie, denn wer mit 19 Vater wurde, durch <i>beatings</i> der Mutter erzogen wurde und sich seither mit einem Alkoholproblem und einer Tonne Verantwortung rumschlägt, der darf sich auch mal wegschießen. Trockener Alkoholiker, ja, aber Weed? <i>That's medicine, bruv</i>. Wenn er nicht gerade high ist, nutzt Jos auch mal seine Ellenbogen – im Gym, wo er sich mit Hanteln und Bankdrücken durchs Leben stemmt, aber auch, wenn jemand Stress mit seinen Nachbarn macht. <i>Big Poppa</i> – niemals <i>Big Daddy</i> – ist der Mann, der deinen Kühlschrank repariert, deinen Hund aus dem Gulli zieht und gleichzeitig deinen Ex verprügelt, wenn's sein muss. Er weiß, wo du wohnst. Und wenn er's nicht weiß, kennt er jemanden, der's weiß. Für Jos zählt: Community first. Immer. Hinter der harten Schale steckt nämlich eigentlich ein verdammt weicher Kern.</div>
          </div>
        </td>
      </tr>
    </table>
    <div class="p8">Wusstest du, dass Jos...?</div>
<div style="width: 95%; margin:auto;">» …seit zwanzig Jahren trockener Alkoholiker ist und im Zuge dessen eine Obsession für <i>Dr. Pepper Zero Cherry Crush</i> entwickelt hat? <br />
» …in seiner Rottweiler Hündin Cherry (kurz für <i>Dr. Pepper Zero Cherry Crush</i>, duh) ein Ebenbild seiner selbst gefunden hat? Brutales Auftreten, aber ein richtig weiches Herz.<br />
» …viel zu viel tindern würde, wenn er verdammt nochmal endlich raffen würde wie der Scheiß funktioniert?<br />
» …technisch auf dem Stand von 1984 ist und regelmäßig denkt, sein Handy wäre kaputt, wenn's einfach nur ein Update will?<br />
» ...in der Nachbarschaft liebevoll Oldhams <i>Big Poppa</i> genannt wird, weil er jedem Kind, jedem Hund und jedem verdammten Paketboten schon mal die Haut gerettet hat?<br />
» …rasend wird, wenn jemand <i>Big Daddy</i> zu ihm sagt?<br />
» …seine Küche nur nutzt, um Fertiggerichte in den Ofen zu schieben (Diabetes und Herzinfarkt incoming)?<br />
» …in seinem Haus durchgehend 80s und 90s Rap-Musik blastet und schon mehrmals dabei erwischt wurde, wie er vor einem Spiegel dazu vibed?<br />
» ...seit Jahren denselben Trainingsplan fährt, der aus Zeiten stammt, in denen Tupac noch lebte (<i>"Never change a winning system, bruv"</i>)?<br />
» ...seine Toastscheiben auf dem Heizkörper backt, weil er eine Antipathie gegen Toaster hegt, seit ihm einer mal einen Kurzschluss beschert und dabei den Strom im ganzen Block lahmgelegt hat?<br />
» ...mal versehentlich mit einer Autobatterie sein Handy aufladen wollte, weil <i>"Strom ist Strom"</i>?<br />
» ...seinen Van regelmäßig mit Kabelbindern, Panzertape und Gebeten zusammenhält?<br />
» ...eigentlich Höhenangst hat, aber trotzdem immer auf die Leiter klettert, wenn bei den Nachbarn die Satellitenschüssel nicht funktioniert?<br />
» ...im Jahr 2013 beinahe einen exzessiven Security-Gig für die Robbie-Williams-Comeback-Tour gebucht hätte?<br />
» ...in seinem Van eine komplette Werkzeugtasche, ein Ersatz-Shirt, drei Proteinriegel und eine vergessene Socke seiner Ex lagert, <i>just in case</i>?<br />
» ...von jedem Chicken Shop Besitzer in Manchester mindestens einmal gefragt wurde, ob er <i>der Bruder von diesem einen Rapper</i> ist?</div>
    <div class="p8">Familie</div>
<img src="https://i.ibb.co/4gm2SxmZ/Chuck.gif" style="margin: 10px; height: 100px; width: 100px; float: left;"><b>Chuck</b>, 29 Jahre alt. Deine Tochter und dein ganzer Stolz. Für sie hättest du alles getan, hast es auch. Du warst nie der Typ für lange Umarmungen oder Tagebuchweisheiten, aber du warst da. Immer. Hast sie abgeholt, nachdem sie abgehauen ist. Hast getröstet, wenn ihr Herz schwer war. Und hast ihr beigebracht, wie man nicht einknickt, auch wenn das Leben drückt. Chuck ist aus demselben Holz wie du, nur mit mehr Köpfchen und besserem Humor. Ihr habt euch oft gestritten, laut, ehrlich, aber nie ohne Respekt. Und selbst wenn sie dir heute widerspricht, weißt du: In ihrem Blick liegt dein ganzes Erbe. Sie ist nicht nur deine Tochter. Sie ist dein Spiegel, dein Kompass, deine weiche Stelle im Panzer. Ohne große Worte, einfach durch das, was sie ist.<br />
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<img src="https://i.ibb.co/fzkVPy2T/Cherry.gif" style="margin: 10px; height: 100px; width: 100px; float: right;"><b>Cherry</b>, 7 Jahre alt.  Offiziell: <i>Dr. Pepper Zero Cherry Crush</i>. Inoffiziell: Die einzige Frau, die dich nie enttäuscht hat. 43 Kilo Muskeln, schwarzes Fell wie frisch poliert und ein Blick, der schon mehrfach dafür gesorgt hat, dass Jugendliche sich ganz schnell anders entschieden haben. Du sagst immer, Cherry sei wie du: Furchteinflößendes Äußeres, aber eine weiche Seele. Und loyal bis zum letzten Atemzug. Wenn du high bist, redest du manchmal mit ihr wie mit einem alten Kumpel, und wenn es dir dreckig geht, legt sie sich einfach kommentarlos an deine Füßen, als wüsste sie, dass reden eh nichts bringt. Sie ist dein Schatten, deine Türsteherin, deine Konstante. Und wahrscheinlich der Grund, warum du noch keinen kompletten Nervenzusammenbruch erlitten hast.<br />
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<b>Familie</b> ist bei dir so ein Thema. Zu deiner Mutter hast du aus Selbstschutz seit Jahren keinen Kontakt mehr. Deinen Vater kennst du nicht, nie gekannt. Kein Bild, kein Ton, nur ein Schatten mit deinem Nachnamen. Deinen Bruder und deine zwei Schwestern siehst du immer mal wieder, mal auf 'nem Geburtstag, mal beim Arzt, mal zufällig in der Stadt. Es gibt kein Drama, aber auch keinen Gruppenchat. Jeder hat seine eigene Geschichte, sein eigenes Gepäck. Ihr habt alle gelernt, allein klarzukommen. Vielleicht ist das euer gemeinsames Erbe. Und trotzdem: Wenn einer Hilfe braucht, wird nicht gefragt, sondern gemacht. So funktioniert Familie für dich. Weniger Blut, mehr Haltung.<br />
    <div class="p8">Charakter</div>
<div style="width: 80%; margin:auto; text-align: justify">loyal # aufopferungsvoll # stur # herzlich # schroff # beschützend # mürrisch # hilfsbereit # verletzlich # stolz # rau # nachtragend # sensibel # bodenständig # pragmatisch # ungeduldig # gerechtigkeitsliebend # widerstandsfähig # eigenwillig # väterlich # respektvoll # altmodisch # direkt # emotional verklemmt # gefährlich (wenn man's drauf anlegt) # zuverlässig</div>
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Du bist der Hauptprotagonist aus diesem rassistischen Lied: <i>Wer hat Angst vorm Schwarzen Mann?</i> Typen gucken weg, wenn sie dich sehen. Frauen wechseln die Straßenseite, wenn du ihnen entgegen kommst. Kreischende Kinder werden plötzlich still, wenn du sie anstarrst. Aber halt nur die, die dich nicht kennen. In Oldham ist jedem klar: Du bist ein Ort der Zuflucht. Seit zwanzig Jahren könnte man dich so 'ne Art wandelnde Institution nennen. Du trägst keine Weste mit Superheldenlogo, aber du bist der, der gerufen wird, wenn's kracht. Nachbarschaftsdramen, Eskalation im Treppenhaus, Stromausfall im Winter, du bist da, mit Werkzeugkasten, ruhiger Stimme und 'nem Plan. Du flickst Zäune, schiebst Nachtschichten, trägst Kühlschränke in den dritten Stock, hast zwar keine Ahnung von Strom, aber schon mehrmals eine Waschmaschine mit 'nem Schraubenzieher und YouTube gerettet. Dein Beschützerinstinkt ist <i>lethal</i>. Deine Loyalität unwiderruflich. Und wer's schafft, dein Vertrauen nicht zu missbrauchen, hat dich für immer im Rücken.<br />
<br />
Du hast keine Angst vor Dreck, vor Lärm, vor Chaos. Du bist aufgewachsen darin, für dich ist das Alltag. Wenn andere die Polizei rufen, ziehst du dir die Jacke an. Wenn andere wegsehen, bleibst du stehen. Und wenn einer der Jungs aus der Gegend spätabends durchdreht, weil ihm alles zu viel wird, dann ist deine Tür offen. Egal, wie spät es ist. Egal, was passiert ist. Du hast schon so viele Kids eingesammelt, die kurz vor'm Kippen standen, dass du den Überblick verlierst. Jungs und Mädels mit zu viel Wut und zu wenig Halt. Und du gibst ihnen, was sie brauchen: Klare Ansagen und das Gefühl der Zugehörigkeit. Deine Security-Firma ist kein Wohlfahrtsprojekt, aber jeder, der sich zusammenreißt, bekommt bei dir 'ne Chance. Ganz nach dem Motto <i>"Wer Scheiße baut, kriegt Ansage. Wer durchzieht, kriegt Respekt."</i> Ganz einfach.<br />
<br />
Du bist keiner, der große Reden schwingt oder Gefühle an die große Glocke hängt. Aber jeder, der dich kennt, weiß, dass hinter der breiten Brust ein riesiges Herz steckt. Eins, das sich nicht in Sprüchen ausdrückt, sondern in Taten. Im Stirn bieten gegenüber gewalttätigen Vätern; in belegten Broten für Kids, die nichts zu Hause haben; in Blicken, die sagen: <i>"Well done, kid."</i> Denn für dich zählt nicht, wer man war, sondern wer man werden kann. Du bist kein Heiliger, kein Coach, kein Messias. Du bist Jos. Big Poppa. Der mit den Schultern aus Stahl, der Faust in der Tasche und dem weichen Kern, den du nur zeigst, wenn's wirklich sein muss. Einer, auf den man zählen kann. Immer.<br />
    <div class="p8">Vergangenheit</div>
Du hast ne Story wie ausm Bilderbuch: Leider nicht eins der Guten, für Kinder, mit Happy End. Eher wie ne Foto-Lovestory aus der <i>SUN</i> mit dem ein oder anderen <i>mug shot</i> dazwischen. Aber du warst sowieso nicht gemacht für den <del>Amerikanischen</del> Britischen Traum. Aufgewachsenen in einer ranzigen Wohnung in Oldham, in jeder Ritze der Gestank nach kaltem Rauch, feuchter Wäsche und unausgesprochenem Frust. Als erstes Kind einer alleinerziehenden Mutter mit Migrationshintergrund und gebrochenen Englisch-Kenntnissen war deine Rolle schnell klar: Verantwortung übernehmen. Für dich und die Kinder, die nach dir kamen. Drei Geschwister von drei unterschiedlichen Vätern. Wenn du wenigstens <i>props</i> bekommen hättest, für alles, was du tun musstest, aber das ist halt das Ding mit dieser Verantwortung: Auch die Scheiße war deine Schuld. Die Konsequenz waren Schläge, schon immer. Aber <i>beatings</i> sind Teil deines Kulturguts, kein Grund zu flennen. Machste auch nicht (mehr). War ja auch ne gute Vorbereitung auf's echte Leben, verklärst du dir heute. Aber dass du selber niemals die Hand gegenüber deiner Tochter erheben würdest, sagt eigentlich alles.<br />
<br />
Schule war in deinem Leben nur 'ne Nebensache. In deinem von Chaos regiertem Zuhause konnten Hausaufgaben und Pünktlichkeit keine Priorität sein. Du warst eins dieser Kids, das morgens harte Nudeln knabbern und Slalom um leere Bierflaschen laufen musste. Das Windeln für die Geschwister im Supermarkt geklaut und die Kotze der besoffenen Mutter weggewischt hat. Dein Fokus war Überleben, nicht Lernen. Mittlerweile ist deine Kindheit und Jugend nur noch 'ne ferne Erinnerung, du tust so als wär's normal. War's ja auch, da wo du herkamst. Jeder ist durch Scheiße gegangen. Aber vergessen hast du trotzdem nichts.<br />
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Mit Siebzehn hast du dich das erste Mal verknallt. Hals über Kopf, Gehirn aus. Irgendeine aus der Nachbarschaft, bisschen älter als du, bisschen freier, bisschen gefährlich. Das hat dich erst recht angezogen. Nach vier Wochen bist du bei ihr eingezogen, hast dieses Drecksloch deiner Mutter gegen ein eigenes getauscht. Die Beziehung war intensiv, überfordernd, toxisch. Und nach zwei Jahren warst du auf einmal Vater einer Tochter, Chuck. Dein ganzes verdammtes Herz. Du hast geackert für dieses Kind, wirklich wahr. Hast dich reingekniet. Das Leben kam trotzdem dazwischen, deiner Baby Mama wurde das High wichtiger, als eure kleine Familie. Betrug, Stress, Trennung. Du bist gegangen, aber das Sorgerecht blieb. Denn Mann, Schwarz, jung, Arbeiterklasse? Dein scheiß Stempel sprach gegen dich.<br />
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Das hat dich gebrochen, man. Nicht auf einmal, sondern langsam. Du hast gearbeitet, hast angenommen, was ging: Tagsüber Baustellen, nachts Security. Irgendwie Geld scheffeln für Chuck. Schlaf wurde Luxus, Alkohol zur Routine. Um durchzuziehen, durchzuhalten. Für jedes zweite Wochenende mit deiner Tochter. Wenn sie da war, warst du 48 Stunden lang der Vater, der du immer sein wolltest, und gleichzeitig der Vater, den du selber gerne gehabt hättest. Nur wenn sie nicht da war, da hast du dich in Alkoholeskapaden und Frustration verloren.<br />
Du warst kurz davor ein Klischee zu werden: Fünf Kinder von fünf verschiedenen Frauen, absentes Arschloch, versoffener Wichser. Nach der zweiten Abtreibung und zu vielen <i>pregnancy scares</i> war dir irgendwie klar, dass du was ändern musst. Also nochmal von vorne. Reset. Entzug mit Ende Zwanzig. Kein Applaus dafür, kein <i>"Well done, kid"</i>, keine Unterstützung. Nur Zittern, Schmerzen und die ganze beschissene Wahrheit über dich selbst. Aber du hast durchgehalten, hast dein Leben auf Links gezogen. Du wurdest von dem Typen, vor dem jeder Angst hatte, zu demjenigen, den man bei Stress anrufen konnte. <br />
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Als Chuck Dreizehn war, zog sie zu dir. Das hat dich bei der Stange gehalten. Du warst nicht immer ein guter Vater, manchmal biste aus der Haut gefahren, warst streng und unnachgiebig, nicht immer mit Recht, aber wenigstens warst du da. Jeden verdammten Tag. Du hast Frühstück gemacht, Schultasche kontrolliert, Fahrdienst gespielt, Arzttermine, alles. Wenn Chuck krank war, hattest du das Thermometer schon am Anschlag. Wenn's ne Aufführung in der Aula gab, saßt du im Publikum, übernächtigt, aber mit Blumen. Nicht perfekt, aber präsent. Ihr wurdet ein Team. Zwei Chaoten, irgendwie eingespielt. Du hast ihr Mathe beigebracht, obwohl du's selbst kaum konntest. Sie hat dich überredet zum Elternabend zu gehen. Und nach und nach warst du nicht mehr nur der, der alles zusammenhielt, sondern der, an dem man sich freiwillig festklammerte.<br />
<br />
Mit Chucks Auszug brauchtest du ne neue Lebensaufgabe, also hast du dich in den Job gekniet. Security war schon immer dein Ding, du hast den Scheiß jahrelang gemacht, aber auf einmal wurdest du dein eigener Chef. Eigene Firma, eigene Regeln. Du hast Jungs von der Straße eingestellt, ihnen Struktur gegeben. Keine Großspurigkeit, kein Business-Gelaber, einfach ehrliche Arbeit mit Haltung. Wer bei dir anfängt, kriegt Ansagen, aber auch Rückhalt. So wie du es früher gebraucht hättest.<br />
<br />
Irgendwie war alles gerade chillig bei dir, als Chucks Unfall kam. Ihr Typ betrunken am Steuer, Rendezvous mit einem Baum, tot noch an der Unfallstelle. Er zumindest, Chuck nicht. Aber seitdem sitzt sie im Rollstuhl, kann ihre Beine nicht mehr bewegen, musste das Leben nochmal neu kennenlernen. Schlimm, keine Frage, aber ihr wart stark. Beide. Keine Tränen-Soap, kein Selbstmitleid. Du hast sie angeschaut und gewusst: Wir packen das. Also wurde das Haus umgebaut, ihr Alltag neu organisiert. Ihr habt durchgezogen, mal wieder.<br />
<br />
Heute wohnt sie bei einem Freund, lebt ihr Leben. Und du? Du bist da, wo du sein willst. Kein Drama, keine Exzesse. Du machst deine Arbeit, hilfst deinen Leuten, pumpst im Gym, gehst mit Cherry spazieren. Du hast Struktur. Du hast Ruhe. Du hast Humor. Und manchmal, wenn Chuck abends anruft und du sie lachen hörst, dann denkst du: Vielleicht ist das hier genau das Happy End, das du verdienst. Nur halt keins mit Zuckerwatte, sondern eins mit Ecken, Kanten und 'nem richtig stabilen Fundament.<br />
  </div>
</div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Kimo Hale]]></title>
			<link>https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2488</link>
			<pubDate>Tue, 03 Sep 2024 13:54:33 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.losttheplot.de/member.php?action=profile&uid=534">Kimo Hale</a>]]></dc:creator>
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<div class="z_around">
  <div class="z_boxkopf1">shortfacts.jpeg<br />
    <div class="z_-ox">-ox</div></div>
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    <div class="z_info">name</div>
    <div class="z_info">faceclaim</div>
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    <div class="z_info">occupation</div>
    </div>
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        <div class="z_info2">kimo hale</div>
        <div class="z_info2">evan mock</div>
        <div class="z_info2">26 years</div>
        <div class="z_info2">skater</div>
    </div>
    <div class="z_pic"></div></div>
  <br />
  <div class="z_boxkopf2">who_am_i.txt<br />
    <div class="z_-ox">-ox</div></div>
  <div class="z_box_second">Der ist nicht von hier, das fällt gleich auf - und das liegt nicht unbedingt an dem <b>grellrosa gefärbten Buzzcut</b> der dir entgegenleuchtet nachdem dieser dürre Lauch dich fast mit seinem Skateboard vom Gehweg genietet hat. Kimo stammt von <b>Hawaii</b>, und wenn nicht alles an ihm direkt genau danach schreit, hast du vermutlich als einziger Mensch auf diesem Planeten noch nie was von irgendwelchen Inselstaaten außerhalb Großbritanniens gehört. Warum der jetzt mit seiner <b>Zwillingsschwester</B> hier gelandet ist, anstatt sich in seiner Heimat weiter die Sonne auf den dürren Bauch brennen zu lassen? Schicksal oder so - das hinterfragt man nicht, und nach ein paar Jahren des Reisens in ihrem etwas <b>abgerockten Bully</b> haben sie sich damit immerhin ihren Traum eines eigenen Ladens erfüllt. Dass der nicht wirklich lukrativ ist wenn gerade Kimo ständig und bei jedem ein Auge zudrückt macht nichts: weil sie sonst nicht über ihre Verhältnisse leben, und vielleicht weil ihnen da als kleiner Puffer irgendwo noch ein nicht unerhebliches Erbe den Hintern rettet. Finanziell wenigstens, aber was hätte es sonst noch gegeben über das man sich Sorgen machen muss? <b>Life is good</b>, und wer Kimo kennt weiß dass er das genau so lebt.</div>
  <div class="z_boxkopf3">and_all_was_well.???<div class="z_-ox">-ox</div></div><div class="z_box_third">Das mit den Eltern ist immer so eine Sache - und auch wenn Kimo und seine Schwester nicht wirklich so wirken, haben auch die beiden ein ganz schön dickes Paket zu tragen. Das nämlich, ihrer gleichzeitigen Existenz allein wegens so ein bisschen <b>abgeschoben</b> zu werden von überforderten Eltern die sich eigentlich nur auf ein einziges Kind geeinigt haben; und nicht gleich zwei auf einmal. Da können die Großeltern bei denen Nani und Kimo schließlich aufwachsen noch so oft versichern dass die beiden zwei absolute Goldstücke und pflegeleicht sind - die Eltern der beiden beschäftigen sich lieber mit anderen Dingen. Mit scheiternden Karrieren und in den Sand gesetzten Plänen, während die Zwillinge in der Obhut ihrer Großeltern relativ behütet und ganz besonders <b>geliebt</b> aufwachsen.<br />
<br />
Und die sind es auch die den beiden Werte mitgeben die so viel wichtiger sind als alles andere. Sie bringen den Kindern den <b>hawaiian way of life</b> bei - und das hat nicht nur was mit Surfen zu tun, sondern ganz besonders damit wie man der beste Mensch für sich und seine Mitmenschen werden kann. Die Großeltern sind Freigeister, schlechte Laune und strenge Handhabe gibt es kaum, und so wachsen die Zwillinge auf mit der bestmöglichen Unterstützung, die jeweils beste Version ihrer selbst zu werden. Andere zu unterstützen und glücklich zu machen ist erfüllender als Egoismus; niemand wird jemals ausgeschlossen. Kimo wird groß mit dem unerschütterlichen Glauben, in jedem Menschen würde irgendwo ein Funke Gutes stecken - und vielleicht ist er deshalb auch in vielerlei Hinsicht wirklich naiv, während er gleichzeitig die seltene Fähigkeit mit sich trägt, die Laune innerhalb eines Raums immer ein bisschen besser zu machen. Hinzufallen bedeutet nicht, die Zähne zusammenbeißen zu müssen und sich unter Schmerzen wieder nach oben zu quälen - wichtig ist nur, dass man irgendwann wieder aufsteht. Und außerdem kann der Blick in den Himmel auch wirklich schön sein, den man ansonsten völlig vergessen hätte.<br />
<br />
Schule und das alles, das hat für Kimo keine wirkliche Bedeutung - ohnehin ist ihm klar, dass er weiterhin im Surfladen seiner Großeltern arbeiten wird, in dem er sowieso aushilft. Als Verkäufer und dann als <b>Surflehrer</b>, und weil das noch nicht genügend Optionen sind um mit irgendwelchen Leuten abzuhängen mit denen man Spaß haben kann, bringt er sich naheliegend auch noch das Skaten bei; gut genug dank einer nicht unwesentlichen Portion Talents, um auch das irgendwann an andere zu vermitteln.<br />
<br />
Dass auch sein Großvater dazu in der Lage ist, Trauer zu empfinden, muss Kimo zum ersten Mal in seinem Leben feststellen als seine Großmutter stirbt, da ist er noch ein Teenager - auch wenn es eine Weile dauert bis er das Lächeln durchschaut das sein Opa allem zum Trotz weiterhin zeigt. So ist das Leben, sagt er - aber die Sonne geht am nächsten Morgen trotzdem wieder auf. Die Wellen werden weiterhin da sein um bezwungen zu werden, und der Sand der hawaiianischen Strände wird weiterhin zwischen den Zehen kitzeln, während die Menschen die man liebt auf ewig leben im Wind und im Wasser und in der Erde. Kimo denkt daran, als auch sein Großvater ein paar Jahre später stirbt und eine große Leere hinterlässt. Eine Leere, die ihn beinahe zurück in die Arme der Eltern getrieben hätte - hätte Nani ihn davon nicht abgehalten; und vielleicht auch der <b>Erbstreit</b>, der in einer absoluten Schlammschlacht endet und in dem auch Kimo Dinge erfährt von denen er nichts wusste. Klar - Geldsorgen hatten sie nie; doch dass ihr Großvater deutlich mehr Ersparnisse auf der Seite hat wird den Zwillingen erst klar, als sie die Papiere in den Händen halten.<br />
<br />
Es ist mehr eine Verkettung von Ereignissen und spontanen Eingebungen die sie schließlich dazu bringt, sich kaum dass sie beide 21 geworden sind einen alten <b>VW Bully</b> zu leisten, mit dem sie in einer Nacht-und-Nebel-Aktion abhauen. Um ihre Eltern immerhin brauchen sie sich keine Sorgen machen, haben die den Laden geerbt und damit eine Sicherung ihres Lebensunterhalts.<br />
<br />
In den nächsten Jahren reisen die Zwillinge an der Küste entlang quer durch die USA; verdienen sich etwas dazu als Surf- und Skatelehrer und halten ihre Erparnisse zusammen in dem Gedanken sich irgendwann den Traum zu erfüllen einen eigenen Laden zu eröffnen. Ein Café mit Bar in dem jeder willkommen ist der ein bisschen mitnehmen will von dem Lifestyle der Hawaiianer, der ein offenes Ohr braucht oder vielleicht auch eine Umarmung, einen starken Kaffee gegen den Kater oder einfach nur einen Drink. Dieser Traum wird <b>2014</b> Wirklichkeit - dabei hatten sie nach Ländern wie Portugal, Spanien und Frankreich gar nicht wirklich vor, besonders lange in Großbritannien zu bleiben. Hätte Kimo sich nicht unglaublich verliebt in einen wahnsinnig tollen Kerl, dessen Red Flags er erst erkennt als er ein halbes Jahr später erkennen muss dass diese Sache mit der Monogamie und Zukunftsdenken wohl nur einseitig motiviert war. <br />
<br />
Aber natürlich erholt er sich wieder von seinem Heartbreak; auch wenn er das ohne seine Schwester mit der er weiterhin auf engstem Raum in ihrem gemeinsamen Bus lebt, nie überstanden hätte. Jetzt ist er der aufgedrehte Typ mit dem rosa gefärbten Buzzcut der einen mit einem motivierten <b>Shaka</b> im Onlyskate begrüßt. Mit einem Handschlag und vielleicht einer Umarmung, nur Minuten bevor er wieder auf dem Board steht in dem kleinen Skatepark vor dem Laden. Denn auch wenn es hier in nächste Nähe keine Wellen gibt, keinen Sandstrand und auch die Sonne immer wieder auf sich warten lässt, hält er an dem fest was ihm sein Großvater beigebracht hat: das Leben ist gut, wenn du es zu etwas Gutem machst.</div></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<style>:root{--c1:pink;--c2:#8095DB;--c3:#9CC3E3;}.z_around{font-size:14px;color:black;line-height:1.3em;width:600px;height:100%;background-image:url('https://i.pinimg.com/564x/4e/cc/a2/4ecca297d0466dec202ac835426c54ad.jpg');background-position:top;background-repeat:repeat;margin:auto;border-radius:10px;padding:10px;cursor:pointer;}.z_boxkopf1{font-family:'Chubbo',sans-serif;background-color:var(--c1);width:553px;border:solid 2px#382b35;padding:7px;padding-left:20px;text-align:left;border-radius:20px 20px 0px 0px;margin:auto;margin-top:20px;border-bottom:0px;display:flex;justify-content:space-between;box-shadow:5px 5px#382b35;}.z_-ox{font-family:'outfit',sans-serif;font-weight:900;text-transform:uppercase;letter-spacing:10px;padding-right:10px;}.z_box_first{padding:30px;background-color:#fae5ee;width:520px;margin:auto;border-radius:0px 0px 20px 20px;border:solid 2px#382b35;font-family:'supreme',sans-serif;text-align:justify;object-position:right;box-shadow:5px 5px#382b35;display:flex;justify-content:space-between;margin-bottom:30px;}.z_pic{width:130px;height:130px;background-image:url('https://i.pinimg.com/564x/fe/5b/67/fe5b67547e95e15b5edbc1f612a69fd1.jpg');background-position:center;background-size:cover;border-radius:50%;border:10px solid var(--c1);}.z_infobox{width:100px;display:grid;height:150px;}.z_info{background-color:var(--c1);height:20px;border-radius:4px;padding:4px;border:1px solid black;font-family:'supreme',sans-serif;letter-spacing:2px;font-weight:800;font-size:14px;}.z_info2{font-family:'supreme',sans-serif;font-weight:800;padding:4px;text-transform:uppercase;font-size:15px;}.z_boxkopf2{font-family:'Chubbo',sans-serif;background-color:var(--c2);width:553px;border:solid 2px#382b35;padding:7px;padding-left:20px;text-align:left;border-radius:20px 20px 0px 0px;margin:auto;border-bottom:0px;display:flex;justify-content:space-between;box-shadow:5px 5px#382b35;}.z_box_second{padding:30px;background-color:#fae5ee;width:520px;margin:auto;border-radius:0px 0px 20px 20px;border:solid 2px#382b35;font-family:'supreme',sans-serif;text-align:justify;box-shadow:5px 5px#382b35;margin-bottom:30px;}.z_box_secondb{color:var(--c2);}.z_boxkopf3{font-family:'Chubbo',sans-serif;background-color:var(--c3);width:553px;border:solid 2px#382b35;padding:7px;padding-left:20px;text-align:left;border-radius:20px 20px 0px 0px;margin:auto;border-bottom:0px;display:flex;justify-content:space-between;box-shadow:5px 5px#382b35;}.z_box_third{padding:30px;background-color:#fae5ee;width:520px;margin:auto;border-radius:0px 0px 20px 20px;border:solid 2px#382b35;font-family:'supreme',sans-serif;text-align:justify;box-shadow:5px 5px#382b35;margin-bottom:30px}.z_box_thirdb{color:var(--c3);}</style><br />
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        <div class="z_info2">26 years</div>
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  <div class="z_boxkopf2">who_am_i.txt<br />
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  <div class="z_box_second">Der ist nicht von hier, das fällt gleich auf - und das liegt nicht unbedingt an dem <b>grellrosa gefärbten Buzzcut</b> der dir entgegenleuchtet nachdem dieser dürre Lauch dich fast mit seinem Skateboard vom Gehweg genietet hat. Kimo stammt von <b>Hawaii</b>, und wenn nicht alles an ihm direkt genau danach schreit, hast du vermutlich als einziger Mensch auf diesem Planeten noch nie was von irgendwelchen Inselstaaten außerhalb Großbritanniens gehört. Warum der jetzt mit seiner <b>Zwillingsschwester</B> hier gelandet ist, anstatt sich in seiner Heimat weiter die Sonne auf den dürren Bauch brennen zu lassen? Schicksal oder so - das hinterfragt man nicht, und nach ein paar Jahren des Reisens in ihrem etwas <b>abgerockten Bully</b> haben sie sich damit immerhin ihren Traum eines eigenen Ladens erfüllt. Dass der nicht wirklich lukrativ ist wenn gerade Kimo ständig und bei jedem ein Auge zudrückt macht nichts: weil sie sonst nicht über ihre Verhältnisse leben, und vielleicht weil ihnen da als kleiner Puffer irgendwo noch ein nicht unerhebliches Erbe den Hintern rettet. Finanziell wenigstens, aber was hätte es sonst noch gegeben über das man sich Sorgen machen muss? <b>Life is good</b>, und wer Kimo kennt weiß dass er das genau so lebt.</div>
  <div class="z_boxkopf3">and_all_was_well.???<div class="z_-ox">-ox</div></div><div class="z_box_third">Das mit den Eltern ist immer so eine Sache - und auch wenn Kimo und seine Schwester nicht wirklich so wirken, haben auch die beiden ein ganz schön dickes Paket zu tragen. Das nämlich, ihrer gleichzeitigen Existenz allein wegens so ein bisschen <b>abgeschoben</b> zu werden von überforderten Eltern die sich eigentlich nur auf ein einziges Kind geeinigt haben; und nicht gleich zwei auf einmal. Da können die Großeltern bei denen Nani und Kimo schließlich aufwachsen noch so oft versichern dass die beiden zwei absolute Goldstücke und pflegeleicht sind - die Eltern der beiden beschäftigen sich lieber mit anderen Dingen. Mit scheiternden Karrieren und in den Sand gesetzten Plänen, während die Zwillinge in der Obhut ihrer Großeltern relativ behütet und ganz besonders <b>geliebt</b> aufwachsen.<br />
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Und die sind es auch die den beiden Werte mitgeben die so viel wichtiger sind als alles andere. Sie bringen den Kindern den <b>hawaiian way of life</b> bei - und das hat nicht nur was mit Surfen zu tun, sondern ganz besonders damit wie man der beste Mensch für sich und seine Mitmenschen werden kann. Die Großeltern sind Freigeister, schlechte Laune und strenge Handhabe gibt es kaum, und so wachsen die Zwillinge auf mit der bestmöglichen Unterstützung, die jeweils beste Version ihrer selbst zu werden. Andere zu unterstützen und glücklich zu machen ist erfüllender als Egoismus; niemand wird jemals ausgeschlossen. Kimo wird groß mit dem unerschütterlichen Glauben, in jedem Menschen würde irgendwo ein Funke Gutes stecken - und vielleicht ist er deshalb auch in vielerlei Hinsicht wirklich naiv, während er gleichzeitig die seltene Fähigkeit mit sich trägt, die Laune innerhalb eines Raums immer ein bisschen besser zu machen. Hinzufallen bedeutet nicht, die Zähne zusammenbeißen zu müssen und sich unter Schmerzen wieder nach oben zu quälen - wichtig ist nur, dass man irgendwann wieder aufsteht. Und außerdem kann der Blick in den Himmel auch wirklich schön sein, den man ansonsten völlig vergessen hätte.<br />
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Schule und das alles, das hat für Kimo keine wirkliche Bedeutung - ohnehin ist ihm klar, dass er weiterhin im Surfladen seiner Großeltern arbeiten wird, in dem er sowieso aushilft. Als Verkäufer und dann als <b>Surflehrer</b>, und weil das noch nicht genügend Optionen sind um mit irgendwelchen Leuten abzuhängen mit denen man Spaß haben kann, bringt er sich naheliegend auch noch das Skaten bei; gut genug dank einer nicht unwesentlichen Portion Talents, um auch das irgendwann an andere zu vermitteln.<br />
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Dass auch sein Großvater dazu in der Lage ist, Trauer zu empfinden, muss Kimo zum ersten Mal in seinem Leben feststellen als seine Großmutter stirbt, da ist er noch ein Teenager - auch wenn es eine Weile dauert bis er das Lächeln durchschaut das sein Opa allem zum Trotz weiterhin zeigt. So ist das Leben, sagt er - aber die Sonne geht am nächsten Morgen trotzdem wieder auf. Die Wellen werden weiterhin da sein um bezwungen zu werden, und der Sand der hawaiianischen Strände wird weiterhin zwischen den Zehen kitzeln, während die Menschen die man liebt auf ewig leben im Wind und im Wasser und in der Erde. Kimo denkt daran, als auch sein Großvater ein paar Jahre später stirbt und eine große Leere hinterlässt. Eine Leere, die ihn beinahe zurück in die Arme der Eltern getrieben hätte - hätte Nani ihn davon nicht abgehalten; und vielleicht auch der <b>Erbstreit</b>, der in einer absoluten Schlammschlacht endet und in dem auch Kimo Dinge erfährt von denen er nichts wusste. Klar - Geldsorgen hatten sie nie; doch dass ihr Großvater deutlich mehr Ersparnisse auf der Seite hat wird den Zwillingen erst klar, als sie die Papiere in den Händen halten.<br />
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Es ist mehr eine Verkettung von Ereignissen und spontanen Eingebungen die sie schließlich dazu bringt, sich kaum dass sie beide 21 geworden sind einen alten <b>VW Bully</b> zu leisten, mit dem sie in einer Nacht-und-Nebel-Aktion abhauen. Um ihre Eltern immerhin brauchen sie sich keine Sorgen machen, haben die den Laden geerbt und damit eine Sicherung ihres Lebensunterhalts.<br />
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In den nächsten Jahren reisen die Zwillinge an der Küste entlang quer durch die USA; verdienen sich etwas dazu als Surf- und Skatelehrer und halten ihre Erparnisse zusammen in dem Gedanken sich irgendwann den Traum zu erfüllen einen eigenen Laden zu eröffnen. Ein Café mit Bar in dem jeder willkommen ist der ein bisschen mitnehmen will von dem Lifestyle der Hawaiianer, der ein offenes Ohr braucht oder vielleicht auch eine Umarmung, einen starken Kaffee gegen den Kater oder einfach nur einen Drink. Dieser Traum wird <b>2014</b> Wirklichkeit - dabei hatten sie nach Ländern wie Portugal, Spanien und Frankreich gar nicht wirklich vor, besonders lange in Großbritannien zu bleiben. Hätte Kimo sich nicht unglaublich verliebt in einen wahnsinnig tollen Kerl, dessen Red Flags er erst erkennt als er ein halbes Jahr später erkennen muss dass diese Sache mit der Monogamie und Zukunftsdenken wohl nur einseitig motiviert war. <br />
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Aber natürlich erholt er sich wieder von seinem Heartbreak; auch wenn er das ohne seine Schwester mit der er weiterhin auf engstem Raum in ihrem gemeinsamen Bus lebt, nie überstanden hätte. Jetzt ist er der aufgedrehte Typ mit dem rosa gefärbten Buzzcut der einen mit einem motivierten <b>Shaka</b> im Onlyskate begrüßt. Mit einem Handschlag und vielleicht einer Umarmung, nur Minuten bevor er wieder auf dem Board steht in dem kleinen Skatepark vor dem Laden. Denn auch wenn es hier in nächste Nähe keine Wellen gibt, keinen Sandstrand und auch die Sonne immer wieder auf sich warten lässt, hält er an dem fest was ihm sein Großvater beigebracht hat: das Leben ist gut, wenn du es zu etwas Gutem machst.</div></div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Joon-Ho Moon]]></title>
			<link>https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2410</link>
			<pubDate>Sun, 31 Mar 2024 20:59:39 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.losttheplot.de/member.php?action=profile&uid=516">Joon-Ho Moon</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2410</guid>
			<description><![CDATA[<div class="p1 stecki">
 <div class="p2">Joon-Ho Moon</div>
 <div class="p3">I’m so sick of smiling, dude</div>
 <div class="ph1">
  <div class="ph2">
   <div class="p9">„</div>
    <div class="p10"> Don’t have a mental health crisis on Bank holidays</div>
  </div>
   <img src="https://imgur.com/ySvkJLY.jpg"></div>
  <div class="p4">
   <div class="lfacts">
    <div>Tina</div>
    <div>Alter // 36 Jahre</div>
    <div>Job // Paramedic</div>
    <div>Pizza // Bacon</div>
    <div>Ava // Steven Yeun</div>
   </div>
  <div class="p7">
   <div class="p5-2"><img src="dein Gif!"></div>
  Joon-Ho, June, <i>John</i>, wenn man sich wirklich gar keine Mühe gibt – na alles besser als Moon Moon. Wenn der bei dir vor der Tür steht, hat er entweder einen Strauß Blumen dabei oder <i>gas and air</i> gegen die Schmerzen, also wenn er im Einsatz ist, versteht sich. Während er als Paramedic richtig abliefert (vor allem Patient*innen im Krankenhaus *finger guns*), kann’s bei neuen Leuten anfangs bisschen haken. Aber er is schon auch ein sozialer Typ, nur manchmal wär’s ganz hilfreich, wenn die anderen so viel Geduld mit ihm hätten wie er selbst auch für jede*n da draußen. Mit dem Job einher geht halt zwangsläufig ein bisschen holpriger Humor, oder liegt’s an seinem koreanisch-konservativen Elternhaus, auf die schiebt er ja auch ganz gern paar Sachen (aber nur sehr leise, weil er richtig Paranoia hat, dass seine Mum sonst alles hört, ja auch in 200 Meilen Entfernung). Jedenfalls hilft manchmal nichts anderes mehr, als nachts ins Kopfkissen zu schreien, aber ehrlich mal, wer kennt’s nicht. Dann sieht das Lächeln halt mal besonders fake aus, wenn ihm wieder drei Leute in der Schicht gestorben sind, weil selbst sein aggressiver Fahrstil nicht von Zauberhand die Straßen freiräumt, oder weil ihn seine Eltern dran erinnert haben, dass er mit Mitte 30 immer noch keine Frau und zwei Kinder hat - JA DOCH können jetzt alle mal bitte kurz ganz leise atmen, danke.</div>
<br />
<div class="p8">you’re so fine you blow my mind</div>
<br />
Seine <i>eomoni</i> is echt so eine ausgefuchste, die riecht wirklich alles 17 Meilen gegen den Wind – also wirklich von ‚Was ist der Nachbarin am anderen Ende der Straße angebrannt?‘ bis ‚Was hat Joon-Ho wieder ausgefressen, der tischt doch eine Lüge auf?‘. Die hat auch als erste gerafft, dass er gar nicht wirklich Medizin studiert, aber hat sie was gesagt Zuhause?? Neh, sie hat enttäuscht geguckt und so lange missbilligend mit der Zunge geschnalzt, bis <i>abeoji</i> beim Abendessen gefragt hat, was denn los sei, aber nix nix hat sie gesagt, beim Essen wird nicht gesprochen. Auch sonst nicht viel, also zumindest nicht über Konflikte oder persönliche Probleme, die werden schön mit so einer dauernden Anspannung in der kleinen Dreizimmerwohnung ausgesessen. Kein Wunder, dass es sich so eng und stickig anfühlt, aber ein Wunder, dass seine Schwester (Sookie hat sie sich dann genannt) sich den Scheiß nicht hat gefallen lassen und diese Grenzen einfach aufgebrochen hat, um so zu sein, wie sie sein wollte. <i>Einfach</i>, naja, hat Joon ja irgendwie nie geschafft, der erzählt den Eltern jetzt immer noch, er würde ab und zu zum Gottesdienst gehen, dabei wissen alle, dass das gelogen ist. Aber es is so viel einfacher als die immer gleichen Diskussionen und das Kopfschütteln von seinem <i>abeoji</i>, bei dem er so ‘nen festen kalten Ball aus Wut in der Kehle kriegt, den er runterschluckt bis zum Magengeschwür.<br />
<br />
Dabei war er wirklich gespannt gewesen auf dieses England, als seine Eltern ihm zu seinem fünften Geburtstag eröffnet hatten, dass sie da jetzt hinziehen würden. Warum, hatte er ehrlich gesagt nie so richtig verstanden, ihnen ging’s ja nie schlecht, <i>abeoji</i> verdiente ganz gut als Lehrer, <i>eomoni</i> gehörte ein kleiner Kiosk, wobei sie sich immer aufführte wie eine ‚richtige‘ Geschäftsfrau. Noch viel weniger hatte Joon-Ho allerdings kapiert, warum sie <i>halmeoni</i> nicht mitnehmen sollten bzw. sie wollte angeblich nicht und er hat drei Tage geschrien und geweint, weil der Verlust seiner Großmutter ihm sein kleines Herz rausgerissen hat. Inzwischen hat er ihr beigebracht, wie man Skype benutzt und telefoniert mindestens einmal die Woche mit ihr. Jedenfalls in England dann sah es enttäuschenderweise fast exakt so aus wie Zuhause, alle Menschen sahen aus wie Zuhause, die Sprache war dieselbe, es gab das gleiche Essen und geregnet hat es auch die ganze Zeit?! Keine Ahnung, warum man diesen langen Flug auf sich genommen hatte für das hier. Es sollte auch wirklich viel zu lange dauern, ehe Joon kapierte, dass New Malden nicht ganz England war und es außerhalb davon tatsächlich erstaunlich wenige koreanische Menschen gab. Mit dieser Erkenntnis musste er in seiner Jugend die verpasste englische Popkultur richtig überkompensieren, von Britpop und Spice Girls bis Princess Di (ICON) und Father Ted.<br />
<div class="p8">jump into the driver’s seat and put it into speed drive</div>
<br />
Seine Begeisterung für Krankenwagen ging schon ganz früh weit über die Freude am Blaulicht und Tatü-Tata hinaus. Die waren eine Zeit lang das einzige, was von außen in ihr Viertel kam, da schwang sowas Exotisches mit, allgemeine Aufregung und wenn die Typen da in Uniform mit ihren großen roten Rucksäcken durch die Straße und in ein Wohnhaus liefen, sahen die immer aus, als hätten die alles im Griff. Die Leute hatten Respekt vor denen, selbst die alten (gegen ihren Willen hierher mitgeschleppten) Großmütter, die sagten dann brav Danke zu denen und gaben ihnen so kleine Reiskuchen mit. Joon könnte ‘nen doppelten Backflip machen und vier Wochen irgendwessen nicht vorhandenen Rasen mähen und würde nicht diese Anerkennung verdienen. Und dann dieser eine Abend, er ist allein mit <i>eomoni</i> und seiner Schwester, da ist er so 12. Irgendein Krachen reißt ihn aus dem Schlaf und er findet seine stöhnende <i>eomoni</i> am Fuß der schmalen steilen Treppe, die die zwei mickrigen Etagen ihrer Wohnung verband. Offenbar war sie da runtergefallen und hatte sich schlimm irgendwas verdreht oder gebrochen, er konnte das nicht erkennen. Ob er Hilfe rufen sollte, hat er sie fünfmal gefragt, und sie jedes Mal NEIN nicht nötig, was sollen die ihr helfen, es ist doch alles okay. So ‚Okay‘, dass sie auch nach einer Stunde noch nicht aufstehen konnte und sich offenbar damit eingerichtet hatte, da jetzt auf dem Boden zu schlafen. Joon entschied dann irgendwann mit Herzrasen (und zu dem Zeitpunkt offiziell der Mann im Haus, weil <i>abeoji</i> nicht da war, klar) und gegen ihren Willen, das neue Telefon auszuprobieren und 999 zu wählen. Da erklärte er einer sehr freundlichen Stimme, was passiert war, und die sagte <i>no worries, wir schicken wen</i>. Und dann, keine zehn Minuten später, die er neben der Wohnungstür kauernd verbrachte und außer Reichweite seiner wütenden und erschöpften <i>eomoni</i>, kamen da zwei gut gelaunte Rettungssanitäter in ihre Wohnung, füllten den kleinen Raum und vollbrachten ein Wunder, was einem übers Wasser laufenden Jesus gleichkam. Diese sture, sture Frau, die er noch nie irgendwem hatte nachgeben sehen, die diskutierte erst in schlechtem Englisch und ließ sich dann widerwillig von den Rettungskräften auf einen Stuhl hieven, untersuchen und nach der Feststellung, dass sie wirklich nicht mit diesen Schmerzen selbstständig gehen konnte, in ein Krankenhaus fahren. ‚Gut gemacht‘, sagte der eine große Mann zu ihm und klopfte ihm auf die Schulter wie so ‘nem Erwachsenen. Das—hatte noch nie jemand zu ihm gesagt?! Zwei Tage später war alles wieder vergessen, und seine <i>eomoni</i> humpelte mit geschientem Bein und kaum schmerzverzerrtem Gesicht durch die Küche und sprach nie wieder über diesen Vorfall. Aber für Joon veränderte das alles.<br />
<div class="p8">hot, ridin‘ through the streets, on a different frequency</div>
<br />
Über seine Noten muss man wohl nicht reden, oder?! Joon hatte ehrlicherweise aber auch nichts zu tun neben der Schule (also außer: Gitarrenunterricht, die Judostunden, das Aushelfen in der Gemeinde und der Nachhilfeunterricht für die englischen Kids, die ihn als Dankeschön regelmäßig auf seinem Schulweg verprügelt haben) und war echt bestens vorbereitet auf jedes Studium, das man sich wünschen konnte. ‚Medizin‘, erzählt er seinen Eltern, während er zwei Jahre in der Rettungsleitstelle arbeitet, um sich die Studiengebühren zu finanzieren. Dieser Job, so schrecklich, wie der ist, weil man am Telefon nichts machen kann, außer ruhig auf die Anrufenden einzureden und im Zweifelsfall in Reanimation und Geburtshilfe anzuleiten, treibt ihn aber nochmal richtig an, Paramedic Science zu studieren. Heimlich, irgendwie, dafür zieht er auch in ein winziges Loch von Wohnung (zwei Straßen weiter, ein Wunder auch, wie er die Wohnsituation die Jahre davor mit einer pubertierenden Schwester überlebt hat, allein davon hat er safe PTSD) und sucht sich eine Uni so weit weg, dass er neben den anderthalb Stunden pendeln pro Strecke jeden Tag leider gar keine Zeit mehr hat für ausführliche Gespräche mit den Eltern – wo er am Wochenende natürlich brav zum Essen erscheint.<br />
<br />
Sechs Jahre, gefühlte fünfzig Praktika und paar Weiterbildungen später kennt er London so gut, als hätte er sich den Stadtplan ins Hirn implantiert, ohne besonders viel Freizeit da zu verbringen. Wenn Joon seine grüne NHS Uniform anzieht, dann ist er echt ein anderer Mensch, aufrechte Haltung, Selbstsicherheit, er ruht in sich selbst (außer wenn er mit einem Category 1 Einsatz im Berufsverkehr steckt). Wahrscheinlich hat auch genau dieser Zustand geholfen, seine Freundin kennenzulernen, Tara, die ihm über Wochen immer wieder Notrufe übers Funkgerät weitergegeben hat und nach den Einsätzen Updates eingeholt hat, und man kommt ja echt ins Reden und irgendwann fragt er sie, ob sie sich nach der Schicht treffen wollen. Zwei Monate später ziehen sie zusammen, damit sie sich bei den beschissenen Arbeitszeiten überhaupt mal sehen, ein Stück außerhalb von London. Joon macht die Wohnung hübsch, viele Pflanzen, viel Licht, damit sie wirklich den perfekten Ort für sich haben. Ach, denkt er, so kann’s also sein, die sind schon richtig glücklich zusammen. Bis es irgendwann darum geht, mal seine Eltern kennenzulernen (Joons Schwiegereltern lieben ihn) und er beichten muss, dass die noch gar nichts von Tara wissen. Weil, das versteht sie nicht, wie die so drauf sind, sagt er immer wieder. Ums ihr zu beweisen, lädt er die Eltern dann irgendwann in die gemeinsame Wohnung ein. Joon hat frische Blumen gekauft, geputzt ohne Ende, gekocht, sein Hemd hat keine Falten und die scheiß Sonne scheint durch strahlend saubere Fenster – what could possibly go wrong. Drei Stunden später, nachdem die mit Laseraugen jede schiefe Fliese vermessen haben, jedes welke Blatt an den Zimmerpflanzen inspiziert und seine Pajeon nicht mal angerührt, steht Joon am Rande des Nervenzusammenbruchs, während Tara sagt, na lief doch okay. Dass ausgerechnet seine Eltern der Grund für ihren ersten größeren Streit werden, ist auch absolut bezeichnend.<br />
<div class="p8">now you know just what I mean, we’re runnin’ through the red lights</div>
<br />
Mit dem Näherrücken seines 30. lässt sich auch die lauernde existenzielle Krise immer schlechter kleinreden. Komischerweise hilft es auch gar nicht, als Advanced Paramedic immer mehr Einsätze alleine zu fahren und anzuleiten und dann keinen zum drüber reden zu haben. Seine Eltern haben sich halbwegs arrangiert mit seinem Job, immerhin trägt er Uniform und verdient nicht zu schlecht. Klar, ist sein Beziehungsstatus ein Problem, und nein, er hat wirklich nicht vor, ihnen in diesem Leben noch zu erzählen, dass er auch Männer datet. Joon weiß ja, was ‘ne Panikattacke ist und ahnt auch, wie sich ein Burnout anfühlen muss, aber er bringt das nur bedingt zusammen mit den vier tätlichen Angriffen und den zwanzig Herzinfarkten, von denen er genau zu einem rechtzeitig auftauchen konnte – alles innerhalb von drei Wochen. Es ist ihm nicht ganz klar, was es letztendlich ist, aber Joon weiß, dass er platzt, wenn er nichts ändert und dann nimmt er die nächstbeste Stellenausschreibung vom North West Ambulance Service an und zieht nach Manchester. Scheiß drauf. Es fühlt sich an wie eine Erwachsenenentscheidung und vor allem fühlt es sich an, als könnte Joon da wieder richtig atmen. Zwar gibt es hier genauso viele Einsätze wegen Stichverletzungen und wirklich entspannt wird der Job auf einmal nicht, aber er fährt wieder im Team im Rettungswagen und das ist einfach sein happy place. Manche Fälle kicken schon extra: einsame alte Menschen, Babys auch immer schlimm, suizidale Personen. Nach manchen Schichten ruft er seine Schwester an, um sicher zu gehen, dass sie okay ist. Geht schon insgesamt, sagt Joon, bis es halt mal zwischendurch nicht geht – aber wer kennt’s nicht. <i>He’s fine.</i><br />
<br />
Joon-Ho… <br />
kümmert sich rührend um seine Zimmerpflanzen # hat einen Reiskocher, der eine (schreckliche) Melodie abspielt, wenn der Reis fertig ist # kann auch ziemlich gut kochen # macht seit paar Jahren genau so viel Sport, dass er 30 Minuten CPR aushält # bringt im RTW wirklich jede 80-jährige Patientin zum Lachen # und muss dann privat seinen Humor wieder updaten # kann in fünf Sprachen die Basics über eine Person erfragen und rausfinden, wo es wehtut # fährt die meisten Wege mit dem Rennrad # geht ganz gerne im Umland wandern # würde nie 'Mum' und 'Dad' zu seinen Eltern sagen, weil die ihn dann endgültig verstoßen # fühlt sich immer noch bisschen fremd an vielen Orten # lässt sich das aber nicht anmerken # lässt sich überhaupt relativ wenig schlechte Gefühle anmerken # will nämlich wirklich auf keinen Fall negativ auffallen # is aber schon relativ emotional # hat damit auch wirklich Phasen, wo’s ihm richtig gut geht # und Phasen, wo er die Vorhänge nicht aufmacht und Counterstrike spielt # trinkt nicht so häufig Alkohol (und raucht bei den Gelegenheiten aber) # und kifft noch viel seltener # liebt seinen Job echt über alles (vor allem das laute Mitsingen von schlechten Radiosongs mit den Kolleg*innen) # verzweifelt trotzdem jeden Tag mindestens dreimal im Dienst # hasst seinen dummen Spitznamen, so dämlich stellt er sich doch wirklich nicht an, er ist echt kein Tollpatsch oder so, nur weil er manchmal bisschen nervös wird, wenn Leute mit ihm flirten, also wem geht’s da bitte nicht so, und überhaupt # hätte gerne die Fähigkeit, seine Wut adäquat zu äußern und sich gelegentlich mal Luft zu machen # ist dafür über die Jahre ziemlich gut in Counterstrike geworden # und hat die Weiterbildung für psychosoziale Interventionen # muss zu Weed immer <i>wacky backy</i> sagen, seit eine 78-jährige Patientin ihr medizinisches Gras so genannt hat<br />
<br />
</div></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="p1 stecki">
 <div class="p2">Joon-Ho Moon</div>
 <div class="p3">I’m so sick of smiling, dude</div>
 <div class="ph1">
  <div class="ph2">
   <div class="p9">„</div>
    <div class="p10"> Don’t have a mental health crisis on Bank holidays</div>
  </div>
   <img src="https://imgur.com/ySvkJLY.jpg"></div>
  <div class="p4">
   <div class="lfacts">
    <div>Tina</div>
    <div>Alter // 36 Jahre</div>
    <div>Job // Paramedic</div>
    <div>Pizza // Bacon</div>
    <div>Ava // Steven Yeun</div>
   </div>
  <div class="p7">
   <div class="p5-2"><img src="dein Gif!"></div>
  Joon-Ho, June, <i>John</i>, wenn man sich wirklich gar keine Mühe gibt – na alles besser als Moon Moon. Wenn der bei dir vor der Tür steht, hat er entweder einen Strauß Blumen dabei oder <i>gas and air</i> gegen die Schmerzen, also wenn er im Einsatz ist, versteht sich. Während er als Paramedic richtig abliefert (vor allem Patient*innen im Krankenhaus *finger guns*), kann’s bei neuen Leuten anfangs bisschen haken. Aber er is schon auch ein sozialer Typ, nur manchmal wär’s ganz hilfreich, wenn die anderen so viel Geduld mit ihm hätten wie er selbst auch für jede*n da draußen. Mit dem Job einher geht halt zwangsläufig ein bisschen holpriger Humor, oder liegt’s an seinem koreanisch-konservativen Elternhaus, auf die schiebt er ja auch ganz gern paar Sachen (aber nur sehr leise, weil er richtig Paranoia hat, dass seine Mum sonst alles hört, ja auch in 200 Meilen Entfernung). Jedenfalls hilft manchmal nichts anderes mehr, als nachts ins Kopfkissen zu schreien, aber ehrlich mal, wer kennt’s nicht. Dann sieht das Lächeln halt mal besonders fake aus, wenn ihm wieder drei Leute in der Schicht gestorben sind, weil selbst sein aggressiver Fahrstil nicht von Zauberhand die Straßen freiräumt, oder weil ihn seine Eltern dran erinnert haben, dass er mit Mitte 30 immer noch keine Frau und zwei Kinder hat - JA DOCH können jetzt alle mal bitte kurz ganz leise atmen, danke.</div>
<br />
<div class="p8">you’re so fine you blow my mind</div>
<br />
Seine <i>eomoni</i> is echt so eine ausgefuchste, die riecht wirklich alles 17 Meilen gegen den Wind – also wirklich von ‚Was ist der Nachbarin am anderen Ende der Straße angebrannt?‘ bis ‚Was hat Joon-Ho wieder ausgefressen, der tischt doch eine Lüge auf?‘. Die hat auch als erste gerafft, dass er gar nicht wirklich Medizin studiert, aber hat sie was gesagt Zuhause?? Neh, sie hat enttäuscht geguckt und so lange missbilligend mit der Zunge geschnalzt, bis <i>abeoji</i> beim Abendessen gefragt hat, was denn los sei, aber nix nix hat sie gesagt, beim Essen wird nicht gesprochen. Auch sonst nicht viel, also zumindest nicht über Konflikte oder persönliche Probleme, die werden schön mit so einer dauernden Anspannung in der kleinen Dreizimmerwohnung ausgesessen. Kein Wunder, dass es sich so eng und stickig anfühlt, aber ein Wunder, dass seine Schwester (Sookie hat sie sich dann genannt) sich den Scheiß nicht hat gefallen lassen und diese Grenzen einfach aufgebrochen hat, um so zu sein, wie sie sein wollte. <i>Einfach</i>, naja, hat Joon ja irgendwie nie geschafft, der erzählt den Eltern jetzt immer noch, er würde ab und zu zum Gottesdienst gehen, dabei wissen alle, dass das gelogen ist. Aber es is so viel einfacher als die immer gleichen Diskussionen und das Kopfschütteln von seinem <i>abeoji</i>, bei dem er so ‘nen festen kalten Ball aus Wut in der Kehle kriegt, den er runterschluckt bis zum Magengeschwür.<br />
<br />
Dabei war er wirklich gespannt gewesen auf dieses England, als seine Eltern ihm zu seinem fünften Geburtstag eröffnet hatten, dass sie da jetzt hinziehen würden. Warum, hatte er ehrlich gesagt nie so richtig verstanden, ihnen ging’s ja nie schlecht, <i>abeoji</i> verdiente ganz gut als Lehrer, <i>eomoni</i> gehörte ein kleiner Kiosk, wobei sie sich immer aufführte wie eine ‚richtige‘ Geschäftsfrau. Noch viel weniger hatte Joon-Ho allerdings kapiert, warum sie <i>halmeoni</i> nicht mitnehmen sollten bzw. sie wollte angeblich nicht und er hat drei Tage geschrien und geweint, weil der Verlust seiner Großmutter ihm sein kleines Herz rausgerissen hat. Inzwischen hat er ihr beigebracht, wie man Skype benutzt und telefoniert mindestens einmal die Woche mit ihr. Jedenfalls in England dann sah es enttäuschenderweise fast exakt so aus wie Zuhause, alle Menschen sahen aus wie Zuhause, die Sprache war dieselbe, es gab das gleiche Essen und geregnet hat es auch die ganze Zeit?! Keine Ahnung, warum man diesen langen Flug auf sich genommen hatte für das hier. Es sollte auch wirklich viel zu lange dauern, ehe Joon kapierte, dass New Malden nicht ganz England war und es außerhalb davon tatsächlich erstaunlich wenige koreanische Menschen gab. Mit dieser Erkenntnis musste er in seiner Jugend die verpasste englische Popkultur richtig überkompensieren, von Britpop und Spice Girls bis Princess Di (ICON) und Father Ted.<br />
<div class="p8">jump into the driver’s seat and put it into speed drive</div>
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Seine Begeisterung für Krankenwagen ging schon ganz früh weit über die Freude am Blaulicht und Tatü-Tata hinaus. Die waren eine Zeit lang das einzige, was von außen in ihr Viertel kam, da schwang sowas Exotisches mit, allgemeine Aufregung und wenn die Typen da in Uniform mit ihren großen roten Rucksäcken durch die Straße und in ein Wohnhaus liefen, sahen die immer aus, als hätten die alles im Griff. Die Leute hatten Respekt vor denen, selbst die alten (gegen ihren Willen hierher mitgeschleppten) Großmütter, die sagten dann brav Danke zu denen und gaben ihnen so kleine Reiskuchen mit. Joon könnte ‘nen doppelten Backflip machen und vier Wochen irgendwessen nicht vorhandenen Rasen mähen und würde nicht diese Anerkennung verdienen. Und dann dieser eine Abend, er ist allein mit <i>eomoni</i> und seiner Schwester, da ist er so 12. Irgendein Krachen reißt ihn aus dem Schlaf und er findet seine stöhnende <i>eomoni</i> am Fuß der schmalen steilen Treppe, die die zwei mickrigen Etagen ihrer Wohnung verband. Offenbar war sie da runtergefallen und hatte sich schlimm irgendwas verdreht oder gebrochen, er konnte das nicht erkennen. Ob er Hilfe rufen sollte, hat er sie fünfmal gefragt, und sie jedes Mal NEIN nicht nötig, was sollen die ihr helfen, es ist doch alles okay. So ‚Okay‘, dass sie auch nach einer Stunde noch nicht aufstehen konnte und sich offenbar damit eingerichtet hatte, da jetzt auf dem Boden zu schlafen. Joon entschied dann irgendwann mit Herzrasen (und zu dem Zeitpunkt offiziell der Mann im Haus, weil <i>abeoji</i> nicht da war, klar) und gegen ihren Willen, das neue Telefon auszuprobieren und 999 zu wählen. Da erklärte er einer sehr freundlichen Stimme, was passiert war, und die sagte <i>no worries, wir schicken wen</i>. Und dann, keine zehn Minuten später, die er neben der Wohnungstür kauernd verbrachte und außer Reichweite seiner wütenden und erschöpften <i>eomoni</i>, kamen da zwei gut gelaunte Rettungssanitäter in ihre Wohnung, füllten den kleinen Raum und vollbrachten ein Wunder, was einem übers Wasser laufenden Jesus gleichkam. Diese sture, sture Frau, die er noch nie irgendwem hatte nachgeben sehen, die diskutierte erst in schlechtem Englisch und ließ sich dann widerwillig von den Rettungskräften auf einen Stuhl hieven, untersuchen und nach der Feststellung, dass sie wirklich nicht mit diesen Schmerzen selbstständig gehen konnte, in ein Krankenhaus fahren. ‚Gut gemacht‘, sagte der eine große Mann zu ihm und klopfte ihm auf die Schulter wie so ‘nem Erwachsenen. Das—hatte noch nie jemand zu ihm gesagt?! Zwei Tage später war alles wieder vergessen, und seine <i>eomoni</i> humpelte mit geschientem Bein und kaum schmerzverzerrtem Gesicht durch die Küche und sprach nie wieder über diesen Vorfall. Aber für Joon veränderte das alles.<br />
<div class="p8">hot, ridin‘ through the streets, on a different frequency</div>
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Über seine Noten muss man wohl nicht reden, oder?! Joon hatte ehrlicherweise aber auch nichts zu tun neben der Schule (also außer: Gitarrenunterricht, die Judostunden, das Aushelfen in der Gemeinde und der Nachhilfeunterricht für die englischen Kids, die ihn als Dankeschön regelmäßig auf seinem Schulweg verprügelt haben) und war echt bestens vorbereitet auf jedes Studium, das man sich wünschen konnte. ‚Medizin‘, erzählt er seinen Eltern, während er zwei Jahre in der Rettungsleitstelle arbeitet, um sich die Studiengebühren zu finanzieren. Dieser Job, so schrecklich, wie der ist, weil man am Telefon nichts machen kann, außer ruhig auf die Anrufenden einzureden und im Zweifelsfall in Reanimation und Geburtshilfe anzuleiten, treibt ihn aber nochmal richtig an, Paramedic Science zu studieren. Heimlich, irgendwie, dafür zieht er auch in ein winziges Loch von Wohnung (zwei Straßen weiter, ein Wunder auch, wie er die Wohnsituation die Jahre davor mit einer pubertierenden Schwester überlebt hat, allein davon hat er safe PTSD) und sucht sich eine Uni so weit weg, dass er neben den anderthalb Stunden pendeln pro Strecke jeden Tag leider gar keine Zeit mehr hat für ausführliche Gespräche mit den Eltern – wo er am Wochenende natürlich brav zum Essen erscheint.<br />
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Sechs Jahre, gefühlte fünfzig Praktika und paar Weiterbildungen später kennt er London so gut, als hätte er sich den Stadtplan ins Hirn implantiert, ohne besonders viel Freizeit da zu verbringen. Wenn Joon seine grüne NHS Uniform anzieht, dann ist er echt ein anderer Mensch, aufrechte Haltung, Selbstsicherheit, er ruht in sich selbst (außer wenn er mit einem Category 1 Einsatz im Berufsverkehr steckt). Wahrscheinlich hat auch genau dieser Zustand geholfen, seine Freundin kennenzulernen, Tara, die ihm über Wochen immer wieder Notrufe übers Funkgerät weitergegeben hat und nach den Einsätzen Updates eingeholt hat, und man kommt ja echt ins Reden und irgendwann fragt er sie, ob sie sich nach der Schicht treffen wollen. Zwei Monate später ziehen sie zusammen, damit sie sich bei den beschissenen Arbeitszeiten überhaupt mal sehen, ein Stück außerhalb von London. Joon macht die Wohnung hübsch, viele Pflanzen, viel Licht, damit sie wirklich den perfekten Ort für sich haben. Ach, denkt er, so kann’s also sein, die sind schon richtig glücklich zusammen. Bis es irgendwann darum geht, mal seine Eltern kennenzulernen (Joons Schwiegereltern lieben ihn) und er beichten muss, dass die noch gar nichts von Tara wissen. Weil, das versteht sie nicht, wie die so drauf sind, sagt er immer wieder. Ums ihr zu beweisen, lädt er die Eltern dann irgendwann in die gemeinsame Wohnung ein. Joon hat frische Blumen gekauft, geputzt ohne Ende, gekocht, sein Hemd hat keine Falten und die scheiß Sonne scheint durch strahlend saubere Fenster – what could possibly go wrong. Drei Stunden später, nachdem die mit Laseraugen jede schiefe Fliese vermessen haben, jedes welke Blatt an den Zimmerpflanzen inspiziert und seine Pajeon nicht mal angerührt, steht Joon am Rande des Nervenzusammenbruchs, während Tara sagt, na lief doch okay. Dass ausgerechnet seine Eltern der Grund für ihren ersten größeren Streit werden, ist auch absolut bezeichnend.<br />
<div class="p8">now you know just what I mean, we’re runnin’ through the red lights</div>
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Mit dem Näherrücken seines 30. lässt sich auch die lauernde existenzielle Krise immer schlechter kleinreden. Komischerweise hilft es auch gar nicht, als Advanced Paramedic immer mehr Einsätze alleine zu fahren und anzuleiten und dann keinen zum drüber reden zu haben. Seine Eltern haben sich halbwegs arrangiert mit seinem Job, immerhin trägt er Uniform und verdient nicht zu schlecht. Klar, ist sein Beziehungsstatus ein Problem, und nein, er hat wirklich nicht vor, ihnen in diesem Leben noch zu erzählen, dass er auch Männer datet. Joon weiß ja, was ‘ne Panikattacke ist und ahnt auch, wie sich ein Burnout anfühlen muss, aber er bringt das nur bedingt zusammen mit den vier tätlichen Angriffen und den zwanzig Herzinfarkten, von denen er genau zu einem rechtzeitig auftauchen konnte – alles innerhalb von drei Wochen. Es ist ihm nicht ganz klar, was es letztendlich ist, aber Joon weiß, dass er platzt, wenn er nichts ändert und dann nimmt er die nächstbeste Stellenausschreibung vom North West Ambulance Service an und zieht nach Manchester. Scheiß drauf. Es fühlt sich an wie eine Erwachsenenentscheidung und vor allem fühlt es sich an, als könnte Joon da wieder richtig atmen. Zwar gibt es hier genauso viele Einsätze wegen Stichverletzungen und wirklich entspannt wird der Job auf einmal nicht, aber er fährt wieder im Team im Rettungswagen und das ist einfach sein happy place. Manche Fälle kicken schon extra: einsame alte Menschen, Babys auch immer schlimm, suizidale Personen. Nach manchen Schichten ruft er seine Schwester an, um sicher zu gehen, dass sie okay ist. Geht schon insgesamt, sagt Joon, bis es halt mal zwischendurch nicht geht – aber wer kennt’s nicht. <i>He’s fine.</i><br />
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Joon-Ho… <br />
kümmert sich rührend um seine Zimmerpflanzen # hat einen Reiskocher, der eine (schreckliche) Melodie abspielt, wenn der Reis fertig ist # kann auch ziemlich gut kochen # macht seit paar Jahren genau so viel Sport, dass er 30 Minuten CPR aushält # bringt im RTW wirklich jede 80-jährige Patientin zum Lachen # und muss dann privat seinen Humor wieder updaten # kann in fünf Sprachen die Basics über eine Person erfragen und rausfinden, wo es wehtut # fährt die meisten Wege mit dem Rennrad # geht ganz gerne im Umland wandern # würde nie 'Mum' und 'Dad' zu seinen Eltern sagen, weil die ihn dann endgültig verstoßen # fühlt sich immer noch bisschen fremd an vielen Orten # lässt sich das aber nicht anmerken # lässt sich überhaupt relativ wenig schlechte Gefühle anmerken # will nämlich wirklich auf keinen Fall negativ auffallen # is aber schon relativ emotional # hat damit auch wirklich Phasen, wo’s ihm richtig gut geht # und Phasen, wo er die Vorhänge nicht aufmacht und Counterstrike spielt # trinkt nicht so häufig Alkohol (und raucht bei den Gelegenheiten aber) # und kifft noch viel seltener # liebt seinen Job echt über alles (vor allem das laute Mitsingen von schlechten Radiosongs mit den Kolleg*innen) # verzweifelt trotzdem jeden Tag mindestens dreimal im Dienst # hasst seinen dummen Spitznamen, so dämlich stellt er sich doch wirklich nicht an, er ist echt kein Tollpatsch oder so, nur weil er manchmal bisschen nervös wird, wenn Leute mit ihm flirten, also wem geht’s da bitte nicht so, und überhaupt # hätte gerne die Fähigkeit, seine Wut adäquat zu äußern und sich gelegentlich mal Luft zu machen # ist dafür über die Jahre ziemlich gut in Counterstrike geworden # und hat die Weiterbildung für psychosoziale Interventionen # muss zu Weed immer <i>wacky backy</i> sagen, seit eine 78-jährige Patientin ihr medizinisches Gras so genannt hat<br />
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		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Jesse 'Jay' Ruffino]]></title>
			<link>https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=729</link>
			<pubDate>Tue, 30 May 2017 15:41:42 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.losttheplot.de/member.php?action=profile&uid=189">Jesse Ruffino</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=729</guid>
			<description><![CDATA[<div class="p1 stecki">
  <div class="p2">Jesse Ruffino</div>
  <div class="p3">I make the ass jokes around here</div>
  <div class="ph1">
    <div class="ph2">
      <div class="p9">„</div>
      <div class="p10">I'm inflagranti in every way</div>
    </div>
    <img src=http://i.imgur.com/4eQbIy2.jpg><br />
  </div>
  <div class="p4">
    <div class="lfacts">
      <div>Tina</div>
      <div>Alter // 42 Jahre</div>
      <div>
        Job // Chef de Cuisine</div>
      <div>
        Pizza // Tripe</div>
      <div>
        Ava // Josh Homme</div>
    </div>
    <div class="p7">
      <div class="p5-2">
        <img src=https://imgur.com/LiuQdiD.gif><br />
      </div>
      Seine besten Freunde heißen Jägermeister und Tequila. Aber es dürfen auch alle anderen mitmachen, die ihn ertragen. Die Leute mögen ihn ja, weil er die Sachen ganz offen und unverblümt sagt ODER sie finden ihn kacke, weil er ihnen derbe über die Füße getrampelt ist, wenn sie zur Kategorie 'Vegetarier', 'pretentious Hipster' oder 'Foodie' gehören. Jay gilt halt auch als egozentrisch, laut und ungehobelt - inner Küche und privat. Dafür ist sein Essen ohne Chichi, auf dem Teller ist Blut sein liebstes Accessoire. Aber weißte, so stur ist der ja gar nicht, er pöbelt halt nur gern. Der lernt voll gerne neue Sachen und weiß ganz genau, dass er nicht der beste Koch der Welt ist; aber psst. Solche Einsichten gehören in seinen Kopf und gehen eigentlich niemanden was an. Wenn der mal ernsthaft düster wird, muss die Kacke schon am lodern sein. Bist ja auf der sicheren Seite, wenn du seiner Regel folgst: Don't touch my dick, don't touch my knives. Aber er macht Ausnahmen, der Ami kommt schließlich aus den Siebzigern und kennt die Vorzüge von beiden Geschlechtern. Den vulgären Kommentar dazu gibt's kostenlos. <br />
    </div>
    <div class="p8">new kid on the block</div>
    Die 70er sind so lässig und unbeschwert wie ein buntes Pop-Musikvideo. Jesse Ruffino wird mittendrein in diese Welt geworfen und hätte ja kein Problem damit, wenn ihm seine Eltern nicht diesen dämlichen Mädchennamen gegeben hätten. Aber der Junge lernt schon früh, dass alles besser wird, wenn man nur die Klappe weit genug aufreißt. (Also meistens wird dann tatsächlich alles schlimmer, aber für die Erkenntnis fehlt ihm in den nächsten ca. 40 Jahren die Selbstreflexion.) Ansonsten sind alle so 'HURRA', weil die vermutlich noch genügend Marihuana im System haben und wenn man sich die perfekte Nachbarschaft für eine wohlbehütete Kindheit vorstellen will, dann denkt man hier an South Boston, wo alle Arbeit haben und Geld verdienen und Schwarze, Hispanics und Weiße (vor allem ein Haufen Iren) voll tolerant zusammen leben. Seine Familie ist ja auch so: Mom Izzy (geb. Ripert) halb französisch, halb amerikanisch, Dad Jon halb Südstaatler, ein Viertel Ire und ein Viertel Italiener. Oder war da noch ein Achtel Finne irgendwo – keine Ahnung. Jesse und der drei Jahre jüngere Lewis haben also die Welt im Blut und verstehen unter Rassismus, wenn jemand lieber eine Bulldogge statt einen Dackel haben will.<br />
<br />
In seinem elften Sommer nun trug es sich zu, uhm.. Er wäre ja am liebsten Zuhause geblieben, aber die Eltern bestehen auf den Familientrip nach Frankreich. Die immer und ihre Kultur, Jesse will doch einfach nur Comics lesen und Eichhörnchen jagen im Park. Seine Eltern versichern ihm, dass er beides auch in Europa machen kann, nagut. Das alte Bauernhaus an der Atlantikküste, in dem sie bei Groß(groß?)onkel und -tante wohnen könnte ihm eigentlich gefallen, wenn er nicht lieber nörgelig und undankbar wäre – <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">'the insufferable little bastard that I was'</span>. Zu viel Sonne, ekliges Essen und diese Langeweile. Nach einer Woche geben seine Eltern auf und schleppen ihn nicht mehr in steinalte Burgen und teure Restaurants, weil er eh nur Steak und Pommes isst. Soll er lieber mit der Nachbarstochter spielen. Er versteht halt kein Wort von dem, was die erzählt aber immerhin findet er die pretty und gibt sich ein bisschen Mühe. Selbst, als ihr <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Papa</span>, seines Zeichens Austernfischer, alle zum Mittag einlädt und Jesse mal mit 'ner ganz anderen Form von Kultur fasziniert: (verdünnter) Wein für die Kinder und Essen, das so eklig ist, dass sogar seine Eltern konzentriert aussehen, um keine Miene zu verziehen. Da guckt die exotische Julie ganz neugierig und er geht zum ersten Mal all-in; schlürft die glibbrige Auster, als gäb's kein Morgen mehr. Und das ist die Erleuchtung. Zum ersten Mal sieht er so Anerkennung in den Gesichtern und die meinen ihn! Zum ersten Mal kapiert er, dass Essen auf mehr Ebenen als nur Geschmack funktioniert (und er findet die Austern sogar ziemlich geil). Naja, er ist jetzt jedenfalls erwachsen, hängt in den nächsten Wochen nachmittags öfter bei Michel im Garten rum, sitzt in der Sonne mit einem Dutzend Austern, einem Glas Wein und einer halben Zigarette, bis ihm etwas schwindelig wird. Zum Abschied kriegt er 'nen Kuss von Julie, aber da ist er schon drüber hinweg, immerhin ist er jetzt ein Mann und bereit, eine Familie zu ernähren.<br />
<br />
<div class="p8">your body is not a temple - it's an amusement park.</div>
    10 Jahre und 43 Pickel später hat sich nicht so viel getan. Ein halber Meter Höhenunterschied und ein High-School-Abschluss sind das einzige, was Jesse von seinem kindlichen Ich unterscheiden. Dazu ein paar Erfahrungen mit bewusstseinserweiternden Substanzen und die Erkenntnis, dass es ihm am Ende des Tages egal ist, ob da 'ne Frau oder ein Kerl vor ihm kniet. Die Eltern finanzieren ihm gut gläubig das Philosophiestudium (was Planloseres ist ihm nicht eingefallen) und er geht immerhin zur allerersten Vorlesung, lässt sich vom Dozenten rausschmeißen und versteht das als Zeichen. In der WG mit drei bis vier Freunden (is manchmal nicht ganz klar, ob jemand da nach drei Wochen noch Gast ist oder schon Mitbewohner) bringt immer irgendwer Gras, Vicodin und Bier an, während er eine Plattensammlung anlegt, weil grade Kurt Cobain gestorben ist – <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">'getting my ass high and romanticizing suicide was just IT'</span>. Nichts auf die Reihe kriegen und sich trotzdem furchtbar intellektuell fühlen beim Bukowski lesen – willkommen in der verdrehten Wahrnehmung eines fast-noch-Jugendlichen im Rausch.<br />
<br />
Nach einem halben Jahr checken das dann auch die Eltern so weit und streichen ihm die Kohle, bis ihm was Vernünftiges einfällt. Höhö. Ein paar Wochen geht das noch, dass er den Leuten die Miete schuldig bleibt, dann schleppt ihn seine on-off-Freundin in das Restaurant, in dem sie kellnert und verschafft ihm den legendären Job des Tellerwäschers. Jesses Dankbarkeit hält sich in Grenzen, weil der Job echt beschissen ist und schlecht bezahlt. ABER. Was sieht er da für Gestalten. Fühlt sich ein bisschen wie auf 'nem Piratenschiff. Der raue Umgangston, die Präzision bei der Arbeit, der Lärm und das Chaos, das sich auf den zweiten Blick als gut geölte Maschinerie entpuppt. Achja, und das Koks und die freien Getränke für die Köche. Hier will er dazugehören, das fühlt sich an wie Elite, eine Geheimgesellschaft. Weil er beim Zwiebeln schneiden immer heulen muss, nennen sie ihn Jessica oder Jennifer. Zum ersten Mal fühlt er so was wie Ehrgeiz und akzeptiert, dass ihm Leute sagen, wo's lang geht. Als nach drei Wochen ein Chef de Partie ausfällt, darf er an der Salatstation aushelfen, weil er den Umgang mit dem Messer immerhin fix gelernt hat. An dem Abend hat eine Familienfeier den ganzen Laden ausgebucht und sie pumpen über 250 Bestellungen raus. Vielleicht liegt's daran, dass er bislang noch nie eine echte Aufgabe hatte (oder ein bisschen am Koks), aber Jay hat hier das Gefühl, wirklich was zu leisten – und das gibt ihm den besten Rausch. Nach der Party kommt eine Mittvierzigerin (offensichtlich das Geburtstagskind) in die Küche getorkelt und tuschelt was mit dem Head Chef, der ihr erst 'ne Line legt und sie dann im Hinterhof bei den Mülltonnen flachlegt. Während die ganze Belegschaft am Fenster um einen Platz mit Aussicht kämpft. Spätestens jetzt dürfte allen klar sein: Jesse wird KOCH!!!11!<br />
<br />
<div class="p8">popularity is the sluttly little cousin of prestige</div>
   Zum Ende der Saison nennen sie ihn immerhin schon Ruffy und er darf an verschiedenen Stationen aushelfen. Neuen Leuten stellt er sich nur noch als Jay vor – <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">'out of safety and self respect'</span>. In der WG nervt er alle mit den Geschichten aus der Küche, wie sich wieder einer den Finger abgeschnitten hat und sie den dummen Vegetarier voll über den Tisch gezogen haben. Wenn das geht, bewegt er sich jetzt mit noch mehr Selbstsicherheit durch die Welt und kümmert sich 'nen Scheiß um andere. Als dann seine Freundin mit 'nem Tränchen im Auge und einem vorsichtigen Lächeln auf den Lippen erzählt, dass sie schwanger ist, bittet er sie sachlich drum, das wegmachen zu lassen, weil er für so was keine Zeit hat. Da ist er grade auf dem Sprung, um sein Certificate of Culinary Arts an der Boston University anzufangen. Mit viel Überredungskunst und großen Worten hat er sich dafür Geld von seinen Eltern geschnorrt. Mit 'ner ähnlichen Taktik und über anderthalb Kontakte hat er sich dann in den Kurs geschmuggelt. Wenn's einmal läuft. Im 400-Stunden-Pressure-Test saugt er alles auf, was ihm noch keiner erklärt hat und lernt die fucking french cuisine vom Schalotten schneiden über Charcuterie bis zum Croquembouche. Seine Mitstudenten feiern ihn für seine schlechten Witze (er glänzt mit Sexismus in beide Richtungen, das hat er so gelernt), sein Messerset, das tatsächlich schon was gesehen hat und die Skills (außer in der Pâtisserie, mit der freundet er sich niemals an). Gewonnen hat Jay an dem Tag, als es er an der Reihe ist, für sein verkacktes Soufflé niedergemacht zu werden – da muss jeder einmal durch. In den zehn Minuten Schimpftirade verzieht er nicht mal die Miene, wenn die anderen schon längst in Tränen ausgebrochen sind. Er hat halt schon Schlimmeres erlebt und kassiert dafür das kleinste aller Lächeln vom grimmigen Pâtissier.<br />
<br />
Wenn er es nicht besser wüsste, würde er fast meinen, dass ihm harte Arbeit richtig liegt. Hätte man ihm das doch bloß eher schon gesagt, dann wäre vielleicht was richtiges aus ihm geworden. Stattdessen wird er vorübergehend Haus- und Hofkoch einer befreundeten Band und geht mit denen auf Tour einmal quer durchs ganze Land. Acht Monate lang lässt er sich jeden Abend was neues einfallen, um die Musiker bei Laune zu halten, kriegt im Gegenzug Geld für die Einkäufe, Alkohol – <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">'you name it, I drink it'</span> – und was sonst noch so abfällt (meistens die männlichen Groupies, weil mit denen sonst keiner was anfangen kann und Jay da nicht so wählerisch ist). Die verkaterten Tage nutzt er, um die Städte zu erkunden und der Faszination über diese kulinarische Diversität zu erliegen. Er dachte ja, er kennt schon alles aber jetzt fragt er sich ernsthaft, was die Welt wohl noch zu bieten hat und merkt mit jedem Tag, dass ihm das alles nicht reicht. Ein komisches Gefühl, dieser Wunsch nach 'Mehr', das wird er auch nie wieder so ganz los. Er entwickelt langsam ein ernsthaftes Interesse für andere Menschen und Orte, was ein bisschen irritierend ist, weil sich bis eben die Sonne noch um ihn allein gedreht hat. Er schiebt's ja auf die Amphetamine. Ihm fallen aber auch Kleinigkeiten auf: wie die Leute gucken, wenn sie über das Rezept für battered chicken von ihrer Großmutter sprechen und wie sich das Pärchen am Nachbartisch nach 20 Jahren Ehe nichts mehr zu sagen hat, aber bei einer Portion Jambayala wenigstens kurz wieder zusammen findet. So viel Verständnis hat er für seine eigenen Emotionen nicht! Die nächste schockierende Erkenntnis ist, dass er echt gut alleine sein kann und das wird fortan auch sein Ding, sich neue Orte immer erst mal auf eigene Faust zu erschließen.<br />
<br />
<div class="p8">we're creating cuisine! Food is what a dog eats or a tourist</div>
    Zwei Jahre später ist er endlich geheilt von seiner grünschnäbligen Großschnäuzigkeit. Das haben die Franzosen aus ihm rausgeprügelt. Stattdessen lernt er richtig harte Disziplin und dass man auf Ansagen immer mit „Oui, Chef!“ zu antworten hat. Hier im 'Chez Léon' in Dijon gibt’s auch weder Alkohol noch Drogen in der Küche, dafür 14h-Arbeitstage, 6 Tage die Woche. Immerhin hat er dabei keine Zeit für irgendwas anderes und kann seine Schulden bei den Eltern abbezahlen. Jay hat sich das nunmal so ausgesucht, weil er unbedingt mehr lernen wollte, was neues sehen und mit seinen drei Wörtern Französisch bot sich das eben so an. Die Crew ist eh international, was aber nicht automatisch heißt, dass Chef Piquet auch nur ein Wort Englisch reden würde. Das bisschen Freizeit verbringt er gerne mit diesem einen französischen Kellner – Beziehung kann man das aber echt nicht nennen – und auf Flohmärkten, wo er alten Kram kauft (zum Beispiel diese wundervolle und einzigartige Entenpresse, um die ihn später alle beneiden sollen). Kleine Besitztümer, an die er sein Herz hängen kann, weil die ihn konstanter durchs Leben begleiten als Menschen und ihm ein Gefühl von Ordnung geben. Er ist halt immer noch ein instabiler Typ, nur in der Küche hat er seinen Kopf und seine Umwelt zu 140% im Griff.<br />
<br />
Als er schließlich verkündet, dass es Zeit für ihn wird weiterzuziehen (so gut er sich in der Fremde fühlt, hat er doch wieder Bock auf ein englischsprachiges Land), klopft ihm der Chef auf die Schulter und sagt, dass er seine Kochjacke behalten darf. Achja, und dass er ihn gerne zum Sous-Chef gemacht hätte im nächsten Jahr. Fuck, da fällt Jesse fast eine einzelne Träne aus dem Gesicht vor Rührung über so viel Anerkennung mit so wenig Worten. Mit der Referenz sollte sich doch was finden lassen. In England, bitte (darüber schüttelt Piquet nur traurig den Kopf), eben WEIL das Essen da nicht besonders sein soll und Jay wittert, dass es da noch was zu holen gibt. Nicht in London tho, das klingt ihm zu hip und fancy, angeblich passieren da sogar schon große Sachen, was die Küche angeht. Neh, er guckt sich das alles mal an und findet dann am hässlichsten dieses Manchester. Das macht ihn irgendwie an, die unfreundlichen Gesichter, die hohe Kriminalitätsrate und der Dreck auf den Straßen. Da haben ihn die Franzosen echt überfordert mit ihren gebügelten Straßen und Schnurrbarttoupets. Die Stellenausschreibung in diesem einen Restaurant überzeugt auch.<br />
<br />
<div class="p8">monter au beurre that sucker!</div>
    Finally a place to call home. Nicht, dass ihm das gefehlt hätte. Aber die Leute hier machen ihm gute Laune, der Job als Sous bringt endlich mal ein bisschen Geld und einmal im Jahr kann er sogar zwei Wochen Urlaub nehmen, um nach und nach die Welt zu erkunden. In der Küche ist seine Arbeit nicht mehr ganz so stumpf, ab und zu bringt er mal eigene Gerichte ein, entwickelt die Karte mit. Privat denkt man eher, dass der bestimmt nie erwachsen wird. Seine Freunde finden das ganz gut, Jay hat (angeblich) vor nichts Angst, erzählt gute Geschichten, trinkt alles weg und ist ein phänomenaler Tänzer. Drogen braucht er nicht mehr zum Arbeiten aber beim Partymachen sagt er dazu nicht Nein. Zu seiner Familie hat er irgendwie nur sporadischen Kontakt, sein kleiner Bruder kommt ihn einmal im Jahr besuchen. Dafür trifft ihn das auch nicht so hart – sagt er -, als sein Vater stirbt, stattdessen setzt ihm das kleine Erbe, das ihm da zufällt, diesen Floh ins Ohr mit der Selbstständigkeit.. Das zieht sich auch so durch sein Leben, sich mit Emotionen nicht zu intensiv auseinanderzusetzen, wenn die ihm unangenehm werden. Auch darum muss er immer beschäftigt sein und braucht so Projekte, die seinen Kopf beschäftigen.<br />
<br />
Ganz ehrlich. Jedem Menschen würde Jay das ausreden mit dem eigenen Restaurant. Die Kohle, die das frisst! Der Stress, die Nerven. Aber er hat sich aus dem alten Laden ein gutes Team zusammengeklaut: der frühere Oberkellner macht die Restaurantleitung (der hat die Ruhe weg und ist auch so viel stilsicherer als Jesse) und sein mexikanischer Chef de Partie wird neuer Sous Chef, weil der eine kriminelle Ader hat und genau so wenig Moral, wie für dieses Vorhaben nötig ist. Die Küche wird klassisch französisch mit Fokus auf Innereien, Blut, Fleisch und Knochen. Ihm geht echt jeden Tag einer ab, wenn er das 'Trou Normand' betritt. In seiner Küche gibt’s seine Regeln und Fo, sein Mexikaner, sagt liebevoll über ihn: <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">'The good news is: World War I is over. The bad news: Adolf Hitler.'</span> Alle haben sich lieb. Die große Klappe hat er auch wieder, aber jetzt immerhin zurecht, findet er. Das Ego kann sich sehen lassen, dabei gibt er doch 'nen Scheiß auf die positiven Kritiken in der Presse. Manchmal hat er das Gefühl, ihm würde trotzdem was zu seinem Glück fehlen, aber das überspielt er gut und gönnt sich so ganz düstere Phasen – meistens – nur, wenn er alleine ist. Ansonsten strahlt das süffisante Grinsen meist bis in die frühen Morgenstunden, wenn er mit dem Rest Jägermeister in der Flasche nach Hause wankt.<br />
<br />
<div class="p8">everything's amazing and nobody is happy</div>
  <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Was noch übrig ist: Jay..</span><br />
liebt die Dinge roh und unzensiert >> hat tief in seinem Herzen Toleranz für fast jeden auf der Welt, trägt aber gerne ganz viel Hass nach draußen >> kauft sich statt Souvenirs lieber makabre Skurrilitäten oder indigene Kultobjekte >> muss Grenzen oft erst übertreten, um sie als solche zu erkennen >> hat nichts für Konventionen übrig >> findet, dass jeder Mensch verdammt nochmal so leben sollte, wie's ihn glücklich macht >> kann Sachen für sich behalten – <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">'Hotel, Motel, you don't tell, I don't tell'</span> >> hat den sexiest Hüftschwung alive >> kriegt Herzchen in den Augen, wenn ihm irgendwas mit Pork auf den Teller kommt >> kann nur ganz schlecht zur Ruhe kommen >> kann mit Süßkram und Desserts nichts anfangen >> lässt sich im Grunde von jedem Tattoos stechen >> hat keine Angst vor Tod und Verderben >> schwankt in seinen Launen zwischen Anbrüllen und beruhigendem Kopf tätscheln >> mag Tiere nur zum Essen >> hasst Fernsehköche<br />
<br />
  </div>
</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="p1 stecki">
  <div class="p2">Jesse Ruffino</div>
  <div class="p3">I make the ass jokes around here</div>
  <div class="ph1">
    <div class="ph2">
      <div class="p9">„</div>
      <div class="p10">I'm inflagranti in every way</div>
    </div>
    <img src=http://i.imgur.com/4eQbIy2.jpg><br />
  </div>
  <div class="p4">
    <div class="lfacts">
      <div>Tina</div>
      <div>Alter // 42 Jahre</div>
      <div>
        Job // Chef de Cuisine</div>
      <div>
        Pizza // Tripe</div>
      <div>
        Ava // Josh Homme</div>
    </div>
    <div class="p7">
      <div class="p5-2">
        <img src=https://imgur.com/LiuQdiD.gif><br />
      </div>
      Seine besten Freunde heißen Jägermeister und Tequila. Aber es dürfen auch alle anderen mitmachen, die ihn ertragen. Die Leute mögen ihn ja, weil er die Sachen ganz offen und unverblümt sagt ODER sie finden ihn kacke, weil er ihnen derbe über die Füße getrampelt ist, wenn sie zur Kategorie 'Vegetarier', 'pretentious Hipster' oder 'Foodie' gehören. Jay gilt halt auch als egozentrisch, laut und ungehobelt - inner Küche und privat. Dafür ist sein Essen ohne Chichi, auf dem Teller ist Blut sein liebstes Accessoire. Aber weißte, so stur ist der ja gar nicht, er pöbelt halt nur gern. Der lernt voll gerne neue Sachen und weiß ganz genau, dass er nicht der beste Koch der Welt ist; aber psst. Solche Einsichten gehören in seinen Kopf und gehen eigentlich niemanden was an. Wenn der mal ernsthaft düster wird, muss die Kacke schon am lodern sein. Bist ja auf der sicheren Seite, wenn du seiner Regel folgst: Don't touch my dick, don't touch my knives. Aber er macht Ausnahmen, der Ami kommt schließlich aus den Siebzigern und kennt die Vorzüge von beiden Geschlechtern. Den vulgären Kommentar dazu gibt's kostenlos. <br />
    </div>
    <div class="p8">new kid on the block</div>
    Die 70er sind so lässig und unbeschwert wie ein buntes Pop-Musikvideo. Jesse Ruffino wird mittendrein in diese Welt geworfen und hätte ja kein Problem damit, wenn ihm seine Eltern nicht diesen dämlichen Mädchennamen gegeben hätten. Aber der Junge lernt schon früh, dass alles besser wird, wenn man nur die Klappe weit genug aufreißt. (Also meistens wird dann tatsächlich alles schlimmer, aber für die Erkenntnis fehlt ihm in den nächsten ca. 40 Jahren die Selbstreflexion.) Ansonsten sind alle so 'HURRA', weil die vermutlich noch genügend Marihuana im System haben und wenn man sich die perfekte Nachbarschaft für eine wohlbehütete Kindheit vorstellen will, dann denkt man hier an South Boston, wo alle Arbeit haben und Geld verdienen und Schwarze, Hispanics und Weiße (vor allem ein Haufen Iren) voll tolerant zusammen leben. Seine Familie ist ja auch so: Mom Izzy (geb. Ripert) halb französisch, halb amerikanisch, Dad Jon halb Südstaatler, ein Viertel Ire und ein Viertel Italiener. Oder war da noch ein Achtel Finne irgendwo – keine Ahnung. Jesse und der drei Jahre jüngere Lewis haben also die Welt im Blut und verstehen unter Rassismus, wenn jemand lieber eine Bulldogge statt einen Dackel haben will.<br />
<br />
In seinem elften Sommer nun trug es sich zu, uhm.. Er wäre ja am liebsten Zuhause geblieben, aber die Eltern bestehen auf den Familientrip nach Frankreich. Die immer und ihre Kultur, Jesse will doch einfach nur Comics lesen und Eichhörnchen jagen im Park. Seine Eltern versichern ihm, dass er beides auch in Europa machen kann, nagut. Das alte Bauernhaus an der Atlantikküste, in dem sie bei Groß(groß?)onkel und -tante wohnen könnte ihm eigentlich gefallen, wenn er nicht lieber nörgelig und undankbar wäre – <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">'the insufferable little bastard that I was'</span>. Zu viel Sonne, ekliges Essen und diese Langeweile. Nach einer Woche geben seine Eltern auf und schleppen ihn nicht mehr in steinalte Burgen und teure Restaurants, weil er eh nur Steak und Pommes isst. Soll er lieber mit der Nachbarstochter spielen. Er versteht halt kein Wort von dem, was die erzählt aber immerhin findet er die pretty und gibt sich ein bisschen Mühe. Selbst, als ihr <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Papa</span>, seines Zeichens Austernfischer, alle zum Mittag einlädt und Jesse mal mit 'ner ganz anderen Form von Kultur fasziniert: (verdünnter) Wein für die Kinder und Essen, das so eklig ist, dass sogar seine Eltern konzentriert aussehen, um keine Miene zu verziehen. Da guckt die exotische Julie ganz neugierig und er geht zum ersten Mal all-in; schlürft die glibbrige Auster, als gäb's kein Morgen mehr. Und das ist die Erleuchtung. Zum ersten Mal sieht er so Anerkennung in den Gesichtern und die meinen ihn! Zum ersten Mal kapiert er, dass Essen auf mehr Ebenen als nur Geschmack funktioniert (und er findet die Austern sogar ziemlich geil). Naja, er ist jetzt jedenfalls erwachsen, hängt in den nächsten Wochen nachmittags öfter bei Michel im Garten rum, sitzt in der Sonne mit einem Dutzend Austern, einem Glas Wein und einer halben Zigarette, bis ihm etwas schwindelig wird. Zum Abschied kriegt er 'nen Kuss von Julie, aber da ist er schon drüber hinweg, immerhin ist er jetzt ein Mann und bereit, eine Familie zu ernähren.<br />
<br />
<div class="p8">your body is not a temple - it's an amusement park.</div>
    10 Jahre und 43 Pickel später hat sich nicht so viel getan. Ein halber Meter Höhenunterschied und ein High-School-Abschluss sind das einzige, was Jesse von seinem kindlichen Ich unterscheiden. Dazu ein paar Erfahrungen mit bewusstseinserweiternden Substanzen und die Erkenntnis, dass es ihm am Ende des Tages egal ist, ob da 'ne Frau oder ein Kerl vor ihm kniet. Die Eltern finanzieren ihm gut gläubig das Philosophiestudium (was Planloseres ist ihm nicht eingefallen) und er geht immerhin zur allerersten Vorlesung, lässt sich vom Dozenten rausschmeißen und versteht das als Zeichen. In der WG mit drei bis vier Freunden (is manchmal nicht ganz klar, ob jemand da nach drei Wochen noch Gast ist oder schon Mitbewohner) bringt immer irgendwer Gras, Vicodin und Bier an, während er eine Plattensammlung anlegt, weil grade Kurt Cobain gestorben ist – <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">'getting my ass high and romanticizing suicide was just IT'</span>. Nichts auf die Reihe kriegen und sich trotzdem furchtbar intellektuell fühlen beim Bukowski lesen – willkommen in der verdrehten Wahrnehmung eines fast-noch-Jugendlichen im Rausch.<br />
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Nach einem halben Jahr checken das dann auch die Eltern so weit und streichen ihm die Kohle, bis ihm was Vernünftiges einfällt. Höhö. Ein paar Wochen geht das noch, dass er den Leuten die Miete schuldig bleibt, dann schleppt ihn seine on-off-Freundin in das Restaurant, in dem sie kellnert und verschafft ihm den legendären Job des Tellerwäschers. Jesses Dankbarkeit hält sich in Grenzen, weil der Job echt beschissen ist und schlecht bezahlt. ABER. Was sieht er da für Gestalten. Fühlt sich ein bisschen wie auf 'nem Piratenschiff. Der raue Umgangston, die Präzision bei der Arbeit, der Lärm und das Chaos, das sich auf den zweiten Blick als gut geölte Maschinerie entpuppt. Achja, und das Koks und die freien Getränke für die Köche. Hier will er dazugehören, das fühlt sich an wie Elite, eine Geheimgesellschaft. Weil er beim Zwiebeln schneiden immer heulen muss, nennen sie ihn Jessica oder Jennifer. Zum ersten Mal fühlt er so was wie Ehrgeiz und akzeptiert, dass ihm Leute sagen, wo's lang geht. Als nach drei Wochen ein Chef de Partie ausfällt, darf er an der Salatstation aushelfen, weil er den Umgang mit dem Messer immerhin fix gelernt hat. An dem Abend hat eine Familienfeier den ganzen Laden ausgebucht und sie pumpen über 250 Bestellungen raus. Vielleicht liegt's daran, dass er bislang noch nie eine echte Aufgabe hatte (oder ein bisschen am Koks), aber Jay hat hier das Gefühl, wirklich was zu leisten – und das gibt ihm den besten Rausch. Nach der Party kommt eine Mittvierzigerin (offensichtlich das Geburtstagskind) in die Küche getorkelt und tuschelt was mit dem Head Chef, der ihr erst 'ne Line legt und sie dann im Hinterhof bei den Mülltonnen flachlegt. Während die ganze Belegschaft am Fenster um einen Platz mit Aussicht kämpft. Spätestens jetzt dürfte allen klar sein: Jesse wird KOCH!!!11!<br />
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<div class="p8">popularity is the sluttly little cousin of prestige</div>
   Zum Ende der Saison nennen sie ihn immerhin schon Ruffy und er darf an verschiedenen Stationen aushelfen. Neuen Leuten stellt er sich nur noch als Jay vor – <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">'out of safety and self respect'</span>. In der WG nervt er alle mit den Geschichten aus der Küche, wie sich wieder einer den Finger abgeschnitten hat und sie den dummen Vegetarier voll über den Tisch gezogen haben. Wenn das geht, bewegt er sich jetzt mit noch mehr Selbstsicherheit durch die Welt und kümmert sich 'nen Scheiß um andere. Als dann seine Freundin mit 'nem Tränchen im Auge und einem vorsichtigen Lächeln auf den Lippen erzählt, dass sie schwanger ist, bittet er sie sachlich drum, das wegmachen zu lassen, weil er für so was keine Zeit hat. Da ist er grade auf dem Sprung, um sein Certificate of Culinary Arts an der Boston University anzufangen. Mit viel Überredungskunst und großen Worten hat er sich dafür Geld von seinen Eltern geschnorrt. Mit 'ner ähnlichen Taktik und über anderthalb Kontakte hat er sich dann in den Kurs geschmuggelt. Wenn's einmal läuft. Im 400-Stunden-Pressure-Test saugt er alles auf, was ihm noch keiner erklärt hat und lernt die fucking french cuisine vom Schalotten schneiden über Charcuterie bis zum Croquembouche. Seine Mitstudenten feiern ihn für seine schlechten Witze (er glänzt mit Sexismus in beide Richtungen, das hat er so gelernt), sein Messerset, das tatsächlich schon was gesehen hat und die Skills (außer in der Pâtisserie, mit der freundet er sich niemals an). Gewonnen hat Jay an dem Tag, als es er an der Reihe ist, für sein verkacktes Soufflé niedergemacht zu werden – da muss jeder einmal durch. In den zehn Minuten Schimpftirade verzieht er nicht mal die Miene, wenn die anderen schon längst in Tränen ausgebrochen sind. Er hat halt schon Schlimmeres erlebt und kassiert dafür das kleinste aller Lächeln vom grimmigen Pâtissier.<br />
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Wenn er es nicht besser wüsste, würde er fast meinen, dass ihm harte Arbeit richtig liegt. Hätte man ihm das doch bloß eher schon gesagt, dann wäre vielleicht was richtiges aus ihm geworden. Stattdessen wird er vorübergehend Haus- und Hofkoch einer befreundeten Band und geht mit denen auf Tour einmal quer durchs ganze Land. Acht Monate lang lässt er sich jeden Abend was neues einfallen, um die Musiker bei Laune zu halten, kriegt im Gegenzug Geld für die Einkäufe, Alkohol – <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">'you name it, I drink it'</span> – und was sonst noch so abfällt (meistens die männlichen Groupies, weil mit denen sonst keiner was anfangen kann und Jay da nicht so wählerisch ist). Die verkaterten Tage nutzt er, um die Städte zu erkunden und der Faszination über diese kulinarische Diversität zu erliegen. Er dachte ja, er kennt schon alles aber jetzt fragt er sich ernsthaft, was die Welt wohl noch zu bieten hat und merkt mit jedem Tag, dass ihm das alles nicht reicht. Ein komisches Gefühl, dieser Wunsch nach 'Mehr', das wird er auch nie wieder so ganz los. Er entwickelt langsam ein ernsthaftes Interesse für andere Menschen und Orte, was ein bisschen irritierend ist, weil sich bis eben die Sonne noch um ihn allein gedreht hat. Er schiebt's ja auf die Amphetamine. Ihm fallen aber auch Kleinigkeiten auf: wie die Leute gucken, wenn sie über das Rezept für battered chicken von ihrer Großmutter sprechen und wie sich das Pärchen am Nachbartisch nach 20 Jahren Ehe nichts mehr zu sagen hat, aber bei einer Portion Jambayala wenigstens kurz wieder zusammen findet. So viel Verständnis hat er für seine eigenen Emotionen nicht! Die nächste schockierende Erkenntnis ist, dass er echt gut alleine sein kann und das wird fortan auch sein Ding, sich neue Orte immer erst mal auf eigene Faust zu erschließen.<br />
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<div class="p8">we're creating cuisine! Food is what a dog eats or a tourist</div>
    Zwei Jahre später ist er endlich geheilt von seiner grünschnäbligen Großschnäuzigkeit. Das haben die Franzosen aus ihm rausgeprügelt. Stattdessen lernt er richtig harte Disziplin und dass man auf Ansagen immer mit „Oui, Chef!“ zu antworten hat. Hier im 'Chez Léon' in Dijon gibt’s auch weder Alkohol noch Drogen in der Küche, dafür 14h-Arbeitstage, 6 Tage die Woche. Immerhin hat er dabei keine Zeit für irgendwas anderes und kann seine Schulden bei den Eltern abbezahlen. Jay hat sich das nunmal so ausgesucht, weil er unbedingt mehr lernen wollte, was neues sehen und mit seinen drei Wörtern Französisch bot sich das eben so an. Die Crew ist eh international, was aber nicht automatisch heißt, dass Chef Piquet auch nur ein Wort Englisch reden würde. Das bisschen Freizeit verbringt er gerne mit diesem einen französischen Kellner – Beziehung kann man das aber echt nicht nennen – und auf Flohmärkten, wo er alten Kram kauft (zum Beispiel diese wundervolle und einzigartige Entenpresse, um die ihn später alle beneiden sollen). Kleine Besitztümer, an die er sein Herz hängen kann, weil die ihn konstanter durchs Leben begleiten als Menschen und ihm ein Gefühl von Ordnung geben. Er ist halt immer noch ein instabiler Typ, nur in der Küche hat er seinen Kopf und seine Umwelt zu 140% im Griff.<br />
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Als er schließlich verkündet, dass es Zeit für ihn wird weiterzuziehen (so gut er sich in der Fremde fühlt, hat er doch wieder Bock auf ein englischsprachiges Land), klopft ihm der Chef auf die Schulter und sagt, dass er seine Kochjacke behalten darf. Achja, und dass er ihn gerne zum Sous-Chef gemacht hätte im nächsten Jahr. Fuck, da fällt Jesse fast eine einzelne Träne aus dem Gesicht vor Rührung über so viel Anerkennung mit so wenig Worten. Mit der Referenz sollte sich doch was finden lassen. In England, bitte (darüber schüttelt Piquet nur traurig den Kopf), eben WEIL das Essen da nicht besonders sein soll und Jay wittert, dass es da noch was zu holen gibt. Nicht in London tho, das klingt ihm zu hip und fancy, angeblich passieren da sogar schon große Sachen, was die Küche angeht. Neh, er guckt sich das alles mal an und findet dann am hässlichsten dieses Manchester. Das macht ihn irgendwie an, die unfreundlichen Gesichter, die hohe Kriminalitätsrate und der Dreck auf den Straßen. Da haben ihn die Franzosen echt überfordert mit ihren gebügelten Straßen und Schnurrbarttoupets. Die Stellenausschreibung in diesem einen Restaurant überzeugt auch.<br />
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<div class="p8">monter au beurre that sucker!</div>
    Finally a place to call home. Nicht, dass ihm das gefehlt hätte. Aber die Leute hier machen ihm gute Laune, der Job als Sous bringt endlich mal ein bisschen Geld und einmal im Jahr kann er sogar zwei Wochen Urlaub nehmen, um nach und nach die Welt zu erkunden. In der Küche ist seine Arbeit nicht mehr ganz so stumpf, ab und zu bringt er mal eigene Gerichte ein, entwickelt die Karte mit. Privat denkt man eher, dass der bestimmt nie erwachsen wird. Seine Freunde finden das ganz gut, Jay hat (angeblich) vor nichts Angst, erzählt gute Geschichten, trinkt alles weg und ist ein phänomenaler Tänzer. Drogen braucht er nicht mehr zum Arbeiten aber beim Partymachen sagt er dazu nicht Nein. Zu seiner Familie hat er irgendwie nur sporadischen Kontakt, sein kleiner Bruder kommt ihn einmal im Jahr besuchen. Dafür trifft ihn das auch nicht so hart – sagt er -, als sein Vater stirbt, stattdessen setzt ihm das kleine Erbe, das ihm da zufällt, diesen Floh ins Ohr mit der Selbstständigkeit.. Das zieht sich auch so durch sein Leben, sich mit Emotionen nicht zu intensiv auseinanderzusetzen, wenn die ihm unangenehm werden. Auch darum muss er immer beschäftigt sein und braucht so Projekte, die seinen Kopf beschäftigen.<br />
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Ganz ehrlich. Jedem Menschen würde Jay das ausreden mit dem eigenen Restaurant. Die Kohle, die das frisst! Der Stress, die Nerven. Aber er hat sich aus dem alten Laden ein gutes Team zusammengeklaut: der frühere Oberkellner macht die Restaurantleitung (der hat die Ruhe weg und ist auch so viel stilsicherer als Jesse) und sein mexikanischer Chef de Partie wird neuer Sous Chef, weil der eine kriminelle Ader hat und genau so wenig Moral, wie für dieses Vorhaben nötig ist. Die Küche wird klassisch französisch mit Fokus auf Innereien, Blut, Fleisch und Knochen. Ihm geht echt jeden Tag einer ab, wenn er das 'Trou Normand' betritt. In seiner Küche gibt’s seine Regeln und Fo, sein Mexikaner, sagt liebevoll über ihn: <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">'The good news is: World War I is over. The bad news: Adolf Hitler.'</span> Alle haben sich lieb. Die große Klappe hat er auch wieder, aber jetzt immerhin zurecht, findet er. Das Ego kann sich sehen lassen, dabei gibt er doch 'nen Scheiß auf die positiven Kritiken in der Presse. Manchmal hat er das Gefühl, ihm würde trotzdem was zu seinem Glück fehlen, aber das überspielt er gut und gönnt sich so ganz düstere Phasen – meistens – nur, wenn er alleine ist. Ansonsten strahlt das süffisante Grinsen meist bis in die frühen Morgenstunden, wenn er mit dem Rest Jägermeister in der Flasche nach Hause wankt.<br />
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<div class="p8">everything's amazing and nobody is happy</div>
  <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Was noch übrig ist: Jay..</span><br />
liebt die Dinge roh und unzensiert >> hat tief in seinem Herzen Toleranz für fast jeden auf der Welt, trägt aber gerne ganz viel Hass nach draußen >> kauft sich statt Souvenirs lieber makabre Skurrilitäten oder indigene Kultobjekte >> muss Grenzen oft erst übertreten, um sie als solche zu erkennen >> hat nichts für Konventionen übrig >> findet, dass jeder Mensch verdammt nochmal so leben sollte, wie's ihn glücklich macht >> kann Sachen für sich behalten – <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">'Hotel, Motel, you don't tell, I don't tell'</span> >> hat den sexiest Hüftschwung alive >> kriegt Herzchen in den Augen, wenn ihm irgendwas mit Pork auf den Teller kommt >> kann nur ganz schlecht zur Ruhe kommen >> kann mit Süßkram und Desserts nichts anfangen >> lässt sich im Grunde von jedem Tattoos stechen >> hat keine Angst vor Tod und Verderben >> schwankt in seinen Launen zwischen Anbrüllen und beruhigendem Kopf tätscheln >> mag Tiere nur zum Essen >> hasst Fernsehköche<br />
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