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		<title><![CDATA[Lost the plot - Congratulations, San Francisco, You've Ruined Pizza!]]></title>
		<link>https://www.losttheplot.de/</link>
		<description><![CDATA[Lost the plot - https://www.losttheplot.de]]></description>
		<pubDate>Tue, 04 Aug 2026 01:00:05 +0000</pubDate>
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		<item>
			<title><![CDATA[Every child learns the earth once it splits their chin]]></title>
			<link>https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2689</link>
			<pubDate>Wed, 01 Jul 2026 23:37:52 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.losttheplot.de/member.php?action=profile&uid=189">Jesse Ruffino</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2689</guid>
			<description><![CDATA[Es gab echt keine Regeln, die er in den Jahren hatte erkennen können, wie die Jahreszeit den Hunger von den Menschen beeinflusste. War’s ein verregneter und kalter Februar und die Leute hatten Bock auf herzhaft und sich was Gutes tun ODER sie verließen ihre Häuser nicht, weil’s draußen nass und eklig war. Scheiß Lotterie, zumindest war der holprige Januar geschafft. Heute trotz Samstag also nicht ausgebucht, keine der beiden Runden am Abend, was schade war, weil Jay am Montag einen Handwerker bezahlen musste, der ihnen die Spülmaschine reparieren sollte, die <i>gestern</i> Nacht abgeraucht war und die Küche geflutet hatte. Alles normal, heute also eine Person mehr zum Spülen abgestellt – na wen hatte es wohl zur Mittagsschicht getroffen?!<br />
<br />
Wenn man erst nen knappen Monat bei ihnen arbeitete, musste man natürlich alle Stationen mal durchlaufen, also hatte Murphy mittags rum schön spülen helfen dürfen. Gehörte zur Erfahrung dazu. Jetzt ging’s in die Abendvorbereitung und Jay machte seine Runde, weil die meisten hatten eh ihren Job und ihre Station und er selbst wollte die Lammkarrees vorbereiten – er fand’s meditativ. <br />
Er blieb stehen. Ging zwei Schritte zurück. Und registrierte: Murphys Platz leer. Sein Messer lag da, ein großer Topf voll Zwiebeln daneben, aber keine Person anwesend, die sich dafür zuständig fühlte. Hatte der nicht Prep verordnet bekommen?! Jay ging’s ja gut, er hatte einen tollen Start ins Jahr, alles tiefenentspannt, weil zum Glück musste er nicht selbst Teller spülen. Neuer Apprenti war allerdings immer so ein Thema. Na-tür-lich konnten die noch nicht alles immer sofort – aber er sah gar nicht ein, warum das zu seinem Problem werden sollte?! <b>“Wo is Bambi?“</b>, fragte er ungeduldig in die Runde, weil die waren ihm alle verdächtig ruhig und mit ihren Köpfen bei ihren Aufgaben, das machte jeden einzelnen verdächtig. War’s schon Zeit für die Äquatortaufe und die hatten ihn in die Kühlkammer gesperrt?? Die und ihre fucking Hackordnung. War ihm ja an sich egal, blabla, mussten sie alle einmal durch, aber wenn’s ihn und die Küche in der Arbeit behinderte, dann hatte Jay da richtig dolle wenig Bock drauf.<br />
<br />
Er folgte dem Nicken in Richtung Trockenlager, trommelte sich mit den Fingern einmal auf den Oberschenkel, atmete tief durch und erinnerte sich dran, dass er ein guter Chef war und Menschen nicht perfekt waren und---<b>“Ich hoffe schwer für dich, du hast die lang verschollene Asche deiner toten Großmutter hier wiedergefunden, oder isolierst dich wegen einer spontanen Diagnose von Cholera—"</b>, bot er großzügig an als Ausreden, als er die Tür zum Lager aufstieß, wo er tatsächlich Murphy sah, der in aller Seelenruhe—was?? Container neu labelte? Linsen nach Größe sortierte? Seine Mittagspause verlängerte?? <b>“Ansonsten, was zur Hölle machst du hier?!“</b> Und warum kommst du hier nicht sofort raus, achso weil Jay mit verschränkten Armen die Tür versperrte und absolut super entspannt war, keine Sorge—]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Es gab echt keine Regeln, die er in den Jahren hatte erkennen können, wie die Jahreszeit den Hunger von den Menschen beeinflusste. War’s ein verregneter und kalter Februar und die Leute hatten Bock auf herzhaft und sich was Gutes tun ODER sie verließen ihre Häuser nicht, weil’s draußen nass und eklig war. Scheiß Lotterie, zumindest war der holprige Januar geschafft. Heute trotz Samstag also nicht ausgebucht, keine der beiden Runden am Abend, was schade war, weil Jay am Montag einen Handwerker bezahlen musste, der ihnen die Spülmaschine reparieren sollte, die <i>gestern</i> Nacht abgeraucht war und die Küche geflutet hatte. Alles normal, heute also eine Person mehr zum Spülen abgestellt – na wen hatte es wohl zur Mittagsschicht getroffen?!<br />
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Wenn man erst nen knappen Monat bei ihnen arbeitete, musste man natürlich alle Stationen mal durchlaufen, also hatte Murphy mittags rum schön spülen helfen dürfen. Gehörte zur Erfahrung dazu. Jetzt ging’s in die Abendvorbereitung und Jay machte seine Runde, weil die meisten hatten eh ihren Job und ihre Station und er selbst wollte die Lammkarrees vorbereiten – er fand’s meditativ. <br />
Er blieb stehen. Ging zwei Schritte zurück. Und registrierte: Murphys Platz leer. Sein Messer lag da, ein großer Topf voll Zwiebeln daneben, aber keine Person anwesend, die sich dafür zuständig fühlte. Hatte der nicht Prep verordnet bekommen?! Jay ging’s ja gut, er hatte einen tollen Start ins Jahr, alles tiefenentspannt, weil zum Glück musste er nicht selbst Teller spülen. Neuer Apprenti war allerdings immer so ein Thema. Na-tür-lich konnten die noch nicht alles immer sofort – aber er sah gar nicht ein, warum das zu seinem Problem werden sollte?! <b>“Wo is Bambi?“</b>, fragte er ungeduldig in die Runde, weil die waren ihm alle verdächtig ruhig und mit ihren Köpfen bei ihren Aufgaben, das machte jeden einzelnen verdächtig. War’s schon Zeit für die Äquatortaufe und die hatten ihn in die Kühlkammer gesperrt?? Die und ihre fucking Hackordnung. War ihm ja an sich egal, blabla, mussten sie alle einmal durch, aber wenn’s ihn und die Küche in der Arbeit behinderte, dann hatte Jay da richtig dolle wenig Bock drauf.<br />
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Er folgte dem Nicken in Richtung Trockenlager, trommelte sich mit den Fingern einmal auf den Oberschenkel, atmete tief durch und erinnerte sich dran, dass er ein guter Chef war und Menschen nicht perfekt waren und---<b>“Ich hoffe schwer für dich, du hast die lang verschollene Asche deiner toten Großmutter hier wiedergefunden, oder isolierst dich wegen einer spontanen Diagnose von Cholera—"</b>, bot er großzügig an als Ausreden, als er die Tür zum Lager aufstieß, wo er tatsächlich Murphy sah, der in aller Seelenruhe—was?? Container neu labelte? Linsen nach Größe sortierte? Seine Mittagspause verlängerte?? <b>“Ansonsten, was zur Hölle machst du hier?!“</b> Und warum kommst du hier nicht sofort raus, achso weil Jay mit verschränkten Armen die Tür versperrte und absolut super entspannt war, keine Sorge—]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[you gotta bring ass to get ass]]></title>
			<link>https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2582</link>
			<pubDate>Fri, 25 Jul 2025 19:58:24 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.losttheplot.de/member.php?action=profile&uid=189">Jesse Ruffino</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2582</guid>
			<description><![CDATA[Inzwischen glaubte er, dass an Fos jährlichem Einwand vielleicht was dran war, den Laden wenigstens die Woche vor Weihnachten zu schließen. Die Planung von dem scheiß Menü kostete übertrieben viel Zeit und die täglichen Hiobsbotschaften der Lieferanten von nicht mehr verfügbaren Waren verkürzten seine Lebenserwartung um Monate. Allerdings waren sie den gesamten Dezember auch zuverlässig ausgebucht und Jay sammelte jeden gammligen Pfennig (wie hieß das hier) ein, der festgetreten auf dem Boden lag. Puffer, Rücklagen, <i>Weihnachtsgeld</i> -- ihm alles unbekannte Vokabeln. Dafür gab es Koks zu Silvester und die erste Woche im neuen Jahr frei, dann konnte man ja wohl auch auf Rente verzichten. (Nein im Ernst, zumindest seine Angestellten nagten nicht am Hungertuch (solange die’s mit dem Koks nicht übertrieben, klar).)<br />
<br />
Nach den letzten drei Entrecôte (es waren schon wieder zwei Familienfeiern mit zwanzig Extrawünschen gewesen, zwei Steaks bitte durch und Jay hatte trotzdem noch niemanden umgebracht, konnte ihn dafür mal jemand loben??) verzog er sich mit seinem Drink in den Hof zum Rauchen, die Desserts überließ er Fo. Während zwei Zigaretten drei Telefonate führen, bis er endlich wen gefunden hatte, von dem er sich erpressen lassen konnte, damit der ihm bis morgen früh noch zehn Enten brachte. Jay konnte echt nicht mehr als seine Seele verkaufen und würde lieber das tun, als 100 Pfund pro Ente zu bezahlen. Ihm wurd nur kurz ein bisschen schwindelig, ach alles chillig, dann kostete der Teller eben 40 Pfund, frohe Weihnachten.<br />
<br />
Wieder drinnen fing er an zu putzen, die halbe Stunde Meditation. Musik durfte er ja erst, wenn die letzten Gäste weg waren, weil das angeblich jemanden stören könnte. Dafür schickte er den neuen Kellner, um ihm von Kruger einen neuen Drink zu holen, als der noch sagte, Komplimente an den Chef von Tisch 7. Jaja, bittedanke, Jay freute sich normal auch und sprach mit den Leuten, aber nicht zu dieser Jahreszeit. <br />
Sein frommer Wunsch blieb unerfüllt, denn als er den Blick hob, weil die Tür aufging, war das nicht der Kellner mit seinem Drink, sondern irgendsoein Typ, der suchend guckte. <b>“Suchst du die Toiletten, die sind die nächste Tür“</b>, schlug er vor, weil das 90% der verirrten Besucher umtrieb. Allerdings sah der nicht aus wie ein Gast, no offense, und Leute, die sich für die Küche interessierten, wurden meistens vom Service eskortiert, damit Jay die eben nicht direkt wieder rausschmiss. VIPs hatten sie heute auch nicht auf der Liste gehabt, wenn er sich richtig erinnerte (was erst mal gar nichts hieß). Er wischte über den Pass und warf sich schließlich das Handtuch über die Schulter. <b>“Da ums Eck direkt“</b>, betonte er mit Nachdruck und deutete hilfreich in die Richtung <i>durch</i> diese Tür wieder durch, tschaui.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Inzwischen glaubte er, dass an Fos jährlichem Einwand vielleicht was dran war, den Laden wenigstens die Woche vor Weihnachten zu schließen. Die Planung von dem scheiß Menü kostete übertrieben viel Zeit und die täglichen Hiobsbotschaften der Lieferanten von nicht mehr verfügbaren Waren verkürzten seine Lebenserwartung um Monate. Allerdings waren sie den gesamten Dezember auch zuverlässig ausgebucht und Jay sammelte jeden gammligen Pfennig (wie hieß das hier) ein, der festgetreten auf dem Boden lag. Puffer, Rücklagen, <i>Weihnachtsgeld</i> -- ihm alles unbekannte Vokabeln. Dafür gab es Koks zu Silvester und die erste Woche im neuen Jahr frei, dann konnte man ja wohl auch auf Rente verzichten. (Nein im Ernst, zumindest seine Angestellten nagten nicht am Hungertuch (solange die’s mit dem Koks nicht übertrieben, klar).)<br />
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Nach den letzten drei Entrecôte (es waren schon wieder zwei Familienfeiern mit zwanzig Extrawünschen gewesen, zwei Steaks bitte durch und Jay hatte trotzdem noch niemanden umgebracht, konnte ihn dafür mal jemand loben??) verzog er sich mit seinem Drink in den Hof zum Rauchen, die Desserts überließ er Fo. Während zwei Zigaretten drei Telefonate führen, bis er endlich wen gefunden hatte, von dem er sich erpressen lassen konnte, damit der ihm bis morgen früh noch zehn Enten brachte. Jay konnte echt nicht mehr als seine Seele verkaufen und würde lieber das tun, als 100 Pfund pro Ente zu bezahlen. Ihm wurd nur kurz ein bisschen schwindelig, ach alles chillig, dann kostete der Teller eben 40 Pfund, frohe Weihnachten.<br />
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Wieder drinnen fing er an zu putzen, die halbe Stunde Meditation. Musik durfte er ja erst, wenn die letzten Gäste weg waren, weil das angeblich jemanden stören könnte. Dafür schickte er den neuen Kellner, um ihm von Kruger einen neuen Drink zu holen, als der noch sagte, Komplimente an den Chef von Tisch 7. Jaja, bittedanke, Jay freute sich normal auch und sprach mit den Leuten, aber nicht zu dieser Jahreszeit. <br />
Sein frommer Wunsch blieb unerfüllt, denn als er den Blick hob, weil die Tür aufging, war das nicht der Kellner mit seinem Drink, sondern irgendsoein Typ, der suchend guckte. <b>“Suchst du die Toiletten, die sind die nächste Tür“</b>, schlug er vor, weil das 90% der verirrten Besucher umtrieb. Allerdings sah der nicht aus wie ein Gast, no offense, und Leute, die sich für die Küche interessierten, wurden meistens vom Service eskortiert, damit Jay die eben nicht direkt wieder rausschmiss. VIPs hatten sie heute auch nicht auf der Liste gehabt, wenn er sich richtig erinnerte (was erst mal gar nichts hieß). Er wischte über den Pass und warf sich schließlich das Handtuch über die Schulter. <b>“Da ums Eck direkt“</b>, betonte er mit Nachdruck und deutete hilfreich in die Richtung <i>durch</i> diese Tür wieder durch, tschaui.]]></content:encoded>
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		<item>
			<title><![CDATA[Da, wo ich herkomme, ist Kokain eine Einstiegsdroge]]></title>
			<link>https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2388</link>
			<pubDate>Thu, 08 Feb 2024 18:54:26 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.losttheplot.de/member.php?action=profile&uid=76">Riley Sullivan</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.losttheplot.de/showthread.php?tid=2388</guid>
			<description><![CDATA[Natürlich wusste Riley nach x Jahren ungefähr, wann die Küche im Norm an einem Samstagabend dicht machte, aber natürlich kam er früher (anders als verabredet), um noch irgendwas von dem geilen Essen oder zumindest dem Mitarbeiterfraß nach Feierabend schnorren zu können. Das sparte Geld und davon würde er heute noch genug los werden, wenn er wie verabredet mit dem Koch um die Häuser zog, um irgendwann morgens komplett blau in der Badewanne aufzuwachen (in seiner oder einer fremden, er hatte da keine großen Ansprüche, wie bei allem im Leben). Mit einem Wegbier in der Manteltasche – einem Konzept, das er auf der Lesetour durch Deutschland kennen und lieben gelernt hatte – zog er die Tür zum Restaurant auf und hob beide Daumen mit einem aufgesetzt breiten Grinsen in Richtung Maître, der ihn gewohnt misstrauisch beäugte, vielleicht, weil seine Visage nie was Gutes für Jays Alkoholbestände bedeutete, aber manchmal zahlte Riley auch?! „Machste mir nen Espressotini klar, Kruger?“, fragte er lieb und mit der gefürchteten Grübchen-Augenaufschlag-Kombo auf dem Weg Richtung Küche, wo er elegant einem Kellner auswich, und dann an dem Pass vorbei in diesen Höllenkessel trat. Einen Mantel musste er nicht aufknöpfen, weil er echter Ire, der er war, einen solchen den Großteil des Jahres gar nicht erst trug (und wenn, dann auch eher aus modischen Zwecken als aus einem irgendwie gearteten Kälteempfinden heraus). „Na ihr Schwuchteln“, grüßte er in den Raum und hob wieder die Arme, um sich messiasgleich feiern zu lassen, das war die fünfte Position in seinem Riley-Yogakurs, und wirkte so, als hätte er beim letzten ManU-Spiel das alles entscheidende Tor geschossen, nur um dann den Frauen in der Küche zuzunicken mit einem charmanten Grinsen, und „Ladies“, zu sagen, so richtig unangenehm und cringe (sagten die coolen Kids noch Cringe? Er wusste es nicht, er hatte nie zu den coolen Kids gehört). Alle sahen so mittelgestresst aus, aber darauf nahm er natürlich keine Rücksicht, als er sich an den Chef’s Table fallen ließ – die sollten sich mal alle nicht so anstellen, jetzt war doch fast Feierabend und was sollte noch passieren?, hielt Riley wohlweislich die Schnauze.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Natürlich wusste Riley nach x Jahren ungefähr, wann die Küche im Norm an einem Samstagabend dicht machte, aber natürlich kam er früher (anders als verabredet), um noch irgendwas von dem geilen Essen oder zumindest dem Mitarbeiterfraß nach Feierabend schnorren zu können. Das sparte Geld und davon würde er heute noch genug los werden, wenn er wie verabredet mit dem Koch um die Häuser zog, um irgendwann morgens komplett blau in der Badewanne aufzuwachen (in seiner oder einer fremden, er hatte da keine großen Ansprüche, wie bei allem im Leben). Mit einem Wegbier in der Manteltasche – einem Konzept, das er auf der Lesetour durch Deutschland kennen und lieben gelernt hatte – zog er die Tür zum Restaurant auf und hob beide Daumen mit einem aufgesetzt breiten Grinsen in Richtung Maître, der ihn gewohnt misstrauisch beäugte, vielleicht, weil seine Visage nie was Gutes für Jays Alkoholbestände bedeutete, aber manchmal zahlte Riley auch?! „Machste mir nen Espressotini klar, Kruger?“, fragte er lieb und mit der gefürchteten Grübchen-Augenaufschlag-Kombo auf dem Weg Richtung Küche, wo er elegant einem Kellner auswich, und dann an dem Pass vorbei in diesen Höllenkessel trat. Einen Mantel musste er nicht aufknöpfen, weil er echter Ire, der er war, einen solchen den Großteil des Jahres gar nicht erst trug (und wenn, dann auch eher aus modischen Zwecken als aus einem irgendwie gearteten Kälteempfinden heraus). „Na ihr Schwuchteln“, grüßte er in den Raum und hob wieder die Arme, um sich messiasgleich feiern zu lassen, das war die fünfte Position in seinem Riley-Yogakurs, und wirkte so, als hätte er beim letzten ManU-Spiel das alles entscheidende Tor geschossen, nur um dann den Frauen in der Küche zuzunicken mit einem charmanten Grinsen, und „Ladies“, zu sagen, so richtig unangenehm und cringe (sagten die coolen Kids noch Cringe? Er wusste es nicht, er hatte nie zu den coolen Kids gehört). Alle sahen so mittelgestresst aus, aber darauf nahm er natürlich keine Rücksicht, als er sich an den Chef’s Table fallen ließ – die sollten sich mal alle nicht so anstellen, jetzt war doch fast Feierabend und was sollte noch passieren?, hielt Riley wohlweislich die Schnauze.]]></content:encoded>
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